3.4.2    Der Positivismus

 

Eines der merkwürdigsten Phänomene unserer Zeit ist der Versuch, daß eigene Selbst, jenes Selbst, was all die Leiden und Schmerzen durch diese "Selbst-Überhöhung", durch "Selbstmitleid" überhaupt erst verursacht, daß also dieses verwerfliche Selbst positiv bewertet werden soll. Das wäre an sich nicht so fatal, wenn dieser Positivismus nicht gerade in die Führungsetagen der großen Konfessionen Einzug gehalten hätte. Deshalb ergibt sich die schon unglaubliche Situation, wie an sich bibelfeste Christen nicht daran glauben, daß sie ihr egoistisches Selbst aufgeben müssen, um Jesus dafür hereinzuholen, sondern sie glauben nun , sie müßten ihr schwaches Selbst stärken, um neben Gott bestehen zu können.

 

Sie gehen davon aus, daß nicht ihr Stolz und Hochmut gedemütigt-, sondern vielmehr ihre Schwächen gestärkt werden müßten. Ihr an sich "schwaches Selbst" sei dann an allem Schuld. Dieses "schwache Selbst" müsse deshalb positiv gesehen werden, man müsse also Stolz auf sich (und nicht auf Gott) sein können.

 

Diese Thesen stehen natürlich im absoluten Gegensatz zu denen von Jesus, der immer wieder betont, daß man Gott über alles, aber den Nächsten wie sich selbst lieben müsse.[1][1]

 

Jesus sagt nicht, daß man sein Selbst, also sich selbst, mehr als den Nächsten lieben solle, wie es diese Positivisten verlangen, und was auch eine völlige Verdrehung wäre.

 

Es ist eigentlich unbegreiflich, wie diese grobe Verfälschung innerhalb der Kirchen Einzug halten konnte, denn viele Theologen, viele Priester gehen dazu über, diese Irrlehre zu verbreiten.

 

Aber wenn man weiß, daß die evangelische Kirche in Deutschland durch diese Ausrichtung auf die Psychologie dadurch zum Ableger der Protestanten von Amerika geworden ist und nicht umgekehrt, dann wird dieser Kurseinschlag verständlicher.

 

Die Psychologie wurde von Freud maßgeblich geprägt. Wie wir ganz am Anfang schon herausgearbeitet haben, gelangte durch Freud eine "freudistische", also eine lustgeprägte Einstellung in die Gesellschaft. Das Lustprinzip als höchste Form mit der sexuellen Einstellung war und ist materialistisch. Damit leugnet es den Zusammenhang zwischen Liebe und Gott, damit legt es sich eindeutig auf die Sexualität, damit aber auf den Gegenpol (Satan) fest.

 

Durch Freud und dessen Vertreter gelangte also eine materialistische, gelangte eine teuflisch-schlaue Ausrichtung auf dieses Lustprinzip innerhalb der Wissenschaft. Genauer gesagt, näherte sich die Psychologie über die neugeschaffene Psychoanalytik erstmals den von Natur aus materialistischen Wissenschaften an und wurde somit "wissenschaftlich".

 

Das war aber nur der Erste Streich.

 

Der 2. Streich geschah durch die Aufblähung der Emanzipation. Den Frauen (zuerst in Amerika, dann bei uns) wurde eingeredet, daß sie unter dieses Lustprinzip zu leiden hätten, weil es vorwiegend den Männern diente, und sie in die Rolle der Opfer zwänge.

 

Um diesen angeblichen Sachverhalt zu untermauern, traten denn auch viele Frauenrechtlerinnen (Suffragetten) auf und fingen folgerichtig an, diese Frauen zu organisieren, die meinten ihr Opferstatus sei an allem schuld.

 

Natürlich waren es jene Frauen, die freudianisch, also freudistisch, geprägt waren, die an diesen Status glaubten. Durch Freud bekamen sie nun eine gesellschaftliche Waffe in die Hand, welche den Zusammenhalt in der Ehe, in der Familie, extrem bedrohte.

 

Danach folgte zwangsläufig der Dritte Streich:

 

War es gesamtgesellschaftlich einmal geklärt, daß die Frauen benachteiligt waren, dann mußte nur noch dafür gesorgt werden, daß diese "böse" Männerwelt es auch glaubte.

 

Also wurde eine Männer-Psychologie geschaffen, welche nun versteckt nur auf die Männer abzielte, um ihnen zu attestieren, warum sie so böse waren wie sie sind, und warum sie auch so sein müßten.

 

Das war die Geburtsstunde, wo das versteckte, unbewußte Selbst, allmählich in den Blickpunkt der Gesellschaft rückte. Der Mensch, der ja laut Darwin vom Affen abstammen sollte, wurde in dieser Ära denn auch von einer Riege von Verhaltensforschern bombardiert, die ihm endlich die Erklärung für sein "unmenschliches Verhalten" lieferte.

 

Nämlich: wenn der Mensch also nicht von Gott abstammte, was ein Märchen war, sondern wissenschaftlich belegt vom Affen, dann waren es also tierische Triebe, die ihn steuerten, die mithin auch sein Sexualverhältnis zu verantworten hatten. Diese drei Stufen waren logisch aufgebaut und boten genau die Art von Erklärung, die man brauchte, wenn man die Zerstörungswut des Menschen nicht als Folge seines Abfalls von Gott betrachten wollte.

 

Nun, so gegen Anfang der 60er bis Ende der 70er Jahre wurden diese drei Stufen ausschließlich benutzt, um die Verbindung Gott und Mensch, die ja über den Begriff der Seele definiert ist, zu zerstören. Von da ab tauchte der Begriff der Psyche immer öfter auf. Die Menschen gingen nun global dazu über, diejenigen, die von der Psyche redeten, als ihre Propheten zu betrachten. So, als ob diese Pseudowahrheit ein Recht hätte, gleichberechtigt neben Gott zu stehen. Anstatt zu sagen, daß der Mensch von Gott abstamme und sich deshalb um seine Abstammung, um sein Elternhaus, um seinen Vater zu kümmern habe, wurde der Menschheit nur eingeredet, daß sie vom Tier abstamme.

 

Jedenfalls wurde der Mensch von nun an mehr auf sein tierisch-materielles Erbe beschränkt. In seinem Denken und durch die Medien noch gefördert,  spürte die Frau nun in jedem Problem als Ursache die Dominanz des Mannes, die es dann folgerichtig zu brechen galt. Der Mann seinerseits wurde dazu gebracht alle seine Probleme ebenfalls nicht in seiner Stellung zu Gott, sondern in seinem tierischen Erbe zu sehen. Beide, Mann als auch Frau, spürten zunehmend die Grenzen ihrer Beschränkung und rebellierten dagegen.

 

Der Frau wurde als Ursache ihrer Probleme der Mann eingeredet und dem Mann als Ursache seine Abstammung vom Tier eingehämmert. Die Männer, genauer die westlichen Männer, durchschauten dieses an sich banale satanische Spiel nicht und betrachteten dann so eigentlich den Affen als Vater und waren somit von Gott respektive Jesus  sehr weit weg. Als die Frauen sich dann später dem Mann gleich wähnten, da übernahmen sie damit auch dessen Ausrichtung auf das Tier und somit waren nun beide tiefgreifend gefangen und konnten seelisch sehr leicht zerbrochen werden und die folgende ausartende und tierische Sexualität hielt sehr erfolgreich Einzug in alle gesellschaftlichen Schichten. Die Psychologie war also ein mächtiges Werkzeug in der Hand der Gegner, um die Beziehungen zwischen Gott und Seinem Geschöpf zu zerschlagen und damit aber auch die von Mann und Frau. Erst seit den 80er Jahren begann sich beide Angriffsziele zu einer gemeinsamen Stoßrichtung zu vereinen.

 

Als die Frauen nun endlich ihre Quotenregelung hatten, als sie sich endlich dem Ziel ihrer Träume gegenüberstanden und die Emanzipation weitgehend verwirklicht hatten, waren sie leider innerlich entfremdet und mußten deshalb bemerken, daß sich eigentlich alles nur verschlimmert hatte. Wie sollte es auch anders sein, wenn es sich bei ihnen ja nie um die Entwicklung auf Jesus hin, sondern nur um die Gleichstellung des tierischen Erbes handelte. Wieder werden wir, wie im Teil I (1) der Wissenschaften auch, auf die Passage in der Bibel verwiesen, wo Satan der Eva verspricht: "und du wirst sein wie Gott!"

 

Auch diesmal blieb das Versprechen nur eine Lüge.

 

Die Männer, die dieses Emanzipationsstreben des tierischen Anteils innerhalb der Frau entwickeln halfen, es förderten und zuließen, um es später genießen zu können, sind dann natürlich ebenso wie weiland Adam aus ihrem Paradies vertrieben worden. Zerbrochene Ehen, ungeliebte Kinder, zerstörte Existenzen...Alkohol...Ruin. Die Männer verloren ihre Unschuld und entdeckten das Tier in sich. Die Frauen entdeckten es ebenfalls. Seit den 80er Jahren haben wir deshalb diese Vereinigung in der Psychologie den Geschlechtern gegenüber, weil sich die meisten Frauen ja nun auch nur männlich gebärden.

 

Beide sind deshalb genau die gleichen Betrogenen, die sie auch bei Adam und Eva schon waren. Anstatt zu bemerken, wie beide nur der Schlange auf den Leim gehen, greift diese gemeinsame Strategie nun erst recht auf sie über. Das tierische Erbe, das in dem Selbst, das nichts von Jesus anwendet, liegt, wird konsequenterweise als der Verursacher der Probleme gesehen. Man müßte also nur die Grenzen der Beschränkung entreißen. Sprach`s und schon geschah es. In den 90ern sind das bis zum Extrem die totale Fixierung auf den Spaß, auf die Lust, auf die Ausweitung der "Selbsterfahrung", aber alles natürlich ohne Gott, weshalb es wohl eher eine Satanserfahrung wird und bleibt.

 

Mann und Frau haben in den 90ern also endlich einmal die Gelegenheit, zusammen betrachtet und entwickelt zu werden. Aber anstatt dies nun im Sinne Gottes geschieht, geschieht es leider nur so, wie es von Satan so schlau über Freud, Jung, Darwin,  Mitscherlich, Bultmann, Hill, Stapleton, Sanford, Murphy, etc. eingefädelt und demnächst auch satanisch eingelöst wird, indem jedem versprochen wird, daß er sein werde wie Gott.

 

Halten wir uns einmal vor Augen, wie dieser Betrug fundiert ist, nämlich überhaupt nicht, dann wird es umso erstaunlicher, welche große Zerstörungsgewalt er ausüben kann. Der Mensch wurde verführt, daß er nur sein tierisches Erbe entwickeln bräuchte, um zu sein wie Gott. Unglaublich, aber wahr. Als ob Satan Gott wäre, denn die Konsequenz daraus ist ja: "Sei wie Satan, dann bist du Gott!"

 

Wie am Anfang dieses Kapitels kurz angeschnitten, greift diese Strategie sogar in christliche Kreise. (Siehe "Die Verführung der Christenheit" von Dave Hunt/T.A. Mc Mahon)

 

Mitte der 80er Jahre wurde die positivistische Einstellung geboren und in Amerika maßgeblich von Napoleon Hill, Agnes Sanford, Vincent Peale, Jane Roberts etc. eingeführt. Agnes Sanford übernahm dabei die Einführung in christliche Kreise, Vincent Peale wurde mehr beim normalen Volk verankert, während Jane Roberts sich in intellektuellen Kreisen etablierte. Jedenfalls hatte jeder seinen Bereich, den er beackerte und trat dort auch mit der Effizienz eines falschen Propheten auf, der ohne es zu wissen, eben nicht auf Gott, sondern ganz langsam und vorsichtig auf Satan hinarbeitete.

 

Aber immer nur dreht es sich um das eine: Wie und durch welche sich ständig wechselnde Methoden (Urschreitherapie, Hypnoseregression, Visualisierung, etc. das jeweils für schwach befundene Selbst gestärkt werden kann.  Das Selbst, das Mitleid mit sich selbst hat, kann doch nur das satanische Trugselbst sein, daß nur traurig darüber ist, das es nicht so prassen, nicht so schwelgen, nicht so huren, nicht so herrschen kann, wie es möchte. Und ausgerechnet dieses "Selbst" wollen diese Methoden stärken.

 

Wenn wir uns jetzt noch einmal vergegenwärtigen, wie diese Psychologie zuerst die Frauen und dann die Männer aus dem christlichen Verband gelöst hatte und sie unzufrieden gegenüber ihrer Stellung machte, dann erkennen wir mit dem darauffolgenden Auftreten des Positivismus wieder das schon bekannte "satanische" Muster.

 

Anstatt das die unzufriedenen Geschlechter ihr egoistisches Selbst zur Räson riefen, das ja durch seine Aufblähung maßgebliche Schuld an dieser Unzufriedenheit hatte, wurde ihnen eingeredet, sie müßten dieses renitente Selbst (Luzifers Anteil davon) nun auch noch positiv betrachten. Das ist wahrhaft teuflisch geplant. Wer will in allem noch den Zufall vermuten? Wir sollten jedenfalls schon aus dem Kindergarten heraus sein und allmählich die Gedankengänge der luziferisch illuminierten Gegenspieler erkennen. Auf einen ganz kurzen Nenner gebracht lauten sie:

 

"Du bist dein eigener Herr, denke also gut von deinem Selbst, denke positiv von dir!"

 

Nun haben allerdings viele Autoren nicht im vollen Bewußtsein ihrer Lage gehandelt, sondern waren ihrerseits auch nur Opfer der verdrehten Tatsachen und glauben z.T. bis heute, wirklich positiv, d.h. moralisch gut gehandelt zu haben. Bei ihnen ist es ähnlich wie damals bei Helena Blavatzky: Sie wollen der Menschheit helfen, sehen diese Hilfe aber zu sehr im irdischen.

 

Damit beenden wir unseren Ausflug in diesen positivistischen Trug und wenden uns der Frage zu, was denn der um Aufklärung und Hilfe benötigte Mensch stattdessen tun kann, um diesen Fängen zu entkommen.

 

Zuerst einmal muß er den Willen Gottes erkennen.

 

[1][1]        Das haben wir z.T. auf schon im Kapitel 3.3.2 Esoterik und Besessenheit, herausgearbeitet