Karl Dvorak

Das Wunder der Eingeburt

23.2.1982 

"Unter dem Wunder der Eingeburt verstehen wir die Taufe mit dem Heiligen Geist. Diese Taufe erhält jeder von uns direkt vom Vater in Jesus. Ein echter Christ geht nicht ohne diese Taufe durch sein irdisches Leben. Der Tag der Eingeburt ist für uns ein besonderer Tag, er verändert unser Leben. Wir sind dann nicht mehr allein, sondern immer in Begleitung mit dem Vater, wohin wir auch gehen oder gerade weilen. Was immer wir denken, wollen und entscheiden, immer ist der Vater gegenwärtig.  

Diesen Segen erhalten wir über das Gottwort. Wie läuft diese Eingeburt ab?

Diesen Tag konnten die Menschen bis zur Menschwerdung Jesu Christi nicht erleben.

In der Offenbarung Johannes steht, dass die Gerechten unter dem Altare Gottes aufbewahrt wurden. Diese Seelen konnten die irdischen Luftringe nicht verlassen. Die Erde hat drei Luftringe. Die damaligen Seelen blieben in diesen Bereichen verankert, weil ihnen die Eingeburt noch fehlte. 

Nach Seinem Kreuzestod stieg Jesus in die Unterwelt und brachte auch diesen Seelen die Erlösung. Hierbei ist unter Unterwelt der unerlöste Bereich zu verstehen, der auch die Luftringe beinhaltet.

Diese Schattenbereiche wurden also erst durch Jesus erlöst. Seitdem haben wir die große Chance, dass wir nicht nur im Geiste wiedergeboren werden, sondern in göttlicher Reinart, durch die wir eine Himmelfahrt erleben können. 

Die Himmelfahrt von Jesus war eine einmalige Ausnahme. Für uns bedeutet dies die Vergottung unseres irdischen Körpers. Dies ist unser höchstes Ziel, das wir mit Hilfe des Geistes erreichen können, der uns am Tage der Eingeburt geschenkt wird. 

Ausgangspunkt ist die Gottessonne und ein Gottwort, z.B. aus der Bibel. Hierbei betrachten wir den Menschen auf drei verschiedenen Ebenen, der Körper-, der Seelen- und der  göttlichen Geistebene. 

Im 6 GEJ 13,7  spricht der Herr als Menschensohn: 

Dieses verstehet ihr jetzt zwar noch nicht und könnet es auch nicht verstehen; aber so ihr bleibet im Glauben an Mich und tut nach dieser Meiner Lehre, so werdet ihr in eurer Glaubens- und Liebereife getauft werden vom Heiligen Geiste, den Ich allen senden werde, die lebendig an Mich glauben und an Den, der Mich aus Sich im Fleische als einen Menschensohn in diese Welt gesandt hat; denn das ist das eigentliche wahre, ewige Leben, daß ihr an Mich als an den wahrhaftigen Sohn des Vaters im Himmel glaubet und lebet nach Seiner Lehre. 

Der Herr gibt uns einen neuen Geist, den Er auch den Heiligen Geist nennt. Der Heilige Geist ist die Göttlichkeit in ungetrennter göttlicher Liebe und göttlicher Weisheit. Diese Göttlichkeit kann nur aus der göttlichen Sonne kommen. 

Der Herr sagt uns, dass Er uns diesen Geist nicht direkt geben kann, Er kann es vielmehr nur über ein Gottwort geben. Dieses Gottwort ist ein christliches Neuwort, das im Buchstaben bezeugt, dass Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist. 

Nehmen wir dies noch tiefer. Wir erfahren dies durch Jakob Lorber, Emanuel Swedenborg oder Jakob Böhme: In Jesus war Jehova Selbst! In Jesus geschah die Menschwerdung Gottes! 

Wenn nun ein Mensch bereit ist, dieses göttliche Wort mit seinem Wachbewusstsein im äußeren Menschen anzunehmen, indem er es mit seinem Verstand bejaht und es als göttliches Wort anerkennt, dann bildet sich in seinem Kopf ein neues Glaubenswissen, das sich in seinen Gehirnzellen einlagert. Hier bleibt dieses Wissen und viele Lorberfreunde bewahren dieses Wissen nur in ihrem Gehirn. Die Gehirntäfelchen in den Pyramidalzellen nehmen die Bilder aus dem Gottwort auf und bewahren sie. 

Entscheidend ist nun, das Gottwort nicht nur als eine Wissenschaft aufzunehmen, sondern es mit unserer Liebe, mit unserem Wollen, Denken und unserer Tätigkeit im Alltag zu verbinden. Werden wir also mit diesem Wissen nach außen liebtätig, lieben hieraus den Nächsten oder verrichten gute Werke, dann gestaltet sich die gute Tat zu einem Aufnahmegefäß. Dann wandert das Bewusstsein vom Kopfverstand in unsere Seelenbereiche. Unsere Seelenbereiche gehören bereits zu der Schicht unseres Unterbewußtseins, hier sind wir nicht mehr alleiniger Herr unseres Selbst. 

Eigentlich könnte unser Geburtsgeist vom Göttlichen her aus dem neuen Geist direkt angesprochen werden. Dies geschieht aber nur dann, wenn der Mensch die Wahrheit aus dem Gottwort annimmt.  

Zwischen der Gottessonne und unserem Geburtsgeist gibt es Hindernisse. In unseren Körperzellen und in unserer Seele befinden sich sogenannte Nachwesen. Es sind viele Wesenheiten, die einen Führer haben, ein Oberhaupt oder einen Regenten. Der Regent ist immer das stärkste Naturspezifikat unseres Körperlichen. ( weitere Vertiefungen in Dateien der Lebensstufen, Freundeskreis, unter 40.3) 

Dieser Führer ist im äußeren Leibe Regent und dieser Regent ist unser Ichgefühl! 

Unser Ichgefühl ist eigentlich eine Scheinbarkeit, es ist ein Kumululations- oder Verdichtungspunkt der ganzen Hierarchie von Wesenheiten oder Kleinwesen, die in unserem Leibe herrschen.  

Der Herr spricht gleichnishaft von den Sonnen, die wir sehen, wenn wir mit geistige Augen in unseren Leib hineinschauen. Dieser Mikrokomos hat Zentralsonnnen und Untersonnen. Es ist eine richtige Hierarchie, sagt der Vater durch Jakob Lorber.  Für „Hierarchie“ können wir auch „Herrschaft“ sagen. Hier gibt es immer einen Regenten, einen Zentralherrscher wie in unserer Hülsenglobe. In unserem Leibe sind die stärksten Geister die Herrscher. 

Diese Herrschaft kann wechseln!  Bleibt unser Ichbewusstsein nicht dasselbe, fragen wir uns?

Wir sind folgendem Gesetz unterworfen: Wenn aus dem Weltraum Geister zu uns kommen, weil sie von unserer Seele angezogen werden – dies geschieht, wenn Geister in uns eine Gleichheit finden, Gleiches gesellt sich zu Gleichem!  –  ,dann weiß er sofort, was ich seit meiner Kindheit getan habe. Diese Geister nennt man auch Trägergeister von einer anderen Sphäre, sie haben mit uns eine Ähnlichkeit. Tritt dieser Trägergeist in unser Bewusstsein, so kennt er alle meine Sünden viel besser und genauer als ich es mit meinem Kopfbewusstsein registriert und noch in Erinnerung habe. Ist dieser Trägergeist sehr kräftig, so kann er mein Ichbewußtsein von morgen sein. 

In diesem Fall muß der neuer Trägergeist aber von meiner Hierarchie als Regent erwählt worden sein. Die ganze Masse unserer Seelenspezifikate bestimmt, wer in uns Herrscher ist. 

Hierzu sagt der Herr: „Wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht!“  D.h. unser Ichgefühl ist Knecht dieser ganzen Masse aller Individualitäten, die sich in unserem Körper befinden.

Unter unserem Körper oder Leib ist die tierische Seele zu verstehen, die das Stoffliche ausmacht. Ein Drittel dieser Materie ist der göttliche Wille, 2/3 die Seelensubstanz, aber die gröbste Art. (Woher Karl Dvorak diese Angaben hat, ergibt sich nicht aus seinem Vortrag)

Die Teile, der den göttlichen Willen ausmachen, sind göttliche Stützgeister, die nicht in unser Bewusstsein übergehen. Nach Lorber bleiben sie Sondergeister, die beim Aufbau des Körpers, beim Zellaufbau, beim Knochenaufbau oder beim Stoffwechsel etc. helfen.  

Sind wir froh darüber, dass schon 1/3 unseres Körpers der Herr ist, der ihn in der Ordnung erhält.

Revolutionen finden in unserem Körper nur mit Seiner Zulassung statt. Bilden sich Krebs oder Tumore, so haben Gruppen einen Inselstaat im Körper gebildet und verursachen einen Ausbruch. Der Herr lässt dies zu, damit diese Geister im Körper isoliert werden.  

Die dabei auftretenden Schmerzen sollen dazu beitragen, daß sich der Mensch besinnt und zur göttlichen Ordnung wieder zurückkehrt. Der Mensch bleibt gesund, wenn er in der Liebe und Ordnung Gottes lebt. Zu bedenken ist hierbei, das die Ursachen für eine Krankheit auch in Vorstadien unseres irdischen Seins gesucht werden können. 

Unserem Leib ist die Seele übergeordnet. In der Seele haben wir wieder ein eigenes Ichbewusstsein, das von der stärksten Seelengruppe gebildet wird. Erst über dem Seelenbewusstsein steht der Geburtsgeist.  

Unser Geburtsgeist steht im permanenten Kontakt mit unserem Seelenbewusstsein. Mit unserem Körper kann unser Geburtsgeist nicht im direktem Kontakt sein. Unser Wachbewusstsein kann also den Geburtsgeist nicht direkt ansprechen, weil unsere Seele dazwischen steht. Aus diesen Gründen müssen wir es lernen, uns langsam hineinzupirschen, damit wir nach und nach über unsere Seele unseren Geist ansprechen können.  

Wann bitten und beten wir in Seinem Namen?  Hierzu sagt uns der Herr, dass dies geschieht, wenn unser Wachbewusstsein Seinen Geist direkt anspricht, vorher nicht. Diesen direkten Kontakt können wir erlernen, wie uns dies der Herr durch Jakob Lorber sagt.  Erforderlich ist es, uns in der Liebe zu üben und immer wieder die Liebe neu zu erwecken. Die Erweckung erfolgt immer über ein göttliches Wort.  

Das göttliche Wort nehmen wir mit unserem Gehirnverstand auf. In dem Augenblick, in dem ich es in Liebe erfasse, wird meine Seele angesprochen. Je größer und heftiger meine Liebe wird, je eher dringen wir zu unserem Geist vor.  

In der Psychologie wird dieser Geist unser Unterbewusstsein genannt, das wie ein störrischer Esel ist. Erinnern wir uns an das Gleichnis mit Biliam. Im Namen Jehovas war Biliam auf dem Weg in ein anderes Land, um dort eine Prophezeiung vorzutragen. Sein Esel blieb unterwegs stehen. Vor dem Esel hatte sich ein Engel gestellt, der dem Biliam sichtbar wurde.

In diesem Gleichnis ist der Esel der Geist des Menschen. Biliam ist der äußere Mensch, der einen Gottauftrag hatte. Er sollte auf seinen Geist einwirken. Der Geist gehorchte aber nicht, weil er es besser weiß.

So ist es auch mit unserem Geist, er horcht nicht auf unsere Eingebungen. Erst wenn wir in Liebe und Glauben arbeiten und in uns mit echter Objektivität hineindenken, dann verwirklichen sich unsere Gedanken. Alles, was wir dann aus purer Liebe glauben, muß sich verwirklichen. Erst diesen Liebeglaube nimmt unser Geist an und gestaltet daraus eine Realität.

Eine solche Realität gestaltet unser Liebeglaube über das Gottwort auch als Bläschen. Es wächst, wenn wir es immer wieder mit unserer Liebe und durch neue Gottworte nähren. Durch unser Wortwissen, Wortwollen, Worthandeln im Liebeglauben imaginieren wir etwas in uns hinein, wie der Herr durch Jakob Böhme sagt. Die Imagination ist eine Verwirklichung, durch die unser Geist strahlend wird , strahlend durch den Urgeist Gottes. Dieser Urgeist heißt dann in uns Urichgeist. Wenn er aktiv ist, erleben wir den Tag der Eingeburt. 

So spricht der Herr:

         jl.ev09.012. Kapitel 

(9)Sagte Ich: »Ihr verlanget wahrlich Dinge, die der menschliche Verstand niemals völlig begreifen kann; und begriffe er auch ein Näheres in des Reiches Gottes tiefsten Geheimnissen, so würde ihn das der Liebe Gottes nicht näher bringen! Denn niemand kann wissen, was in Gott ist, denn allein nur der Geist Gottes; wer aber Gottes Gebote hält und Ihn liebt über alles, der bekommt dann auch den Geist Gottes in sein Herz, und dieser sieht dann auch in die Tiefen Gottes. 

Nur unser Geist aus Gott kann wissen, wie es in Seinem Reich aussieht. Die äußeren Gottworte, die wir mit unserem Verstand lesen und mit unserem Kopfverstand aufnehmen, lassen uns nicht in Sein Reich blicken. Sein Geist kann nur vom Geist in uns begriffen werden. Dieser Geist ist Ihm ähnlich, er ist ein Abbild Gottes. Dieser Geist ist der lebende Odem, der dem Adam und uns allen eingeblasen worden ist.

Wer Seine Gebote hält und Ihn über alles liebt, der bekommt den Liebegeist Gottes in sein Herz. 

Dies ist ein Entwicklungsweg, der sich in uns aufzeichnet. Dann beginnen wir, mit Hilfe dieses Geistes in die Tiefen Gottes zu sehen. Dies vermögen wir nur aus diesem Geiste und nicht aus unserem Verstandes- oder aus unserem Seelenwissen.  

Durch Eckehart von Hochheim sagt uns der Herr in der Büttnerausgabe (91): 

Gott wird durch die Gnade in die Seele getragen und eingepflanzt. Daraus entspringt in ihr ein göttlicher Liebesquell, der die Seele wieder in Gott zurückträgt. 

Eckehart nennt dies das Einpflanzen des Geistes Gottes. Dieser Quell trägt den ganzen Menschen in Gott hinein. Dies ist die Wolke, die uns einmal aufnimmt und uns in das Innergöttliche führt.  

Wie und wann geschieht diese Eingeburt?

Der Herr sagt dies in folgender Stelle: 

jl.ev04.220. Kapitel

10] Dieser Funke Meiner Liebe aber wird in das Herz einer Menschenseele erst dann gelegt in der Fülle, wenn ein Mensch Mein Wort vernommen und es in seinem Gemüte gläubig und mit aller Liebe zur Wahrheit angenommen hat; solange dies nicht der Fall ist, kann kein noch so seelenvollkommener Mensch zur Wiedergeburt des Geistes gelangen. Denn ohne Mein Wort, das Ich nun zu euch rede, kommt der Funke Meiner Liebe nicht in das Herz eurer Seele, und wo er nicht ist, kann er auch nicht wachsen und gedeihen in einer Seele und somit in derselben auch nicht wiedergeboren werden. 

Wir nehmen Sein Wort mit dem Kopfverstand auf und leiten es in unser Gemüt (Unterbewusstsein). Wenn wir es lieben, macht es uns lebendig. Ohne Einlegung dieses Bläschens gibt es keine Wiedergeburt des Geistes. 

Es gibt eine Wiedergeburt der Seele, die wir ohne diese Einlegung erreichen können.  

Dies ist der Weg, die Seele immer mehr zu perfektionieren. Aber hierzu genügt ein Erdenleben nicht. Der Eingeburtsgeist ist Jesus Christus, der Herr in uns. Wenn wir Ihn über das Wort annehmen, dann wird Jesus in uns geboren. Erst dann genügt ein Erdenleben, um in das Göttliche zurückzukehren.  

Dies unterscheidet wahre Christen, die Jesus als Gott annehmen, von Andersgläubigen, die dies nicht tun. „Ohne Mein Wort kommt dieser Funke nicht in euer Herz“, spricht Jesus. Ohne diesen Funken ist eine Wiedergeburt im Geiste nicht möglich. Nach Eckehart ist dies eine Gnade. In uns wird eine Sonne hineingetragen, die dann in unserer Seele und unseren Körper mächtig ausstrahlt. Diese Sonne wird einmal unseren Leib vergotten und zur Auferstehung bringen. 

Wenn wir Sein Gottwort theoretisch aufnehmen, können wir es mit unserem Liebeglauben bestätigen und bejahen. Dann verdichtet sich mein Glaube im Gehirn, sodaß mein Herz angesprochen wird. Stimmt mein Herz nun zu, dann wird daraus eine Imagination, eine Verwirklichung. Was ich zuerst im Gehirn geglaubt habe, wird im Herzen real gebildet, wohlgemerkt, nur in der geistigen Welt.  Im Irdischen dauert diese Verwirklichung länger. Wo dieser Geist nicht ist, kann er auch nicht wachsen.  

Jakob Böhme hat dies nicht in dieser Tiefe ausgedrückt. Er war nur ein Vorreiter. Damals konnte das Gottwort nur sehr verschlüsselt gegeben werden. „Wenn der Mensch im Ernste Buße tut und einen ernsten Willen in der Barmherzigkeit Gottes fasst , in Ihme selbst einzugehen und wirft von sich allen falschen Willen, so wird das Korn Christi gesäet.“

Das Korn Christi wird über das Gottwort am Tage der Eingeburt eingesät. „Daraus erwächst die edle Blume in der Dreifaltigkeit.“ Dann blüht die Blume als Sonne auf . In vielen Klöstern hat man dies mit einer Rose symbolisiert. Es ist die mystische Rose. Im Erblühen dieser Rose erstrahlt in uns Seine Sonne. 

Wann geschieht diese Eingeburt zeitmäßig?

Wenn wir seelisch wiedergeboren sind, dann befinden wir uns im Zustand des Paradieses. Zum Schächer am Kreuz sprach der Herr: „ Heute noch wirst du mit Mir im Paradiese sein!“  Der Schächer konnte Jesus in seiner Liebe zu Ihm erfassen, obwohl er ein Bösewicht war. Diese Liebe hatte bewirkt, dass er sofort in das Paradies kam.  

Wer im Paradies noch nicht seinen Eingeburtsgeist hat, der kommt nicht weiter. Er bleibt dort.

Wenn wir ¾ seelisch wiedergeboren sind, dann pflanzt der Vater den Urichgeist Seiner Liebe in der Regel in die Seele. Die Seele hat einen Geist aus der Hierarchie Satanas.  Unser Geist ist zweifach. Wir haben den Geburtsgeist und den Urichgeist. Wenn die Eingeburt erfolgt, dann blüht der Urichgeist auf und es gibt dann zwei Regenten im Geiste. Sie verschmelzen im wahren Himmel zu einem Geist und zu einem Bewusstsein.

Der Geburtsgeist stammt aus der Hierarchie Satanas, wie gesagt.

Wie vereinen sich der Geburtsgeist und der Urichgeist im Himmel bei der Zusammenführung?

Im Himmel müssen wir wieder Vollmenschen werden. Wenn wir Vollmenschen werden, dann verbinden sich Urich- und Geburtsgeist zu einem Geist.  Deswegen erwähnt der Herr im Lorberwerk nur einen Geist. Dieser eine Geist ist Jesus Christus in uns.  

Dieser eine Geist tritt aber auch außerhalb von uns auf, als Jesus Christus, der unser Herr und Vater ist.  Von außen kommt Er uns entgegen. Trotzdem tragen wir Ihn in uns. Mit unseren äußeren Augen sehen wir eigentlich das, was in uns ist, in unsere Seele liegt.  

So spricht der Herr: 

   1.   Himmelsgaben 210 

01] Solange noch zum geziemenden Empfange der weltlichen Gratulanten eher alle Fußböden im Hause der Welt gereinigt werden, als der einfache Boden des Herzens zu Meinem Empfange, kann Ich nicht erscheinen vor jenen, für die der Boden zuerst gereinigt worden ist. Denn Ich bin immer von ganzem Herzen demütig und sanfter denn eine Taube und harre oft ängstlich genug, als wie ein schwaches Kind, vor der Türe, sehe da die stolze Welt aus- und eingeben und getraue Mich nicht ins Zimmer zu treten in Meiner Ärmlichkeit vor solchen oft gar so prachtliebenden und weltlich majestätisch aussehenden Menschen. 

Solange die Welt in uns noch ihre Feste hält, kann der Herr nicht erscheinen! Weiter heißt es: 

02] Da warte Ich dann geduldig trauernd so lange, bis ein solcher Rummel vorüber ist und auch die weltlichen Fußböden ein wenig abgeschmiert worden sind, wonach Ich Mich dann erst ängstlich getrauen kann, schüchtern einzutreten, um Meinen gnadenvollsten Wunsch am Tage der Eingeburt einer Mich im stillen ein wenig liebenden Seele darzubringen. 

Diese Worte sind erschütternd! Welch eine Demut und Liebe, der Herr wartet geduldig.  

Auch Eckehart von Hochheim spricht von der Eingeburt (Quintübersetzung S. 315): 

Ich habe zuweilen von einem Licht gesprochen. Dieses Licht ist unerschaffen. Dieses Licht pflege ich immer zu meinen Unterweisungen zu berühren. Dieses Licht nimmt die Göttlichkeit unmittelbar, unbefleckt, völlig entblößt auf, so wie Er in Sich Selbst ist, und zwar ist dies ein Aufnehmen im Zuge der Eingebärung. 

Vom göttlichen Urlichte geht dieses Licht in uns hinein. Dies ist ein Wunder, das sich in uns vollzieht.  

So spricht der Herr :

Sehet, dieses Wunder der Eingeburt bekommen Seelen von unten direkt von Mir, mit Ausnahme der Seelen von oben. Seelen von oben bekommen diesen Geist schon über jemandem eingepflanzt, der die Eingeburt schon erlebt hat. 

Wie ist dies zu erklären?

Die Seelen von unten müssen sich mehr anstrengen, um die Verbindung vom Wachbewusstsein zum Geburtsgeist und zum Liebegeist zu schaffen. Hier hilft der Herr Selbst. Er gibt diesen Seelen mehr Kraft, damit sie es schaffen, zu Ihm zu gelangen. Den Seelen von oben genügt der Kontakt mit einer Person, die die Eingeburt bereits erlebt hat. 

Weiter lesen wir im „Weg zur Wiedergeburt“ im Abschnitt „Die Erlösung:

11] Seht, alles Weltliche ist schlecht, weil es den Geist wieder zur Welt wendet, aus deren Todeskerkernacht Ich ihn der Materie entriß und gelegt habe in das Herz der Seele, damit er da wieder lebend und geläutert werde von allem sinnlich naturmäßig materiell Weltlichen, und damit er da endlich fähig würde zur Aufnahme des Lebens aus Mir. So nun ihm aber gereicht wird schlechte Kost, so wird er wieder weltlich, sinnlich und endlich materiell und dadurch tot wie vor der Geburt, - so auch die Seele mit dem Leibe, da sie dadurch selbst ganz leiblich geworden ist.
12] Wird nun aber gegeben dem Geiste eine gute Kost, welche ist Mein geoffenbarter Wille und die Vermittlung durch die Werke der Erlösung - oder Meine Liebe im Vollbestande durch den lebendigen Glauben, so wird in dem Herzen des Geistes ein neues geistiges Bläschen gestaltet, in welchem ein reiner Funke Meiner Liebe eingeschlossen wird. Und wie es früher ging bei der Zeugung der Seele und aus derselben der des Geistes, ebenso geht es auch mit dieser neuen Zeugung des Heiligtums. Wird es nun vollends reif, dann zerreißt diese heilige Liebe die lockeren Bande des Gefäßes und strömt dann wie das Blut des Leibes oder wie die feinsten Substanzen der Seele oder wie die Liebe des Geistes in alle Organe des Geistes über, welcher Zustand dann die Neugeburt genannt wird, so wie der der Einlegung dieses Lebensbläschens genannt wird die Eingeburt. 

Am Tage der Eingeburt breitet sich dieser Geist aus, dann fühlen wir uns in den Himmel erhoben, wir haben herrliche Träume, wir fühlen die Liebe des Vaters und wundern uns, wenn dies alles wieder vergeht.  

Weshalb bleibt der Herr nicht?

Es sind unsere fremden Gäste, die das Bleiben verhindern. Wenn Er bleiben würde, müssten unsere Gäste gewaltsam verwandelt werden. Das will der Herr nicht. 

Kennen wir Eingeburtsszenen in der NO?

Ja, hier kann auf folgende Stelle hingewiesen werden: 

jl.ev01.194. Kapitel

08] Sage Ich: »Sei deshalb ganz ruhig! Denn Ich werde bei dir, solange Ich auf dieser Erde zu tun habe, für Mich und alle, die mit Mir sind, Wohnung nehmen; dein Haus soll Mir eine Ruhestätte sein. Aber Ich werde es oft zu verlassen haben um Meiner Arbeiten willen; aber geistig werde Ich es nimmer verlassen!« (Meine Hand dabei auf Kisjonahs Herz legend.) 

Kisjonah erhielt den Eingeburtsgeist noch vor den Jüngern. Das Haus Gottes sind unser Körper, unsere Seele und unser Geist. Der göttliche Geist muß sich wieder zurückziehen, wenn sich unsere fremden Gäste bei uns melden, weil es da noch Merkmale gibt, die unerlöst, noch nicht umgewandelt worden sind.  

Es ist eine harte Arbeit, die der Vater hier leistet, um unsere Nachwesen, die Seelenspezifikate zu unterrichten, weiterzuentwickeln und zu verklären. Die stofflichen Bereiche muß Er zu Seelenbereichen umgestalten. Aber wenn wir die Eingeburt erlebt haben, dann wird Jesus nie mehr fern sein und uns verlassen.  

Die Eingeburt hat auch Bischof Martin erlebt, als der Herr in sein Haus trat. Ebenso auch Robert Blum.  

Zu Karl Gottfried von Leitner sprach der Herr:

Jakob Lorber: 'Himmelsgaben' (Div. Offenbarungen) Bd. 01, S. 011 - Originaltext  

   03] Und das sage Ich ihm auch noch dazu, daß Ich jedem, der beitragen wird zur Ausbreitung des Lichtes aus Mir, zur Erkenntnis des Guten aus Meiner Liebe und des Wahren aus Meiner Weisheit für die bald folgende große Verherrlichung Meines Namens, die Neugeburt und in derselben auch die baldige volle Wiedergeburt mit einem neuen Namen schenken werde; und Ich will ihn machen zum Zärtling Meiner Liebe, gleich Meinem holden, lieben Johannes, dem Geheimschreiber Meines Wortes.

   04] Das sei ihm (A.H.) ein guter Gruß, das erste Mal wörtlich von Mir, zum Tage seiner Eingeburt! - Das sage Ich, der ewige, gute liebe und heilige Vater! - Amen.  

Am Tage der Eingeburt bekommen wir alle einen neue Namen, der im Buche des Lebens eingetragen wird. Vom Tage der Eingeburt an sind wir Bewohner des  Neuen Himmels, des höchsten Liebehimmels. 

Zu Anselm Hüttenbrenner sprach der Herr: 

1. HG 11,3

03] Und das sage Ich ihm auch noch dazu, daß Ich jedem, der beitragen wird zur Ausbreitung des Lichtes aus Mir, zur Erkenntnis des Guten aus Meiner Liebe und des Wahren aus Meiner Weisheit für die bald folgende große Verherrlichung Meines Namens, die Neugeburt und in derselben auch die baldige volle Wiedergeburt mit einem neuen Namen schenken werde; und Ich will ihn machen zum Zärtling Meiner Liebe, gleich Meinem holden, lieben Johannes, dem Geheimschreiber Meines Wortes.
   04] Das sei ihm (A.H.) ein guter Gruß, das erste Mal wörtlich von Mir, zum Tage seiner Eingeburt! - Das sage Ich, der ewige, gute liebe und heilige Vater! - Amen. 

Andreas Hüttenbrenner war Bürgermeister von Graz. Zu Ihm sprach der Herr: 

J. Lorber: 'Himmelsgaben' (Div. Offenbarungen) Bd. 01, S. 230

      10] Siehe, du hast schon so manches getan, was Mir wohlgefiel, und daher habe Ich dir auch schon einen neuen Namen gegeben, der da aufgezeichnt ist im großen Buche des Lebens. Und dieser Name sei dir am (heutigen) Tage deiner Eingeburt (in das irdische Fleisch) ein Geschenk als Name deiner Neugeburt (im Geiste)! - Aber tue das Gesagte alles, so wirst du bald die große Freude der Wiedergeburt erleben!

   11] Siehe, so ist Meine Gratulation geartet! - Ich »wünsche« nichts, sondern was Ich will oder liebe, das gebe Ich oder lasse es zu, daß es geschieht. - Was würde wohl daraus werden, so Ich euch das Leben wünschen möchte und ließe es beim Wunsche!? - Allein Ich wünsche nicht (bloß),sondern Ich will-und so lebet ihr!  

Die Eingeburt ist mit natürlichen Maßstäben nicht zu erklären. Die 10 Apostel erleben die Eingeburt erst mit der Ausschüttung des Heiligen Geistes. Für die Jünger gab es eine Besonderheit. Sie erlebten die Eingeburt im Kopfbewusstsein. Sie mussten alles sofort im Kopf haben, damit sie ihre Lehrtätigkeit aus dem Liebegeist von Jesus antreten konnten. 

Diese Aufgabe haben wir nicht. Der Herr öffnet uns nur dann den Mund, wenn es an der Zeit ist. Dann sollen wir nicht nachdenken, was wir reden. Jesus hat gesagt: „Ich werde es euch ins Herz legen, was ihr reden sollt.“ 

Wenn wir dann mit Freunden zusammen kommen und wir in uns fühlen, dass der Herr etwas sagen will, dann sprudeln aus uns Worte, die wir zuvor selbst nicht wissen. Wir werden dann über den göttlichen Geist aufgeladen und der Freund, die Freundin fühlen dann die  Liebesschwingung unseres Vaters. In diesen Momenten dürfen wir ein Weilchen den Frieden und die Liebe fühlen sowie die Harmonie und die Schönheit Seines Reiches. Diese Augenblicke sind Sein Geschenk, Seine Gnade. Hier erleben wir einmal die Wonnen Seiner Liebe und den Kuß Seines göttlichen Mundes. 

Dieses Gefühl begleitet unseren Alltag nicht. Er muß Sich noch zurückziehen, damit unsere Seele weiter reifen kann. Wir müssen offen bleiben, auch wenn wir die Eingeburt bereits haben. Gott wird immer wieder neu eingeboren, mit jeden neuen Gedanken aus dem göttlichen Wort, mit jeder neuen Liebesregung zum Vater oder zum Nächsten. Mit jedem neuen Willens- oder Tatimpuls wird eine neue Eingeburt vollzogen, die aus dem pur göttlich reinen Sein fließt. Bei jedem Atemzug, den wir bewusst machen, strömt der Odem Gottes in uns ein. Diesen Gottesodem, diesen Heiligen Geist dürfen wir nicht für uns behalten. Wir müssen sofort bereit sein, ihn wie ein Quell an die gesamte Menschheit und Schöpfung abzugeben. Erst dann wird unser Flussbett vom Schmutz der irdischen Gedanken, der Massenmeinung und der falschen Willensregungen gesäubert. 

Je fleißiger ich den Gottesstrom durch mich fließen lasse, desto klarer und stärker wird mein Quell. Von diesem Gottesquell sprach Jesus z.B. am Jakobsbrunnen als Er zu Irhael sagte: „Dies ist das lebendige Wasser, wer dieses nimmt, dem wird nimmer dürsten. Aus seinen Lenden wird ein Strom lebendigen Wassers fließen, der für die gesamte Menschheit dauernd überfließt.“ 

Dieser Urquell wird alle erquicken, die danach dürsten und hungern. Aus diesem Quell werden wir zu einer Segnung des Vaters.

Daß wir diese Segnung erleben, ist unseres Vaters innigster Wunsch.

 

Anmerkungen:

Dualseelen gibt es nicht.

Der Geburtsgeist wurde von Jesus nicht gereinigt. (Seelenmutter)

Die entsprechenden Stellen habe ich gelöscht.

 

Die Erlösung