Wo liegt der Funke Gottes?
Rein gefühlsmäßig in unserem Herzen und davon sprechen östliche Religionen seit Jahrtausenden. Die Schweizerin Ursula Seiler -Spielmann berichtet in ihrer ZeitsnSchrift (6/95):
Vor wenigen Jahren stießen amerikanische Mediziner auf einen bleistiftgroßen Punkt im linken oberen Teil des Herzens, der sehr viel heißer war als der Rest des Herzens. Es ist jene Stelle, an der der Göttliche Funke im Herzen glimmt, und dieses Glimmen ist physisch feststellbar! Dieser Funke wird geständig genährt durch den Strom der göttlichen Elektronen, - des göttlichen Lichts - das vom Schöpfer ins Herz jedes Menschen fließt. Die Herzspezialisten wissen in der Regel um diesen geheimnissvollen Punkt im Herzen, doch sprechen sie meist nicht darüber, da sie keine Erklärung dafür haben.Uns ist ein Chirugenteam eines schweizer Spitals bekannt, das es ablehnt, Herzoperationen sehr nahe diesem Punkt vorzunehmen. Es weiß, daß, wenn man in der Nähe dieser Stelle operiert, der Patient mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stirbt. Es ist also nicht einfach eine schöne Idee, daß wir und Gott eins sind , sondern eine physiokalische Tatsache, daß wir - selbst wenn wir Gott leugnen - in jedem Augenblick unseres Lebens mit seiner Lebensenergie versorgt werden, die in den Funken in unserem Herzen einströmt. Dieser Funke stammt ursprünglich auch aus dem Wesen Gottes, und seine Bestimmung ist es, einst eine große, mächtige Flamme zu werden. An diesem Herzpunkt besteht also eine solch hohe Elektronendichte, fließt soviel Energie ein, daß sich ein pyhsisch erkennbarer Funke manifestiert
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Gott klingelt, und keiner nimmt ab

   
 

Wer nach Inspiration sucht, soll sich öffnen und nach oben ausrichten. Dies fällt einem in der Kathedrale der Natur besonders leicht.

(Bild: Hans Georg Leiendecker)
 

 
Einst betrachtete er sich kühn als die Krone der Schöpfung. Dann hieb ihn das ausschlagende Pendel ins andere Extrem: Nurmehr sündige Seele war er, und hatte gefälligst Buße zu tun. Heute ist er in der Mitte zum Stillstand gekommen, die beim Pendel ja immer auch der Tiefpunkt ist: Beim Gewohnheitstier.
Die meisten Menschen gehören heute dieser Gattung an. Dümpeln durchs Leben und betäuben sich auf mannigfache Weise immer dann, wenn eine Erschütterung sie aus der Gewohnheit zu reißen droht. Das „Augen zu und durch“, das noch auf einen gewissen Mut und etwas Lebenstüchtigkeit schließen ließ, ist zu den berühmten drei Affen mutiert: Nichts Sehen, nichts Hören, nichts Sagen. Ist der Mensch demnach auf dem Weg zum Maulwurf? In gewisser Weise ja. Denn leider hat es sich das Gewohnheitstier nicht zur Gewohnheit gemacht, seine Verbindung mit „oben“ aufrechtzuerhalten. Früher gab’s gar keine andere Wahl als den täglichen oder doch mindestens den sonntäglichen Kirchgang.

Heute gibt man sich statt dessen am Sonntagmorgen der Erotik, dem Brunch oder einem Fahrradausflug hin. Letzterer lüftet wenigstens die Aura und die Lungen durch, bevor das Gewohnheitstier sich spätestens bei der abendlichen Sportschau wieder seinen üblichen übellaunigen Gedanken und Gefühlen ausliefert und der alte Trott von vorne beginnt.
Ah, denken Sie, wieder einmal eine kleine Publikumsbeschimpfung, Zeit für den esoterischen Zeigefinger! Doch überlegen Sie mal: Angenommen, Ihr Kopf würde in eine Apparatur geschraubt, die es Ihnen nur erlaubte, hinunter auf Ihre Fußspitzen zu blicken und nirgendwo sonst hin. Wie gut würden Sie Ihren Weg im Leben finden? Den Weg zum Bäcker oder in die Firma? Würde dieser Blickwinkel irgendwann Ihre Lebensfreude beeinflussen? Weshalb tut das Gewohnheitstier dann genau dies und erst noch freiwillig?
Bitte, sagen Sie, also das ist doch nicht wahr! Gewiß, keiner gibt sich damit zufrieden, nur seine Füße anzuschauen. Doch wie viele Minuten pro Tag suchen Sie die innere Verbindung mit Gott, der Quelle, Ihrer ICH-BIN-Gegenwart, dem großen Geist, oder wie Sie ‚Es’ zu nennen belieben? Wie oft recken Sie sich nach oben – nicht zur Zuckerdose auf dem obersten Regal, sondern im Herzen? Sammeln Sie sich innerlich und richten Sie sich auf Ihre eigene Göttlichkeit aus, bevor Sie an eine wichtige Sitzung gehen? Könnten Sie es sich leisten, dazu auch noch die Haltung einzunehmen – „nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe“? Ah, jetzt wird’s aber eindeutig zu frömmlerisch, nicht wahr, und total weltfern dazu.
Doch überlegen Sie mal: Wie würde die Wissenschaft aussehen, wenn ihre Vertreter mit dieser Ausrichtung an die Arbeit gingen? Würde die Wirtschaft noch einem Barbarenkampf gleichen – oder könnten Formen gefunden werden, die sowohl die Natur wie auch die Topmanager gut und friedvoll leben ließen, ohne daß letztere ihre wurmenden schlechten Gewissen mit astronomischen Lohnsummen und aufregenden Sexaffären betäuben müßten?
Tatsächlich sieht die Welt in hohem Maße aus, wie sie aussieht, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist – und es unterlassen hat, die Verbindung zu Gott zu einer seiner Gewohnheiten zu machen. Und so begibt er sich gewissermaßen in die Involutionsspirale – immer tiefer, immer ferner zu dem, was er sein sollte und könnte.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten Kinder und ein böser Diktator übernähme die Macht und würde Ihnen die Kinder wegnehmen. Alle Kinder lebten unbeaufsichtigt in großen Arealen, wo sie niemals herausgelassen würden und völlig sich selbst überlassen wären. Sie als Eltern dürften zwar hingehen und sie durch einseitig blinde Fenster beobachten (solche, wie sie bei Verhören in Krimis vorkommen, wo der Verdächtige die Polizisten hinter den Fenstern nicht sehen kann) – und sie dürften also mit ansehen, wie die Kleinen völlig aus dem Ruder geraten, sich in brutale Schlägereien verwickelten, kurz: einander die Hölle bereiteten, doch sie könnten nichts tun, als es einfach machtlos mitanzusehen.
Der Diktator wäre dann so „nett“, Ihnen zu erlauben, den Kindern beizustehen – vorausgesetzt, diese bäten um Ihre Einmischung. Doch da die Kinder Sie ja nicht sehen könnten und sosehr mit ihrem Überleben beschäftigt wären, kämen sie natürlich nicht auf den Gedanken, daß es da noch eine ordnende Kraft geben könnte, die man nur anzurufen brauchte, und die Hölle auf Erden hätte ein Ende.
Diese „typische Alptraumsituation“ gleicht mehr als uns lieb sein kann dem heutigen Leben auf Erden. Da draußen, versteckt hinter „halbblinden Fenstern“, leben unsere „älteren Brüder“, auch Meister genannt, und warten darauf, daß sie in den Massen von Massenmenschen die eine Seele finden, die sich nach oben reckt. Die sich Zeit nimmt, heilig zu sein. Die empfänglich wird für eine göttliche Eingebung. Denn schließlich lebt der Mensch nicht vom Brot allein! Ein Meister äußerte vor Jahrzehnten einmal: Wenn die Menschen sich ebensowenig um ihre physische Nahrung kümmern würden, wie sie es bei der geistigen Nahrung tun, wären sie zum allergrößten Teil schon längst an Hunger gestorben.
Doch wozu sich sammeln, wenn doch soviel Zerstreuung winkt? Wozu die kaum befahrene Straße wählen, wenn doch alle Welt auf der Autobahn rast? Weil man auf letzterer zwar schneller ist, jedoch nicht wirklich ankommt. Ja, man gelangt vielleicht an einen Ort, aber nicht an ein Ziel.

99 Prozent Transpiration


Was als lediglich individuelles Versäumnis erscheinen mag, hat jedoch Auswirkungen auf die Menschheit als Ganzes. Denn wohl definierte Thomas Alva Edison „Genie“ als „ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration“ – sprich, mit der Inspiration allein ist es nicht getan, sondern dann muß sie in zahllosen, manchmal mühseligen Versuchen an der Wirklichkeit erprobt und in diese integriert werden. Doch war er wenigstens offen für dieses eine Prozent Inspiration – genauso wie Nicola Tesla, der seine künftigen „Erfindungen“ öfter in Visionen sah, oder der Erfinder des Benzolrings, der einfach die richtige chemische Formel nicht fand, schließlich vor dem Kaminfeuer saß und dabei innerlich sosehr entspannte, daß er auf einmal eine Schlange sah, die sich in den Schwanz biß – also einen Kreis. Die richtige Struktur war ihm damit gegeben worden.
Was tut die Wissenschaft heute? Profitorientierte, patentierbare Wege suchen, wie die Natur ausgehebelt werden kann, damit Großkonzerne sich an ihre Stelle setzen können. Welch eine Anmaßung! Nein, nicht alle Wissenschafter sind so, sicher. Doch wo sind die großen Geister à la Viktor Schauberger, die unbeirrt und unbeeindruckt von äußeren Belohnungen in die Stille gehen und von der Natur lernen? Wo sind die Wissenschafter, die ihr Tun noch als Berufung erfahren und nicht einfach als Beruf, der das Haus, die Autos, die Ferien in der Karibik und die Ausbildung der Kinder an Privatschulen finanzieren soll? Geld ist ein Berufungskiller. Das hatte auch jener Verleger erkannt, der preisgab, unangenehme, aufmüpfige Journalisten dadurch zum Schweigen zu bringen, daß er sie anstelle und mit einem überaus großzügigen Gehalt versehe. „Und schon legen die sich einen Lebensstandard inklusive Familie zu, der es ihnen nicht mehr erlaubt, ohne Maulkorb zu publizieren“.
Wo ist der Arzt, der sich noch wie zu Hippokrates Zeiten als Diener an der Gesundheit der Menschen versteht – und nicht als Verdiener an deren Krankheiten? Wo sind überhaupt die Menschen, die ihre Berufung noch als Dienst am Wohle und der Höherentwicklung der Menschheit begreifen? (Sie lächeln? Sehen Sie, so weit sind wir schon von diesem Ideal entfernt!).
Wo sind die Menschen, die spüren, fühlen, wissen, daß ihr Daseinszweck im Leben im Dienst an irgendeiner guten Sache, einem Ideal, einer Idee besteht? Früher bot das Leben noch nicht so viele leckere Ablenkungen, daß einem dies als zu mühselig erschienen wäre. Und der Glaube war noch so zentral im Leben der Menschen, daß sie sich geadelt fühlten, wenn sie erlebten, zu etwas „berufen“ zu sein.
„Vier Monate vor seinem Tod machte Brahms das Geständnis, daß er sich beim Komponieren von einer Macht inspiriert fühle, die außerhalb von ihm wäre. Da er an den Einen Höchsten Geist glaubte, so behauptete er, daß der schöpferische Künstler nur dann, wenn er für jenen Geist offen und empfänglich wäre, unsterbliche Werke schreiben könnte und sie auch schreiben würde. Dies kam der Aussage gleich, daß alle wahrhaft großen Künstler, auf welchem Gebiet auch immer, Medien sind, ob sie sich dieser Tatsache nun bewußt sind oder nicht. Ich möchte beiläufig erwähnen, daß Brahms, als er dieses Bekenntnis ablegte, die Vereinbarung traf, daß es erst fünfzig Jahre nach seinem Tode bekanntgegeben werden sollte; es ist daher noch in keiner Biographie aufgetaucht“ schreibt der Musiker Cyril Scott in einem Buch Musik - Ihr geheimer Einfluß durch die Jahrhunderte. Und heute? Brahms zog aufgrund der Feierlichkeit des Kompositionsaktes immer seine besten Kleider zum Komponieren an. Tut Keith Richards von den Rolling Stones dasselbe? Welcher Berufung folgt der Rapper Snoop Dog?

Nun ja, mögen Sie sagen, was soll’s, unsere Zeit ist eben schnellebig. Wenigstens bleibt uns ja das Erbe der klassischen Komponisten von einst, und es ist im Gegensatz zur Zeit, wo es komponiert wurde, heute jederzeit auf CD abspielbar. Doch wer sagt, daß damit die Segnungen großer Musik schon zu Ende sein müssen? Schrieb Cyril Scott doch selbst Musik, die wir heute noch kaum zu hören, sprich, als schön zu empfinden vermögen, die jedoch in der Zukunft eine Annäherung zwischen den Welten der Naturengel (Devas) und der Menschen bewerkstelligen wird?! Und sagte ein Meister, daß er über Melodien verfüge, die, wenn ein Mensch vermöchte, sie auf die Erde hinunterzuholen, die Kraft hätten, Krebs und andere schreckliche Krankheiten zu heilen!

(…)

Es gibt sieben Formen der Inspiration, entsprechend den sieben kosmischen Strahlen. Lesen Sie in unserem vollständigen Artikel in der Druckausgabe Nr. 53, welche Qualitäten dies sind, und wie man sich ihnen am besten öffnet. Und erfahren Sie, durch welche drei Menschentypen sich diese Inspirationskräfte besonders günstig auf die ganze Menschheit auswirken.

 

Ein weiterer Artikel von Ursula Seiler:

Die Rückkehr der Engel

Während Jahrmillionen hatten sich die Engel fast völlig vom verdunkelten Planeten Erde zurückgezogen. Doch nun sind sie in großer Zahl zur Menschheit zurückgekehrt – mit verheißungsvoller Wirkung für unsere Zukunft. Daher ist es an der Zeit, daß der Mensch endlich wieder bewußt mit ihnen zusammenarbeitet!
   
 
Von Ursula Seiler


Als meine Tochter fünf und mein Sohn sieben Jahre alt waren, machten wir ein Picknick in den Colorado-Bergen“, erzählt die Amerikanerin Karen Hill. „Die Kinder spielten an einem Bach. Plötzlich hörten wir unsern Sohn schreien. Wir drehten uns um und sahen, wie unsere Tochter in die Strömung gezogen wurde. Sie war im Wasser auf den Kopf gefallen. Sie lag mit dem Gesicht nach unten da und hielt sich fest. Mein Mann zog sie heraus.
Auf dem Nachhauseweg trug ich sie in den Armen und sagte ihr, wie stolz ich auf sie war, darauf, daß sie sich festgehalten hatte, und auf ihre Stärke. Dann hielt ich ihr einen kleinen Vortrag über Gefahren – daß sie nie aufgeben dürfe, und so weiter.
Sie schaute mich an und sagte: ‚Aber, Mami, da waren drei kleine Engel, die mir geholfen haben. Sie haben mir gesagt, daß ich mich festhalten soll, und ich fühlte mich so stark.“
George Washington sah bei Valley Forge Engel, und der verstorbene Countrysänger Johnny Cash wurde zweimal von Engeln besucht – einmal im Alter von zwölf Jahren, das andere Mal als Erwachsener. Beide Male warnten sie ihn vor einem bevorstehenden Todesfall. Eine besonders spektakuläre Geschichte erzählt von russischen Kosmonauten, die Engel sahen. „Ich habe es in der Zeitung gelesen“, berichtet Sophy Burnham in ihrem Buch Engel – unsere unsichtbaren Begleiter. „Die Geschichte stand, wie es hieß, in einem Geheimbericht, den ein geflohener Wissenschaftler im Frühjahr 1985 aus Rußland geschmuggelt hatte. Wer weiß, ob sie wahr ist?“
Jedenfalls geht sie so: „Es war der 155. Tag an Bord der Raumstation Sojus 7, die sich auf einer Erdumlaufbahn befand. Man kann sich leicht vorstellen, daß die anhaltende schwerelose Isolation – Tag für Tag – dieser Gruppe ausreichte, um sie alle halluzinieren zu lassen. Drei der Kosmonauten, Vladimir Solovev, Oleg Atkov und Leonid Kizim führten medizinische Experimente durch, als sie plötzlich von einem orangefarbenen Leuchten geblendet wurden.

 
Als sich ihre Augen an die Helligkeit angepaßt hatten, sahen sie ‚sieben riesenhafte menschenähnliche Gestalten, aber mit Flügeln und nebelhaften Heiligenscheinen, wie man sie von klassischen Engeldarstellungen kennt. Sie schienen hundert Meter groß oder größer zu sein, und die Flügelspanne waren mit der eines Linienflugzeugs vergleichbar’. Ihre Gesichter waren rund, sie lächelten cherubinisch und sahen alle gleich aus. Die Engel folgten der Raumkapsel etwa zehn Minuten lang, dann verschwanden sie. Doch zwölf Tage später kehrten alle sieben Engel zurück, und diesmal wurden sie auch von drei weiteren Wissenschaftlern gesehen. ‚Wir waren überwältigt’, berichtete Svetlana Savistskaja, die Frau in der Gruppe. "Da war ein großes orangefarbenes Licht, und in ihm erblickten wir sieben Engelgestalten. Sie lächelten, als hätten sie ein herrliches Geheimnis miteinander.
So erscheinen Engel dem Auge des Hellsichtigen: Als Wesen reiner Lichtenergie.
   

Engel in anderen Religionen
Zahllose Menschen haben in den letzten Jahrzehnten Erlebnisse mit engelsgleichen Geschöpfen gehabt, die sie warnten, über den Verlust geliebter Menschen hinwegtrösteten, beschützten oder ihnen scheinbar ohne Grund erschienen. Dies ist wunderbar, denn es zeigt, daß es viele sensitive, gute Menschen gibt da draußen, und es zeigt, daß die Engel sich offensichtlich dem Menschenreich wieder stärker nähern als während Jahrtausenden zuvor. Tatsächlich gab es eine Zeit, da der Mensch diese großartigen Himmelsboten sosehr ignorierte, daß diese sich beinahe vom Planeten abgewendet hätten – und die Folge wäre die Auflösung der Erde gewesen, mit zehn Milliarden planetarer Waisen… Doch gab es, glücklicherweise, auch in den schwärzesten Stunden der dramatischen Erdgeschichte stets eine Handvoll erleuchteter Seelen, die den Kontakt mit ‚oben’ aufrechterhielten und so das Schlimmste verhinderten.
Blicken wir auf die bekannte Religionsgeschichte zurück, wird uns zwar gerne weisgemacht, daß man Engel schon immer gekannt und verehrt habe – doch bei genauerem Hinsehen bemerkt man, daß dem nicht so ist. Vor allem die polytheistischen Religionen wie der Hinduismus können nicht viel mit Engeln anfangen; bei ihnen sind es die Götter selbst, die erscheinen. Der Buddhismus kennt die Bodhisattvas, doch sind diese keine Engel, sondern Menschen, welche die Vorstufe zur Buddhaschaft erreicht haben. Ähnliches gilt für den Taoismus und die Religionen Chinas und Japans: Das, was wir am allerehesten für Engel halten würden, sind bei ihnen vollendete Menschen, die sich nicht wieder verkörpern müssen, die einst aber ganz normale Menschen waren und in ihrem erhöhten Zustand nun fähig sind, sich zwischen den göttlichen und irdischen Ebenen zu bewegen. Wir würden sie vermutlich am ehesten als Aufgestiegene Meister-Wesen bezeichnen.
Die vermutlich älteste bekannte Engeldarstellung fanden Archäologen auf einer Stele im babylonischen Ur (das von ca. 4'000 bis ca. 1'000 v. Chr. bestand). Sie zeigt die Abbildung einer geflügelten Gestalt, die aus einem der sieben Himmel des sumerischen Glaubenssystems herabsteigt, um aus einem übervollen Gefäß das Wasser des Lebens in den Trinkbecher des Königs zu gießen. Ganz in der Nähe, im heutigen Persien (Iran), kam der Zoroastrismus der Wahrheit relativ nahe, indem er sagte, daß Ahura Mazda (der ‚Herr der Weisheit’, also Gott) umgeben sei von sieben Erzengeln, die von ihm ausgingen und sieben grundlegende moralische Prinzipien verkörpern würden.
Die jüdische Thora erwähnt Engel zwar häufig, nennt aber nur vier, die den Thron Gottes umstünden: Michael, Uriel, Gabriel und Raphael – jene vier Erzengel, die später auch das Christentum als namentlich bekannte Erzengel anerkannte. Die Erzengel Michael und Gabriel sind der Überlieferung nach auch dem Propheten Mohammed erschienen. Der Islam kennt viele Engel mit Namen. Sie bewachen gemäß dem Koran die Himmelstore, damit keine Dämonen, Dschinne und Scheitane ‚lauschten’. Der wohl älteste der islamischen Engel heißt Israfil, „der Brennende“, und ist der Engel des Tages des Gerichtes. Er verherrlicht Allah mit vielen Zungen in tausend Sprachen, und Allah erschafft aus seinem Atem Millionen weiterer Engel, die Ihn verherrlichen. Die Moslems kennen auch Azrael oder Azaril, den Engel des Todes – für sie eine der Erscheinungsformen des Erzengels Raphael. Und sie kennen zwei Engel, die der sexuellen Versuchung nachgaben, Harut und Marut sowie Malik, dem die Aufsicht über die Hölle gegeben sei. Zudem stehen gemäß dem Koran 19 Engel als Wächter vor der Hölle. Sie werden die „Gewalt-Anwender“ genannt (al-Zabaniya), ein nirgendwo sonst verwendetes Wort. Sie werden als „grob“ und „heftig“ beschrieben. Im Koran steht Jesus, in Gesellschaft der Engel, in nächster Nähe Allahs und ist selbst von halb engelhaftem Wesen.
In den Geschichtsbüchern des Alten Testaments wird meist ein Engel erwähnt: Der Engel des Todes. Er vernichtete zur Zeit König Davids 70'000 Menschen durch die Pest und erschlug bei anderer Gelegenheit 185'000 assyrische Soldaten, die gegen die Juden antreten wollten.
Einige der Propheten erblickten Engel in Visionen. So sah Jesaja (geb. ca. 765 v. Chr.) Seraphim mit sechs Flügeln: Zwei bedeckten sein Gesicht, zwei seine Füße, und mit zweien flog er. „Und einer rief dem anderen zu und sprach: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll!“ (Jes. 6,1-3). 200 Jahre nach Jesaja sah der Prophet Ezechiel keine Seraphim, sondern die „Throne“ oder „Räder“ Gottes. Aus seiner Vision leiteten später mittelalterliche Gelehrte die als „Räder“ oder „Throne“ bekannte ranghöchste Klasse der Engel ab. Heutzutage vermutet man jedoch, daß die „Räder“ eher Raumschiffe (sog. Ufos) waren als Engel. (Ende der Achtziger Jahre hatte ich das Privileg, einen betagten Neuseeländer kennenzulernen, der tatsächlich in einer früheren Verkörperung Ezechiel wie auch Elias gewesen war und noch einige andere bekannte Inkarnationen gehabt hatte. Er bestätigte, daß es sich um Raumschiffe gehandelt habe. Und es seien auch Raumschiffe gewesen, welche das Rote Meer für den Durchmarsch der Israeliten ‚teilten’.)
Nach den ersten Berichten des Alten Testaments (Genesis, 6), die sich etwa auf das Jahr 2000 v. Chr. beziehen, hielten sich Engel in der Nähe der Erde auf. Sie waren ihr so nahe, daß sie – die Gottessöhne – geschlechtlichen Umgang mit den schönen ‚Menschentöchtern’ pflegten und das Geschlecht der Nephilim zeugten, die ‚berühmten Helden der Vorzeit’. In Wirklichkeit handelte es sich bei diesen „Erzeugern“ und ihren hervorragenden Sprößlingen nicht um Engel, sondern um höherentwickelte Menschen, die von anderen Planeten stammten und sich auf Erden verkörperten, um der Menschheitsevolution beizustehen. Denn vergessen wir nicht, daß der Planet anläßlich des „Falls der Menschheit“
[1]
in eine Unwissenheit und Finsternis gesunken war, die niemals seinem göttlichen Plane entsprochen hatte. Bis heute hat er sich nicht in seine ursprünglich reinen Höhen zu erheben vermocht.
Zahlreiche Kulturen berichten von zweierlei Sorten Menschen – den „Gottmenschen“ und den normalen Menschen. Erstere unterschieden sich zum Teil auch in Aussehen und Größe von den kleineren Erdenmenschen. Von einigen ägyptischen Pharaonen weiß man, daß sie ursprünglich ‚außerirdischer’ Herkunft waren. So waren beispielsweise Echnaton und Ramses II. die Verkörperungen eines hohen Wesens von der Venus und der Lebensstrom, der als Tut-ench-Amun leider in jugendlichem Alter ermordet wurde, stammte vom Planeten Uranus.
Doch je weiter die Geschichte fortschritt, desto seltener geschahen diese speziellen Inkarnationen hoher Wesen, und desto ferner rückten die Engel im Bewußtsein der Menschen. Zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft der Juden – ca. 600 v. Chr. – waren Engel und Erzengel schon in höhere Sphären entrückt, obwohl sie gelegentlich immer noch als Menschen erscheinen konnten. Weitere 600 Jahre später – zur Zeit Christi – herrschte die einmütige Ansicht vor, daß die Engel über jeder sexuellen Vereinigung mit Menschen standen, ganz gleich wie verführerisch die Menschenfrauen sein mochten. Dabei hatte sich doch gerade die „Königin der Engel“, Maria, in einen menschlichen Körper inkarniert, um den künftigen Messias zu gebären!

Engel in christlicher Zeit
Das neue Testament präsentiert uns keine Engel mit furchterregenden Eigenschaften wie Töten oder Rächen oder sexuellen Übertritten. Hier zeigen sich die Engel bei grosartigen Ereignissen (man denke an die Hirten auf dem Felde, die Verkündigung), sie trösten Jesus in der Wüste, als er nach der Versuchung des Satans erschöpft ist, und sie wachen bei seinem Grab. Und in der Apostelgeschichte befreit ein Engel Petrus aus dem Gefängnis.
Um das Jahr 300 findet man in den Katakomben Roms einen gemalten Engel, während etwa zur gleichen Zeit der bekehrte byzantinische Kaiser Konstantin der Große erste Engelbilder in Auftrag gibt. Gegen Ende des 4. Jh. wurden Engel dann mit Flügeln, Heiligenscheinen und Lichtkränzen gemalt, wie wir sie heute zu sehen gewohnt sind.
Das mag darüber hinwegtäuschen, daß sich die Kirche durchaus schwer mit Engeln tat. 325 erklärte das 1. Konzil von Nicäa den Engelglauben zwar zum Bestandteil des kirchlichen Dogmas, krebste nur 18 Jahre später jedoch zurück und erklärte die Engelverehrung zum Götzendienst. Vermutlich hatte das Volk zu sehr den Engeln gehuldigt. Dennoch gab man den Engeln bis ins 5. Jh. Tausende von Namen. Im Jahre 787 rang sich die Kirche dann aber doch zu einem eingeschränkten Dogma über Erzengel durch und nannte ihre Namen und besonderen Pflichten.
Nachdem man sich nicht einig gewesen war, ob es nur die vier bekannten Erzengel gebe oder doch vielleicht sieben, bestimmte die Katholische Kirche dann, es gebe insgesamt sieben Engel – was stimmt, wenn man unter „Engeln“ eben die Erzengel versteht. Neben den bekannten vier Erzengeln (Michael, Gabriel, Raphael und Uriel) gibt es auch noch die in der Bibel nicht namentlich erwähnten Jophiel, Chamuel und Zadkiel.
Im Hochmittelalter glaubte man, daß Engel die vier Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer beherrschten. Die Engel waren auf einmal allgegenwärtig: Sie bewegten die Sterne, ließen die Pflanzen gedeihen und schmückten die Schöpfung aller lebendigen Wesen, so auch die Geburt der Menschen. Jeder Wochentag hatte seinen Schutzengel, jede Jahreszeit, jedes Tierkreiszeichen, jede Stunde des Tages und der Nacht – kurz, alles, was es gab, wurde von seinem eigenen Engel regiert.

Die „Wissenschaft der Angelologie“ blühte auf und das ganze Mittelalter über. In stunden-, manchmal tagelangen Debatten ließen sich Kirchenphilosophen wie Thomas von Aquin und der Schotte Johannes Duns Scotus über Natur und Wesen der Engel aus – wobei es nicht immer nur darum ging, „wie viele Engel auf der Spitze einer Nadel Platz finden“, sondern auch um ihre Beschaffenheit, Aufgabe, Herkunft, ob Engel ‚ewig’ seien oder Anfang und Ende hätten, ob sie über einen freien Willen verfügten oder weshalb nicht, wie viele es von ihnen gäbe (die Schätzungen reichten von hunderttausend bis zu 49 Millionen!), und so weiter. Letztlich konnte man jedoch nur Vermutungen darüber anstellen, denn jene, welche eigene mystische Begegnungen mit den leuchtenden Wesen gehabt hatten, stellten sich in der Regel nicht auf den Kirchenvorplatz und dozierten – und jene, die dies taten, argumentierten aus ihrem eigenen Intellekt heraus.
Obwohl die Angelologie zu einem anerkannten Zweig der theologischen Forschung wurde, ermutigte die Kirche den Engelsglauben oder die Engelsverehrung nicht. Sie sah sich als Alleinvertreterin eines Alleinigen Gottes, und Anbetung gebührte allenfalls noch dem Alleinbotschafter des Alleinigen Gottes – Jesus Christus, auf den die Kirche glücklicherweise einen Alleinanspruch hatte. Selbst mystische Heilige wie Theresa von Avila postulierten: „Gott allein genügt.“
Und nachdem das schwärmerische, mystische Mittelalter der Renaissance und Aufklärung weichen mußte, wurden die Engel wieder in die oberen Himmel verbannt. Hatte Luther (1483-1564) die „heiligen Engel“ noch als seine Führer bezeichnet, waren sie für seinen Reformationskollegen Johannes Calvin (1505-1564) so unwichtig, daß er jede Spekulation über sie als „fruchtlos und müßig“ betrachtete. Im Protestantismus fristen daher die Engel ein ebensolches Schattendasein wie Mutter Maria.
Hatten Renaissance und Aufklärung zur Entdeckung neuer Welten geführt, die den Blick der Menschen auf unentdeckte irdische Reiche lenkten, statt über himmlischen Sphären zu meditieren, so gab es in den letzten 300 Jahren nur noch zwei Gestalten, die mit ihrem Interesse für Engel hinausragen aus einer zunehmend rationaler und materialistischer werdenden Welt: Der erste ist der Schwede Emanuel von Swedenborg (1688-1772), von Haus aus Wissenschaftler, der die Theorie des Magnetismus und die Erfindung des Maschinengewehrs vorausgeahnt hatte, und auch der Begründer der Kristallographie war. 1747 trat er von seinem Amt als Assessor am Bergwerkskollegium in Stockholm zurück, um sich einigen Fragen widmen zu können, die seine hellsichtig empfangenen Mitteilungen von Engeln aufgeworfen hatten. Swedenborg verneinte die Materialität der Engel und sagte, nur Menschen mit geöffneter innerer Sicht könnten sie sehen. Die Engel sagten ihm, daß die Seele nicht im Körper gefangen sei wie ein Vogel in einem Käfig, sondern wie Wasser von einem Schwamm aufgesogen wird und jede Pore erfüllt. Und sie berichteten ihm vom Himmel, der eine Emanation grenzenloser Liebe ist. Das Göttliche sei nicht im Raum beheimatet, sondern in der Liebe, eröffneten sie ihm. Swedenborg verfaßte mehrere, zum Teil schwierig zu verstehende Bücher über die Engel, und diese beeinflußten mehr als 200 Jahre später den anderen Engelsforscher: Rudolf Steiner (1861-1925).
Steiner entwarf seine eigene Hierarchie der Engel, die auf klassische griechische sowie jüdische Quellen zurückgriff. Seine Engel sind überdies mit früheren kosmischen Welten verbunden. Er bekräftigte, daß jeder Mensch seinen Engel habe, der ihn besonders in Kindertagen stark anleite, sich dann in den Jahren produktiven äußeren Schaffens (zwischen 25 und 40) etwas zurückziehe, um sich ‚seinem’ Menschen dann wieder in den mittleren Jahren stärker zu nähern und den Betreffenden zur Ganzheit zu führen. Steiner hatte richtig erkannt, daß wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen, in dem die Mysterien nicht mehr nur von Hierophanten, Priestern und Geheimgesellschaften verwaltet werden, sondern jedermann zugänglich gemacht werden sollten.

Bloß: Auch seine Engelstheorien waren, obwohl er hellsichtig war, lediglich Theorien, geboren aus seinem menschlichen Denken. Doch, da wir tatsächlich an der Schwelle des Zeitalters des Glaubens stehen, wird der Schleier immer etwas mehr zur Seite gezogen, und wir können aus dem Engelreich selbst erfahren, wie die Welt der Engel organisiert und wozu sie da ist. Die Zeit der Enthüllung der Geheimnisse ist gekommen, und Sophy Burnham, die Autorin unseres Engelbuches, hat Gott sei Dank göttlich unrecht, wenn sie sagt: „All das zeigt nur, daß wir nichts über Engel wissen und auch nicht hoffen dürfen, etwas über sie zu erfahren.“

(…)

Lesen Sie zudem über den fundamentalen Unterschied zwischen Engelwesen und Naturwesen, über die Hierarchie der Engel und ihre spezifischen Aufgaben, über die wichtige Rolle, welche die Engel bei der Besiedelung der Erde durch die Menschheit spielten und weshalb sie tatsächlich die „Hüter des Menschen“ sind. Erfahren Sie, wie Menschen und Engel in den frühen Tagen der Erde zusammen wandelten, wie es zur „Vertreibung aus dem Paradies“ kam und warum uns die Engel beinahe verlassen hätten.