Anhang zum 4. Jahrgang


 

Ein Wink in Betreff der heutigen Pharisäer und Schriftgelehrten.

13. Februar 1884

Liebe Kinder!

Es werden noch viele Tage kommen, welche euch Zeugnis geben, daß sie (die äußerlich Berufenen) wider euch stehen.

Es ist dies die Folge der inneren Unruhe, mit welcher solche behaftet werden, die sich für Erstlinge in Meinem Reiche halten (Lukas 13, 30), dadurch daß sie ihren Einfluss an Stelle des heiligen Geistes setzen.

Würden sie ein Innewohnen des göttlichen Geistes im Menschen wirklich (lebendig) glauben, so würden sie des Menschen freien Willen nicht zu beeinträchtigen suchen, und die Erfahrungen, welche sie an andern entdecken, nicht für Lüge bezeichnen.

Es ist solches Gebaren eben ein Zeichen, wie wenig sie mit dem Geiste der Wahrheit verwandt sind, und auf denselben in ihnen gar nicht mehr hören, sie urteilen deshalb mit ihrem Kopfverstande, von welchem es heißt: "Der natürliche Mensch vernimmt nicht vom Geiste Gottes, es muß geistig gerichtet sein" (1. Kor. 3, 14).

Deshalb, wollet ihr auch mit solchen als Mitbrüder wieder verwandt werden, so bittet für dieselben um den Geist der Wahrheit, gegen welchen sie nicht disputieren können, sie können nur sich taub stellen gegen dessen Einwendung, so lange bis es Mir gefällt, sie aus ihrem Taumel mit kräftigen Mitteln zu wecken; aber das überlasset Mir, und anstatt euch bei ihnen durch gegenseitiges Disputieren in einen unnützen Kampf einzulassen, bleibet ruhig! Und befleißiget euch desto mehr selbst auf eure innere Stimme zu hören. Amen.(Obiges kam, nachdem wir von befreundeter geistlicher Seite mit dem Vorwurfe der Blasphemie (in Bezug auf diese neue Kundgebung) belastet worden waren. Übrigens ist es ganz logisch, daß die getreuen Nachfolger im Wesen jener Pharisäer, die Christum dort der Gotteslästerung anklagten und Ihn deshalb (?) kreuzigten, Ihn nun wieder als den vorerst "in den Wolken des Himmels", d.h. im Worte Wiederkommenden ebenso behandeln möchten, nämlich mit Prozeß, Kreuz oder Scheiterhaufen (Lukas 18, 8), wenn sie nur könnten; aber Der jetzt in Seiner Herrlichkeit Sich Nähernde hat dafür gesorgt, daß nunmehr, wo Er die Verheißungen nach und nach erfüllt, besonders auch die: "Siehe, Ich mache alles neu!" sie (zwar Faust im Sack) nur sagen können: "non possumus".

Käme doch bald Sein Geist der Gnade über sie, daß sie lieber sprächen: "pater peccavi!" denn das Zeugnis Seiner Herrlichkeit liegt ja hauptsächlich darin, daß Seiner Liebe Macht auch die härtesten Herzen gewinnt, welcher nichts dauernd zu widerstehen vermag (nach Matth. 28, 18); damit so Sein Reich des Lichtes einen Schritt näher käme dem Ziele: Eine Herde und ein Hirte, so daß solche, die zuvor blinde Gläubige waren (Lukas 24, 16) wie auch redliche Ungläubige bekennen: "Siehe da eine Hütte Gottes bei den Menschen!" Das walte Gott!) D.Hsg.

Trost für Freunde in einem bekriegten Orte.

17. Februar 1884

Mein lieber Sohn!

Fürchte dich nicht, denn auch euch gilt die Verheißung: "Ich will euch heben und tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet!" (Jes. 46, 4) Du stehst zwar inmitten des Angstgeschrei's, aber es sind diejenigen vom Jenseits, die im geistigen Verbande mit dir stehen, beauftragt, "eine feurige Mauer" um dich zu schlagen, so daß du dich stark genug fühlst, Mir zu vertrauen: da Ich aber nicht äußerlich etwas vorhersagen will, so mußt du zufrieden sein, wenn Ich dir Meinen Beistand zusage, der euch beschirmt, damit ihr an der Seele keinen Schaden leidet; gleichwie einst David in der tiefsten Not noch sagen konnte: "Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist Du doch allezeit meines Herzens Trost und "mein Heil" (Psalm 73, 26), also sollet auch ihr zu Mir kommen und bei Mir Erquickung finden; Ich lege gewiß nicht zu viel euch auf, und ihr werdet Mich abermals mehr als einen Vater der Liebe erkennen, wenn diese Zeit der Trübsale an euch vorüber ist.


 

Segen des Gottvertrauens.

26. Februar 1884

Meine lieben Kinder!

Obgleich ihr alle untereinander zufrieden seid, und jedes unter euch die stille Ruhe und den Frieden im Herzen traget, bei dem Bewusstsein, daß Ich Meine Liebe euch angedeihen lasse, so gebe Ich doch gerne dem Wunsche der (diess. und jens.) Geschwister nach, euch ein direktes Wort zu geben, das euch eine freudige Kundschaft bringen soll, welche in der Versicherung liegt: "Ich bin bei euch alle Tage!" Gleichwie ihr keinen Tag vorübergehen lasset, ohne euch Meiner mit Liebe zu erinnern, so wohne Ich gleichfalls mit Meiner Liebe unter euch, so daß ihr mit David, Meinem Psalmisten ausrufen könnet: "Wer unter dem Schirme des Höchsten sitzet" usw. (Ps. 91) und obgleich auch ihr von vielen Seiten her bedroht werdet, so seid ihr ja doch unter Meinem Schutze geborgen; darum sage Ich euch: "Freuet euch, daß eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind", und dieses soll bleiben bis in alle Ewigkeit.

Es wird euch zwar der Fürst der Finsternis sogar noch nach Innen bange zu machen suchen; aber fürchtet euch nicht, es ist zu spät für denselben (bei euch), die Saat hat schon die Ähren angesetzt und kann nicht mehr ausgetilgt werden, wenn auch Stürme sie bedrohen; die Gnadensonne hat euch so durch und durch erwärmt, daß die Ernte vor der Tür steht; und so bin Ich stets euer treuer Beistand und Berater, wenn auch eine dunkle Wolke über euch alle geht; das Band der Liebe steht fest unter uns!

Ihr trauert bei der Wahrnehmung, wie Ich noch immer von der Mehrzahl nicht geliebt, sondern sogar verleugnet werde; Ich aber tröste euch mit Meiner Liebe, und zeige euch, wenn es Zeit ist, auch Meine Macht; darum lasset uns nicht trauern und zagen über unsere eigene Niederlage, aber ein großes Mitleid gegen solche hegen, die verwaist, ohne Gott, ohne Vater, ohne Hoffnung, ohne Trost das Ende ihrer Tage kommen sehen.

(Wie es nun leider bei so vielen der traurige Fall ist.) D.Hsg.
 

Nachwort zum 5. Jahrgang
 

Beim Anblick der Christenheit und ihrer jetzigen Versunkenheit hält die Mehrzahl es für unmöglich, daß das hohe Ziel ihrer Bestimmung - die Wiederherstellung Meines Ebenbildes in ihnen - erreicht werden könne, damit so die Erde zu einem Himmel umgestaltet werde, und also Mein Reich komme auf Erden.

Gar wenige denken darüber nach, ob die Kraft des heiligen Geistes stets noch fortwirke unter den Menschen im Ganzen, wie auch ob dieses bei der einzelnen Seele oft in besonders erhöhtem Maße der Fall sein könne? Und somit hört das Streben - sich nach Meinem Ebenbilde zu veredeln, bei der Mehrzahl der Christen auf; sie sind taub geworden gegen ihre innere Stimme, welche sie dazu antreiben will; und darum verscherzen solch geistig taub gewordene Menschen das höchste Gut, die Gnade, welche sie eigentlich erst zu Menschen macht, sie über das Tier erhebend.

Wie weit der Verfall der Christen in der Jetztzeit geht, das können solche, welche sich noch der Gnade rühmen dürfen, wohl ermessen, und ihnen wird der Geist der Wahrheit in erhöhtem Maße zukommen, so sie darum bitten; darum auch schon die Propheten auf diese Zeit weissagten: und es soll geschehen in den "letzten Tagen", - (Apostelgesch. 2, 17 und Joel 3, 1 und Johs. 6, 45) d.h. dann, (nämlich so wie jetzt), wenn die Mehrzahl der Menschen aufhört, Menschen zu sein, weil sie mehr den Tieren gleichen mit ihrem Trachten nach sinnlichen Genüssen, wo alles geistige Streben unterbleibt; alsdann ist das Ende nahe, oder die Auflösung für viele gekommen, die nicht mehr das besitzen von ihrer göttlichen Ausstattung, was ihnen der Geist der Gnade zu ihrer Vervollkommnung und zur Erreichung der Seligkeit verliehen hat; also in solcher Zeit werde Ich abermals "ausgießen Meinen Geist über alles Fleisch, eure Söhne und Töchter sollen weissagen" usw; ja es wird abermals durch Meine Gnade ein großes Pfingsten bei den Menschen stattfinden; denn Ich werde allen nachgehen.

Wohl denen, welche dieses Anerbieten der Gnade in solch trauriger Zeit erkennen, und dieselbe zu ihrem ewigen Gewinn ergreifen! Ich Selbst werde sie belehren, auf daß sie Zeugen werden von Meiner erbarmenden Liebe, wie Ich (nun wieder) so wie einst durch Meine Apostel, in wunderbarer Weise auf die Herzen der Menschen auch durch sie einwirken kann.

Doch je mehr dieselben in der Liebe und im Glauben an Mich erstarkt sein werden, desto weniger ist es nötig durch Wunder sie zu bestärken, welche mehr einen oberflächlichen Glauben erzielen, der vor Mir keinen so hohen Wert hat, als ein errungener Glaube, welcher stark geworden ist durch allerlei Trübsal, bei welcher die Liebe und das Vertrauen zu Mir immer mehr zulegen, und wobei jeder im Verkehr mit Mir sich eine wahre Erkenntnis Meines Wesens erwirbt, daher dasselbe hochachtet, und Meinem Ebenbilde nachstrebt. Amen!

Euer Vater in Jesus, als Tröster und Lehrer durch Seinen heiligen Geist.



 

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