Muß immer der Morgen wiederkommen?
Endet nie des Irrdischen Gewalt?
Unselige Geschäftigkeit verzehrt
Den himmlischen Anflug der Nacht?
Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?
Zugemessen ward dem Lichte Seine Zeit
Und dem Wachen –
Aber zeitlos ist der Nacht Herrschaft,
Ewig ist die Dauer des Schlafs.
Heiliger Schlaf!
Beglücke zu selten nicht der Nacht Geweihte –
In diesem irrdischen Tagwerck.
Nur die Toren verkennen dich
Und wissen von keinem Schlafe
Als den Schatten, den du mitleidig auf uns wirfst,
In jener Dämmrung der  Nacht.
Sie fühlen dich nicht
In der goldnen Flut der Trauben
In des Mandelbaums Wunderöl
Und dem braunen Safte des Mohns.
Sie wissen nicht , daß Du es bist
Der des zarten Mädchens Busen umschwebt
Und zum Himmel den Schoß macht –
Ahnen nicht, daß aus alten Geschichten
Du himmelöffnend entgegentrittst
Und den Schlüssel trägst
Zu den Wohnungen der Seligen,
Unendlicher Geheimnisse schweigender Bote.