Gottes Reich

"Mein Reich ist nicht von dieser Welt!", sagte Jesus. Damit zog Er einen Schlußstrich, was die irdische Erde anbelangt. Auf der Erde gibt es kein Reich Gottes. Sein Reich beginnt aber in der Kirche Gottes. Wir sprechen heute von dem unsichtbaren Reich, das ewig wirkt. Das Reich Gottes ist dort, wo Gott wohnt, lebt, wirkt und wo Er Seinen Willen zum Ausdruck bringen kann. Dort findet Er Seine Wünsche restlos erfüllt. Hier werden Seine Gedanken klar und ungetrübt zur Idee verwirklicht und zu Seiner Schöpfung gebildet.

Wenn dieses Reich nicht auf Erden ist, wird man nun fragen, wo es denn ist? Von dieser Welt heißt: nicht von dieser Erde! Aber Gottes Reich ist tatsächlich auch auf dieser Ede vorhanden, es ist nur nicht von dieser Welt! Wir wissen, daß Gott auch in den Naturbereichen wirkt, daß Er in den Astralbereichen zugegen ist, natürlich auch in den Himmeln. Das Urreich ist das Innergöttliche.

Wir wollen Sein Reich von der Erde zu erkennen versuchen und steigen dann von Stufe zu Stufe höher.

Das Reich Gottes im Irdischen

Auf der Erde kann Sein Reich nur dort sein, wo Ewigkeit ist. In dem Augenblick, in dem Zeit und Raum herrscht, müßte eigentlich Sein Reich aufhören. Denn Gott spricht von Sich: "Ich stehe über Zeit und Raum! Vor Meinem Angesichtsbündel gibt es weder Zeit noch Raum!" Raum und Zeit sind Produkte der gefallenen Schöpfung, der Hierarchie Satanas. Im großen Schöpfungsmenschen sind Raum und Zeit voll vorhanden (Über den Schöpfungsmenschen siehe: .)

Wie entsteht Raum und Zeit?

Der Raum entstand dadurch, daß die Göttlichkeit, die alles erfüllt und allgegenwärtig ist, zertrennt wurde. Kann die Göttlichkeit zertrennt werden?  Tatsächlich kann die Göttlichkeit nicht zertrennt werde, sie kann nur scheinbar getrennt werden.

Schauen wir uns die Dinge in der Natur an, so sind sie doch untereinander getrennt. Wenn wir uns Menschen betrachten, so ist jeder Einzelne von uns ein Individuum. In jedem Einzelnen von uns steckt das Reich Gottes. Es ist der Funke des Göttlichen oder der göttliche Geist in der Seele. In jedem von uns ist der göttliche Geist derselbe Geist. Er ist eins mit allen anderen Geistern, die in allen Menschen sind. Trotzdem erscheinen wir uns getrennt und als Individuen. Dies ist ein Phänomen! Wir sehen Einzelmenschen und trotzdem gibt es einen Geist. Raum und Zeit stehen zwischen uns.

Wie ist dies geschehen?

Wir leben in einer Scheinwelt, die Illusion ist und nicht Wahrheit. Die Inder sagen zu ihr: Maya. Sie ist eine Unwirklichkeit, eine große Täuschung. Wir können den anderen greifen und sehen die Unterscheidung.

Betrachten wir einmal unsere fünf Sinne. Was geschieht beim Sehen? Sehe ich wirklich die vor mir stehende Person außer mir? Was sagen dazu das göttliche Wort und die heutige Wissenschaft?

In der Lichtkunde wird gesagt, daß jeder materielle Gegenstand Licht aussendet. Ein hervorragendes Buch stammt von Marco Bischof und trägt den Titel: "Biophotonen- Das Licht in unseren Zellen () Diese Strahlen treffen mein Auge. Es sind Strahlenbündelungen, die zum Gesichtsnerv und weiter zum Gehirn gelenkt werden. Dort erblicke ich erst das Bild der betrachteten Person. Alles, was ich außen sehe, sehe ich parktisch in mir. Alles, was außen tönt, höre ich in mir. Das Schmecken ist ein inneres Empfinden. Auch unser Gefühl ist ein inneres Fühlen. Nur unser Tasdtsinn ist real. Das Tasten ist eine Tatsächlichkeit auf irdischer Ebene.  Alle anderen Sinne sind Erweckungen, Bilder, die in meinem Gehirn bereits vorhanden sind. Deswegen muß jeder Mensch alles in sich tragen.

Der Herr sagt uns in der Haushaltung Gottes: "Jeder Mensch trägt alles in sich, ja ihr tragt sogar das ganze Weltall in euch, alle Gestirne, alle fernsten Sonnen und alle Bewohner in und auf diesen Weltkörpern Ja Mich Selbst tragt ihr in euch!" () Der Gottesfunke in uns ist Gott Selbst. Wir sind ein Mikrokosmos im Makrokosmos. Diese Erkenntnis wurde auch Hildegard von Bingen geschenkt, wie unter () nachgelesen werden kann. Alles ist keimhaft in uns vorhanden. Wir alle sind hier nur in der Wirksamkeit, die durch Raum und Zeit entsteht. In der ewigen Stille des göttlichen Reiches ist Ruhe und Stille ohne Bewegung.

Wenn wir in das Weltall mit einen Riesenteleskop hinausblicken und eine entfernteste Galaxie sehen, dann kann sie real nicht mehr bestehen, weil uns das von ihr ausgesendete Licht erst nach vielen Millionen von Lichtjahren erreicht. Wir leben in einem Zeit-Raum-Gefüge voller Illusionen.

So geschieht es auch in uns. Wir sehen uns untereinander. Wir selbst kennen uns nicht in unserer Göttlichkeit, wir sehen uns in zusammengeballten.  Wesenheiten, die tatsächliche Göttlichkeit sehen wir nicht. Das Reich Gottes ist aber erst die in uns enthaltene Göttlichkeit. Das Reich Gottes verändert sich nicht, weil Raum und Zeit fehlt. Es ist ewig, es ist die einmalige Ausdrucksart der göttlichen Liebe und des göttlichen Lichtes. Diese Einmaligkeit ist schon immer gewesen. Doch etwas geschieht: Gott verherrlicht Sich von Augenblick zu Augenblick oder von Ewigkeit zu Ewigkeit. Vor Gott ist ein Augenblick eine Ewigkeit.

Wir werden immer mehr vergöttlicht. Es geschieht dadurch, daß sich das Reich Gottes in mir immer mehr verwirklicht.

In den natürlichen Ebenen ist alles eine Erscheinungswelt, sie sind Zeitrafferaugenblicke der Schöpfung. Es ist nicht die Wirklichkeit, wir sehen vielmehr nur die Wirksamkeit der urgöttlichen Prinzipien. Wir sind nur ein Mikrokosmos des unendlichen Makrokosmos. Wir sind davon ein getreues Abbild. Jakob Böhme spricht von einem ewigen Bildnis in jeder Person ()

Das Reich Gottes auf Erden ist nur Sein Geist, den wir in uns tragen. Das Reich Gottes ist rein geistig, Swedenborg nennt es die Essenz. Rein Geistiges ist die Essenz. Seelisches ist Substanz und die stoffliche Welt ist die Materie. Alle drei Prinzipien unterscheiden sich in ihrer unterschiedlichen Schwingungsfrequenz. Wir sehen unterschiedliche Wirksamkeiten. Das Einzige, was bestehen bleibt, ist das Reich Gottes. In der Natur ist allein Sein Geist das Reich Gottes.

Alle Menschen haben einen Geist Gottes in ihren Herzen. Wie steht es im Naturreich? Keine Pflanze und kein Tier haben einen Geist. Alle Lebewesen vor Adam waren Vormenschen, Präadamiten ohne Gottgeist. Sie hatten aber etwas geistiges Fluidales in sich. Sie besaßen einen Gemeinschaftsgeist, der sich nicht individuell zerspreitet hatte. Alle Pflanzen und Tiere  haben einen Geist, der nicht ichbetont ist. Adam und alle Menschen seit Adam erhielten einen Gottgeist, der individuell und ichbezogen ist.

Gottes Reich ist unter den Menschen nur, wenn sie sich untereinander lieben, wie Gott sie Selbst liebt. Erst in dieser Liebe gibt es einen Hirten und eine Herde. Doch heute sind unsere Geister in die Seelenbereiche hinausgeglitten. Wir sind aus diesen Gründen in uns zerrissen und scheinbar getrennte Ichpersönlichkeiten, die sich untereinander bekämpfen. In der Hierarchie Satanas ist der Geist Gottes gefallen. Die Wesenheiten in der Hierarchie Satanas empfanden sich als von Gott getrennte Wesen. Sie waren hochmütig und sagten: "Ich bin gottgleich!"  Sie waren aus dem Hoheitsgefühl der göttlichen Gleichheit in eine antigöttliche Art geglitten. Hierin bleiben wir gefangen, solange wir satanische Anhänger bleiben.  Dann sind wir selbstbezogen und selbstsüchtige Wesen.

Wer ein Engel ist, der ist mit dem Reiche Gottes und mit Seinem Geiste eins und bildet mit dem Gottgeist eine Einheit.

Das Reich Gottes in den Astralebenen oder in der Selenwelt.

Wie entstand die Seele?  Das Reich Gottes ist ewig und hat nie einen Anfang genommen. Hat die Seele einen Anfang genommen?   Ja, denn sie entstand irgendwann. Die Seele ist also nicht das Reich Gottes.  Heißt es nicht, Seele und Gott sind eins? Die Seele ist eine Ausdruck Gottes! Welche Seele wird hier gemeint? Wir haben eine geschaffene Seele, die aus unserem Denken, Wollen und Handeln in unseren Vorzeiten entstand. Wir haben aber auch eine zweite Seele, die nie geworden ist. Diese Urseele ruht heute noch im göttlich Innersten.( ) Sie ist ewig göttlich vorhanden. Sie ist ein göttliches Urbild, das Gott von mir gehabt hat. Alles in Gott ist ewig. In diesem ewigen Sein sind unsere Seelenbilder ein Teilchen, die sich  aus dem Bewußtsein der Gottheit  innerhalb des Göttlichen manifestiert haben und hier nach außen nicht hin nicht die Geschaffenheit treten. In der Ewigkeit gibt es eine stetige Verklärung, Verschönerung, Versedelung. So gesehen gibt es in Gott ein Werden und in diesem Werden sind auch unsere Seelenbilder als ein Teilchen in Gott geworden. Hierzu müssen wir uns die Rede Lamechs in der Haushaltung Gottes verinnerlichen (3.Hgt 69,6, siehe Link in diesem Absatz) Lamech sprach: In Deinem endlosen Leben waren wir ein völlig vereint freies Leben!"

Hier haben wir eine Seele im geschaffenen Bereich vor uns. In jedem Atom, in jeder geschaffenen Zelle, in jeder Seele ruht das Urseelische des Göttlichen wie ein geistiger Funke göttlicher Essenz. Es ist ein Funke innerhalb einer jeden Seelenzelle. (nochmals ) Dieser Funke kommt aus unserer Urseele, die in Gott ruht. Sie wird ewig bestehen, sich ewig verherrlichen in immer schönerer und höherer Art.

Die geschaffene Seele, die aus unseren Geburtsgeist gemäß unseres Denkens, Wollens und Handels entstanden ist, ist scheinbar vergänglich. Deswegen steht im Alten Testamen, daß eine Seele sterblich ist. Es gilt zu unterscheiden: Einmal versteht Gott unter Seele unser Ichbewußtsein, daß Er nie enden läßt, ein andermal meint Er die Seelenstruktur, die sündhaft entstanden ist und die sich in dieser Sündhaftigkeit einmal auflöst und nicht ewig bestehen bleibt. Gott meinte also einmal die gottgeschaffene Urseele, ein andermal die von unserem Geburtsgeist geschaffene Seele, die vergänglich ist. Vergänglich ist also nur unsere stoffliche Seele. Der Herr nennt diese Seele durch Jakob Böhme unsere tierische Seele. 

Vergeht sie wirklich? Sie soll doch erhöht werden! Nur in ihrer Erhöhung ist ihr Sterben zu sehen. Unser Ichbewußtsein und unser Ichgefühl vergehen nie. Unser schäbiger Rock, unser zottiger Tierkörper wird vergehen und soll in ein Lichtgewand verklärt werden. Der aus Gott strahlende Mensch wird leben.

Die alten Ägypter hatten dies so formuliert: "Und wenn sich der Phönix in das Feuer stürzt (es ist das Feuer der Verklärung), dann wird er aus der Asche neu erstehen!" So ergeht es auch unserer Seele. Jede Seele muß durch ein Läuterungsfeuer, damit sie ihre Urseelenfassung ohne Verlust ihres Ichgefühls wieder erhält. 

Es stimmt also, wenn die Zeugen Jehovas sagen, daß die Seele sterblich ist. Es stimmt aber auch, daß die Seele unsterblich ist, wie dies die Lorberianer sagen. Jeder spricht die Wahrheit und die Unwahrheit zugleich, wenn er die Verwandlung außer Acht läßt. Mit einem höheren Blick sehen wir, wie dies gemeint ist. Wollen wir das Reich Gottes in unserer Seele erkennen, dann dürfen wir nur auf das schauen, was die Urseele ausmacht.

Wie war es bei Jesus Christus? Er ist unser Vorbild für unser Leben!

Jesus Christus wurde als Mensch geboren. Er bekam durch Maria neben Seiner Lichtseele auch eine tierisch gefallene, sündhafte Seele, eine Seele von unten. (Hinweis auf den Artikel von Gerd Kujoth "Die Menschwerdung Gottes" ) Gemäß Seiner Unsterblichkeit trug Jesus in Sich eine unerborene reine nie gefallene, sündenfreie Urseele. Als Er Sein Lehramt im 30-sten Lebensjahr begann, war der äußere Mensch Jesus so weit gekommen, daß Seine Urseele mit ihrem göttlichen Geist, der auch ein Weisheitsgeist war (Der sehr Schwache ), die übernommene Tierseele aufgesogen und verwandelt hatte (Zur Tierseele von Jesus ), nicht jedoch schon die Tierseele in Seinem stofflichen Körper. So weit war Er noch nicht. In unserem stofflichen Bereich ruht der härteste Teil unserer Tierseele. Deswegen sagte Jesus von Sich: "Sehet, Ich bin im Geiste Gott, aber Mein Körper, Mein Leib wird erst nach Meiner Verklärung göttlich sein!"  Aus diesen Gründen nannte Er Sich gemäß dieser Beschaffenheit den Menschensohn Gottes, wenn Er von Seiner Tierseele sprach, und Er nannte Sich den Gottessohn, wenn Er von Seiner inneren Seele sprach. Sein innerstes Lebensprinzip war der Geist, der Vater in Ihm. Mit dem Vater war die Sohnseele völlig eins. Deswegen konnte Gott einmal durch Jesus von Nazareth in der Tierseelenfassung sprechen, ein andermal in Seiner Gottseelenfassung. Sprach Jesus in der Tierseelenfassung, befand Er Sich in der Erniedrigung, dann sprach Er zu Seinem Gott und Vater wie zu einer zweiten Person. Wenn Er Sich mit Seinem inneren Geiste in Seiner Urseele verband, so sprach Er: "Wer Mich sieht, der sieht den Vater! Ich und der Vater sind eins!" 

Das Reich Gottes im Himmel

Wenn eine Seele im Jenseits so weit gediehen ist, dann verläßt sie die Astralebenen und steigt in himmlische Bereiche auf. Gott nennt die Astralebenen durch Jakob Lorber das Paradies, es reicht bis zum Demutsstrom. Es umfaßt das Mittelreich, beginnend mit dem Glaubensreich, dann kommt das eigentliche Paradies, dann die grüne Aue und es endet am Demutsstrom. In diesen Reichen taut die Lehre Gottes von Seinen Himmeln im strahlenden Licht und in den Wellen der Liebe herunter. In Seinen Himmeln befinden sich nur Wesenheiten, die als reine Engel  vollkommen gelehrt sind und in ihrer Persönlichkeit vollkommen von dem Geiste Gottes erfüllt sind. Es sind Wesenheiten, die ihr Seelisches völlig vergottet haben. So steigen sie vom Himmel in die Paradiesebenen herunter und belehren die  lebenden Wesen, die dort nach ihrem irdischen Sterben ankommen. 

Wie erscheinen die Wesen im Himmel?

Alle Erscheinungen im Reich Gottes werden als Person dargestellt. Im Paradies treten sie als Engel Gottes auf. Jede Manifestation von göttlicher Liebe  und Weisheit (Licht) erscheint im Niedersteigen in der jenseitigen Welt als der Mensch Jesus von Nazareth. Dies erleben wir im "Bischof Martin", in "Robert Blum" und in anderen Jenseitsbüchern, wie "Die geistige Sonne".  In dem Werk "Himmel und Hölle" von Emanuel Swedenborg kommt Gott aus den reinen Gefilden herunter, umhüllt von der Glaubensvorstellung der dort lebenden Wesen und erscheint als Jesus von Nazareth. Je tiefer und gottferner der Zustand ist, je mehr nimmt Seine Strahlkraft und Schönheit ab. 

Das Reich Gottes ist in den Schichten des Jenseits nur das, was sich in der Manifestation der göttlichen Liebe und des göttlichen Lichtes in der Person von Jesus ausdrückt, die wir die Engel Gottes nennen.

Es gibt aber noch etwas, was uns erscheint. Nicht immer darf Jesus als Person auftreten, sondern nur als Strahlenbüdelung. So erscheint Gott z.B. im Paradies als Mond, aus der sich die Lebenskraft der göttlichen Liebe und des Lichtes in alle Wesenheiten des Paradieses ergießt. Dieser Mond erschein nicht so wie der irdische Mond mit einem schwachen Schein. Im Paradies strahlt er wie eine Sonne. Es ist aber ein Mondlicht und wird daher auch als das Glaubensreich bezeichnet. Wo der Mond noch scheint, befindet sich also das Glaubensreich.  Am gestirnten Himmel können wir erkennen, in welchem Zustand wir uns befinden. Ist die Gottentfernung noch weiter, dann erscheint nicht der eine Mond. Durch E. Swedenborg sagt uns der Herr: "Zwei Monde erscheinen dann, wenn der Mensch den reinen Gottbegriff noch nicht zur Einheit verbunden hat, das Vater- und das Sohnprinzip noch in zwei Personen getrennt wird. Dieser Mond kann auch noch mehr zersplittet werden, je tiefer wir steigen. Dann sehen wir nur eine Unzahl von Sternen. Die vielen Sterne sind dann Bündelungen der göttlichen Liebe und des göttlichen Lichtes. Die hell leuchtenden Sterne des Lichtes stammen aus Seiner Weisheit, die rosa schimmernden Sterne aus Seiner Liebe. 

Wenn wir über den Demutsstrom in den eigentlichen Himmel kommen, so erblicken wir das Reich Gottes nicht nur in der Gestalt von Jesus, sondern auch in der Welt, die uns dort umgibt. Nach dem Demutsstrom sehen wir ein Hügelland. Wir sehen Ährenfelder, Weingärten und andere Anlagen. Diese Erscheinungen sind Manifestationen Gottes. Es sind Verwirklichungen der göttlichen Liebe und des Lichtes. Jesus erscheint immer schöner und herrlicher, bis Er uns im höchsten aller Zustände des Himmels nackt erscheint, ohne Kleider. So konnte Ihn Meister Eckehart als nackten Knaben sehen. Jesus erscheint ihm nackt, weil die Bekleidung noch eine menschliche über die Gottheit Begründung ist. Wir müssen Jesus von Nazareth vollkommen in Seiner Nacktheit Seiner göttlichen Persönlichkeit erkennen. Erst dann sind wir in der reinen Unschuld. Wenn wir uns in dieser reinen Unschuld befinden, erscheinen wir untereinander auch nackt, denn dann haben wir den Zustand des Paradieses überwunden und sind rein himmlisch geworden. Hier sind wir Adam vor seinem Fall. Adam war vor Seinem Fall nackt. Erst als er fiel, schämte er sich seiner Nacktheit wegen der erhaltenen tierischen Glieder und wurde bekleidet. Die wahre Unschuld erscheint immer nackt und bloß. 

Peter Paul Rubens stellt Jesus und Johannes und die Engel nackt dar. Nur über Johannes befindet sich ein Tuch. Es deutet an, daß er noch in irdischen Verhältnissen steckt.

Im Paradies haben wir von Jesus aus dem Wort noch eine eigene Vorstellung gebildet und verletzen dadurch eigentlich das Gebot Gotte: "Du sollst dir von Mir kein Bild und Gleichnis machen!"  Das machen wir aber in den niederen Zuständen der Astralebenen immer. 

Wir sehen, daß wir die göttlichen Gebote überhaupt nicht erfüllen können. 

 

 

 

Die ersten drei Gebote lauten: 

Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir! Du sollst dir kein Bild und Gleichnis machen. Du sollst den Sabbat heiligen. Du sollst den Namen Gottes nicht vermehren.

Diese ersten drei Gebote kann der Mensch aus sich nicht halten. Dazu ist er überhaupt nicht fähig. Nur der göttliche Geist in uns ist in der Lage, diese Gebote zu halten. und zu bewahren. 

Das Reich Gottes über den Himmeln

Durch Swedenborg wie durch Lorber erfahren wir, daß in den Himmeln eine Sonne scheint. Dies ist die Gottes- oder Gnadensonne. Jesus sagt: "Sehet, in dieser Sonne ist Meine eigene Wohnstätte. Dort wohne Ich ureigentümlich.() Das eigentliche göttliche Reich befindet sich erst hier. Sie steht 45 Grad über den Horizont des höchsten Himmels, über den Zinnen der Stadt Gottes, dem Heiligen Jerusalem. 

Wie gelangen die Bewohner des Himmels in das Reich auf der Gnadensonne?

In der Stadt Gottes gibt es den Berg Zion. Zion ist die höchste Erhebung innerhalb der irdischen Stadt Jerusalem. Dort stand der Tempel. Der höchste Himmel ist also erst der Anfang, die unterste Stufe des wahren und absoluten Gottlebens in uns. 

Wenn ich nun nach der seelischen Wiedergeburt so weit gekommen bin, daß meine Seele vollkommen mit dem Geiste eins geworden ist,  wenn dann der Geist Christi, Sein Liebegeist in mir am Tage der Eingeburt aufgegangen ist, dann beginnen der Geist der Alten Schöpfung (=Geburtsgeist) und der Urichgeist zu einem Geist zu verschmelzen. Dann stehe ich auf dem höchsten Berg, dem Berg Zion und kann nur noch sagen: "Vater, Dein Wille geschehe!" In diesem Zustand hat der geschaffene Mensch jede Lust verloren, aus sich etwas zu wollen und zu tun. Er ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Er ist so demütig geworden und so  steht er in voller Hochachtung vor Gott. (Hier müssen wir den Vortrag über die eheliche Liebe einbeziehen ) Jetzt wäre er fähig, alle Menschen gesund zu machen, er könnte im Namen Gottes Wunder wirken, aber dieser Mensch tut dies nicht mehr. Er wartet in diesem Augenblick den Auftrag Gottes ab. Wenn eine Seele so weit gekommen ist, dann verlassen die Füsse der Seele den Boden des Berges Zion und der Mensch geht hinauf in den Überhimmel, in die Sphäre, die zwischen dem höchsten Himmel und der Gottessonne liegt. Diese Sphäre ist nicht wie unsere irdische Atmosphäre beschaffen, sondern sie ist ein reines Feuer göttlicher Liebesessenz. In diesem Feuer wird alles verbrannt und geht in Flammen auf, was nicht rein göttlich ist. Durch dieses Feuer müssen wir hindurch. Das meinte Jesus von Nazareth als Er sagte: "Ihr müßt geboren werden aus Wasser und Geist oder aus Wasser und Feuer!" Durch die Feuertaufe wird jede unserer Zellen ergriffen und verklärt. Dann werden wir auf der goldenen Aue aufgenommen. Dies ist der Strahlenkranz der Unendlichkeit eines geistig-göttlichen Feuers, das alles verzehrt, was nicht göttlich ist. Wenn dieses geschehen ist, befinden wir uns im Reich Gottes. Hier werden wir in die Gnadensonne hineingesogen.

Den Eingang in dieses Gnadensonne schildert uns weder Swedenborg noch Lorber. Nur Jakob Böhme hat uns dies verkündet. Er nennt diese Pforte des Eingangs in die Gottsonne die güldene Pforte oder auch die hochteure Pforte. Wer durch diese hochteure Pforte eingesogen wird, hat das Durchbruchserleben. Er ist ein göttliches Wesen im göttlichen Sein geworden und damit vollkommen im Reich Gottes aufgegangen. Die Zustände in diesem Reich schildert nur Eckehart von Hochheim. In seinen Schriften erfahren wir die Wandlungsprozesse, die Vergottungsprozesse, die wir im Reich Gottes erleben können. 

Machen wir unsere Herzen auf für das, daß unser göttliches Ich, der Vater, den wir Jesus Christus von Nazareth nennen, wieder im Grunde unserer Seele Gott sein darf, wie Er es von Urewigkeit eigentlich schon immer war. 

Fortsetzung  "Aurora"