Himmelsschlüssel

 

Von der Auferstehung des Wissens zur Liebe

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Doch für Mich als wahren Gott, der als Jesus zu euch kommt, gibt es keine Schuld. In Meiner Gegenwart gibt es keine Schuld und keine Schuldigen, sondern es gibt nur arme und verängstigte Kinder, die ob bockig oder trotzig in ihrem Eigensinn sich selbst schaden und andere schaden und deshalb bin Ich da, damit Meine eigensinnigen Kinder endlich begreifen, daß sie sich zuallererst selbst schaden. Bei Mir und in Meiner Gegenwart gibt es jene göttliche Kraft der Liebe, die euch von allen Verletzungen heilt, die euch von allen Übeln heilt, von Übeln, die ihr euch auf der Suche nach Mir, selbst zugezogen habt, weil ihr vorzeitig nach etwas gegriffen habt, was Ich doch seinerzeit auch dem Adam abgeraten hatte.

Die Schuld, die Urschuld hängt damit zusammen, daß ein Mensch sich nicht mehr in Meiner Gegenwart befindet. Den Verlust Meiner Gegenwart empfindet das menschliche Bewußtsein als Schuld und weil es nicht glauben und begreifen kann, daß es sich selbst aus Meiner Gegenwart durch lieblose Taten verabschiedet hat, so sucht es jemanden, der dafür die Schuld angetragen bekommt. Deshalb bekommt die Frau die Schuld und dies wird in Eva deutlich, weil sie durch die Betonung der Sexualität, den Adam aus der göttlichen Liebe heraus in die geschlechtliche Liebe hineingerissen hat. Doch Adam ist so unschuldig nicht, wie es den Anschein hat, denn immerhin wußte er um die Folgen und immerhin hätte er seinem Weib ja auch eine unschuldige bzw. eine göttliche Liebe schenken sollen.

Die Sexualität als Urschuld

Hier sieht man deutlich, wie die Urschuld entsteht und bis heute wiederholt wird. Wenn der Mann seiner Frau eine göttliche Liebe geben könnte, was er durchaus kann, wenn er sie sich von Mir selbst erbittet, dann würde er in der Liebe zu Mir seiner Nächsten alle Liebe geben, die er sich von Mir erbeten hat, die er sich von Mir für seine Frau erbeten hat. Diese Nächstenliebe wird das Herz seiner Nächsten auch erreichen und dann ist die Gefahr für die Frau beseitigt, daß sie mit der minderwertigen Liebe des Mannes, die er ohne Mich aufbringt, in die Sexualität zu fallen beginnt. Doch wenn der Mann selbst im Herzen verletzt ist und deshalb nicht in die Gegenwart Meiner Liebe gelangt, so wird er die Sexualität von vornherein als eine naturgegebene Konstante betrachten und wird auf sein Recht pochen ohne zu wissen, daß er damit seine Frau um die göttliche Liebe betrügt.

Durch die Sexualisierung des menschlichen Bewußtseins hat es sich von Mir und Meiner göttlichen Liebe freiwillig entfernt und genau hier ist die Spaltung des Bewußtseins geschehen. Vorher, im paradiesischadamitischen Zustand war Ich noch zugegen und konnte deshalb noch Einfluß auf die Geschicke der Menschen nehmen, doch nachher war dies kaum noch möglich, weil die Menschen in ihrer Lust sich selbst zum Gott erwählten. Wie schon ausgeführt, wurde die Trennung der Geschlechter gebildet, der Abstand zwischen der Seele und Mir vergrößert durch den Umstand, daß nun erst einmal eine körperlichmaterielle Form von der Seele bedacht werden mußte und sie andererseits sich auch zu Mir hinwenden sollte. Die Seele stand plötzlich zwischen dem fordernden Körper mit dessen Begierden der Sexualität und sie stand in der Hinwendung zu Mir, der Ich doch diese Sexualität verboten habe. Waren sich Adam und Eva vorher einig und agierte Eva gehorsam gegenüber ihrem geliebten Adam und konnte Adam seiner geliebten Eva Meine göttliche Liebe deutlich zeigen, so ist Adam aber dennoch der Sinnlichkeit von Eva verfallen, weil er sich zu sehr in diesen Zustand der Bevormundung von Eva gefiel und er dadurch in eine gottgleiche Position geriet. Adam wurde zusehends luziferischer und damit geriet Eva automatisch in die Schuld der Begierde, denn das zunehmende luziferische Bewußtsein von Adam setzte Eva in die sexuelle Schuld. Eva wurde deshalb von der Schlange erregt und entflammte in ihrer Sinnlichkeit, weil Adam in seiner gottgleichen Stellung ihr gegenüber es versäumt hatte, ihr die reinste Gottesliebe zu vermitteln. Eva fiel, weil Adam sich im luziferischen Bewußtsein gefiel. Weil jedoch das luziferische Bewußtsein immer  jemanden benötigt, mit und bei dem es Gott spielen kann, so wurde Eva zwangsläufig in die Schuld gesetzt. Sie wurde zum Untertan genötigt und reagierte auf diese mindere Liebe von Adam ebenfalls in dieser Art der sinnlichen-geschlechtlichen Liebe, wie dies aus dem Tierreich bekannt ist.

Daß Eva ihrem Adam den Apfel als Sinnbild ihres Schoßes reichte ist nur die Folge davon, daß Adam im luziferischen Bewusstsein verblieben ist, anstatt daß er es in Meiner Liebe überwunden hätte. Deshalb bekam er in Eva auch nicht mehr die getreue Seelengefährtin, die durch den göttlichen Geist mit ihm eins sein sollte, sondern Eva wurde zur sinnlich-materiell, körperlichen Frau reduziert und Adam ließ sich sogleich von ihr in das Fleisch ziehen. Adam, in welchem die reine Seele vorgebildet war, vermochte es nicht, sich mit dem göttlichen Geist zu vereinigen und deshalb vereinigte er sich auf sinnliche Weise mit Eva. Die Seele ging dadurch eine mindere Liebesform mit einer anderen Seele ein und die Sexualisierung der Seelen wurde deutlich und damit wurde die Stofflichkeit der Seelen noch weiter reduziert und der grobe und krankheitsanfällige Körper entstand. (siehe in „Abhängigkeiten von Körper und Seele“. weiter oben) Die Spaltung des Bewußtseins ist in der Trennung der Geschlechter von Mann und Frau deutlich und ebenso deutlich ist auch die Trennung zwischen der Seele und dem Körper.

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aus "Strukturen der Seele II"