Vom wahren Tun

 

Das Tun liegt nicht in der Tat, denn sie ist nur die letzte Auswirkung des Tuns. Das Tun liegt auch nicht im Denken, denn die Gedanken sind die Zuleitungskanäle, die reines und getrübtes Wasser führen können. Das Tun liegt jenseits des Werdenden und Gewordenen im Reich der Wirklichkeit. Dort seid ihr Mitwirker am Weltengeschick, dort fallen die Entscheidungen. -

Die Menschen meinen, die Welt verbessern zu können, wenn sie Taten erzwingen oder Taten unterdrücken. Aber sie setzen nur Gewalt gegen Gewalt, Irrtum gegen Irrtum. Es will der Mensch den Frieden, aber er meint, ihn erkämpfen zu müssen und bleibt damit auf dem Schauplatz des Kampfes. Es quält den Menschen, daß seine Gedanken, die Zuleitungskanäle, getrübtes Wasser führen, und er müht sich, das Wasser zu klären, und müht sich vergeblich,

weil dem Ruhelosen immer neues trübes Wasser zufließt.

 

Es gibt nur eines: Die Quellen aufsuchen und mit ihrem reinen Wasser die Kanäle speisen. Dann wird das reine Wasser das getrübte Wasser ersetzen. In den Frieden eintauchen, aus den Quellen trinken und so gestärkt den Frieden auch im Land der Unrast behalten. Sich den Quellen nähern und mit jedem Schritt eine neue Erkenntnis, ein tieferes Verstehen, eine größere Liebe erwerben. Und die Ereignisse, die der Mensch nicht beherrschen konnte, als er im Reich der Auswirkung gegen sie kämpfte, werden sich wandeln und werden sich verändern, weil er sich gewandelt und sich verändert hat.

 

Dies ist der Sinn des Heilands-Wortes: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch dieses alles zufallen."