Abschied des Jakobus vom Lager Kasimir

Im Lager wurde es lebendig. Als einer der letzten erwachte Baltasar und in ihm war die Freude groß. Mit ganz anderen Augen sah er Kasimir an. Wie aufrecht ging der Mann - und Alina erst, sie strahlte wie die aufgehende Morgensonne.

Zu Jakobus sagte er: „Bruder, das Glück der beiden hat sie aber schön gemacht!” Jakobus erwiderte: „Du irrst Bruder, in dir ist das Licht strahlender geworden und in diesem deinen Licht erscheinen sie dir nur schöner. Sieh aber nun auch Ben und die anderen an, sind sie nicht alle das Gegenteil von gestern? Und siehe, das ist das Werk deiner Liebe. in dir durch die Gnade des Herrn! Da nun der Wille des Herrn seine Erfüllung gefunden hat, so wollen wir bald aufbrechen. Kasimir wird uns halten wollen, aber es geht nicht, denn du wirst bei Nikolaus gebraucht. Eine römische Karawane kommt auf dem Wege nach Damaskus hier vorbei und dieser schließe ich mich an. Amatus ist der Führer, wie mir der Herr offenbart.”

Baltasar: „Amatus ist mir bekannt, du wirst einen schweren Stand haben, ich wollte, ich könnte dich begleiten, aber des Herrn Wille ist mehr denn meine Sehnsucht.”

Kasimir wollte es durchaus nicht gelten lassen, dass die beiden weiter wollten, aber Jakobus sagte: „Bruder, es ist der Wille des Herrn, neue Arbeit wartet meiner. Das Erntefeld ist groß, aber der Arbeiter sind zu wenig, darum gilt es, zu schaffen im Weinberg des Herrn. Du hast einen guten Anfang gemacht, bleibe in diesem Wollen und opfere dem Herrn deine Wünsche. Er wird dich herrlich lohnen!”

Kasimir: „Jakobus, du meinst Alina?” Jakobus: „Ja Bruder, opfere sie dem Herrn, bis du reif bist, sie aus der Hand des Herrn zu nehmen und dein Leben wird vielen zum Segen werden.”

Kasimir: „Wann wird es werden und wie erfahre ich, dass die Reife da ist?” Jakobus: „Wenn deine Hunde dir wieder auf den leisesten Wink folgen, das wird das äussere Zeichen sein, dass innere aber wird dir der Herr Selbst geben. Rufe deine Brüder alle zusammen zum Morgenmahl, damit ich noch einmal alle zusammen segnen kann.”

Das einfache Mahl war bereitet, alle nahmen daran teil und als es beendet war, sagte Jakobus: „Meine Brüder, die Stundes des Scheidens ist da, wir müssen den Weg unserer Pflicht gehen. Kasimir, euer Herr, ist euch ein Bruder geworden. Dient ihm so, als ob ihr dem Herrn dienen würdet, denn der Herr wird es euch lohnen.

Du, Alina, hast der Gnaden größte genossen, verherrliche deinen Gott, Vater und Heiland. Komm her, damit ich dir in Seinem Namen und in Seiner Liebe die Hände auflege. So sei gesegnet im Geiste Seiner Liebe und Gnade, damit du mit dem gerechten Geist und dem rechten Wollen aus Ihm erfüllet wirst und du erstehest in freier und wahrer Kindesliebe. Allen, denen du die Hände auflegst, so sie krank und leidend sind, soll es zur Stunde besser werden und deine Liebe soll sein wie ein Balsam, der auch die Kranken in ihrer Seele heilen wird. Erfülle das Sehnen deiner Liebe aus Gott im rechten Geist, dann wirst du auch das Sehnen deines Gottes und Vaters erfüllen.

Komm auch du, alter Bruder Ben, nimm hin den Segen des Herrn. Von nun an sollst auch du schauen mit geistigen Augen. Sei dir bewusst, dass der Herr und Gott dir ein Geschenk gibt, damit du stets andere erfreuen und beglücken kannst.

So seid nun alle gesegnet in der Liebe und durch die Liebe und lasset einen Geist in euch erstehen, der euch und allen zum Heiland wird. Der Friede und die Liebe des Herrn sei mit euch allezeit. Gelobet sei Jesus Christus bis in alle Ewigkeit! Amen.”

Lange schauten die Brüder dem Gefährt nach und Jakobus segnete die Zurückbleibenden bis sie aus seinem Gesichtskreis entschwanden.

Dann sagte Baltasar: „Bruder, welche Wendung, so in der Liebe alles geordnet wird, o welch herrlichen Heiland, Gott und Vater haben wir!” Jakobus: „Ja, Baltasar - und der Vater spricht: `Welch herrliche Kinder bringt die Liebe hervor. Was Ich nie Mir vorstellen wollte, ist wie von selbst geworden und dieses ist erst der Anfang.`”

Baltasar: „Bruder, Bruder, wenn ich dich richtig verstehe, wird Gott immer mehr und mehr Mensch, um Seinen Kindern immer mehr von Seiner Wesenheit zu vermachen. Nur der Mensch ist zu engherzig und zu klein im Geiste, sonst würde Größeres offenbart werden.

In diesem Geiste fuhren sie einige Stunden in ruhiger Gangart. Die Gegend wurde belebter, es gab hier gute Weide und auch Wald. Da kamen sie an eine kleine Herberge vor der eine Karawane lagerte.

Da fragte Baltasar: „Ist dieses die Karawane, die dir der Herr zeigte? “ Jakobus: „Ja, Bruder, heute bleiben wir noch zusammen, morgen früh zeitig trennen wir uns, da die Karawane ihres Weges weiterzieht.”

 Inhaltsverzeichnis Band III