Seminar in Schmeilsdorf

vom 16. bis 17.11.1990

Vortrag von Karl Dvorak: „ Der kosmische und himmlische Christus“

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Warum unterscheiden wir die Einheit Gottes und  sagen  historischer,  kosmischer und  himmlischer Christus ? Es ist doch ein Gott ?  Es ist das Seltsame bei   uns  Menschen, wir  können  das Ganze nur in Teilen erfassen. Weshalb kann der Mensch nicht das Ganze  erfassen ? Weil das Ganze unermeßlich, unendlich ist. Dies geht über alle Horizonte und  Empfindungen  hin-

aus. Wir sind begrenzte Wesen und können nur aus dem  Begrenzten,  aus  dem  kleinen  Teil von uns heraus das unendlich Unteilbare erfassen lernen und wenn wir das wollen, dann  müssen wie teilen.

Die kleinste Zahl ist Null. Dies ist schon ein Irrtum, denn unter Null  gibt es  noch  unendlich viele Zahlen hinter dem Komma  (0,0001  usw.). Auch für die höchste  Zahl  haben wir  keine Grenze. Wir setzen einfach die  umgestürzte Acht. Es ist das  Zeichen  für  die  Unendlichkeit.

und damit sind wir am Ende unserer Mathematik. Ebenso geht es  mit den Buchstaben. Buchstaben sind nur Zeichen der Schrift, des lebendigen Wortes Gottes. Im Alphabet beginnen wir mit A und hören mit Z auf. Um das A in seiner grenzenlosen Tiefe zu begreifen,  müssen  wir stückchenweise lernen. Jesus Christus hat zu Seinen Jüngern gesagt :  Ich bin in jedem Buch-

staben voll gegenwärtig, in jedem Häckchen, in jeder Rundung, in jedem Pünktchen. Wie können wir uns an dieses Thema heranwagen, Christus als historischer, als  kosmischer  Begriff ?

Alles, was wir Menschen erfassen können, ist doch wieder nur ein Gleichnis,  ist  Begrenzung  von der Unendlichkeit des kosmischen Christus im Unterschied zu der begrenzten Gestalt des Jesus von Nazareth. Man wird fragen, wozu eigentlich so viele  Theorien, Worte ?  Die  Antwort gibt uns Gott selbst. Er hat, seitdem wir es verlernten, Gott direkt zu erfahren, uns einen

indirekten Weg zu Ihm angeboten,  durch das Wort, Sein lebendiges Wort, das zu uns kommt und schon immer zu uns gekommen ist, seitdem der Mensch aus dem Bewußtsein Gottes  gefallen ist. Denken wir da bitte nicht an die anderen Menschen, an den lieben Adam  und  seiner Eva beim Baum der Versuchung. An der Tragödie, daß Gott nicht mehr direkt in uns flammen  kann, daß Christus in Seiner Liebe nicht mehr direkt unser Herz ergreifen  kann,  sondern  nur indirekt, sind wir selber Schuld. Die Schuld liegt eigentlich in unserem eigenen Schlaf.

Ich möchte ihn Adams-Schlaf nennen. Ihn hatten wir bei der Gelegenheit als  der  Mensch  als ein Bild Gottes aus Gott und aus Seinen Gedanken der Liebe selbstbewußt wurde. Ja, es muß ein Augenblick gewesen sein, wo wir aus dem  ewigen  Nichts  hervorgegangen  sind.  Dieses Nichts des Göttlichen hat nichts zu tun mit dem  Nichts,  was  wir  darunter  verstehen. Es  ist

etwas - für uns Menschen  undefinierbar -, das sich zum  ersten  Mal  ichbewußt  wurde. Wißt ihr wo ?  Auch der Ort wird uns angegeben:  Im Herzen Gottes wurden wir  ichbewußt,  jeder von uns. Genauso, wie auch eure Gedanken im Herzen ichbewußt werden. Nur begrenzen wir den Gedanken durch unser Denken  und  Ausdrücken  in  Gedankenbilder. Dann  ist  es schon nicht mehr der Gedanke. Es ist dann nur die Hülle des Gedankens. Verstehen wir doch einmal unsere eigenen Gedanken und ihre grandiose göttliche Evolution.

Jetzt denken wir, Gott denkt, da spricht das göttliche Wort der Neuoffenbarung und dieser Gedanke ist so alt wie Gott. Dann verläßt mich schon jedes Vernunftdenken. Was aus euch wird, aus euren schöpferischen Kräften, trägt eure Persönlichkeit alles im Kleinsten  in sich. Denken wir nur an den kleinen Gedanken : „Ach,  jetzt muß ich meine  Gemüsesuppe kochen.“  Es ist ein abgegrenzter Gedanke. Aber  darinnen   liegt  der  Selbsterhaltungstrieb,  eure  Liebe  zum  Nächsten, wenn ihr ihn daran teilhaben lassen wollt, ihr wollt daraus Kraft  holen,  denn  diese brauche ich, um Werke ins Leben zu rufen usw.. In diesem Gedanken  „Suppe  kochen“  steht eure ganze Persönlichkeit, eure Wesenheit, euer Sein. Aber der Herr und  Gott  und  Schöpfer hat nicht nur eine Suppe gekocht. Seine Gedanken waren urgöttlich, genial.  Das  Endprodukt Seiner Gedanken sind wir. Wenn ich Endprodukt sage, dann meine ich  Endprodukt  als  Ausgang von Gott, denn wir sind nun auf dem tiefsten Punkt der  Gottentfernung  angelangt.  Wir sind verlorene, individuelle Wesen, die sich selbst verzehren können, im Zuge der Verwesung, die sich aber auch verklären dürfen, aus der Kraft des Jesus-Christus-Geistes in ihnen. Wir bewirken dies nicht selbst. Wir zerstören uns auch nicht selbst. Aber es ist uns etwas in  die Hände gelegt worden, woraus uns eine volle Verantwortung obliegt. Je mehr wir erkennen  dürfen, desto glühender wird die Liebe. Aufgrund des Gesetzes der göttlichen Vorsehung gehen Liebe und Weisheit Hand in Hand. Wenn wir  sagen, daß wir die Weisheit  nicht  benötigen, weil  sie

aus der Liebe fließt, dann bin ich genauso ein  Tor, der sagt, daß  er  weise  ist  und  die  Liebe  nicht braucht. Gott hat uns Liebe und Weisheit gegeben, weil beides unendlich  notwendig  ist.. Ja,  Er ist  unserem  Fall  nachgegangen,  denn  wir  alle  waren  ohne  Ausnahme  Adam, auch unsere Frauen. Nach Meister Eckehart gilt Adam als der Urtypus des göttlichen Urgedankens der Liebe und Weisheit. Adam ist nicht nur der Name für den historischen Adam. Wenn Moses über Adam zu schreiben beginnt, dann spricht er nicht mehr von  dem  Urtypus,  sondern  von dem erstarrten Erdenkloß in der Gottferne. Darum heißt ja auch Adam: Aus  dem  Boden  genommen.

Der gottentfernteste Planet hatte noch etwas, was am allerbesten in  ihm war,  sein  Schönstes, sein Herrlichstes. Dies zog dieser Gott aus dem Lehm der Erde und formte daraus Adam. Das sind Bilder der Schrift. Aber wenn wir historisch bleiben, in der  Genesis des 1. Buches  Mose, dann werden wir den kosmischen Christus nicht verstehen können. Dann werden wir ohne Verständnis für den kosmischen Christus bleiben und Seine Liebe nicht  empfinden  können.  Aber wenn  ihr sie empfindet, dann werdet ihr sie nicht mehr unter Kontrolle bringen  können,  weil  das Licht in euch noch nicht erleuchtet ist. 

Wie wirkt Er wirklich ?  Da mag einer sagen, daß er jemand kenne, der nie ein Wort Gottes gelesen habe, dennoch weise sei aus sich selbst, aus dem Geist Christi. Sie haben das innere Wort aufgrund ihrer Talente. Liebe Geschwister, diese charismatische Begabten  gehen  im  Himmel noch in die Schule, trotz ihrer herrlichen Gaben. Wenn sie nicht  die Demut haben  zuzuhören, bleibt ihnen das Herz Jesu  trotz  ihrer  Gaben  verschlossen.  Es gibt heute viele, die die Liebe fühlen, die Segnung der Heilung haben, die ihre Liebe zur Menschheit entwickelt  haben, doch es gibt sieben Geister Gottes, nämlich  neben  der  Liebe die Weisheit, den Willen, die Geduld, den Ernst,  die Ordnung und die Barmherzigkeit. Jesus hat gesagt, wenn ihr  nicht  alle  sieben Geister in euch zur Vollendung bringt, seid ihr eben Unvollendete.

Einige konnten die Liebe in sich perfektionieren, andere die Weisheit,  vielleicht auch  nur teilweise. Wir müssen aber erkennen, daß Gott nicht nur auf der einen Saite Seiner Harfe der Unendlichkeit spielt. Er benötigt alle 7 Saiten an Seiner himmlischen Äolsharfe.  Er  möchte  jede anschlagen und zum Schwingen bringen. Deswegen gibt es die vielen unterschiedlichen Talente. Die Unterscheidung der Talente ist notwendig, sie helfen dem anderen, sein Manko  zu  er-

kennen. So dienen wir uns gegenseitig. Bitte, ich mache  keinen  Kniefall  vor einem  Heiligen.

Wenn ihr einmal in das Jenseits kommt, empfehle ich euch, alle  Heiligen  fortzuschicken  und nur nach Jesus Christus zu verlangen. Kein Heiliger kann  euch helfen,  auch  nicht  der Urerzengel.  Jesus Christus, der kosmische, der historische, der will in euch eintreten wie in ein neues Morgenrot. Er wird in euch die Sonne gebären, in euch das  neue  Jerusalem  gestalten,  die Stadt Gottes, von der es heißt, daß sie keine Macht der Hölle  überwinden  wird. Was  ist  das neue Jerusalem ? Wir würden vor Schmerz hinsinken und weinen über die Stadt Gottes, die in uns nicht werden kann, wie Jesus von Nazareth über die Stadt Gottes weinte,  nicht  über  das historische Jerusalem, denn die war sowieso verloren, weil sie ganz  Hölle  geworden  war. Er weinte über das Jerusalem in Seinen Kindern, das nicht wirksam wurde. Dieses heilige,  himmlische, göttliche Jerusalem konnten die Apostel sehen. Johannes mußte auf Patmos  100  Jahre alt werden, damit er begriff, was Jerusalem heißt. Ist uns dies schon in 30, 40, 60 Jahren mög-lich ?  Mit Johannes können wir uns nicht messen, der Jesus wie  kein  anderer  verstand. Über ihn sagte Jesus aus: Er folgt Mir nach und wird nicht  sterben. Warum ?   Weil  er  in  sich  das neue Jerusalem realisieren konnte.

Euer neues Jerusalem wird erbaut aus eurem Denken und Wollen, aus euren  Erfahrungen, die aus eurem göttlichen Wort resultieren. Wenn heute Heilige auftreten und sagen,  wir brauchen kein Wort, wir haben alles in uns,  so irren sie noch,  sie brauchen genauso  das  Wort  Gottes.

Nur haben sie in ihrem Vorleben eine reiche Ansammlung des göttlichen  Wortes gemacht, die in ihnen eine göttliche Weisheit etabliert hat,  mit der sie nun Genüge finden. Ihr sollt aber Seelen werden, die nie genug finden. Wer genug findet, der gleicht den  Menschen,  der  sagt,  ich habe alles. Ich bin genügsam, ich brauche nichts. Nur ein immer strebendes  Gemüt  in  Bezug auf alle sieben Geister kann erlöst werden, wie es im Faust heißt  und auch im Wort. Es ist ein immer neues Anfangen, damit der kosmische Christus in uns den  historischen  Christus  überwindet und wir eins werden können mit dem Vater,  wie der Menschensohn damals eins wurde mit dem Vater.

Was soll das heißen ?

Unsere Erkenntnisse und die Lehren haben wir aus der Schule,  aus der  Heiligen  Schrift,  aus  der Neuoffenbarung aufgenommen. Jesus Christus hat hier auf der Erde 33  Jahre  gelebt. Wir sehen in Ihm immer wieder die historische Person. Manche sehen in  Ihn  den   Messias,  einen Erlöser, der auch wie wir Mensch war. Manche sehen in Ihm  nur  einen  Propheten  oder  nur einen der vielen Avatare oder Seligen oder Heiligen, dem es gelungen ist,  mit dem  göttlichen

Prinzip des ewigen Gottes in sich eins zu werden.  Und so hat jeder sein Bild  von  Jesus Christus. Alle Bilder sind Hilfsmittel, damit sie diesen Jesus Christus in  sich  erleben  lernen. Aber ist es wirklich Jesus Christus ?  Solange wir über Ihn reden, über Jesus Christus,  den  Mensch gewordenen Gott, so antwortet uns einer, der an das Herz Gottes gerührt hat,  Meister  Ecke-

hart, ist unser Zeugnis nur ein Karren über Gott, ein  Schrei  über  Gott,  gelinde  gesagt,  eine Lüge über Gott, weil wir es nicht besser verstehen. Aber dann soll  ja  keiner  von  Ihm  reden, sondern nur schweigen. So hat es Eckehart nicht gemeint. Wir sollen nur in  Demut  erkennen,  wie alle unsere großen Denker am Ende erkannten, daß sie nichts wissen. Selig sind die Armen

im Geiste, die unwissend aus sich geworden sind und erkennen, daß  es  ein  Wissen  gibt,  das Gott ist. Wir sind nur auf dem Wege dorthin, denken wir immer daran.  Selbst  unsere  SuperHeiligen haben manchmal Gott schlechter begriffen als der kleine Hansel in der  ersten  Klasse.

Das Wunder ihrer Charismatik, ihrer besonderen  Begabung,  die  ihn  über  den  Durchschnitt stellte,  würgt den Begriff der Seligen der Armen im Geiste in der Regel ab. Je höher wir  steigen, desto gefährlicher ist es,  denn dann kommt etwas hinzu, der Ur-Hochmut  das  Urgefühl des Göttlichen, das Hoheitsgefühl, das große Hoheitsgefühl in uns, daß wir ein Stück, ein Funke des Göttlichen sind. Wenn wir uns dieses Gefühls in der Meditation oder im Gebet  bewußt werden, dann ist es uns als würden wir  wir  über  alle  Chöre  der  Engel  hinweggehoben und schebten über alle Himmel. Aber es ist so, es ist keine Illusion, der  liebe  Gott  läßt  uns  dann schon wieder erwachen, wenn wir uns dies zuschreiben. Dieser eine Gott läßt sich  Vater nennen. In dem Augenblick, in dem wir glauben, wir haben Ihn, ist Er  schon  wieder  verschwunden,  unerreichbar.

Der historische Christus ist nach der Schrift am 7.1.4151 nach der ersten Menschwerdung, des

Menschen Adam geboren. Wir leben ca. 6000 Jahre später.

Was war Adam ?

Wir verstehen Jesus nur, wenn wir Adam verstehen. Adam waren  wir  alle. Adam  war  unser erstes, selbstbewußtes Seelenkompendium, ein  Seelenapparat, der die ganze Persönlichkeit in sich trug und von Gott mit dem Geist gesegnet worden ist, den ich als  Mondsichel dargestellt habe. Dieser göttliche Geist der Weisheit ist es, der es uns ermöglicht, wie Adam  damals  mit den Fingern Gottes aus dem Lehm unserer bisherigen Erkenntnisse  uns zu  formen.  Was  am  Adam geschehen ist, wiederholt sich an unserer Person. Unser göttlicher  Geist  der  Weisheit nimmt alle Eindrücke unserer Finger an, die Gott benützt, um dieses  Menschliche  zu formen, was wir heute sind.:  Eine Summe dieser Formen, wir sind Form geworden. Die Finger Gottes  sind nichts anderes als dienstbare Geister in den Händen Gottes, die uns nach der Qualität  unserer Gedanken, Willensregungen, Handlungen formen. Nie sind wir  anders ,  können  anders sein als unser Wollen, Denken und Tun war.  Das Denken, Wollen Tun bewirkt  die  Formung durch die Finger Gottes, der den Lehmklos mit Seinem Hauch belebt. Was  blies Er  uns  ein ?

Einen Geist der göttlichen Weisheit, den wir in dieser Form,  in  dieser  Gedankenentwicklung zugelassen haben. Hiermit müssen wir uns einmal auseinandersetzen, weil dies unser Ursprung  ist. Wenn wir unseren Ursprung nicht begreifen, können wir Jesus Christus nicht begreifen.

Die göttlichen Finger hatten uns aus dem Lehmkloß , aus den Energiefeldern geformt,  die wir durch unsere Ichpersönlichkeit durch Denken, Wollen, Handeln, Liebe, Neigung aufgebaut und zu Feldern gebündelt haben. Auch deswegen heißt es, im Anfang war das Wort und alle  Dinge sind durch das Wort gemacht. Es waren die zehn Finger Gottes, d.h. Er ordnete nach dem Gesetz der 10 Gebote, die die Grundlage für unsere Wiedergeburt in Gott sind. Es ist ein  Wechselspiel, Er brauchte 10 Finger, sie sind das Gesetz.  Das  Gesetz  hat  uns  geformt  nach  der Rechtmäßigkeit  unseres Denkens, Wollens und Tuns. Wie wir uns heute begegnen, sind  wir das Endresultat von all dem, was wir zu allen Zeiten  dachten,  wünschten   liebten, taten. Wir sind unendlich alt, auch unsere Jüngsten, denn es dauert sehr, sehr lange, ehe so etwas zustandekommt, wie unser menschlicher Körper. Nach dem Gesetz der göttlichen Vorsehung  bestehen wir nicht nur aus einem Körper, den ich als Quadrat symbolisiere,  sondern  wir  bestehen auch aus dem Wirrwar, aber auch aus dem göttlichen Teil, der alles überwacht, nämlich durch den Geist der Weisheit, einem reinen Wasser, das die Strahlen  der  Sonne  aufnimmt.  Diesen Geist nennen wir den Geburtsgeist, weil wir ihn mit der Geburt erhalten. In dem   Augenblick, in dem dieser Geist über der Seele, über das Wirrwar, aus dem die Seele geworden ist, ordnet er sich unter dem Wachbewußtsein. Denn das Wirrwar unserer Seele ist ein  schlechter  Leiter für die Impulse Gottes. Hierin werden die Impulse  immer  wieder  verformt,  deformiert. Des-

wegen erleben wir die Impulse Gottes in unserem Wachbewußtsein , dem Bewußtsein unseres Körpers, nur ganz klar, wenn unsere Seele gereinigt worden ist. Jesus  Christus  war  wie  wir auch Mensch. Auf dem Wege zu Seinem Vater hat Er deswegen gesagt: „ Vater  verkläre  Du Mich, wie Ich Dich verklärt  habe.“   Verklären  ist  nichts  anderes  als  die mühselige  Arbeit, unsere Seele wieder in Ordnung zu bringen.

Der kosmische Christus greift also in unsere geschaffenen Hierarchien ein, in die Bündelungen unserer Seele, und will mit  Seinen  göttlichen Fingern korregieren. Was bewirkt Er dabei ? Er wird den besseren Teil von den Böcken sondern. „Und am Tage des jüngsten Gerichtes werde Ich die Böcke von den Schafen scheiden.“  Da denken wir, daß wir in das  Himmelreich  kommen und glauben, daß die Böcke die sind,. die nicht geglaubt haben ,  keine  Lorberianer  sind, keine Bibelangehörige oder andere Gruppen. Die Schäfchen sind natürlich  die  treu  gebliebenen römisch-katholischen Christen. Dies ist menschliches „make-up“. Gott  unterscheidet  uns nicht danach.  Jeder Einzelne hat sein Schafe und Böcke  in  sich.  Hier  müssen  wir  arbeiten.

Gott fragt nicht nach dem „Parteibuch“  unserer Religiösität und richtet uns  danach,  sondern allein nach unserer Liebe im Denken, im Wollen und Tun. Das ist unser  Richtmaß. Er hat uns ja schon gerichtet in die Form unseres physischen Körpers. Der  physische Körper  ist  in  den groben Teilen unserer Seele mit den Böcken eigentlich nichts anderes als  dieses  Gewölk, das Jehova im Anfang formte. Die sieben Schöpfungstage der Heiligen Schrift zeigen dir  an,  was du eigentlich bist. Himmel und Erde, die Gott geschaffen hat, die Tiere und Pflanzen, die belebt wurden, es ist alles aus dir durch die Finger Gottes entstanden aufgrund deines freien Denkens, freien  Wollens  und durch dein Wirken. Das ist die  Meisterschaft  Gottes,  daß  Er  gerade in uns das macht, was wir freiwillig durch Ich-Trennung von Ihm wollten.

Mit der Erdinkarnation gibt uns der göttliche Geist aus Seiner Weisheitssphäre vorerst  einmal einen Geist der Erlösung mit.  Diesen Geist der  Weisheit  nennen  wir  den  Geburtsgeist. Wo sitzt er und wie schaut er aus ?  Wie und wann wirkt er ?  Dies sind die ersten Fragen aus unserem 5-Sinnen-Denken heraus. Wir wollen immer gleich ein Bild haben. Auf  dem  Böhme-Bild

habt ihr eine Jungfrau gesehen, die mit ihren Füßen auf einer Mondsichel steht. In einer Vision schaute Jakob Böhme dieses Bild. Er hat es für uns festgehalten und  erklärt.  Dieser  Geist  in uns ist die rein gewordene Jungfrau. Es ist der Teil , der für göttliche Inspirationen ganz offen ist , aber leider untergeordnet der Autorität meines Denkens  und  Wollens.  Dieser  Geist  hat zwar in allem die große Freiheit und ist ein Gefäß der Gottessonne oder des göttlichen Wortes, aber er hat sich unserem Wirrwar untergeordnet. Das Wirrwar  besteht  genauer  definiert  aus Seelenbilder, die sich durch unser Denken, Wollen und Tun gestaltet haben. Der Geist hat sich diesen Denkbildern oder Denkmodellen unseres menschlichen Gehirns mit den 2 Hemisphären untzergeordnet. Der Weisheitsgeist gibt also nur weiter, was unser menschliches Gehirn jetzt vom göttlichen Wort annimmt,  ja  dazu sagt,  und wenn er zudem auch eine positive Rückmeldung  unseres Herzens erhält, denn unser Gefühl muß zudem einverstanden sein. Diese Weitergabe erfolgt nur über die Erfahrungsbilder unserer Seele. Zwei Menschen können  das  gleiche Wort lesen und trotzdem wird es jeder anders verstehen. Weshalb kommt  es  so  verschieden

an ?  Manchmal wird es sogar verkehrt. Was wir meinen, müssen wir artikulieren, was wir im Geiste empfangen, müssen wir in Bildern mitteilen. Auch die Zentrale Gottes gibt es in Bilder weiter. Doch die  Bilder  gestalten  in  uns  erneut  Bilder , die qualitativ unterschiedlich  sind.

Dann erst werden sie in uns regsam und von unserem Geist aufgenommen. Dies  können  also durch uns verbildete Bilder sein. Verbildet werden sie dann, wenn wir mit unserem  menschlischen 5-Sinnen-Denken nach äußeren Erkenntnissen oder nach dem Modell unserer schon  vorhandenen Seelenbilder aufgenommen haben. Es macht immer wieder neue, phantastische Entwicklungen. Davor ist keiner geschützt. Es geschieht uns allen. Wo bleibt da die Liebe Gottes ?

Die Liebe Gottes bleibt in unseren Bildern. Der liebe Gott läßt doch eure Bilder nicht verrecken. Er nimmt doch die Toten an, die Kranken, die Lahmen, die Blinden, die Tauben. Wer sind sie denn ?  Wir denken historisch und sehen den historischen  Jesus  von  Nazareth,  wenn  wir glauben, daß Er sie gesund gemacht hat. Doch deine Seelenspezifikate sollen gesunden, auf sie kommt es an. Eine Heilung nach außen hilft uns nicht einen Schritt näher zu Gott. Die Seelenbilder müssen gereinigt und geklärt werden. Eine äußere Heilung ist nur dann von Dauer, wenn Jesus Christuis in uns bewußt wird. Das Gottwort muß durch unser Gehirn, durch die Seelenbilder, durch unser Unterbewußtsein in  das  Geistbewußtsein ,  in  diesen  Acker  hineinfallen.

Denken wir an das Bild vom Sämann. Jesus hat gesagt, wohin  die  Goldkörner  des  Sämanns fallen können. Als ich diese Stelle zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich mir, daß  dies  kein guter Sämann ist, der seine guten Körner auf steinigen Boden oder  in  Dornengestrüpp  wirft.

Dann ist es doch klar, daß nur wenige Körner aufgehen. So hat es Jesus  nicht  gemeint.  Wer streut die Körner des göttlichen Wortes ?  Die Finger Gottes streuen nach unseren  Willensregungen !  Wie wir das Gesetz Gottes erfüllen, so streut Gott den Samen. Wir selber haben den hart getretenen Weg geschaffen. Wir selber haben die Steine und das Dornengestrüpp gestaltet.

Deshalb kann das Wort Gottes nicht direkt zu uns kommen, sondern nur über die Seelenbilder.

Wenn Gottes Wort nur  über  die  Seelenbilder  zu  uns  kommt,  heißt  dies,  daß  dann  jeder Mensch, der ein Vaterwort bekommt, daß Sein  Wort  durch  Seelenbilder  verändert  wurde ?

Fragt euch selber, wie es sein kann. Natürlich wird uns der Boden unter den Füßen weggezogen.  Dann ist doch kein Wort verläßlich !  Beschwert euer Herz bitte nicht. In  jedem  Seelenbild, das uns Gott gibt, liegt der Geist Seiner Urwahrheit. Jedes Seelenbild, jedes Wirrwar, das wir in uns gestaltet haben, trägt die Sonne Gottes in sich. Es  ist  die  Pflicht  des  Empfängers, daß er das Sonnenbild von der Trübnis des menschlichen Nebels, der Spekulationen, des  menschlich Bösen und Falschen befreit. Diese Aufgabe ist nicht leicht.  Wir  brauchen  dazu  einen Maßstab. Der Maßstab ist das äußere  Wort,  das  Gott  durch  seine  Propheten  gegeben  hat. Wenn wir diesen Maßstab verlieren, haben wir keine Kontrolle mehr über das empfangene Vaterwort. 

Große Meister wie Eckehart von Hochheim sagten, daß ihm das  Wort  näher  stehe, das er auf direktem Weg aus dem Herzen Gottes unmittelbar bekommen habe   Aus Gehorsam und Liebe zu Gott unterstelle ich  aber  das  empfangene Wort der Autorität des bisherigen Wortes. Wenn es sich außerdem nicht um Gottes Wort handelt, wird Er es  auch  nicht  über  einen  größeren Zeitraum bestehen lassen.

Brahms hat von sich gesagt, daß er diese Musik aus dem Herzen Gottes empfangen habe. Während seiner Lebensjahre hat kaum einer seine Musik gehört. Damals gab es viele  andere  Komponisten,  die  weit  berühmter  waren  als  Johannes Brahms. Ihre Musik ist  heute  vergessen, aber die göttliche Musik des Johannes Brahms hat die Zeit überdauert.

So ist es auch beim göttlichen  Wort. Ein Wort,  das  über  Jahrhunderte  ausgereift ist und sich von menschlichen Bildern befreit  hat,  bleibt  erhalten.  Der  Schimmer  der Illusion , die Maja fällt ab und es bleibt und überlebt einzig und allein das Leben. So ist es beim  Korn,  das wir in den Acker streuen, alles verwest,  nur  der  göttliche  Wort  überlebt,  schießt hoch, trägt eine Ähre und wiegt das Haupt im Sonnengold eines Frühlings. So ist es auch beim göttlichen Wort in euch, das euch der kosmische Christus schenkt. Der kosmische Christus ist  so fein  und  liebend , er zertritt nicht die zarten Pflanzen , die in unserer Seele stehen. Er  kommt  vielmehr in aller Liebe und Barmherzigkeit.

Ein Freund vermittelte einmal über die katholische Kirche ein Gespräch mit  einer  Lehrschwester  eines  Klosters. Sie  hatte  von  mir  gehört  und wollte mit mir sprechen.  Mir ist fast der Atem weggeblieben als ich  das Kloster betrat. Es war wohl gut belüftet,  aber es war beladen von den Seelen  derer, die  an  diese  Religion  glaubten. Sie hatten diese Religion so stark begründet, daß man fast nicht atmen konnte. Ich ging in mich und empfing folgende Worte: „Warum tritts du mit deinen Stiefeln in die zarten Pflanzen?“ Das habe ich dieser Schwester gesagt. „Entschuldigen Sie, ich  möchte  mich  zurückhalten,  denn  ich  darf  nicht in  die  zarten Pflanzen Ihrer Seele treten. Sie glauben anders als ich. Wichtig  ist, daß wir beide  Jesus  Christus lieben und daß wir das, was wir mit unseren  fünf   Sinnen  verstehen, handhaben.“ 

Jeder Mensch, der aus seinem Geist Pflanzen hervorkommen läßt,  kann  ja  nur  die  Pflanzen wachsen lassen, die aus seinen Seelenbildern  entstanden  sind. Formungen  der  Weisheit  entstehen nur in der Sphäre der Weisheit. Wie heißt die Sphäre der Weisheit ?  Sie  heißt  Luzifer, Lichtträger.

Was können wir daraus lernen und wie können wir das Gelernte in die Praxis umsetzen ?  Wenn ich einen Gedanken aus dem Gottwort bekomme, so fließt er in meine  Seelenbilder  ein und in mir verwirklicht sich ein entsprechendes Bild  der Wahrheit. Es  entspricht der Wahrheit gemäß meiner Seelenbilder. Wir sind also nur fähig, immer wieder nur Entsprechungsbilder zu artikulieren.

Beispiel:

In den USA gab es einen strengen Bibelchristen. Er hatte die große Sehnsucht, Gott zu  begegnen, die Sehnsucht hatte er stark entwickelt. Gemäß seiner Seelenbilder kam ihm Gott entgegen in zwei Personen, als Gottvater  und  als  Gottsohn.  Es  ist  eigentlich  ein  schizophrenes Bild,  denn Gott ist ja  nur  Einer.  In  dem  Augenblick,  in  dem  wir  das  erste  Gebot  nicht

halten, zerteilen wir das eine  Bild,  manche  machen daraus sogar drei Personen, die römisch-katholische Kirche zum Beispiel. Dort besteht noch das Dogma der drei  Personen.  Der  Prediger in den USA hieß John Smith. Aufgrund  seiner  Visionen  hat  er  nachgegraben und hat eine Tafel gefunden, auf dem das Gesetz  stand, das  Buch  Mormon. Er hat  eine der größten Weltbewegungen gegründet. Wir können darin entdecken, daß in  Jesus Christus der Vater voll gegenwärtig ist. Niemand kann den Vater sehen als allein durch  den  Sohn. Es ist eine Art biblische Wiederholung. Aber er sieht den Vater  und  den  Sohn.

Warum diese Differenz ? Seine Seelenbilder hatten nicht die Fähigkeit, den Geist Gottes in ihm aus der Weisheit mit dem der Liebe zu verbinden. Das war ihm nicht gelungen. Es war ein gro-ßer  Prophet, der viele Gottworte empfing, die uns in einer  wunderbaren  Weise  unterrichten.  Aus  diesem  Beispiel  ersehen  wir, daß  die Offenbarung Gottes immer entsprechend unserer Seelenbilder erfolgt.

Abraham sah z.B. Gott auch in drei Peronen, drei Engel erschienen  ihm. Warum ? Er  brachte in seinem Wesen keine Harmonie zustande. Er konnte das Wachbewußtsein nicht mit dem Seelenbewußtsein verbinden und das Seelenbewußtsein nicht mit dem  Geistbewußtsein. Er konnte nicht eins sein. Deswegen richtete sich sein Blick durch die Seelenbilder auf drei Personen.

Wie war es bei Moses ?  Moses war der Nationalheld, der eigentlich die Hebräer aus  der   Gefangenschaft der Ägypter befreien sollte. Er sollte ihnen helfen, ein eigener Staat zu sein. Gott

war dem Moses im brennenden Feuer nicht sichtbar. Jesus  war  noch  nicht  aufgetreten   Niemand kann den Vater sehen, denn der Sohn. Solange  wir  nicht  Sohn  geworden  sind , Jesus Christus uns vollkommen erfüllt, solange können wir auch nicht den Vater  Jesus  Christus sehen. Noch sind wir geteilte Wesen in Mann und Frau und haben noch nicht den freien göttlichen Blick, daß wir den Vater schauen. Erst der Sohn kann den Vater schauen, der Sohn aber ist hermaphroditer Natur, Vollmensch-Natur, nicht geteilt in Mann und Frau. Wir können heute nur als Mann oder als Frau schauen. Der Blick des hermaphroditen Gottes fehlt uns. Er fehlt uns deswegen, weil sich der Geist geteilt hat. Der Geist ist wie bei Adam geteilt. Wir fielen in einen Sündenschlaf. Wann war das ?  Als wir als reinster Gedanke aus Gott in aller Liebe hervorgingen, da war doch die gleiche Liebe in uns wie in Ihm. Wir wollten auch aus uns Unseresgleichen herausstellen. Die Liebe war aber noch  nicht  reif  geworden.  Die Phase der Lebensreifung ist eine langsame Entwicklung. Die langsame Entwicklung  ging  über der  Sphäre  der Weisheit. In der Sphäre der Weisheit entwickelte sich in uns das Gefühl , daß ich jetzt ein Wesen Meinesgleichen aus mich herausstellen kann. Das war die Sehnsucht Adams in uns wie damals in dem historischen Adam. Die Sehnsucht, wie Gott ein Kind zu haben,  kein  natürliches Kind , sondern ein geistiges Kind der Liebe. Solange die Liebe in uns nicht gereift ist, ist das

Herausstellen des Kindes der gleiche Sündenfall wie bei Adam und  Eva.  Eva heißt Kaifa, die Selbstliebe. Es war im Grunde seine Selbstliebe, die  in  Adam  glühte. Er  verkannte  sie  und meinte, es sei die Gottesliebe und er stellte in  seinem  Schlaf  göttlicher  Bewußtlosigkeit  die  Eva heraus. Ich meine, dies war sein Sündenschlaf. Seziert aber bitte nicht so stark, es besteht auch die Möglichkeit einer Evolution. Der Vater kann auch jetzt erst die Möglichkeit geschaffen haben,  die Liebe zum Vater durch Vereinigung von Mann und  Frau  zu  einem  Vollmenschen zurückzubringen.

Welche Aufgaben haben Mann und Frau ?

Wir wurden als Gottesbilder wie Gott erschaffen. Gott war männlich und weiblich in sich. Bevor wir stoffliche Wesen wurden, waren wir lange zuvor Vollmenschen. Wir hatten einen Körper und einen Leib, der weder Frau noch Mann war. Dies ist eine alte  Mythologie.  Das wußten bereits die Ägypter, die Griechen, die Kabalisten, das weiß auch die Schrift, die Neuoffen-barung ab Jakob Böhme bis Jakob Lorber, ausgenommen Swedenborg. Sie alle  erzählen von einem Hermaphroditen. In Erde und Mond von Lorber finden wir eine Stelle, daß die Erde ein  Hermaphrodit ist, ein bipolares Wesen, das Männliches und Weibliches in sich trägt. „Sie ist in der Hinsicht ähnlich dem ersten Menschen, der ursprünglich auch in sich Mann und  Weib  zu-gleich war , und ähnlich den vollkommenen Geistern des Himmels, die auch als Mann und Frau nur eins sind.“ (EM, Kap.13,S.48); konnte auch die Erstgeschaffenen  nur  Ihresgleichen,  also hermaphrodite Menschen aus sich herausstellen ?

Wie es bei der Erde ging, so ging es auch vermutlich bei uns. Wir waren  Seelenkörper. In diesem Seelenkörper waren ich-bezogene Kräfte. Diese ichverhafteten Wesenheiten wurden in uns gebündelt. Sie sollten in uns ausreifen zu einem reinen, hermaphroditen Wesen. Das haben wir nicht geschafft. Unsere Sehnsucht, unsere Liebe einem anderen mitzuteilen, war größer als das Verständnis aus der göttlichen Weisheit und so stellten wir frühzeitig, jeder von uns, das Kind unserer Liebe heraus. Das war im gewissen Sinne unsere Eva. Wenn die Frauen sagen, daß sie doch jetzt eine Frau seien, so spielt dies  keine  Rolle.  Wir  waren  alle  Vollmenschen.  Dieses frühzeitige Herausstellen hat euch zu den  Menschen  gemacht, der ihr jetzt seid. Es hat sich in euch die Qualität entwickelt, die in euch vorherrschend war, das Frauliche oder das Männliche.

Die Frauen und Männer haben unterschiedliche Aufgaben:

Sie müssen sich zunächst wiederfinden. Ihr sollt wieder ein Fleisch  werden,  aber  in der ehelichen Liebe. Solange wir von äußeren , tierischen  Zeugungsorganen  gesegnet  sind,  sind  wir einer ehelichen Liebe nicht fähig. Es gibt bei Tieren  wohl ein Treueverhältnis, aber nur in Ausnahmefällen. Eine eheliche Liebe gibt es nur unter Menschen. Bei Menschen mit niedriger Kultur fehlt die eheliche Liebe ebenfalls. Aber bei Menschen, die die Kultur aus der Religion  entwickelt haben, ist die eheliche Liebe das primär Wichtigste.

Der Herr hat die Liebe in Grade eingeteilt. Die eheliche Liebe  steht  über  der  Nächstenliebe, denn sie ist die Verbindung zur Gottesliebe. Die eheliche Liebe ermöglicht es uns erst, die volle Liebe in uns zu entfalten, sie ermöglicht es erst, daß wir dann gemeinsam wirklich Gott über alles lieben können. Dies ist eine Notwendigkeit.

Nun hat die Frau eine unterschiedliche Aufgabe als der Mann, diese Liebe , Gott über alles zu lieben, in sich zu verwirklichen.

Nach außen hin zeigt sich bei der Frau die Liebe. Sie postuliert die Liebe. Deswegen hat sie die zartere Stimme, ein anderes Liebeverhalten gegenüber dem Männlichen. Der Mann bringt nach Außen eher das Verständige zum Ausdruck. Was wir nach außen zum  Ausdruck  bringen,  ist der Gegenpol dessen, was unser Inneres beherrscht. So ist das Innerste der Frau  die  Weisheit und das Innerste des Mannes die Liebe. Deswegen sind die Frauen schlauer als die Männer, intuitiver. U.a. hat S. Freud gesagt,  daß Anima und Animus in jeder  Persönlichkeit  vorhanden sind. Dies erkannte auch die Psychologie.

Es ist die Aufgabe der Frau, die erloschene Sonne der Liebe im  Mann mit neuen Impulsen des Liebefeuers zu sättigen und ihn dadurch an sich binden. Das hat  der  Herr  auch  durch  Jakob Lorber gesagt. Die Frau soll die erloschene Liebe des Mannes bestrahlen, damit sie wieder aufglühen und dann zum heilgen Feuer der göttlichen Liebe auflodern kann. Andererseits muß die

Frau demütig werden und sich der Autorität des Mannes unterordnen, nicht nur scheinbar, sondern in aufrichtiger Liebe. Die kann sie aber nur dann, wenn die göttliche Weisheit  im  Manne wirklich schon entfaltet ist. Hat der Mann von Gott keine Ahung, führt er die Frau  nicht  auf Seinen Wegen,  dann kann sich die Frau nicht unterordnen. Wenn sie es  nur  aus  Geselligkeit und deswegen tut, weil sie ein Eheversprechen gegeben hat, dann sind dies nur äußere  Motive.

Dies ist nicht die Motivation aus der ehelichen Liebe, wie sie Gott meint. Diese Liebe kann nur  im Aufblicken der Frau zum Manne erbrennen.

Die Aufgabe des Mannes ist es aber, daß er die erloschene Weisheit der Frau, die durch ihre Inkarnationen aufgrund ihrer Gottentfernung erloschen  ist,  mit  äußeren  Gaben  perfektioniert. Dies ist ein Wechselspiel, in dem beide aufleben und sich nach der göttlichen Liebe und  Weisheit wieder ausrichten.

Doch wir leben heute in einer Zeit, wo wir uns von der ehelichen Liebe so weit entfernt haben, daß eine Begegnung der Duale kaum noch möglich ist. Nach  außen  hin  ist  sie  nahezu  erloschen, nicht aber nach innen. Die Dualität besteht, solange wir Wesen sind,  solange  wir  eine Geschlechtlichkeit haben. Solange wir noch im Jenseits als Mann und Frau erscheinen, sind wir

nicht Vollmenschen. Wir sind dann nur halbe Portionen. Wir müssen wieder wie die Engel des Himmels werden, ein  Fleisch. Wir verlieren  dann  nicht  unsere  Individualität,  wenn  ich  ein Fleisch sage. Die Frau gibt  dann nicht ihre Individualität zugunsten des Mannes  auf.  Wir  behalten  unser Ich. Aber wir werden eine Wesenheit in Bezug  auf  unsere  Wirksamkeit.  Diese Dualität war einmal und besteht auch heute, auch wenn die Duale äußerlich nicht zusammengeführt worden sind. In diesem Fall kann eine geistige Zusammenführung erfolgen. Sie  ist  dann möglich, wenn das Nichtdualpaar äußerlich sich der ehelichen Liebe angleicht. In  diesem  Fall erhalten die Partner die Impulse über die göttliche Liebe und Weisheit von dem jeweiligen entfernt lebenden Dualpartner. Was in diesem einstrahlt, empfindet der Dualpartner,  auch  wenn er mit einem anderen Partner lebt. Wenn sich das Dual aufgrund der Erdinkarnation trennt, so bleiben sie im Geiste eine Einheit. Der Geist ist  nur  scheinbar  getrennt. In  Wirklichkeit  sind beide Dualseelen im Geiste völlig verbunden. Wenn der Mann  nun  nicht  sein  Dual  ehelicht, aber Gott über alles liebt, dann verbindet sich sein Geist mit dem Dual auf der anderen Erdseite. Der Geist des Mannes benützt dann den Geist seines Duals, um in dem Geist der Frau, mit der er verbunden ist, einzufließen. Wenn diese Frau den Einfluß  der  wahren  Dualität  akzeptiert und nicht ablehnt, verschließt sie sich nicht der ehelichen Liebe. Im Geistigen wird immer das andere Dual benutzt, ein sogenanntes Bündnis zu schließen, um den vollen  Menschen  zu entwickeln. An dieser Entwicklung nehmen alle Beteiligten teil, sofern sie sich dem göttlichen Einfluß öffnen und Jesus Christus im Partner über alles lieben..

Die Paare finden sich nicht zufällig,   Ähnlichkeiten bestehen immer, auch wenn es keine echten Dualpartner sind. Es gibt eine sehr lange Planung.  Es  muß  etwas  sein, es muß einen Antrieb geben, wenn zwei Menschen den Entschluß  zur  ehelichen  Verbindung gefaßt haben. Der Antrieb kommt interessanterweise nie vom Mann, er kommt immer von der Frau.  Sie ist  der Impulsator, daß der Mann die Frau zu lieben beginnt. Das wollte  im  Jenseits keiner glauben. Der Herr hat es in der „Ehelichen Liebe“  durch  Swedenborg  gesagt,  daß  es nur die Frau ist, die das Liebefeuer im Manne wecken kann.

Der Geist ist im gewissen Sinne unteilbar. Der Geist ist in jedem Partner eine Art  Medium für die Übertragung der Gefühle des echten Duals. Aber es muß stets eine reine Liebe  zum Mann oder zur Frau sein. Wenn die reine Liebe fehlt und sie nur eine Sexualliebe  ist,  dann  entsteht  zum Dual keine Verbindung. Es muß die echte Agape wirken. Es ist immer ein Gewinn, wenn

ein Mann eine Ehe mit einem Nichtdual eingeht, weil er dann  dem  Göttlichen  näher  kommt. In Bezug auf die Vollendung versucht Gott immer so viel als möglich aus der  Verbindung  zu wecken.

Der dritte Weltkrieg ist eigentlich kein Weltkrieg, sondern ein Ehekrieg, hat einmal jemand mit einem inneren Wort zu mir gesagt. Dieser Krieg ist ein Ehekiller.

Der Herzensweg muß immer offen sein, auch wenn wir noch so viele Fehler  machen.  Der Lebensplan unseres Horoskopes besteht aus 12 Arbeitsbereichen. Darin gibt es Planeten in gewissen Aspekten und Quadraturen und Hemmungen. Die Astrologie zeigt uns nicht, wie unser Leben läuft, sondern wo es gehemmt ist, wo Gott uns eine Hemmung setzt,  damit wir unser Ziel erreichen können. Die Hemmungen, die Quadraturen im  Horoskop  sind  die  Sicherheitsseile, die uns wieder auf den Weg zurückziehen, den  wir  beschreiten  sollen.  Nach  der  göttlichen Vorsehung werden diese Hemmungen so gesetzt, daß wir auf dem kürzesten Weg zu Gott gelangen. Diese Vorsehung hat Gott jeder Seele  individuell  gegeben.  Wir  sollen  dem  Gericht entgehen, wenn wir auf dem Lebensweg Hürden zu nehmen haben. An den Mißerfolgen erkennen wir, daß wir abgewichen waren. Dann muß ich  wieder  den  geraden  Weg  zu  Gott  einschlagen. Gehe ich nicht darauf ein, sondern setzte meine ganze Kraft dagegen, wie es z.b.Napoleon und Hitler getan haben,  dann kommt die  Katastrophe  im  vollen  Ausmaß.  Im Zenit stand bei Hitler der Saturn. Er war nicht dafür ausersehen, Herrscher und Volksführer zu werden, sondern hatte Begabungen auf dem Gebiet der Baukunst. Weil  er seine Begabungen  für andere Zwecke nutzte, mußte er den totalen Sturz erleben. So passiert es auch bei unseren Politikern. Wir müssen lernen, daß wir Hemmungen nicht mit aller  Kraft  durchdrücken  wollen, sondern sie vielmehr als starke Hand betrachten, die uns wieder auf den geraden Weg zu Gott zurückführt.

Sollten wir uns ein Horoskop erstellen  lassen, um uns danach auszurichten ? Dies ist nicht erforderlich. Wir können dieses Gefühl für den rechten Weg in uns auch selber erwecken. Denke über dein Leben nach, beschaue  dich selbst. Das Horoskop ist sicherlich ein Hilfsmittel, es erfordert aber viel  Intuition. Das  trockene  Aneignen  astrologischer  Kenntnisse  genügt  nicht. Außerdem muß ich die genaue Geburtszeit wissen. Ich profitiere zudem, auch wenn ich gegen

die Hemmungen laufe,  sie sind dann nur schmerzlich. Aber es  ist  nicht  erforderlich,  so  viel Leid und Kümmernisse anzunehmen. Durch unsere Liebe können wir vieles vermeiden.

Der Saturn ist nicht nur ein Todeszeichen für unser Leben. Wir müssen auch die gute Seite sehen. Daß Satana das Dual von Jesus ist, ist gar nicht so falsch. Es kommt nur auf den  Aspekt unserer Betrachtung an. Das erste, was Gott herausstellte, war die Weisheit. Damals  war  die Weisheit rein. Erst als sich die Weisheit im Hochmut ergötzte,  wurde sie satanisch, luziferisch,

lebenshemmend, todbringend. Dieser Tod ist wieder ein Hilfsmittel, daß wir über den Tod zur Wiedergeburt und zur Vollendung gelangen. Wir müssen beide Seiten des  Bösen  sehen.  Der Teufel ist es schließlich, der Gott am meisten dient. Er ist der, der das  Böse  wirkt,  doch  das Gute schafft (Goethe).

Wir haben Streckmuskeln und Dehnungsmuskeln. So ist es auch mit Seinem Satan. Wenn sich der eine Muskel spannt, lockert sich der andere. Im  Geistigen wirken  sich entfernende Weisheit und zusammenziehende Liebe genauso. Die ewige Liebe ist dem  sich aus  Gott  herausgetretenen Weisheitspotential nachgeeilt  und hat sich mit ihr verbunden. Kosmisch hat sich dies

so ereignet, daß die Lichtstruktur wie Blitze aus dem Gotteszentrum in das All hinauszuckten.

Aus diesen Lichstrukturen besteht auch unsere Seele. Sie würde sich in der Unendlichkeit verlieren. Wann kehrt ein Licht zur Quelle zurück ?  Es muß einen Wiederstand geben. Der Weisheit wurde eine Barriere gesetzt, damit sie wieder genötigt wurde, in das  Zentrum  zurückzukehren. Diese Barriere ist das Gesetz oder die Macht des göttlichen Wollens, die aus der Liebe kommt. In diesem Sinne ist Jesus die personifizierte Gottliebe und das Dual, daß das Dualchen, die Weisheit, das Weibchen zwingt, in das Zentrum, in die  Gottes-  und Gnadensonne  wieder zurückzukehren.

Was im Universum geschieht, wo die Anziehungskraft  und  Fliehkraft wirken,  spielt  sich  in jeder Zelle unseres physischen Körpers ab. Die tanzenden Götter, so sagen die östlichen Weisen, sind nichts anderes als schwingende Lichtfrequenzen, die von der Liebe gebündelt wieder zum Ursprung zurückgezogen werden. Dadurch entstand die Materie,  dadurch lebt die Materie, denn das Leben ist der kosmische Christus. Er ist in jeder subatomaren Körperzelle vorhanden. Durch das Wechselspiel des Lebens leben wir. Dieses Wechselspiel setzt sich  in  unseren Gedanken, Willenregungen und in all unseren Handlungen fort. Es ist immer wieder  das  Aus- und Eingehen der göttlichen Weisheit und das Sammeln durch die göttliche  Liebe.  Die  ausgehende Weisheit haben wir  Luzifer  genannt,  die  zurückkehrende  Weisheit  ist  Christus.  Das Christusbewußtsein ist die Bündelung der ausgehenden Lichstrukturen und  das Zurückführen in die Ursonne des Göttlichen. Das geschieht auch in allen Zellen, im  bewußten  Denken  und Wollen. Wir sind ein Bild des Weltalls, es ist in uns komplett als Mikrokosmos vorhanden.

Es gibt keine falschen Religionen, so sagen die Weisen, aber auf ihre Weise, dem  Verständnis  des Volkes angepaßt, in dem sie leben. Wir selbst haben gute Früchte am Lebensbaum unserer eigenen Heimat. Es ist schade, wenn wir uns in andere  Seelenschwingungen begeben und versuchen, die Bhagawadgita, die Veden, Sanskrit oder  andere Schriften zu verstehen. Der Weg Christi, der unserer Seele eingeschrieben ist,  bringt uns auf die bestmögliche Art ganz schnell dazu, wieder eins mit dem Vater zu werden. Durch Swedenborg hat Gott heute ein Gebot aufgestellt, das wir heute mißachten: die Liebe zum Vaterland. Sie ist die Sprosse  zur  Nächsten-liebe. Wenn ein Volk seine Liebe zum Vaterland vergißt,  dann  blockiert sie  auch  die  wahre Nächstenliebe und die Gottesliebe, trotz all unserer Hilfe für  fremde  Völker.  Wir  zerstreuen dann unsere Liebe wie ein Haremsbesitzer. Wir können nur aus der Inspiration des  Volkes leben, in dem wir geboren worden sind.  Auch wenn wir in die Fremde  ziehen, werden  wir  nie etwas Besseres finden. Die alten Heimatlieder sind heute wieder modern geworden.  Wir  verstoßen nicht gegen die Humanität, wenn wir unsere Tore öffnen.

Aber die  Gottesordnung  ist eine andere. Bei den Urvölkern war es so,  daß sie  sich  um  den  Urvater  Adam  scharrten. Als die Völkerteilung kam und die babylonische Sprachverwirrung, haben wir durch Wegeilen unsere Ursprache verloren. Wir hatten nur eine Sprache. Durch unsere große Liebe zu den Urahnen  kommen wir wieder zum heimatlichen Boden  zurück.

Über  die  Nukleinsäure  wurden die Erbfaktoren unserer Urahnen  auf  uns  übertragen.  Gott  sagte, daß Er die Sünder bis zum 3. und 4. Glied verfolgen werde. So steht  es  in  der  Schrift. Das ist eine Erklärung dafür, daß es so viele unterschiedliche Menschen gibt. Doch im späteren Buch Mose heißt es. „Ich werde  euch nicht strafen für die Schuld eurer Väter. Mit dem 3. und 4. Glied verstand  Mose  die  Übertragung der DNS-Erbfaktoren . Es sind immer Pärchen, die auf uns zukommen, die der Liebe und Weisheit entsprechen. Sie sind genau  gezählt.  Mit  den Eltern haben  wir  eine  homogene  Verwandtschaft. Wenn die DNS anders gelagert sind, kann es in uns  nicht  lebendig  werden, wie uns dies die Erblehre nachweist. Wird uns von  den  El-tern ein Schattenteil übertragen,  wird  es nur durch unser Wollen belebt. Es kann  nicht  aktiv werden, wenn sich hierauf nicht unser Wollen richtet. Darum müssen wir prüfen, wenn uns Impulse aus den  Erbfaktoren  erreichen.

Wie kommen sie in unser Bewußtsein ? Durch unsere Triebe. Aus den eingesäten Keimen entstehen Triebe. Wir sollen sie Gott übergeben. Der Herr gibt uns durch  Jakob  Lorber  herrliche Informationen, wie wir uns in Bezug der Erbfaktoren gegenüber unseren  Vorfahren  verhalten  sollen. Zunächst müssen wir aber das Natürliche verstehen, um dann erst zum  Geistigen  überzugehen. Verspürst du einen Trieb in dir,  dann denke daran, daß alle Triebe aus der Urquelle des Lebens kommen. Erwacht in mir eine Lust oder Leidenschaft, dann sollen wir denken, daß sie ursprünglich von Gott kommt. Unsere höchste Pflicht ist es dann, diesen  Trieb  beim  Empfang sofort Gott zurückzugeben.  „Wer  Mir  seinen  Trieb opfert, wird keine Sünde mehr begehen. Ich werde ihm den Trieb nicht nehmen, sondern ihn veredeln.“  D.h. Er  wird  die  Erbschuld und das Erbböse in Gutes und Wahres umwandeln.  

Der geteilte Gottgeist  

Warum kann ein Gottgeist geteilt werden ? Der Geist ist doch unteilbar !

Damit es uns möglich ist, als Gefallene wieder mit Gott eins zu werden, muß Gott uns ein bißchen entgegenkommen. Er kommt uns liebevoll ein paar Schritte entgegen. In  der  Hierarchie Satana, der gebündeten Weisheitssphäre, kommt Er uns als Licht und Weisheit  entgegen,  um die Liebe, die Er selbst ist, in uns zu verwirklichen.

Wir leben in dem Universalmenschen Satana. Der liebe Gott hat eine Art  der  Schöpfung  entwickelt,  in der wir uns Ihm annähern können, damit wir Ihm  in  der  Form  entgegenkommen können, wie Er als Mensch ist, als ein begrenzter Mensch.

Es gab einen Inder, der war Angehöriger der Sikh-Religion, die ein Zweig des Buddhismus ist.

Sein Name war Sadhu Sundar Singh. Er hatte einmal Gott erlebt in Jesus Christus. Von  da an wurde er über Nacht ein Christ. Von seinem Vater wurde er enterbt und  verstoßen.  Nur  mit einer Decke in der Hand mußte er allen Reichtum seines Elterhauses verlassen. Er  zog  in  die Welt hinaus, um Jesus Christus zu verkünden. Im Jahre 1926 war er plötzlich unsichbar gewor-den. Niemand weiß, wohin er gekommen ist, vielleicht ist er entrückt worden. Er war  auch  in Europa, weil er auch dort tätig werden wollte. Als er  die  Christen  kennenlernte, war  er  sehr  enttäuscht. Auch Mahâtma Gandhi war  enttäuscht,  denn  seitdem  er  Jesus  Christus  kannte,  wollte er sich nicht mehr Christ nennen. Er hatte Jesus Christus in der totalen Selbstaufgabe to-tal gelebt. Für Sadhu war der Gottbegriff ganz klar. Er erkannte in Jesus Christus den Gott und

Vater. Er wurde befragt, wie er sich die Menschwerdung Gottes vorstelle. Seine Worte waren ein Gleichnis:  Ein Imker hatte eine große Liebe zu seinen Bienen. Zwischen ihm und den Bienen gab es eine Welt, er konnte mit ihnen nicht reden, sie ihm nicht verstehen. Da entschloß er sich, sich in eine Biene zu verwandeln. Er wurde hoch gepriesen und anerkannt, sogar als Kö-

nig. Da es aber im Bienenstock bereits eine Königin gab, wurde er getötet. Seine Worte schloß er mit dem Hinweis, daß die Mensch-Werdung Gottes den gleichen Grund hatte.

Eine alte Schrift sagt uns, daß eigentlich nur Gott Mensch ist. Wir  Menschen  sind  nur  Bilder von Ihm, Nachbildungen, aber nicht der wirkliche, unendliche  Mensch  Gott,  der  unschaubar ist. Im Menschen Jesus  Christus wurde Er für uns schaubar. Niemand kann den Vater sehen als allein Jesus Christus. Das ist eine ganz klare Definition. Auch der Heilige Geist ist im gewissen Sinne nur als ein Kraftfeld wahrnehmbar. Wenn er als Person erscheint, dann in Jesus Christus.

So gesehen, kommen wir diesem Thema schon ein bißchen näher. Wir werden in der Heiligen Schrift nie lesen, daß Gott aus drei Personen besteht.

Was wir in Visionen schauen, was uns Gott von Seiner Persönlicchkeit zeigt, von Seinem Antlitz, das ist ein persönliches Geschehen. Jakob Lorber  wurde  einmal gefragt, ob Er nicht  einmal eine Anweisung über Sein Aussehen zu Seinen Erdlebzeiten geben könne  Er  erhielt  eine Antwort. Dann warnte ihn der Herr und sagt zu ihm: „Jetzt hast du von  Meiner Außenhaut ein Bild. Ich gebe es dir genauso ungern wie damals den Juden den König.“ Die  Juden  begehrten einen König, der sie beherrschen sollte.

Das Bild, das uns der Herr durch Jakob Lorber gereicht hat, ist ein Entsprechungsbild, eine getreue Skizze, ein Computer- oder Phantombild von Jesus Christus. Bilder von Gott müssen wir uns machen. Wer sich kein Bild von Gott macht, kommt nicht zu einer  Gottidee. Wenn er kei-ne Gottidee hat, kommt er zu keinem Verständnis von Gott. Wir  sollen  nur  Bilder  aus  dem  Gottwort in uns lebendig werden lassen. Wir sollen  nicht  äußerlich  manipulieren, verstandesmäßig spekulieren und uns anstrengen. Sein Bild muß in uns durch  Sein  Wort  wachsen,  erst dann werden wir  hierfür innerlich sehfähig.

Gott hat eine äußere Menschperson geschaffen, die uns Gott in Visionen, im Jenseits , in Träumen sichbar machen kann.

Im Anfang schuf Gott in Seinem Herzen das, was Er schon vorhatte. Er wollte  Sich  in  Menschengestalt der ganzen Menschheit offenbaren. Dieser Gedanke der Göttlichkeit,  daß  Er  etwas gestalten wollte, was für alle weiteren Geschöpfe sichtbar werden konnte,  nämlich  einen Menschen, das entwickelte in Gott eine Lichtstruktur, Luce, und unwillkürlich denken wir  an  Luzifer. In Ihm war das Urweibliche des Göttlichen, das eine große Sehnsucht hatte, sich den Geschöpfen darzustellen. Das war eigentlich der Ursprung des  großen  Schöpfungsmenschen.

Dieser große Schöpfungsmensch war ursprünglich in Gott. Doch wir  belegen ihn  immer  wieder  gleich  mit  dem  Namen  Luzifer-Satana.   In diesem  Schöpfungsgebilde  des  Göttlichen   brachte Er sich nur in der Weisheit  zum Ausdruck.  Diese  Gebilde  war  noch  in  Gott,  nicht außerhalb. Er mußte in sich einen großen  Schöpfungsmenschen  gestalten,  um  uns  näher  zu kommen, die wir ja in Seinem Gottherzen unerboren ruhten. Dies ist ein tiefer,  kühner Gedanke, der eine Art Gratwanderung ist. Aber wir sollten dies erfassen, denn die Werdung des großen Schöpfungsmenschen in Gott ist mit der Werdung des Gottbildes von Jesus  Christus und schließlich mit Seinem Wachstum in uns vergleichbar. Denn wie innen so außen. Es sind ja Bilder des gesamten Universums. Wir alle sind Abbilder der  Unendlichkeit.  Dieser  Schöpfungsmensch war einer Seiner hierarchischen Engel. Damals hieß  er noch nicht Luzifer-Satana. Der Herr sagt uns durch Jakob Böhme.“ Das sagt uns Gott nicht.“  Der Name  ist  Bindung  an  gewisse Formen. Vielleicht ist dieser große Schöpfungsgedanke der göttlichen Liebe das, was Jesus durch Jakob Lorber in der Hauhaltung Gottes sagt: „Seht, in Mir war ein Weib und mit diesem Weibe zeugte ich alle anderen Schöpfungen , selbst die Hierarchien.“ Die Hierarchien sind Herrschaftsbereiche außerhalb des göttlichen Sonnenbereiches, die sich neben  Gott  in  sieben Qualitäten entfalteten und bildeten. Jede Qualität hat eine gewisse Eigenart. Aber das  Allererste war Ihm die Namenlose, die namenlose Hierarchie Satana, Luzifera oder  Lichtträgerin. Es war also eine herrliche Hierarchie. In dieser Hierarchie entstanden viele  Funken  der  gleichen Art wie in Gott. Es entstand die Sehnsucht in ihrem Herzen, auch in sich und aus  sich  heraus Wesenheiten zu gestalten. Es pflanzte sich also der Schöpfungstrieb des Urgottes weiter in diese weibliche Gottheitserscheinung. Da  entzündete  sich die Weisheit  so sehr und sie  gestaltete aus sich etwas und das war ein Fehler, aus den  Energiefeldern  der  Weisheit  gestaltete  sie

zahllose Schöpfungen in ihren Körper hinein und Schöpfungen, die als  Lichtstrukturen  in  die Unendlichkeit hinauseilten. Dem ausquellenden Licht mußte Gott durch Sein Wollen Schranken setzen, die Lichtfunken wurden im Willen Gottes eingefangen, wodurch Materie und der große materielle Schöpfungsmensch entstand. So sagt uns der Herr  durch  Jakob  Lorber  ganz ´klar, daß die Materie eine Büdelung des Lichtes aufgrund Meines Wollens ist. Von da an erhielt der große Schöpfungsmensch einen Namen: Luzifer-Satana.

Ist er jetzt persönlich oder unpersönlich ?

Aus dem Gottwort können wir beides begründen. Es ist aber auch  eine  Tatsache,  daß  dieser Lichtgeist in uns  ist  als  Personifikation der  göttlichen  Weisheit,  die  nun  erstarrt  ist.  Man könnte sagen, im ungereinigten Zustand. Das Urböse und Falsche in uns hat  sich  manifestiert.

Dies ist der biblische Ausdruck. Vor Gott gibt es weder Falsches noch Böses. Es gab eben eine Zeit, in der die Weisheit erstarrte und etwas schuf, was wir Materie nennen. Die Wurzel des Wortes Materie ist Mater=Mutter. Das Urmütterliche hat sich innerhalb der Hierarchie Satana gestaltet.

In dem Augenblick, in dem sich die Materie aufgrund Seines Willens gestaltet hatte, sehnte sich die Liebe Gottes danach, nicht nur den großen Schöpfungsmenschen zu binden,  sondern  ihm nachzueilen und zu befreien. Die göttliche Weisheit in Luzifer hatte sich aus dem Zentrum herausgestellt. Den leeren Platz mußte Seine göttliche Liebe ausfüllen und er hatte die Sehnsucht, die Liebe mit der Weisheit wieder zu verbinden. So war eine Dualität entstanden:  Die Liebeskraft und die Weisheitskraft.

Diese Entwicklung fand auch in uns statt. Dies müssen wir erkennen, denn wenn wir uns nicht selber kennen, dann können wir die Kräfte in uns auch nicht lenken.  Wir  können  nicht  wünschen, daß sich diese Kräfte in uns entfalten. Deswegen ist dieses Wissen  notwendig.  In  uns liegen die Polaritäten der göttlichen Liebe und der göttlichen Weisheit. Die göttliche Weisheit

ist aus Seiner Sonne ausgequollen in den großen Universalmenschen und soll seit  dem  ersten Menschen Adam in uns lebendig werden.

Schauen wir uns den ersten Menschen Adam an. Adam wurde mit einer Seele und einem physischen Körper gestaltet. In sein Herz wurde von Gott Sein göttlicher Geist eingelegt, den ich als Mondsichel dargestellt habe. Dieser Geist hatte damals die Fähigkeit, nur Reines aus  Gott aufzunehmen. In der Urzeit standen die Menschen in  der  Innewerdung  Gottes. Gottesworte wurden ihnen eingegeben Zwischen dem Gehirn und dem Herzen waren noch keine Bilder gestaltet, denn es war eine Junggeneration. Deswegen konnte Gottes Wort direkt einfließen, das nennt man Innewerdung. Adam befand sich im Zustand  der  seelischen  Wiedergeburt. Es gab keine Bilder, die den göttlichen Einfluß störten. 4.000  Jahre lang  konnten  die  Inspirationen Gottes mehr oder minder richtig aufgenommen werden. Deswegen  gab  es  damals  so  viele Propheten. Jeder hatte die Innewerdung. Nur wer in Sünde fiel,  verlor  die Innewerdung. Die Innewerdung steht daher über dem verbalen Vaterwort. Es ist ein  Einfluß  ohne  Seelenbilder direkt vom göttlichen Zentrum in das Herz. Dieses Wunder war damals geschehen.

Natürlich hatten die Kinder der Urzeit verschiedene Auffassungen über  die  Religion.  Es  gab Kinder im Norden, dies waren die  Kinder der Mitternacht, im Süden waren es die  Kinder des Mittags,  im  Osten die Kinder des Aufgangs und im Westen die Kinder des Unterganges.

Diese Zuordnung hatte Adam intuitiv getan, denn etliche  Kinder  konnte  nur  aus  der  Lichtsphäre Innewerdungen aufnehmen, andere nannte er Kinder der Nacht, die kein  Licht  aufnehmen konnten. Es gab Kinder, die die Liebe in der ganzen Fülle aufnehmen konnten, die waren die Kinder des Aufganges, die anderen waren nicht dazu fähig, sie waren die Kinder des Unterganges.

Aus dieser Völkerscheidung können wir ersehen, daß sie nach der  Qualität  der  Innewerdung geschah. Wer die Haushaltung Gottes gelesen hat, dem wird  aufgefallen  sein,  daß  der Vater den Kindern der Höhe mit unterschiedlichem Aussehen erschien.  Aus  der  Mitternacht  kommend erschien Er ihnen z.B. schwarzhaarig. Die dortigen Völker hatten die Liebe so abgewertet, daß ihnen nur ein solches Gottbild entgegentreten konnte.

Je später die Kinder geboren wurden, je geringer wurden die Innewerdungen. Bis zu Noah hin waren es schon zehn Generationen. Die Innewerdungen wurden immer schwächer.  Er  wurde schließlich so schwach, daß der göttliche  Geist  in den Geburtsgeist der damaligen  Menschen nicht mehr einfließen konnte.

Was wäre jetzt geschehen ?

Die Menschen wären wieder Präadamiten geworden, Tiermenschen.  Sie  hätten  keinen  Gottgeist mehr gehabt.

Deswegen kam Jesus von Nazareth. In sich trug Er den gereinigten Geburtsgeist und den Geist der Liebe. Darum kam Er und verstärkte den Geburtsgeist mit Seiner Liebe. Seitdem hat jeder Mensch einen gereinigten Geburtsgeist und noch einen Liebegeist aus Jesu. Seit  der  Menschwerdung Jesu Christi ist im menschlichen Herzen noch der Urichgeist eingepflanzt.  Doch was geschah mit dieser Einpflanzung ?  Mit dieser Einpflanzung verlor der Mensch die direkte Innewerdung aus Gott. Die Innewerdung kam in den Urgeist Seiner Liebe und von dem aus sprach  aus Jesus in verbaler Art der Vater: „Ich sage Dir !“ Die Inspiration in Form des verbalen Wortes entstand folglich erst aus der Teilung des Geistes in  den  der  göttlichen Weisheit  und  der göttlichen Liebe. Das männliche Prinzip ist die Sonne, das weibliche  Prinzip  ist  die  göttliche Weisheit. Jetzt waren sie gespalten. Diese Spaltung bewirkt, daß wir heute  Empfänger  verbaler Vaterworte sind. Das verbale Vaterwort geht nicht von der Gottes- und Gnadensonne aus, sondern aus dem Kurzschluß der göttlichen Weisheit und Liebe.  Kann denn  der  Vater  nicht verbal sprechen ? Fragen wir unsere großen Mystiker. Gott hatte sich in  Seiner  ganzen  Fülle in die Mystiker ergossen oder in den Charismatiker oder in den, der berufen war, Gottes Wort zu vernehmen. Hat auch Jesus den Vater hören müssen, der zu ihm sagte, gehe  dort  oder  da hin ?  Nein, Er wußte es aus der Innewerdung des Vaters in Ihm. Das Vaterwort ist eigentlich noch ein Teil der alten Schöpfung, weil es sich aus  dem  geteilten  Gottgeist erst  sprachfähig  macht. Andererseits ist es ein Gnadenmittel, weil wir die Innewerdung nicht mehr haben. Aber beim sündigen Menschen, der nicht von Jesus Christus berufen wurde, wie Jakob  Lorber,  liegen zwischen dem Urgeist der Liebe und dem Empfangsgeist der göttlichen Weisheit die  Seelenbilder. Die Seelenbilder verfärben den ursprünglichen Einfluß und gleichen ihn  der  Mentalität oder der Seelenbeschaffenheit an und verfärben  so den  Geburtsgeit  als  Empfänger  des Wortes vom Urichgeist. Wißt ihr, was Psychologen sagen ? Sie treffen manchmal  den  Nagel auf den Kopf: „Eigentlich ist ein Vaterwort , das der Mensch hört, nichts anderes als ein  Sprechen des Unterbewußtseins mit dem  Wachbewußtsein.“ Das ist hart gesagt  und  trifft nur die

Hälfte der Wahrheit. Diese Aussage gibt uns aber  einen  kleinen  Fingerzeig.  Das  Vaterwort kann nämlich nur über unsere Seelenbilder einfließen. Es sei denn, Gott hat uns  diese  Seelenbilder durch Verklärung und Verherrlichung abgenommen, wie es bei Jesus von Nazareth mölich war. Jesus von Nazareth brauchte 33 Jahre, bis Sein Vaterwort  als  Innewerdung  Gottes geklärt aus Ihm heraus sprach als wäre es der Vater selber. Er war es auch in Fakto. Denn  in dem Augenblick, in dem wir aller Bilder ledig werden,  sich der Geburtsgeist mit  dem  Urichgeist total solidarisch erklärt hat und eins ist, wird aus dem Mondgeist  auch ein  Sonnengeist. Die beiden Geister verschmelzen dann zu einem Geist, in dem göttlich Männliches und  göttlich Weibliches voll verbunden sind. Göttliche Liebe und göttliche Weisheit werden zum Heiligen Geist verschmolzen. Ein Heiliger Geist ist also nur dort möglich, wo sich göttliche  Liebe  und  göttliche Weisheit verbunden haben.

Dies erscheint für uns als unüberwindlich, des Heiligen Geistes teilhaftig zu werden.  Alle  Regeln haben ihre Ausnahme. Wenn eine Seele so liebevoll geworden ist, daß sie ihre ganze  Liebe Gott hingibt, dann wird sie auch von Gott beantwortet und die Seele wird   ein  Vaterwort bekommen, das rein ist, trotz der Seelenbilder. Was geschieht  dann  mit  den  Seelenbildern ?

Der liebe Gott kann sie doch nicht aus der Seele schießen !  Bitte  zuhören,  denn  so  war  es auch bei Jakob Lorber, weil er noch keine reine Seele war. In der Haushaltung Gottes sagt der Herr zu ihm: „Auch du bist ein Davids-Nachkomme und noch immer nicht rein, du buhlst noch immer mit den Weibern und hurst noch immer.“ Jakob Lorber hat nie eine Hure angeschaut. Er hatte vermutlich mit Frauen nie einen Kontakt. Warum sagt dies  der  Herr ?  Mit  Hurerei  bezeichnet Jesus nicht eine äußere Fleischeslust mit einem anderen  Geschlechtspartner,  sondern Er bezeichnet damit hauptsächlich den Bruch des Geistes der Liebe mit dem der Weisheit. Dies ist Ehebruch. Diesen hat Er auch den Pharisäern vorgeworfen, die ebenfalls  keine  Hure  angesehen haben. Wir können Liebe und Weisheit in uns brechen.

Wenn jetzt so ein Prophet wie Jakob Lorber das göttliche Wort bekommt, dann hatte  er  doch  auch seine Seelenbilder. Das göttliche Wort kam wohl über den Block der  Seelenbilder,  doch  bei einem gottberufenen Empfänger werden die Seelenbilder so verstrahlt, daß sie wie in einem atomaren Prozeß umgewandelt werden. Was  heißt  das ?  Jesus  hat  die  Seelenbilder  durchstrahlt  und dadurch wurden die Bilder Jakob Lorbers , mit denen er das  reinste Gottwort mit

den damaligen Zeitmodellen belegte, vom Geist Seiner Liebe in Bilder der  geistigen  Entsprechnung umgewandelt. Der Geist der Liebe ist in den Seelenbildern voll vorhanden. Durch den Geist der Liebe wird ihnen die geistige Entsprechung beigelegt

Diese Beilegung fehlt bei einem Vatermedium , das diese Gnade  von  Jesus  nicht  bekommen hat. Diese Worte sind mit den Irrtümern der Zeit behaftet. In diesen Worten befindet sich auch im Innersten der Keim Gottes. Er muß aber mühsam herausgearbeitet werden. Es ist sehr wichtig, daß wir zwischen Vaterwort und Vater-Mediumwort unterscheiden lernen. Dies ist bei den Lorberwerken nicht erforderlich. Wenn einige Lorberfreunde das äußere Wort Jakob Lorbers mit den damaligen Zeitgeist begründen und sagen, so steht es und so ist es gültig, dann verfehlen sie ebenfalls den Urgeist der Liebe aus Gott.

Was hat dies mit uns persönlich zu tun ?  Wie im Wort eine Teilung besteht,  so ist sie auch in unserem Menschlichen. Wir haben ein Wachbewußtsein im Gehirn mit den  beiden  Hemisphären. Den beiden Hemisphären entsprechen dem Geburts- und  Urichgeist. Die eine Hälfte  entspricht dem Urichgeist, die andere Hälfte dem  Geburtsgeist. Urichgeist und  Geburtsgeist be-

finden sich in unserem Geistherzen getrennt. Im  Laufe unserer Wiedergeburt  werden sie verschmolzen. Im verklärten Jesus Christus ist die Liebe  und die Weisheit eins geworden, in der Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Wir müssen nun lernen, bei unserem Kopf anzufangen. Wir müssen die beiden Hemisphären in harmonische Schwingung bringen .Wir Europäer haben unsere linke Hemisphäre überdosiert. Es ist die analytische, rechnerische Gehirnhälfte. Wir haben sie geschult und ausgeprägt, damit uns alles klar ist. Aber vor lauter Klarheit werden wir in der rechten Gehirnhälfte nicht fähig, die göttliche Inspiration in Harmonie  und in  Gleichverständnis mit der anderen Gehirnhälfte zu bringen. Dies besagt auch die jüngste Gehirnforschung. Es ist erschütternd, was wir mit unserer rechten, guten Gehirnhälfte  gemacht  haben. Durch  Lernen und Pauken haben wir sozusagen einen wertvollen Teil unseres Gehirns eingekerkert in die Nacht der Unwissenheit. Wir sind deswegen nicht inspirativ für unser Herz. Die beiden Geister unseres Herzens können nicht in  unser  Wachbewußtsein  einfließen.  Die  meisten  Menschen werden nicht inne, daß Jesus bei ihnen ist. „Ich bleibe bei euch bis zum  Weltende  mit Meinem Heiligen Geist und mit Meinem Wort.“  Wir haben einen Urgeist der Liebe in uns, den Sonnengeist, der bei uns bis zum Lebensende ist, bis wir unseren  Körper  verlassen,  bis  die  gesamte Menschheit nicht mehr wiedergeburtsfähig ist.

Weshalb kommt Er zu uns auf die Erde?  Nur  deshalb,  weil  in  unserem  Erdmittelpunkt  der Zentralgeist der Hierarchie Satana als ewiges Feuer gebunden ist. Zu diesem Feuer hat sich die Liebe Gottes gesellt. Wir können also über die  Erdstrahlen  den  Heiligen Geist der göttlichen Urliebe und der  göttlichen  Weisheit  empfangen. Beide Geistformen fließen in uns ein und wir müssen lernen, unseren besseren Teil der Seele Jesus zuzuwenden, das sich in uns ausggestaltet hat. Haben wir uns dem Jesus-Bild zugewendet, dann verschmelzen Liebe- und Weisheitsgeist.

Der Tag der Verschmelzung hat einen eigenen Namen sowohl bei Eckehart als auch  bei  Lorber. Eckehart sagt, daß im Zuge der Eingeburt der Sohn Gottes in der Seele geboren wird. Jakob Lorber sagt im „Weg zur Wiedergeburt“: „Und wenn Ich das neue Bläschen in eurem Herzen wecke, das aus Meiner Liebe stammt, dann ist das der  Tag  der  Eingeburt.  Da  wird  der Geist der Liebe in uns eingeboren.  D.h. es  verschmelzen  die  beiden  Geister, die in Weisheit und Liebe getrennt waren, zu einem Geistkörper. Dies geht auch aus  dem Jakob Böhme- Bild hervor. Maria steht auf der Mondsichel und trägt im Leibe das kleine  Kind. Das ist die Eingeburt, da geschieht die Verschmelzung in der heiligen Jungfrau unserer  Seele. Haben wir in unserer Seele eine Jungfrau ?  Eckehart sagt, wenn du ledig aller Bilder bist, dann  wirst  du  zur Jungfrau Gottes. Unser Verstand hat bis hier gedacht, hat  in  unserer  Seele  Bilder  gestaltet. Wann werde ich ledig aller Bilder ?

Wir werden ledig aller Bilder, wenn wir das Göttlich-geistige mehr und  mehr  in  uns  aufnehmen, dann wird jedes Bild von der göttlichen Liebe durchstrahlt und diese Verstrahlung nennt man Verklärung. Je mehr uns dies gelingt,  die göttlichen Impulse als Heiligen Geist aufzunehmen, je mehr verstehen wir den Geistsinn und nicht nur den äußeren Buchstaben und dann verstrahlen sich meine Seelenbilder. Sie werden nicht aufgelöst und vernichtet, sondern sie werden göttlich. Alle können ja nicht göttlich werden. Sonst würden wir gen Himmel  fahren. Was geschieht ?  In dem Augenblick, in dem ein Seelenbild verklärt ist, wird es sofort  vom  Geburtsgeist absorbiert und mit der neuen Liebe vermählt. Wenn dann immer mehr Liebebilder herein-

kommen, dann wächst unser Geburtsgeist genauso wie ein Kind  im  Mutterleib. Unser  Geist wird immer besser. Jesus hat gesagt: „Ich komme wie ein Dieb und nehme euch alles.“ Die verstrahlten Bilder, die göttlich geworden sind,  zieht der Geist  an  sich.  Sie  sind  ohnehin  Sein Eigentum. Sie sind durch Sein Wort in uns entstanden und  sind  somit  Sein  Eigentum.  Aber

unsere Negativbilder werden immer weniger. Dies ist  eine  Gewichtsabnahme  unserer  Seele, nicht unseres Körpers. Was heißt es, daß unsere Seele an Gewicht abnimmt ? Wenn wir übermorgen sterben, wird uns der unterste Ring  nicht  mehr  festhalten. Darauf   können  wir  uns freuen. Jede Information, die wir heute fassen können, ist ein Stückchen Verklärung. Jede geistig aufgenommene Information beleuchtet unsere Seelenfunken. Wir erwerben dadurch keine  Fähigkeiten, weil der Geist sofort alles an sich zieht, denn es ist aus dem  Gottwort Verstandenes, nicht aus eigener Arbeit. Die verklärten Bilder schaffen in uns Gottes Bild, so wir Er wirklich ist. Das Bild Jesu Christi wird in euch gestaltet. Dies ist der Weg der Wiedergeburt.

Der Weg der Selbstverwirklichung über Yoga schafft  dies  nicht.  Yoga  ist  gut,  solange  wir nicht  religiöse Fundamente einer Gottvorstellung antasten. Sonst wird unser  Glaube verwirrt.

Aber wenn wir Yoga als körperliche Ertüchtigung betrachten, dann ist Yoga in Ordnung. Wir verehren einen Götzen, wenn wir glauben, daß wir dies  alles  selbst  schaffen. Wenn  wir  trainieren,  daß der Körper immer leichter wird, uns Gott nähern, dann ist die Übung in Ordnung.

Wenn ich hingegen Götterbilder mache und in meine Seele aufnehme, schaffe ich neue Formen, die in der  Entsprechungskunde  nur  für das Volk richtig  sind,  für  das  sie  gegeben  wurden.  Unser Geburtsgeist nimmt die  göttlich gewordenen  Bilder auf.  Wenn  nun  der  Geburtsgeist  durch die einfließenden Bilder aus dem Gottwort zu einem Drittel erfüllt ist, dann kann der liebe Jesus nicht mehr anders. Er verbindet sich mit der Braut im Geburtsgeist in uns.  Diese Verschmelzug ist die Wiederkunft Jesu Christi in der Seele. Wer das erlebt hat, der muß sich nicht mehr sorgen. Niemand kann seinen Einzug in das himmlische Jerusalem  verhindern. Der  Ein-zug ist gesichert. Wenn ihr dann noch mit dem Kopfverstand oder der Niederseele sündigt, so

wird uns Jesus rütteln und schütteln , bis wir wieder  umkehren.  Warum  läßt  Er diese  Seele nicht aus ? Er kann sie nicht auslassen,  weil  es  Sein  Ich  in diesen Seelen ist. Er kann sich ja nicht selber auslassen.

Es geht darum, daß wir dieses selige Verschmelzen der Eingeburt erleben können.  Dafür  hat die Bibel ein Zeugnis gegeben. Im Johannes-Evangelium sagt Jesus zu Nikodemus. „Wenn du nicht aus Wasser und Geist wiedergeboren bist, hast du nicht Teil an Meinem Reich.“

Johannes taufte nach der alten Schöpfung  mit  Wasser.  Durch  die  Begegnung  des  äußeren Buchstabenwortes werden wir mit dem Wasser, den Erkenntnissen getauft. Es kommt nicht auf die äußere Taufe an, sondern darauf, was wir sind. Die kirchliche Taufe ist nur eine Vorbildung des inneren geistigen Geschehens.. Wenn Jesus sagt, daß Er uns mit dem Geist oder dem Feuer tauft, dann ist das die Taufe der inneren Verklärung, die Er dem Geburtsgeist durch die  strahlenden Seelenbilder zuteil werden läßt. Wer von diesem Geiste getauft worden ist, der kommt in das Himmelreich.

Die seelische Wiedergeburt ist dann abgeschlossen, wenn der Geburtsgeist durch die Erkenntnisse aus dem Gottwort die Seelenbilder wohl  nicht  verklären ,  wohl  aber  zügeln  kann.  Er wird ihr Herr und ist nicht mehr ihr Knecht. Bis zum Tage der Wassertaufe ist ja der  Geburtsgeist Knecht der Seelenbilder.  Das Volk Israel herrscht über den König !  Aber nach der Taufe ist der Geist Herr. Dies ist bereits der Zustand des Paradieses. Wenn aber der Geist  der  Liebe eingelegt wird, sich mit dem Geburtsgeist verschmolzen hat, dann haben wir bereits unser Dual gefunden. Dann muß sich auch nach außen das vollziehen, was innen  geschieht.  In  der  Seele geschieht dann diese Verbindung.  Wenn sie ganz gelungen ist, so sind  sie  ein  Fleisch. Unser Ich wird dann nicht mit unserem Dual-Ich verschmolzen. Der Herr nennt sie ein  Fleisch,  weil die beiden Duale eigentlich miteinander wirken.

Liebe und Weisheit sind in uns so lange getrennt, so lange sie nicht Jesus  Christus  verbunden hat. Wir können dazu dadurch beitragen, daß unser Herz vor Sehnsucht erblüht und im Gebet immer wieder nach Ihm verlangt. Dann wird dieses Wunder geschehen, das Wunder  der  Verschmelzung des Geistes.  

Niederschrift und Bearbeitung durch A.u.L. Broß