Jesus erscheint und spricht zu Schimba

Jakobus schweigt. In diesem Augenblick steht der Herr mitten unter ihnen, segnet sie alle und der Herr spricht: „Kinder und Freunde, meiner Liebe und Erbarmung. Endlich darf Ich euch alle künden, wie Ich mich freue über eure Liebe, euern Eifer und eure Dankbarkeit. Mein Herz ist immer bei euch und Ich kenne nur eine Sehnsucht, ganz in euch zu leben und euer Sein zu erfüllen mit dem Geist, mit Meiner Kraft und Weisheit. Stunden des Leides machten euch reif, dass Ich euch dienen konnte, den soweit geht Meine Liebe, dass ich euch Diener und Bruder sein möchte. Doch all dieses hängt nur von euch ab. Engel sind euch um eure Herzen zu erforschen und um eure Sehnsucht kennen zu lernen, doch eure Reife kenne nur Ich allein. Glaubet, meine Kinder, dass Ich Mir dem größten Zwang inmitten der größten Freiheit Meiner Kinder antun muss, denn nur soweit kann Ich euch Diener sein, inwieweit ihr euren Brüdern dient und nur soviel kann Ich euch Vater sein, so viel ihr Mir Kind geworden seid in der freiesten Hingabe. Darum sorget euch um nichts weiter als dass ihr ganz in Meiner Jesuswesenheit ausreift und Meine Liebe in euch immer tätiger nach außen wird. Wie gern möchte Ich euch an Mein Herz drücken zum ewigen Beweis meiner Vaterliebe, aber noch ist zuviel des Trennenden zwischen Mir und euch und dieses kann Ich, trotz Meiner Allmacht, nicht beseitigen. Dieses müsst ihr selbst tun. Es ist der Begriff eurer Unreinheit, noch zuviel des Gesetzes lebt in euch. Machet euch frei, denn in Meinen Kindern soll Mein herrlicher und freiester Jesusgeist sich entfalten, der über allem Gesetz und über jeder Furcht steht. Was ihr in dieser Liebe als Bruder an eure Brust nehmt, ist so gut, als wenn Ich es getan hätte, und was diese, Meine Liebe, in euch ausgleicht, ist für ewig ausgeglichen. Darum, Danila, was du willst ist gesegnet, weil es aus Meiner Liebe geschieht und du, Josef, mache dich dieser Liebe würdig, reife aus in der Liebe, die alles gutmachen will, werde Träger des Geistes, der auf Golgatha offenbart wurde und Mein Herz wird dir jederzeit offen sein. Du, Nikolaus, werde ein Diener aller, denn nur damit kannst du meinen Jesusgeist verherrlichen und der Segen wird sichtbar allen werden, die bei dir ein- und ausgehen.

So segne Ich euch alle und Meine Liebe sei und bleibe euer Leben und Mein Frieden und Meine Kraft belebe euch, damit ihr in und bei Mir verbleibet, jetzt zeitlich und dann für ewig!

Amen,- Amen!“

Noch blieb der Herr sichtbar und alle waren still. Nur eine war mutig, sie stand auf und ging auf den ihr sichtbaren Herrn zu und sagte: „O, du mein Heiland, mein Jesus und nun Vater, wie soll ich Dir noch danken für das Geschenk, welches Du mir gabst, mein Leben gebe ich Dir, so Du es fordertest.“

Da sagte Jakobus: „Danila, der Herr spricht: „Ich gebe dir zurück, was du Mir schenktest, dass du dein Leben Mir geopfert hast, ist erwiesen; aber erwiesen war noch nicht, dass du mit Liebe lohnen konntest, wo du Hass empfingst, darum soll dir die seltene Gabe zum Geschenk werden, dass du jede Sphäre fühlen sollst, die sich, ob Mensch oder Geist dir nähert.

Es ist dies eine der größten Gnaden, da nie Mein Feind dich als die Wissende ansehen wird. Bleibe demütig, wahr und rein und alles, was in dir lebendig wird, betrachte es als Geschenk Meiner Liebe. Ich habe deine Liebe gesegnet, segensvoll soll auch fortan dein Leben für die anderen werden!

Wenn aber die Zeit kommen wird, wo der Feind zum größten Schlage ausholt, dann seid gerüstet in der Liebe. Eure Heimstätten sollen Asyle werden, eure Liebe Brot aus meinen Himmeln werden und Worte sollen gleich Heimatsklängen erklingen für die, die durch Not Meine Erbarmung erleben werden.“

Jakobus schwieg. Da verschwand auch Der Herr.

Samino sagte: „Wahrlich, hier ist mehr, denn nur Predigen und Hinweisen auf den Herrn, hier ist Er Selbst, was meinst du, Baltasar, wollen wir nicht hier bleiben und unsere Heimat neu gründen? Wo ein solches Zeugnis uns offenbar wird, ist ja alles geebnet – was meinst du?“

Baltasar: „Ich meine gar nichts, ich weiß nur, dass das größte Geschenk mir hier wurde und seit der Zeit ist überall, wo ich Liebe üben kann, meine Heimat.“

Der römische Richter sagte: „Freund, für dieses Wort möchte ich dir besonders danken, es ist wirklich so, wo Liebe gelebt wird, offenbaren sich himmlische Kräfte, darum soll auch der Herr und Meister der Liebe Sich über mich freuen können und ich gebe den drei Priestern, soweit sie Römer werden wollen, die Freiheit wieder, kraft meiner Befugnisse von dem Kaiser.“

Die Priester treten hin vor den Richter und Josef war der erste, der sagte: „Herr, von Stunde an will ich mich lösen vom Tempel und tun, was du mich heißest. Gern will ich nicht nur Römer werden, sondern auch sein. O Du Jesus, unsichtbar bist Du nun unseren Augen geworden, aber in mir fühle ich Deine beglückende Nähe, denn meine Freiheit gabst Du mir selbst nur, dieser edle Römer war nur der Mittler und so gelobe ich hier vor allen, dass es keinen treueren und eifrigeren Menschen geben soll in dieser Gemeinschaft. Die mir gebotene Freiheit nehme ich mit Freuden an, aber mein Dienst soll derselbe bleiben bis sie Ernte eingebracht ist und was dann wird, überlasse ich der Liebe, die mir in diesen Tagen erstmalig so groß und rein offenbar wurde. Ihr anderen, haltet euch an meine Worte heute, von morgen an an mein Vorbild, denn ich will nicht nur euch, sondern allen ein Vorbild sein, damit die Liebe des Herrn immer neue Liebe zeitige!”

Sardellus ging hin zu Danila, reichte ihr die Hand und sagte: „Danila „ so liegt auch an deiner Verbindung mit deinem Erwählten nichts mehr im Wege und so gebe ich dir mein Jawort und auch meinen Liebessegen. Mag alles in deiner Liebe zu Liebe werden!”

Josef reichte den beiden die Hände und sagte: „Habt tausend Dank, meine Liebe gehört euch, aber trotzdem soll es bei dem verbleiben, bis die Ernte unter Dach ist, es soll meine Prüfungszeit sein, um mich ganz würdig zu machen dem unermesslichen Geschenk der großen erbarmenden Gottesliebe!”

Noch lange blieben diese Getreuen zusammen, bis endlich Nikolaus sagte: „Freunde. gehet jetzt zur Ruhe, wir sehen uns doch am frühen Morgen, wir scheiden doch im Geiste Jesu, Der alles eint. Nie werden wir uns trennen können, da die Liebe des Herrn immer das Verbindende ist und bleiben wird!”

Die meisten hatten keine Ruhe, jeder hatte den Drang, noch einmal Jakobus zu sehen und ihm die Hände zu drücken.

Danila schlief überhaupt nicht, sie bereitete ein Mahl. Ganz allein vollbrachte sie das Werk und deckte die Tische zum Morgenmahl.

Baltasar ließ es sich nicht nehmen - er machte einen Wagen fertig und erbat sich von Nikolaus Lebensmittel für mehrere Tage sowie Geschenke für Jakobus, damit er auch andere beglücken konnte. So war alles zur Abfahrt bereit. Es war kein Abschiedsmahl, sondern ein Gedächtnismahl zu Ehren des Herrn und alle hatten eine große Freude.

Baltasar bat nun, endlich doch aufzubrechen, sonst komme die Sonne zu hoch Nikolaus musste Baltasar recht geben. Da entschloss sich Jakobus zum Abschied. - Tränen flossen reichlich, aber Jakobus sagte: „Meine Geliebten, freuet euch, denn das Los ist euch auf das Lieblichste gefallen. Ihr besitzet die Liebe des Herrn und werdet euch immer nochmehr dessen bewusst, dann ist der Herr immer bei und unter euch. Bleibet in dieser Liebe, wachset immer noch mehr zu einer helfenden und erlösenden Liebe heraus, dann wird der Herr wie gestern euch selbst leiten und beglücken!

Und so seid gesegnet in und durch Seine Liebe, Gnade und Erbarmung. Werdet tätig, damit bei und unter euch der Herr auch tätiger sein kann!”

So schieden sie unter Tränen. Baltasar sagte: „Bruder, der Abschied ist das Schwerste. Er kann nur gemildert werden durch die Hoffnung des Wiedersehens. Werden wir uns einmal wiedersehen?”

Jakobus: „Bestimmt, mein Baltasar. Ist es nicht hier im Erdensein, dann dort in der ewigen Welt, wo es keinen Trennungsschmerz gibt!” Baltasar: “Das verstehe ich nicht. Wie groß muss denn die ewige Welt sein, dass sich alle Menschen, die je einmal zusammenkommen, nicht mehr trennen?” Jakobus: „O mein Bruder, nicht alle Menschen kommen zusammen, sondern nur die, die sich lieben, und auch nur diese Liebe muss es sein, die nichts haben will, sondern nur gibt. Siehe, ich könnte dir das Auge öffnen durch die Gnade des Herrn, damit du schauen könntest die Sphären durch die wir gehen, aber es hätte keinen Nutzen. Wer wie du, am Tische des Herrn gesessen, Ihn in Seiner größten Liebe und Erbarmung erlebt hat, ist sich bewusst, dass der Herr alles in allem ist, und du hast den Herrn wunderbar erlebt und kannst durch deine neu erkannte Liebe anderen zu Nutz und Frommen diese Liebe ausleben.

Denn siehe, der Herr ist wohl der Herr, aber dann sind wir Seine Geschöpfe, alles andere ist unsere eigene Sache. Stelle dich ganz auf Liebe ein und Neues, Ungeahntes wird dich erfüllen und dies sind dann Vorgänge in deiner Welt, die deinen Geist immer reger machen. In dieser Liebe ziehst du auch die geistigen Sphären an, die in derselben Liebe stehen, und werden dir völlig unbewusst auch zu Bewohnern deiner inneren Welt. Nun höre, je mehr du im Geiste der erlösenden und erbarmenden Liebe durch die Tätigkeit in diesem Geiste wächst, wächst auch deine innere Welt und dir völlig unbewusst bist du ein Träger Vieler, Vieler geworden . Nicht nur das sind die Bewohner, die dir schon in die Ewigkeit vorangegangen sind, sondern auch Menschen die du liebst und vor allem die, denen du in dieser Liebe zum Helfer geworden bist. - Jawohl, mein Baltasar, in deiner Welt habe ich einen guten Platz - und sobald du im Jenseits weilst und ich wäre auch dort, so würdest du mich recht bald wiedersehen.

--Alles was du mit Liebe umgibst, bürgerst du in deiner Innenwelt ein. Denke aber einmal nach. welch ein Zustand das sein muss, wenn ein Mensch in seiner verkehrten Liebe etwas erfasst! Nie bekommt er diese Innenbewohner wieder los, ausser, er ändert sich von Grund auf - und dieses werden seine Innenbewohner immer zu verhüten suchen.”

Baltasar spricht: „Lieber, lieber Jakobus, diese deine Worte habe ich sehr gut verstanden und konnte es mir auch lebendig vorstellen. Nun ist mir auch verständlich, warum die Priester in ihrem Hass verbleiben, wahrlich um hier zu helfen, dazu gehört eine große Geduld und eine große Liebe.”

Jakobus: „Ja, Bruder Baltasar, man hilft nicht nur dem einen Verirrten sondern seinen ganzem Anhang und darum ist diese Aufgabe so herrlich und dankbar, denn das Wehen seliger Geister ist der Heimatton aus den Himmeln und der Gruß der ewigen Liebe unseres Vaters Jesu! Heute am Abend, wenn wir beide im Zelt unsere Ruhe nehmen, will ich dir durch die Gnade des Herrn den Beweis erbringen, dass es kein größeres Glück geben kann, als die Liebe derer, denen du in deiner Liebe ein Heiland und Helfer geworden bist!”

Baltasar: “Jakobus, da freue ich mich schon jetzt, aber sage mir das eine, sehen denn auch unsere Innenbewohner unsere Umgebung?” Jakobus: „Aber natürlich, denn du bist es ja, der ihnen dazu verhilft; alles Äussere muss sich nach dem Inneren richten und alles Innere ist der Faktor, der alles belebt oder ertötet. Ein jeder Mensch, der seine Innenwelt pflegt durch die Gnade und Erkenntnis des Herrn, wird sich des übergroßen Reichtums immer mehr und mehr bewusst und räumt den ersten Platz dem Herrn und Meister ein. Darum erlebten wir ja die großen Kämpfe des Herrn und konnten das gewaltige Ringen nicht verstehen. Auch uns allen bleibt deswegen der Kampf und das Ringen nicht erspart, aber uns fließen Kräfte aus des Herrn Liebe zu und tragen uns zum Erfolg über alles das sich in uns trennend zwischen uns und des Herrn Liebe stellt.”

Als die Sonne am höchsten stand, sagte Jakobus: “Wir wollen rasten, dort ist ein Wäldchen und eine klare Quelle, deinen Tieren wird die Ruhe guttun.”

Baltasar: „Hier gibt es aber kein Wasser, Jakobus. Ist denn diese Gegend bekannt? Ich kenne hier jeden Baum und Strauch, aber keine Quelle.”

Jakobus: „Tue, was ich dir sage, Bruder, des Herrn Wege, sind wunderbar und Seine Führungen sollen ja Seinen Kindern dazu dienen, um sobald wie möglich das herrliche Ziel zu erreichen, die Einung des Vaters mit dem Kind.”

Jakobus hatte recht. Eine klare Quelle spendete reines und frisches Wasser, eine saftige Weide war da für die Tiere und im Wäldchen war wunderbarer Schatten. Im Walde war es ruhig. Die Vögel schienen auch zu rasten und der Friede um den beiden war angetan, das Herz zu weiten und zu öffnen für die Gnade, die beide so wunderbar belebte.

Nachdem sie sich gesättigt hatten, gaben sie sich der Ruhe hin und so kam der Abend heran unter erbauenden Zwiegesprächen.

Jakobus sagte: „Bruder, ich will nicht dazu beitragen, nicht in die Geisterwelt sollst du schauen, sondern in deine eigene Welt, die dir wie ein Traum vorkommen wird. Wenn ich in mir recht ruhig werde, öffnen sich die Tore meiner Welt und ich erlebe das Leben, was in mir Wahrheit geworden ist und dieses Leben ist das Ewige, was einem jeden in der allergrößten Freiheit mitgegeben wurde bei der Eingeburt in dieses Erdenleben. An einem jeden Menschen liegt es nun, was er aus diesem Leben macht, einen Himmel oder eine Hölle. Hier ist der Herr nur der Wartende und kann nur zu einem Helfer und Beistand werden, wenn es der Mensch will! Und nun wollen wir beide, aber jeder in sich, Einkehr halten zu unserem und der anderen Heil!”

 Inhaltsverzeichnis Band III