jardin18

Schattenkämpfe

 

Unbeirrt und unbeirrbar geht der Strahl aus dem flutenden

Licht der Sonne in die Dunkelheit und durchdringt Wolken und Nebel. Nehmt die Wolken, die Schatten, nicht als etwas Wirkliches, denn sie sind nur zeitlich, sie werden und vergehen. Wirklich ist allein das Licht. - Unbeirrt, wie der Strahl der Sonne, geradlinig und alles erhellend, was sich in den Weg stellt, gütig lächelnd und gebend zieht eure Bahn in dem Wissen, daß nichts das Licht aufhalten kann. Nehmt weder euch selbst noch eure Mitspieler als irdische Persönlichkeiten zu ernst. Wenn ein Schattenbild dem euren Widerstand leistet - nun, dann freut euch der Möglichkeit der Kraftentfaltung. Aber der Ausgang des Schattenkampfes soll euch nicht bekümmern. Wertet den Sieg nicht als Sieg, die Niederlage nicht als Niederlage, sondern alles als ein Erleben, ein Spiel euerer Seelenkräfte, an dem euer wahres Selbst sich bereichert, sich vollendet.

 

Ihr kämpft oft zu schwer, legt zuviel Gewicht in euere Bemühungen. Spielt lächelnd Schach auf dem Schachbrett des Lebens, schiebt die Figuren mit leichter Hand auf ihren Platz, behaltet dabei euer Gegenüber im Auge, schließet es ein in den Strahl eueres Lichts und redet und handelt — nach innen horchend —, wie euch eingegeben wird. Je froher und freier ihr seid, um so näher kann euch unsere Hilfe sein! - Wenn euch aber das Schauspiel erschüttert, so fraget: Wie konnte diese Tragödie entstehen, welches waren ihre Ursachen? Und so lernt ihr allmählich die Fehler eueres Denkens und Tuns immer schärfer zu erkennen und zu beseitigen, was noch als falsch und schattenhaft euch anhaftet.

 

Wenn ihr nicht die Bilder, die Schatten, ernst nehmet, wohl aber das, was sie euch lehren wollen, so wachst ihr ganz von selbst in jenen Mittelpunkt hinein, der sonnenhaft und haltgebend ist. Und die Wolken, die sich drohend zusammenballen, werdet ihr bezwingen können, indem ihr sie mit euerer Liebeskraft durchstrahlt.