Der Liebe innerstes Wort ist Musik

( Vgl.: Lorber, J.: Himmelsgaben, Band 3, Seite 7 f )

 

Saskia Keune  

Morgenandacht vom 27.10.2002  

Ich will heute von der göttlichen Liebe sprechen, die sich in dem, was wir Musik nennen, kund gibt. Denn Musik ist wahrlich mehr, als wir erahnen können.

Der Herr beschreibt Musik als Handlung der reinen Liebe in sich selbst. Es ist demnach pure Liebe ohne die aus ihr hervorgehende Weisheit. Deshalb bezeichnet Er das reinste Bild der Musik auch als "blinde Liebe", oder als einen Zusammenfluss der sieben Geister Gottes.

Die sieben Geister werden im Schöpfungszusammenhang folgendermaßen benannt (hier verkürzt): ( Vgl.: Lorber, J.: Die Haushaltung Gottes, Band 1, Kapitel 5, Seite 22)  

1. Liebet die Liebe ...

2. Fürchtet die Gottheit ...

3. Achtet euch untereinander ...

4. Keiner werde dem anderen zum Raube ...

5. Keiner verdecke je sein Antlitz vor dem anderen ...

6. Euer Inneres sei auch euer Äußeres ...

7. Euer Äußeres sei der getreue Widerschein eures inneren Spiegels...  

Hier wird von der ewigen Liebe das Gebot an die Geschöpfe gerichtet, ganz in der Liebe zu verbleiben, allein dem Grundton des Herzens zu leben und somit vollkommen ohne Falsch zu sein. Aber wie wir alle wissen, wurde der innere Spiegel zahlloser Herzen durch die Übertretung dieses Gebotes schon in Urzeiten zerbrochen und so ist es nun die Musik aus den Himmeln, die uns ein leises Ahnen dieser verlorenen Harmonie und Glückseligkeit

vermittelt - gleich einem sehnsuchtsvollen Ruf aus der Heimat.

In Gott als dem Schöpfer aller geistigen und materiellen Welten ist die Liebe und Weisheit eins, wenn auch unterscheidbar wie das Licht und die Wärme einer Flamme. Der Weg zurück in die Heimat bedingt, dass diese Einheit in uns durch das Wirken der göttlichen Liebe wieder hergestellt wird. Es ist die Aufgabe der Musik, unsere Herzen hierfür weich und aufnahmefähig zu machen.

Die sich in Gott in vollkommener Harmonie befindlichen sieben Geister, die da sind:  

Liebe Weisheit Wille Ordnung Ernst Geduld Barmherzigkeit  

 

…sollen sich auch in uns zu einer Musik in wunderbarer Harmonie gestalten.

 

Die Entstehung der Tonleiter -

Harmonie durch das Zusammenspiel

der sieben Geister Gottes  

"Dieser Zusammenfluss oder die Begegnung der sieben Geister Gottes gebiert den Ton siebenfach, und der Ton wächst dann von dem Grundton fort und fort durch alle sieben Geister; und so hat dann jeder Geist seinen eigenen Ton nach der Ordnung der bekannten Tonleiter': (3 VgI.: Lorber, J., Himmelsgaben, Band 3, Seite 7)  

Diese Töne wollen auch in uns gesucht werden. Wilfried Schätz hat in seinem Vortrag das Gleichnis von der Braut und ihrem Bräutigam dargestellt. Die Braut ist Jesus, der  Bräutigam sind wir alle. Die Braut verzieht zuweilen, um ihren Bräutigam zu prüfen, ob er treu ist oder mit der Welt buhlt. All zu oft muss die Braut auch in uns verziehen, aber sie läßt uns die Musik als Lockruf der ewigen Liebe zurück.  

Aus der Wonne der Gottheit in Ihrer Liebe

entwinden sich Leben um Leben  

" Und da aber ein jeder der sieben Geister durchdringt alle sieben, so sind auch alle sieben in jedem einzelnen vorhanden und ergießen sich dann alle wieder einträchtig und wohlklingend ineinander; welches dann ist die große Wonne der Gottheit in ihrer Liebe. ( Ders.: a.a.O)

" Und so ist der Ton dann eine Schwingung, und diese Schwingung durchzittert die Geister; und die Geister erkennen sich, und das Erkennen gibt sich kund nach dem Verhältnisse der Schwingungen, und die Schwingungen werden wahrgenommen in der Liebe gemeinschaftlich, und diese Gemeinschaft ist dann die rechte Harmonie.

Und wenn sodann in dieser großen reinsten Harmonie die Liebe wonnig erbebt, so strömt dann dieses Erbeben zurück in die Gottheit, und da gibt es dann ein Gedränge, und in diesem Gedränge erwärmen sich dann die Geister und entzünden sich dann in der Liebe, und dieses Entzünden ist das Licht, und in diesem Lichte werden erkannt die zahllosen Formen, welche entstehen aus den Schwingungen. (5 Ders., a.a.O.)  

Somit ist

Ton

Schwingung

Durchdringung

Selbsterkenntnis

Gefühl der Liebe gleich Harmonie

Rückverbindung

Verdichtung

Erwärmung

Entzündung

Liebe

Licht

Erkennen

 

Durch dieses wunderbare Bild wird die Entstehung der Schöpfung oder der große Schöpfungsgedanke umschrieben - und es macht auch deutlich, dass es nirgends ein Leben ohne Ton geben kann, da aus dem Ton, als der Liebe innerstes Wort, dem "Es Werde", alles hervorgegangen ist. Töne finden sich auch in aller Natur: In Metallen, festeren Steinen, im Wasser, der Erde, den Tieren, Pflanzen und Insekten - also in allem, was Aufnahmegefäße der göttlichen Liebe sind.

Ich zitiere hierzu aus einem Gedicht des Herrn durch J. Lorber:

Der Ton - die lebende Seele des Wortes (6 Lorber, J.: Himmelsgaben, Band 3, Seite 105)  

1.

Es wohnt in den heiligen ewigen Tiefen der Liebe verborgen ein nie noch im Grunde von Engeln und Menschen geahnter Morgen; ihr nennt es gar töricht Musik, was als innerstes Wort sich bekundet. Was soll denn dies schaleste Wort, das den grundlosen Toren nur mundet? Soll lehren es dich zu begreifen ein Wunder der Tiefe der Liebe? - Willst Großes du fassen, da fasse der Liebe allinnerste Triebe!  

2.

Der Ton ist die lebende Seele des Wortes, selbst Leben und Wesen; was wäre ein Wort ohne Ton? - Könnt's Gedanken des Herzens dir lösen? Der Buchstab' ist nur ein verkrüppelter Ton, ohne Klang und Bedeutung; du kannst mit dem Zeichen wohl schreiben das Wort nach der inneren Leitung, doch nimmer die Tiere von ihrem betäubenden Schlafe erwecken; denn solches kann nur der belebende Ton allzeit sicher erzwecken!  

3.

Das innerste heilige Wort ist nur Ton ohne zungliche Trübung; dies heilige Wort magst du finden in rohesten Dingen ohn' Übung - in allen Metallen und festeren Steinen und Wasser und Erden, in Tieren und Pflanzen, in allen den luftigen sumsenden Herden. Ich sage dir, horche und lausche mit offenem Herzen und Ohren, und du wirst bald merken, daß ohne den Ton wird kein Wesen geboren!  

4.

Und so wohnt im Tone auch einer ganz leise nur sumsenden Fliege ein Grund, eine Tiefe, du möcht'st sie nicht fassen! - Das Kind in der Wiege, fürwahr, kannst Mir glauben, es saget in seinem eintönigen Weinen unendlichmal Höh'res denn Salomo und all die Weisen und Reinen, - und so auch ein raschelndes Laub, und die sprudelnde muntere Quelle, sie birgt in dem plätschernden Tone des Lebens gar heilige Juwele!

5.

Nun denke ein wenig im Herzen doch nach - und begreife und fühle, was alles die Harmonie reiner gebildeter Töne verhülle! - - besonders wenn sie aus dem Herzen der Frommen gar reinlich entschweben; Ich sag'dir, aus ehernen Saiten entwinden sich zahllose Leben!( Formen als geistige Aufnahmegefäße der Göttlichen Liebe)In den Oratorien und Sinfonien und andren Gesängen sich Leben an Leben, wie Wöge an Wöge, gar herrlich durchdrängen!

6.

Möcht´st du wohl den Nutzen harmonisch gebildeter Töne erfahren? Da frage dich selbst nach dem Nutzen des Lebens, und du wirst gewähren und finden, daß nichts da wohl wichtiger sei als ein seliges Leben; was, außer dem Tone der Liebe, kann solches im Himmel dir geben?! Musik ist die innerste Sprache der Himmel, der seligsten Reinen, - fürwahr, die sie feinden, die Musik, die rechne Ich nicht zu den Meinen!“ (Diejenigen, die diese Schwingungen nicht aufnehmen können, sind geistig noch tot. Sie könnten in diesem Zustand die himmlischen Sphären nicht ertragen und würden sich hineinversetzt sofort freiwillig entfernen.)

Amen

 

 

 

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