Rast bei Arnulf

Eine kleine Viertelstunde verging bei dieser Verrichtung und die Leute wunderten sich über Amatus, der mit Jakobus die Wagen abschritt, ihre Hände über sie haltend. Am Schlusse angekommen, gab Amatus das Zeichen zur Weiterfahrt. Als Letzte liefen beide hinter die Wagen, die nun in einem schnelleren Tempo vorwärts kamen. Eine Stunde dauerte es noch und unter dem Eindruck eines neuen Wunders waren sie am Ziel angelangt.

War hier aber ein Betrieb. Mehrere Karawanen hatten Zelte aufgeschlagen. Da sagte Amatus: „Wir müssen heute auch in den Zelten bleiben, der Wirt hat das Haus voll, aber für Speise und Trank brauchen wir nicht zu* sorgen.“

Amatus und Jakobus begaben sich in die Herberge und die Leute bauten in gewohnter Weise die Zelte und ließen die Tiere weiden auf der mageren Wiese.

Als Amatus und Jakobus die Wirtsstube betraten, war alles überfüllt. Amatus suchte den Wirt auf, der sich riesig freute, ihn wieder zu sehen. Der Wirt war ein Grieche. Rasch holte er sein Weib und auch diese drückte ihm die Hände vor Freude. „Amatus“, spricht der Wirt, „wir sind in Sorge, die verfluchten Templer sind die reinsten Teufel geworden. In jedem vermuten sie einen Nazarener und möchten sie am liebsten steinigen, ich weiß gar nicht mehr, wie ich mit ihnen verkehren soll. Sie vermuten in mir auch einen Nazarener und nehmen sich Freiheiten heraus, die ich mir bald nicht mehr gefallen lassen kann.“

Amatus erwiderte: „Arnulf das ist schlimm, denn nun bin ich auch ein Nazarener geworden und dieser Freund ist sogar ein Jünger des Herrn, aber ich denke, wir brauchen uns nicht zu fürchten, in Jesus dem Herrn haben wir doch alles, was wir brauchen!“ Der Wirt: „So denkst du, ich aber weiß es anders, denn fast jeden Tag erleben wir, wie die Teufel von Priestern unschuldige Menschen fortschleppen, die nie mehr zurückkommen.“ Amatus: „Warten wir ab, lieber Arnulf, ich habe jedenfalls keine Bange und werde mit Ruhe alles abwarten.“

Die Wünsche des Amatus wurden restlos erfüllt. Sogar eine Kammer für Jakobus konnte der Wirt noch freimachen und, als alles soweit getan war, war auch die Zeit zum Abendmahl gekommen.