-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Udo
Gesendet: Dienstag, 21. Januar 2003 18:11
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Re: unser Wille

In einer eMail vom 20.01.03 11:31:52 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit schreibt bracke



Ich merke, dass diese Auseinandersetzung um den (freien???) Willen und
die Demut auch eine Grenze aufzeigt, eine Gratwanderung.



Lieber Dirk,

Deine Gedanken zum freien Willen, zur Demut und zur Gratwanderung, die dabei entsteht, habe ich mit Interesse gelesen. Das Anliegen mit der Demut sehe ich ein wenig anders und deshalb möchte ich es gleich mal ansprechen.

Das mit der Demut stell ich mir so vor: Wer wirklich demütig ist, der ist mit seinem eignen Willen nahe null und verwendet ihn nur noch für seine eignen elementaren Bedürfnisse. Da gibt es doch die Zahl 666. Das soll uns doch sagen: nur 6 Einheiten für uns selbst; die andern Mengen von 60 und 600 für die Nächsten und für Gott Selbst.

Wenn das so stimmt, dann ist der Eigenwille ja  nur 1 Einheit von insgesamt 111 und das ist ja wirklich ziemlich wenig; es ist 1,11 %. Mit einen so winzigen Eigenwillen kann ja keiner wirklich an irgendwelchen Aktivitäten in der Welt beteiligt sein oder gar an der Schöpfung mitgestalten wollen.

Darum ist die Lösung ja die: Wer mit großen Willen in der Welt tätig sein will, weil er erkannt hat, dass es um das Reich Gottes geht, der ist nicht mit seinem eignen Willen aktiv, sondern, weil er demütig ist, führt er den Willen von Gott aus. Es ist dann nicht sein eigner Wille, der zur Tat drängt, sondern der Wille Gottes, der im Menschen aktiv ist. Und ein solcher Wille kann sehr große sein. Da muss der Mensch dann auch nicht auf eine Gratwanderung achten.

Das Problem wird halt sein: Weiß ich als Mensch, ob ich meinem eignen Willen folge, oder ob
ich schon den Willen Gottes befolge. Deshalb bittet man ja auch im Vater-Unser: "Dein Wille geschehe!", damit der eigne Wille nicht mehr zum tragen kommt.

Ich stell mir das im Bild so vor: Die Null-Linie oder Basis ist die Demut. In einer Kurve nähert sich der Menschenwille der Demut an, der Wille neigt sich von oben nach unten, fast bis auf die Null-Linie; dabei verschwindet der Eigenwille fast ganz, nur 6 aus 666 bleiben übrig. Kurz vor der Null-Linie schwingt die Kurve in die Gegenrichtung und steigt nach oben an. Die Kurve geht von der Null-Linie wieder weg. Dieser Teil der Kurve, der jetzt ansteigt, ist der Wille Gottes im Menschen, denn die Kurve geht ja von der Demut´s-Basis aus nach oben. Der Teil der Kurve, der auf die Demut´s-Basis zuläuft, ist die Verminderung des Eigenwillens; der Teil der Kurve, der von der Demut´s-Basis aus nach oben ansteigt, ist der Gotteswille im Menschen. Da ist dann keine Gratsituation vorhanden, da kann gar nicht nach links oder rechts abstürzen. Am tiefen Punkt der Demut erfolgt die Umkehr der Richtung der Kurve. Man könnte es ja auch geometrisch ausdrücken, aber mein Schulwissen hierzu ist verschüttet, das stelle ich gerade fest; da muss ich in der Pubertät gewesen sein, als das in der Schule besprochen worden ist. 

Wie gefällt dir diese Kurvenbeschreibung für den Willen im Menschen, ein Wille, der seine Richtung umkehrt, lieber Dirk?

Gott grüß euch und wir IHN auch.
Udo      

                                                                          

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Dirk

Gesendet: Mittwoch, 22. Januar 2003 11:42

An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca

Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Re: unser Wille

 

 

Lieber Udo,

 

danke fuer dein Interesse und die Offenbarung Deiner Gedanken. Ich habe mir das Bild mal etwas mehr anschauen muessen, Du kennst ja die menschliche Neigung, an eigenen Bildern  festzuhalten statt andere zu uebernehmen....

 

Ich stelle Unterschiede fest, doch nicht im Kern, und ich glaube, dass es uns um das Gleiche geht. Letztlich lese ich auch bei Dir etwas heraus, was ich gerne so ausdruecke: "Freiheit ist das zu tun, was gerade anliegt." Damit meine ich vor allem im Unterschied zu einer ausschliesslich persoenlich verstandenen Freiheit, dass wir in diesem Zustand nicht unserem eigenen Willen folgen, sondern einem Willen, der

sich in einer bestimmten Situation ausdrueckt, der so etwas wie die Gesamtheit aller Anliegen einer bestimmten Gemeinschaft (und dem dahinter....) darstellt. Diesem Willen zu folgen, empfinde ich als Freiheit, und die Erfahrung, dass ein solches Tun begleitet ist von Leichtigkeit (kein Ankaempfen gegen Widerstaende) und zu mehr Glueck bei allen Beteiligten fuehrt, bestaerkt mich, diesen Weg weiterzugehen.

 

 

Was bei meinem Bild mit Gratwanderung ausgedrueckt sein soll, waere in deinem Bild moeglich, wenn du statt einem einfachen "Abschneiden" unterhalb der Nulllinie dir ein auf vier Felder erweitertes Kreuz vorstellst. Der Punkt, auf den ich hinweisen will, wird erreicht, wenn die Entwicklung, die du beschreibst, in eine unglueckliche Richtung weitergeht. Die waere dann unterhalb der Nulllinie.....  was passiert da? Ich habe halt so einen Eindruck, dass dann viel verloren, aber noch nichts gewonnen ist. In deinem Bild waere dann da ja auch ein

Zustand, in dem der Mensch zwar nicht mehr dem eigenen Willen folgt, aber auch nicht die goettliche Stimme in sich hoert und seinem Willen folgt.

 

Na, soweit erst mal. Geht das fuer dich auch? Hast du auch den

Eindruck, dass gerade Religion manchmal auf diese Art "falsch"

verstanden wird?

 

Neugierige Gruesse

 

Dirk B.

 

                                                                     

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Udo
Gesendet: Donnerstag, 23. Januar 2003 16:41
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Re: unser Wille

Lieber Dirk B.,

danke für deine Antwort zu meinen Gedanken über unsern Willen. Dein Bild oder auch meins
sind ja nur schwache Hilfsmittel beim Versuch, unsre Gedanken zu äußern. Die Myrta hat mit einem Satz zielsicher den Punkt getroff
en, auf den es mir auch ankommt: "Wir müssen lernen, uns ganz dem Willen Gottes zu ergeben, und IHM durch uns wirken lassen."

Da wir ja gern anhand von Gedankenstützen denk
en, doch noch mal eine Bemerkung zu der Zahl 666.

Wenn die Zahl 666 total negativ ist, dann ist im Menschen alles Hochmut, Eigennutz und deshalb sehr teuflisch. Wenn die Zahl 666 total positiv ist, dann ist im Menschen alles Demut, an Nächsten- und Gottesliebe ausgerichtet. Man kann also schon mit Hilfe einer Kurve von total bös
666 (minus) zu total gut 666 (positiv) den Schwung oder Verlauf begreifen und beschreiben; so eben, wie es sein soll im Menschen.

Und damit der Mensch sich von ganz negativ zu ganz positiv entwick
eln kann, da braucht er dringend seinen Willen, der ja frei ist, dazu.

Unser freie Wille kann sich von der 666 negativ zur 666 positiv durcharbeit
en. Dass aber nicht jeder Mensch total negativ (bös) ist und auch nicht total positiv (gut) werden kann, das wissen wir ja und akzeptieren es ja auch. Die Frage ist aber, wo steht man selbst auf diesem Kurvenverlauf. Unser Wille zeigt dabei die Richtung an und bevor es so richtig aufwärts zum Guten hin gehen kann, ist eben das tiefe Tal der Demut davor, in dem sich unser Wille vom Eigenwillen zum Gotteswillen hin umkehrt. Also runter vom negativen Berg der bösen 666, durch das Tal der Demut, wo nur 6 Höhen-Grade übrig sind und von da dann hinauf auf den positiven Berg der andern, der guten 666.

So versteh ich das Anliegen mit dem frei
en Willen: wir sind frei unsern Weg zu gehen, hin zu den negativen 666 oder hin zu den positiven 666. Da wir aber von Anfang an nicht auf dem Berg der positiven 666 sind, müssen wir in das Tal der tiefen Demut hinunter, damit wir den positiven Berg der 666 besteigen können, der jenseits des Tals der Demut liegt. Wie weit wir den positiven Berg der 666 erklimmen können, hängt dann nicht nur von unsrer eignen Kondition ab. Da brauchen wir dann den Bergführer, von dem in einem andren Zusammenhang die Rede war.

Aber vom negativen Berg der 666 herunter ins Tal zu kommen, da brauch
en wir keinen Bergführer, da reicht unsere eigne Kondition und die Standfestigkeit unsrer Beine schon aus. Wenn aber Nebel ist, dann soll man nicht aufwärts und auch nicht abwärt gehen, da kann man warten, bis wieder ein Wind den Nebel oder die dunklen Wolken vertrieben hat. Solche Entscheidungen sind ja alles kleine, eigene und immer freie Willensentscheidungen.

Lieber Dirk, ich stimm dir ganz zu: wenn wir dem eignen Willen nicht mehr folg
en, dann sollen wir ganz auf die göttliche Stimme in uns hörn und Seinem Willen folgen. Und manchmal denke ich, dass wir uns trainieren sollen, Seine Stimme zu hören um immer besser zu hören; das ist ja vermutlich absichtlich eine recht leise Stimme, damit wir aufmerksam hinhören. 

Gott behüt uns alle und ER soll der Bergführer für uns sein auf dem positiven Berg der 666.
Udo

Noch eine Gegenüberstellung zur 666: 
       600  = 90 %    negativ      Selbstliebe/Hochmut
       600  = 90 %    positv        Gottesliebe/Demut
         60  =  9 %    negativ       Nächstenbenachteiligung
         60  =  9 %    positiv        Nächstenliebe
           6  =  1 %    negativ       Berücksichtigung fremder Interessen
           6  =  1 %    positiv        Berücksichtigung eigner Interessen
Warum wird eigentlich die Zahl 6 verwendet, um das alles auszudrück
en? Warum nicht die 4, die 5, die 7, die 8, etc.? Kann jemand dazu einen Hinweis geben? Es interessiert mich schon. Es gibt ja auch die Zahl 777, und die hat einen ganz anderen Sinn.
                                             

                                                                                       
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Freitag, 24. Januar 2003 11:14
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] die Zahl des Menschen

In einer eMail vom 23.01.03 18:14:41 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit schreibt Winfried.Dries@t-online.de:


du fragst, warum die sechs verwendet wird. die sieben ist die zahl der Herrn. die sechs ist die zahl des menschen, der sich auf den Herrn ausrichtet. mal dir mal den davidstern


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Lieber Winfried,

zu deinem Hinweis auf die "6" als "die Zahl des Menschen" (z.B. in der 666) möchte ich noch ein paar Angaben machen, die das erhärten können.

In der Genesis lesen wir, dass die Schöpfung an 6 Tagen gemacht wurde, und dass dabei am Ende, am 6. Tag der Mensch steht. Alles was sich von Tag zu Tag während der 6 Tage aufbaut, bzw. vertieft ist dann am Ende im Menschen präsent, denn das Ziel der Schöpfung ist ja der Mensch: vor allem als das geistig-seelische Geschöpf. Dass der Mensch danach Fehler macht, ist die weitere und traurige Geschichte; aber am Anfang  ist der Mensch so, wie Gott als Schöpfer ihn will.

Diese Entwicklung hin zum Menschen in Adam Kadmon (= der vollkommene Adam) besteht aus 2 x 3: die 1 mit 2 ergibt in der 3 eine erste Abrundung und die wiederholt bzw. vertieft sich in der 4 mit 5 und steht dann als Gesamtergebnis in der 6 vor dem Schöpfer als vollkommener Mensch da. Das entspricht den beiden Dreiecken, die sich überlagern und zusammen den "David-Stern" (den 6-Stern) bilden. Der "David" ist auch ein sehr gott-wohlgefälliger Mensch. Hebräisch bedeutet  "David" der "von Gott geliebte Mensch", er hat z.B. die Gabe, mit der Harfe göttliche Lieber zu singen. 

Wenn nun die "6" als "die Zahl des Menschen" bezeichnet wird, weshalb ist dann von der Zahl "666" die Rede, die ja aus 6 + 60 + 600 besteht?

Wenn ein Mensch (die "6") sich mit seinen seelischen, d.h. substantiellen Möglichkeiten mit dem Faktor "10" den Mitmenschen zuwendet, dann tut er seelisch-menschlich all das, was er kann (6 x 10 = 60) = volle Nächstenliebe = "60" aus "666". 

Wenn ein Mensch (die "6) sich mit seinen geistigen, d.h. essentiellen Möglichkeiten mit dem Faktor "100" Gott zuwendet, dann tut er geistig all das, was er kann (6 x 100 = 600) = volle Gottesliebe = "600" aus "666".

Zusammengefasst ergibt das:
     6  Einheiten des Menschen für den Menschen selbst
    60
Einheiten des Menschen für den Nächsten als seine Nächstenliebe
  600
Einheiten des Menschen für Gott als seine Gottesliebe.

So wird aus dem Menschen der Schöpfung (vgl. Genesis) ein erschaffener ENGEL (Summe = 666 plus); oder wenn diese in den Menschen hineingelegten Möglichkeiten in ihr Gegenteil verkehrt werden ein erschaffener TEUFEL (Summe = 666 minus). Und die Richtung für das eine oder andere bestimmt die Willensfreiheit des Menschen.

Und warum haben wir Menschen die "Willensfreiheit" für den einen oder den anderen (den gegenteiligen) Weg? Weil Gott der Herr in Jesus den Menschen zu Seinen Kindern, ja sogar zu seinen Brüdern machen möchte:  das ist nur mit völlig freier Willensentscheidung möglich. Nun wenn man etwas freiwillig tut, macht man durch die eigene Entscheidung für das Tun, das Getane auch sich selbst zu-eigen; anders kann es nicht zu einem An-Teil der eigenen Person werden: Nur so geht es ein als eine eigene Prägung (Selbst-Prägung) der Seele.

Für mich ist vor allem so großartig zu sehen, dass uns die Genesis mit der 1. Schöpfungsgeschichte - der Geschichte der 6 Tage - zeigt, was den Menschen insgesamt (dem inneren Wortsinne nach) ausmacht; es ist die Geschichte der 2 x 3 Tage. Die 2. Schöpfungsgeschichte - die Geschichte des 7. Tages - beschreibt eine ganz andere Situation des Menschen.

Herzlich

                                                                                           

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Lothar Bross [mailto:a.u.l.bross@onlinehome.de]
Gesendet: Freitag, 24. Januar 2003 11:52
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
Betreff: AW: [Freundeskreis-Lorberliste] die Zahl des Menschen

Lieber GerfFred, lieber Udo, lieber Dirk,

 

nachstehend noch die Fundstelle zur Zahl 666.

Liebe Grüße

Lothar

 

 

J. Lorber: 'Himmelsgaben' (Div. Themen)


   09] O könntet ihr das Wesen der Industrie schauen mit Mir und durch Mich, so würdet ihr sagen: »O Vater, das ist ja der Drache selbst!«
   10] Übt dieses dritte Tier nicht alle Gewalt des zweiten Tieres, dessen Kopfwunde geheilt wurde? Und macht es nicht, daß fast von aller Erde, d.h. wenigstens von ihren Hauptbewohnern, das zweite, verwundete Tier völlig angebetet wird? Wird da nicht von angebeteten Königen, Fürsten und anderen (industriellen) Gründern und Erfindern allenthalben gesprochen!? Werden ihnen nicht in aller Welt Denkmäler errichtet? Macht es nicht die größten Zeichen und läßt Feuer vom Himmel fallen, d.h. lehrt es nicht ganz vernünftig vor den blinden Menschen, als sei solcher Fleiß das eigentliche Wesen aller Religion und die Gottes würdigste Verehrung, wo nicht selbst die beste Anbetung?! - Wie ist das doch ein barster Raub des Feuers vom Himmel, dem Menschen glauben zu machen, daß Ich auch durch Greuel mag verehrt werden! (Aber nur eine ganz kurze Zeit währt solches noch!)
   11] O seht die Verführung der Erdbewohner! Das Bild des Tieres mit der Schwertwunde aller politischen Gerechtigkeit ist nun vollkommen lebendig! Die Menschen wurden genötigt, mit ihrem Blute dieses Bild aufzurichten! Und nun prangt es und redet und gebietet, tötet und wird angebetet von allen Würmern und Speichelleckern, die darum »Gelehrte« und »Journalisten« betitelt werden, und noch von einer Unzahl Schmeißfliegen (Börsenspekulanten), die von allem etwas haben müssen, um dadurch, ohne zu arbeiten, etwas zu verdienen.
   12] Es wage aber nun jemand, dieses Tier nicht anzubeten - so wird er gar bald wahrnehmen, wieviel es weltlich für ihn geschlagen hat!
   13] Das aber ist der »Geist« (oder das »Leben«) im Bilde des Tieres, daß die Eigenliebe und Habsucht bei all den Weltgroßen den höchsten Gipfel erreicht hat, das ist die Vollzahl 666, wobei die Eigenliebe ist gleich 600, das geraubte Himmelsfeuer gleich 60 (d.h. das göttliche Gebot ist zehnfach zum Eigennutz angewendet!) und die Nächstenliebe endlich nur gleich 6 (d.h. es gilt die allervollkommenste Sklaverei)! - Statt zu geben für 1 Hundert, fordert man für 1 Hundert!

 

jl.hag2.273. Kapitel

   01] Der Henoch, Kisehel, Sethlahem, Joram und die andern vier Brüder, die da hießen Hil, Bael, Julel und Darel, aber wurden nur siebentausend Schritte von der Kraft des Herrn außerhalb der Stadt, wo der Höhe Fuß begann, entrückt.
   02] Allda wurden sie alle dann wieder ihrer eigenen Kraft anheimgegeben und gingen von da Schritt für Schritt die Berge hinan.
   03] Unterwegs aber, als sie ungefähr den halben Weg mochten zurückgelegt haben und gerade an einer großen Gebirgshöhle vorüberzogen, siehe, da kroch alsbald ein mächtiger Drache aus der Höhle und verlegte den Reisenden den Weg.
   04] Seine Gestalt war ein schrecklicher Anblick, und seine Kraft dräute die Berge zu verschlingen; seine Augen waren wie kochendes Erz, sein Rachen gleich einer gähnenden Erdkluft, aus der da hervorbräche ein dichter Qualm, mit dumpfen Flammen untermengt; sein Kopf glich dem eines Wolfes der Form nach, war aber an und für sich größer denn ein Riesenochse; sein Hals aber war gleich dem eines Leviathans, welcher ist des Meeres größtes und mächtigstes Ungeheuer; sein Leib, mit mächtigen Schuppen und flügelartigen, scharfgespitzten Doppelflossen bedeckt und versehen, hatte einen Umfang von sechshundertsechsundsechzig Ellen; seine Füße glichen mächtigen entwurzelten Eichen, und sein Schweif, eben auch sechshundertsechsundsechzig Ellen vom Leibe an lang und mit Schuppen bedeckt, war in sieben Ringe gewunden.