Bei Kaspar

 

 

Der Weg der Soldaten war beschwerlich. Jakobus, des Reitens ungewohnt, musste sich anfangs rechte Mühe geben. Dann aber siegte die Kraft des Herrn und er blieb frisch und munter.

 

An einer Herberge setzten sie Jakobus ab, mit schweren Herzen trennten sie sich. Jakobus aber segnete, so lange er sie noch sehen konnte. Dann kam der Wirt und fragte, warum er den Soldaten so lange nach schaute, es sei doch keine Seltenheit, römische Soldaten. „Nein“, spricht Jakobus, „ aber seltene Menschen sind es, die mit einem leichten Kampf den Sieg über das Falsche und Verkehrte errungen haben.“

 

Spricht der Wirt: „Ich glaube, du bist ein noch viel seltenerer Mensch, denn mit diesen Worten ist bei mir noch keiner eingekehrt, aber trotzdem heiße ich dich willkommen!“   „Wirst du mich auch willkommen heißen, wenn ich mit leeren Taschen komme. Siehe, ich habe nicht einmal einen Stecken, nur ein Herz voll der heiligsten Güter!“  Spricht der Wirt:

„ Für dich mag es viel sein, für mich aber wenig. Aber dessen ungeachtet, sei willkommen. Vielleicht kannst du doch etwas bringen, wonach ich mich sehne. Tritt ein!“

 

Jakobus tritt ein, in der geräumigen Stube war die ganze Familie beisammen, bei einem Mahl. Der Wirt sagt kurz: „Nimm Platz und nimm mit dem fürlieb, wir haben jetzt nur frische Milch und gutes Brot.“ -  „Ich danke dir, Hausvater, und gerne setze ich mich an deinen Tisch, und so segne ich euch im Namen meines Gottes!“

Das Brot und die Milch waren wirklich gut, es war auch genug vorhanden. Die Mahlzeit wurde schweigsam eingenommen, dann verließen die Söhne und Töchter die Stube, nur der Wirt blieb mit seiner Frau am Tisch sitzen. Beide waren betagt, und so schauten beide erwartungsvoll Jakobus an. Er sagte: „Ihr wundert euch, dass ich euch im Namen meines Gottes segnete, diesen kennt ihr ja nicht. Wie ich sehe, besitzt ihr mehrere Götter, wie die Bildnisse in dieser Stube bezeugen.“

 

„Du hast recht gesehen“, spricht der Wirt, „wo sollen wir die Kunde von anderen Göttern hernehmen. Unsere Herberge ist klein, selten kommen Fremde durch unseren kleinen Ort, wir besitzen nicht einmal einen Priester. So erinnern uns die Bilder an unsere Götter, denen wir alle Ehrfurcht entgegen bringen.“

 

„Du bist Kaspar, und dein Weib Vera gleicht dir in deinen Glaubensansichten, nur deine Söhne machen dir Sorgen, weil sie deinen Göttern nicht genug Ehrfurcht entgegen bringen.“ Kaspar spricht: „Wer hat dir dieses verraten? Du bist doch ein Fremdling und deinem Kleide nach ein Jude. Dann habe ich über diese meine Sorgen noch zu keinem Menschen gesprochen, als mit meinem treuen Weibe.“

 

Jakobus spricht. „Sagte ich nicht, dass ich ein Herz voll der heiligsten Güter habe, und eben mein Herz sagte mir dieses dein Geheimnis. Sei aber deswegen nicht ungehalten, ich könnte dir noch mehr sagen, aber du könntest es nicht fassen. Du hast gehört von dem Wundermann aus Judäa, du hieltest es für ein Gerede. Deine Söhne aber hungerten nach der Wahrheit, die allen Gerüchten noch fehlte. Hättest du deinen Söhnen Verständnis entgegen gebracht, würdest du viel reicher in der Wahrheit dastehen.“

 

Kaspar spricht: „Du bist nicht nur ein seltener, sondern auch ein geheimnisvoller Mensch, aber ich muss dir auch recht geben. Siehe, die wenig Fremden sind meistens Kaufleute, denen ist ihre Wahrheit die Ware. Juden kehrten selten hier ein, weil ich nicht so viel habe, um Freitische gewähren zu können.“

 

Jakobus spricht: „Ja, aus diesem Grunde hat man dich gemieden. Doch hoffe ich, dass es bald anders werden wird, denn ich bin ein Jünger des Wundermannes Jesus und mein Herz drängt es gewaltig, dir und den Deinen die Wahrheit über Jesus von Nazareth zu übermitteln!“ Kaspar spricht: „Du wirst einen schweren Stand haben, denn der Tod am Kreuze ist eines Wundermannes unwürdig. Wohl soll er von den Toten auferstanden sein, aber wer sollte denn dieses glauben? Du als Jude wurdest von der Lehre eures Gottes von Kindesbeinen an vertraut, eure Priester taten das ihrige. Aber besser seid ihr deswegen nicht geworden, als wir Heiden, eher schlechter. Denn wenn ich Schaden oder Verlust erlitt, so geschah es meistens nur von den Juden. Es mag als Jude für dich nicht gerade löblich klingen, aber es ist dieses auch eine Wahrheit.“

 

Jakobus spricht: „Jawohl, ich gebe dir ganz recht und habe noch viel mehr Schlechtes von meinen Stammesgenossen erleben müssen. Aber eines ist das Judenvolk allen Völkern voraus: sie haben noch Verbindung mit dem wahren Gott, dem Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden! Eben weil das Judenvolk im Besitze dieser Wahrheit ist, sandte Gott Seinen Sohn, um eben vorerst den Juden und dann allen Menschen dieser Erde, die verloren gegangene Wahrheit wieder zu bringen und allen den Weg zu ebnen zu dem alleinigen Gott und Erhalter! Dass sich dabei  die seinwollenden Priester nicht so verhalten haben, wie es ihre Pflicht als Priester war, ist ein Beweis, wie groß schon der Widersacher war, obwohl im Heiligen Buche der Propheten die Ankunft des Gottessohnes an hundert Stellen geweissagt war.“

Kaspar spricht: „Es ist dies alles schön und gut, mir ist aber dabei nicht gedient, da ich alles dieses nicht erfasse. Ich meine, wenn schon Gott da ist, warum denn da noch Seinen Sohn schicken, der auch noch zu Seinem Unglück am Kreuze enden muss. Da bleibe ich lieber meinen Göttern getreu und bleibe frei von aller Blutschuld.“

 

Jakobus spricht: „Es ist wohl löblich dieser dein Grundsatz, wenn nur deine Götter Leben hätten, - anders bei meinem Gott! Er ist das Leben Selbst, und wer an Ihn glaubet und Seinen Willen tut, wird Sein Leben in sich überkommen! Es wird sich offenbaren als Freude und Glückseligkeit!“

 

Kaspar spricht: „Klingt alles ganz schön junger Mann. Auch ich kann dieselben Eigenschaften nach außen bekunden, so ich will, und leide doch am Übel aller Menschen.“

 

Jakobus spricht. „Dieses wäre Selbstbetrug und keine Wahrheit, denn Gott gibt einen Frieden, den diese Welt nicht kennt, und eine Freude, wie sie in Seinen Himmeln lebt. Alles Alte im Menschen umstaltet sich zu Neuem, Wahren und Vollkommenen! Der ganze Unterschied ist:  der Gott will im Herzen aufgenommen sein! Wer Gott im Kopfe trägt, ist genau ein Heide, wie du und viele Tausende. Würdest du deine Götter in dir zum Leben und Bewusstsein bringen, wärest du derselbe Gläubige, wie ich und viele Tausende.“

 

Kaspar: „Dies verstehe ich nicht, aber ich möchte dich bitten, heute Abend mit meinen Söhnen von deinem Gott zu reden, denn ihnen fehlt der Friede und auch die Freude.“ Spricht Vera, Kaspars Weib: „Ja, tue dieses, denn nichts ersehne ich mehr, als das Glück meiner Kinder.“

 

Jakobus: „ Welche Mutter möchte wohl dieses nicht. Solange sie dieses nicht restlos sieht, ist sie auch nicht glücklich. Und ebenso verhält es sich mit dem lebendigen und ewigen Gott. Ist Er doch der Vater aller Menschenkinder. Immer trug und trägt Er den Wunsch in sich, Seine Menschenkinder frei und glücklich zu machen von dem Druck der Erdenmaterie.  In der Geschichte der Menschen bis zum heutigen Tage wirbt der lebendige Gott, dass der Mensch wieder zum wahren Menschen werde.“

 

Kaspar: „ Würdest du nicht mit mir hinaus zu meinen Söhnen kommen? Wir müssen noch tüchtig schaffen, unser Brunnen versagt, unsere Sorge ist die, Wasser zu versorgen für uns und unser Vieh. Durch die lange Dürre ist das Wasser im Brunnen immer weniger geworden.“ Jakobus nickt Vera zu und verlässt mit Kaspar die Stube.

 

Ein Stückchen über den Hof arbeiten die Kinder in und an dem Brunnen. Jakobus als Zimmermann kennt auch diese Arbeiten, er möchte mitschaffen. Da bekommt er den Zuruf: „Nicht weiter arbeiten, vergebliche Mühe. Zehn Schritte rechts einen neuen Brunnen graben, dieser gibt immer und für alle Zeiten Wasser in Fülle.“

 

Er geht die zehn Schritte rechts, da fühlt er in sich eine starke Quelle. Er geht auf Kaspar zu und spricht: „Würdest du einen guten Rat von mir annehmen?  Das tiefer machen deines alten Brunnens ist zwecklos. Dort, zehn Schritte rechts, befindet sich eine starke Quelle, leget dort einen neuen Brunnen an. Ihr seid dann versorgt für alle Zeiten mit Wasser.“

 

Kaspar: „ Dieses ist schnell gesagt, wer gibt uns die Gewähr, dass es so ist? Du gehst morgen weiter, wir aber graben und graben und es wird doch zwecklos sein.“ Jakobus: „Mit dir ist schlecht reden, weil du nur mit dem Kopfe arbeitest. Glaubst du, ich würde dir den Vorschlag machen, wenn ich nicht im Voraus wüsste, dass es von Erfolg sei? Was ich im Herzen fühle und empfange, ist aus dem Urborn göttlicher Liebe und Gnade gegeben und bestimmte Wahrheit! Noch nie wurde ich irregeführt! Kaspar: „ Lasse mich mit meinen Söhnen sprechen.“

 

Kaspar rief seine Kinder und sagte: „ Dieser Fremdling ratet ab, weiter zu graben, und meint dort, zehn Schritte weiter rechts sei eine starke Quelle.“ Spricht der Älteste: „ Ist dieses dein Ernst, Fremdling, wie willst du wissen, dort sei eine Quelle?“ Jakobus: „ Ich weiß es nicht, aber mein Gott, der der Ewige und Wahre  ist, hat es mir mitgeteilt. Ich bin ein Zeuge des Wundermannes aus Judäa und bin gekommen, euch die Wahrheit über eure toten Götter und über den wahren und ewigen Gott zu bringen. Ich würde ein schlechter Zeuge sein, so ich euch die Gnade meines Gottes vorenthielte, denn gerade in diesen Liebes- und Gnadenbeweisen sollet ihr ja erfahren, wie Gott die Liebe und das Leben ist, was nie von euren Göttern gesagt werden kann.“

 

„Vater“, spricht der Älteste, „ich denke wir hören vorerst einmal auf und lassen unseren Gast einmal zu Worte kommen, mich interessiert der Mann. Endlich mal einer, der den Wundermann gekannt hat.“ - „Wir brauchen aber Wasser, Andree“, erwiderte Kaspar. Andree spricht: „Holen wir nochmals beim Nachbar, Vater, der Mann flößt mir Vertrauen ein.“ -  „Mir auch“, spricht Krischan, der Jüngste, „ wir kommen sowie so nicht mehr weiter, wir kommen auf Felsen.“ - „Na dann gut, ihr Mädchen helft der Mutter zu einem guten Nachtmahl.“

 

Vera ist verwundert, als alle in das Haus treten und fragt: „Habt ihr Wasser, weil ihr schon kommt?“ - „Lass gut sein, Mutter, morgen werden wir weiter sehen, für heute ist Feierabend und dieser unser Gast wird uns von dem Wundermann erzählen.“ – So wurde es auch.

 

Jakobus schilderte die Gnade und Liebe Gottes und die Menschwerdung des Herrn und wurde von niemand unterbrochen. Nach dem gemeinsamen Mahl blieben alle am Tisch sitzen, Gäste kamen keine.

 

Da fragt Andree: „ Wie kommt es eigentlich, dass sich nun Gott, der nach deinen Darlegungen die ewige Urkraft, Allmacht und Vollkommenheit ist, Er sich heute kleiner Menschen bedienen muss? Warum kommen nicht Engel oder Gottesboten aus Seinem Reiche und klären  die Menschen auf? Siehe, deine Worte klingen wahr und schön, aber beweise mir die Wahrheit! Längst bin ich unzufrieden mit unseren Göttern, alles ist nur Erschwerung unseres Lebens, wir sind Sklaven unseres eigenen Leibes und alle Sehnsucht bleibt ungestillt.“

 

Jakobus: „ Andree, deine Frage ist die Frage der ganzen Menschheit und nie wird die Antwort befriedigen, wenn sie von Menschen kommt. Meine Antwort soll aber nicht von mir, sondern von dem ewigen und wahren Gott sein und sie lautet:

 

Würden Engel die Menschen belehren, würden sie es auch nicht glauben und obendrein als Lüge hinstellen. Würden sie ihre Macht entfalten, wären die Menschen ihrer Freiheit beraubt und blinde Maschinen, denn dann würden sie sich nicht freiwillig zu dem lebendigen Gott bekennen, sondern unter dem Zwange unerträglicher Gesetze stehen. Dieses will Gott auch nicht, sondern die Erlösung aller vom Gesetz und Gericht.“

 

Andree: „ Die Antwort ist gut, ich habe dich verstanden. Denn so Gott wirklich Liebe ist, kann Er mich nicht zu etwas zwingen. Aber wie konnte Gott es zulassen, Seinen Sohn am Kreuze verbluten zu lassen, dies kann doch nicht Liebe sein?“

„O Andree, gerade dieses war die allergrößte Liebe! Als Jesus geboren war, wurde ich damit bedacht, Ihn zu pflegen, und habe dabei Herrlichkeiten erlebt, die zu schildern ich Tage brauchte. Da war der Beweis erbracht, dass Er zu Größerem berufen war und wir sahen in Ihm den Messias, den Verheißenen!

 

Als Er älter wurde, verloren sich die herrlichen Begabungen und Er erlernte gleich uns das Zimmermannshandwerk. So, wie sich die Begabungen verloren, verschwand auch bei uns die Hoffnung, dass Er der erwartete Messias sei. Dann kamen schlimme schwere Jahre für mein Elternhaus. Jesus ging Seine eigenen Wege, ja Er mied uns, weil wir Ihn nicht verstanden. Es war eine schlimme und böse Zeit, schlimm für Ihn, weil wir Ihm niemals recht gaben, und böse für uns, weil wir uns um das Herrlichste, was ja Gott zu geben vermag, betrogen. Bis nun endlich die Erlösungsstunde schlug und Jesus voll des göttlichen Geistes sagen konnte: `Nun ist der größte Kampf überwunden, was später kommt wird nicht so schwer sein.`

 

Nun kam die Zeit, von der ihr hörtet: Tote wurden lebendig, Blinde sehend, Taube hörend, Lahme gehend und alle Kranken gesund! Elemente gehorchten Ihm, es gab nichts, was nicht Seinem Willen untertan war. Dabei verbreitete Er eine Lehre, die nur Liebe zum Grund und Leben zum Inhalt hatte.

 

Er starb am Kreuze, wir alle wussten es aus Seinem eigenen Munde, und am dritten Tage stand Er mit unzerstörbarem Leibe unter uns! Festigte unseren Glauben und ging dann nach 40 Tagen in Seine Urheimat zurück, um von dort aus uns alle und die an Ihn glauben, zu erfüllen mit Seinem Geiste, Seiner Lebenswahrheit und Seinem ewigen Leben!“

 

Spricht Vera: „O ihr glücklichen, glücklichen Menschen, und du noch glücklichere Mutter, was ist euch alles geschenkt worden, und dieser Mensch musste sterben? O Erde, warum hast du die Menschen nicht verschlungen?“

 

Jakobus: „ Weil alle erlöst und errettet werden sollten! Deswegen bin ich auch bei euch, um euch den Weg zu ebnen, der zum großen, heiligen Ziele – eure Erlösung – in und durch Christi Jesu führt . Denn der Menschheit Lauf endet nicht mit dem Leibestode, sondern gehet ewig und ewig fort, damit sie vollbringen ihre Aufgaben.“

 

Andree: „Lieber Freund, werde nicht undeutlich. Der Mensch hat eine Aufgabe, sie zu erfüllen sei ihr Erdenlauf, und wer sie hier nicht erfüllt, soll es nach dem Tode?“

 

„Du hast recht verstanden“, erwiderte Jakobus,  „unser Erdenleben ist nur der kleinste Teil von dem großen Lebensabschnitt, den wir durchleben. Aber gerade dieses Erdenleben ist der wichtigste Teil, weil alles, was wir in uns tragen und um uns finden, seine Erlösung durch uns finden soll. Versäume ich dieses alles als Mensch, hängt mir diese Materie an und muss im Leben nach dem Tode diese ihrer Bestimmung zuführen, welche lautet: Alles Daseiende in den nächst höheren Grad der Vollkommenheit einzuordnen.“

 

Spricht Kaspar: „ Das ist dunkel, noch nie hörte ich solche Worte.“     Spricht Andree: „Vater, ich verstehe diesen Freund ganz und gar, es ist leicht, ihm zu folgen. Er sagt mit wenig Worten: alles ist gefangen auf der Erde. Der Mensch ist der Gefangenenwärter, die Erde das Gefängnis und alles Gefangene soll durch den Menschen erlöst werden oder ihre Erlösung finden.“

 

Spricht Jakobus: „ Sehet liebe Freunde, um alles dieses braucht es wenig. Gott, als die ewige Liebe, hat einem jeden Menschen diesen Seinen Liebesfunken ins Herz gelegt. Lasse diesen Funken zur Flamme werden, und du liebst Gott und alle deine Mitmenschen! In dieser Liebe wächst der Geist und das Leben aus Gott in dir und du wirst innewerden, dass du ein anderer wirst. Dein Leben hat Inhalt und Wert, dein Inneres wird frei und froh, was dunkel war wird licht und du empfängst in dir die Beweise, dass du wahrhaft einem lebendigen Gott gehörst, da ja Gottesleben dir zu eigen wurde! Was kein Mensch je gesehen und gefühlt, wird in dir, in deinem eigenen Herzen Wahrheit!“

 

Andree spricht: „Ich danke dir, lieber Gottesbote, es bedarf keiner Worte weiter. Ich glaube auch, dass wir morgen Wasser finden werden. Aber lass es genug sein für heute, ich kann so viel Freude nicht vertragen. Nur um eins bitte ich deinen Gott, dass Er dieses Sein Leben mir nicht vorenthalten werde.“ Jakobus spricht: „Andree, sei versichert, wer Gott erfasst hat mit dem Herzen, ist angenommen von Ihm, für Zeit und Ewigkeit!“

 

Kaspar spricht: „Andree, hast du dir überlegt, dass du unsere Götter tief beleidigst. Hüte dich, so voreilig zu sein. Denke an unseres Nachbarn ältesten Sohn!“    Spricht Andree: „ Gut Vater, dass du mich daran erinnerst. Ich werde den Iwan holen, da es noch nicht zu spät ist. Einmal muss doch  die Zeit kommen, da die Wahrheit offenbar wird.“  Bittet Kaspar: „Bleibe, Andree, bringe nicht noch größeres Unheil über uns, es ist genug an dem Bestehenden.“  Spricht Andree: „Vater, mir ist so eigen, ich war immer ein guter Sohn, aber diesmal bleibe ich bei meinem Vorsatz, was meinst du, lieber Freund?“

 

Jakobus spricht: „ Handle nach dem Zuge deines Herzens. Übrigens bist du nicht Schuld an der Stummheit deines Freundes, sondern der Schreck war es, weil du versehentlich an den toten Götzen auf dem Sims gestoßen bist. Werfe deinem Freund alle toten Götzen vor die Füße im Namen des ewigen und heiligen Gottes, und der Schreck wird seine Zunge lösen. Glaube und handle, und du wirst die Kraft des Herrn erleben!“

 

Andree spricht: „ Freund, das wäre der volle Bruch mit all den Göttern und der Bruch mit den ganzen Nachbarn. Aber ich tue es, denn dadurch würden ja auch alle – auch mein Vater – von den toten Götzen befreit. Wenn dann noch das Wasser gefunden ist, hat es keine Gefahren mehr. Einmal muss doch die Wahrheit an den Tag kommen.“