Auszug aus „Wissenschaft der Entsprechnung“

        von Karl Dvorak                                                                         

         9.      Abschnitt

                   Musik  --  tönende Gottoffenbarung

 

                   Leitwort des Herrn durch Lorber:

                        „Musik ist euch gegeben als ein geheimes Zeichen

                        schweren und großen Inhalts, das erst ganz gelöst

                        werden kann in der reinsten Liebe zu Mir.“

                        (Ps.u.Ged. 131)

 

                        a)      Vom göttlichen Urton

 

         Die einige Urkraft des Lebens, die wir Gott nennen, offenbart sich  nicht nur in aller          Natur, vom Mineral über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen,  sondern auch    in den Kunstwerken der Erdbewohner und besonders in der  reinen Musik   inspirierter          Tondichter.

         Fanden wir hier in dieser Schrift (Nr. 52/1-5) bis jetzt in  Buchstaben,  Zeichen, Far-         ben, im Menschen, in Pflanzen und  Tieren  eine   himmlische  Offenbarung  Gottes, so wollen wir nun versuchen, in den Tönen der Musik die Stimme unseres Schöpfer- Vaters zu entdecken.

  So spricht der Herr durch Lorber:

„Gleichwie aus sieben einfachen Grundfarben eine endlose   Mannigfaltigkeit von allen möglichen Farben entsteht, so kann aus den sieben einfachen Tönen in der reinen Musik eine nie endende Mannigfaltigkeit von Melodien  und entzückenden Harmonien geschaffen werden.“        (Ev 8/102, 24.tlw.)

         Wie im unendlichen Urbeginn der Gottheit die Liebe „Urton“ aller Lichtoffenbarung          war, so ist die reine Musik eine ewige Liebes-Symphonie Gottes.

         Der Leser möge nachsinnen über die folgenden, tiefgründigenWorte  der   Ton-Wer-     dung im Herzen Gottes, die uns der himmlische Vater durch Lorber verkündete:

„In der Mitte der Gottheit Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe  und das  Leben Selbst in ihr: aber siehe, Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe ! .. Die Gottheit aber gefiel Sich in der Liebe und drängte Sich in der Liebe. ... Und alle Mächte und Kräfte stürmten auf die Liebe los. Und siehe, da entstand ein großes Rauschen, Brausen und Toben. ... Und die Liebe erbebte bis ins Innerste ! ... Und die Liebe gewahrte es, und das Rauschen ward zum Tone. ...                   (HGt I/5, 2-3 tws.)

         Die „Kunst der Töne“ ist wie klingendes Licht, tönende Wahrheit, göttliche Weisheit,          in harmonischen Liebesschwingungen kundgetan. Es bleibt die Frage offen, wie oder wodurch der Ton entstand ?   Lassen  wir  uns  die Antwort durch den Neupropheten Gottes geben:

„Ihr müßt euch unter Ton überhaupt nicht den Klang denken, sondern nur  eine Form, welche durch einen gewissen Grad von   Schwingungen   in   irgendeiner glatten und elastischen Fläche entlockt wird. Der Klang an und für sich ist bloß nur ein Zeuge, daß da durch regelmäßige Schwingungen irgendeines   schwingbaren Körpers die Formen eines andern ihm zugrundeliegenden   Körpers   entwickelt worden sind. Ich sage euch:  Obschon ihr in der  Tonkunst   bewandert  seid, so seid ihr aber nahe in keinem Fache so schlecht bewandert  als  eben  in der Tonkunst. ... Was ist also demnach der Ton? -   Der Ton ist nichts  anderes als ein Sichkundgeben der endlos vielen harmonischen geistigen Formen,    wie dieselben innewohnen der  Materie  oder  wenigstens  in  dieselbe hineinragen.                 Und demnach ist das resonierende Brett eines Klanginstrumentes   eine  unendliche  Welt voll geistiger Formen.

Und wenn ihr z.B. einen Ton unter dem Namen c oder a angeschlagen habt, so hat sich durch den einfachen Klang nichts mehr oder weniger  als   eine   ganze Schöpfung mit einer ewig unzählbaren Zahl der Wesen aller Art  für  euer  Ohr einförmig vernehmbar gemeldet. ...“  (Sat.29,8f. tlw.)

 Nach obigen Worten ist der Ton ein Sichkundgeben, ein Regen oder Lautwerden von Geistern. Wesen einer anderen Dimension in ihrer melodischen Sprache zum Hörer. Somit ist jeder echte und gute Ton ein Wort des himmlischen Vaters an Seine Kinder, durch die der Lauschende im Gemüte belebt wird.

Hören wir dazu ein Wort des Vaters:

„Bedenke bei jedem einfachen Tone, ... daß eben  durch   den   vernehmbaren Ton ...alle Dinge, welche da die ganze Unendlichkeit erfüllen, hervorgegangen sind. -“ (Sat.29,15)

Ton und Harmonie sind Ausdruck der Liebe. Darum offenbart  sich  auch  die  Liebe Gottes in Engeln, Geistern und Menschen durch Töne. Deshalb entspricht jeder Ton der Musik wie auch der Rede der Lebensliebe seines Schöpfers. Ist Musik nicht Zeugin der Liebes-Beschaffenheit eines Tondichters?

Vergleichen wir dazu ein Wort des Herrn durch Swedenborg:

„Die Verbindung des Lebens ist von der Art, wie die des Tones und  der  Harmonie. ... Wer glaubt, daß der Ton etwas sei, wenn in ihm nicht  etwas  Unterscheidenes ist, der irrt sich. Der Ton  entspricht  auch  der  Neigung  bei  dem Menschen, und weil in demselben immer ein Unterscheidendes liegt,  so wird auch an dem Tone des Menschen die Neigung seiner Liebe erkannt.“ (GV194)

Die größten Komponisten sind ebenso Propheten Gottes, wie echte   Mystiker und Seher aller Zeiten und Religionen. Wenn auch die Urform der Musik im Reigentanz, Gesang und Rhytmus entstand, so war dagegen göttlich eingegebene Musik ein harmonisches Erklingen der Liebe Gottes in den Herzen berufener Komponisten.

Sicherlich erinnert sich der Lorberleser an den ersten Tonmeister „Jubal“   am Hofe „Lamechs von der Tiefe“ (HGt I/39,5.), den Jakob Böhme einen  „Freuden-Engel“ nennt, aus dem der innere Geist spielte. (Vgl.MM 29,41)

Es war ein langer Weg von der Musik der Urzeit und den Rhythmen der Naturvölker bis zur griechischen Musikkultur, bis zur römischen und gregorianischen Musik. Nach der ersten Jahrtausendwende erklang das Instrumentarium  der Ritterzeit,   der Spielleute und Vaganten, der Troubadours und Minnesänger. 

Die „neue Musik“ Italiens eroberte das hohe Mittelalter und die Frührenaissance. Dann entwickelte sich die Instrumentalmusik der Spätrenaissance  und  des  Barock.

 Neben der Kirchenmusik wurden die Anfänge der Oper gebildet.  Kantaten,   Oratorien, Orgelmusik und Sonaten ließen die Musik des Europäischen  Hochbarocks  mit ihren großen Meistern Vivaldi, Händel und Bach entstehen. Klavier- und Kammermusik wie auch die Symphonie hielten Einzug in die  Kulturen. Die Klassik der Musik öffnete ihre himmlischen Pforten. Große,   gottberufene  Meister schenkten ihr  harmonisches  Liebe-Vermächtnis  als  unsterbliches  Erbgut  der staunenden Nachwelt.  Joseph  Haydn,  Wolfgang  Amadeus  Mozart,  das Wunderkind, und Ludwig van Beethoven, der Genius, der in seiner  „Neunten“  und  in  sei-   nem „Fidelio“ ein Bekenntnis reinster Gottliebe ablegte, waren die  hellsten   Sterne am Musik-Himmel dieser Zeit.

Nun war der Weg frei für das romantische Jahrhundert: „Franz Schubert ,   den man den Lorber der Musik nennen könnte, komponierte in seinen Liederzyklen   und  seiner „Unvollendeten“ reine Entsprechungs-Kompositionen mit   göttlichen  Aspekten.

Hören wir hier die Kundgaben des Herrn durch  Lorber  über  die  klassische Musik:

„In der Jenseitswelt Robert Blums fragte der Engelsgeist Kaiser Josef II   den Herrn Jesus: „Ich möchte ... von Dir Selbst  erfahren, wo  etwa  jene   Musik-Meister sich befinden und was sie machen, die  vor  und  zu  meiner  Zeit  auf der Erde wirklich das Herrlichste in der Musik geleistet haben, z.B. ein   Händel, Bach, Gluck, Salieri, Mozart und die beiden Haydn und  noch  einige  andere ...?“  So sagte der Herr:  „So du in den ersten und  zweiten  Himmel  bei Gelegenheit kommst, wo du   ebenfalls  die  großartigsten  Herrlichkeiten  an-      treffen wirst, da wirst du jene Geister schon auch finden ! -“   (RB II/291,18.)

 Auf die Frage Lorbers über die Oper     „Don Juan“  von  Mozart,   sagte  der                    Herr:

„Diese Opera, oder besser musikalische Komödie    ist,   wie  jegliches  Menschenwerk, das allezeit besteht aus Unrat und Gold! -“

Der Unrat ist das Materielle, und  bei  der  Komödie  die  schandvolle  Handlung. - Das Gold ist die geistige Tätigkeit vor jeder materiellen Handlung   - wird aber eben durch die Handlung in Unrat verkehrt. Die Handlung ist zwar in höllischer Art wahr. Denn also wie in  der Komödie tun rein höllische Geister. Der sog. „D o n  J u a n“ ist aus der dritten   Hölle,    seine Gefährten aus der zweiten und das meiste  andere Personal aus  der  ersten!- Nun frage dich selbst, ob solch höllisches Zeug  wohl  tauglich  ist,  mit  Himmlischem bekleidet zu werden ?!

Vor der Welt erscheint die Sache wohl,  als  bestünde  gerade  hier die größte Harmonie zwischen der Handlung und der Musik.  Aber  vor  Mir  ist  gerade hier  die Größte Disharmonie zwischen der Handlung und  der Musik. Denn  je  abgefeimter irgendeine  Handlung ist, desto weniger taugt sie für die edle Musik! ...

Siehe, das ist eine vollkommene    „Rezension“      (=kritische Besprechung) über deine gestrige Musikkomödie. - Die  Welt  würde  sie  kaum  gutheißen; aber in den Himmeln wird nur also geurteilt. Wenn jemand aber  über  Worte T ö n e  setzt, so soll er allezeit nur über Worte aus  den  Himmeln  Töne setzen, aber nie über Weltworte. Weil die Töne an und für sich  himmlisch  rein sind. Am besten aber ist es, die Töne allein  zu  setzen  und sie in ihren melodischen und harmonischen Weisen anzuhören. Denn dann sind sie gleich der Rede in den Himmeln, die sich in einer  Zustandsferne  auch  als  die  reinste Musik vernehmen läßt ! -“  (Hg II/272,4.f.)

Obige göttliche Bewertung ist zugleich höchste Würdigung einiger großer Tondichter. Besonders wurde hier unserem geliebten  Mozart  ein  unsterbliches   Denkmal vom Herrn gesetzt. Jesus Selbst bestätigt Mozarts „himmlische Offenbarung“,  kritisiert aber zugleich die höllische Inspiration des Libretto der Oper „Don Juan“.

Es war schon immer die Klage großer Komponisten, daß sie zu ihrer schönen Musik keine entsprechenden Texte finden konnten. Erst Richard Wagner  oder Lortzing  dichteten  ihre  hervorragenden  Texte  selbst. Doch die Musik entfaltete sich immer weiter und reichhaltiger. Webers „Freischütz“, Schumann und Chopin als   Klavierpoeten,   Mendelssohn,   Lortzing,  Flotow  und Kreutzer, um nur einige zu nennen, führten diese Offenbarung weiter. Berlioz und Liszt als Revoluzionäre der Tondichtung wurden durch  Rossini,   Donizetti und Bellini abgelöst.

 Dann aber brach die Mystik der Musik  durch  Richard  Wagner  aus  der  Vielheit der Kompositionen kometenhaft hervor. Sein Rivale   Giuseppe  Verdi brachte  die Oper zur Hochblüte. Wieder kam die Symphonie nach Beethoven zu einem Höhepunkt in Anton Bruck     ner. Einen der ganz Großen wollen wir hier  noch  erwähnen:  „Johannes Brahms“.

Durch sein Interview mit dem berühmten amerikanischen Geiger und Musikkorrespondenten der Associated Press of Great Britain, „Arthur M. Abell“, wurde der Musikwelt die göttliche Inspiration der großen Komponisten überliefert. In seinem Buche „Gespräche mit berühmten Komponisten“, konnte Abell einwandfreie Beweise der geheimen Gotteinsprache nachweisen. Hier legen einige berühmte Komponisten ein mutiges Bekenntnis  ihrer    göttlichen  Inspiration  ab,   die ich dann teilweise folgen lasse.

Neben dem persönlich   interviewten  Genius  Johannes  Brahms  folgten  Richard Strauss, Puccini, Humperdinck, Max  Bruch  und  Edvard  Grieg, aber auch  ältere Komponisten werden mit ihrem Bekenntnis der Gottinspiration zitiert.

Viele neue Pioniere folgten bis zu den großen Wegbereitern der Musik des 20.Jh., die in Zwölftontechnik und atonaler Musik  eine  scheinbar  unverständliche Sprache redeten.

Ob die moderne Musik noch göttliche Inspiration ist,  wer will  es  entscheiden ?! Wo das Herz in alten Meister-Weisen erglüht, da bleibt es oft stumm und kalt bei den  Klängen der Moderne.      Nur ein gotterleuchtetes Gemüt vermag zu  bestimmen, wo echte und reingöttliche Musik beginnt und endet. Der einige Vater alles Lebens, der göttliche   Ursänger  ewigen  Liebestones  läßt          liebgerechte, musische Geister die reine Tonkunst entdecken.

Der gottnahe Seelenzustand findet aus dem großen Angebot musikalischer Werke bald die rechte Wahl. Darum: „Entsprechungskunde der Musik“ ist Gefühlssache, verstandesmäßige Erklärungen verlieren sich  in  Vermutungen.  Kein Hörer läßt sich zustandsfremde Musik aufzwingen.          Die Herzensliebe des Menschen öffnet ihr Ohr dem  Schönen  und  verschließt  es dem Unharmonischen. Wo gottreife Liebe dahinschmilzt in wonnigen Klängen einfacher Melodien, da erkalten sie in gottferner Musik.

Die alten Meister und berühmten Komponisten sind göttlich inspiriert. Wie es um neuzeitliche Meister moderner Musik steht, wird erst eine spätere  Ge-  neration entscheiden. Alle Moderne, die nicht göttlich eingegeben  ist,  überlebt  ihre Zeit nicht, geht im Meere der Augenblickskunst unter. -

Nur die liebesreine Musik von Gott,  offenbart durch  berufene  Tondichter,   wird zum unvergänglichen Erbgut ewiger Kunst. Unentschlossene halten sich daher an  die alten Meister und ihre  bewährten  Weisen ! Die Kenner der Neuoffenbarung mögen  sich  nun  mit  mir ein  wenig umsehen im Gottwort, das Wesen der  Musik näher  zu  begreifen,  und  zu  empfinden      die göttliche Gefühlssprache heiliger Liebe im Lande der Töne !

 

         b)      Das Wesen der Musik

 

         Da Gott die Liebe ist, so ist auch Seine Rede: „Liebe“. Der Urton des  „Göttlichen          Wortes“ aller Gottoffenbarung war, ist und wird ewig sein die „Liebe“. Somit ist auch Musik „offenbarte Liebe Gottes“,   eine  Liebe  allerdings, die nicht mit dem Verstand begriffen werden kann, und  darum  nennt Gott  die  Musik  eine „blinde Liebe“. 

Dazu eine Belegstelle aus dem Lorber-Werk:

 „So ihr wollt wissen, was die Musik ist, so merket, was Ich euch  sage,   so wird euch klar werden Manches, so nicht Musik, sondern   Handlung der reinen Liebe“ ist in sich selbst, ohne Hinzutat der Weisheit, sondern wie es ist in der Liebe in ihrer Blindheit. Siehe, ihr habt kein reineres Bild, als die Musik, welche besser blinde Liebe heißen sollte,  von der  reinen  Liebe  in Mir, welche ist ein Zusammenfluß der sieben Geister der Gottheit,   welche sich da vereinen in der gegenseitigen   Begegnung ihres steten ruhigen Waltens. Und diese Begegnung gebiert den Ton, siebenfach  nach  der  Beschaffenheit des sich selbst begegnenden Geistes, und der Ton  wächst  dann von dem Grundton fort und fort durch alle sieben Geister, und so hat dann jeder Geist seinen eigenen Ton nach der Ordnung der  euch  bekannten Leiter. ... Und so ist der Ton eine Schwingung,  und diese Schwingung durchzittert die Geister und die Geister erkennen sich,  und  das  Erkennen  gibt  sich  kund  nach  dem Verhältnisse  der  Schwingung,  und  die  Schwingungen  werden wahrgenommen in der Liebe gemeinschaftlich, und diese  Gemeinschaft  ist dann  die rechte Harmonie. ...Nun wisset ihr, was der Ton und die Musik ist, wie sie entsteht, wozu sie und was sie ist. Und also ist sie euch auch gegeben als ein geheimes  Zeichen schweren und großen Inhalts, das erst ganz gelöst werden kann  in  der reinsten Liebe zu Mir.“       (Ps.u.Ged. S.130)

Obiges Gottwort, nachempfunden im  Herzensdenken ,   offenbart  die   unendliche Schönheit und Größe aller reinen Musik. Aber, wie schon oben bemerkt, findet kein Verstand das Wesen der Musik.

Das meinte auch Swedenborg mit folgenden Worten:

„Diejenigen Töne, welche nur wenig mit dem Verstande zu tun haben,  sind Töne des Gesanges und der Musik. ... Der  Ton  selbst  entspringt der allgemeinen Neigung der Liebe; aber die  verschiedenen  Wechsel des Tones, im Gesang und in der Musik, entsprechen dem Wechsel der Gefühle.“ (Ap.expl.Bnd IV/S.519)

 Somit entspricht Musik dem „Wechsel der Gefühle“, der  Liebe  und  ihrer  Gesinnung.

         Es ist bedauerlich, daß Musik, wie auch Gottes Wort,  immer wieder in der Welt geschändet, entstellt und sogar vernichtet worden ist.

 Darum klagt der Herr durch Lorber:

„O, der großen Schande!  Ich habe euch gezeigt durch Männer das Reine in Oratorien und Sinfonien, ihr aber übergoldet damit Kot  und tretet sie  dann gar mit Füßen. Daher bedenket, was die Musik und wozu sie ist !  und  entheiligt nicht die Wonne in Mir ! Ich, die reinste Liebe in Gott, JEOUA. Amen ! Amen! Amen!               (Ps..Ged.S.131)

Sicherlich war es Lorbers große Liebe zum Geigenspiel, die  ihm  den  Weg  zum Wesen der Musik bahnte. Sein  musisches   Gemüt   mit  einem  Herz  voll  Liebe konnte die Urlehre der Musik als Neuwort empfangen.

Ich möchte hier wieder (auszugsweise) einige Originalworte des  Herrn  über  die Musik anführen, die der Leser im Herzen nachempfinden möge !

Musik oder der Liebe innerstes Wort, die Tiefe der Tiefen, die Macht der Mächte, die Kraft der Kräfte, gegeben im Worte der Liebe in einem hohen Liede. Es wohnt in den heiligen ewigen Tiefen der  Liebe  verborgen ein nie noch im Grunde von Engeln und Menschen geahneter Morgen !  Ihr nennt es gar töricht Musik, was als innerstes Wort sich bekundet!  Was  soll denn dies schaleste  Wort,  das  den  grundlosen  Thoren  nur mundet? Soll lehren es dich zu begreifen ein Wunder der Tiefe der Liebe ? Willst Großes du fassen, da fasse der Liebe allinnerste Triebe.- Der Ton ist die lebende Seele des Wortes, selbst Leben und Wesen;    was wäre ein Wort ohne Ton ? Könnt´s Gedanken des Herzens  dir  lösen ? ....         Das innerste heilige Wort ist nur Ton ohne züngliche Trübung.  ... Musik ist die innerste Sprache der Himmel, der seligen Reinen. Fürwahr, die da feinden die hehre Musik, die rechne Ich  nicht  zu  den Meinen. ......Doch welche die Herrliche achten und  lieben  in  wonniger Freude aus Mir und zu Mir, und sie hätten auch  Manches  auf  schuldiger Kreide  bei Mir - wahrlich! Ich werde sie richten nach ihren empfundenen Tönen. Daher möget die Kleinen ihr zeitlich  und  fleißig  an  solche gewöhnen ! - ... Das sage Ich der ewige Grundton aller unendlichen Töne.“ (Ps.u.Ged. S.72-73 tlw.)

Ja, hier wird Musik als „innerstes Wort Gottes“ erkannt, als „Wunder der  tiefen Liebe“, als „allerinnerster Trieb“ und „ lebende Seele des Buchstabens“.  Gott selbst bezeichnet Sich als „ewiger Grundton aller unendlichen Töne“. Doch wie herrlich und schön auch  Worte das Wesen der  Musik  beschreiben,  ein  kleiner Akkord, ein liebliches Lied macht  alle  Würdigung  dieser  göttlichen  Kunst  zu Schande. Bermerkenswert ist es, wie die Musik auf den Hörer wirkt. Die Töne der   Musik dringen beim Menschen über die Gehörgänge zum Gehörsnerv und  werden vom Kleingehirn und Rückenmarksnerven (Chakras) ins Sonnengeflecht (Plexus  solaris) transponiert, d.h. in eine geistige Art seelischer Schwingungen  (Vibrationen) versetzt. Der Herr bestätigt dies durch Lorber mit folgenden Worten:

 „Unartikulierte Töne, auch Musik, werden nicht ins Vordergehirn  übertragen, daher sich denn auch kein Mensch unter einem Tone oder  einer  Harmonie oder Melodie irgendein Bild oder irgendeine Sache vorstellen kann; denn, wie gesagt, es werden solche Töne nicht auf  des Vorderhauptes Gehirntäfelchen wiedergezeichnet, sondern  bleiben  allein  auf einer  entsprechenden Pyramidenfläche des Hinterhauptes haften als Linien, Punkte und Häkchen.   Von den mit puren Tönen angezeichneten    Hinterhauptpyramidenflächen gehen aber dafür Nerven durch das Rückenmark zu den Magengrubennerven (Ganglien) und von da zum Herzen,  aus  welchem  Grunde  denn  die Musik , wenn sie ganz rein  ist,  auch hauptsächlich  nur  auf  das  Gemüt wirkt, es ergreift und nicht selten zart und weichfühlend macht. Aber vom Gemüte ausgehend und aufsteigend, können die Töne  dennoch durch das Licht der Liebe als ein Sternlein durch zwei Obelisklein auf  die Gehirntäfelchen in Formen gezeichnet  werden  und  sind  dann  der  Seele nicht selten wahre Wegweiser in die große Lebenshalle des Geistes,  und aus diesem Grunde kann eine rechte und ganz reine Musik der Seele sehr behilflich sein zur vollen Einung mit ihrem Geiste. - Daher lernet und leh               ret auch die reine Musik, wie sie einst David betrieb!“ (Ev 4/233,10.f.tlw)

Haben wir hier nicht ein geniales Beispiel wie Musik unser  mystisches  Empfinden steigern kann ? Auch in den Swedenborg-Schriften findet sich dafür ein Beleg:

„Die Erhöhung des Glaubens durch  die  Menge der  Wahrheiten  kann  beleuchtet werden durch den Vergleich mit der  Hebung  des  Tones  und  der harmonischen Begleitung vieler musikalischer Instrumente  in  einem  Kon zert.“ (WCR 353)

In obiger Stelle wird Musik  zwar  nur  als  Gleichnis  bezüglich  des  Zusammenklingens der Instrumente verwendet, doch im  geistigen  Innensinn  bringen  diese Worte die religiös-mystische Glaubenserhöhung zum Ausdruck. Durch Lorber wurde obige Aussage in einer  Jenseits-Szene  des  „Robert Blum“ weiterentwickelt. Robert empfand, gemäß dieser Schilderung, die Liebe als Musik.

Hören wir, was er über seine Erweckung zum Herrn sprach:

„Ich sah mit Deinen (=Gottes) gar  so   himmlischen  Worten  den  Geist  der reinsten göttlichen Liebe mit in  mein  Herz  herüberströmen.   O  welch  eine liebliche Harmonie entfaltete das in meiner holdseligen Brust ! -  O ihr armen Schulvölker der Erde, könntet ihr je so einen harmonischen Sang in euren Ohren vernehmen, dann würdet ihr es mit  einem euer  irdischen  Leben  zermalmenden Staunen gewahren, welch eine  Macht  im  himmlischen  Sange   verborgen ist!“                   (RB II/188,9)

Der hier geschilderte „himmlische Sang“ ist Musik in Geisterart. Dieses  Himmelslied ist Lobpreis des Herrn durch  Seine  Engelschöre,  gesungen  im  Herzen  ihrer Gottliebe. Durch Jakob Böhme und Emanuel Swedenborg wurde dieser „Himmelsgesang“ beschrieben:

„Es waren Engelschöre, welche miteinander  den  Herrn  priesen,  und  zwar aus Herzensfreudigkeit; ihre  Lobpreisung  wurde  zuweilen  gehört  wie  aus einem süßen Gesang.  (HG 3893)

„In diesem Aufsteigen der Musik wird des ganzen Himmels Heer, alle Engel triumphierende und freudenreich,und gehet auf das schöne De Teum Laudamus. In diesem Aufsteigen des Herzens wird der Marcurius    (=bewegliches Leben) im Herzen erweckt, sowohl in dem ganzen Salitter      (=materieller Grund) des Himmels: da gehet in der Gottheit auf die wunderliche und schöne Bildung des Himmels in mancherlei Farben und Art,  und erzeiget sich jeder Geist in seiner Gestalt sonderlich.“      (Aur.12,113)

„Die himmlischen Gesänge sind nichts anderes als tönende Gefühle, oder Gefühle, die durch Töne ausgedrückt und modifiziert sind: denn wie die Gedanken durch die Rede, so werden die Gefühle durch Gesang ausgedrückt. Die Engel vernehmen aus dem Ebenmaß und dem Flusse der Melodien den Gegenstand des Gefühls.“        (Ehel. Liebe 55)

Menschliche Gefühle strahlen als selige Schwingungen  in  die  Himmelsweiten,   erklingen als Musik und glühen in reinster Liebe in zahllose Herzen weiter. So herrlich jedoch unsere menschliche Musik ertönt, so  ferne  ist  sie  dem  heiligen Wesen göttlicher Geistmelodien, das da „blinde Liebe“ heißt. Und doch: Im Abglanz des Natursonnenlichtes lernen wir Sterbliche uns für das Urlicht der Gottessonne aufnahmebereit zu machen.

Es ist seltsam, daß gerade die einfachste Musik am meisten unser Herz rührt, und es sind die einfachsten Melodien alter Meister, die unsterbliches Musikgut der Menschheit wurden. Ist nicht im einen Gott und Vater alles beschlossen?

Hören wir hier unseres Jesu-Vaters Bestätigung, die Er dem  kleinen  Schreibknecht eingab:

„Ihr könnet es sicher glauben, daß selbst die Musik der Himmel, wenn sie am reizendsten ist, nicht in einem Konflikte von vielen Tönen besteht, sondern in einem ganz einfachen Tone. Diese Musik ist die ergreifendste und die  wirksamste. ... Es liegt also nicht in der Vielheit der Töne, sondern in der  Qualität des einzelnen Tones die ergreifende Wirkung der Musik.“ (Sat. 21,17)

Ja, der eine Ton ist Gott der Vater, ist unser Schöpfer , ist die einige Kraft, das einige Leben, die alleinige Liebe. Von Ihm allein kommen alle Töne und Melodien, und die Vielen, die Unzähligen, finden sich im „Einen“ ihres ewigen Urseins in den Wonnen  Göttlicher Liebe.

Deshalb sang „Raphael“, der Urerzengel-Sänger, nur „einen Ton“, und dieser zwang  die Leiber zu Boden und erhöhte die Gemüter in die Wonnen des Himmels.

Man vergleiche dazu die liebliche Szene im „Großen Evangelium Johannes“, Band 4, Kapitel 21-23!

Der gesungene Ton Raphaels in der Kraft von tausend Posaunen, erklingend  wie  ein Quartsext-Akkord“, ist weltlich gesehen dem Musikwissenschaftler unklar.

Dem Entsprechungskundigen der Musik wird er, dieser eine Ton, zu einer nie endenden Symphonie in Des-Moll, die auf Erden praktisch nicht existiert. Wie könnte eine Urerzengelstimme mit menschlichen Maßstäben gemessen werden ? Auch die beste Instrumentalmusik, die schönste menschliche Stimme, wird nicht fähig sein, einen reinen Engelston wiederzugeben.

So wenig der Verstand die Liebe begreift, so wenig erfaßt ein irdisches Gemüt „Göttliche Musik“.

Die größten Meisterwerke menschlicher Tonkunst, von Gott inspiriert,  sind  nur  Schat         tenbild  der Urmusik.

Wie froh sind wir Irdischen aber, daß wir wenigstens den Abklatsch, den letzten Saum des Gottheitskleides in reiner irdischer Musik hören und empfinden dürfen. Die „blinde Liebe“ Musik genannt, ist ein himmlischer Lobpreis  der  Engel,   ist  wonnigste Freude, Dankbarkeit  und  überseligste  Gottliebe,  die  aus  Millionen Herzen lebendig quillt. Lauschen wir, wie einst Bischof Martin Musik  empfand:

„O du reinste Musik, du göttliche Musik, du erfreust nicht nur  auf  Erden das Gemüt der Seele, - auch im Himmel bist du eine große Labung der seligsten Geister! Stets kräftige Akkorde wechseln in erhabenen Tönen! Ach, das  ist  übermajestätisch! Dieser kräftige Baß, dieser  wohklingende  Diskant  und  nur  diese  reinste Stimmung ! O Herr, diese Musik ist herrlicher noch als alle  sonstigen    Herrlichkeiten dieser Himmelswelt!  Ja , ja,  diese  Musik  belebt  mich  ganz  durch  und durch.“       (BM 170,14-15)

Wie weckt man in äußeren Instrumenten-Tönen die reine Himmelsmusik ? Vielleicht kann uns die Entsprechungskunde, geoffenbart durch Swedenborg, das  Verstehen geistiger Himmelsmusik unter der Decke irdischer Noten  verständlich machen ?

Hören wir dazu ein Wort unseres himmlischen Vaters:

„Es empfanden die, welche sangen und welche zuhörten, aus dem Heiligen  und Seligen, das aus dem Himmel einfloß, eine himmlische Freude, durch welche sie gleichsam in den Himmel erhoben zu sein schienen. Eine solche Wirkung hatten die Gesänge der Kirche bei den Alten, und eine solche Wirkung sollten sie auch heute haben; denn die geistigen Engel werden  besonders von den Liedern angeregt, welche vom Herrn, Seinem Reiche und von der Kirche handeln. Eine solche Wirkung  hatten  die  kirchlichen  Gesänge nicht nur dadurch, daß die Freudigkeit des Herzens durch  sie  lebendig  gemacht wurde, und von dem Inwendigeren bis  zu  den  äußeren  Fibern  des Körpers herausdrang und diese durch ein freudiges und zugleich heiliges Beben bewegte, sondern auch deshalb, weil die  Verherrlichung  des  Herrn  in den Himmeln durch Chöre geschieht und somit durch harmonischen Gesang Vieler: daher ist auch die Engel-Rede harmonisch und rhytmisch.“HG 8261)

„Ehemals wurden beim Gottesdienste mehrere  Arten  musikalischer  Instrumente angewendet, aber  mit  vielem Unterschied;  im  Allgemeinen  wurden durch Blasinstrumente die  Neigungen des Guten, und   durch   Saiteninstrumente   die Neigungen des  Wahren ausgedrückt, und zwar vermöge der Entsprechung ihres Tones mit den Neigungen. Es ist bekannt, daß durch  einige Arten musikalischer  Instrumente  diese,  durch  einige  wieder  andere  Neigungen ausgedrückt werden, und daß sie, wenn alles harmonisch zusammenwirkt, wirklich diese Neigungen erregen.

Wer der Musik kundig ist, weiß dies und benützt es auch zweckdienlich. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in der Natur der Töne  selbst  und  in ihrer Übereinstimmung mit den Neigungen.“      (HG 8337)

Können wir den Zauber, den heiligen Schauer, die süße Wonne und die beglückende Harmonie fühlen, die uns beim Klange von Chören, Gesängen,   Oratorien  und klassischer Instrumentalmusik erfaßt ?

Entsprechungsjünger empfinden   dann  die  herrlichen  Melodien  als  himmlische Weisheit,  vernehmen die reinen Wahrheiten und hören andernteils aus disharmonischen Modulationen die bösen Wirkungen höllischer Falschheiten der sinnlichen Begründeten, die himmlisch Gutes und Wahres zerstören wollen.

In der Musik der Blasinstrumente empfinden wir die göttliche Liebe, die Nächstenliebe und ihre himmlischen Freuden.

Fanfare, Hörner und Posaunen verherrlichen die Göttliche Allmacht und  Weisheit der neuen Lehren.

So ist vorwiegend die „Moll-Tonart“ - eine in ihrer Spannung nach unten gedrückte Dur-Tonart - entsprechungsmäßig Ausdruck des  Trüben,  des  Leides  und  des Todes, aber auch der Verinnerlichung der Mystik.

Deswegen wurde Schuberts „Winterreise“,  ausgenommen  acht  Lieder,  in  Moll-Tonarten gesetzt.

Dietrich Fischer Dieskau nennt die Winterreise ein „intimes  Tagebuch  der Seele“ und Hermann Prey widmete ihr in religiöser Tiefenaussage in seinem  Buch  „Premieren-Fieber“ einen ganzen Abschnitt.

Für diesen großen Bariton-Sänger scheint die Winterreise ein Mystisches Bekenntnis zu sein und, vieles verschweigend, sagte der Meister dem Eingeweihten:

„Die Winterreise vermag auf eine Weise zu erschüttern, die mit nichts anderem vergleichbar ist.“    („Premieren-Fieber“, S. 180)

Die weltbekannte Mezzosopran-Sängerin Christa Ludwig, bekannte sich offen zum religiösen Inhalt der Winterreise:

„Das Wirtshaus ist so etwas wie eine Einkehr in eine gewisse religiöse Richtung. Und der Mensch merkt nun, daß ihm  diese  Gedanklichkeit  nicht  verschlossen ist. Deswegen muß er weiterwandern, weitersuchen. Und da dacht ich mir dann beim L e i e r m a n n: Da wird ewige  Wiederkehr  des  Lebens symbolisiert. Wie das Lebensrad im Buddhismus. Das ewige Weiterdrehen des Leiermannes könnte demnach Ruhe,   Erlösung bedeuten. Allgemein gesprochen: die göttliche Ruhe des Leiermannes, dem nichts mehr etwas anhaben kann, eine Art Fernziel. Er ist über den Dingen. Und eigentlich ist dieses Lied bereits eine Art Reflexion und jenseits aller realen Ängste.“  (Aus „Vorarlberger Nachrichten“, Juni 1979, S. 19; Hohenems)

Für Hermann Prey ist das Schubert-Lied eine „idealistische Suche nach Gott“,   die Todessehnsucht (in Moll-Tonart ausgedrückt) findet  in  der  Verklärung der Seele ihre ewige Beglückung. Wir wollen uns jedoch  hier  nicht  in   musikwissenschaftliche Erörterungen verlieren, denn unser Inneres allein kann das Wunder   „Musik“ erleben. Ich möchte hier die fünf Elemente der  Musik  bezüglich  ihrer Bewegung  anführen, wie sie mir Armin  Schumann,  ein Verwandter von  Robert  Schumann,  vermittelte:

Die Bewegung in der Musik teilt sich in fünf Elemente:

1.       Der Rhythmus:

Rhythmus ist an sich keine echte Kunst, sondern eine Technik, die sich vor allem beim Tanze zeigt.

2.       Die Harmonie:

Harmonie ist ein Freundschaftsgefühl der Sympathie,   ist Wohlklang, schafft Einklang und Eintracht.

3.       Die Melodie:

Aus der Melodie entsteht das Motiv. Melodik ist  die  wohlklingende Form von Tönen. Jedes Bild trägt in sich ebenfalls eine Melodie. (Besonders: P.O.Runge)  Melodik  ist die  Brücke,  die  uns  zur  wahren Kunst führt.

4.       Die Modulation:

Modulation brauchte nicht zu sein, denn Göttlich reine Formen   kennen keine Rhythmik und Modulation mehr.

5.       Die geistige Entsprechung:

Geistige Entsprechung ist geistiger Inhalt, ist wichtigster Punkt. Wir unterscheiden ferner drei Ausdrucksarten der Kunst; sie tragen alle  o.g.  Elemente wieder in sich:

a)       Das Epos,  es  bedeutet  die  Wiedergabe  der  himmlischen  Empfindungen und wird im Adagio  zum Ausdruck gebracht.

b)      Die Lyrik  gibt geistige Empfindungen wieder, die auch im    Allegro zum Ausdruck kommen.

c)      Das Drama bringt die menschlich-eigenen Empfindungen zum   Ausdruck und findet im  Allegretto  seinen Niederschlag.

Zu a)  Das echte Epos zeigt die Geschehnisse groß und universell an.   Es hat eine          hinreißende Handlung, es durchzieht selige Ruhe. Es zeigt Reinheit des Stils, gute Harmonie, völlige Abgeschlossenheit, ist in den Einzelheiten  abwechslungsreich und trägt in sich volle geistige Entsprechung.

Beispiele:   Gudrunlied, Nibelungenlied,  Dantes:   Göttliche  Komödie,  Parzifal,  Schillers:  Glocke.

Zu b) Die Lyrik ist zum Teil Gottessprache, zum Teil vom    Menschlich-Eigenem          durchsetzt. Beispiele: Hymnen, Oden, Elegien, einfaches Lied.

Zu c) Das Drama wird von der Welt am meisten geliebt. Ist aber Symbol der Zerstörung und des bösen Endes und hat mit dem Göttlichen nichts zu tun.                                                    

Jeder Mensch hat sein eigenes Motiv !

Wenn man durch die grüne Aue geht, hört man es zum ersten Mal. (Soweit die Ausführungen von Armin Schumann.)