Die Urschöpfung des  Menschen

 

Leitwort des Herrn:

Aber die Menschen dieser Erde rief

Ich aus dem Zentrum  Meines Herzens hervor.“ (HGt I/3,3)

 

Inhalt:

1.            Adam, Anfang und Ende einer Menschheits-Evolution

2.            Die Urwerdung des Lebens im Gottherzen

3.            Der Sündenfall im Neulicht

4.            Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

 

 

1.            Adam, Anfang und Ende einer Menschheits-Evolution

 

War Adam, der biblisch ungefähr 4000 Jahre vor der neuen Zeitrechnung lebte, wirklich „erster  Mensch“ ?

Ist er, der Ersterschaffene, im Lichte moderner Archäologie (=Altertumskunde durch Ausgrabungen) nicht bloß Mythos (=Sage, Dichtung) geworden?

Hier einige Zahlen aus der Wissenschaft:

Vor ungefähr 2.500.000 Jahren lebte der  „ Australophithecus“ der „Homo erectus“ folgte als Glied zwischen  Affen und frühen Menschen, vor ungefähr 500.000 Jahren.

In weiterer Folge kamen der „Peking-Mensch“ vor 450.000 Jahren und der „Neandertaler“ vor 70.000 Jahren, sowie der „Jungpaläotische Mensch“ vor 30.000 Jahren, der „Cro-Magnon-Mensch“ und schließlich der „Steinzeitmensch“ vor 10.000 Jahren.

Aus gefundenen Artefakten (=Werkzeuge und Kunsterzeugnisse) des Altpaläolithikums (=Zeit über 2.Mill.Jahre bis 500.000 Jahre) – vorwiegend Geröllstein-Werkzeuge und Faustkeile – erkennt man die ältesten Frühkulturen der Menschheit.

Die rituelle Bestattung vor ungefähr 100.000 Jahren, die Wurfspeere ( aus der Zeit vor 40.000  Jahren ), das Halsband aus Raubtierzähnen ( vor 10.000 Jahren ) und viele andere Funde scheinen die Zeitangaben der biblischen Adamserschaffung in Frage zu stellen.

 

Aus den Ergebnissen der Altersbestimmung, die heute noch nach der „Radiokarbonuhr“ (unter Radiokarbonuhr versteht man die Messung des Alters –frühzeitlicher Funde- durch gesetzmäßigen radioaktiven Zerfall) erfolgt, ist man geneigt, die biblischen Zahlenangaben nur symbolisch zu nehmen, oder die Mosesbücher sowie die Chronologie der „Heilgen Schrift“ als Fehlinspiration abzulehnen.

Doch die Genialität der Bibel, als Meisterwerk der Weltliteratur, steht hoch über menschlichen Spekulationen.

Der nur etwas betonte Gemütsmensch erkennt hinter der versiegelten Buchstabendecke das heilige Offenbarungswerk Gottes.

So versuchten einige Wissenschaftler die Altersbestimmung nach der Radiokarbonmethode in Frage zu stellen, vielleicht haben sie recht, wir wissen es nicht.

Die „Jehovas-Zeugen“ zogen die Verwerfung der Altersbestimmung nach der Radiokarbonuhr zu ihrer Beweisführung heran und wollen dadurch die buchstäbliche Erschaffungszeit „Adams“ (um ca. 4000  v. Chr.) rechtfertigen. (Man vergleiche dazu die Zeitschrift dieser Sekte „Erwachet“ vom 22.06.1972!).

Die Bekenner der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber haben es etwas leichter. Im göttlichen Schrifttum der Neuoffenbarung erfahren die Leser, dass lange Zeit vor dem ersten Menschen „Adam“ die sogenannten „Präadamiten“ lebten.

Da diese Vormenschen jedoch noch keinen „Gottgeist“ hatten, so wurden sie vom göttlichen Blickpunkt aus den  Tieren gleichgestellt. (vgl. Ev 6/67. und Aurora 3,44.).

Die „Präadamiten“ lebten in der 5. Erdbildungsperiode (vgl. Ev 7/72) und gingen in der 6. Periode nahezu ganz unter (vgl. Ev 7/73,1). Dies ist der Zeitraum, von dem die archäologischen Funde der modernen Wissenschaft Zeugnis ablegen.

So gesehen, kann also der gläubige Lorberleser das Weltbild moderner Wissenschaft vollkommen mit dem neuen Gottwort in Übereinstimmung bringen.

Nach den Aussagen der Neuoffenbarung war „Adam“ ein himmlisches Menschengeschlecht, das die Tierformen der Präadamiten in kühner Seelenentwicklung in ein neues Gotteskindergeschlecht erhöhte.

Wenn der Herr durch Jakob Lorber „Adam“ um 4151 v. Chr. Durch Gott erschaffen lässt (vgl. HGt I/7 und Ev 8/86,3), so wird hierbei ein ganz neues Mensch-Dasein verstanden.

Für den Entsprechungskundigen muß die Jahreszahl „4151“ nicht unbedingt natürlich verstanden werden, ebenso könnte die Erschaffung Adams als Gleichnis eines geistigen Ereignisses gedeutet werden.

Doch wir wollen hier nicht klügeln und Vermutungen aufstellen, sondern die Offenbarung Gottes sprechen lassen. Die Entsprechungskunde der Gottlehre möge den Leser hier das Geheimnis der Jahreszahl 4151 selbst entdecken und finden lassen!

 

Bedeutung der Zahl „4151“:

 

Der Herr über die Zahlen:

„Alle Zahlen im Göttlichen Worte bezeichnen Sachen oder Zustände (AE 124); die Quantität im natürlichen Sinne und die Qualität im geistigen Sinne.“ (AE 336.429.)

„Meine Ordnung und Mein System ist ein ganz anderes als das der Menschen, die da  zählen eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn; bedenken aber nicht dabei, dass jede dieser Zahlen nur eine Grenzmarke einer Unendlichkeit ist. Was aber zwischen eins und zwei und drei und so fort liegt, das bedenken sie nicht!“ (HG I/175,8)

„Tausend Engel sind in der Ewigkeit nicht mehr an Zahl als zwei oder einer, denn in der Ewigkeit gibt es keine Zahl: die ist jenseits aller Zahl.“ (EQ 338,24)

 

Die Bedeutung der Zahl „4“:

 

„Vier bezeichnet das himmlisch Gute (AE 283), die Verbindung zum  EINEM (AE 362) und die Verbindung des Guten und Wahren“ (AE 384)

 

Die Bedeutung der Zahl „1“:

 

„Das Mysterium Gottes kann aus vielen Zahlen  e i n e   machen.“ (Böhme: Seel. Fragen 37,20).

„Darum wer Gott hat, hat nicht mehr als  e i n s, .... und hat darin alle Dinge hinzu.“ (EQ 338,24).

„Eins bleibt gleichmäßig Eins in tausendmal tausend Steinen wie in  v i e r  Steinen.“ (EQ 145,20).

„Durch die Zahl  E i n s  wird das Vollkommene, somit das Echte bezeichnet.“ (AE 374).

„Vater besagt das  E i n e  , in dem alles zum Schweigen kommt.“ (EQ 118,30).

 

Die Bedeutung der Zahl „5“:

 

„Fünf bedeutet wenig oder auf kurze Zeit“. (AR 427). Diese Zahl hat eine doppelte Bedeutung: sie bedeutet wenig und daher etwas, und sie bedeutet auch die Überreste“ (HG 5291).

Soweit hier ein kleiner Ausschnitt der Entsprechungskunde über die Zahlen.

 

Zusammenfassend, bedeutet dann die Zahl 4151 bezüglich der Menschwerdung folgendes:

 

In die irdische Menschwerdung (=4) geht Gott selbst ein (=1) damit im Inneren des Menschen (=5) sich Gott selbst (=1) verwirklichen kann.

Obige Kurzbedeutung birgt selbstverständlich noch viele geheime Betrachtungsarten in sich, die jeder Entsprechungskundige auf seine Weise finden kann.

Aus obigen Zitaten der Neuoffenbarung geht hervor, dass die Zahl der „Adams-Werdung“ im Jahre 4151 v.Chr. nicht unbedingt und allein historisch zu verstehen ist.

Vorläufig bleibt es daher unserem Glauben überlassen, wie wir diese geheime Zahl der Adamserschaffung deuten wollen. Eines sollten wir jedoch nicht – uns menschlich begründen in einer fixen Idee!

Bemüht sich ein Gottwort-Forscher in das Gedankengut der Lorberoffenbarung auch noch die Gottwortkundgaben durch Jakob Böhme einzubeziehen, dann entdeckt er seltsame und völlig neue Erkenntnisse.

Der erleuchtete Böhme-Kenner erblickt dann im „Adam“ nicht nur den biblisch ersten Menschen, er entdeckt im Adam auch eine persönliche Vorexistenz des Erdenmenschen. So gesehn, könnte „Adam“ auch ein Zustand unserer eigenen Menschwerdung bedeuten.

Damit würde auch das Satans-Problem  eine ganz andere Lösung finden.

Auch Luzifer oder Satan wäre dann eine vorvormenschliche Entwicklung, die wir persönlich mit ihm  oder in ihm durchlebt haben. 

Daß unserer Fleischwerdung im Zustand „Adam“ eine lange Periode der Geist- und Seelenentwicklung in Satana vorausging, wäre der nächste Gedanke.

Können wir diese Gedanken alle nachempfinden? Versteht hier der Leser die Menschheits-Evolution im Zustand „Adam“?“ Adam“, wie „Satan“ sind in dieser Schau nicht mehr nur persönlich zu verstehen, sondern als unsere eigene stammesgeschichtliche Entwicklung vom Geistwesen Satan zum Stoffwesen Adam.

Anders  betrachtet!

Alleiniger Urmensch ist nur Gott. Unser geliebter Jesus hat allein ein Recht „Mensch“ genannt zu werden. Wir aber als „Satans“- und „Adams“- Nachfolger sind nur Schattenbilder des „Göttlichen Urmenschen“.- Wird mit solchen Gedanken nicht der Allvater zum Selbstausdruck aller Menschenformen? „Alles was Gott schuf, war gut“ (1.Mos.1,12).

Wie konnte im reinen Herzen Gottes etwas anderes als pur Gutes, Göttliches gedacht, gewollt, gebildet werden? Alles Böse mit Leid und Sterblichkeit konnte somit nur Abwertung des göttlichen Urbildes sein. Diese geschöpflichen Abwertungen mussten viel später (außerhalb des Göttlichen, des Guten) durch Satan und Adam entstanden sein. Wenn wir dies bejahen können, dann waren wir einst in unserer Unerborenheit die Götter in Gott, dann war jeder vor seiner Satan- und Adams-Werdung ein Gott in Gott.

Doch hier soll keine neue Vermutung, keine seltsame Religionslehre aufgestellt und begründet werden. Der Autor will nur versuchen, den Leser in die Geheimkammer des schon offenbarten Gottwortes einzuführen. Folgen wir sonach den heiligen Spuren menschlicher Urwerdung, die im Herzen unseres Schöpfer-Gottes ihren lebendigen Anfang nahm!

Der Herr hat diese hohen Gedanken durch Seinen Schreibknecht Jakob Lorber in dem Werk „Haushaltung Gottes“, Band 1, Kapitel 5 verkündet.

In abgrundtiefen Entsprechungsworten hat hier der Vater alles offenbart und zugleich verborgen, was unsere Urwerdung betrifft.

Sinnen wir den hohen „Göttlichen Kundgaben“ nach! Befreien wir uns von der Augenbinde unserer fünf Sinne! Lauschen wir mit Hilfe der hier folgenden Gottworte in uns selbst hinein, damit wir entdecken und finden, was Gott im menschlichen Herzens-Acker verborgen hat!

Wir haben den unüberschaubaren Lebens-Acker von Göttlicher Liebe und Weisheit erworben. An uns liegt es, den Schatz zu heben. Graben wir hinein in die köstliche Fruchterde „Göttlicher Offenbarung“, damit wir erntereife Früchte werden im Reiche Gottes, und die köstlichen Pfunde des Vaters im Seelengrunde zu  wuchern beginnen!

 

2.            Die Urwerdung des Lebens im Gottherzen

 

In der „Haushaltung Gottes“, Kapitel 3, Vers 3 spricht der Herr davon, dass alle Menschen dieser Erde aus dem „Zentrum des Gottherzens“ hervorgerufen wurden. Mit anderen Worten: Jeder Mensch ist ein „Gottgedanke“, eine lebendige „Gottidee“.

Da aus Gott nur vollendet Gutes, Göttliches entsprießen kann, muß auch der Mensch eine göttliche Vollendung, kühn gesprochen, eine Selbstverwirklichung Gottes sein, ein Ausdruck des himmlischen Vaters, ein Abbild Seiner Gott-Majestät.

Nach dem Werk „Großes Evangelium Johannes“, Band 1, Kapitel 4, Vers 3 ist der Mensch „Ursein Gottes“, nur durch seine zeitliche Verwicklung ins Eigenselbst, in die Scheinwelt seiner Außensinne getrennt von seinem Urgrunde.

Auch in der HGt 3/69,6 bestätigt der Herr dem „Lamech von der Tiefe“ (der ja ein Brudermörder war), dass er, bevor er ein Gefallener wurde, schon ewig in Gott und mit Gott lebte, d.h. gottbewusst war. Mit dieser Einleitung kann der Leser erst die Tiefe folgender Gottworte erfassen, die im 5. Kapitel der „Haushaltung Gottes“ (Band 1) gereicht werden und mit 5. Kapitel „Das Geheimnis der Schöpfung“ überschrieben ist.

Wie mahnend spricht der Herr hier zu uns:

 

1. Wer Ohren hat zu hören, der höre, und wer Augen hat zu sehen, der sehe, denn siehe, Ich will euch ein gar großes Geheimnis enthüllen, damit ihr sehen möget, wie sich euer liebevollster, heiliger Vater euch von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu genießen brüderlich gibt. Denn die Kinder müssen eingeweiht sein in die große Haushaltung ihres Vaters von  Ewigkeit her!

 

Unter dem „großen Geheimnis“, welches der Vater der Liebe  hier enthüllt, ist unsere „Gottgeburt“ im Herzen der Göttlichkeit zu verstehen. Die Schau des heiligen Vaters von „Angesicht zu Angesicht“ ist ein volles „Ein- und Aufgehen“ der Seele im Göttlichen. Die große „Haushaltung des Vaters“ kann dann für die, die es annehmen wollen, die Vergottung der Seele bedeuten. Eckeharts Predigten sprechen von nichts anderem, verkünden immer nur die ewige Sohngeburt und  Vaterwerdung der menschlichen Seele. Selig, wer dies ohne Hochmut glauben, ersehnen und wünschen kann. Folgen wir den Spuren menschlicher Urwerdung ohne Selbstbegründung, frei von Ichverhaftung und dogmenhafter Meinung! Lesen wir jeden Vers des 5. Kapitels! Überdenken wir seine Tiefen aus Gott! Vielleicht erkennt dann der eine oder andere seine eigene Urwerdung in Gott?

 

 

So spricht der Herr:

 

Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der  Unendlichkeit durchdringende Kraft und war und ist und wird sein ewig die Unendlichkeit Selbst.

 

Stellen wir uns diese Aussage bildlich vor!

 

 

 

 

 

 

   


Der Kreis soll uns zum Symbol der „Ewigkeit“, der „Gottheit“ und der „Unendlichkeit“, der alles „durchdringende Kraft“ werden. Somit ist alles Bestehende (=Ewigkeit, Unendlichkeit und Kraft) ein Ausdruck der Gottheit, ja Gottheit  Selbst.

Wo war da mein „Ich“? War es da schon? Oder wurde es erst später?

Der Autor will dies hier nicht beantworten, diese Fragen werden sich in folgenden Versen (HGt I/5,2.) von selbst lösen.

Weiter spricht der Herr im zweiten Vers:

 

In der Mitte Ihrer Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe und dass Leben Selbst in Ihr: aber siehe, Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe!

 

 

 

 

 

 

   

„In der Mitte der Gottheit-Tiefe war Ich von Ewigkeit her die Liebe und das Leben“. (Im Bild oben als Punkt dargestellt).

Wer wird unter dem „ICH“  hier verstanden? Zweifellos unser geliebter Vater: „Jesus Christus“. Er nennt sich ja selbst das „Leben“, die „Liebe“ und die „Mitte“ oder das Herz der Gottheit.

(Man vgl. dazu Joh.14,6.,HGt 2/125,8-17; EQ 125,32 ff, HGt 2/87,10 princ.19/68.,Hg I/178,7f., WCR 35., Epist. 12/55.)

„Jesus“, dieses heilige „ICH“, ist somit unser Vater, unser Schöpfer, der erste Urgedanke (Wort) Gottes oder die Bewusstwerdung der Liebe, des Lebens, des „Ich“ an und für sich. Dies bestätigt auch der Nachsatz:

„Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe“.

„Blind“ ist noch nicht bewusst. Waren wir als Gotteskinder nicht auch blind, d.h. unbewusst? Waren wir nicht selbst die Liebe Gottes, das Leben Gottes, welches blind war ?

Der „Embryo im Mutterleibe“, waren wir der nicht selbst, ehe wir uns unsere Persönlichkeit bewusst wurden ? Es wird so leicht missdeutet, wenn ein einfältig Gläubiger sich als Schöpfer seiner selbst erkennen will, und sei es auch bloß aus Gehorsam gegenüber seinem besseren Glauben.

Den kühnen Spruch Eckeharts: „Und somit bin ich die Ursache meiner selbst“ (Predigt 32) kann nicht jede Seele bejahen.

Das Fallen des menschlichen Bewusstseins aus der Einheit der Göttlichkeit hindert diese Erkenntnis, vereitelt durch selbstgeprägte Persönlichkeit das göttliche Empfinden. Es ist gut so, dass wir in der Naivität unseres Glaubens bleiben, solange noch Hochmut und Eigendünkel im Gemüte des Menschen herrschen. Die embryonenhafte Blindheit im Mutterleibe der Gottheit wird da zum Segen göttlicher Reife, der in der lebendigen Sohngeburt der Seele einmal sein seliges Erwachen feiert.

Nach der Aussage dieses obigen Verses (1.HGt 5,2) war die positive Polarität innerhalb Gottes verwirklicht. Diese göttliche Polarität kann wie folgt gegenübergestellt werden:

 

1. Pol:   Gottheit (Ewigkeit, Unendlichkeit, alles durchdringende Kraft; als Kreis  dargestellt)                                                                                                                                              

2. Pol:  Liebe (Ich, Liebe, Vater, Jesus Christus,  Leben; als Kreis mit einem Punkt in der Mitte dargestellt)

 

Das war und ist eine ausgewogene göttliche „Gegensätzlichkeit“ (Polarität), die in innerer Harmonie Ursprung alles Lebens, aller Liebe und aller Iche ist.

Außerhalb Gottes jedoch gestaltete sich diese harmonische, Gott-Innen-Polarität zu Gott und Anti-Gott, den wir Satan, Luzifer und Teufel nennen.

Innerhalb Gottes wurde dieser innergöttlicher Gegensatz (Polarität) zum Gottvater- und Gottsohn-Begriff.

In der Offenbarung Gottes „Der Schwache“ wurden die tiefen Geheimnisse der Polar-Trennung durch Lorber angedeutet (vom Herrn am 6.12.1840 kundgegeben; 3Hg 75ff)

Im weiteren Gottwort dieses zweiten Verses spricht der Herr:

 

2. Die Gottheit aber gefiel Sich in der Liebe und drängte sich  ganz  zu   Ihrer Liebe. Und der Liebe ward es immer heißer und heißer in Ihrer Mitte, und es drängten sich Massen und Massen der Gottheit dahin, und Mächte und Kräfte stürmten aus Dieselbe los.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier scheint ein innergöttlicher Kampf sich zu entwickeln. Die „Gottheit“ bedrängt die „Liebe“, ja bestürmt sie. Alle Mächte und Kräfte stürzen auf die Liebe zu, nicht um sie zu töten, ganz im Gegenteil, um sie zu kräftigen, zu stärken mit der Allmacht der Gottheit. Das bewusst gewordene Gott-Liebe-Ich wird so gesättigt von der Allkraft und Macht der Gottheit.

Findet sich da nicht das kleine Menschen-Liebe-Ich als ein Abbild und Gleichnis Gottes?

Bestürmt die Allmacht nicht auch diesen Embryo im Göttlichen ? Stärkt nicht Gott Selbst Sein Geschöpf mit väterlicher Kraft ?  Welches Leben wirkt in uns ? Welche Liebe ? Welches Ich ?

Sind wir Menschen ohne Ihn denn etwas ?

Wer ist denn wahrhaftig „Ich“ in unserem Innersten ?

 

Was meint der Herr mit dem Spruch der 32. Predigt durch Eckehart, der da lautet:

 

„Und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge; und hätte ich gewollt, so wäre weder ich noch wären alle Dinge;

 

wäre aber ich nicht, so wäre auch Gott nicht: dass Gott ‚G o t t’ ist, dafür bin ich die Ursache.“ ?

 

Ist dieser Ausspruch des Meisters nur ein Wortspiel ? Ist das folgende Wort durch Jakob Lorber auch nur ein Wortspiel des Herrn ?

 

Also kann je erst ein Gott aus uns hervorgehen als eine Zentralkraft des Sichselbstbewußtseins.“ (2.HGt 160, 27)

„Aus uns muß Jehova hervorgehen, so Er irgend für uns dasein soll.“ (2.HGt 161,14)

„Ich (Jesus) will ewig nicht anders für den Menschen Mich gestalten, als wie er Mich selbst gestaltet hat in sich !“ (2.HGt 259,9)

 

 

Spielen wir nicht leichtfertig mit diesen erhabenen Worten Gottes, damit wir nicht das Leben verspielen!

Lauschen wir den Gottworten im dritten Vers:

 

3. Und siehe, da entstand ein großes Rauschen, Brausen und Toben, und siehe, die Liebe ward geängstigt und gedrückt von allen Seiten, so dass die Liebe bis ins Innerste erbebte! Und die Liebe gewahrte es, und das Rauschen ward zum Tone, der Ton aber ward in der Liebe zum Worte, und das Wort sprach: „Es werde Licht!“ Und da loderte im Herzen die Flamme der entzündeten Liebe auf, und es ward Licht in allen Räumen der Unendlichkeit !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Leser möge nun über sich selbst das große „Rauschen, Brausen und Toben“ ergehen lassen! Lassen wir unsere Liebe „ängstigen“, „drücken“ und „erbeben“, damit der „Ton“ des göttlichen „Wortes“ Licht in uns werde!

Im eigenen Geistesherzen wird dann die Flamme der Liebe Gottes  auflodern und das „Es werde Licht!“ wird zum  Göttlichen Bewusstsein im Seelengrunde erwachen.

Alle „Räume der Unendlichkeit“ werden da aus und durch unsere, mit dem Göttlichen eins gewordene, Urliebe verklärt.

 

„Ihr sollt vollkommen sein (nicht erst werden), gleichwie euer Vater im Himmel!“ (Matth. 5,48)

 

In diesem Sinne ist „Vollkommenheit“ eine völlige Befreiung vom menschlichen Irrtum, Scheinsein, von Ichverhaftung und Geschaffenheit.

 

„Wo die Kreaturen aufhören, da fängt Gott an.“ (Eckehart: EB 108,9.f.)

 

Weiter spricht der Herr im 4. Vers:

 

4. Und Gott sah  in Sich die große Herrlichkeit Seiner Liebe, und die Liebe ward gestärkt mit der Kraft der Gottheit, und so verband sich die Gottheit mit der Liebe ewiglich, und das Licht ging aus der Wärme hervor.

 

Erlebt hier der Mensch nicht die Geburt Gottes in sich selbst? „Und Gott sah“ ist ein Gotterkennen. Was wird erkannt?

Die „Herrlichkeit Seiner Liebe“, die sich im Geschaffenen verwirklichen kann, wenn der Gefallene sich  entschieden hat, die „Verwicklungen“ der Eigenpersönlichkeit aufzugeben. Verschütteten wir nicht durch unsere Seelen- und Stoffwerdung das wahre reingeistige Gott-Urbild in uns?

Verwickelten wir uns nicht in einer selbstgeprägten gottfernen Identität, die mit selbstgeschaffener Vergänglichkeit  nur  ein  Schattenbild des göttlichen Urbildes sein kann?

Machen wir uns frei!

Werden wir ledig und bloß von unseren Trugbildern! Dann wird in uns die Gottliebe erstarken durch die einfließende Kraft der Gottheit. Dann kann sich die unendliche allgemeine Gottheit verbinden mit der Sondergottheit des eigenen Herzens, dann geht das „Licht aus der Wärme hervor“.

Das Licht göttlicher Weisheit und Wahrheit wird nur aus der Wärme „Väterlicher Liebe“ in uns geboren. Ausgesprochen – erstarrt alle Wahrheit im Buchstaben babylonischer Sprachverwirrung und gebiert nur die Steinmauern einer Weltkirche.

Auch hier, in diesen Worten, die der Autor zu seinen Lesern spricht, wird die Wahrheit verhärtet zu einem kalten Lehrgebäude, wenn nicht die Einwohner der Liebe, woraus einst auch die „Hütte  Puristas“ gebaut war, ihre Lebenswärme in die Gemächer tragen. –

Darum trauter Leser, höre selbst in Dich hinein! Lausche in die geheime Herzenskammer der eigenen Brust hinunter und du wirst die Stimme deines Vaters vernehmen und verstehen.

Wir selbst müssen den 5. Vers im Selbsterleben erfahren. Dort spricht der   Herr, dich, mich, uns alle an!

 

5. Und siehe, da sah die Liebe alle Herrlichkeiten, deren Zahl kein Ende ist, in der Gottheit, und die Gottheit sah, wie dieses alles aus der Liebe in Sie überging, und die Liebe sah in der Gottheit Ihre Gedanken und fand  großes Wohlgefallen an denselben.

 

Da erschaut die Liebe der Göttlichkeit alle Herrlichkeiten, deren Zahl kein Ende hat. Unser klarer Seelenblick ist nur noch für das Sonnenlicht der Gottheit empfänglich. Mein geistiges Sehen ist aber zu einem göttlichen Blick der Liebe des Vaters geworden. –

In der „Gottheit“ schauen wir dann erst die Urwurzel unserer „Gedanken“, die nur Gottes Gedanken sein können, da es nur eine Wurzel des Lebens, der Liebe und der Gedanken gibt. –

In höchster Gelassenheit stören uns nicht mehr die Gedanken, wie immer sie sich auch noch zeitweise, in ihrer persönlichen Verwicklung, gestalten. Wir wissen aus Swedenborg: der  Ursprung aller Gedanken ist allein in Gott.

(Vgl. Swedenborg:SK, Seite 40 f.)

Die Edelkeit der Gottgedanken kann aber nur unser größtes  „Wohlgefallen“ finden, wie es die Liebe Gottes Selbst findet. Ein wonniges Gedanken- und Liebesspiel verbindet, vereint da Gott und Seele: „Ein himmlischer Reigen von Liebe und Licht, von Schönheit, Harmonie, von Freude und Glückseligkeit umflort hier die Götter.“ Nur die Lehre des Herrn kann diesen innergöttlichen Hochzustand beschreiben!

Hören wir Seine heiligen Worte!

 

Da entzündete Sich die Liebe von neuem, und die Kräfte der Gottheit rauschten um Sie, und siehe: Die Gedanken der Liebe waren selbst Liebe und waren ohne Zahl.

 

Die „entzündete Liebe“ erweckt sich immer wieder von neuem und wird ewig jugendlich belebt von der Göttlichkeit. Da gebiert die Liebe ihre Kinder der Liebe ohne  Zahl und Gedanken, mit jedem Gefühl, mit jedem süßen Lächeln, das von den Lippen der Gottheit in die Unendlichkeit entflieht. Das Entfliehen aber ist keine Flucht, ist Wonne, ist Bereicherung der Ewigkeit mit unerborenen Gottformen: mit Söhnen der Göttlichkeit. –

Erkenne, trauter Leser, die Tiefe Schau der folgenden Worte des Urvaters!

So spricht der  Herr:

 

6. Da sah die Gottheit Ihre Herrlichkeit, und die Liebe empfand Ihre Macht. Und da sprach die Liebe in der Gottheit:

„Lasset Uns die Gedanken der Herrlichkeit festhalten und heraustreten, dass sie frei werden und Uns empfinden und sehen, wie Wir sie empfinden und sehen und Wir sie empfanden und sahen, ehe noch das Licht ihre Formen erleuchtete!“

 

Hier offenbart sich das Göttliche Doppelspiel der „Gedanken“, im „Festhalten“ und „Heraustreten wird ihr verborgenes „Vater“ = und „Sohn“ = Sein umschrieben. Da fühlt sich der „festgehaltene Gedanke“ als Vater und der „herausgetretene“ als Sohn der ewigen Liebe der Gottheit.

Frei empfinden und sehen die Götter den einigen Urgott, der sie selber waren, werden und künftig ewig sind. –

Ein unausprechliches göttliches Wunder der Selbstempfindung, dass kein Sterblicher, kein sinnenversklavter Menschenverstand nur hauchweise nachdenken und nachverstehen könnte, wäre ihm nicht die Möglichkeit des Herzensdenkens von Gott aus verliehen worden.

So wurdest du, lieber Leser, wurden wir alle, in Gott zu lebendigen Gottbildern erquollen, ohne aus dem einen Gottbewusstsein zu fallen. –

Wir können es nicht glauben. Wir können es aus unserem Gehirne nicht bestätigt finden, und das ist auch ganz gerecht so für die Geschöpfe, denn es lautet das göttliche Gesetz:

 

„Niemand kann Gott sehen und leben zugleich“ 2.Mos.33,20)

 

Doch vertrauen wir weiter der kindlichen Offenbarung des Herrn durch seinen Knecht Lorber!

Hier spricht der Herr:

 

7. Da ging das Wort in die Gottheit über, und Sie ward überall Liebe. Und siehe, da sprach die Gottheit zum ersten Male: „Es werde!“ Und es ward ein Heer der Geister aus Gott frei, deren Zahl kein Ende hat, und die Liebe sah Sich Selbst verunendlichfältigt und Ihre unendliche Schönheit vollkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

             

Sind wir nicht dieses „Wort“, das da in die „Gottheit überging“ und „überall Liebe ward“ ?

Sind wir nicht eine Gestaltung des göttlichen „Es werde!“ ?

Waren wir nicht ein Geist im „Heer der Geister“, aus Gott frei gesetzt in der Liebe und im Lichte ?

Sah’ sich da nicht die einige Urliebe Gottes „verunendlichfältigt“ in vollkommener „Schönheit“ ihrer Söhne?

Empfinde eine innere Antwort, die dich frei macht aller Geschaffenheit, aller Verwicklngen, entstanden aus einer kleinen Traumreise ins luziferische Finsterland !

Mit dem folgenden 8. Vers glaubt man sich zurückversetzt in ein Nichtsein. Wörtlich spricht der Herr:

 

 

8. Aber alle die Wesen waren noch nicht lebendig und empfanden noch nicht und sahen noch nicht; denn sie waren noch außer der Liebe in der Gottheit fixierte Formen.

 

(Vgl. zu diesem Vers auch die Skizze oben, zu Vers 7 !)

 

Eine kleine Täuschung scheint in diesen Worten zu liegen, wenn wir sie für unser Ursein in Gott anwenden wollen. Aber es ist wirklich so! Solange der göttliche Urgedanke einen im väterlichen Ur-Ich war, war er nicht aus sich selbst „lebendig“, „empfand“ und „sah“ sich noch nicht selbst, sondern nur aus dem Väterlichen.

Wir waren da noch in der Gottheit „fixierte Formen“ und dachten, empfanden, wollten und lebten außerhalb der Liebe, die embryonenhaft im blinden Nichterkennen lebte. Die Entwicklung im Innergöttlichen ging sehr langsam, behutsam und schrittweise vor sich.

Im 9. Vers erleben wir das Spiel des Lieberegens, die Freiwerdung der Lebensformen innerhalb der Gottheit bis zur selbständigen Bewegung.

Hören wir dazu wieder die Originalstelle aus Lorber:

 

9. Und es dauerte die Liebe, und Sie regte Sich, und das Regen stieg in der Gottheit empor, und die Gottheit gab Ihre Gefangenen der Liebe und Liebe durchdrang alles. Und siehe, da wurden die Formen lebendig und staunten sich an und wärmten sich an den Flammenströmen der göttlichen Liebe und bekamen dadurch selbständige Bewegung und Regsamkeit! Aber sie erkannten sich nocht nicht.

 

(Auch zu diesen Gottworten diene noch die Zeichnung von Seite 1o.)

 

Das „Regen der Liebe“ ist ein Erquellen der Liebewesen in der Gottheit. Die „Formen“ sind unerborene Gottbilder, Gottessöhne, die, lebendig staunend, sich erwärmten in den Flammenströmen der „Göttlichen Liebe“, die dadurch selbständig, selbstbeweglich und  ich-regsam wurden.

Aber trotz dieser Tätigkeiten, die wie selbstbewusst waren, erkannten sich diese Unerborenen noch nicht als „Selbstherrscher“. Da musste noch eine neuerliche Wandlung in ihnen vollzogen werden. Dieses letzte Wunder innerhalb der Gottheit beschreibt der Herr mit folgenden Worten:

 

10. Da sprach die Liebe abermals: „Lasset Uns machen, dass sie sich erkennen, damit sie dann Mich und durch Mich auch Dich erkennen mögen!“

 

11. Da stieg wieder das Wort in der Gottheit empor, und in der Gottheit ertönte das Wort, und das Wort ward zum Gesetze, und das Gesetz war die Liebe und strömte in alle über.

 

Vielleicht war dieses „Erkennen“ oder „Freiwerden“ der „Gottheits-Gefangenen“ nicht notwendig!? Die Frage  steht hier offen, der Herr beantwortete sie nicht in Seiner Lehre der Neuseher.

Wir erkennen nur aus obigen Versen ( 10 und 11 ), dass die Liebe durch Erkennen zum Gesetz wurde. Solange das Gesetz innerhalb Gottes blieb, war es frei, ohne Zwang und darum „Liebe“. Aber hier steigt die Liebe bereits in eine Erlösungsform ab, in ein Erbarmen, das wie vorausschauend schon einen Fall (Sündenfall wäre viel zu grob für diese Art der Gottausgeburt) der Söhne in die Möglichkeit rückt.

Damit betreten wir den Boden der scheinbaren Gott-Trennung der von Gott geschiedenen Reinwesen, die nicht mehr Gott in Gott sind, sondern Gott bei Gott, was auch die nächsten Verse beweisen sollen.

Doch damit begeben wir uns in eine Gottferne, die letztlich, wie die Erfahrung zeigt, im echten Sündenfall endete.

Davon jedoch im nächsten Abschnitt.

 

3.                      Der Sündenfall im Neulichte

 

Die von den unerborenen Söhnen begehrte Scheidung vom Väterlichen (innerhalb des Göttlichen) bedingte ein Gesetz der Liebe (siehe oben, Vers 11), das die „Einheit“ der „Göttlichkeit“ in „drei“ (Vater, Sohn und Heiliger  Geist) spaltete. Diese „Spaltung“ ist jedoch keine personenhafte, sondern nur eine  wesentliche, die in göttlicher Liebe, Weisheit und Kraft für die Geschöpfe wirksam wird.

Doch hören wir das Originalwort aus dem 12. Vers:

 

 

12. Und siehe, da wurden gebildet drei, und aus ihnen gingen hervor sieben! Und die drei waren gleich der Liebe, dem Lichte und der Gottheit, und die sieben waren gleich den sieben Geistern Gottes, und sie heißen und werden ewig heißen: 1. Liebet die Liebe. 2. Fürchtet die Gottheit, welche tötet, - damit ihr nicht getötet werdet. 3. Die Liebe in euch ist heilig, darum achtet euch untereinander, wie euch die Liebe in der Gottheit achtet, und Freude hat an euch. 4. Jeder ist sein Eigentum und das Eigentum der Liebe Gottes, daher werde keiner dem andern zum Raube. 5. Keiner verdecke je sein Antlitz vor dem andern, damit der andere nicht wisse, wie die Liebe ist – damit  ihr seid wie die Liebe, die euch werden hieß. 6. Euer Inneres sei auch euer Äußeres, damit keine falsche Regung in euch entstehe und ihr zugrunde gehet. 7. Euer Äußeres sei der getreue Widerschein eures inneren Spiegels in welchem Sich die Liebe der Gottheit beschaut, sonst wird der innere Spiegel zerbrochen werden und eure Gestalt wird schrecklich werden.

 

Wer waren die Drei, die hier gleich der „Liebe“, dem „Lichte“ und der „Gottheit“ genannt werden?

Die Drei innerhalb des Göttlichen waren:

 

Die „Liebe“ als der Vater,

das „Licht“ als der Sohn und

die „Gottheit“ als der  „Heilige Geist.“

 

Von der heiligen Dreifaltigkeit schreibt Jakob Böhme in seiner „Aurora“ im 3. Kapitel!

 

Entsprechend dieser innergöttlichen Dreiformung gestalteten sich neben oder bei Gott wieder drei. Seltsamerweise finden wir in den Schriften durch Jakob Böhme die Antwort, wer die Drei waren. Es sind die drei königlichen Regimenter, entsprechend der Dreifaltigkeit Gottes und heißen:

 

„Luzifer“, gleich dem Sohne,

„Michael“, gleich dem Vater und

„Uriel“ , gleich dem Heiligen Geist.

 

Diese drei Fürstenengel sind entsprechend den Aussagen des Herrn durch Böhme und Lorber rund um „Jesus“ oder das Herz Gottes gelagert. (Man vgl. Böhme: Aurora 7, 4 – 16).

 

Aus den Dreien bildeten sich sieben, gleich den sieben Geistern Gottes, entsprechend den sieben Urerzengeln. (Man vgl. dazu meine Schrift Nr. 20 „Der Engel Chöre“!).

 

„Satana“ war auch einer der Sieben, wie auch einer der Drei, wie wir dies im später folgenden 14. Vers lesen werden, und wie dies oben angedeutet wurde.

Im 13. Vers wird bereits von „Übertretern“ d.h. von „Sündern“ und „Gefallenen“ gesprochen. Ohne Übergang, ohne Hinweis auf eine Verletzung des Gesetzes der Göttlichen Ordnung, wird hier im 13. Vers gleich ein „Strafgericht“ angedroht.

Hören wir die Originalworte des Herrn aus der „HGt“:

 

13. Da donnerte die Gottheit in den unendlichen  Räumen, den Übertretern ein fürchterliches Strafgericht, und so ward die Anbetung der Gottheit in der allerhöchsten Furcht ihnen geboten, und es ward ihnen geboten die Liebe der Liebe. Und sie wurden hinausgestellt in der höchsten Freiheit und konnten tun, was sie wollten, und nichts soll sie hindern in ihrer Freiheit und bis zur Zeit, da  sie sich werden erkannt haben in ihrer Freiheit und ihrer Demut, damit das Gesetz ihr eigenes werde und sie dann vollkommen frei würden.

 

Laut dieser seltsamen Kundgabe ist man geneigt, die Sieben neben Gott zu setzen, gleichsam als Wesen bei Gott. (siehe Zeichnung auf  Seite 11)

 

Sie wurden in „höchster Freiheit  hinausgestellt“, damit durch „Demut“ das „Gesetz“ ihr „Eigenes“ werde. So wurden die sieben Hierarchien (= Satana, Michael, Uriel, Raphael, Gabriel, Zuriel und Archiel oder Sahariel ) gebildet, die wir die Urerzengel nennen.

Im nun folgenden 14. Vers wird der Fall Satanas dargestellt.

So der Herr:

 

14. Allein nun erkannten sie sich in ihrer großen Macht und alles überstrahlenden Herrlichkeit und Majestät, und der Oberste der drei, gleich dem Lichte der Gottheit, entzündete sich in seiner Begierde, um sich der Gottheit vollends zu bemächtigen. Durch ihn entzündete sich ein großer Teil der Geister, die durch ihn würden, und durch sie erbrannte auch die Gottheit in Ihrem Grimme gleich, den zwei  niederen Geistern der drei und schleuderte die böse Rotte in die Tiefe der Tiefe ihres Zornes.

 

 

In dem „Obersten der drei“, gleich dem „Lichte“ erkennt jeder Lorberleser ohne  Kommentar den gefallenen Lichtgeist „Luzifer“. Das „Satan“ der Oberste der drei war, welcher vor seinen Fall innergöttlichen Bereichen angehörte, bestätigt nicht nur Böhme, sondern auch Lorber.

Innerhalb der Göttlichkeit hatte Satana jedoch einen anderen Namen, der ihm  nun beim Sündenfall verloren ging. (Man vgl. dazu Böhme: Aurora, 12,100).

An Luzifers Stelle musste nun im Innergöttlichen Sein der unerborene „Jesus“ treten, was wir im Lorberwerk „Haushaltung Gottes“, Band 1, Kap. 5,19 und Kap. 47,2 nachlesen können. So trat an Stelle des ausgegangenen und später gefallenen Licht-Sohnes (= Luzifer) der Gottes-Sohn „Jesus“, der im Christus zum körperlichen „Menschensohne“ wurde.

Mit diesem Geschehen war die Menschwerdung Gottes bereits beschlossen, das Blutsopfer Jesu Christi besiegelt.

Wohl wäre im Menschen „Adam“ noch einmal die Gelegenheit gewesen, ein unblutiges Opfer Christi zu vollziehen. Allein der Sündenschlaf Adams, sein dreifacher Fall, forderte das höchste und qualvollste Opfer Christi, damit die Kinder wieder als verlorene Söhne in            e i n e m  unerborenen  Sohn „Jesus“ bewusst werden konnten. Doch davon im letzten Abschnitt dieser Abhandlung.

 

Wir wollen jedoch die Originalworte des Herrn in den Versen 15 – 20 durchlesen und durchsinnen!

 

15. Und die zwei und die aus ihnen hervorgingen und die sieben, deren Zahl gerecht war, wurden gefunden in  der Treue ihrer Demut und wurden aufgenommen in die Kreise der Macht Gottes, und die Liebe sah, dass sie rein waren befunden, und freute Sich in ihrer Vollendung. Und siehe, die Kraft der Gottheit in der Liebe stieg empor, und die Gottheit bewegte Sich, und die Geschaffenen nahmen wahr die Bewegung der Gottheit, und die Gottheit bewegte Sich zu Ihrer Liebe, und den Geschaffenen wurden die Augen eröffnet, und sie sahen zum ersten Male die ewige Liebe.

16. Da staunten die Heere der Zahllosen, und es entstand ein großer Jubel und eine große Freude unter ihnen, denn sie sahen die Macht Gottes in der Liebe und sahen die Liebe in sich und auch die Kraft, die sie werden hieß, und erkannten sich und erkannten die Liebe und erkannten Gott.

17. Nun bewegte Sich die Gottheit und die Geschaffenen  fürchteten sich vor der Gottheit, und die Liebe sah ihre Furcht und sah, dass ihre Furcht gerecht war, und die Furcht ward ihnen zum Gehorsam und der Gehorsam war die Demut, und die Demut war ihre Liebe, und die Liebe war ihr Gesetz, und das Gesetz ihre ewige Freiheit, und die Freiheit ward ihr Leben, und das Leben ihre Seligkeit ewiglich.

 

18. Nun siehe, die ewige Liebe redete sie an, und sie verstanden das Wort! Da lösten sich ihre Zungen, und das erste Wort, das ihren Lippen entschwamm, war Liebe. Und es gefiel der Gottheit der Ton ihrer Rede, und die Gottheit ward  bewegt durch die  Liebe, und die Bewegung formte sich in den Geschaffenen, und die Form wurde zum Tone, und der Ton war das zweite Wort und hieß – GOTT.

19. Und nun erst waren die Geschaffenen vollendet. Und die Liebe sprach zu den Geschaffenen: „Der erste unter euch ging verloren, daher übernehme Ich seine Stelle und werde sein unter euch ewiglich!“

20. Da lösten sich von neuem ihre Zungen, und ihre Knie beugten sich, und sie beteten die Liebe an.

 

Hier können wir die gefallene böse Rotte noch weiter verfolgen bis zur harten Stofflichkeit und darin unsere eigene sündige Menschwerdung erkennen lernen.

Die Reingebliebenen waren die urgeschaffenen Hierarchien, die unter den 7 Urerzengeln verstanden werden. Sie lebten im Kreise der Macht Gottes, im Gehorsam der Liebe, des Gesetzes, der Freiheit ihr gesondertes Leben in  ewiger Seligkeit.

Die urewige Liebe (das ICH BIN) aber bedauerte die „Verlorenen“, die Hierarchie Satana. Es kam zur Verdichtung im gefallenen Seelenbereich, zur Bildung der Stofflichkeit des  Weltalls. Der letzte Tropfen der Liebe als „Gott-Ich-Träne“ wurde zum „Mittelpunkt“, zum Schauplatz der größten Taten der ewigen Liebe: und ward geschaffen zu unserer Erde.

Hören wir dazu das herrliche Gottwort aus HGt I/5, 21 – 26!

 

 

21. Nun sieh weiter, was alles die Liebe tat, und Gott in der Liebe, und die Liebe in Gott !- Und es dauerte die Liebe der Verlorenen: aber die Gottheit erbebte in ihrem Grimme, und es ward gehört in allen Räumen der Unendlichkeit Gottes ein großer Donner. Und der Donner drang bis zum Innersten der ewigen Liebe, und die Liebe allein verstand den Donner der Gottheit, und der Donner ward in Ihr zum Worte und sprach: „Alle Macht sei Dir untertan; tue nach Deinem Gefallen und sprich ‚Es Werde’, und es wird sein!“  

 

22. Und siehe, die Liebe wurde gerührt bis ins Innerste, und es floß die erste Träne aus dem Auge der ewigen Liebe, und diese Träne floß aus dem Herzen der Gottheit und hieß und heißt und wird ewig heißen die E r b a r m u n g.

 

23. Diese Träne ward zum großen Gewässer, und das Gewässer ergoß sich in alle Räume der Unendlichkeit und ergoß sich in der Tiefe der Tiefen des Zornes der Gottheit und milderte das Feuer des Grimmes Gottes.

 

24. Und siehe der Geist Gottes in Seiner Kraft wehte sanft über den Gewässern der Erbarmung, und die Gewässer teilten sich. Und Gott sprach aus Seiner Liebe, und Seine Liebe war das Wort, und das Wort stieg in die Tiefe der Tiefen und schwebte über den Gewässern, und die Gewässer wurden geschieden wie Tautropfen und wurden verteilt in groß und klein nach der Zahl derVerlorenen, die kein Ende hat in alle Räume der Unendlichkeit.

 

25. Und siehe, der letzte Tropfen, der zurückblieb, der war der innerste der Gewässer und war der innerste der Erbarmung; und der wude nicht verteilt, sondern blieb, wo er übrigblieb und wurde bestimmt zum Mittelpunkte, und zum Schauplatze der größten derTaten der ewigen Liebe.

 

26. Und nun siehe: Dieser letzte Tropfen ward geschaffen zur Erde, die du und deine Brüder bewohnen, und die anderen Tropfen wurden geschaffen zu Sonnen, Erden und Monden aller Art, deren Zahl kein Ende hat; und siehe, so entstanden der sichtbare Himmel mit seinen Sternen, der Sonne, dem Monde und die sichtbare Erde mit den Meeren und festem Lande !

 

All die Gefangennahme der Geister im gefallenen Seelenbereich und in der Stofflichkeit wurde dadurch einesteils zum Gericht, andernteils aber zur Erlösungsanstalt für die Sünder.

Wird hier nicht der Sündenfall Luzifers und Adams zum Spiegel  unserer eigenen vorirdischen Seelenentwicklung,  zum Gleichnis unserer ersten  Menschwerdung im Stofflichen?

Ich stelle hier nochmals die Frage an den Leser:

„Können bei dieser Tiefsicht in obige Verse der Offenbarung Gottes nicht der „persönliche Satan“ und der „Historische Adam“ vorgeburtliche Zustände unserer Menschwerdung sein?

Der Verfasser will hier nichts behaupten, nichts verneinen, auch hier sei dem Leser freigestellt, sein eigenes Urteil zu bilden. Wir haben das heilige Gottwort!

Prüfen wir mit Herz den Geist der Schrift, ehe wir uns im Dogma des Buchstabens begründen! Ich glaube, wir einfältigen Christen  können unsere Herzensgedanken gar nicht so hoch erheben, so gottnah fliegen lassen, dass es genug wäre. Wir sollen uns nicht ängstigen, dass wir in Verwirrung oder Gotteslästerung fallen könnten. Ich weiß, wir dürfen getrost den hellen Spuren unserer großen Meister und Propheten folgen, die mit buchstäblichen Wegzeichen das heilige Hochziel: „Gottes Herz“ uns liebend weisen. Was nützten dem Menschen die Erkenntnisse des Engelsturzes Luzifers, was der Sündenfall Adams, die Menschwerdung Christi, wenn von uns nicht miterlebt und miterlitten, all diese Ereignisse nur fromme Geschichten vergangener Wirklichkeit wären.

Wie fühle ich mich ungerecht behandelt, wenn ich die Schuld Satanas  und Adams kollektiv (als gemeinsame Schuld) abbüßen müsste? Wie gerecht aber finde ich mein Los, wenn ich selbstverschuldet in eigener Verantwortlichkeit mein Schicksal durch vormals gotterstorbenes Denken, Wollen und Wirken heraufbeschworen habe. Da Gott die Liebe und die höchste Gerechtigkeit ist, kann ich nur dankbar sein für die harte und leidhafte Sicherung, die der Vater in mein Schicksal einbaute.  So wird die Härte des Erdenlebens, Leid und Übel mir zum antreibenden Sporn, der in die Weichen meines lahmen Pferdes sticht. Die Peitsche des Geschicks wird da zur Triebfeder der Seligkeit, die hinter den Hügeln der Vergänglichkeit das heilige Land Gottes erschließen.

 

4. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

 

Jetzt sind wir noch Gefangene einer kranken Welt. Noch sind wir dem Zwange des Gesetzes unterworfen und dem Gerichte ausgeliefert, welches unser Schicksal (Karma) formt. Doch hinter der Schallmauer menschlich Erreichbaren steht der unsichtbare Götterdom „Jenseits“. Die andere Dimension, verheißungsvoll verkündet, erlaubt uns zu hoffen, zu sehnen, zu glauben. Allein, nur Zuversicht, Glaubensfestigkeit, erlebte Schauungen, das charismatische Wunder geben uns Gewissheit vom Jenseits der Schwelle, vom ewigen Leben und von Gott, unserem himmlischen Vater. Um diese beseligende Gewissheit ringen die Sterblichen.

Selbst der felsenfeste Glaube wankt noch im Zwielicht seines Bewusstseins. Doch wir alle wissen, Ausharren bis zum Tode, Treue, Liebe zum Unsichtbaren und Liebetat am Nächsten sind die klaren Markierungszeichen der Rückkehr zu Gott. Der  Heimkehren-Wollende bleibt in Gesetzestreue, in der Sehnsucht und Erfüllung der Liebe und Weisheit Gottes beständig, flieht die lauten Horden, verabscheut Bosheit, Sünde und Lüge. Der Getreue versucht sein  Bestes zu leisten, zu denken, zu reden und zu wirken. Er tut alles nicht um Lohn zu erlangen, er wirkt es aus  Liebe zum Guten, zu Gott seinem Vater.

Der Gerechte erkennt, wenn er auch alles getan hat, dass  er ein fauler und unnützer Knecht war, denn all seine Werke waren nur ein Göttliches Wirken.

Wir stellen nur die Weichen. Wohin wir sie stellen, dorthin rollen die Räder. Wohin wir uns wenden, von  dorther werden wir bestrahlt. Das Irrlicht der Hölle spiegelt sich wie das Sonnenlicht des Himmels in unserem Antlitz wider. Unsere Rückkehr ins Vaterherz ist eine harte Übung des Geistes und der Seele. Zeitliches Denken und körperliches Tun sind nur Handlanger, die vom äußeren Menschen scheinbar gewirkt, doch nur göttliche Werke sind.

Die himmlischen Flügel unserer Engelsnatur sind lahm geworden im schweren Erdenkleid. Wie der Vogel Strauß verlernten wir die Schwingen zu schlagen, die uns den Himmel erschließen sollen. Nun  muß sich unserer körperlichen Gesetzeserfüllung auch eine geistige Christennachfolge beigesellen, wollen wir nicht leer ausgehen in den Hoffnungen unserer  Religiösität. Neben der Werktätigkeit muss  sich das Gebet, die Stunde der Ruhe und Stille, die geistige Besinnung, die gottwohlgefällige Übung, einfinden im Gemüte des Menschen. All dies belebt wieder unsere geistigen Flügel. Eine ungewohnte Arbeit in der Scheinwelt, die nur nach dem Maße der Sinne ihre Kräfte bis jetzt benutzte.

Die trainierte Konzentration nach außen, die uns der Alltag im irdischen Leben abforderte, muss durch geistige Sammlung nach innen verklärt werden, die fünf Sinne durch den Geist geadelt sein! Die Sicherheit unserer Hände wird durch die Heilskraft Göttlicher Liebe veredelt. Die Stärke des Intellekts wird durch Göttliche Inspiration verherrlicht. So wird unser Dasein als Einzelindividuum verschlungen vom Göttlichen Leben, in dem sich der Schöpfer-Vater mit aller Geschöpflichkeit vereint. Die vielen Menschen werden Menschheit. Die zahllosen Fremden, Bekannten, Verwandten, die vielen Rassen und Völker werden eine lebendige Kette, eine göttliche Perlenschnur der Unendlichkeit, an der nicht ein Glied fehlen oder schwach sein darf, soll nicht die Kette reißen und die Perlen wertlos verloren gehen im Sumpfe der Zeitlichkeit. Der Einzelne ist nur mit allen, mit dem großen „EINEN“ etwas, ohne der großen  „Eins“ sind wir wertlose Nullen der Schicksalslaune.

Wegwanderer bleiben wir, solange wir noch im Irdischen wandeln. Erst der Rückgekehrte, der  Heimgefundene, ist wieder ein Seiender, weil er im Herzen der Gottheit aus dem einigen Urleben wieder waltet und wirkt. Bis zu dieser stillen Ankunft im Göttlichen wollen wir streben nach bestem Vermögen! Machen wir uns frei von allen Verklemmungen, allen Verwicklungen der Geschöpflichkeit!

Streifen wir ab die Geschaffenheit, damit die Göttlichkeit hinstrebe zu der neuen Liebe, die noch blind wie ein Embryo im Mutterleibe der Scheinwelt rastet. Die Gottheit wird sich da zu uns drängen mit all Ihrer heiligen Kraft. Wir werden hören die Donner, das Rauschen und Brausen und vernehmen das Toben der Kriege Jehovas, bis die letzten Kammern unserer Gefallenheit Luzifer und Adam verlassen und Christus aufgenommen haben.

Beim hochzeitlichen Tische wird Jesus uns den Kelch reichen und das Brot brechen, wir werden Sein göttlich Fleisch und Blut in uns aufnehmen, nicht mehr als Fremde, sondern als unser ureigenstes göttliches Selbst, welches dem träumenden Außenmenschen hilfreich die Hände gereicht.

Auf Golgatha wird das letzte Stäubchen der Geschaffenheit von uns abfallen, bis wir endlich im Grabe lebendig entsteigen und auf dem Berge der Himmelfahrt von der Wolke des Lichtes und der Liebe aufgenommen und entrückt werden in die Göttlichen Bereiche der Liebe, des wahren und einigen Lebens.

Daß dieses Wunder der Vergottung geschehe, jetzt schon in der Willenssehnsucht unseres Herzens, damit Jesus die heimkehrenden Söhne verklären kann, mit der Klarheit, die wir hatten, ehe wir wurden, dazu helfe uns der Vater aller Herrlichkeit. Amen!

 

Karl Dvorak

Schrift Nr. 51