Nachtgespräch von Jesus mit Nikodemus

 

1.GEJ 18,2 ff.

 

Was ist Nikodemus in unserer eigenen Brust ?

Er entspricht unserem Wissen und Glauben  von und an das göttliche Wort, die hohe Verehrung des Schriftwortes, das Gott den Menschen gegeben hat. Dies ist unser Nikodemus, der sich nun in aller Liebe der Autorität des göttlichen Geistes beugt, der in Jesus selbst dargestellt wird.

Jesus Christus erscheint in diesem Gleichnis als der göttliche Geist der Liebe, der zu uns kommt, zu unserem sogenannten Nikodemus, dem Schriftkundigen, dem Geburtsgeist, der von unserem Verstand mit den Informationen aus dem Gottwort gefüttert wurde. Diese Urliebe will nun diesem Geburtsgeist, der in uns die göttliche Weisheit darstellt, helfen. Denn die göttliche Weisheit bleibt in den Menschen neutral, sie ist uns schon seit Adam gegeben worden.

Der Geburtsgeist wurde von alters her mit einer Mondsichel verglichen. Denken wir daran, dass wir alle aus dem Herzen Gottes stammen. Der Geist Gottes, in dem der Urgeist der Liebe und der Weisheit eine Einheit bilden, der mit dem Heiligen Geist das Weltall erfüllt, muß sich trennen, wenn  er in die Hierarchie Satana eintritt, so auch in uns, die wir ein Hologramm Gottes sind. In unserem Seelen-Geist-Herzen befinden sich der Urgeist der göttlichen Liebe als positives Bläschen und der Geburtsgeist, der Geist der Weisheit als empfangendes negatives Bläschen. Der Urichgeist als der Lebens-spender und der Geburtsgeist verhalten sich in uns neutral und unser Wachbewusstsein im Kopfverstand  glaubt im heranwachsenden Menschen völlig autark zu sein.

Wie wir unseren Geburtsgeist stärken können und wie sich der Urichgeist entwickelt, soll im folgenden ein wenig beleuchtet werden.

Die göttliche Weisheit ist eine Kraft in uns, die alle Inspirationen, die wir als Wahrheit erkennen, durch   unseren Verstand, der unser Wachbewusstsein ist,  dem Unterbewusstsein, in dem sich der göttliche Geburtsgeist befindet, einsuggerieren möchte. Wenn wir all diese Informationen mit unserem Gemüt beleben, wird unser Geburtsgeist erregt. Er will nur aufnehmen, was wir denken und mit unserem Gemüt beleben. Denn unser Gemüt erhält Impulse des Lebensspenders aus dem noch keimhaften Liebegeist. Erst dann, wenn wir unsere Gedanken aus unserem Herzen sprechen lassen, nimmt sie unser Geburtsgeist auf .  Dieser Geburtsgeist , der ein gereinigter Teil der göttlichen Weisheit aus dem großen Schöpfungsmenschen ist, hat in Jahrmillionen unsere Seele geformt. Er wird in uns als der Gott und Vater bezeichnet, als der Schöpfer, denn er hat unsere Seele aus all unseren Gedanken geschöpft, die unser Wachbewusstsein nach Herausstellung aus dem Herzen Gottes gedacht und gewirkt hat. Routinegedanken des Alltags zählen nicht dazu, sondern nur Gedanken, an denen sich unser Gemüt beteiligt. Denn eigentlich zieht nur unser Herz die Gedanken an.  Zu den Jüngern sagt Jesus: „Jeder Gedanke entsteht in euren Herzen.“ Er wollte damit sagen, dass unsere Umwelt mit ihren Bildern und Bildinformationen zuerst auf unser Herz zukommt, sich ihm zunächst nähert und dann eindringen will.

Zwischen diesen Umweltbildern und unserem Herzen befindet sich noch etwas, das wir unsere Aura nennen. Unsere Aura oder unser Seelenumfeld ist der Überprüfer aller auf uns zukommenden Informationen. Sie sichtet, was da in unser Aurafeld meines Seins  und meines Wesens eindringen darf.  Es darf insbesondere nichts eindringen, mit dem das Herz nicht in irgendeiner gewissen Beziehung steht, von dem es geprägt worden ist. Wenn keine Gleichheit besteht, kann keines der Bilder vom Herzen angezogen werden und deswegen auch nicht in meine Aura eindringen.

Dringt aber ein Bild ein, wird unser göttlicher Geist aktiv. Es nimmt diese Saat auf  und entwickelt diese Bilder, aber umhüllt mit unserem Aurafeld der Seele. Denn die Aura ist ein getreues Abbild meines Seelenumfeldes, das in Jahrmillionen aufgrund meines Denkens, Wünschens, Tuns und Handelns mit Hilfe des Geburtsgeistes festgehalten worden ist.

Wir haben einen Fleisch- , Seelen- und Geistkörper. Unser Geistkörper ist unser Geburtsgeist, der wie gesagt eigentlich aus dem großen Universum stammt, dem Lichtuniversum, in dem wir uns hineinbegeben haben.  Dieser Geist des göttlichen Lichtes, Luce, ist in seiner Gesamtsumme Luzifer. Freilich denken da manche an den persönlichen Luzifer, dies kann man ohne weiteres tun. Im gewissen Sinne ist Luzifer im gesamten Weltall personifiziert. Doch im Wesen in uns ist Luzifer der durch Jesus Christus gereinigte Luzifer.  Die Liebe Gottes hat diesen Geist gereinigt, ehe wir hier Mensch wurden. Dies geschah schon lange vor unserem Entschluß, hier auf Erden Kinder Gottes zu werden. Der gereinigte Geburtsgeist wurde in uns am Tage unserer Geburt eingelegt.

Die uns geschenkte Willensfreiheit bedingt die Neutralität unseres Geburtsgeistes. Wir müssen deswegen die Wahrheit erst von außen aufzunehmen lernen, die wir in den Offenbarungen Gottes finden und in den Umweltbildern, die daraus entstehen. Auch wir schaffen uns Bilder, wenn wir Gottes Wort hören oder lesen. Alles, was die Seele mit ihren Sinnen sieht, fühlt, hört, ertastet oder schmeckt, geht in die Seele in Form von Bildern ein, jedoch nur, wenn sie mit uns harmonisieren, wenn wir uns also nicht abwenden.  Wendet sich unsere Seele von diesen Bildern ab, dann berühren sie auch nicht unser Herz und gelangen nicht zu unserem Geburtsgeist, der wie ein bracher Acker auf die Einsaat wartet. Er wird dann nicht befruchtet. In diesem Herzensacker, unserem Geburtsgeist, wird nur eingesät, was wir lieben, denken, wünschen, wollen und tun. All dies wird ein lebendiger Samen und wenn sich die Liebe daran beteiligt, entsteht Leben. Es sind Lebensfelder oder Energiefelder, die durch die Liebe  belebt werden und daraus wird etwas geschaffen. Dies bedeutet, dass diese kleinen Fünklein, die durch in Liebe aufgenommenen Umweltinformationen oder durch ein aufgenommenes Gotteswort entstanden sind, ein Wachstum unseres Geburtsgeistes verursachen, unseres Weisheitslichtes und einer Vermehrung unserer Überreste, wie sie der Herr durch Swedenborg nennt. Religiöses Gefühl ist alles, was mit Gott etwas zu tun hat. Dieses Produkt ist eine Weisheitsfrucht, die kein Mensch aus sich wieder entfernen kann. Er muß mit diesen Früchten leben.  

Was hat dies alles mit Nikodemus zu tun ?

Im GEJ stellt ihn uns Jesus vor. Er war ein Pharisäer. Pharisäer sind die Gedankengänge, die aus Spekulationen entstanden waren. Denn durch die von der Umwelt aufgenommenen Seelenbilder entstehen Vorstellungsbilder oder Meinungen. Die sich entwickelten Meinungen nennt das Evangelium Nikodemus.  Die Pharisäer und Schrift-gelehrten in unserem Kopfverstand sind die, die über das aufgenommene Gotteswort ihre phantastischen Vorstellungsbilder und Postulate aufstellen. Der menschliche Verstand ist aber nicht fähig, das Gottwort anzunehmen.

Weil dieser Nikodemus ein Verstandesheld war und sein Innerstes noch nicht belebt hatte, kam er in der Nacht zu Jesus. D.h. er kam zu Jesus im Nachtbewusstsein und wollte mit der Liebe von Jesus Kontakt aufnehmen.

In dem Augenblick, in dem wir uns nach Jesus sehnen und eine Liebe entwickeln, geschieht etwas. Dann kommt Jesus und schickt in unsere Seele einen neuen Geist. Dieser Geist ist der Urgeist Seiner göttlichen Liebe. Es ist die göttliche Liebe in Personifikation. Jesus ist die Menschwerdung der göttlichen Liebe.

Nikodemus fragt Ihn: „Du sagst, dass Du als ein Lehrer von Gott gekommen bist. Du tust Zeichen, die kein anderer tun kann.“ Und Jesus antwortet: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“

Dies soll besagen, dass Nikodemus in diesem Zustand, d.h. mit seinem Geburtsgeist, nicht fähig ist, das Reich Gottes zu erwerben. Es muß vielmehr eine neue Geburt stattfinden.

Wie reagiert darauf Nikodemus? Er spricht zu Jesus: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist. Kann er auch wieder in den Leib seiner Mutter gehen und geboren werden?“

In den heutigen Sprachgebrauch übersetzt, lautet die Frage:  Muß er noch einmal in einen Mutterleib kommen, muß er noch einmal inkarnieren, damit er für das Reich Gottes aufnahmefähig wird ?

An dieser Passage erkennt man, dass die Juden an die Reinkarnation glaubten und davon überzeugt waren. Sie sagten nämlich auch: „Ist der Johannes nicht der inkarnierte Elias?“  Die Juden glaubten an die Reinkarnation und sie war auch eine Sprosse der menschlichen Vollendung - bis zur Jesu-Menschwerdung.

Brennen wir uns die Jesus-Antwort in unser Gemüt ! Jesus sagte zweimal: „Wahrlich, Wahrlich“.

Dies hat seine Bedeutung, wenn Er sagte: „Ich sage dir, es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist...“ Hier haben wir zwei Definitionen:

1.  Wir müssen aus Wasser geboren werden.

2.  Wir müssen aus Geist geboren werden.

Einige werden hierbei an die Wassertaufe denken und dann vielleicht an die Taufe mit dem Heiligen Geist, die uns zu Pfingsten zuteil wird oder die bei den Katholiken als Firmung bezeichnet wird. Dies sind aber nur äußere Zeremonien. Sie sind nur der Ersatz für verlorengegangene Geisterfahrung, die jeder von uns innerlich erleben muß. Wenn wir etwas innerlich nicht erleben können, flüchten wir uns immer in einen Ersatz.  Heute sind wir nicht mehr fähig, Nahrung von innen heraus von Gott zu beziehen. Daher müssen wir von außen essen und trinken und das Gottwort zunächst von außen aufnehmen und dafür sind wir dankbar. Aber dies ist ein Umweg. Es ist die von außen aufgenommene Nahrung und das von außen aufgenommene Wort, das zu einer Ersatznahrung und einer Ersatzreligion wird. Dies ist äußerer Zeremoniendienst.

Und so steht es auch mit geistigen Dingen. Wenn Jesus zweimal ‚wahrlich, wahrlich’ sagt, deutet es darauf hin, dass Er uns einen tiefen, doppelten, inneren geistigen Sinn verkünden will.

‚Ich sage dir’, mit dem ‚Ich’ bezieht Er sich sofort auf Seine eigene Person. Es ist also Gottes Ich, das spricht.  Unter Wasser versteht die Schrift Erkenntnisse, Wahrheiten. Swedenborg-Leser werden sich daran erinnern. Es ist immer so. Die Begegnung mit göttlichem Wissen ist wie ein Quell. Das Wasser hat die Funktion, uns zu reinigen. Die Wahrheit kann uns reinigen. Darüber hinaus sucht sich das Wasser immer den tiefsten Punkt. Es demütigt sich. Die Wissenserkenntnis als Wahrheit und Lebenswasser nehme ich demutsvoll an. Es ist das Wasser des Lebens, mit dem wir getauft werden sollen. Hierbei sollen wir unser Haupt vor dem Göttlichen beugen. Symbolisch gießt Er uns das Lebenswasser über unser Haupt. Johannes hat wirklich mit Wasser getauft. Selbst Jesus, die göttliche Liebe neigte sein Haupt vor Johannes, dem Täufer, und lässt sich im Jordan taufen. Er wurde ganz untergetaucht, weil es damals so Sitte war. Es steht zwar in der Schrift, dass Jesus und Seine Jünger wie Johannes der Täufer mit Wasser tauften, doch wenn dies von Jesus gesagt wird, so stimmt dies nicht. Jesus hat nie mit Wasser getauft, sagt uns der Herr durch Jakob Lorber. Im GEJ steht: „Ich Selbst taufte nie mit Wasser“ , nach außen hin. Innerlich taufte Er schon, wenn Jesus mit Seinem Geist der Liebe zu uns kommt. Der Urichgeist wird in dem Augenblick  herangelockt, in dem wir das Wasser, die göttliche Wahrheit,  von Gott aufgrund Seiner Inspiration angenommen haben. Dies geschieht, wenn wir uns demütigen und den Wunsch haben, uns von unseren Sünden, von unserer Schuld und von unserer Gottabwendung reinigen zu lassen und aus unserer Liebe zu Jesus eine Sehnsucht entsteht, Gott persönlich kennenzulernen. Dann kommt Gott, das Urich der Liebe wirklich zu unserem Geburtsgeist. Dann gesellt sich zu unserem Geburtsgeist der Sonnengeist Gottes. Der Urichgeist wird mit der Sonne verglichen, mit ihrer vollen Strahlkraft. Man nennt sie auch die Gottes- und Gnadensonne. Dieser Sonnengeist nähert sich dem Geburtsgeist und es beginnt dann für uns ein neues Leben.

Diese erste Begegnung oder Berührung ist noch nicht die Eingeburt, von der Jesus später spricht. Die Eingeburt erleben wir erst dann, wenn die beiden Geister, der Urich- und der Geburtsgeist zu einem Geist verschmelzen. Erst dies ist die Taufe mit dem Geist.

Jesus fügte noch einen Nachsatz hinzu: ‚Was vom Fleische geboren wird, das ist Fleisch, was vom Geiste geboren wird, das ist Geist.’  Beim Fleisch denken wir an unseren physischen Körper, an unsere Mutter und an unseren Vater. Doch Jesus meint mit dem ‚Fleisch-geboren-werden’ mehr. Er sieht die Entwicklung des fleischlichen Körpers als Folge unserer manifestierten  Erfahrungen  aus den Umweltbildern unserer Seele, die daraus mit Hilfe des Geburtsgeistes unseren Körper gebildet haben. Unser Geburtsgeist hat unser Fleisch geschaffen. Unser Geburtsgeist ist die Mutter, die zuerst deine Seele gestaltet und mit der Verhärtung der Seele zur Emotionalseele unser Fleisch, weil sich unser Wachbewusstsein zu sehr in die Begierden, Lüste und Leidenschaften oder kurz gesagt, in die Sünden,  hinab begeben hat.  Die Sünde ist das Siegel des Fleisches. Fleisch entsteht eigentlich nur aus Sünde, Sünde aus der Triebhaftigkeit oder aus der nicht aufgearbeiteten Energie Gottes. Wir haben diese Energie wie einst Adam nicht aufarbeiten können und bleiben mit unseren materiellen Sinnen in den Gedankenbildern unserer Umwelt stecken, sodaß sich Fleisch bildet. Dies zeigt uns der eigene Körper.

Aber wir sollen ihn nicht verstoßen, sondern ihn lieben, denn er ist ja nicht nur ein Fleischklotz, sondern ein Hilfsmittel zur Vollendung. Es ist daran zu erinnern, dass der siderale Geist das Fleisch bildet.

Weiter sprach Jesus zu Nikodemus: „Laß dich nicht wundern, dass Ich dir gesagt habe, ihr müsst von neuem geboren werden.“ Diese Neugeburt hat Nikodemus, unser Wachbewusstsein, nicht verstehen können. Er konnte dies nicht überblicken. Deswegen musste Jesus sehr ausführlich weiterreden und sagte: „ Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wir reden, was wir wissen.“

Weshalb spricht Jesus im Plural ? Weil auch in Jesus etwas eingetreten ist. Auch in Jesus musste sich göttliche Liebe und Weisheit trennen. Er sagte: ‚Ich und der Vater’ und ‚bis jetzt wirkte der Vater, jetzt wirke Ich’. Bei der ersten Aussage waren Geburtsgeist und Urichgeist noch getrennt, bei der zweiten Aussage waren beide Geister bereits verschmolzen, da wirkte schon der Vater in Ihm. Auf diese Nuancen des göttlichen Wortes müssen wir achten und wir müssen sie herauszulesen lernen. Und dies können unsere Priester und Pfarrer in der Regel heute noch nicht. ‚Wir reden, was wir wissen’ und ‚zeugen, was wir gesehen haben’. Jesus war der Zeuge von all dem, was in Ihm entstanden war. Er wusste genau, dass sich der Sohn vom Vater getrennt hatte. Der Sohn wurde der Geburtsgeist genannt, der Vater der Urichgeist. Diese Trennung musste geschehen, da es sonst nicht möglich gewesen wäre, den Fleischkörper zu transzendieren.

Dies muß auch bei uns, bei Seinen Nachfolgern, geschehen. Darum sagte Er auch immer: ‚wahrlich, wahrlich’, Er sagte es zweimal, um uns anzudeuten, dass noch eine getrennte Polarität in unserem Geiste vorhanden ist.

Dies alles geschieht noch im Irdischen. Weitere Entwicklungen folgen im Himmel, in den Zuständen jenseits dieser Weltsphäre, worüber Meister Eckehart schildert. Wenn wir ihn lesen, dann sind wir zuerst überfordert. Hier wird eine Sprache gesprochen, die von himmlischen Vorgängen handelt. Mit unseren sinnlichen Spekulationen können wir dann nichts mehr anfangen, sondern allein mit unsrem Herzensdenken.

Und Jesus fährt fort: „Und niemand fährt zum Himmel, der nicht vom Himmel herniedergekommen ist“. Dies bedeutet, dass zum himmlischen Bewusstsein nur der Geist kommt, noch nicht die Seele, denn sie muß erst vergeistigt werden. Unsere Seele vergeistigt, wenn sie in geistige Essenzen transzendiert. Erst dann ist sie vom Geist gezeugt und kommt in den Himmel. Denn was vom Fleische gezeugt ist, das bleibt Fleisch.

Der Sideralgeist macht ein Drittel unserer Seele aus. Woher stammt der Name Sideralgeist ?  Er wird im dritten Band der Himmelsgaben genannt. Auch Jakob Böhme erwähnt diesen Sideralgeist. Der Sideralgeist ist unsere Niederseele. Die Niederseele ist der Bereich unserer Seele, die den Körper aus den Inspirationen des Geburtsgeistes bildet. Was haben wir mit dem Sideralgeist zu tun, wenn wir Gottes Wort gelesen haben, wenn wir glauben, frei von aller Schuld zu sein ? Dann spielen noch immer Wind und Wetter mit uns und wir stehen weiter mit den Füßen auf dem Boden. Mit den Füßen sind wir mit der Mutter Erde verbunden und bekommen von dort durch die Erdstrahlung die Festigkeit im realen Weltleben. Viele Lorber- und Swedenborg-Leser aber wollen aufgrund der Jenseitsschilderungen, die lebendig und faszinierend sind und anregen , lieber schon heute im Jenseits sein als viel später. Diese Lust nennt der Herr die Seelenentwischungslust. Aber sie trennt uns von unserem Sideralgeist und schafft in uns Blockaden, sodaß das Gotteslicht und die Gottesliebe nicht einfließen können. Mit unserem Wachbewusstsein können wir dann nicht mehr die Harmonie der göttlichen Liebe und Weisheit wahrnehmen. Unsere Antennen haben wir dann gekappt und der Herr weist darauf hin, wie dies geschieht. Dieses Kappen drückt sich darin aus, daß Nikodemus den Herrn nicht verstehen konnte, als Jesus erneut sprach. Und Jesus sagte es trotzdem, weil jedes Wort, das Gott ausspricht, Leben ist, auch wenn es über unser Wachbewusstsein nicht in unser Unterbewusstsein dringt, weil es zuvor vergessen wird. Denn es ist eigentlich nicht ein Vergessen, sondern nur ein Absichern, wenn wir das Wort teilen.

Unser Verstand muß nach der göttlichen Ordnung denken und wollen. Was daraus entsteht, wird ‚esse’ und ‚esse’ ist Sein. Es entsteht ein geistiges Feld. Wenn es vergessen wird, dann kann dieses Feld nicht geistig werden, sondern verbleibt in niederen Bereichen, in der Niederseele und wird im weiteren Verlauf  Materie. Das heißt vergessen. Alles, was vergessen wird, geht zwei Wege. Unserem Verstand wird die Bildhaftigkeit entzogen, denn Gott gehört ja jedes Denken und jeder Gedanke. Darum sagen wir schon in der deutschen Sprache: Gedanke, d.h. danke sagen für göttliches Erkennen. Aus dem Göttlichen kommt eine Information auf drei Ebenen auf uns zu: Er gibt uns den Gedanken im Geiste, in der Seele und im Körperlichen. Wir können entscheiden, wie wir die Information annehmen, geistig, seelisch oder bloß körperlich. Kein Mensch kann aus sich denken. Spätestens im Jenseits werden wir dies erfahren, wenn wir dies nicht glauben. Dort können wir einen Menschen sehen, der von vielen Geistern umgeben ist, die durch Umweltbilder auf ihn zukommen. Aber nur solche Geister können einfluten, die eine Ähnlichkeit im Umfeld unserer Seele haben. So ist der Gedanke die Wurzel unseres Fleisches, unserer Seele und unseres werdenden Geistes.

Dies sollte lebendiges Wissen werden, damit wir im Alltag damit umgehen können. Diese Energiefelder kommen auf uns zu und werden durch Wesenheiten eingetragen. Diese ankommenden Felder sind Ich-Wesenheiten, die eine eigene Intelligenz haben. Der Herr nennt sie Seelenfunken, Ich-Potenzen, Ich-Intelligenzen, die in uns wirken. Sie werden biblisch auch Sterne genannt. Wenn die Sterne vom Himmel fallen, dann müssen wir nicht glauben, dass damit die großen Sterne des Kosmos gemeint sind. Es sind vielmehr Sterneninformationen gemeint von Geistern und Wesenheiten um uns herum, die auf die Erde fallen. Unter Erde aber wird unsere Selbstbewusstheit gemeint, die noch ohne Gotterfahrung ist und von Gott weit entfernt ist. Jedes Gottwort hat eine positive und negative Sinnbedeutung, je nach dem, ob wir es mit unserem liebenden Herzen oder mit unserem kalten Wachbewusstsein aufnehmen.

Jesus spricht weiter zu Nikodemus: „Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden“.

Zur Historie: Moses war mit den Hebräern in der Wüste, von Ägypten ausgezogen durch das Schilfmeer, vom Pharao verfolgt. Sein Heer wurde von den Wogen vernichtet und der zurückkehrende Ramses beweinte seinen Sohn und das vernichtete Heer.  Moses zog dem gelobten Lande durch die Wüste Sinai entgegen . In der Wüste mussten die Hebräer die Gesetze und das Wort Gottes kennenlernen. Diese Wüstenwanderung machen wir alle mit. Unser irdisches Leben ist diese Durststrecke, diese Wüstenwanderung,  bevor wir zum Worte Gottes kommen. Dann kommen Schlangen auf uns zu und beißen die Hebräer. Schlangen sind die sinnlichen Gedanken. Mit diesen sinnlichen Gedanken waren die Hebräer nicht mehr fähig, das Wort Gottes aufzunehmen. Sie verstanden das göttliche Wort nicht, das ihnen von Moses verkündet wurde. Wer von einer Schlange gebissen wurde, ist getötet worden, denn es waren Giftschlangen. Da fragte Moses. „Herr, warum strafst Du Dein Volk ? Du hast es erlöst und nun sollen sie in der Wüste totgebissen werden. Hilf Deinem Volk !“  Und Gott gab zu verstehen, dass Er schon helfe, bevor die Bitte ausgesprochen werde. Er sprach: „Errichte ein ehernes Kreuz und hänge eine tote Schlange daran. Wer dann auf die Schlange blickt, soll sofort geheilt sein.“ Moses tat danach und wer nun auf die Schlange blickte, wurde geheilt.

Dieses Geschehen hatte der Eskulabstab zum Vorbild. Die Heilkunst bedient sich des Eskulabstabes, es ist der Stab der Mediziner. Wie Moses die Schlange in der Wüste erhöhte, so muß des Menschen Sohn erhöht werden.

Jesus von Nazareth ist die Schlange, von der hier die Rede ist. Schauen wir uns den Namen JESUS an. Darin gibt es mit dem S sogar zwei Schlangen. Gott hat sich in drei Ebenen offenbart, im Geist, in der Seele und in der Körperlichkeit. Was Körperliches ist, wird Satana oder die Schlange genannt.

Indem sich der Vater im Urgrunde des Lebens oder des Seins für die Schlange öffnete, wurde auch aus der Schlange der Sohn Gottes im Körperkleid. Er hat es am Kreuze erhöht und verklärt als Er dort Sein Leben aushauchte. Dort war Er nur noch der Sohn des Menschen, denn Er sprach: „Vater, warum hast Du mich verlassen!“  Dort war Er pur Menschensohn, denn der Sohn Gottes transzendierte ja in den Geist und stand mit dem Vater auf.

Schon in dem Namen Jesus liegt also das Wunder. Und wie Moses die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß des Menschen Sohn erhöht werden, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben erhalten. ‚Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben’, steht auch in der Bibel. Der Sohn, der uns geboren wurde, ist die erhöhte Schlange.

Was ist die Kunde der Kundalini ?

Die Schlange, die in unserer Emotionalseele ruht, muß erhöht werden. Sie ruht im Wurzelzentrum, dort, wo sich unser Steißbein befindet. Unsere Wirbelsäule ist mit dem Kreuz zu vergleichen. Genauso wie die Schlange von Moses in der Wüste erhöht wurde, so muß unsere Schlange Jesus Christus auf dem Kreuze in uns erhöht werden. Dazu ist es erforderlich, dass unsere Lebenszentren, unsere Kundalini geweckt werden.

Ist dies nicht höchst gefährlich ? Wo kommen wir da hin ? Es wird ja so viel gesagt, was auf diesem Gebiet geschieht. Doch Gott lässt es in Liebe geschehen, ohne dass wir uns besonders anstrengen müssen. Denn wenn wir uns noch anstrengen, die Kundalini zu wecken, scheitern wir in der Regel. Wer mit der  Absicht meditiert, um ein Vollendeter zu werden, dem wird die Meditation nicht helfen. Doch wer in der Meditation zu den Füßen von Jesus hinsinkt und sagt, jetzt weihe ich Dir diese Zeit, da wird Gott eine Freude haben und die Schlange erhöhen und zwar in den Stand, den wir gerade ertragen können.

Wenn die Schlange aus ihrem Schlaf hochsteigt, werden auch die Lüste und Begierden geweckt, nachzulesen in den Himmelsgaben oder in dem Buch ‚Der Weg der geistigen Wiedergeburt’, wo der Herr sagt: „Seht, wenn Meine Sonne in eurem Herzen aufgeht, dann wird nicht nur die Pflanzenwelt belebt, sondern auch die Schlangen in eurem Wamste“, sodaß die Begierden und Leidenschaften belebt werden.

Die meisten Menschen, so sagt uns der Herr durch Meister Eckehart,  sind ohne diese Triebkräfte wie die Ochsen, ihre Liebe ist kastriert worden und sie kann nicht mehr belebt werden, sie hat sich vielmehr  eingekerkert, auch durch die Klausur oder das Zölibat.  Aber so wird die Sexualität nicht überwunden, auch keine Sünde, indem man sich von ihr abschließt und in eine Burg flüchtet. Wer mitten in die Menge hinausgestoßen wird, kann die Sünde überwinden. Die Flucht vor der Frau kann einen Mann nicht heilig machen und umgekehrt. Es gibt viele, die sehr lange keusch leben, doch sie haben ihre Sexualität noch nicht überwunden. Sie werden einmal damit konfrontiert werden müssen, denn sie haben sie nur verdrängt, aber nicht überwunden. Sie haben sie in irgendeine Seelenniesche verdrängt und darüber Sand des Vergessens gestreut. Doch damit sind sie noch nicht geheiligt. Sicher gehört Selbstüberwindung auch dazu. Jede Sünde müssen wir auch durch Selbstüberwinden angehen. Doch damit sind wir noch nicht am Ziel. Es gibt nur einen, der die Schlange erhöht : Jesus Christus. Moses war nur ein Helfer. Doch er hat die Schlange mit dem Jesu-Rat erhöht.

Moses ist mit unserem Geburtsgeist zu vergleichen. Er ist bereit, Gott zu dienen. Doch mit seinem israelitischen Volk kommt er nicht weiter, auch nicht in das gelobte Land. Der Geburtsgeist Moses durfte nicht in das gelobte Land. Er musste zuvor dem Jonas alles übergeben.

Auch unser Geburtsgeist kommt nicht in das gelobte Land, es sei denn, er verschmilzt mit dem Liebegeist, dem Urichgeist.  Erst dies ist die eigentliche Überwindung. Es ist also Jesus, die Gottliebe, der die Schlange erhöhen kann.

Erst, wenn sich das Wasserreich zum gläsernen Meer oder zu einem festen Boden gestaltet hat, auf dem wir gehen können, wird uns der Geist der neuen Schöpfung, nämlich der Geist der Liebe entgegenkommen. Wenn uns der Geist der göttlichen Liebe entgegenkommt, so sind wir in der grünen Aue, von der schon David gesungen hat: „Und so kommt der Herr zu den lebendigen Wassern“.  Das lebendige Wasser wird bei Jakob Lorber zum ersten Mal genannt, es ist der Demutsstrom.

„Die Demut ist das Einzige, was ihr Mir geben könnt !“

Was ist Demut ?  Es ist der Mut, der neuen Obrigkeit zu dienen. Mein Verstandeswissen hat versagt, mein Geburtsgeist hat sich neutralisiert und die Sternenerkenntnisse haben sich um den Geburtsgeist wie das Volk Israel gesammelt. Trotzdem fehlt uns die Demut, der Mut, der höheren Autorität zu dienen, die wir Jesus nennen oder Gott oder Jehova oder Vater.  Diese Dienstbereitschaft ist die Scheidewand zwischen Reinkarnation und Wiedergeburt.

Was sich unter dem Demutsstrom abspielt, das nennt man Reinkarnation. Denn wenn wir im Geiste nicht wiedergeboren werden und auch Jesus nicht annehmen, der uns das Fehlende noch in den Stufen bis zum Demutsstrom geben kann, so besteht die Möglichkeit, daß wir immer wieder wie die Menschen, die östlichen Religionen angehören, den Weg der Reinkarnation beschreiten.

Die seelische Wiedergeburt reicht nur bis zur grünen Aue. Hier ist der Mensch eine vollendete Seele. Aber den Zustand der seelischen Wiedergeburt schafft man ohne Jesus mit einer Inkarnation unmöglich, weil wir  aus unseren Seelenentwicklungszuständen noch sehr viel Tierisches in uns haben. Aus den Mineral-, Pflanzen- und Tierseelen sind wir langsam zu einer Naturseele gestaltet worden und erst dann zu einer Menschenseele. In der Naturseele sind viele ungebändigte Kräfte, die erst gezügelt werden müssen. Die seelische Wiedergeburt schaffen nur Wenige, wie Henoch oder Elias.

Erst die Demut ist eine Kraft, die unser Tun nicht für ausreichend hält. Sie erkennt, dass alle meine Selbstverwirklichkeitsarbeit ja vom Herrn kommt, von dem geliebten Jesu-Geist der Liebe, die auch in mir ist, wenn auch zunächst nur keimhaft. Jesus wirkt durch mich, denkt durch mich, Er will durch mich, lebt und wünscht durch mich. Ist eine Seele zu dieser Einsicht gekommen und handelt danach im Aufblick zu Gott, dem Vater, den wir Jesus nennen, dann kommt Jesus. Er wird uns an diesem Ufer der grünen Aue  begegnen und wird uns in unserer Demut die göttliche Demut lehren. In der göttlichen Demut erfahren wir, dass kein Mensch aus sich denken, wollen und tun kann, sondern dass durch ihn gedacht gewollt und getan wird.

Natürlich kommt es dann auf unsere noch bestehenden Seelenbilder an, welche Geister an unsere Seele noch herankommen und schließlich darauf, wie wir bereit sind, sie anzunehmen. Der Gedanke ist die erste Kontrolle, an dem wir erkennen, welcher Geist an uns herankommt und welchen Sinnes er ist. An der Qualität des Gedankens erkennen wir, ob sich dahinter ein Teufel oder ein Engel verbirgt oder Gott Selbst. Im höchsten Sinne natürlich denkt keiner aus sich, sondern Gott denkt. Doch fragt man sich immer wieder, wie kann der schöne Gottgedanke aufgrund seiner vielen Umhüllungen so grauenvoll werden  und zu uns kommen ?

Wenn Gott einen Gedanken gibt, in der Reinkultur wie Er ihn denkt, so würden wir ihn als die Kraft der reinen Liebe nicht ertragen. Deswegen muß Er ihn auf dem Weg zu uns umhüllen. Schon die obersten Engel des Himmels würden ihn ohne Umhüllung nicht ertragen können und dafür mit ihrer Persönlichkeit büßen. Es ist ein Gesetz: Wenn ein Gedanke von Gott ausgeht, muß er sich in Liebe und Weisheit teilen. Man kann es auch anders sagen, der Gedanke wird nach dem Verlassen Energie und Licht, Wärmeenergie und Licht. Diese Teilung bedingt schon, dass es Auffanggefäße geben muß, die die Liebe und die Weisheit aufnehmen. Die höchsten Engel aus dem Umkreis der Ewigkeit umhüllen  die Liebe und die Weisheit Gottes und daraus entsteht die erste Ich-Formung und dadurch ergibt sich die erste Abwertung des Gottgedankens. Da denkt die Liebe ihre Formen mit ihrem eigenen Grund. Je tiefer nun der Gedanke kommt, um so mehr hat er sich umhüllt auf seinem langen Weg über die vielen Sonnen, zuletzt dem Sirius und der Sonne, zu der die Erde gehört. Und erst mit dieser Umhüllung, den Umhüllungen aus den Astralebenen in den Luftringen gelangt der Gedanke zu dem Menschen. Er hat so viele Hüllen wie eine Zwiebel, in dessen Innerstem der Keim liegt. Und nur dieser reine Keim ist der unverhüllte Gottgedanke. Und dann gibt es da noch unsere eigenen Seelenbilder, die zwischen Gott und unserem Erkennen stehen. Erst wenn sie weitgehend erhellt worden sind, erkennt die Seele in Demut, dass durch uns gedacht , gewollt und getan wird und sagt. „Vater, Du bist es, der durch diese Trägergeister oder Sendlinge durch mich denkt. Nur in dieser Demut können wir mit dem Vater über dem Demutsstrom gehen. Dann fließen Liebe und Weisheit ein und der Vater geht mit mir in Seiner Heiligkeit und führt mich über den Demutsstrom. Erst dann beginnt das Reich Gottes. Hier im Reich Gottes wird der Mensch inne, dass er aus sich wirklich nicht denken, wollen und handeln kann. Dies hatten wir zuvor nur von außen gehört und wir glaubten an dieses Gottwort. Im Reich Gottes erfahren wir es. Mit dieser Erfahrung betreten wir zum ersten Mal den Himmel und dies können wir bereits im Fleische.

Manchmal kommt es uns auch so vor und manchmal fühlen wir es, dass wir es ja nicht waren, der so dachte, wollte und handelte, dass ich eigentlich gebraucht wurde. Wir können für Himmlisches gebraucht , aber auch für Teuflisches missbraucht werden.

Der Missbrauch drängt sich uns auf durch Lust, Leidenschaft und Begierde, während die himmlischen Einflüsse dezent einfließen, wie Swedenborg beschreibt.

All dieses steckt im Nachtgespräch zwischen Nikodemus und Jesus und wir fragen uns, wie der Vater in uns Sein Reich errichten will. Wir sehen unsere vielen Sünden, Leidenschaften und Lüste. Doch der Vater sagt: „Siehe, lerne zuerst allen Menschen zu verzeihen und zu vergeben, ganz gleich, was sie tun“.  Denken wir daran, dass in jedem Menschen der Geist Gottes ist. Dann können wir jeden Menschen lieben, denn in ihm ist Gott. Der Nächste ist das Göttlich-Gute in ihm. Dieses können wir lieben (Die wahre christliche Religion). Daran sollen wir glauben und es geschieht uns dann, dass uns eines Tages die Augen geöffnet werden, dann begegnen wir vielleicht einen absolut unsympatischen Menschen, der nur dumm und ordinär reden kann. Doch aus unserer Liebe heraus wird er uns das sagen, was reine Entsprechung ist und was wir in dieser Situation als Lösung benötigen. Dies muß dieser Mensch nicht verstehen. Er versteht nur, dass von uns eine Liebesschwingung ausgeht, die ihn berührt und seinen Geist trifft, aus dem dieser nun spricht. Wenn es uns gelingt, unseren Nächsten so zu lieben, nämlich ihr Innerstes, Ihr Göttliches, dann werden sie uns auch nicht mehr verletzen und kränken können.  Sie werden dann mit uns anders reden, obwohl sie es nicht wissen, warum. Sie glauben auch nicht, dass wir besser sind, doch ihr Geist dirigiert sie. Dies ist das Wunder. Versuchen wir es, dieses Wunder zu erleben. Doch nur unsere Liebe kann dieses Wunder im Nächsten wecken. Diese Aufgabe können wir täglich üben, auch bei wildfremden Menschen. Schon ein Lächeln oder ein erstaunter Blick können uns mehr sagen. Dann haben wir schon ein Evangelium bekommen. Auch durch ein Schweigen kann uns Gott etwas sagen, denn im Schweigen liegt oft mehr Weisheit als in langen Reden.

Nächstenliebe führt uns nur in das Paradies, keine Schwelle weiter. Nur die echte Gottliebe erhöht uns und führt uns in den Himmel, der nach dem Demutsfluß einsetzt. Nächstenliebe ist die Basis, sie muß erfüllt werden. Erst im neuen Himmel setzt die Wiedergeburt des Geistes ein.

Zum Schächer am Kreuz sprach Jesus: „Wahrlich, wahrlich, heute noch wirst du mit Mir im Paradiese sein.“ Also nicht im Himmel. Der Schächer war durch seine Leiden am Kreuz und die Annahme von Jesus seelisch wiedergeboren. Er erkannte in Jesus nicht Gott. Er liebte Ihn als einen Propheten durch seine Nächstenliebe. Erst Gottliebe schafft den Himmel. Dazu brauchen wir Seine geistige Taufe. Der Himmel ist ein Vollendungsreich zur göttlichen Einswerdung unserer Seele mit Gott dem Vater. Die Einheit mit Gott wird dort angestrebt und die Gottwerdung unserer Seele ist das Ziel der Vollendung. Der Himmel ist nur weitere Schulung. Die Einung muß uns geschenkt werden.

Das Eingeständnis in der Demut, dass wir aus uns nichts können, ermöglicht uns das Weiterkommen. Wir brauchen aber für unser Weiterkommen die Gemeinschaft, die Kirche. Je größer der Horizont des Selbstverwirklichers wird, sie hat doch noch eine Grenze. Grenzenlos ist nur Gott. Der Selbstverwirklicher, der das Nirwana anstrebt, sinkt nur als ein Tropfen in das Meer Gottes. Doch dann erlischt sein Bewusstsein. Er verliert sein Ichbewusstsein. Einige Avatare erkannten dann, z.B. Yogananda, dass es da noch eine höhere Autorität des Vatergottes gibt. Er ordnete sich dieser Autorität unter und da begegnete er Gott. Ihre Demut schaffte eine neue Schwelle und weil sie für die Aufnahme des Gott-Liebegeistes bereit waren, konnten sie in das Reich Gottes ohne Verlust ihres Ich-Bewußtseins aufgenommen werden.

Jeder von uns ist Träger des Urgeistes Gottes. Je mehr wir die Jesu-Liebe annehmen, desto mehr wird er nach außen die Jesus-Gott-Liebe reflektieren. Die meisten Menschen können dies noch nicht. Aber wir alle können uns auf den Weg machen. Einige sind erst Säuglinge, die anderen schon Kleinkinder, mehr wie groß werden wir ja nicht. Unser Wachstum erkennen wir im Verhältnis unserer Liebe zum Nächsten. ‚Wer in dem anderen nichts als Christum sieht, schaut mit dem Auge, das aus der Gottheit blüht.’ (Angelius Silesius im Zustand seiner Verzückung, wir wissen nicht, ob sie nur kurzfristig war). In der Verzückung sind wir vollendet.

Jeder einzelne Mensch ist eine Gottverwirklichung, ein Hologramm Gottes. Es ist so schade, dass viele Menschen aneinander vorübergehen und sich dabei nichts denken. Er geht ja an Gott vorüber, der in diesem Menschen Form angenommen hat. Wir sollen also jeden Menschen für wertvoll schätzen, auch dann, wenn er noch irgendwie in der Gosse liegt. Er hat erst angefangen.

War seine Seele zuvor noch eine Schlange, so kann er nach seiner Erstinkarnation noch nicht so sicher auf den Beinen gehen. Dann fällt er noch in die Pfützen, weil dies seine Heimat in den Vorleben war. Da muß er sich erst herausleben. Aus diesem Blickwinkel können  wir alle als Gottesbilder lieben. Werden wir einmal eins mit dem Vater, können wir die Urbilder erschauen, den Urgedanken der göttlichen Liebe, den Er für jeden von uns einmal in sich dachte.

Es ist ein sehr weiter Weg, bis der Geburtsgeist und der Urichgeist in unserer Seele wachsen.  Der Geburtsgeist reicht die linke Hand. Der Urichgeist nimmt die Weisheit mit Seiner rechten Hand an. So begegnen sich diese beiden Hände wie zu einem Gebet. Beide Arme umschlingen eine Frau und sie blickt zum Urichgeist liebevoll auf. Dieses Bild tragen wir alle in uns. Man nennt sie die eheliche Liebe. Solange der Mensch mit seinem Geist diese eheliche Liebe nicht schließt, ist er nicht fähig, mit einer Frau eine eheliche Liebe zu führen. Dies können wir erst nach der Eingeburt. Dies ist die Szene der Eingeburt, in der der Mensch fähig wird, eine Frau zu lieben. Vorher können es weder Frau noch Mann. Wenn nicht der Geist der Urliebe Gottes in uns eingeboren worden ist, lieben wir eigentlich nur aus dem Sexuellen heraus. Sie ist mehr eine Sexualliebe. Erst durch die Verbindung der beiden Geister erhöhen wir den Sexus in den Eros der Liebe, der dann bei der totalen Verschmelzung zur Agape erblüht. Da schaut dann der agapebewußte Hermaphroditengeist im Du nur noch Gott und er sieht Ihn auch in den anderen Menschen.

Jesus hat gesagt, dass jeder einzelne Mensch eine nie mehr wiederkehrende Offenbarung Gottes ist, ein lebendig gewordenes Wort.

Mit unseren Händen nehmen wir die Lichtströmungen des Kosmos auf, die aus der Liebe Gottes kommen. Über die Fußsohlen, die mit der Mutter Erde verbunden sind, nehmen wir  die Liebesschwingung Gottes auf, die aus der Weisheit kommt. Die Erde ist die Maria, die den Sohn Gottes gebiert. Durch unsere Erdinkarnation und unsere Bereitschaft, uns mit der Erde verbunden zu haben, sind wir in den Geburtsgeiststand gekommen, in uns eine Maria zu gestalten, eine heilige Jungfrau der reinen Seele, die den Sohn Gottes in uns gebären wird. „Und wird Jesus Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in Dir, so bist du ewiglich verloren !“ Die Wiederkunft Christi ist also zuerst in uns !  Solange wir nach außen lugen und dort Jesus Christus erwarten, werden wir sie versäumen. Wir müssen uns bereiten, die Wiederkunft Christi in uns zu erfahren, dann werden wir sie außen auch nicht verpassen.

Stellen wir uns doch vor, dass wir Nikodemus sind., der in der Nacht zu Jesus geht. Welche Frage würdet ihr Ihn stellen ?  Lautet sie nicht: ‚Was habe ich am nötigsten, um Dir näher zu kommen ?’ Jeder wird seine Antwort bekommen. Wenn nicht mit Worten , so vielleicht in Gedanken. Unserer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jared hat einmal einen Traum geäußert, und zwar zu einem hereintretenden Fremden. Dieser fragte ihn nach seinem Traum und Jared antwortete: ‚Ich träumte, der Vater sei bei mir’. Da drehte sich der Fremde um und verbarg eine Träne, denn es war der Herr Selbst. Und nach Seinem Wiederzuwenden sprach der Fremde zu Jared:  „Nun  komm an Meine Vaterbrust, jetzt hast du nicht mehr Not, nur von Mir zu träumen. Dann gab Er sich Jared zu erkennen (HGT).

Unser einziger Trost kommt von Gott. Lernen wir es, Seine Tröstungen anzunehmen.  

Der Herr sagt durch Swedenborg, dass die Seele vom Vater ist und der Körper von der Mutter. Unter Körper versteht Swedenborg nicht den physischen Körper. sondern den Seelenkörper, die sogenannte emotionale Seele, also die Niederseele. Die Niederseele ist also von der Mutter und die höhere Seele vom Vater. Über die Gene der Mutter bekommen wir die Hauptbestandteile unseres physischen Körpers und den Seelenkörper, der den physischen Körper versorgt.

Jesus Christus wurde vom Vater gezeugt und Er hat die Niederseele von Maria erhalten. Maria war zwar eine reine Jungfrau, aber auch sie musste hier auf Eden geboren werden und hat von den Vorvätern die Erbgene aufgenommen. In den Erbanlagen steckt auch das Erbböse. Hätte Jesus von Maria nicht die Niederseele übernommen, hätte Er uns nicht unsere Sünden abnehmen können. In der Niederseele befinden sich die Trägergeister oder Trägerfelder, mit denen die Sünden zu uns gelangen. Dieser Seelenanteil musste auch in Jesus einfließen. Von Maria übernahm Er  nur die Seelenfunken aus den Mineral- Pflanzen- und Tierseelen, diese Funken mussten sich in Ihm nicht gestalten. Denn bei uns entstanden die Formen aus der Sünde, die Seine Seele ja nicht begangen hat.

Jesus benötigte dreißig Jahre, um Seine Niederseele mit der Hochseele zu verbinden. Ab diesem Zeitpunkt hat Er zu Maria nicht mehr Mutter gesagt, sondern konnte sprechen: „Weib, was habe Ich mit dir zu schaffen ?“ Da hatte Er bereits das Mütterliche von ihr erhöht und das Erbböse von ihr zu Seiner Gottseele verwandelt. Mit dreißig Jahren war Er vollkommen seelisch  wiedergeboren. Sein Geburtsgeist hatte in Ihm die Seele vollkommen durchdrungen.

Wenn Er sich Menschensohn nannte, dann meinte Er Seinen  Seelenanteil von Seiner Mutter. Nur dieser Teil musste den Leidensweg durchleben. Wenn Er sich Gottessohn nannte, bezog Er Sich auf Seinen väterlichen Seelenanteil.

Mit den Beginn Seiner Lehrjahre vollzog sich in Ihm die Geburt des Urichgeistes in Seinem Geburtsgeist, der sich aber immer wieder zurückzog. Jesus war der Erste, der den Urgeist der Liebe, den Vater, vollkommen in Seinen Geist aufnahm. Und wenn er in diesem Zustand war, dann konnte Er sprechen: „Wer Mich sieht, sieht den Vater.“ Das war der Zustand der Erhöhung. Wenn sich der Vater zurückgezogen hatte, dann sagte Er: „Der Vater ist größer als Ich“ oder „Ich gehe zum Vater beten.“ Wenn wir uns dies klarmachen, verstehen wir die Jesu-Worte besser.

Die Jesu-Seele musste nicht über das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich entwickelt werden. Sie wurde vielmehr bereits in der Urzeit entwickelt. Das erste Erscheinen der Jesu-Seele geschah in Adam. Doch in Adam konnte sie nicht bleiben, weil Adam nicht bereit war, die göttliche Liebe in sich ausreifen zu lassen. Er hat sie vorzeitig aus sich herausgestellt und dadurch die Eva geschaffen. Da musste die Jesu-Seele weichen und sich über weitere Stationen heranpirschen.

Adam hatte vor seiner Vertreibung aus dem Paradies einen Bioplasma-Leib. Vor der Herausstellung der Eva war er noch hermaphrodit. Hätte er die göttliche Liebe in sich ausreifen lassen, hätte Jesus aus Adam herausgestellt werden  können.

Das nächste Auftreten von Jesus erfolgte 920 Jahre nach der Geburt von Adam. Hier ist Er zu den Kindern als Abedam gekommen, dann als Asmahael oder als Aba-Emanuel. Da hatte Er Seine Seele bereits zu einer Naturseele gebündelt.

Bei uns nimmt nur ein Gottesfunke als Geburtsgeist Wohnung. Bei Jesus ist der Geburtsgeist die ganze Fülle Gottes, die sich bei Jesus aber als Geburtsgeist mehr auf die  Weisheit Gottes bezog, die Er in Satana hinausgestellt hatte.

Wenn wir davon sprechen, dass wir einen Gottesfunken in uns haben, dann müssen wir bedenken, dass der Geist Gottes unteilbar ist. Deshalb ist der Funke in uns nicht als ein Teilbereich Gottes zu verstehen, sondern eher als eine Funktion, denn der Gottesfunke kann in uns nur insoweit wirken als es die Seele zulässt. Nur vom Gottesgeist gesehen ist der Funke unbegrenzt, vom Geschöpf aus gesehen ist er eine Funktion und darf in der Seele noch nicht voll wirken. Der Seele ist es freigegeben zu bestimmen, wie weit der Gottesfunke wirken kann. Der Gottesgeist ist überall und erfüllt alles. Außerhalb des Gottesgeistes können wir nicht sein. Aber etwas kann Gott Widerstand leisten: Wo unser Ich ist, kann Gott nicht sein.

Auch unsere Niederseele ist pur geistig und sie wird auch die Urseele genannt. Jesus gebraucht durch Jakob Lorber für Satana ebenfalls den Begriff Urseele. Satana hat das Seelenpotential all unserer Sündhaftigkeit. Die Niederseele ist durch Sünde entstanden. Es gibt aber auch eine ungeschaffene Seele, die in Gott als reiner Seelenfunken geblieben ist. Dies erfahren wir durch Eckehart. In den Lorbertexten wird nur spärlich gesagt, dass die Seele göttlich ist. Wenn Eckehart von Seele spricht, dann meint er nur die Reinseele.

Bei Jesus war es auch so. Er hat eine göttliche Seele und eine geschaffene Seele. Diese beiden Seelen hat er bei der seelischen Wiedergeburt total vereint. Von da an war Er aus körperlicher Sicht Menschensohn, aber innerlich seelisch gesehen Gottessohn.  

Weitere Möglichkeiten zur menschlichen Vollendung  

Unsere Füße können als Wurzeln betrachtet werden. Wie Wurzel nehmen sie die Strahlungen der Erdenergie oder Naturenergie auf. Man kann diese Energie auch die mütterliche Energie nennen. Sie ist das göttliche Weisheitspotential des Lebens und diese Energiequellen befinden sich in der Erde und gelangen von dort in die Natur und über unsere Füße in unseren Energiekörper.

Im Entsprechungssinne ist die Erde die Kirche Gottes und die Mutter die christlich-göttliche Weisheit. Für die daraus fließenden Energien sollen wir unsere Kanäle öffnen. Öffnen wir unsere Kanäle oder Tore, fließen natürliche Hilfskräfte in uns ein. Der Teufel muß uns also wie ein Engel dienen. Solange wir vor dem Teufel zurückschrecken, verschließen sich unsere Kanäle. Unsere Vorurteile schaffen dann Blockaden und wir schnüren uns vom Leben ab.

Es kann immer wieder beobachtet werden, dass Geistfreunde, die sich mit den Neuoffenbarungsschriften befassen, die negative Seite ihres Lebens vollkommen verurteilen und dadurch Blockaden schaffen. Wir sollen die Sünde wohl verurteilen, aber nicht den Sünder. Insoweit meinen wir, dass uns dies nichts angehe, wenn jemand gesündigt hat. Mich selbst aber beschuldige ich als Sünder. Dann bläht man  wieder seine Brust und bittet den Herrn um Vergebung. Doch auch diese Selbstbeschuldigungen sind Blockaden. Wir sollen bekennen, dass wir Sünder sind, wir sollen an der Sünde aber nicht festhalten. Schuld bannt uns noch an die Sünde. Indem wir den anderen Sünder entschuldigen, können wir uns auch selbst entschuldigen, dabei innerlich um Vergebung bittend. Dies beten wir im Vater-Unser. Dadurch werden wir innerlich frei und helfen allen Genien, Satiren und Naturgeistern in und um uns, die uns stetig dienen, wenn sie mit den aufgenommenen Energien eingeflossen sind. Auch diesen Geistern sollen wir täglich danken, nicht nur den Engeln und gar Gott Selbst, der uns in jedem Augenblick belebt. Der ganze Himmel ist um unsere Seele bemüht. Dafür können wir stets danken. Danken wir diesen Kräften, dann werden sie uns auch mit Freuden dienen. Ihre Arbeit ist nicht selbstverständlich. Wenn wir sie lieben und ihnen danken, erhöhen wir ihr und unser Glücksgefühl. Auch sie sind freie Wesen mit einem Ichbewusstsein. Sie schaffen so tüchtig, dass sie allen Schmutz aus uns herausdrängen, den wir durch Nahrung oder Gedanken, durch Gelüste, Leidenschaften und Begierden in uns aufnehmen. Dann ist unser diesbezügliches Verständnis fehlerhaft und bedarf einer Reinigung.  

Der Name Jesus wurde 4151 nach Adam für uns aufnahmebereit. Vor dieser Zeit gab es den Namen Jesus in Bezug auf unsere Geschaffenheit nicht, sondern nur in Bezug auf unsere Unerschaffenheit. Doch da wurde er noch nicht Jesus genannt, sondern hatte verschiedene andere Namen.

Die Menschen vor Adam hatten wohl die äußere Form eines Menschen, es fehlte ihnen aber noch der Geburtsgeist. Die Präadamiten hatten nur  ein Kollektiv- oder Herdenbewußtsein . Dieser Geist war vor Adam  ein Gemeinschaftsgeist aus dem Göttlichen und war gegliedert in die sieben Sterne. Es hatte sich einen Gemeinschaftsgeist aus den sieben Geistern Gottes langsam entwickelt und die sieben Geister Gottes, nämlich die Liebe, die Weisheit, der Wille, die Geduld, der Ernst, die Ordnung und die Barmherzigkeit wurden im Gemeinschaftsgeist zusammengefasst.

Damals bildeten die Menschen Gruppen und Sippen. Getrieben von diesem Gemeinschaftsgeist waren es Völker, die von Ort zu Ort zogen. Sie zogen weiter, wenn es nichts mehr zu essen gab. Sie entwickelten auch Kulturen, die durch die Intelligenz des Gemeinschaftsgeistes sehenswerte Produktionen verwirklichten. Der Einzelne vermochte dies nicht. Durch Jakob Lorber sagt uns der Herr, dass sie noch primitiv waren.

Adam war jetzt der Präadamit, der aus dem Edelsten der Präadamiten entstanden war und als Erster den Geburtsgeist , den Geist aus der göttlichen Weisheit eingehaucht bekam. Dieser Geist sollte zunehmen, weshalb er auch als Mondsichel dargestellt wird.  

Die Zahl 4151 hat eine geistige Entsprechung. Die Vier steht für das Eingehen in die Materie. Der freie Geist Adam hatte schon lange gelebt , aber als Geist. Sein Geburtsgeist hatte sich gesammelt und sich zu einer Menschenform gebündelt, die da noch eine Bioplasma-Form hatte. Dieser Körper konnte sich jederzeit auflösen oder existent sein wie der von Abedam oder Asmahael. Er war noch hermaphroditer Art und er war noch unsterblich. In dieser Art nahm er noch keine äußerliche Speise zu sich. Er absorbierte vielmehr  die kosmischen Strahlen des Lichtes und der Liebe und verwandelte sie in Lebensenergie. Es gab bei ihm daher auch keine Ausscheidung. In diesem Körper konnte er die ganze Erde bereisen, wie dies z.B. bei fernöstlichen Avataren beschrieben wird.

Im Jahre 4151 vor Christi hat Adam einen materiellen Körper angenommen. Dies ist kein Sündenfall, sondern eine Form der Jesu-Menschwerdung. In Adam war die göttliche Liebe genauso präsent wie die göttliche Weisheit und in Adam sollte die Liebe ausreifen und er sollte die göttliche Liebe nach der Ausreifung aus sich herausstellen. Der göttlichen Liebe liegt es inne, sich ständig mitzuteilen. Welche Liebe will sich nicht mitteilen. So war es auch bei Adam. Er hatte diese Liebe in sich kultiviert und bekam eine große Sehnsucht und sie wurde eine große Sucht, sodaß er suchte, die Liebe nach außen zu verwirklichen. Da ließ Jehova den Schlaf über ihn kommen. Der spezielle adamitische Gottgeist, dieser Gottgeist in ihm ließ auf die Seele einen Schlaf fallen, weil sie zu frühzeitig die Liebe freigesetzt hatte. Die Gottliebe vermochte sich deswegen in Adam nicht mehr zu halten, sie trennte sich von seinem Geburtsgeist. Die Bibel nennt das den Rippenbruch.  Adam verlor seinen Bioplasmakörper, sein Lichtkörper wurde zersprengt und die Eva herausgestellt. Es war ein Bruch mit sich selbst, den Adam vollführte. Eva heißt auf hebräisch Caiva, die Selbstliebe. Seine agapische Liebe von Gott hatte sich nicht durchgelebt, sie war nicht ausgereift, sodaß sich die Gottliebe, Jesus, von ihm zurückziehen musste. Adam wurde stofflich, geteilt in Mann und Frau. Die Selbstliebe hatte sich zur Frau gestaltet. Eine ganz neue Entwicklung wurde eingeleitet, die mit dem paradiesischen Zustand begann, sie befanden sich also noch in den Zustand, der mit dem Zustand der seelischen Wiedergeburt vergleichbar ist. Ihre Umwelt war ihnen noch untertan.

Die Entwicklung von Menschen in Hermaphroditenform hatte Adam also abgeschnitten, denn es war nun ein Geschlecht entstanden, bestehend aus Mann und Frau. Diese materielle Bindung wird nie mehr aufhören, wie uns Jesus durch Jakob Lorber sagt.

Man könnte jetzt einwenden, dass die gesamte Natur, bis auf wenige Ausnahmen bereits geschlechtlich war, dass dies also von Gott so vorprogrammiert war. Doch nur in der Hierarchie Satana herrscht Geschlechtlichkeit. Auch Satana hatte ihre Hermaphrotitenschaft durch ihren Fall verloren. Auch sie hatte sich von der Gottliebe getrennt. Gott wollte zunächst in diesen natürlichen Erdkörper den androgynen Menschen, dem die Präadamiten und die gesamte Natur untertan gewesen wären, wie dies in der ersten Phase von Adam und Eva bis zur Vertreibung aus dem Paradies auch noch war. Aber antstatt der Eva sollte aus Adam Jesus hinausgestellt werden. Die Zurückführung der Materie in höhere Zustände hätte dann viel schneller erfolgen können. Jetzt musste die Gottliebe neue Wege beschreiten. Es wäre sonst nicht erforderlich gewesen, dass auch die Gottliebe in Jesus Fleisch und die geschlechtlichen Attribute annehmen musste, um auch das aus Adam entstandene Geschlecht am Kreuze zu erlösen.

Nach dem Verstoße aus dem Paradies konnte Adam mit seinem gefestigten Körper noch nicht umgehen. Er strauchelte über eine Wurzel, die ihm im Weg stand und nicht mehr beiseite wich, wenn er vorüberschritt. Er musste es erst lernen, mit der Materie umzugehen.

Adam und Eva haben als Dualpaar einen Geist. Es gibt auf der Erde keinen Mann und keine Frau, die nicht ununterbrochen mit dem Geist seines Duals verbunden ist. Doch jetzt haben wir in der Regel andere Wahlen getroffen. Wir können unseren Geburtsgeist über unser Dual nur in den seltesten Fällen beleben.

Das Paradies und der Himmel sind jetzt die Anstalten, wo wir anstatt auf Erden unter Führung von Jesus Christus zur seelischen und geistigen Wiedergeburt gelangen können. Dort kann jetzt nachgeholt werden, was wir auf Erden versäumen. Aber nur Jesus kann uns dort unser Dual zuführen.

Die Gottliebe trat 920 nach der Geburt von Adam in einer Engelsgestalt auf. Er musste sich eines Engelskörpers bedienen, weil es ja Adam nicht geschafft hatte, die Gottliebe in sich ausreifen zu lassen. Es war nicht ein Engel aus einem Himmelsbereich, es konnte auch kein hierarchischer Engel sein. Nach Meister Eckehart gibt es in der Mitte der Gottheit den Urgrund der Liebe. Hier bestehen Schichten des göttlichen Innenbereiches, das Zentrum des Herzens Gottes wird schon allein Jesus genannt. Hier sind Wesenheiten, die ichbewußter Art im Sein sind und es gibt Wesenheiten im Wesen Gottes. Seins-Wesenheiten bilden einen Einzelkörper und werden zu Engeln, die den Liebegeist zu uns herunterbringen. Sie sind nicht fähig, die Fülle der Gottliebe aufzunehmen. Aber Wesenheiten, die unterhalb der Seinschicht liegen, sind hierzu fähig. Solch ein Engel empfing den Geist der Jesu-Liebe und trat als Abedam, als Asmahael usw. auf. Er erschien dem Moses als Flamme und dem Lamech als Wolke. Tausend Jahre später erschien Er dem Abraham als Melchisedek. Schließlich nahm Jesus Seinen dritten Körper in der Gestalt des Nazaräers an. Dies war eine Jahrmillionen andauernde Evolution (4. GJE).

Im 4. Band des Großen Johannesevangeliums befindet sich für uns noch eine Zentralstelle, in der ebenfalls die Evolution des Göttlichen liegt. Wer diesen Satz beherzigt, hat ebenfalls schon alles.  

Er steht im 7. Absatz des 95. Kapitels und lautet:

Ich will es, dass von nun an alle Meine Gedanken und Ideen durch euch erst ins vollste Werk gesetzt werden, hier schon für die Seele, Herz und Geist eurer Brüder und Schwestern, und jenseits aber in all die großen Wirklichkeiten von ihrer innersten geistigen Entstehungssphäre bis zu ihrer alleräußersten materiellen Ausbildung, und von da zur abermaligen Rückführung ins vermehrte, rein und selbständig geistige, vollendete Leben.

Unser Vater will also göttliche Gedanken durch uns ins Werk setzen. Mit der Verklärung Jesu wurde der göttliche Geist der Liebe in unser Herz eingetragen. Jesus ist Gott in uns und Er will es, dass all Seine Gedanken durch uns ins Werk gesetzt werden. Es wird auch ausgedrückt, dass diese Gottgedanken für das Jenseits und nicht für das physikalische Universum ins Werk gesetzt werden sollen, denn dort sollen Herz, Seele und Geist wirksam werden. Der materielle Körper ist nur ein Fahrzeug in diesen jenseitigen Stand, in das Reich Gottes. Es ist so bedauerlich, dass die meisten Christen keine Ahnung vom Jenseits haben. Auch Jehovas Zeugen lehnen ein Jenseits ab und nennen derartige Schilderungen spiritistische Phantasien. Dieser Spiritismus sei gefährlich und dämonisch, sie betrachten die Offenbarung durch Jakob Lorber als dämonische Offenbarung, die viele Menschen verführe.

Doch unser Herz ist bereits erweitert worden. Wir haben in Gott eine ganz neue Liebe entdeckt, die sie noch nicht kennen. Alle sollen sie noch kennen lernen, denn Gott will es, dass es so geschieht. Eines Tages werden sie ihre Dogmen und Lehrsätze über Bord werfen.  

Die innerste geistige Entstehungssphäre bis zur alleräußersten Ausbildung, was ist darunter zu verstehen ?

Unsere Gedanken und Ideen, die von uns ins vollste Werk gesetzt werden, werden von uns zuerst geistig gestaltet und dann erst materiell ausgebildet. Materie heißt Stoffliches. In dem Wort Materie steckt das Wort Mutter. Es ist das aus dem Mutterboden Herauskommende. Doch auch die Blume  muß nach ihrem herrlichen Erblühen wieder verwelken. Die Materie ist nur eine Zeitformel des Geistes. Der Zerfall ist erforderlich, damit der Vater in ihnen geboren wird. Vater aber ist Transzendenz, Erhöhung in eine geistige Ebene. Eine Rose kann im Jenseits nicht mehr verwelken. Dort wird sie permanent erneuert, vergeistigt. Nur im Irdischen erleben wir den Zerfall. Dies ist eine Rohheit in der Hierarchie Satanas. Die Mater, die Materie wurde zur Hure, so steht es im Wort, deshalb müssen ihre Kinder sterben. Doch der Vater ist gekommen und hat die Kinder belebt, hat sie zur reinen Jungfrau gestaltet und hat sich Selbst durch die reine Jungfrau verwirklicht als Gottes Sohn. Wir alle dürfen Ihm nachfolgen.

Wer diesen einen Satz versteht, versteht das gesamte Lorber-Werk, so herrlich ist er. Dieser Satz könnte auch im Schriftwerk von Eckehart stehen, denn dort ist die gleiche Quelle.

Dann folgt im gleichen Satz eine weitere Erhöhung. Jetzt sind die Gedanken, die der Gottgeist durch uns getan, gewirkt, gelebt und geliebt hat, Geist geworden und haben sich in der Seelenentwicklung ausgebildet zu Formen materieller Art und nun gehen sie über in die Verwandlung ins Jenseits und von da zur abermaligen Rückführung ins gemehrte, rein und selbständige geistig vollendete Leben. Dies bedeutet, dass all unsere Gedanken, Wünsche und Regungen, die wir in den Werken verwirklichen, nach der Stofflichkeit verwandelt werden und transzendieren in den Geistkörper Jesu Christi. Wir tragen also dazu bei,  dass der Zellkörper unseres Jesu-Gottes immer wieder neue Zellen aufbaut und in aller Ewigkeit stetig wächst. Denn es heißt hier ganz deutlich: Rückführung ins gemehrte rein und selbständig geistig vollendete Leben. Mit unserer Wesenheit sind wir der Umschlagplatz Gottes geworden. Gott gibt uns Impulse und wir setzen sie nach unserer Reife um in die Materie, in Seelenkörper, in Geistkörper und schließlich in den Gottkörper. Im Gottkörper spiegelt sich Gott in uns als Gott. „Ihr seid Götter !“  Die Liebe setzt immer wieder neue Formen. Sie sprengt die Unendlichkeit. Und dann sagt noch der Herr: „Und dazu, Freunde, wird unendlich viel Zeit, Geduld und große Tätigkeit erforderlich sein und eine ebenso große und allumfassende Weisheit und Kraft !“

Danken wir Gott, dass es so etwas gibt, für Seine Güte, für dieses Geschenk.  Eine solche Tiefe, die hier steht, finden wir im ganzen Lorber-Werk nicht mehr. Allein dieser eine Satz kann unsere ganze Liebe erwecken.

Seit Adam gibt es den Geist der Weisheit, jetzt kommt Jesus mit dem Geist der Liebe. Er kommt Selbst zu uns herunter. Am Tage der Eingeburt senkt sich die Liebe als Gottes- und Gnadensonne in unser Herz. Unser Herz hat einen neutralen Geist der Weisheit, der wie eine Schüssel offen ist. Wenn nun der Mensch Jesus liebt, wenn seine Liebe zum ersten Mal zu ihm erwacht, so schafft diese Liebe eine Verbindung. Der Gedanke an Jesus schafft nur Seine Gegenwart, die Liebe zu Ihm schafft aber Verbindung. Wenn ich an Jesus denke, entsteht in meiner Herzgegend die Gegenwart der göttlichen Gnade. Sie kann aber noch nicht eintreten. Wenn aber mein Herz liebt, verbindet Er sich mit uns. Jeder, der Jesus wirklich von Herzen liebt, hat damit also einen direkten Kontakt mit der göttlichen Liebe geschlossen. Dieses Band ist unzertrennlich und wird nie mehr aufgelöst. Dieser Geist wird nie mehr ruhen, bis er nicht mit dem Geburtsgeist verschmolzen ist. Die göttliche Offenbarung des Herrn durch Jakob Lorber unterscheidet nämlich die beiden Geister nicht mehr so sehr.

Wenn Jesus vom Gottgeist spricht, so meint Er den schon vereinigten Liebe-Weisheitsgeist. Denn wer Jesus nachfolgt, dem braucht Er dies nicht mehr zu erklären und diese Worte sprach Er ja zu Seinen Jüngern. Wir unterscheiden dies nur,  damit unser Verständnis geschult wird und wächst und wir es verstehen, wenn Passagen auftauchen, wo der Geist wieder nur die Weisheitsform darstellt. Wir müssen es selber herausfinden, wann nur vom Geburtsgeist, vom Liebegeist und wann vom vereinigten Weisheits-Liebe-Geist die Rede ist. Nur in wenigen Passagen wird dies klar definiert.  Einmal im GEJ, wo der Herr die sieben Schöpfungstage schildert. Hier spricht Er von der Sonne und vom Mond. Ein andermal spricht Er im ‚Weg zur geistigen Wiedergeburt’, wo der Herr spricht : „Ich gebe euch in den schon vorhandenen Geist des Herzens einen neuen Geist der Liebe. Es gibt also zwei Geister. Sonst wird immer nur von einem Geist gesprochen, sodaß man zumeist darüber hinwegliest.

Mit der Menschwerdung Jesu Christi setzt sich die Gottheit in ihrer ganzen Fülle in uns ein, mit Seinem Heiligen Geist. Die Katholiken und die evangelischen Christen haben daraus eine dritte Person gemacht. Der Heilige Geist ist keine dritte Person. Personal wird sie, wenn wir als ganzes Wesen die Persönlichkeit Gottes in Liebe und Weisheit annehmen. Dann sind wir ein Ausdruck des Heiligen Geistes, wenn auch der Körper noch so schäbig ist, so ist dann doch der Heilige Geist wirksam. Dies bezeugen manche Werke, wo man sagt, das war der Vater, der durch ihn gehandelt hat. Man sieht an den Werken oder an den Vaterworten, die jemand von sich gibt, in welchem Zustand er dann in seiner Liebe ist. Wir können nie über unsere Liebe hinaus schaffen.  

Reinkarnation und Wiedergeburt  

Reinkarnation ist Wiedereinfleischung, sie  gibt es seit der Zeit von Adam. Über Meduhet wurde die Urlehre im Lorberwerk bekannt gemacht, 1.HGT 33 ff. Meduhet floh mit den Seinen vor der Gewaltherrschaft des Lamech aus Hanoch. Sie flohen nach China und ein Teil bis Japan. Aus seinem Geburtsgeist formulierte er ein Gebet. ‚Und wenn ihr dem großen Gott nicht folgt, dann wird eure Seele zerrissen werden und über Pflanzen, Steine und Tiere immer wieder neu gezeugt werden müssen, bis endlich  eure Seelen nach langen Wiedereinfleischungen zu einer Menschenseele werden.’ Das war die Geburtsstunde der Reinkarnationslehre, die dann auch in den östlichen Religionen,  in der Veda  oder im Sanskrit, aufgenommen und veröffentlicht wurde.

Was hat Meduhet wirklich gemeint ?

Wir haben gehört, welche Chance wir seit Adam haben, mit dem neuen Geist, den wir Geburtsgeist nennen. Der Geburtsgeist soll der Herrscher unserer Seele werden, wenn er die sieben Leuchter oder Fähigkeiten in sich entwickelt, die nach der Johannes-Offenbarung die sieben Geister Gottes sind. Sie haben eine vollendete Seele gebildet. Jeder Geburtsgeist ist aber auch mit allen anderen Geburtsgeistern verbunden, die in den anderen Menschen ruhen, denn er hat sich in allen Adamiten verwirklicht. Seine Individualisierung geschah dadurch, dass er einen Körper angenommen hat. In dem Augenblick, in dem er einen Körper annimmt, tritt er aus dem Gemeinschaftsbewußtsein der göttlichen Weisheit in ein individuales, persönliches Ichbewusstsein, damit in eine Ichexistenz und hat eine Form angenommen. Dies ist Gesetz. Aus der Summe der in sieben Geistern  herausgestellten Ichformationen konnte der Geburtsgeist das auswählen, was er für sich brauchte. Er wählt in der Regel nicht alles aus. So konnte jeder Geist aus dem großen Areal des gesamten hierarchischen Kraftfeldes herausschöpfen, was er wollte. Das hat jeder von uns unter der Leitung des Geburtsgeistes getan und wir wurden dann ein individueller Körper und haben uns erst mit diesem Potential zur Erde begeben und sind hier als Mensch ausgeboren worden.

Die Erde hat das Symbol des Kreuzes, weil sie eine Welt des Todes ist.

Die Geburtsgeistentwicklung hat nun Meduhet in seinem Gebet veranschaulicht. Wenn ihr nun Mensch geworden seid und ihr nicht den Gottesgeist in euch wirken lasst, sondern in euer eigenes Fleisch hineingeht, dann wird eure Seele zerfallen in Steine, Pflanzen und Tierformen. In all diese Formen konnte die Menschenseele zerfallen, da es damals noch nicht die weiterführenden Hilfen des Liebegeistes gab. Dies ist bei vielen Menschen geschehen, auch bei uns. Unsere Seele ist zerfallen. Was Meduhet vorausgesagt hat, haben wir erlebt. Unsere Seele war zerfallen und unser Geist sammelt die Bestandteile wieder, alles, was wir zerstreut haben, denn es sind ja alles Lichtstrukturen. Licht geht vom Zentrum weg in die Unendlichkeit und wurde hier in einen Seelenkörper gesammelt. Inmitten dieses Gebildes hat sich dann unser Geist angesiedelt, hat die Seele zu einer Naturseele gebündelt und zur Inkarnation gebracht. Reinkarnation heißt also schon unsere erste Geburt, eine Wiedereinfleischung, denn vorher waren wir schon einmal ein Körper. Wir haben uns über die lange Seelenentwicklung reinkarniert und die östlichen Lehrer glauben heute noch, dass die Seele wieder ein Tier oder eine Pflanze werden kann. Seit dem Wirken des Liebegeistes ist dies aber nicht mehr möglich, auch wenn der Liebegeist noch nicht als Jesus Christus erkannt wird. Seine Tat hat Er für alle Menschen vollbracht. Wohl können die heimgegangen Seelen aus der Sicht eines Engels Tierformen annehmen, die Seele selbst erkennt sich aber immer noch als eine Menschenseele. Denken wir diesbezüglich nur an die Schilderungen in Robert Blum oder Bischof Martin.

Doch die damaligen Menschen vor Jesus Christus und auch wir hatten die menschliche Form bereits, wir haben sie dann wieder verloren, weil wir nicht die Gewalt hatten,  das Potential zu halten, das wir aus dem ganzen Potential der Grundsuppe für uns herausgeschöpft hatten und das zu uns gehört. Wir konnten die Bestandteile nicht mehr unter einen Hut bringen, es hat sich zerstreut. Die Elemente machten sich selbständig und so wurden wir Teile der Schöpfung.

Was hat die Liebe Gottes damit zu tun ? Es heißt doch, Gott schuf alles. Ja, der Gott in euch. Nur unser Hochmutsgefühl glaubt immer, dass der liebe Gott außer uns ist. Nein, Er ist in uns allen und schafft durch uns, unter Erhaltung unserer Ichexistenz. Er lässt diese Lüge ungestraft wirken und ihre Schöpfungen verwirklichen. Denn im Grunde wirkt die gottferne Seele mit der Kraft Gottes oder sie missbraucht die Kraft Gottes zu solchen Schöpfungen.

Jetzt aber hat der Gottgeist aufgrund Seiner Gnade mit dem Geburtsgeist eine Möglichkeit geschaffen, nach der wir uns noch einmal bündeln können und hier auf den Erdkörper kommen können. Dies ist ein Erdkörper, der eine sehr dichte Materie bildet und der Herr spricht durch Jakob Lorber deswegen auch von einer harten Inkarnation. Diese harte Inkarnation hat unser Geist durchgeführt. Er hat sich selbst gefangengegeben mit all seinen Seelenpartikelchen und überlässt nun  fast alles unserem Körper mit dem Herzen, mit dem Körperbewusstsein, mit dem Seelenbewusstsein und mit den beiden Sphären im Gehirn und bleibt dennoch in uns als neutraler Geist Gottes.

Unsere Seele hatte nach der Bündelung zur Naturseele und dann zur Menschenseele ein Ichbewusstsein bekommen und hat dem Körper ein Wachbewusstsein gegeben. Es wurde also sozusagen durch diese harte Inkarnation eine dreifache Wesensschicht gestaltet.

Es gibt das Wachbewusstsein mit dem menschlichen Gehirn, das unter der Leitung der göttlichen Weisheit steht. Es sind die Informationen, die unser Geburtsgeist mit der Liebe Gottes identifizieren und beleben konnte. Die Begierden, Leidenschaften und die Lüste sanken hingegen in das Bewußtsein der Seele hinab. Diese Seele macht unsere Emotionalssele aus. Im Wachbewusstsein ist die Seele nicht emotionell, sondern eine Seele der klaren Erkenntnisse. Verstand und Wille haben sich hier also getrennt. Leid, Lüste und Leidenschaften liegen nur in der Niederseele. In der höheren Seele, wo sich das Wachbewusstsein befindet, kann der klare Verstand aus dem Weisheitspotential schöpfen. Doch kann sich der klare Verstand verhärten, wenn zu wenig Liebe in ihm ist. Dann sinkt der klare Verstand auch zur Emotionalseele hinab. Ein Verstand, der von der Liebe nicht gesegnet ist, ist emotionell. Emotionell ist auch die Sideralseele, die Seele mit dem Sideralgeist, der unseren Körper geschaffen hat. Dieser Sideralgeist in der Niederseele kann uns in Angst und Schrecken, in Wut und in Erregung versetzen.

Jetzt stecken wir alle in einem solchen Körper und nun versucht der Geburtsgeist, alle Emotionen, die in unseren Seelenfeldern entstanden waren, langsam zum Göttlichen hinzuführen. Dies kann über unseren Verstand geschehen, der ein Gottwort aufnimmt. Der Verstand wird dann erleuchtet, wenn sich unsere Herzensliebe einschaltet. Dann erhalten wir ein neues Denken und ein neues Wollen und handeln daraus gottgewollt. Der Geist wird also über ein Gottwort, über die 10 Gebote erleuchtet.  Die 10 Gebote sind nichts anderes als die Konfrontation mit der göttlichen Liebe, die hier im Gesetz auftritt und den Geburtsgeist auch dazu erzogen hat.

Wenn wir die Gottesgebote achten und danach handeln, wir also das Wort Gottes erfüllen, so wird unser Geburtsgeist mehr und mehr gesättigt, immer mehr mit engelhaften Wesen erfüllt. Je eifriger und besser dies ein Mensch vollzieht, je mehr füllt sich unser Geist an. Auch Jesus hat die Gesetze erfüllt und bis ins Letzte befolgt. Dadurch breitet sich der Geist aus und wird immer strahlender. Wenn er wächst, erhält er in der Seele immer größere Machtbereiche.  Er wird dann fähiger, alle Seelenfunken immer besser zu kontrollieren. Schließlich kann er sie vollkommen beherrschen. Dann ist er Herr im Hause der Seele. Wenn es ihm gelungen ist, die Seelenfunken vollkommen zu beherrschen, dann ist der Mensch ein seelisch Wiedergeborener. Der Geburtsgeist hat es dann zuwege gebracht, die Seele in einem Erdenleben zu vollenden. Dies aber ist nur in Ausnahmefällen möglich. Henoch und Elias haben dies geschafft und auch andere hohe Engel zur Adamszeit. Sie konnten leicht ihren Körper transzendieren und zum Himmel fahren. Aus der Hierarchie Satanas konnte sie aber nicht gelangen.

Das materielle Universum wird im Großen Johannesevangelium erklärt. Im geistigen Herzen, in dem der große materielle Schöpfungsmensch mit einem Zeh samt der Erde hineinragt, befinden wir uns örtlich. Wenn wir unseren gestirnten Himmel ansehen, so können wir nur eine Zelle des großen Schöpfungsmenschen sehen. Sie ist eine Hülsenglobe, in der sich auch im Sternbild Löwe der Regelus befindet, die Urzentralsonne, auch Urka genannt. Mit unseren Instrumenten können wir nicht in andere Zellen des großen Schöpfungsmenschen gelangen, also in andere Hülsengloben. Der Herr hat erklärt, dass der Abstand zwischen zwei Hülsengloben so unermesslich groß ist, dass man nur zwei Schimmerpünktchen nach rechts und links sehen würde, könnten wir uns zwischen den beiden stellen.  Erst alle solche Schimmerpünktchen, die jeweils eine Hülsenglobe ausmachen, ergeben in der Gesamtsicht den großen materiellen Schöpfungsmenschen. Dies ist Luzifer, der eigentliche persönliche Satan oder die gefallene Satana.

Noch unendlich viel größer ist der Himmelsmensch, Erläuterungen über seine Größe finden wir in dem Buch „Die Fliege“, S. 75. Der große Schöpfungsmensch hat im Haar eines der Himmelsmenschen Platz, der wiederum selbst wie eine Hülsenglobe beim großen Schöpfungsmenschen nur ein Baustein des großen Himmelsmenschen ist und erst dies ist der Leib Gottes oder der Gott in Seiner Unendlichkeit.  

Nicht alles ist von dieser Hierarchie gefallen. Ein Teil blieb rein erhalten und befindet sich mit den anderen sechs Hierarchien in den geistigen Ringen der Urka . Der Reinbereich ist der Bereich, der den Reinkarnierten und den Vollendeten, den seelisch Wiedergeborenen als Asyl dient. Sie können in diesem Reingebilde Urerzengel werden. Dann kommt die verklärte Seele mit ihrem Geburtsgeist in diesen Bereich, den man Nirwana nennt, in das Reich der Heiligen. Manche kommen sogar noch einmal hierher, weil sie wieder den Weg der Reinkarnation gegangen sind, um andere Seelen der Hierarchie Satana zu entreißen und um den Bereich des Nirwana wachsen zu lassen. Diese strahlenden Gottkörper im Nirwana stehen im Christusbewußtsein, unter Führung des göttlichen Geistes, den wir als Geburtsgeist bezeichnet haben, der aber auch als Christusgeist bezeichnet werden kann. Dies ist die Chance der Reinkarnation, die sich uns anbietet, um in diesen heiligen Bereich zu kommen. Doch unzählige Reinkarnationen sind erforderlich, um unseren Seelenkörper zu reinigen. Diese Chance haben aber alle Menschen, die sich noch nicht zu Jesus Christus gewendet haben und Ihm nachfolgen.

Ein großer Avatar wurde bereits als Heiliger verehrt, er lag unter einen Baum und da fragte er Gott, wie oft er noch auf die Erde kommen müsste. Da sagte eine Engelsstimme: ‚Blicke in die Blätter des Baumes, nur noch so oft als da Blätter sind auf dem Baum’ , aber der Baum war sehr groß.

Wir müssen diesen langen Weg aus der Kraft des Geburtsgeistes gehen, der passiv wirkt. Man kommt Gott immer näher und kommt in immer seligere Zustände. Dies ist eine Chance, doch schrecken wir immer wieder zurück.

Bis zur Himmelfahrt von Jesus Christus hatte der Mensch keine andere Chance, in das Reich Gottes zu kommen, als sich immer wieder reinkarnieren zu lassen. Diese Epoche vor Jesus Christus war der Abschnitt der Reinkarnation.

Nach Seiner Himmelfahrt sandte Jesus Seinen Heiligen Geist. Seit dieser Zeit wirkt der Urgeist der göttlichen Liebe, der Urichgeist. Seit dieser Zeit gibt es einen abgekürzten Weg. Jesus sagte: „Ich bleibe bei euch bis zu eurem Weltende.“ Seit Seiner Himmelfahrt trat Sein Geist der göttlichen Liebe in Aktion oder Seine Gnadensonne. In diesem Zeitalter leben wir. Seit dieser Zeit gibt es die Möglichkeit der geistigen Wiedergeburt aus der durch den Geburtsgeist wiedergeborenen Seele.

Die Möglichkeit der seelischen Wiedergeburt besteht immer noch,  insbesondere in den östlichen Ländern wird danach gestrebt und dort wird auch nur von der Wiedergeburt gesprochen. Uns Christen ist es jetzt aber möglich, geistig wiedergeboren zu werden und damit in Sein Reich zu gelangen und nicht nur in den Reinbereich innerhalb der Hierarchie Satanas. In Robert Blum wird dieser Unterschied ebenfalls verdeutlicht. Dort sagt der Herr: (2.Bd. 303,2)

Da hast du die erste und zweite Schöpfung nebeneinander ! Der große Lichtmensch stellt die neue Schöpfung dar, einen neuen Himmel und eine neue Erde. Hier befindet sich die Erde nicht mehr in der kleinen Fußzehe wie bei der ersten, materiellen Schöpfung, sondern im Zentrum des Herzens dieser neuen Schöpfung.

Zuvor hatte Er im ersten Absatz gesagt:

Sie sehen einen endlos großen Menschen von allersanftest und lieblichst strahlendem Licht umflossen (Lichtmensch der neuen Schöpfung).... Unter dem linken Fuße aber ist in einer halb liegenden, mit dem Kopf abwärts gewandten Stellung eine ganz kleine Menschengestalt zu ersehen, die jener in der zweiten Tür erschauten ganz ähnlich ist... (der große  Schöpfungsmensch Satana war in der zweiten Tür zu sehen).

Uns wurde also ein neues Tor eröffnet und der Heilige Geist der göttlichen Liebe kann in uns eindringen.

Wie geschieht dies ?

Betrachten wir den menschlichen Körper mit seinen beiden Hemisphären im Kopf mit dem Wach- oder Ichbewusstsein, mit seinem Herz, in dem der göttliche Geburtsgeist liegt, in dem dann der Urichgeist eingelegt wird, und mit seinem Seelenbewusstsein. Dem Urichgeist steht nun dieser ganze Block gegenüber.

Wie kommt der Urichgeist an uns heran ?

Erinnern wir uns: „Niemand kommt in Mein Reich, es sei denn, er wird aus Wasser und Geist geboren.

Wassertaufe heißt, Sein göttliches Wort annehmen, aber nicht nur das Wort des alten Bundes, sondern auch das Wort des neuen Bundes, das uns in den vier Evangelien gegeben wird. Der Herr gibt uns Sein Wort in vier Offenbarungsformen. Sie sind notwendig , weil wir vier Bewusstseinsebenen haben:  

1.    Wir haben das noch zu klärende Wachbewusstsein,

2.    wir haben das Seelenbewusstsein,

3.    wir haben das Bewusstsein des Geburtsgeistes und

4.    wir sollen das Bewusstsein Jesu Christi erlangen.  

Deswegen muß Gott in vier Ebenen auf uns zukommen. Dies drückt sich bereits in Seinem Namen aus: Die hebräischen Buchstaben schreiben wir JHVH.

Diese vier Buchstaben stehen für:  

J      Jesus,

H     Geburtsgeist

V     Seele

H     vereinigter Geburtsgeist und Urichgeist = Urich = Gnadensonne  

Mit diesen vier Buchstaben ist es uns möglich, dass Göttliche in uns zu erwecken. Wir müssen es lernen, dass wir Jesus als Gott und Vater annehmen,

Wenn wir das tun, kann der Geburtsgeist, der das Hegende und Pflegende in uns ist, in uns erweckt werden. Dann besteht die Seele aus der gereinigten Niederseele und der Hochseele, sind ineinander verschmolzen und kann von dem Geburtsgeist angenommen und geführt werden, sodaß Seele und Geburtsgeist als Gesamtblock fähig werden, in den Urichgeist einzugehen und mit ihm vereinigt zu werden. Im Urich ist dann also alles enthalten, das Urich gleicht dann einer Sonne.

Diese vier Möglichkeiten haben vier Offenbarungsformen geschaffen:  

1.    Die Johannesoffenbarung ist ein Evangelium,

2.    Matthäus ist die Geburtsgeistoffenbarung,

3.    Lucas bringt die Seelenoffenbarung und

4.    Marcus bringt die Urich-Offenbarung; hierzu gehört aber auch die

Offenbarung des Johannes auf Patmos.  

Die seelische und geistige Wiedergeburt sollen jetzt unser Lebensziel sein, damit sich das Gottesreich in uns verwirklichen kann. Alle Christen haben deswegen auch die Bibel angenommen, um das Gottesreich zu verwirklichen.

Im Laufe der Zeit wurden die Evangelien verkürzt, verstümmelt oder verfälscht. Sie gingen im Grunde fast verloren und sie waren nicht mehr das Wort Gottes. Lucas und Marcus haben Jesus nicht gekannt. Es gibt deswegen nur zwei Jünger, die beauftragte Schreiber waren : Matthäus und Johannes. So entstand ein Schrifttum, das nicht mehr harmonisch übereinstimmte.

Aus diesem Grunde wurde uns dieses Schrifttum von Gott neu offenbart, weil es in der bestehenden Form nur noch Fragmente enthielt und den Menschen so nicht verkündet worden war.

Der erste war Meister Eckehart, der ein neues Evangelium gab. Er war der Erste, der aus den vier Buchstaben des göttlichen Namens heraus für einen Buchstaben sein Schrifttum abgab. Der Nächste nach Eckehart war Jakob Böhme. Er sagte, er habe die Aufgabe, alle die Kenntnisse zu sammeln, und anzukündigen, dass in nächster Zeit neue Lichter aufgesteckt werden. Die Offenbarung werde neu verkündet und im weiteren Verlaufe entstanden die Schriften von Swedenborg als die Wiederkunft Christi und schließlich durch Jakob Lorber. In dieser Viererfassung wurde der Urgeist Gottes wiedergegeben. Doch gerade durch Jakob Lorber wurde  der Urgeist in das Schriftwort hineingehaucht. Gerade die Lorber-Offenbarung  entflammt unser Herz in Liebe, wenn wir die Liebesgespräche lesen, wie der Herr uns persönlich in die Kreise führt und sogar verbale Aussprüche wiedergibt, die Er selbst oder die von Ihm angesprochenen Personen in Seinem Geiste gesprochen haben. Dies ist es, was Jakob Lorber auszeichnet. Er ist der Liebes-Wecker für den göttlichen Jesu-Liebe-Geist, des Urichgeistes. Ihm obliegt diese Aufgabe.

Emanuel Swedenborg ist der Wecker unseres Geburtsgeistes.

Jakob Böhme öffnet uns die Sterne, unser Seelenbewusstsein.

Meister Eckehart öffnet uns das mystische Gotterleben. Wenn wir ihn lesen und verstehen und umsetzen, dann können wir in  uns den Zusammenschluß von Liebe und Weisheit erfahren. 

Durch diese nachbilblische Offenbarungsform haben wir also die große Chance, dass der  Urichgeist der göttlichen Liebe am schnellsten geöffnet und  erfahren werden kann.

Es genügt aber bereits, dass wir das Verständnis von einem der Seher erlangen oder das volle Verständnis der zitierten Stelle aus 4. GJE 95,7 gewinnen. Dann hätten wir bereits alles aus der Schrift.

Gott hat uns sehr viel angeboten, auch in der Musik, in der Dichtkunst oder in der Malerei und in der Natur und Umwelt.  Er kommt uns auf zahlreichen Wegen entgegen.

Wie wird der Jesu-Geist der göttlichen Liebe in uns lebendig ?

Wenn wir an Jesus denken, dann bildet sich in unserem Gehirn ein Abbild der  Göttlichkeit als Gottes- und Gnadensonne. Dort befindet sich eine Kraft, die uns inspirieren kann, aber nur in dieser Ebene ohne Herzbelebung. Wenn wir aber an Ihn nicht nur denken, sondern Jesus von Herzen lieben, dann verbindet Er sich mit uns. Wer eine echte Jesu-Liebe entwickelt, baut eine Brücke zu Ihm. Dann verbinden sich die Urliebe und der Geburtsgeist, doch beide werden noch nicht verschmolzen. Der Urichgeist bleibt noch in seinem Bläschen im Herzen und bleibt dort verschlossen. Erst dann, wenn die Jesu-Liebe so vehement und stark wird, dass sie zu strahlen beginnt, und wir nichts anderes wollen als dass der liebe Vater bei uns ist, dann erst verschmelzen der Liebe- und Weisheitsgeist zu einem Geist. Dies ist der Tag der Eingeburt. Von da an übernimmt nicht der Geburtgeist die seelische Wiedergeburt, sondern der Urichgeist die geistige Wiedergeburt, ohne Reinkarnation, dann gelangen wir schon im Körper in Sein Reich.

Sein Reich ist dort, wo man Ihn liebt !

Als Jesus einmal mit Seinen Jüngern auf dem Ölberg stand, kam ein starkes Gewitter. Götzentempel der Römer wurden vernichtet. Nach dem Gewitter erschienen in den Wolken 12 Säulen. Es waren die 12 Stämme Israels. Sie verbanden sich und bildeten drei Säulen und die drei Säulen zu einer und danach erschien im Himmel die Stadt Gottes. Auf jeder Seite hatten sie 3 Tore, 12 insgesamt. Inmitten der Stadt war der Berg Zion. Was die Jünger auf dem Ölberg schauten, das erlebte Johannes allein auf Patmos, das Neue Jerusalem, vom Himmel heruntersteigend wie eine Braut.

Jesus hat gesagt, dass 1000 Jahre vergehen werden und nicht noch einmal 1000 Jahre. Dann wird es geschehen, dass Ich wiederkomme in den Wolken des Himmels. Der Glaube wird erloschen sein und die Sonne ihren Schein verloren haben. Wenn der Glaube erloschen ist, dann verhüllt der Mond sein Antlitz und die Sterne werden vom Himmel fallen. Dann werde ich kommen.

Was bedeuten diese Worte ?

Der Geburtsgeist wurde durch die Hure Babylons funktionsunfähig, die Religion erlosch. Auch der Urichgeist konnte nicht tätig werden, weil man Jesus Christus nur als Menschen, als Propheten erkannte, nicht aber als Gott. Die Sterne der himmlischen Erkenntnisse wurden irdisch verstanden und nicht mehr himmlisch.

Doch da kam Jesus in den Wolken des Himmels, in der Offenbarung des göttlichen Wortes, das ab 1757 entstand und die sich das ‚Neue Jerusalem’ nennt. Im Jahre 1757 mußten die Engel des Himmels den Bereich der Erdatmosphäre reinigen, weil sie von verstorbenen negativ denkenden Seelen so geschwängert war, dass sie aufgrund ihrer Dichte göttliche Inspirationen nicht mehr zur Erde durchdringen ließen. Wäre die Erde damals von dem Seelenmüll nicht gereinigt worden, wären die Menschen schon damals umgekommen, weil sie auch nicht mehr genügend Sauerstoff bekommen hätten. Ihre Seele wäre eingetrocknet und die Menschen wären dahingesiecht.

Deswegen musste der Himmel gereinigt werden und dies hat sich nicht auf der Erde abgespielt, sondern in der Erdatmosphäre.

Johannes spricht in der Offenbarung, dass vier Engel an den Altar gebunden wurden und sie befreit werden mussten. Dann musste der Teufel gebunden werden, damit die Stadt Gottes auf die Erde kommen konnte. Und siehe, der Engel zeigte mir  die Stadt Gottes. Er meinte damit die Neu-Offenbarung, hauptsächlich durch Swedenborg und Lorber. Jakob Böhme war nur der Ankünder. Swedenborgs Aufgabe war es, in uns den Geburtsgeist zu erneuern. Jakob Lorber oblag es, den Urichgeist zu erneuern. zusammen ist dies die Neu-Jerusalems-Aufgabe. Sie steht in der Erdatmosphäre wie eine Rettungsarche.

Wenn jetzt eine Seele noch nicht reif ist, in die pure Göttlichkeit einzugehen, dann kommt sie in diese Arche.

Vor dem Neuen Jerusalem gibt es noch das Hügelland, den Demutsfluß und das Paradies. Diese Vorländer sind Sphären, die in das Neue Jerusalem führen. Dort können wir weiter lernen, wenn wir sterben und unsere Seele noch nicht geistig vollendet ist. Dann müssen wir nicht mehr reinkarnieren. Denn Jesus Selbst zieht uns in Sein Reich hinein.

„Heute noch wirst Du in Meinem Paradiese sein, sprach Er zum Schächer am Kreuz. Es kam also nicht darauf an, was er gemacht hatte. Der Schächer hatte Ihn geliebt. Wenn wir Ihn also lieben, werden wir dort hineingesogen und werden dort weitergeführt. Ein schneller Weg ist dies dort nicht, aber ein sicherer Weg der Liebe. Wir verlieren dann nicht mehr unser Bewusstsein.

Die Zahl 1757 hat auch eine Entsprechung. Die Quersumme ist zwanzig. Zwanzig bedeutet die ewige Kindschaft. Sie können wir erlangen, wenn wir Jesus Christus lieben und Seine sieben Geister in uns wirken lassen, die unsere sieben Lebenszentren sind. Wenn sie zu strahlen beginnen, haben wir uns verinnerlicht und werden aus dieser Verinnerlichung Vollendete.

Die Stadt Gottes befindet sich örtlich gesehen im letzten Luftríng. Wenn auch die Stadt Gottes im letzten Luftring liegt, so ist sie dennoch ein Fremdkörper innerhalb der Hierarchie Satana . Mit unserer Vergeistigung werden wir selbst zu einem Fremdkörper. Zuvor wird uns der Herr mit unserem Dual zusammenführen und uns wieder zu einem Hermaphroditen vereinen. Dann werden wir von der Hierarchie Satana ausgespien, weil es in ihr diese Form nicht gibt.

Jesus Christus war der erste Fremdkörper, der nach Seiner Auferstehung hermaphroditer Natur wurde. Er wurde androgyn. Als Er gekreuzigt wurde, war Er noch ein Mann. Doch als Er aus göttlicher Kraft aus Sich Selbst auferstand, war Er ein Hermaphrodit, da war Er weder Mann noch Frau.

Maria Magdalena liebte in Ihn auch den Mann. Sie stürzte zu Ihm hin. „Halt, rühre Mich nicht an, noch bin Ich nicht aufgefahren.“  Noch bin ich nicht eins mit dem Vater, meinte Er. Der Übergang zu Seiner Hermaphroditenschaft war noch nicht abgeschlossen. Er hatte noch viel Seelenpotential auf Erden im gelobten Land zerstreut, was noch gesammelt werden musste. Dazu benötigte Er noch 40 Tage. Allein Sein Über-die Steine-Gehen hatte Seelenspezifika über Seine Aura abgegeben. Die Mineralien sogen sie auf. Dies alles gehörte zu Ihm, zu Seinem Seelenkörper, den Er der Satana entriß und aus ihrem Seelennerv entzog. Satana wurde von Jesus Christus entblößt, als Er auferstand.

Thomas zweifelte noch, dass Er durch die Wände gehen konnte und er zweifelte an Sein Leben. Er musste Ihn anrühren. Seine Motivation war eine andere als die der Maria Magdalena, die auch das Geschlechtliche in Ihm liebte. Er hatte da noch nicht Seinen ganzen Körper in Göttlichkeit verwandelt.

Zu uns sagt Jesus: „Ihr legt nicht nur eure Finger in Meine Wundmale, sondern euer Herz und euren Kopf und alles, was ihr seid.“ Auch wir wollen das Wunder erleben, in Ihm total aufgehen zu können. Erst das macht uns zum Fremdkörper, denn Gott kann in uns nicht eingehen, wenn wir noch in geteilter Form sind. Er kann nur annehmen, was eine volle Form hat.

Jesus Christus kam in die Hierarchie Satana von außerhalb. Er ging nicht in die Sünden ein wie wir. Im Werk „Erde und Mond“ sagt uns der Herr, dass es mitten in der Erde ein Feuer gibt. Hier ist Satana gebannt. Satana ist aber auch ein reiner Körper im Ursein  Gottes. Sie ist das Urweib des Göttlichen. Innerhalb der Erde liegt also die Kraft des Geistigen, die wir das Urweibliche nennen können. Daher wird die Erde auch Mutter genannt. Wenn sich hier auf Erden eine Seele inkarniert, dann ist sie mit dem Muttergrund, d.h. mit dem Geburtsgeistpotential der göttlichen Weisheit verbunden, solange sie auf dem Erdkörper ist. Nur dann, wenn sie so weit ist, dass ihre ganze Seele mit all dem Sündenmaterial in das rein göttliche Weisheitsfeld verklärt wurde, dann geht sie in das sogenannte heilige Reich innerhalb der Hierarchie Satana ein. Ist eine Seele von ihrem Geburtsgeist wiedergeboren worden, geht sie in diesen Bereich ein, aber hat die Hierarchie Satana noch nicht verlassen.

Obwohl der Geburtsgeist ungeschlechtlich ist, musste die Seele Geschlechtlichkeit annehmen. In diesem heiligen Bereich innerhalb der Hierarchie Satana gibt es also noch Mann und Frau. In diesem Bereich ist die Liebe aber keusch und jeder Mann liebt jede Frau gleich und umgekehrt. Eine Dualität der Seelen ist nur in Ausnahmefällen erkennbar. Es ist noch nicht bekannt, wie sie sich in den Gruppen verhalten. Wir wissen nur, wie sie sich in einem Ashram verhalten. Dort liebt jeder jeden nicht minder als alle anderen. Seine Liebe ist so in der Nächstenliebe sublimiert worden, dass für ihn jeder ein Neutralkörper ist. Jeder sieht in dem anderen einen Menschen, ohne geschlechtliche Unterschiede. Diese Reinheit der Seelen ist dort erreicht und im Endzustand ist dies der Zustand des Nirwana.  

Zusammenschluß von Urich- und Geburtsgeist, geistige Wiedergeburt  

Der göttliche Urichgeist hat in unserem Seelen- Geistherzen einen Teil hineingelegt, der nicht von der Mutter Erde stammt. Auch die Stadt Gottes ist im letzten Luftring der Erde ein Körper der göttlichen Liebe und der göttlichen Weisheit. Diese Stadt steht 45 Grad im Osten der Erde und ist die Präsenz der ganzen Göttlichkeit. So haben es sowohl Swedenborg als auch Lorber gesehen. So haben es auch alle Jünger gesehen als sie mit Jesus in dem Zustand der Stadt Gottes waren. Dieses Neue Jerusalem soll nur die letzte Station innerhalb der Hierarchie Satanas sein. Sie ist ein spiralenförmiger Körper, der sich außerhalb der Hierarchie Satanas fortsetzt und direkt auf die Gottes- und Gnadensonne zustrebt. Wer in den Zustand der Stadt Gottes gekommen ist, wird zum Hermaphroditen und somit ein Fremdkörper, genauso wie der Leib Christi als androgyner Mensch aus der Hierarchie Satanas ausgeboren wurde.  Dann erlischt der Zugriff Satanas. Sie kann diese Seele nicht mehr festhalten. Das ist der Grund, weshalb Jesus Christus immer wieder in die Stadt Gottes herunterkommt und Seine geliebten Söhne in Sein Reich hinüberführt.

Die unteren Felder vor dem Neuen Jerusalem beginnen im Glaubensreich, dann kommt das Paradies, dann der Demutsstrom. Auf der anderen Seite des Demutsstromes beginnt das Hügelland oder der eigentliche Himmel und dann folgt die Stadt Gottes. In der Stadt Gottes können wir alles Versäumte nachholen. Hier werden wir zu dem Urtypus erzogen, der wir in Gott waren.

Der höchste Berg in der Stadt Gottes heißt Zion. Wurde unsere Seele mit seinem Dual hermaphrodit und haben beide ihre astrologische Prägung überwunden, dann haben wir nur noch ein Bedürfnis und Verlangen, in Gott einzugehen. Dein Wille geschehe durch mich. Die vereinigte Seele hat sich total hingegeben, alles aufgegeben und kniet auf dem Berg Zion. Es ist die letzte Hingabe vor der Verklärung. Hier hört der Mensch auf, weiter kann er nicht mehr. Dies ist seine letzte Station. Unsere Arme breiten sich gen Himmel zum mosaischen Gruß. Diese Haltung gleicht der Wiedergeburtsrune, der Rune der ewigen Wiedergeburt in Gott. Durch Jakob Lorber sagt der Herr, dass dies der letzte Zustand, den der Mensch erreichen kann. Mehr vermag kein geschaffenes Geschöpf. Hier endet unser Lebenskampf. Wir sind geistig vollendete Menschen, aber aus dem Geiste der Gottliebe geworden. In ihm hat sich der Geist der Jesu-Liebe verwirklicht. In diesem Augenblick ist Jesus in meinem Ich so geworden wie ihn Paulus beschrieben hat: ‚Jetzt lebe nicht mehr ich, Christum lebt in mir !’ Paulus hat diesen Zustand erleben dürfen, deswegen lobt ihn auch der Herr und sagt durch Jakob Lorber, dass Paulus einer der Größten war. Er konnte in sich das Feuer der Liebe zur Glut entfachen. Diesen Zustand hat auch Johannes erreicht, nicht aber Petrus. Petrus war nur ein seelisch Wiedergeborener.

Mit der geistigen Wiedergeburt wendet sich das Blatt. Ab hier hat der Mensch nichts mehr zu tun, der sich ab hier langsam aus der Hierarchie Satanas entfernt. Er kann dann nichts mehr dazu beitragen, sondern als letzte Geste nur noch kniend seine Arme gen Himmel ausbreiten. Ab hier verwirklicht sich Gott in uns, dies ist die christliche Jesu-Wiedergeburt in uns.

So hat es auch Jesus im Garten Gethsemane getan,  als Er sich entschieden hatte, dass nicht Sein, sondern des Vaters Wille geschehe. Dies ist ebenfalls die totale Hingabe. Von da an setzt die Verklärung Gottes ein und der Mensch wird ein geistig Wiedergeborener. Dadurch ist er für die Hierarchie Satanas nicht mehr haltbar. Auch der Reinbereich innerhalb der Hierarchie Satana ist nicht fähig, diese Liebe zu verstehen, denn Satana ist dort nur eine reine Weisheitsform. Der Reinbereich entsteht aus der Weisheit Gottes. Sie kommt zwar auch aus der Liebe, denn ohne Liebe gibt es keine Weisheit, sie kann aber doch nicht diese Liebe verstehen. In diesem Reinbereich, den die östlichen Religionen immer noch anstreben, kann der Mensch das Letzte nicht erreichen. Sie kommen nur weiter, wenn sie dort die Urliebe Gottes erkennen und sich bemühen, sie ebenfalls in sich zu verwirklichen. Dann endet auch für sie der Weg der Reinkarnation.

Aus der Stadt Gottes führt die Spirale ins pur Göttliche. Jetzt setzt etwas ein, das wir weder im Buchstabensinne der Heiligen Schrift, noch in den Schriften Swedenborgs oder Jakob Lorbers finden. Wir finden dies nur ansatzweise in den Schriften Jakob Böhmes und von Meister Eckehart. Diese Beauftragten haben uns diese Zustände ansatzweise klargemacht.

Betrachten wir noch einmal den Berg Zion.

Dieser Umkreis um die Sonne heißt der Umkreis der Ewigkeit. Jakob Böhme nannte diesen Zustand den Zustand der güldenen Aue. Was geschieht dort ? Wenn wir auf dem Berg Zion stehen, dann gibt es einige Teile in uns, die jetzt aussteigen wollen, wenn wir unser Leben total opfern wollen. Unsere Niederseele macht ein Drittel unserer Seele aus. Dieses Drittel bleibt in der Hierarchie Satana. Es ist der Teil in unserem physischen Körper, der von Satana für den Aufbau unserer Seele in Form von Stütz- und Sondergeister genommen wurde. Es haben da also Geister mitgewirkt, um unsere Form aufzubauen und zu erhalten. Sie haben uns gedient und sie nehmen von uns auf dem Berg Zion Abschied, weil sie da nicht mehr mitmachen. Sie wollen der Hierarchie Satana treu weiterdienen. Sie wollen im Schoße der Mutter bleiben, denn sie fühlen und glauben, im Feuer des Vaters getötet zu werden.

Das zweite Drittel unserer Seele ist zwar jetzt auch eine Reinseele, weil sie geläutert, verklärt und verherrlicht worden ist. Es enthält aber Individuen und Spezifika, für die das Eingehen in das Göttliche ein Feuer ist. Dies ist ihre Feuertaufe. Dies ist sogar in den esoterischen Kreisen bekannt. In diesem Feuer verlieren diese Seelenspezifika vollkommen ihre Ichexistenz, aber zugunsten des letzten Drittels unserer Seele, das eigentlich nie aus der Gottes- und Gnadensonne ausgegangen ist. Mit diesem letzten Drittel verbindet sich das zweite Drittel unserer Seele, beide verschmelzen zu einem Seelenkörper. Die Seele ist dann eine rein göttliche Jesus-Christus-Seele geworden. Durch die Verschmelzung glauben wir sagen zu können, jetzt lebe nicht mehr ich, sondern Jesus Christus in mir. Denn diese Verschmelzung bewirkt ja der Urgeist der göttlichen Liebe, die beide Qualitäten der Seele in sich einschließt. Jetzt ist hier eine Heiligkeit entstanden, die im Range der höchsten Engel steht. Wir sind hier auf der Ebene der Hierarchen Raphael, Michael, Uriel usw. Hier sind wir im gleichen Range, aber wir haben jetzt noch etwas mehr, die Liebe von Jesus Christus ist in uns, sodaß wir jetzt in die Sogkraft der Sonne gelangen. Wir sind jetzt ein Sonnenkörper geworden, sodaß wir von der Sonne angesogen werden. Jetzt öffnet sich uns eine neue Pforte. Nach Jakob Böhme heißt sie die hochteure Pforte.  Die güldene oder hochteure Pforte saugt unseren Jesus-Christus-Körper an und zieht ihn in die Göttlichkeit hinein, in die Gottes- und Gnadensonne. Dieses Eingehen können wir weder in den Schriften von Swedenborg noch von Lorber lesen. Diese Zustände werden aber im Mysterium Magnum, im Dreifachen Leben oder im Signaturum Rerum von Jakob Böhme beschrieben und erklärt. Dies sind Werke, die die Vollendung beschreiben und Meister Eckehart hat dies in seinen Schriften ebenfalls getan. Meister Eckehart führt uns in den inneren Bereich der Gottes- und Gnadensonne.  

Verklärung unserer Zellen  

Kehren wir noch einmal zurück in die Hierarchie Satana, die im gewissen Sinne ein Gebilde des Todes ist. Wir wurden in die Materie eingesargt. Wenn es uns nicht gelingt, den Sargdeckel zu heben und unseren Körper zu verklären, so können wir in dieser Hierarchie zugrunde gehen. Wir müssen unsere Seele so weit bringen, dass sie nichts mehr Böses will und nichts mehr Falsches denkt. Erst dann tritt in uns ein Zustand ein, der uns eine gewisse Freiheit gibt. Wir werden dann Herrscher über andere Bereiche.

Beziehe ich einen Gedanken auf mich, so schaffe ich schon wieder Materieformen. Ich baue dann schon wieder neue Partikelchen und dieses Bauen nennt man auch Reinkarnation. Denn unsere Gedanken werden Fleisch, obwohl sie schon Geist sind. Wir bilden also immer wieder Fleisch.

Unser Zellkörper stirbt täglich ab. Jede Zelle unseres physischen Körpers besteht aus dem innersten Göttlichen, das in Polarität mit dem zweiten Lebensfunken steht, der aus der Weisheit kommt. Denn auch in jeder Zelle sind Weisheit und Liebe getrennt. Die Bewegungen der Weisheitsfunken geben der Zelle die Stofflichkeit. Der Liebefunken beschenkt hierbei die Weisheitsfunken mit Leben, mit der Überfülle aus dem positiven Liebesfunken.

Die Vorgänge, die sich in der Zelle abspielen, wenn die Weisheitsfunken die göttlichen Impulse vom positiven Liebespol erhalten, können mit der Befruchtung einer Eizelle vom männlichen Sperma verglichen werden. Wenn der männliche Samen in den Mittelpunkt der Eizelle dringt, beginnt die Zellteilung. Wenn sich die Eizelle erstmals teilt, dann eilen Blutkörperchen hin, weil dort Leben entstanden ist und Leben geschützt werden muß. Die roten Blutkörperchen versorgen das entstandene Leben mit Lebensstoff. Dadurch teilt sich die Zelle immer wieder und es entsteht das Embryo.

Dasselbe geschieht, wenn ein göttliches Sperma, ein göttlicher Impuls als Energiefeld der göttlichen Liebe in die Mitte der Zelle, in das Zentrum der Weisheitsfunken gelangt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, die Weisheitsfunken können den Impuls annehmen oder ablehnen. Wird der Impuls abgelehnt, dann zerfällt die Zelle auch. Es geschieht also dasselbe wie bei einer befruchteten Eizelle. Jetzt kommt es darauf an, ob dort rote oder weiße Blutkörperchen hingelangen. Gelangen rote Blutkörperchen hin, wird auch diese Zelle mit Lebensstoff versorgt, obwohl sie den Liebesimpuls abgelehnt haben. Es bildet sich dann aber keine neue Zelle, sondern eine Sichelzellen oder Krebs . Diese sehen wie eine sechs aus, wie eine Spirale. Weil sie von roten Blutkörperchen mit Lebensstoff versorgt werden, können sie wachsen und bilden Zellen in der Unordnung eines Tumors. Bei Nichtannahme des göttlichen Impulses hätten eigentlich weiße Blutkörperchen hineilen müssen, um die zerfallende Zelle hinauszuschaffen.

Interessant ist, dass die Krebszellen ebenfalls neun Monate bis zu ihrer Vollendung wuchern. Die Entwicklungsdauer entspricht also der eines Embryos bis zur Ausgeburt als Säugling.

Setzen wir nun den positiven Fall. Dann wird der göttliche Impuls von dem Mutterpol der göttlichen Weisheitsfunken der Zelle beantwortet. Jetzt bildet sich aber keine Sechs, sondern eine Neun. Die Neun ist die Zahl der Verklärung. Diese Zelle tritt durch die Aufnahme der göttlichen Impulse immer mehr in den Zustand der Erhöhung.  Die Zelle tritt dann aus ihrer materiellen Begrenzung ihres physischen Körpers und wird verklärt.

Die dritte Möglichkeit ist schließlich der Erhalt der Zelle, die materielle Bindung. Dann werden die Liebeimpulse von den Weisheitsfunken so reflektiert, daß ein sich erhaltender Kreislauf entsteht, der solange besteht, bis ein Umschwung erfolgt.  Der Weisheitskörper der Zelle erschlafft mit der Zeit, wenn er die Liebe nicht mehr ganz zurückgibt, die er empfängt. Die Zelle stirbt daher nach einer gewissen Zeit ab. Die Zelle tritt dann nicht in die Verklärung ein, geht aber auch nicht in Krebs über. Die Reste werden vielmehr von den weißen Blutkörperchen hinausgeschafft.

Krebs kann nur entstehen, wenn der göttliche Impuls total abgelehnt wird.

Jeder Mensch reinkarniert also im physischen Körper mit seinen Energiefeldern ununterbrochen. Er gestaltet in sich immer wieder neues Fleisch, doch nach dem alten Modell seiner Seele. So wie wir unsere Seele gestaltet haben, so gestaltet sich auch unser Körper. Doch können wir ihn nicht immer erhalten, wir altern mit der Zeit. In unserem Antlitz erkennen wir zuerst die Veränderungen, in denen sich unsere seelischen Erregungen wiederspiegeln. Im Alterungsprozeß können unsere Zellen ihre Frische nicht erhalten. Je mehr verklärte Zellen der Mensch aber aufbauen konnte, je länger wird er leben können. Jesus war der Mensch, der alle Zellen verklären konnte.

Auch wir können dazu beitragen, dass sich immer mehr Zellen verklären. Wer betet und meditiert und sich mit den göttlichen Energien aus Erde und Sauerstoff , den Lebensenergien aus der göttlichen Liebe und der Weisheit verbindet, der kann sie auch in alle Zellen lenken und sie dadurch beleben. Wir können mit unseren Zellen und Organen sprechen und ihnen für ihren Dienst danken. Es sind Wesenheiten mit einem Ichbewusstsein, wie wir bereits gehört haben.

Wenn der Liebegeist eingeboren ist, sich der Urich- und der Geburtsgeist also erstmals verschmolzen haben, so verbinden sich die verklärten Zellen mit dem Urgeist der Liebe und durch diese Verbindung entsteht eine neue materielle Zelle. Den schnellsten Zellwechsel erleben wir also, wenn wir beten oder meditieren. Jedes Gebet hilft einer verklärten Zelle, sich um den Urgeist zu lagern und einer neuen Zelle Platz zu machen. Aufgrund der Zuwanderung der verklärten Zellen um den Urgeist wächst in uns die göttliche Liebe. Unsere Liebeskraft nimmt zu, sodaß unsere Lebenszentren zu strahlen beginnen. Der Mensch wird immer gotterfüllter und wir können diese Liebesschwingung in uns spüren wie einen lauen Wind, der uns umflutet.

„Vater, verherrliche Du Mich, wie Ich Dich verklärt habe“, sprach Jesus.

Therese Neumann hat jahrelang nur von einer Hostie gelebt. Sie nahm göttliche Ätherstoffe über die Hostie auf. Ihre Seele konnte aus den Ätherstoffen alle Nahrung herausziehen, die ihr Körper benötigte. Sie hat also nicht gefastet, sondern sie wurde von den göttlichen Ätherstoffen ernährt.

Auch Jesus lebte 40 Tage lang in der Wüste überwiegend von den göttlichen Ätherstoffen, Sein Körper wäre sonst schon in der Wüste transzendiert.

Wenn wir fasten, hilft dies unseren Zellen ebenfalls, denn sie können sich dann von vielen Schlacken befreien und werden dadurch sauberer. Je mehr wir essen, je mehr haben wir zu tragen, weil wir mit jedem Essen viele Zellen bilden und aufnehmen.

Durch unseren Eigenwillen zerstören wir viel. Es ist daher erforderlich, den Gotteswillen zu beleben und aufzunehmen. Durch die Aufnahme des göttlichen Willens kann in uns keine Unordnung entstehen. Die Lebensenergien fließen geordnet, wenn wir bewusst atmen, uns entspannen und liebevoll  sind. Der sich einstellende Frieden und der Segen breitet sich in uns aus und hüllt die Zellen ein und wir stärken dadurch unser Immunsystem.    

Aktivierung unserer Lebenszentren  

Jeder Mensch hat ein Sicherheitsfeld um sich, die Aura. Die gesunde Aura erscheint grün, die Farbe grün immunisiert alles. Diese Aura kann durchlöchert werden. Dies geschieht dann, wenn sich unsere Lebenszentren anderen Einflüssen öffnen und sich nicht auf die göttliche Licht- und Liebesenergie ausrichten. Vor dem Fall der Atombombe in Hiroshima gab es in der Nähe eine Gruppe von Menschen, die täglich meditierten und ihre Aura dadurch stärkten. Von dieser Gruppe wurde kein Mensch verstrahlt.

Kein Mensch kann die göttlichen Energien direkt aufnehmen. Sie müssen zuvor heruntertransformiert werden. Wenn das Ozon-Schutz-Schild durchlöchert wird, können erhöhte kosmische Energien auf die Erde fließen und Krankheiten auslösen.  

Es kommt also darauf an, unsere Aura zu stärken und dies kann geschehen, wenn sich unsere Lebenszentren öffnen.

Im untersten Teil unserer Wirbelsäule sitzt unser Wurzelchakra. Dann folgen das Steißbein-Chakra, das Sonnengeflecht, das Herz-Chakra, das Hals-Chakra, das Stirn-Chakra und das Scheitel-Chakra.

Der ganze Körper wird ununterbrochen vom Energiefeld der Erde über die Füße mit den Meißnerschen Körperchen mit Energie versorgt. Diese Energie fließt durch die Wirbelsäule, stärkt das Gehirn und bringt dort alles in Ordnung. Ist nur eine Bandscheibe verletzt, dann ist der Einfluß von unten gestört ist,  sodaß das Gehirn nicht mehr voll funktionsfähig ist.

Unser Wurzel-Chakra ist wie ein Trichter zur Erde hin geöffnet und strahlt in der Farbe rot. Es absorbiert die Energie, die die Erde ebenfalls vom Kosmos erhält und über die Erde und über die Luft abgestrahlt wird und so zu uns über das Wurzel-Zentrum gelangt.

Sperren wir uns nicht für diesen Energiezufluß. Wir bilden Blockaden, wenn wir glauben, dass wir mit der irdischen Energie nichts mehr zu tun haben, weil wir uns vom Tierischen und Irdischem abnabeln wollen.

Das zweite Energiefeld befindet sich in der Höhe der Milz. Der Herr sagt in Erde und Mond, dass dieses Feld ein Scheideherd ist. In der Milz wird das Feuer von unten vom Feuer von oben geschieden. Dieses Chakra wird auch das Sakral-Chakra genannt. Es öffnet sich ungefähr am Nabel nach vorn und es erscheint in der Heilfarbe orange. Dieser Einfluß befruchtet auch unsere Keimdrüsen und alle Genitalien.

Es steht im Wort, dass wir uns in der Geschlechtsliebe nicht verlieren sollen. Viele verdrängen deswegen die Geschlechtsliebe, ohne sie überwunden zu haben und errichten dadurch eine weitere Sperre für den ungehinderten Energiefluß.

Das nächste Zentrum befindet sich im Sonnengeflecht, das sich ungefähr zwei Finger breit über dem Nabel nach vorn öffnet und in der Farbe gelb erscheint. Es wird auch das Nabel-Zentrum genannt und hat die Nebennieren als Funktionsdrüsen, die die Aufgabe einer gewissen Ausscheidung haben. Falsche Vorsätze aufgrund falscher religiöser Vorstellungen bedingen eine erneute Sperre für den Energiedurchfluß. Dann kann die Seele nicht zur Ruhe kommen, denn der Herr sagt, dass die Nieren das Ruhekissen der Seele ist. Es entstehen Ängste und Depressionen, die Seele kann nicht mehr baumeln, weil dieses Zentrum nicht geöffnet ist.

Das Herz-Zentrum öffnet sich auch nach vorne und erscheint in der Farbe rosa. Das Hals-Chakra erscheint in der Farbe blau, das Stirn-Chakra in der Farbe violett und das Scheitel-Chakra in der Farbe gold.  

Nach Swedenborg ist die Zahl sieben die Zahl der Vollkommenheit.

Wie sind die sieben Geister entstanden und wie können wir sie in uns vollenden ?

Hierzu finden wir Erläuterungen im 18.,19.und 20. Kapitel des 7.GJE .

Durch Jakob Lorber sagt uns der Herr: Inmitten der Gottheit bin Ich die Liebe. Sie hat sich zu irgend einer Gottzeit selbst ergriffen. Auch in uns hat sich einmal zu einer Gottzeit  Gott erfaßt . Jeder Mensch hat solch ein Gottheitszentrum in sich, denn wir kommen alle aus dem Zentrum des Herzens Gottes. Dieses Zentrum in uns ist wohl nur ein Funke und nicht die Fülle Gottes wie in Jesus von Nazareth. Funke wird er deswegen genannt, weil er eine Teilerfassung bleibt. Die Erfassung innerhalb der Gottheit hat unser Ich kreiert. Wir haben uns einmal im Herzen Gottes erstmals erlieben und erleben dürfen.

In der Haushaltung  Gottes (1.5,1) finden wir weitere Erläuterungen. Stellen wir uns die Gottheit als einen Kreis dar. Die Gottheit stellt den Kreisinhalt dar und der Mittelpunkt ist das Zentrum Seiner Liebe. Diese Gottheit drängte sich zur Liebe hin. Die Liebe potenzierte sich zu einer unermesslichen Kraft, sodaß die ganze Gottheit von dieser Liebe erfüllt war.

Wenn wir einen Gedanken haben, ist er in der gleichen Evolution wie die Liebe. Durch Swedenborg sagt uns der Herr : Der Mensch kann aus sich nicht denken, dies können selbst Engel nicht. Aber wir bestimmen durch unsere Lebensliebe, wer da durch uns denkt, denn wir haben ununterbrochen die Willensfreiheit und die Macht und die Kraft Gottes, unsere Antennen so einzustellen, dass wir wählen können wer da durch uns denkt. Unsere Liebe ist unsere Antenne. Deswegen ist unsere Liebe das Zentrum und das Leben in uns.

Diese Liebe in uns zieht nun gemäß dem Gesetz der Anziehungskraft alles an sich, was man liebt und womit man sich verbinden will. Die Liebe hat das Bestreben, alles förmlich zu verschlingen , an sich zu ziehen und zu verschmelzen. Wir werden also das, was wir lieben. Meister Eckehart zitierte einmal einen Weisen in seinen Predigten, der fragte: ‚Ja, wenn ich dann Gott liebe, werde ich dann Gott ?’ Wir können tatsächlich das werden, was wir von  Herzen lieben. Doch das Endziel erleben wir weitgehend passiv, denn hier verwirklicht sich Gott in uns. „Ihr sollt Götter werden“, hat Jesus gesagt. Dies ist in diesem Sinne zu verstehen und dieses Ziel steht noch in weiter Ferne, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass es da noch die verschiedenen Zustände und Führungen hier auf der Erde und dann in den Jenseitssphären ab Glaubensreich bis zur Stadt Gottes  gibt. Doch wenn wir das wissen, tragen wir auch Verantwortung für alles, was wir denken und wollen. Ich bin die Verursachung meines Zustandes.

Der Mensch ist keine Fehlkonstruktion. Der Liebesgeist hatte in uns die Freiheit, die Kräfte von außen anzunehmen und sie durch sich  zu dem zum Ausdruck zu bringen, was er heute ist. Wenn wir wissen, dass unsere Gedanken, Willensregungungen und Taten sich durch die Liebe verwirklichen, dann müssen wir uns selbst an die Nase nehmen, wenn sich Fehlentwicklungen ergeben. Dies trifft nicht nur für uns zu, sondern für Gemeinschaften und ganze Völker und für die Menschheit insgesamt.  

Luzifer  war nur der erste Geist, der aus Gott herausgetreten war. Er ist der Lichtträger. Das Licht hat den Zug weg von der Quelle. So war es auch bei der Gestaltung des ersten Geistes, der nur einer der sieben Geister aus Gott ist. Er eilte weg vom Zentrum der Liebe.

Wie entstand diese Kraft ?

Licht heißt Bewusstwerdung und Bewusstwerdung heißt Ich-Werdung. Es ist die persönliche Ich-Erfassung eines Wesens überhaupt neben Gott und bei Gott.

Luzifer also ist die erste Ich-Erfassung, die personell neben Gott ist. Persönlich ist Luzifer insoweit als sich die Personenhaftigkeit als Realität anblickt. Wenn wir ihn aber vom Standpunkt der göttlichen Liebe beurteilen, dann gibt es nur den Einen, der ‚Ich bin’ genannt werden kann: Jesus Christus, unser Vater. Das sagt uns der Herr durch Meister Eckehart in einer Predigt und durch Jakob Lorber.

Im Gottherzen entwickelte sich ein Liebespotential, eine gottinnere Naturentwicklung, die wir Gottnatur nennen, zum Unterschied zur materiellen Natur oder der Seelennatur. Durch Eckehart von Hochheim nennt der Herr diese gottinneren Entwicklungen die Unerborenheit oder die unerborenen Söhne. Sie sind die Erfassungen göttlichen Ichbewusstseins innerhalb des göttlichen Herzens. Im göttlichen Herzen haben sich also Ich-Potenzen entwickelt und in dieser Ich-Erfassung waren wir einmal alle. Unser innerstes Reinstes, Geistiges, ist reiner Gottgedanke der Liebe. Wir alle haben eine Urwurzel und dieser Urfunke ist nie ausgegangen, sondern ruht immer noch im Gottherzen.

So sagt Meister Eckehart in einer Predigt: ‚Und wenn ich einmal von der Hierarchie Satana befreit bin und in das Herz Gottes zurückkehre, wieder eins werde mit dem göttlichen Urgrunde, da hat mich niemand vermisst.’ Nun aber bin ich hinausgetreten in die Ich-Potenzerfassung, in die Hierarchie Satana, die als Lichtgeist der erste der 7 Geister Gottes war.

Die Gnade Gottes ist es, die sich unser immer wieder erbarmt, die uns durch Jesus Christus wird.  In der Hierarchie Satana haben wir uns als Ich erfasst. Jeder einzelne Mensch ist als Ich-Erfassung eine Teilerfassung der Satana. Unser Geburtsgeist, der von Gott gereinigt wurde, ist ein Weisheitsfunke aus dem Lichtgeist Satana. Das Ego unseres  Wachbewusstsein ist rein satanisch, wenn wir noch der Sphäre der Unvollendeten angehören. Wenn wir unsere 7 Geister noch nicht entwickelt haben, gehören wir noch zur satanischen Lichtsphäre. Wir müssen also nicht auf einen äußeren Satan warten. Er wohnt bereits in unserer Mitte, wenn Jesus Christus noch nicht im unerlösten Geist erweckt worden ist. Unser Geburtsgeist verhält sich neutral und beginnt erst zu strahlen, wenn wir dazu beigetragen haben, dass sich auch unsere sieben Lebenszentren öffnen. Unser Geburtsgeist ist wie oben gesagt der Geist, den wir aus dem Lichtträger haben.

In der Wurzelsprache ist Satan der Gegensatz zu dem Zentrum, was wir Jesus Christus nennen. Den Antichristen müssen wir nicht außen suchen, er sitzt in unserem Wachbewusstsein als Geist des Verstandes im Großgehirn. Dort glaubt er, alles käme aus ihm. Er hat noch nicht die Demut zu erkennen, dass nichts aus ihm kommt, weder Positives noch Negatives. Er ist sozusagen nur eine Rinne oder Röhre, die das Wasser auffängt, wohin er sie wendet. Es ist entweder das Wasser des Todes oder das Wasser des Lebens. Wir öffnen und alles andere geschieht dann wie von selbst. Den Schalter dürfen wir nie auslassen. Die richtige Stellung ist die aufrichtige und ehrliche Hinneigung zu diesem großen und unendlichen Schöpfer und Vater Jesus Christus.

Wir leben mit unserem wachbewussten Ich als Gegensatz Christi. Diese wachbewusste Ichpotenz hat sich im Kopf festgesetzt. Seine Helfer sind der Wille und der Verstand. Hierbei ist der Wille auf der Gefühlsebene mehr im Kleingehirn gelagert und kann durch Gesang und Musik stimuliert werden. Wenn die Musik von Gott inspiriert ist, ist sie fähig, unser Bewusstsein in höhere Ebenen zu heben. Gesang öffnet die Pforten zum Himmel. Durch den Gesang nehmen uns die dann kommenden Engel unsere verstandes-begründeten oder vernunftbegründeten Wisstümlichkeiten aus dem Kopf heraus, sodaß sich die Liebe in das Herz hinab senken und dort lebendig werden kann. Es ist gut, dass wir dann vergessen. Meister Eckehart sagt: ‚Ihr müsst aus Wissen zur Unwissenheit kommen, denn selig sind die Armen, ihrer ist das Himmelreich.’ Solange wir unser Wissen im Gehirn konservieren, ist es nicht lebendig. Erst wenn dieses Wissen erlischt, absinkt in unseren Herzensacker, geht die Saat auf. Gottes Wort will in uns lebendig werden.

Was wir hören, schafft in unserem Gehirn Engramme und wird im Laufe der Zeit begraben. Wenn wir uns aber in Liebe öffnen, dann sackt das gesprochene und in Liebe aufgenommene Wort ins Herz  ab und wird dort ein lebendiges Wissen. In diesem Fall nehme ich meinen Weisheitsgeist, der in uns Ich geworden ist, zurück in den Mittelpunkt der Liebe Gottes. Dies gelingt aber nur den wenigsten Menschen. Damit uns dies gelingt, musste der liebe Gott alle Seine 7 Geister ausschicken. Hierbei ist die Liebe die Urwurzel von allem, die Weisheit hat den ersten Versuch gemacht, uns über die Erkenntnisse des Gehirns wieder zum Leben zurückzuführen. Dazu dient uns die Weisheitsliteratur, die Heilige Schrift und die Neuoffenbarung bis Jakob Lorber. Gott legt uns keinen Zwang an. Wir können alles in Übereinstimmung bringen oder ablehnen.

Die Liebe und die Weisheit reichen also noch nicht aus. Die Liebe reicht nicht aus, um die in Blitzesschnelle forteilende Weisheit einzufangen. Es musste eine dritte Kraft Gottes tätig werden: Sein Wille. Dieser dritte Geist hat dem Licht einen Widerstand geboten, er nahm es gefangen und hat es gehülst. Dieser Geist ist das göttliche Gesetz, der göttliche Zorn oder Grimm. Jetzt können wir verstehen, weshalb die göttliche Liebe im Willen der Zorn oder der Grimm Gottes genannt wird. Wir können nun auch verstehen, weshalb Jesus beim Lazarus ergrimmte. Er musste ergrimmen, weil Er sah, wie die Lichtsphäre in Lazarus den Tod herbeigeführt hat. Da ergrimmte Sein Geist, so steht es in der Lutherübersetzung. Die Einheitsübersetzung formuliert es weicher. Aber Luther hat unter den Grimm Gottes Seinen Willen verstanden. Der göttliche Wille hält die Materie in der Struktur, in der wir sind. Es ist gerade der Gottwille, der es auch so bei unseren Gedanken, den Lichtgedanken, macht. Er fängt jeden unseren Lichtgedanken ein und bündelt ihn.

Betrachten wir wieder eine Zelle. Sein Zentrum ist die Liebe und  rund herum befinden sich die eingefangenen  Weisheitspünktchen und alles zusammen wird genauso gehülst wie eine Zelle des großen Schöpfungsmenschen, nur wird dort die Zelle eine Hülsenglobe genannt. Der Zellkern ist das Urgöttliche, die Essenz nach Swedenborg. Meister Eckehart nennt ihn den Urtypus des göttlichen Gedankens. Alles, was wir in der Materie sehen, alle Gegenstände finden wir in unseren Zellenurtypgedanken. Wir Menschen könnten nichts denken, weil alle Gedanken von Gott kommen und alles in Gott enthalten ist. Die Liebe ist die einzige Antriebskraft und wenn wir sie fließen lassen und sie sich mit der Weisheit vermählt, ist alles in Ordnung, dann hat sich die Liebe mit dem Lichtgedanken vermählt und hat eine neue Zelle gebildet, so gilt dies auch für unsere Seelenzellen und später für unsere Körperzellen. Überall herrscht das gleiche Prinzip. Gott ist in einem Grashalm genauso gegenwärtig wie in uns, sagt Jakob Böhme in den ‚Drei Prinzipien’. Meister Eckehart sagt gar: ‚Und in Gott ist die Mücke im gleichen Rang wie der höchste Engel.’ In der Gottmajestät gibt es nichts, was sich in der liebearmen Zerrform der Lichtstruktur befindet. Die Lichtstrukturen unserer Seelen und die Seelenbereiche in den Astralebenen sind liebearm, vertrocknen und verdorren, je weniger Liebe darin waltet. Deswegen müssen auch die schönen Blühten der Maienpracht verwelken, weil sie zu wenig Liebe in ihren Zellen zuließen. Deswegen muß auch unser Körper alt und schrunzelig werden.

Auch der Wille konnte noch nicht das wahre Leben insgesamt erreichen und sammeln. Es musste eine vierte Kraft hinzukommen, die nun das fixierte Wesen aus Liebe, Licht und Willen in eine gewisse Ordnung setzte. Die Ordnung als vierter Geist gestaltet das neue Wesen so, dass es in der fixierten Form bleibt, ohne sich zu verändern. Diese Ordnung verhindert, dass sich das geschaffene Wesen, z.B. das Pferd nicht plötzlich in eine Kuh verwandelt. Deswegen musste der Geist der göttlichen Ordnung nacheilen. Hätten wir diesen Geist der Ordnung nicht in uns, so könnte der Zellhaushalt nicht aufrechterhalten werden. Es wäre nicht möglich, alte Zellen abzubauen, neue zu strukturieren, aus der Materie Seelensubstanz zu gestalten und später zu vergeistigen. Jesus Christus hat uns diesen Prozeß der Vergeistigung vorgelebt. Ihm war es gelungen, seinen gesamten Zellkörper vollkommen in die Geistigkeit Gottes überzuführen. Aber Jesus hat dies nicht nur für Sich allein gemacht. Bei diesem Akt hat er bewirkt, dass jeder Zellkern, der der geschaffene Geist aus Satana ist und den wir Geburtsgeist nennen, in die pure Göttlichkeit erhöht worden ist. Dieser Geist wurde also gereinigt, wie weiter oben schon bemerkt worden war. Jesus hat das Satanische transformiert in die pure göttliche Jesu-Liebe. Er hatte also die gesamte Lichtstruktur mit Seiner Liebe geschwängert. Im Geistkern jeder Zelle ist dies geschehen.

Die Inder stellen Yin und Yan als Kreis dar, das durch ein S geteilt wird. Ganz dasselbe sagt die Offenbarung. Wir haben einen väterlichen oder männlichen Geist in uns, den wir Jesus nennen und einen weiblichen Geist, den wir Satana nennen. Seit der Jesu-Zeit haben wir im Zellkern das männliche Prinzip. Doch können wir den Zell-Lebenspunkt nur dann wecken oder öffnen, wenn wir an Jesus glauben und lieben. Dann wird die Weisheitssphäre in mir als Mutterboden geschwängert, weil der Zellkern zu strahlen beginnt.

Wie können wir diesen Prozeß beleben?

1.              Durch das echte Gebet.

Das echte Gebet oder die Meditation nennt der Herr wahrhaft, wenn wir in Seinem Namen beten, in Seiner Liebe, in der urgöttlichen, opfernden, selbstlosen Liebe sind, die alles verschenkt und alles gibt. Diese Liebe allein ist fähig, unser weibliches Gottheits-Prinzip-Fünklein in jeder Zelle zu beleben.

2.              Durch die Erweckung unseres Liebewillens. Wenn ich an Jesus denke, dann erwecke ich die Liebe oder den Willen.

3.              Durch die Erweckung der Tathandlung. Das Beschreiten der äußeren Wege helfen uns, das Innere zu erwecken.

Wenn wir das göttliche Wort als einen Gedanken aufnehmen, so können wir unsere Persönlichkeit umbilden, wenn wir sie unter die Autorität Gottes stellen. Aber wir sollen sie nicht einer äußeren Autorität unterstellen oder einer dogmatischen Gemeinschaft, sondern völlig der Autorität Gottes. Wer noch nach außen läuft, seine Informationen von außen holt, der muß wissen, dass dies nur ein Weg ist. Das Zentrum unseres Bewusstwerdens liegt allein in uns. Wir müssen es wagen, über jeden Satz der Bibel oder der Neuoffenbarung im Gebet niederzusinken und zu sagen: ‚Vater, Du gibst mir dieses Wort von außen, hilf mir nun, dass dieses lebendige Wort in mir eine aufgehende Saat wird. Entblättere es von der Scheinbarkeit, von den Scheinwahrheiten der äußeren Lichtstruktur-Darstellungen, die ja unter Satana fallen. Erlöse uns von dem, damit Dein Ich in mir lebendig wird.’

Eckehart von Hochheim hat dies so formuliert: ‚Solange wir noch Kinder sind und lernen gehen, sitzen wir noch im Schoß der Mutter. Dann steigen wir zaghaft hinunter und stützen uns an Stuhl und anderen Gegenständen. Aber wenn der Geist dann erwacht ist, lachen wir Gott entgegen, dem Vater, und laufen zu Ihm.’

Wie lange wir uns stützen, bleibt jedem einzelnen überlassen. Aber Gott wartet darauf, dass wir Ihm entgegenlachen. Er beantwortet es mit einem Lächeln. Lassen wir endlich das süße Lächeln Seiner Gottliebe lebendig werden. Das können wir im Gebet und im Gesang. Am wirksamsten können wir es in der Nächstenliebe, in der selbstlosen, opfernden Nächstenliebe, wie sie uns von Jesus vorgelebt worden ist.

Liebe, Weisheit, Wille und Ordnung reichen immer noch nicht aus. Wenn aus den ersten vier Geistern eine Form gebildet und erhalten wird, so darf das Leben auch nicht erstarren. Der hinzueilende Ernst will die Tiefe vermitteln. Dieser Geist versucht nun, die Form in der Weise und in die Fassung zu bringen, dass sie den Ernst des Lebens erkennt. Das Leben ist die Liebe, sie wird erfasst in ihrem Licht und ihrem Willen, in ihrer Ordnung und in ihrem Ernst, der uns dann, wenn  wir einmal schwach werden in der Liebesübung, von außen zu Hilfe kommt, mit Leid und Leiderfahrung. Da drückt es uns einmal irgendwo oder wir kommen in einen Lebensumstand, der uns einen Konflikt mit liebenswerten Menschen bringt oder ein anderes Ungemach, Leid oder Sorge schafft. Wir werden mit dem Ernst des Lebens konfrontiert, wenn wir die Liebe zu wenig in die Zellkörper einfließen lassen.

Wenn wir in unserer Gebets- oder Meditationsübung mit Musik im Gleichklang mit der Musikschwingung kommen und wir unsere Türen öffnen , können wir die Vibrationen der fließenden göttlichen Liebe empfinden. Sind wir bereit, Gott unsere Zeit hierfür zu opfern. Es war schon bei den Hebräern Sitte, Gott den Zehent zu opfern. Das gleiche Opfer verlangt Gott auch heute von uns, aber nicht mehr als Abgabe, sondern als Zeitopfer. Jesus hat durch Jakob Lorber gesagt, dass wir 7/4 Stunden täglich in die Stille gehen sollen (Weg zur geistigen Wiedergeburt). Dies sind auch 10 Prozent unserer gewöhnlichen Wachzeit. Rechnen wir 6,5 h Schlafzeit ab, verbleiben 17,5 h Wachzeit. 10 % von 17,5 h sind 1,75 h oder  7/4 Stunden. Wir können Jesus auch jeden Augenblick unserer Wanderschaft schenken, wenn wir zu perfekten Mystikern  wie Bernhard von Clairvaux werden.

Seien wir bereit anzunehmen und unsere Kanäle zu öffnen. In unseren Handflächen und Fußsohlen befinden sich die Meißnerschen Körperchen. Es sind die Endfasern unserer Nerven. Über diese Enden wird unser Nervengeist erregt, wenn wir die Handflächen nach oben in der Meditation öffnen und uns mit den Fußsohlen erden. Wir öffnen uns dann für den kosmischen Einfluß, der in diesen Tagen auch in unseren Breitengraden aufgrund des Auftreffens der geladenen Sonnenpartikelchen auf Sauerstoffatome ein farbiges Polarlicht-Schauspiel bot. Dieser kosmische Einfluß ist normalerweise nur nicht sichtbar. Wir können uns auf ihn aber jederzeit einstellen und ihn in uns aufnehmen. Diesen kosmischen Einfluß können wir auch Odkraft nennen, Lebenskraft, heiliger Geist.

Wenn wir unsere Kanäle öffnen, so öffnen wir uns nicht nur für den Himmel, sondern auch für die niederen Wesenheiten und Geister. Wir müssen es lernen, sie zu beherrschen. Treten wir ihnen mit unserer Willenskraft entgegen, dann können sie nicht mehr einströmen.

Dies hat uns der Herr schon in der Bibel gesagt. Jakob kam an einen Fluß. Ehe ihm die Himmelsleiter erschien und er die Engel auf- und absteigen sah, wurde ihm eine Hüfte ausgerenkt. Die Hüfte stellt die Verbindung zwischen dem natürlichen und geistigen Menschen dar. Wir verrenken uns, wenn im Zellhaushalt noch Schlacken sitzen. Dann empfinden wir noch Schmerzen, denn hierdurch sollen wir in der Liebe Leid ertragen lernen. Von außen erlangte Heilung ist keine innerlich erlebte Heilung. Hierfür sind wir alle prädestiniert. Nur Jesus in uns, in jeder einzelnen Zelle ist ihr wahrer Heilfaktor. Er muß unsere Schatten oder Lieblosigkeiten, die wir gebildet haben, mit dem Blute Seiner Liebe wieder reinwaschen. Seine Tat am Kreuz vollzieht Er noch in jedem Augenblick, wir sind nicht zu spät gekommen. In der göttlichen Allgegenwart erleben wir alles wieder im echten Gebet. Halten wir nicht fest, sondern lassen wir die Liebe fließen, durch uns und auf unsere Nächsten und unsere Umwelt.

Hierzu verhilft uns Sein Ernst. Der göttliche Ernst stellt uns den Ernst der Lage vor Augen, was alles mit uns geschieht, entweder in Liebe oder Leid.

Auch mit Hilfe des Ernstes schaffen wir dies alles noch nicht. Aus der Gottheitssphäre kommt uns der Geist der göttlichen Geduld zu Hilfe. Wenn es nach uns geht, kann es uns nicht schnell genug gehen. Ganz klar sagt uns der Herr durch Swedenborg, dass die Wiedergeburt die Zeit von der Geburt bis zum physischen Tod umspannt und ewig fortdauert. Die Vollkommenheit unseres himmlischen Vaters können wir als Geschöpfe nie erreichen (3.HGT 68,9).

Wir haben drei verschiedene Ebenen zu erneuern oder zu öffnen.

Die innerste Ebene unserer Wiedergeburt ist die unseres Geburtsgeistes. Dann kommt die Seelenebene und schließlich der stoffliche Körper mit den Restseelenpartikelchen.

In jeder stofflichen Zelle befinden sich noch Teile der grobstofflichen Seele.  Unsere sündhafte Denkweise, unsere triebhaften Willensregungen und unsere Taten aus unseren Begierden äußern sich in der Härte unseres Körperlichen, in den Knochen und Zähnen oder Nägeln. Nach der Entsprechungslehre ist dies das Natürlich-Äußerste. Je feiner die Wesenheiten sind, je mehr sammeln sie sich im Inneren des Körpers. Die feineren Organe wie unser Herz haben eine andere Funktion als die Haut oder die Muskeln, die den göttlichen Ernst in einer anderen Qualität aufnehmen. Das Gehirn und das Blut bilden die Feinmaterie und sind der Übergang zu unserer Seele.

Körper und Seele verbindet der Blutgeist, sagt der Herr durch Jakob Lorber. Im Blutgeist sind Wesenheiten, die aus unseren Gedanken und Willensregungen entstanden sind, die sich bereits in einer Gemütsschwingung befanden. Aber auch unser Gemüt ist noch unvollendet. Denn durch Meister Eckehart sagt der Herr, da das Blut das Edelste, aber auch das Böseste im Menschen sein kann, je nach der Ausgerichtetheit des Menschen. Deswegen war den Hebräern der Genuß des Blutes von Tieren verboten, weil dadurch die Substanz der Tierseele in massivster Form aufgenommen wird.

Der Nervengeist ist noch subtiler, er verbindet unsere Seele mit dem göttlichen Geist.

Der Geist der Barmherzigkeit ist der allumfassende göttliche Geist. Ernst und Geduld helfen uns, den siebten Geist zu erwecken, die Geduld oder die Barmherzigkeit, die die totale Hinneigung zu Gott ist. Jetzt sagen wir: ‚Vater wir erkennen nun, wir wollen aber nichts erzwingen, sondern frei und offen sein für Deine Liebe.’ ‚Ich gebe euch Gnade um Gnade’, sagt der Herr. Jetzt wird uns die Gnade des Herrn zuteil. Sie muß in uns lebendig werden. In unserem irdischen Leben kann uns die Gnade Gottes gereicht werden. Wenn unsere Aura bereit ist, Wesenheiten der Engel anzunehmen, kann es geschehen, dass in unserem Herzen der göttliche Jesu-Geist den Geburtsgeist der weiblichen Art mit der Liebe Gottes befruchtet. Da kehrt sich  in uns das Lichtgegensätzliche, Satana, der Liebe zu und wird von der Liebe ganz durchflutet. Dieses Wunder vollzieht kein anderer als der Urichgeist der Liebe in unserer eigenen Brust. Dieser eine Geist ist mit allen anderen Geistern verbunden, die jeder Mensch in sich trägt. Wir alle sind mit diesem einen Geist verbunden, den wir Jesus Christus nennen, unseren geliebten Vater.

Die Geister sind unteilbar, nur die Seelen haben sich geteilt und stoffliche Körper gebildet. Doch wir sind ein Körper im Fleische Christi. Unsere Blutstropfen durchströmen den lebendigen Gottkörper Seiner Gottmajestät.

Empfinden wir das Säuseln Seines lebendigen Wortes !

In den Wildling des äußeren Menschen pflanzt der Vater selbst in Seiner unendlichen Gnade den ‚Reis aus Jesse Stamm’ ein. Er senkt sich nieder in der Wolke unseres Gemütes und wir dürfen Ihn in uns erleben, immer dann, wenn wir die Liebe zulassen, die Er Selbst ist.

Sowohl unser Eifer als auch unsere Lauheit schaden uns. Halten wir das gerechte Mittelmaß. Werden wir nicht zu heiß und nicht zu kalt, sondern sind wir offen für Seine Liebe, die sich so gerne auf uns Menschen niedersenken möchte. Dies ist Sein heiliger Vaterwunsch. Er wird nicht ruhen, bis auch der Letzte und Schwächste zurückkehrt und eintritt in die stille Kammer, in das Allerheiligste und dort niederkniet vor der Flamme der Gottheit, die ihn durchstrahlt mit der ewigen Liebe, mit dem ewigen Lichte aus Gott, dem Vater. Und Er wird kommen, wenn Er unseren Tempel gereinigt hat, den wir durch unsere Sünden verschmutzt haben, und wenn Er unsere Kaufleute und Händler hinausgetrieben hat, damit Sein Wort in uns lebendig werden kann. Dann verkündest Du uns Deine Wahrheit, Deine Liebe und schenkst uns Deine heilige Gegenwart in dem Maße, wie wir es dann ertragen können.

Liebe ist etwas, worüber wir eigentlich nicht reden können, sie ist überhaupt das schwierigste Thema. Versuchen wir es, mit Vernunft in die Geheimnisse der Liebe einzudringen, die aus der Gottliebe durch den Gottgeist entstehen kann, der in uns geweckt wird und der uns aus der Gnade Jesu Christi geworden ist.

Vergegenwärtigen wir es uns noch einmal, wie die Gottkraft oder die Gottenergie aus der Gnadensonne in den Ringen des Regulus über die verschiedenen Sonnen und den Luftringen angeglichen wird, wie sie schließlich von unserer Aura aufgefangen wird und wie sie sich aufgrund unserer Aura-Bilder in uns zu unserem Denken, Wollen und Handeln schrittchenweise ausspricht.

Alles, was wir an äußeren Eindrücken über unsere Aura aufnehmen und von unserem Verstande befruchtet angenommen wird, senkt sich in unser Herz, wenn das angenommene von der Liebe belebt worden ist, und wird unserem Geburtsgeist als äußere Inspiration eingelegt. Sie wird dort befruchtet und daraus entsteht eine Art Wolke, die sich zugleich in unserer Aura wiederspiegelt. Hierdurch stehen wir im Wechselspiel mit unserer Umwelt.

In unserem Jenseits stellt sich diese Wolke plastisch dar. Durch Swedenborg erfahren wir, dass uns alle Gedanken, die wir haben, wolkenhaft umgeben. Die Qualität unserer Gedanken haben auch eine Farbe. Negatives Denken erzeugt dunkle, positives Denken erzeugt helle Wolken. Sie wären golden, würde sich durch den Gedanken der heilige Geist aussprechen.

Unsere Gedanken entwickeln in unserer Aura aus der Gottliebe verschiedene Landschaften. Denn aus den Wolken bildet sich Wasser, aus Wasser entsteht Erde und aus der Erde entwickelt sich das Leben in Form von Pflanzen und Tieren. Die Wolke ist also nur der Beginn unserer Jenseitsbildung, das wir in jedem Augenblick durch unser Denken, Wollen, Wünschen und Handeln gestalten.

Gleiches vollzieht sich in unseren Zellen. Wir können dies auch sichtbar machen, wenn wir einem Hypnotiseur und einem Medium zusehen, der dem Medium sagt, dass ein glühender Stahl seinen Arm berühre, obwohl er tatsächlich kalt ist. Nach der Berührung bildet sich beim Medium eine Brandblase, weil dieses mit geschlossenen Augen in Trance den Worten des Hypnotiseurs vertraut. Die suggerierten Einflüsse waren auf das Gehirn so massiv und fixiert, dass das Unterbewusstsein es mit einer Gegenreaktion beantwortete und eine Brandwunde entstehen ließ, um die Seele zu schützen. So schnell entstehen Folgen aus einer Gedankenentwicklung. Sie können aber auch unendlich lange dauern wie bei unserer Seelenentwicklung. Es kommt auf die Intensität der zugelassenen Lebenskraft an, die wir Liebe nennen.

Jesus hat gesprochen: ‚Der Vater hat alle Macht dem Sohne übergeben.’

Was heißt das für uns?

Im geistigen Sinne bedeutet dies für uns, dass der Vatergeist in uns  die Macht dem Sohne übergeben hat oder:  unser göttliches Bewusstsein hat die Macht dem Wachbewusstsein übergeben und was dieser Sohn im Wachbewusstsein macht, muß Gott durch Seine Liebe verwirklichen.

Selbst wenn unser Wachbewusstsein den Antichristen kreiert, so muß Gott ihn nach dem Liebegesetz gestalten. So machen wir Gott zum Knecht und uns zum Sünder. Der Knecht bleibt in der Sünde, solange es unser Wachbewusstsein vorgibt. Können wir es fassen, was wir in jedem Augenblick unseres Denkens und Handelns verursachen ? Die Liebe Gottes geht so weit, dass selbst unsere Sünden von der Liebe Gottes angenommen werden und sich verwirklichen. Die entstehenden Formen sind dann natürlich keine Engel, sondern Leviatane, Dämonen und Genien, die sich dann gestalten und sich in unserer Aura befinden. Erkennen wir es, welche Verantwortung uns für unser Denken und Handeln obliegt ! ‚Gott, erbarme Dich unser’, können wir da nur rufen.

Wir sollten uns daran erinnern, wenn uns Leid, Ungemach trifft oder wir Schuld abtragen müssen, dass wir es waren, die das alles aufgrund unseres früheren Denkens und Handelns herbeigeführt haben.

Wir haben dann zuerst unseren Geburtsgeist gedrückt, der den Druck weiterleitet an die Seele und wenn der Geburtsgeist kräftig genug ist, wird er versuchen, diese Schauerwelten der Sünde aus der Seele hinauszutreiben, weil er sich in der Seele ausbreiten will. Er treibt diese Gebilde in den Körper, der der getreue Spiegel unserer Sünden ist, unserer Gottentfernung von gestern und vorgestern.  Dann müssen wir uns nicht wundern, wenn es uns zu zwicken beginnt. Dann soll uns der Schmerz helfen, wieder zum Sonnenbewusstsein des göttlichen Geistes zurückzufinden.  

Schlussworte  

Der Sonnengeist ist das positive Bläschen in unserem Herzen, aber auch in jeder Zelle. Sie steht dort wie die Zentralsonne einer Hülsenglobe. Dieser Geist versucht all das, was wir durch unser Denken und Wollen als Wolke gebildet haben, in eine schönere Umlaufbahn zu bringen, genauso wie die Natursonne die Planeten in eine Umlaufbahn zwingt. Im weiteren Verlauf versucht sie die sich gestaltende Erde zu einem fruchtbaren Land zu gestalten, auf der alles wächst und gedeiht.

Dieser Mikrokosmos unseres Zellkörpers steht mit dem Makrokosmos auf unsichtbaren Kanälen in Verbindung. So steht es auch in der Haushaltung Gottes. Und durch Swedenborg erfahren wir, dass unsere Krankheiten mit dem großen Schöpfungsmenschen korrespondieren. Durch Jakob Lorber hat Jesus gesagt: ‚Und so seid ihr Menschen dieser Erde die Ernährer, Erhalter und Förderer aller Wesen auf den anderen Gestirnen und Planeten der Unendlichkeit.’

In den drei Luftringen gibt es viele Vereine, Lehrmeister und Gurus. Wenn wir an Gurus denken, so wissen wir, dass sie alle ihre Mantren oder Schlüsselworte haben. Sprechen auch wir gewisse Mantren aus und bringen sie zum Klingen, dann werden wir an diesen Guru oder an Vereine angeschlossen und erhalten von dort unsere Inspirationen. Die Art der Inspiration richtet sich dann nach dem Grad der Seelenentwicklung des Lehrers oder Vereins.

Richten wir uns hingegen auf Jesus Christus, unserem Gott und Vater aus, so werden wir sozusagen an Ihn angeschlossen, obwohl wir noch in der Zwischenstation bleiben, die wir noch entwicklungsmäßig zu durchlaufen haben. Wenn wir unseren Kopfverstand total ausschalten können, kann es uns gelingen, dass unsere Gehirnschwingungen in einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen kommen. In diesem Zustand kann es sein, dass wir das Geistempfinden bewusst erleben dürfen.

In unseren Tempel plumpst der liebe Gott nicht so einfach hinein wie ein Stein in einen Tümpel, den wir aufgehoben und hineingeworfen haben. Wir könnten nicht überleben, würde uns Seine Liebe unverhüllt treffen. Nicht einmal ein Urerzengel könnte unverhüllt mitten unter uns sitzen. Dennoch gibt es nichts, was uns näher ist als Gott und auch zugleich ferner als Er. In Seiner Majestät ist Gott urgewaltig, doch diese unendliche Gottliebe senkt sich zu uns nieder und mäntelt sich ein, umhüllt sich und wird schließlich so wie wir sind und erscheint uns so wie wir zu lieben fähig sind. Er steht nur immer eine Stufe höher, hält ein bisschen Abstand, damit wir Ihn begreifen können. Es ist die Liebe des Vaters, der sich herunterbeugt. Dann können wir Ihn in einer Schwingung unseres Gefühls wahrnehmen oder in unserem Denken, Wollen, Wünschen, Begehren und Taten. Unser Vater kommt uns entgegen wie der Vater seinem geliebten Kind, das zu ihm vertrauensvoll im Hemdchen hinläuft.

Mein Gottgeist kann antichristlich sein und sich in seinem Wachbewusstsein austoben. Dieser Antichrist macht uns alsdann am meisten zu schaffen. Er blockiert und hindert den Einfluß des Gottgeistes in unseren Geist, in unsere Seele, in unser Wachbewusstsein. Unser Geist hat ein eigenes Ichbewusstsein, unsere Seele hat ebenfalls ein Ichbewusstsein und dies gilt auch für unseren Körper.

Im Alltag ist unser körperliches Wachbewusstsein der Primus, der Herrscher im Kopf. Er bestimmt, was sich in mir verwirklicht. Das Unterbewusstsein ist der Acker oder fruchtbare Land, wo die Samenkörner meines Denkens und Wollens einfließen und eingesät werden.  Und es ist der Antichrist oder Teufel in uns, der gottfern denkt und will und aus seiner Lust Unkraut unter den Weizen sät.

Nur das aufgenommene Gottwort ist die echte Saat, die den Weizen hervorbringt. Unsere Nachgedanken über dieses Wort und über die Liebe können zum Unkraut werden, wenn sie das echte Wort verfälschen. Doch der Herr sagt, dass wir alles aufgehen lassen sollen. Wir sollen die Unkrautkörner unserer Umwelteinsaat nicht verurteilen. Wir sollen vielmehr die Umwelt annehmen wie sie ist. Was wir als Unkraut in unseren Herzensacker einsäen, wird uns nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung in der Umwelt in Erscheinung treten. Dann kann uns ein Mensch über den Weg laufen, der mir einen Konflikt bereitet. Nehmen wir diesen Konflikt dankbar an und lassen ihn bis zur Ernte reifen. Zur Erntezeit wird alles eingesammelt und das Unkraut verfeuert und das Feuer soll dann unsere verzeihende, vergebende Liebe sein. So lassen wir die Liebe Gottes zu und helfen durch Liebeseinstrahlung, dass dieses Unkraut unseren Herzensacker für neue Samenkörner düngt. Dies ist der zugelassene Pfingstbrand. Sehen wir deswegen den Unkrautsamen als nützliche Saat, die uns hilft, dass der Weizen für die große Ernte reift. Jesus ist in allem gegenwärtig und wird uns den Konfliktauslöser dann schicken, wenn Er sieht, dass er für unseren Reinigungsprozeß behilflich sein kann. Eines Tages werden wir dann einsehen, weshalb wir diese Situation noch erleben mussten, denn ohne sie wären wir nicht weitergekommen. Dann merkt es unsere Umwelt, dass wir aufblühen, weil wir wieder etwas begriffen haben und es im Alltag umsetzen.

Das Unterbewusstsein oder der Geburtsgeist ist ein neutraler, gereinigter Gottgeist in uns, wie bereits gesagt. Er nimmt aber alles auf, was unser Wachbewusstsein im Kopf  glaubensmäßig annimmt. Woran ich glaube und was ich mir wünsche, das wird mir ! Unser Gottgeist gestaltet daraus Wesenheiten in verschiedener Qualität je nach der Gottnähe der glaubensmäßig an ihn weitergegebenen Gedanken und Wünsche. Gottnahe Gedanken bleiben reine Geistformen. Gottferne Gedanken und Willensregungen werden Lichtstrukturen, Feinstofflichkeit , Seelenbereiche und gar zur harten Materie gebündelt. Die Entwicklung dieser Wesenheiten aus unserem Denken und Wollen geschieht nicht immer sofort, sondern langsamer oder schneller, je nach der Kraft und Liebe, die wir in diese Gedanken investieren. Unsere Gedanken verwirklichen sich um so schneller, je mehr Liebe wir investieren.

Unser Unterbewusstsein ist gewissermaßen wie ein weibliches aufnehmendes Wesen, das nach den Vorgaben unseres männlichen Wachbewusstseins arbeitet. Was das Männliche in mir denkt und will ist der Same, der das Unterbewusstsein befruchtet. Deswegen wird unser Geburtsgeist auch die Maria genannt, oder nach Jakob Böhme die Jungfrau Sophia.

Vor 2000 Jahren wurde die Mutter Maria vom Geist Gottes geschwängert und gebar den Sohn. Heute wird die Jungfrau unseres Unterbewusstseins von dem Vater unseres Wachbewusstseins geschwängert. Wenn es noch nicht gottausgerichtet ist, sondern sich noch im Eigenwahn menschlichen Egos befindet, dann wird unser Wachbewusstsein nur gottferne Suggestionen als Samen in den Fruchtboden unseres Unterbewusstseins eingießen, sodaß nur gottferne Früchte hervorkommen werden.

So gestaltet der Mensch nach der Qualität seiner Gedanken und seines Wollens handelnde Wesenheiten des Himmels, des Paradieses oder der Hölle. Wir entscheiden, was uns morgen wird. denn alles verwirklicht sich nach diesem Gesetz.

Weil unser göttlicher Geist nicht mehr fähig war, seelisch oder geistig wiedergeboren zu werden, so musste Jesus vor 2000 Jahren einen neuen Geist geben. Unser Geist war mit seinem Selbstbewusstsein durch seine Isolation vom Liebegeist leblos geworden und konnte nur noch mit einem neuen Impuls wieder belebt werden und zu neuen Kräften kommen. Dieses Wunder vollzog sich durch die Ausschüttung des Heiligen Geistes. Der Urichgeist aus der Liebe Gottes und durchdringt unseren Geburtsgeist, wenn wir Jesus Christus annehmen.

Die Liebe unseres himmlischen Vaters sei mit uns allen und schenke uns Seinen Frieden.  

Bearbeitete Niederschriften von Vorträgen in Hamburg am 5.5.1984 und in Dachau vom 22. bis 24.5.1992 von Karl Dvorak durch a.u.l.