Jakobus zu Gast bei der Familie Dinarus

Monica, das Weib des Dinarus, hatte schon von einem Diener vom Besuch des Jakobus erfahren. Um ihr Herz legte sich ein Schleier, aber freundlich begrüße sie ihn als Dinarus mit ihm in ihr Zimmer trat.

Jakobus, ganz Liebe, sagte: „Monica, ich komme nicht zu belasten sondern um zu entlasten und die Liebe, deren Diener ich bin, hat nur das Beste im Auge!“ Nun kamen auch zwei Söhne und drei Töchter des Dinarus. Die Söhne waren zurückhaltend, aber die Töchter waren frei. Dinarus wollte, dass die Mädchen sich zurückziehen sollten, da wehrte Jakobus ab und sagte: „Dinarus, lasse sie hier, denn Kinder erleben anders als wir Großen und die Gaben, die aus dem Himmel kommen, machen frei die ringenden und kämpfenden Seelen.“

Diener brachten Früchte und Wein und alle waren von den Erlebnissen und Erzählungen des Jakobus gefangen, dass sie gar nicht merkten, wie Stunde um Stunde verging.

Diener meldeten, dass der Tisch gedeckt sei und ungern führte Dinarus Jakobus zu Tisch, da ihm die Speise des Jakobus mehr bedeutete als das Essen. Wie erstaunte Jakobus. als schon Viele anwesend waren und er fragte Dinarus, ob das seine Leute wären. Dinarus aber lächelte und sagte: „Rufus brachte seine Freunde ohne die er nicht sein kann, aber freue dich mit ihnen, längst haben sie auf den Tag gewartet, wo ihnen die Wahrheit nicht vorenthalten wird. Was hier in Damaskus geschieht, ist mehr als Schrecken. Die Templer aus Jerusalem betrachten sich als die Herren und leben von den Abgaben der Gläubigen. Wehe, wer sich als Nazarener bekennt, Schrecken über Schrecken bringen sie über die einst so glücklichen Menschen.“

Jakobus sagte: „Bruder, du wolltest mich bitten, nicht an das Leid deines Weibes zu rühren und du tust es doch. Ich aber sage dir, du wirst die Herrlichkeit Gottes erleben und darum bitte ich dich, bleibe frei und wehre das Wehen des Geistes nicht.“

Nach dem Essen blieb Monica mit ihren Töchtern fern. Es gab im Hause viel zu schaffen und Rufus war schon wieder aus dem Haus, um noch mehr einzuladen, die gleich ihm in derselben Sehnsucht waren.

So kam der Abend heran und Amatus sagte: „Jakobus, denke dir, die Achse am Wagen ist nun doch gebrochen, wäre es unterwegs passiert, wie hätten wir bloß den Wagen mit gebrochener Achse nach Hause gebracht?“ Jakobus  lächelte und sagte: Aber Amatus, hast du immer noch nicht begriffen, dass der Liebe alles möglich ist? Was glaubst du wohl, was alles an gebrochenem Herzen doch noch heimgebracht wird? Alles ist Sprache und alles dient dem Geist, den ich und alle aus sich herauskristallisieren.“

Nun setzte eine Unterhaltung ein, die das Wirken des Geistes klarstellte und die Wahrheit wurde ihnen klar, dass nur da Gott helfend sein kann, wo der Geist entfaltet ist.

Nun kam Monica und lud zum Abendmahl. In einem großen Saal waren Tische festlich gedeckt, Leuchter wurden angezündet und als alle Platz genommen hatten, brachten Diener Speisen und Getränke. Als alles in Ordnung war, sagte Dinarus: „Jakobus, du als der Diener der Liebe und Vertreter des Herrn, segne du in der Art, wie der Meister segnete und tue uns nichts vorenthalten, was Seine Gnade uns zugedacht hat. Wir alle sind so voll der größten Liebe und Freude und du wirst keinen unter uns sehen, der nicht ganz mit dir geht. Freilich ist noch so mancher nicht so unterrichtet wie es vielleicht sein sollte, aber das wird der Meister entschuldigen.

Da sagte Jakobus: „Dinarus und alle, die ihr versammelt seid, was die Liebe heute zu einem Tempel macht! Höret, was ich aus meiner Liebe heraus euch sagen muss: Machet euch frei von noch so manchen falschen Begriffen, denn der Herr ist die größte Liebe und Freiheit und kann demzufolge auch nur in der Liebe und Freiheit tätig sein. Alle Seine Handlungen tragen und zeugen von Seiner Ordnung und darum kann Er auch nur in Seinem Geiste uns dienen.

So bitte ich euch alle um eine Minute nicht nur im Geiste. sondern auch mit ganz in Seiner beseligenden Liebe uns dienen kann. Dich aber, Du herrlicher bester Vater und Heiland bitten wir, segne uns und dieses Mahl und nimm mit teil an dem, was du uns bereitet hast. Fülle du unsere Herzen mit dem Wasser des Lebens und stille alle Sehnsucht, die so nach Dir verlangt. Dein Wort aber sei und bleibe unsere Leuchte und ein Licht auf allen unseren Wegen! Amen.“ Alle griffen zu den Speisen und es wurde wenig gesprochen.

Jakobus, der neben Monica Platz genommen hatte, sprach mit ihr über den Heiland und nun fand sie Worte, um ihrem gepressten Herzen Luft zu machen. Jakobus ergriff ihre Hand und sagte: „Monica, warum quälst du den Herrn und beschuldigst Ihn, dass Er nicht genug über Seine Kinder wache, o du kennst Ihn noch zu wenig, sonst würde sich alles in dir in das Gegenteil verwandeln. Wie recht ich habe, wird dir Thomas beweisen, damit du dich selbst beobachten kannst.“

Monica: „Freund der Liebe und des Meisters, ich möchte doch so gern Klarheit über alles haben, aber sage mir, warum ist in mir alles so still? So ich bete und rufe in meiner Angst zum Herrn. Bin ich denn so schlecht, dass der Herr meinen Bitten kein Gehör gibt? Ich denke, dieser Jesus muss doch derselbe sein, der, als Er noch lebte, keinem etwas abschlug? Warum schlägt Er mir jeden Wunsch ab? Siehe, zum größten Opfer bin ich bereit, doch ich muss wissen, warum ich opfere.“

Jakobus: „So nicht, liebe Monica, deine Wünsche sind menschlich, allzu menschlich, aber der Herr steht allezeit auf der geistigen Ebene. Stelle dich ganz auf Seine Liebe ein und bewege dich in diesem Seinem Geiste, der nur glücklich machen will, dann wird dir Licht aus Seinem Licht und Klarheit aus Seiner Wahrheit. So wie du denkst, verschließt du ja dein Herzensgemach und versperrst dem Herrn die Wege, die zu dir und deiner ringenden Seele führen.“

Monica weinte. Sie sagte: „Nun verstehst auch du mich nicht und wie hatte ich mich gefreut, endlich einmal einen zu haben, der ganz dem Herrn gleich ist.“ Jakobus: „Monica, ich verstehe dich vollkommen, aber du klammerst dich an das Alte und vergisst den neuen Geist aus Jesus Liebe. Nun lass uns darüber schweigen, denn nach dem du verlangst, wird dir werden, doch nicht aus meinem Munde.“

Die anderen, die dem leise geführten Gespräch zuhörten, fühlten, hier ist ein Widerspruch des Herzens. Dinarus aber war erfüllt mit der Freude und hatte nur einen Wunsch, alle so glücklich zu sehen, wie er glücklich war und er sagte zu Amatus: „Amatus, bitte erzähle du, was du mit Jakobus erlebtest und dann mag Jakobus uns mit dem dienen, was ihn so selig macht.“

Amatus: „Aber Dinarus, warum soll ich reden, wo ich selbst den Worten so gern lausche: Es ist wahr, ich habe herrliche Tage hinter mir, des Jakobus aber warum am Vergangenen zehren, wenn uns die Gegenwart so herrlich begnadet? In Jakobus ist ja die Liebe verkörpert und dessen Worte gleichen Gottesworten und jede Tat ist ein Gotteswunder. Wenn das kein Wunder ist, wenn ich mit gebrochener Achse den schwer beladenen Wagen glücklich heimbringe und wenn die Elemente vor der Macht des Herrn in Jakobus schweigen müssen, sind das nicht Offenbarungen des Herrn? Darum rede Bruder Jakobus, und offenbare uns deine in dir wohnende Liebe!

Jakobus: „Meine Brüder und meine Schwestern, der Menschenliebe und der Gottesliebe sind Grenzen gesetzt und sowie der Mensch dem ewigen Gott Grenzen gesetzt hat, so setzt auch Gott den Menschen Grenzen. Ja Gott muss es, sonst ginge alle Welt verloren. Und der Mensch setzt Gott Grenzen, bewusst und unbewusst, weil er Gott in Seiner Liebe, Ordnung und Weisheit nicht kennt, Jesus der Meister und jetzt Vater der Liebe und Herr alles Lebens, wurde uns Weg und Ziel! Auch wir verkannten Ihn und wurden oft irre an Seinen Worten und Handlungen, obwohl Seine Taten bewiesen, Er ist Gottes Sohn! In Seinen Worten gab Er uns immer die Wahrheit verhüllt und nur ganz selten sprach Er ganz eindeutig klar.

Einmal sagten wir zu Ihm `Herr, warum redest Du mit uns eine Sprache, die wir kaum verstehen und wenn Fremde kommen, redest Du so deutlich, dass man irrewerden könnte? Da sagte Er: `Wie lange werde ich euch noch ertragen müssen. Ihr seid immer um Mich und ihr sollt die Herrlichkeit des Vaters in euch finden, die Er in Seiner Liebe und Weisheit in euch legte. Jene Fremden aber sind manchmal nur sieben Stunden bei Mir und in den sieben Stunden wird ihnen die Herrlichkeit offenbart, die Ich in Mir trage, um sie zu gewinnen für Mich! Jene können sich nur auf das stützen, was sie bei Mir erlebten, ihr aber tragt Mein Leben in euch und es wird euch offenbaren, was Mein Mund euch verschweigen muss. Was ist nun größer, Beweise von außen - oder Leben von innen?`

Sehet liebe Brüder, so lebten wir mit Ihm und Tage vergingen, dass wir kaum mit dem Meister ein Wort wechselten und heute ist die Gnade und Seine Herrlichkeit um so größer, denn nun lebt Er in mir und Seine Liebe und Sein Leben in mir kündet euch, was Er euch zugedacht hat. Ich weiß, eure Sehnsucht ist die, Ihn zu schauen! Brüder, es ist auch des Herrn Sehnsucht, euch ganz zu eigen zu geben! So reißt alle Grenzen ein und Er, ins seiner ganzen Glorie, wird euch allen auch die kleinste Sehnsucht stillen.“

Da sagt Rufus: „Bruder Jakobus, sag uns, welche Grenzen ich beseitigen soll. Keinen Eifrigeren wird es geben. der damit beginnt und ich weiß, alle, die wir hier sind, werden genau so denken!“

Jakobus: „Ja, liebe Brüder. so einfach ist dies nicht, mit dem guten Willen allein ist es nicht getan, ein Wollen muss einsetzen und ihr werdet es vollbringen, wie es Viele vollbrachten. Mit wenigen Worten sei euch gesagt, solange ich noch an einem meiner Brüder Schatten sehe, ist die Liebe noch nicht zum rechten Durchbruch gekommen und solange ich noch an mich mehr denke als an meine Mitmenschen, ist der Geist, den uns der Meister brachte, noch gebunden. Nur das Leid kann uns zu Hilfe kommen und im Leid wird mir der anderen Leid verständlich. Damit ihr aber, liebe Brüder, und vor allem du, Monica erkennst, wie weit wir noch von der Wahrheit aus Gott entfernt sind, mag Thomas reden, aber zuvor will ich ihm die Hände auflegen, damit er frei sei.“

Jakobus tat, wie er sagte, dann sagte Thomas erst langsam, dann fließend: „Ja, liebe Freunde, was ist denn das? Ich sehe nicht nur euch, sondern auch andere und - o Herrlichkeit- Der Meister ist unter uns! Jakobus bitte, sag mir, ist das der Meister, der uns alle segnet? Nein, nun brauchst du es nicht zu sagen, denn ich sehe Seine Nägelmale an den Händen. O - wie schön sehen alle die aus, die mit dem Herrn gekommen sind und der Herr geht von einem zum anderen und die durchbohrten Hände legt Er jedem auf das Haupt.

Bei dir, Monica, ist Er jetzt. Er spricht auch einige Worte zu dir, die ich aber nicht verstehe. O, Du Liebe! Wie musst Du uns lieben, dass wir dieses erfahren dürfen. Jetzt ist Er bei mir, o welch ein Strom durchflutet mich! Jetzt höre ich auch Seine Worte! O Gnade über Gnade! Monica höre, was der Herr mir sagte: `Dein Leid ist auch des Herrn Leid und deine Not des Herrn Not`, darum wollte der Herr, dass du heute die Liebe des Herrn erkennen sollst, die dir hart und taub erschien. Nun höre, was mir jetzt durch die Gnade des Herrn kund wird.“

Nach einer kleinen Pause sagte Thomas: „Meine Freunde, ich bin weit fort in einer schönen Gegend! Menschen arbeiten in Gärten und auf Feldern, Menschen, die mit ihrem Los zufrieden zu sein scheinen, denn Lachen höre ich und verschiedene Zungen klingen an meinen Ohren. Ein Aufseher ist über alles gesetzt und, erschrecke nicht, Monica, es ist dein todgeglaubter Bruder Erasmus. Es ist kein Zweifel, denn jetzt kommt auf einem Pferd ein Mann geritten, steigt ab und lachend reicht er Erasmus die Hand. Dann spricht er: `Erasmus, wie lange brauchst du noch, bis du alles fertig hast?` Erasmus: `Wenn es gelingt, noch zwei Tage, die Leute schaffen gern und nie brauche ich sie anzutreiben.` Der Mann: `Das freut mich. ich bereue nicht. euch allen die Freiheit wiedergegeben zu haben und gern erlaube ich. dass ihr eure Gottesdienste und euren Sabbat haltet!“ Da drückte Erasmus seinem Herrn die Hand und ich höre, wie er sagt: `Herr, warum willst du nicht einmal unserem Gottesdienst beiwohnen? Wir lieben dich alle und haben nur einen Wunsch, dass auch du zu dem einen und wahren Gott beten würdest.`

Der Mann: `Ich tue es doch schon, Erasmus, denn ihr habt mir ein gutes Beispiel gegeben und nun hätte ich eine Arbeit für dich, wenn du hier mit der Ernte fertig bist, d.h, wenn du willst!` Erasmus: `Ich will, Herr. jede Arbeit tue ich, die du verlangst, denn Gott dienen heißt in allen Dingen die Pflichten nicht vergessen, die ich zu erfüllen habe!`

Der Mann: `Nun, dann will ich dir meinen Wunsch sagen, ich brauche noch Hunderte von Arbeitern, die deines Glaubens sind. Ich möchte euch helfen aus der Not, die ihr ausstehen musstet, um dieses brachliegende Land zu einem fruchtbaren zu gestalten; aber woher die Arbeiter nehmen. Dich möchte ich in deine Heimat senden und du sollst, wenn es möglich ist, welche bringen.`

Erasmus: `Herr, du willst wirklich mich zum Freiwerber für meine Brüder und Schwestern machen? Ich soll meinen bedrängten Glaubensbrüdern Heimat und Brot bringen? O Herr, für diese Tat wird dich der Herr selbst lohnen und selig wirst du die Stunde segnen, die dir diesen Gedanken schenkte.`

Der Mann: `Erasmus, ich weiß um deine Treue und um eure Liebe, darum habe auch ich mich von meinen Göttern abgewendet und euer Gott wird der meine und mein Gott wird auch der eure sein. Sag es deinen Leuten und in acht Tagen kannst du daheim sein. Ich werde inzwischen eine Karawane besorgen.`

Das Bild ist vorbei, aber jetzt spricht Der Herr zu mir: `Thomas, was du jetzt erlebst, ist heute vor Sonnenuntergang geschehen und jetzt wirst du die Freude erleben all derer, die durch Meine Liebe aus aller Not geführt wurden.`

Jetzt bin ich in einer großen Stube, alle, die ich vorhin auf den Feldern sah, sind versammelt. Zu ihnen spricht Erasmus, nein der Herr selbst ist es: `Freut euch, die ihr fern der Heimat eine neue gefunden habt. Meine Liebe war mit euch in der Zeit, wo eure Liebe auf eine harte Probe gestellt war und Ich führte alles so, dass euer Herr auch durch Prüfungen gehen musste und in euch einen Wegweiser zu Mir sah. Es ist gelungen das Werk eurer Liebe und Treue und ihr habt Mir einen großen Dienst getan, aber der weit größere Dienst steht euch noch bevor, er heißt: Bewahret einander vor Leid und Sorgen! Neue Schwestern und Brüder werden kommen, mit denen müsst ihr Geduld haben bis sie Mich ganz erkannt haben. Bleibt in der Liebe, die euch all das Schwere ertragen ließ, dann werdet ihr immer noch größere Liebe erleben und größere Seligkeit empfangen.`

Jetzt verschwindet wieder das Bild, nun bin ich wieder natürlich unter euch.

Dinarus spricht: „Jakobus, ist das wahr, was mein alter Thomas jetzt erlebte?“ Ich bin ganz erstaunt, was ich heute Abend in deiner Gegenwart erlebe!“

Jakobus: „Es ist wahr und gerade du sollst deinem Schwager, so er kommt, alles vorbereiten, so erlebst du die Gnade des Herrn doppelt. Monica wird wieder die alte freudige und immer zu dienen Bereite sein und du kannst vielen zu einer Heimat verhelfen.“

Dinarus: „Ach, Jakobus, ich könnte einige Hundert zusammenbringen, die in ihrer Not zu mir kommen, da ich Römer bin, darum möchte ich dich bitten, bleibe solange, bis mein Schwager kommt und bereite du alles zu einem herrlichen und guten Ende.“

Jakobus: „Ich werde nicht bleiben können, aber da der Herr deine Bereitwilligkeit sieht, wird Er Selbst dir den Dank bringen und so seid im Namen des Herrn ganz frei!“

In diesem Augenblick sehen alle den Herrn, wie Er die Hände ausbreitet und spricht: „Heiliger Friede, Heiliges Wehen umgibt euch. Es ist Mir Freude, euch dienen zu können und jetzt, wo der Wille zum Durchbruch gekommen ist, ganz Mir zu gehören, künde Ich euch, dass Ich euch gehöre. Meine Gnade soll an euch sich so erweisen, dass ihr Meine Nähe und auch Meinen Einfluss spüren sollt und so der Feind euch Fallen legt, sollt ihr Meine Wanderungen verspüren. Denket nicht, der Herr in Seiner Liebe hilft euch, o nein! Werdet euch bewusst, dass nur Mein Geist in euch Führer, Licht und Klarheit ist und ihr werdet reicher werden an Erkenntnis und Klugheit!

Du, meine Monica, die du die Seele dieser kleinen Gemeinde bist, du warst es, die als Licht und Bahnbrecher diese Herzen zu Mir führen konnte und jetzt, wo du Meine Liebe und Weisheit nicht fassen konntest, sollte Ich dir zürnen? O Kindlein, eher ginge die Welt zugrunde, ehe Ich ein Kindlein fallen lasse. Darum sorge dich um nichts mehr, als dass du nur Liebe bist.

Du, Dinarus, du Säule in Meinem Reiche, überragst alle an Treue, aber du sollst nicht mehr soviel denken, sondern in Meiner Liebe bewusst sein, dass alles, aber auch alles dieser deiner Liebe aus Mir gelingen wird. Bereite alles in Meinem Namen und in meinem Geiste, dann wirst du einst, wenn du in deiner eigenen Welt an Meiner Seite eingehen wirst, eine Menge von Herzen finden, die nur Dank, Freude und Jubel kennen.

Du, Thomas, dir bleibe das Schauen und die Gabe, Kranke zu heilen, doch hüte dich vor den Heuchlern, die im Schafskleid umhergehen! Meine Liebe soll sein wie ein milder Tau, erfrischend und belebend, eure Liebe aus Mir aber soll sein Balsam, der auch die verwundeten Herzen heilt. Seid aber auch gewiss, dass ihr eine Zeit zu überwinden habt, die das größte Vertrauen an euch stellt. Seht ihr einen fallen, so fallt nicht über ihn her, sondern hebt ihn auf und bettet ihn im Geiste an Mein Herz und ihr werdet frei werden und eure Liebe wird zu einem Rettungsanker. Seid euch gegenseitig immer eine Notwendigkeit und das Leid wird euch nicht mehr zu schwachen, sondern zu starken Kindern machen Meinen Frieden gebe ich euch, Meinen Frieden lasse ich euch und Meine Liebe werde zu eurem Leben! Amen.“

Langsam verschwindet der Herr! Alle stehen unter einem Eindruck, der sie schweigen lässt.

Da spricht Thomas: „Der Herr ist immer noch, mein Auge wurde nicht geschlossen!“

Monica spricht: „Bruder Jakobus, so lebte der Herr immer in meiner Phantasie. Was war nun richtig? Meine Phantasie oder das jetzige Schauen. Es ist doch das größte Wunder, dass genau so, wie der Herr seid Monaten in mir lebte, jetzt sich offenbarte.“

Jakobus: „Es ist kein Wunder, Monica! Da, wo das Kindlein sich ein Bild machte von dem Gegenstand seiner Liebe, da wird sich auch das Bild als wahr erweisen. Würdest du dir ein falsches Bild von dem Herrn gemacht haben, so wäre das Bild von Ihm gar nicht lebendig in dir geworden, sondern wäre tot geblieben. Mancher falsche und verkehrte Gedanke ist ja auch eine Schöpfung des Menschen, aber geschaffen aus der Seele, und bald wird er sich als falsch erweisen, während Gedanken aus dem rechten Geiste von Dauer sind, ja noch herrlicher werden! Und so werdet Schöpfer im Geist der Liebe und Alles, was ihr in euch herausstellt, wird euch später wieder entgegenkommen und euch beglücken, je nach der Liebe, die es schuf.

Darin liegt ja die Größe des Gotteskindes dass es nicht aus sich, sondern aus des Herrn Liebe Schöpfer und Träger sein will zu aller Heil! So will ich auch aus dem Geiste der Liebe des Herrn in mir, dass der Wein in den Krügen ein wahrer Himmelswein werde und ihr erfahret, was der Mensch, erfüllt von Seinem Geiste vollbringen kann.“

Jakobus nahm den Becher und sagte: „Um der herrlichen Liebe willen sei in diesem Wein Seine Liebe verherrlicht, damit ihr belebet werdet von diesem Geist und er möchte bleiben jetzt und immerdar!“

Sie alle tranken – „Das ist ein Wein“, sagte Monica! „Jakobus, wenn das alle Menschen fertig brächten, sie würden im Weine ertrinken!“

Jakobus: „Liebe Monica, du erlebst das täglich an den Weltkindern, in dem Wein, den ihre Liebe schuf, ertrinken alle. Es wird schwer werden, sie wieder zu erretten. Darum schaffet und wirket - solange ihr könnt, wenn auch der Feind seine Krallen nach euch ausstreckt - denket an die Mahnung des Herrn. Leider stehen noch zu viele unserer Brüder auf dem Boden alter Gesetze und werden oft ein Opfer!“

 Inhaltsverzeichnis Band III