2.

TEXTE

JAKOB- BÖHME-AUSSTELLUNG

IN DER NIKOLAIKIRCHE

EVANGELISCHE KULTURSTIFTUNG GÖRLITZ

HEFT 1

 

 

   

Entspringt doch alle Freude des Menschen aus dem Brunnquell des Herzens

Jakob Böhme, Aurora  

 

"Wem die Tür zum Himmel geöffnet wurde, Jakob Böhme"  

"Eine Lilie blühet über Berg und Tal, in allen Enden der Erden. Wer da suchet der findet." 

Jakob Böhme

 

Böhme und seine Zeit - historische Situation  

"Die Welt meinet, sie stehe jetzt im Flor ..., aber der Geist zeiget mir, daß sie mitten in der Hölle stehe. Denn sie verlässet die Liebe und hanget am Geize, Wucher und Schinderei; es ist keine Barmherzigkeit bei ihr. Ein jeder schreiet: Hätte ich nur Geld! Der Gewaltige sauget dem Niedrigen das Mark aus den Beinen. In Summa: Es ist nur Lügen, Trügen, Morden und Rauben und heißt wohl recht des Teufels Nest oder Wohnhaus."Jakob Böhme, Aurora 20, 11-13  

Jakob Böhmes Leben und Wirken in Görlitz fallen in eine geschichtliche Epoche der Oberlausitz, die durch die einschneidenden Ereignisse des Pönfalls von 1547 und der Angliederung an Sachsen im Jahre 1635 begrenzt wird.

Görlitz und die Oberlausitz erlitten als Folge des Pönfalls von 1547 einen wirtschaftlichen und politischen Ruin. Von dem Zusammenbruch waren der Fernhandel und das Kaufmannskapital besonders betroffen. Mit der Veränderung der europäischen Machterhältnisse hatte die Tuchmacherei als Hauptexportgewerbe der Stadt Görlitz erhebliche Einbuße erfahren, besonders infolge der Türkeninvasion durch den Verlust der Absatzmärkte auf dem Balkan und in Ungarn.

Im sozialen Gefüge waren ebenfalls wesentliche Veränderungen vorgegangen, denn die Spannungen im Bürgertum hatten durch den Pönfall einen Höhepunkt erfahren.

Zug um Zug errang der Adel eine neue Position beim Ausbau der absolutistischen Fürstenmacht.

Die großen politischen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen in Folge der Reformation führten in ganz Europa zu Zweifeln an der bestehenden Weltordnung: Zweifel am gesellschaftlichen System des sich ausbreitenden Absolutismus, Zweifel an Dogmen der

christlichen Konfessionen, Zweifeln an Weltbild und Weltanschauungen.

1598 begann die Gegenreformation in Österreich. Die starken Bemühungen der Oberlausitzer Stände um den Schutz des nur tolerierten protestantischen Bekenntnisses

von 1609 bis 1611 zeigen, wie sehr man hier die Gegenreformation als Machteinbuße und als Verlust an bürgerlicher Freiheit oder adliger Souveränität fürchtete.

Als Ergebnis der allgemeinen politischen Spannungen brach 1618 der Dreißigjährige Krieg aus.

Unter diesen Spannungen inmitten kriegerischer Verwicklungen und dem raschen Wechsel der politischen Verhältnisse gelangten Oberlausitz und Niederlausitz schließlich erblich an Sachsen.  

 

THEMA 1  

Die unstandesgemäße Geistesgröße des Schusters Jakob Böhme  

Die Schusterbank mit Bild: Der Schuster, der nicht bei seinen Leisten blieb, Jakob Böhme Helmut Silbermann   (Abbildung siehe unter 1.)  

"Und derselbe Gott, von dem ich in diesem Buch schreibe, der ist sowohl... im Corpus der heiligen Seele als im Himmel, von diesem nehme ich meine Erkenntnis und von keinem anderen Ding ... und der macht auch die Gewissheit meines Geistes!"Jakob Böhme, Aurora Kap. 11,71

 

 

Jakob Böhmes Wohnhaus am Görlitzer Neiße-Ufer (rotes Haus)  

 

THEMA 2

Der zweifelnde Gottsucher  

Türsymbolik -

zur Bedeutung der Tür als Hauptbestandteil der Jakob - Böhme – Ausstellung

 

Als alltäglicher Gegenstand begegnet uns die Tür in einer Vielfalt, die nur dann bewußt wahrgenommen wird, wenn man eine ganz bestimmte Räumlichkeit sucht.

In der Nikolaikirche begegnen uns Türen, die ihrer eigentlichen Funktion entbunden sind.

Sie präsentieren die handwerkliche Kunst einer vergangenen Zeit und sie sind alle mit dem Namen eines Görlitzer Handwerkers verbunden: dem Schuster Jakob Böhme (1575 - 1624).

Die Tür, nicht als technisches Bauelement verstanden, sondern als Symbol, vermag in einfacher Weise die Botschaft des berühmtesten Bürgers unserer Stadt zu vermitteln.

Jakob Böhmes gesamtes Werk bewegt sich immer wiederkehrend um die Gefährdung der menschlichen Existenz durch das Vorhandensein von

GUT und BÖSE

LICHT und FINSTERNIS

LEBEN und TOD

EWIGKEIT und ZEIT.

 

Auf diese zentrale Frage erhält er eine Antwort, die darin besteht, daß es zu den sich ausschließenden polaren Gegensätzen, zwischen denen der Mensch steht und sich entscheiden muß, noch ein drittes Wirkprinzip gibt, das VERBINDENDE.

Jakob Böhme kann deshalb an einer bestimmten Stelle grundsätzlich Unvereinbares zusammenbringen. Aber wie soll der logische Verstand damit zurechtkommen?

An dieser Stelle der Erklärungsnot kann uns das Symbol TÜR helfen. Sie ist das Verbindende von zwei Gegensätzen: des EINGANGS und des AUSGANGS.

Je nach dem, von welcher Seite man die Tür betritt, ist sie Durchgang zur begrenzenden, schützenden Geborgenheit des INNEREN oder Durchgang zur offenen gefährdeten Weite des ÄUSSEREN. Sie verbindet Kommen und Gehen. Sie ist die Stelle, wo Gegensätze, die sich eigentlich ausschließen, zusammengehören, eine Einheit bilden, wo die widerstreitende Polarität aufgehoben ist.

Für Jakob Böhme ist dieses alles Verbindende, dieses alles Heilende GOTT.

Er ist das allumfassende, unbeschreibliche Prinzip der Hoffnung, welches dem Gottsucher Böhme begegnet ist. Aus dieser Begegnung schöpft er unaufhörlich Botschaft für Botschaft, ohne sich beirren zu lassen, gegen alle Widerstände.

Seine Botschaft ist nicht neu.

In der Bibel, die er 1100 mal zitiert, findet sie Bestätigung zur Genüge.  

Böhme schreibt:

" Was mir zu wissen fehlt, ist nicht die Gelehrsamkeit der Magister. Ich bin ihren Weg suchend nachgegangen. Aber ihre Wege haben mich nur bis vor das Tor geführt!...Dahinter ist die Wahrheit in ihrer Fülle und Pracht verborgen!"  

Das was draußen ist, die Weisheit der Welt, hat Böhmes Sinnfragen nicht beantworten können.

Aber das, was er in seinen Inneren gefunden hat, in seiner Seele, war die Erfüllung.

Lassen wir uns mitnehmen auf einen Weg, den Jakob Böhme gegangen ist und der sich 1624 in unserer Stadt Görlitz vollendet hat.

Vielleicht hat der Görlitzer Schuster, dem die Tür zum Himmel geöffnet wurde, uns Heutigen noch etwas zu sagen.

 

2.1. Eisenbeschlagene Tür 2-teilig  

"Und wenn die bittere Qualität in der vertrockneten süßen Qualität aufsteigt, so kann die Süße nicht sänftigen, dieweil sie vertrocknet ist. Da wütet und tobet die bittere Qualität und wallet in dem Corpus als eine verschmachtete Gift.  Jakob Böhme Aurora 8,87  

"Aber... der sanfte Geist des Herzens, die SANFTMUT, durch die herbe und bittere Qualität fähret und überwindet dieselbe, und ob er gleich und herb und bitter infizieret wird, ... dennoch überwindet er, so er aber wolle freiwillig '" im herben und bitteren Geiste bleibe sitzen und sich lasse fangen und nicht kämpfen, so wäre die Schuld sein." Jakob Böhme 7 2 (7 73/775) Aurora  

2.2. Die ungelebten Gefühle – Kellerschrank mit Perlen Hjördis Kalke, Gerhard Kienz  

"Das edle Perlein liegt in manchem angefochtenen, betrübten Gemüt gar viel näher, als in dem, der da meint, er habs begriffen." Jakob Böhme, Trostbrief von den vier Komplexionen  

Bild: Das Mädchen mit dem Licht Elke Vockerodt  

"Wer nicht völlig unten ist, dem wird auch nichts zuteil, und der empfängt auch nichts... Die höchste Höhe der Erhöhung (liegt) im tiefen Grund der Verdemütigung." ". "Der wahrhaft demütige Mensch braucht Gott nicht zu bitten, er kann Gott gebieten, denn die Höhe der Gottheit hat es auf nichts anderes abgesehen als auf die Tiefe der Demut." Meister Eckhart  

2.3. Augentür, Vorderseite

" ... Zwo offne Pforten. Das sind die Augen, die erste Sinnlichkeit" Jakob Böhme, Aurora 8,40

Bild: Die suchenden Augen Elke Vockerodt

"Ihnen (den Menschen) ist als wenn's immer donnert und wettert ...

1. Die Härtigkeit gebäret hart rauhe, kalte und herbe Qualität.

2. Die Süßigkeit ist verschmachtet, ... da kein Saft mehr im Holze ist, ...

3. Die Bitterkeit ... ist bitter als Gallen.

4. Das Feuer brennt als grimmiger Schwefel.

5. Die Liebe ist eine Feindschaft.

6. Der Schall ist nichts als hart Pochen gleich

einem hohlen Feuerklang als ob es einen Donnerschlag tät.

7. Das Revier des Korpus ist ein Trauerhaus." Jakob Böhme, Aurora 1 0,65

"Aller Augen warten auf dich HERR, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst alles was lebt, nach deinem Gefallen." Psalm 145

"Gleich wie die Sonne in einem Baum oder Kraut lebendigkeit erzeugt, kann des Menschen Geist angezündet und dem Menschen seine lebendigkeit zurückgegeben werden, um ihn wieder recht Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen zu machen." nach Jakob Böhme  

2.4. Augentür, Rückseite  

Fenster sind die Augen des Hauses, die Augen des Menschen sind die Fenster der Seele. Anonym  

Bild: Augenfarben Elke Vockerodt  

 „Die braunen Augen:

Es ist die Sonne, die bräunt auch wenn du meinst, daß die dunklen Schatten in deine Augen fließen. Der Schatten - ist die Gegenwart des Lichts. Er gibt ihm Gestalt und Grenze."    

 

 

„Die blauen Augen: laß die Kraft des Himmels in seiner unendlichen Weite in deine Augen fließen, um aus der Verschlossenheit zur Einheit mit dem Ganzem zu kommen."      

 „Die grünen Augen: laß das Grün des Lebens in deine Augen fließen, um heimisch zu werden in der fremden Welt, die gelebt sein möchte."  nach Jakob Böhme      

2.5. Bild: Die 9. Woge  

Siegfried Kaden, nach einem Gemälde von Iwan Aiwasowski  

Wasser kann Leben erhalten und vernichten. Die Grimmigkeit der 9. Welle läßt die Schiffe bersten und droht noch die letzten überlebenden Schiffbrüchigen zu verschlingen.

„Du ... zerbrichst dem Tode seine Gewalt ... und zeigst uns den Weg des Lebens ...Du erquickest die Elenden. Du tränkest sie in ihrem Durst und gibst ihnen Wasser des ewigen Lebens ...Die dürre Stätte des Herzens und der Seele befeuchtest du mit deinem Regen und gibst ihnen Wasser deiner Barmherzigkeit. Du machst sie mitten im Tod lebendig und richtest sie vor dir auf, daß sie leben."

Jakob Böhme, Vom heiligen Gebet

 

2.6.  Bild: Prima materia                                                                         Siegfried Kaden  

„Prima materia - ist der ungeschiedene Zustand, der unbewußte Inhalt, eine Vision des sich formenden Chaos und der Sehnsucht nach Ordnung, ein Ineinander von Gegensätzen mit der hoffnungsvollen Öffnung zur Quelle des Lichts.“ (anonym)

 

TH EMA 3

Der Erleuchtete  

3.1. Altarflügel mit dem Liliensymbol Kleine Tür mit Öffnung

Gerhard Kienz  

„Wenn du nicht wirst wie ein Kind, so gehst du niemals ein; wo Gottes Kinder sind, die Tür ist viel zu klein.“

Angelus Silesius

 

3.2. Erleuchtungserlebnis  

"Weil ich aber fand, daß in allen Dingen Böses und Gutes war, ... ward ich deswegen ganz melancholisch und sehr betrübt, und keine Schrift konnte mich trösten. ...Als sich aber in solcher Trübsal mein Geist erhob, ... ohne nachzulassen mit der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu ringen, er segne mich denn..., so ist alsbald ... mein Geist durch die Höllen- Pforte bis in die innerste Geburt der Gottheit durchgebrochen und allda mit Liebe umfangen worden wie ein Bräutigam seine liebe Braut umfänget.

Was aber für ein Triumphieren in dem Geiste gewesen ist, kann ich nicht schreiben noch reden, es läßt sich auch mit nichts vergleichen, als nur mit dem, wo mitten im Tode das Leben geboren wird. In diesem Licht hat mein Geist alsbald durch alles gesehen und an allen Kreaturen, an Kraut und Gras Gott erkannt, wer ER, wie ER und was SEIN WILLE sei. Jakob Böhme, Aurora 19

 

3.3. Bild: Die Jakobsleiter

Reproduktion nach W.Blake  

"Mir aber ist die Leiter Jakobs gezeiget, darauf bin ich gestiegen bis in den Himmel und habe meine Ware empfangen, die ich feil habe." Jakob Böhme, Aurora 13,2

 

3.4. Bild: Die empfangenden Hände

Anne Franke  

"Die Lilie, Symbol für das Heilige, Keuschheit, Jungfräulichkeit, Erwählung, Hoffnung, Reinheit, edle Gesinnung, Schönheit - Liebe - Licht." Marianne Beuchert  

 

THEMA4

Der aus der Dunkelheit kommende Verkünder des Lichts  

4.1. Tür mit Holzriegel  

"Der Geist hat lange Zeit bei ihnen (den Gelehrten) angehalten, sie sollen einmal aufschließen, der helle Tag sei vorhanden. So gehen sie ... und suchen den Schlüssel und haben den doch bei sich und kennen ihn nicht ... und suchen wie jener Bauer, der sein Pferd sucht und ritt auch darauf." Jakob Böhme, Aurora 22, 7  

"Sollte ich aber darum dem Geiste wehren, daß er nicht anfange aufzuschließen, wo er wollte. Bin ich aber doch nicht die Tür, sondern ein gemeiner Riegel davor." Jakob Böhme, Aurora 22, 79  

"So ich aber ein unnützer Riegel sein wollte ..., würde nicht der Geist über mir zürnen und mich …. wegwerfen ?“ Jakob Böhme, Aurora 22, 70  

4.2. Skulptur: Die Zweiflerin

 Katrin Jähne  

"Einen Tag lang, einen kurzen, glänzenden Tag lang, war es ihm gelungen, die einfache Kunst zu üben, die jeder Grashalm kann: Einen armen Tag lang, hatte er sich selbst geliebt, und in sich die Welt und Gott und nichts als liebe, Bestätigung und Freude war ihm von überallher entgegengekommen." Herrmann Hesse  

"Die Tür ging hinter mir zu. Das ist das Besondere an dieser Tür, daß sie eine Nummer hat und mit Eisenblech beschlagen ist - das macht sie stolz und unnahbar, denn sie läßt sich auf nichts ein und die inbrünstigsten Gebete rühren sie nicht. Und nun hat man mich mit dem Wesen allein gelassen, nein, nicht nur allein gelassen, sondern eingesperrt hat man mich mit diesem Wesen, vor dem ich am meisten Angst habe. Mit mir selbst." Walfgang Borchert  

"Gott,- aber ich, wär ich allmächtig, sehen Sie, wenn ich so wäre, ich könnte das Leiden nicht ertragen, ich würde retten, retten, retten ..." Georg Büchner  

"Die Welt, die er hatte nutzen wollen, hatte einen ungeheuren Riß, er hatte keinen Haß, keine Liebe, keine Hoffnung, eine schreckliche Leere und doch eine folternde Unruhe, sie auszufüllen. Er hatte NICHTS." Georg Büchner  

Kämpfe (Gott). Für mich sprechen die Nächte, in denen ich wachte; flehte und bat, bis das Auge trocknete in den erstickten Schreien. Selbst der Haß, den ich dann erbrach in einer Flut schmutziger Drohungen. Wie ich dann am Ende stand, wo anfangs ich war, bleich ob meiner Anmaßung und doch halb schon abgewandt und fortgegangen. Aber diese Nächte waren ebenso leer wie die vorangegangenen und all die kommenden sein würden. K.R.  

4.3. Skulptur: Künder - Der Berufene

Katrin Jähne  

Erkenne dich selbst:

"Es kann ein Mensch ... im ganzen Lauf seiner Zeit in dieser Welt nichts vornehmen, daß ihm nützlicher und nötiger sei, als dieses, daß er sich recht lerne kennen.

1. Was er sei?

2. Woraus oder von wem?

3. Wozu er geschaffen worden?

4. Und was sein Amt sei ?"

Jakob Böhme, Von den drei Prinzipien Göttlichen Wesens

 

"Sagt nicht, der Mensch soll sich bessern. Sagt lieber, er soll zurückkehren zu sich selber und sich wissend in die göttliche Ordnung gestalten." Edith Mikeleitis  

(Edith Mikeleitis hat das Buch „Das ewige Bildnis“ geschrieben. Es befasst sich mit dem Lebensweg von Jakob Böhme in beeindruckender Weise. Sie war zuletzt für den Lorber-Verlag in Bietigheim tätig, war Kennerin des gesamten Lorber-Werkes und hat andere Bücher verfasst. Ihr Buch „Der Plan Gottes“ ist noch beim Verlag F. Sluhan, Postfach 1851, 74308 Bietigheim, Tel. 07142-940843, erhältlich. Das Buch „Das ewige Bildnis haben wir nur noch über ein Antiquariat im Internet erhalten. Wir werden es aus diesen Gründen für Interessenten in Kürze abscannen und nachstehend beifügen. Ihr Buch über Richard Wagner / F. Nietzsche wird auszugsweise in dieser Homepage unter dem Abschnitt „Musik“ besprochen)  

 

Werde das, wozu du geschaffen bist:

"Der Baum ist ein Gedanke Gottes. Er spiegelt seine Absicht, wenn es das ist, was er sein soll, nämlich ein Baum, dann verweist er auf seinen Meister ... Die Maulwürfe loben Gott, indem sie in der Erde wühlen. Denn das wollte er von ihnen, so hat er sie gemeint." Herrnhuter Losungsheft 1999  

4.4. Tür Dachboden

Bild: Zwischen Phantasie und Hoffnung

Hjärdis Kalke  

"Der wahre Glaube ... wirkt mit Gott, er ist frei und an keinen Artikel gebunden, als nur an die rechte Liebe; darinnen holet er seine Lebenskraft und Stärke, und lieget nichts am menschlichen Wähnen.

Er ist großmächtig und ist doch die allerniedrigste Demut. Er hat alles und fasset doch nichts mehr als die Sanftmut ..." Jakob Böhme, Von der Menschwerdung Jesu Christi  

 

4.5. Installation: Der unbrauchbare Werkstein

nach Albrecht Dürer; Farbgestaltung: Gerd Buschendorl  

"JESUS, ist der Stein, der von den Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden." Bibel Apg. 4, 11+ 12  

4.6. Tür mit der dunklen und hellen Füllung

Gerd Buschendorl  

"Wie die Welt noch im Finstern war, war der Himmel so hell, und seit die Welt so im Klaren ist, hat sich der Himmel verfinstert." Johann Nesfroy  

4.7. Tür zum Wasser Gerd Buschendorl  

"Es wird alles von dieser Welt vergehen. Die Erde wird verschmelzen, alle Felsen und Elementa, und wird nur das bleiben, das Gott haben wollte, um welchen Willen er diese Welt hat geschaffen." Jakob Böhme, 40 Fragen von der Seele  

4.8. Tür mit Adam und Eva Gerd Buschendorf  

"Du wirst kein Buch finden, da du die göttliche Weisheit könntest mehr inne finden zu forschen, als wenn du auf eine blühende Wiese gehest, da wirst du die wunderliche Kraft Gottes sehen, riechen und schmecken, wie wohl es nur ein Gleichnis ist..." Jakob Böhme, Aurora  

"Zweck der Philosophie ist die Tugend, welche sich nicht - wie die Schule meint - auf dem Gipfel eines steilen, rauhen und unerklimmbaren Berges findet. Wer zu ihr gelangt ist, weiß sie im Gegenteil in einer schönen fruchtbaren, blühenden Ebene angesiedelt." Montaigne  

4.9. Die verhüllte Tür Gerd Buschendorf  

"Das Mysterium Magnum ist das Chaos, daraus Licht und Finsternis als Fundament des Himmels und der Höllen von Ewigkeit geflossen und offenbar worden ist." Jakob Böhme, Clavis 20 und 22  

"Was das Untere ist, das ist auch das Obere, und was ich in der Erden in der Kompaktion finde, das ist auch das Gestirne und gehöret zusammen wie Leib und Seele.“ Jakob Böhme, Mysterium Magnum

 

4.10. Farbkomposition in Streifenform

Gerd Buschendorf

 

"Ich nehme den Himmel zum Zeugen, daß ich allhier verrichte was ich tun muß, denn der Geist treibt mich dazu." Jakob Böhme, Aurora 20,72  

4.11. Tryptichon

Gerd Buschendorf  

"Gekreuzigt wurde der Gottessohn; das ist keine Schande, weil es eine ist, und gestorben ist der Gottessohn; das ist glaubwürdig, weil es ungereimt ist. Und begraben ist er auferstanden, das ist ganz sicher, weil es unmöglich ist." Kirchenvater Terlullian  

4.12. Installation: Sternenstaub-Fenster

Gerd Buschendorf  

Es sind immer zwei Geister im Menschen; ein Geist der Liebe und Einigkeit und der Vernunftgeist, darein sich der Teufel einflechtet. Er (der Mensch) muß (deshalb) den Sterngeist zähmen, der in ihm herrschet; dazu gehört ein nüchternes stilles Gemüt, mit steter Einwendung in Gottes Willen. Denn den Sternquell zu bändigen tut' s keine Weisheit noch Kunst; sondern Mäßigung des Lebens, mit steter Ausgehung aus den Einflüssen. Die Elementa schmeißen ihm immer die Sternensehnsucht in den Willen. Darum ist's nicht so ein leicht Ding, ein Kind Gottes zu werden, es gehört viel ... Mühe und Leiden dazu. Jakob Böhme, Vom irdischen und himmlischen Mysterium  

THEMA 5

Der angefeindete Prophet  

5.1. Der weiße Kanzelaltar  

"Soviel Zeilen sind, soviel Gotteslästerungen sind in des Schusters Büchern zu finden, welche nach nichts als nach... der garstigen sogenannten Schusterschwärze stinken." Schmähschrift des Oberpfarrers Gregar Richter  

"Ihr ... pfuit meine Gaben an, welche ich doch von Gott empfangen habe als ein edles Geschenk, welches mir auch lieber ist als die ganze Welt... weil er mir aber fluchet, so segne ich ihn durch ... unseren Herrn Jesus Christus ... und wünsche ihm, ... daß er mein Bruder ... werde, und ewig bleibe." Jakob Bähme contra Gregar Richter  

"Sein Lästern ist meine Stärke und Wachsen, durch sein Verfolgen ist mein Perlein gewachsen, er hat es herausgepresset und auch selber publizieret, deswegen wünsche ich ihm Gottes Erbarmen." Jakob Bähme contra Gregor Richter

 

THEMA 6

Die verändernde Wirkung des Geschauten - der neue Mensch

6.1. Installation: Seelenspiegel Hjärdis Kalke, Gerhard Kienz

 

 "Also, mein liebes, suchendes und begehrendes Gemüt, betrachte dich selber, suche dich und finde dich selber: du bist Gottes Gleichnis, Bild, Wesen und Eigentum, ...ausgegangen und geschaffen worden aus Gottes Regiment." Jakob Böhme, Vom dreifachen Leben des Menschen  

"Ich meine ja, du bist ein schöner Engel. Wer Liebe in seinem Herzen hat und führet ein barmherziges Leben und streitet wider das Böse ... der ist ein Geist mit Gott." Jakob Böhme, Aurora 22,60  

"Wahrlich keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt." Herrmann Hesse  

"Andere kann nur trösten, wer selbst getröstet ist“ E. Dreisbach  

"Habe das Schicksal lieb. Es ist der Gang Gottes durch deine Seele." Thomas von Aquin  

"Ein jeder Mensch trägt in dieser Welt Himmel und Hölle in sich. Welche Eigenschaft er erweckt ... dessen Feuer ist die Seele fähig." Jakob Böhme, Von sechs theosophischen Punkten  

"Merket dies, ihr Eltern, ihr sammelt euren Kindern Geld; sammelt ihnen gute Seelen, es ist ihnen nötiger." Jakob Böhme, 40 Fragen von der Seele  

"Alle Traurigkeit und Furcht, da sich der Mensch in sich selber entsetzt und fürchtet; ist von der Seele." Jakob Böhme, Vier Komplexionen  

"Denn ein Mensch kann sich nur soweit einem anderen öffnen, als dieser Raum hat, ihn aufzunehmen." Edith Mikeleitis  

"Die bittere Quelle kann durch nichts besser gestillt werden, als durch die Liebe." noch Jakob Böhme  

"Die Seele ist aus Gott ... ausgegangen und geht im Sterben des Leibes wieder in Gott... sie ist im Worte das Wesen und im Willen das Tun“ Jakob Böhme, 40 Fragen von der Seele

 

6.2. Installation: Die philosophische Kugel

Siegfried Kaden  

"Du hast in deiner Seele zwey Augen, die sind rücklings aneinandergesetzt; eines sieht in die Ewigkeit und das andere hinter sich in die Natur.“ Jakob Böhme, 40 Fragen von der Seele  

"Wem Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, der ist befreit von allem Streit." Jakob Böhme

 

6.3. Installation: Perlenlabyrinth

Siegfried Kaden  

"Wie diese Perle im kupfernen Kanal. Einmal auf die Bahn geschickt, eilt sie auf ihrem Weg zum Grund der Reise. Sie wird gezogen, lässt sich fallen, läßt sich korrigieren, nicht lautlos, sondern geräuschvoll und klingend, wie eine vertrauliche Frage nach dem WARUM ohne Grimm, auf den Sinn und das Ziel vertrauend.

Ihr Ziel zieht sie an, die Bahn ist nicht ihre Bleibe. Lasse die Perle deiner Seele nicht zu einem Ende gelangen, das ihrer Bestimmung widerstrebt ." Gerhard Kienz  

"Die meisten Menschen sind ... wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andere aber sind ... wie Sterne, sie gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn." Herrmann Hesse

 

6.4. Bild: Die Baumfrau Elke Vockerodt

 

"Das Gemüt hält die Waage, und die Sinne laden in die Schalen ein. Nun denke, was du einladest durch deine Sinne, du hast das Reich des Himmels in deiner Gewalt ... du hast das höllische Reich am Zügel. Nun siehe, was du in dein Gemüt, ... in die Schalen legest, das wirst du in dir selber ernten."

Jakob Böhme, Von den drei Prinzipien Göttlichen Wesens  

"Man hat ein Gefühl von dem, was man sein sollte und was man sein könnte, von dieser Ahnung abzuweichen bedeutet Abweg, Irrtum, Krankheit." C.G. Jung

 

6.5. Bild: Mann mit der goldenen Krone

Christian Wünsche  

"Es ist in dir, und so du magst eine Stunde schweigen von allem deinen Wollen und Sinnen, so wirst du unaussprechliche Worte Gottes hören."

Jakab Böhme, Von der neuen Wiedergeburt  

6.6. Bild: Zwei Ansichten Christian Wünsche  

"Also wisset, daß die Tinktur im Manne schon etwas anderes ist als In Frauen, denn die Tinktur im Manne geht aus dem Limbo (Urstoff, geistiger Himmel, Zeugungskraft). Und die Tinktur in den Frauen geht aus der Matrix (das Mütterliche, Empfangende)." Jakob Böhme, Von den drei Prinzipien Göttlichen Wesens

 

6.7. Der grüne Kanzelaltar

Altarausmalung Gerd Buschendorf  

"Der Heilige aber hat seine Kirche an allen Orten bei sich und in sich; denn er stehet und gehet, er liegt oder sitzt ... (so) ist er im Tempel Christi. Der Heilige Geist predigt ihm aus allen Kreaturen; alles was er ansiehet, da siehet er einen Prediger Gottes" Jakob Böhme, von der Wiedergeburl

 

6.8. Bild: Quelle des Vogels

Siegbert Hahn  

"Sehet an ein Gleichnis:

Wenn ein Kraut nicht Saft hat, so verbrennet's der Sonnenstrahl; hat's aber Saft, so erwärmet es der Sonnenstrahl, davon er wächset: also auch im Leben ... des Menschen. Hat dasselbe nicht ... von Gottes Sanftmut und Liebe ...; so impresset sich's in eine grimmige feurige Schärfe, daß das Gemüt ganz rauh ... geizig, neidisch und stachlig wird; und solcher falscher ... Wille gehet auch hernach ... in alle seine Wesen und Werke." Jakob Böhme, Theoscopia

 

6.9. Bild: Im Schutz der Erde  

Siegbert Hahn

"Tiere wissen nicht was Mitleid ist ... Der Menschengeist hat das Vermögen des Mitleids. Er kennt nicht nur seine eigene Angst, sondern er fühlt auch die Angst und das Weh von Menschen und Tieren um sich herum und kann die Qual bannen." Alberl Schweizer, Ehrfurcht vor dem Leben  

 

6.10. Installation: Gewichte der Turmuhr Dorfkirche Deutsch – Ossig  

"Gegenüber der Ewigkeit ist die Lebenszeit wie Nichts, aber was du mit Wohlwollen und Wohltun wirkst, in der Zeit, ist ein ewiger Schatz, auf dem Tisch Gottes liegend." nach Jakob Böhme, Drei Prinzipien Göttlichen Wesens

 

6.11. Bild: Geborgen für alle Zeit

Alfred Joschko  

"Wenn man versteht und fühlt, daß man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, ändern sich Wünsche und Einstellungen. Letzten Endes gibt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan." C. G. Jung, Erinnerungen

 

6.12. Bild: Engelhaftes Wesen

Gerd Buschendorl  

,,So aber die Seele ... sich ins Licht erhebt, in die Sanftmütigkeit und Demütigkeit, und nicht in ihre starke Feuersmacht ... und holt ihre Kraft, Leben und Stärke aus dem Wort Gottes ..., und nicht aus ihrer eigenen ursprünglichen, grimmigen Quell... So ist sie ein Engel und Gottes Kind ... und von diesem hat sie Macht zu reden, denn es ist ihr eigenes Wesen." Jakob Böhme, Von Drei Prinzipien Göttlichen Wesens

 

THEMA 7

Jakob Böhmes Ende - Ein seliger Anfang  

7.1. Installation mit Pesttor: Tod und Ewigkeit

Petra Kola, Ursula Behre  

"Der Tod ist nur eine Einziehung des Lebens ...wie das Einatmen Gottes, damit er sein Geschöpf zurücknimmt in sich selber ..." Edlth Mikeleitis  

"Also ist der grimmige Tod eine Wurzel des Lebens. Und allhier, ihr Menschen, bedenket euren Tod und auch Christi Tod, der uns wieder aus dem Sterben durch das Feuer Gottes erboren hat. Denn aus dem Sterben wird das freie Leben geboren. Was vom Sterben kann ausgehen, das ist vom Tode und der grimmigen Qual erlöset." Jakob Böhme, Von sechs theosophischen Punkten

 

7.2. Bild: Das letzte Tor

Siegbert Hahn  

"Die Seele spricht: Nun sei dir, 0 großer Gott, in deiner Kraft und Süßigkeit Lob, Dank, Preis und Ehr, dass du mich von dem Treiben der Angst erlöst hast ... Dank sei dir, daß du den Tod in mir zum Leben gemacht hast, ... jetzt empfinde ich deine verheißende Wahrheit."

Jakob Böhme, Von wahrer Buße  

 

7.3. Bild: Die vergangene Zeit

Siegbert Hahn  

"Gott ist ein einiger Geist, er kommt allen seinen Wesen zu Hilfe, im Feuer und im Wasser, er ist kein Verderber, sondern ein Erhalter seines Wesens. Was an dem Ewigen ist, das kann nicht verderben, es verändert sich nur in einen anderen Quell. Darum will Gott eine jede Kreatur in dem Quell haben, darin er sie erschaffen hat, auf daß sein ewiger Wille bestehe und nicht zerbrochen werde.“

Jakob Böhme, Vom Dreifachen leben des Menschen  

"Gott, ich bitte von dir nicht Gesundheit, nicht Krankheit, nicht Leben, nicht Tod, sondern daß du über mein Leben verfügst zu deiner Ehre.“ Paracelsus

 

7.4. Bild: Zwei Tore

Siegbert Hahn  

"Wir sind doch allhier in diesem Leben nur Fremde und Gäste und dazu Pilgersleute, die alle Stunden müssen warten, wenn sich dieses Leben endet.“ Jakob Böhme, Vom dreifachen Leben des Menschen  

"Der Jünger sprach: Wie mag ich dann den nächsten Weg zu ihr (der Liebe) finden? Der Meister sprach: Wo der Weg am härtesten ist, da gehe hin, und was die Welt wegwirft, des nimm dich an; und was sie tut, das tue du nicht: .,. so kommst du den nächsten Weg zu ihr.“  Jakob Böhme, Vom übersinnlichen Leben  

 

7.5. Installation: Grabgitter mit Stein  

"Der äußere Wandel bleibt in dieser Welt, aber was das Herz fasset... nimmt der Mensch mit." Jakob Böhme, Vom dreifachen Leben des Menschen

 

THEMA 8  

Jakob-Böhme-Verehrung  

8. 1. Fotos: Jakob-Böhme-Gedenkstätten in Görlitz und Zgorzelec

Ursula Lachmann

 

8. 2. Fotos: Bäume im Stadtpark Görlitz - Baumstrukturen

Ursula Lachmann

 

8. 3. Fotocollagen zu Jakob Böhme

Ursula Lachmann  

"Siehe, du blinder Mensch, ich will dirs zeigen; gehe auf eine Wiese. Tue deine Augen auf und gehe zu einem Baum und siehe den an und besinne dich!" Jakob Böhme, Aurora 9,32  

„lm Wasser lebt der Fisch, die Pflanze in der Erden, der Vogel in der Luft, die Sonn' am Firmament. Der Salamander muß im Feu'r erhalten werden, und Gottes Herz ist Jakob Böhmes Element." Angelus Silesius –  

 

Die Nachwelt über Böhme

 

Jakob Böhme ist nicht nur schwer zu lesen, so wie etwa Kant in vielen Kapiteln schwer zu lesen ist. Er ist überhaupt nicht zu lesen, wenn die Einstellung fehlt. Am schwersten kommt der gebildete Vielleser in ihn hinein. Seine Lektüre erfordert, könnte man sagen, gerade diese Lebens-Vorbedingungen wie das mystische Erlebnis selber. - Sie fordert ein vorhergehendes "Leerwerden"; eine völlig freie Aufmerksamkeit und Seelenstille. In den Stunden, wo diese uns fehlt, spricht Böhme nicht zu uns, ist er uns tot und öde, denn der Neugierde und dem bloßen intellektuellen Spielbetrieb gibt er nichts. Aber in Stunden, wo wir reif für ihn sind, sehen wir in seinem mystischen Abbilde der Welt die Sterne kreisen und ordnen uns in seinem Kosmos lebendig mit ein. Die Böhmesche Tradition, einst in Novalis und namentlich in Franz Baader bei den Geistigsten in Deutschland tief lebendig, hat sich fast nur noch in abgeschlossenen, pietistischen Kreisen, fern vom Geistesleben der Zeit, erhalten. Nun scheint ihr ein neuer Tag zu dämmern. Herrmann Hesse  

Man kann nicht umhin, von Böhme zu sagen, er sei eine Wundererscheinung in der Geschichte der Menschheit, und besonders in der Geschichte des deutschen Geistes. Könnte man je vergessen, welcher Schatz von natürlicher Geistes- und Herzenstiefe in der deutschen Nation liegt, so dürfte man sich nur an ihn erinnern. F. W.J. Schelling  

Die Grundidee bei ihm (dem ersten deutschen Philosophen) ist das Streben, alles in einer absoluten Einheit zu erhalten - die absolute göttliche Einheit und die Vereinigung aller Gegensätze in Gott ... Ein Hauptgedanke ist, daß das Universum ein göttliches Leben und Offenbarung Gottes in allen Dingen ist - näher; daß aus dem einen Wesen Gottes, dem Inbegriff aller Kraft und Qualität, der Sohn ewig geboren wird, der in jenen Kräften leuchtet; die innere Einheit dieses Lichts mit der Substanz der Kräfte ist der Geist. G. W. F. Hegel

Du wirst das Reich verkünden, daß tausend Jahre soll bestehn, wirst überschwenglich Wesen finden, und Jakob Böhme Wiedersehn. Novalis