Antwort (1.Teil)

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Lothar Bross [mailto:a.u.l.bross@onlinehome.de]
Gesendet: Dienstag, 19. November 2002 05:15
An: jakob-lorber@yahoogroups.com
Betreff: AW: AW: [jakob-lorber] Materie - Substanz - Essenz

Lieber Heinz, lieber Udo,
 
ich möchte mich zunächst auf Dr. Walter Lutz beziehen, der in seinem Buch "Die Grundfragen des Lebens"  einen Abschniit dem Himmelreich gewidmet hat.Ich füge ihn als Anhang bei.
Nach meiner Auffassung hat Karl Dvorak tiefer gesehen. Wählt bitte in den www.lebensstufen.de unter "Vorträge" und "Seminar in Obertraun" den Abschnitt mit der Überschrift "Stufen der Wiedergeburt" . Unter 7. wird   gahandelt von:   "Die göttliche Wiedergeburt" ( )
Diese Stufe hat Dr. W. Lutz nicht behandelt. Ich werde hierauf in meinem nächsten Mail zurückkommen.
Mit herzlichem Gruß
Lothar
 
Anhang:
 

Aus „Die Grundfragen des Lebens“ von Dr. Walter Lutz (Lorber-Verlag, Bietigheim)

(S 522 -535)

 

Das Himmelreich  

Der durch die Wiedergeburt erlangte geistige Vollendungsstand des Menschen heißt das "Himmelreich". Und ein solcher Himmelsbürger heißt, zum Unterschied von den noch nocht durchs irdische Menschenleben gegangenen reinen Urgeistern oder geschaffenen Engeln, ein "gewordener Engel".

Räumlich erheben sich diese geläuterten Wesen entsprechend ihrem geistigen Aufstieg aus der Luftregion der Weltkörper in die reinen Ätherräume, die ihre lichten Wohnungen bilden. Aber in ihrer nunmehr unbeschränkten Willensfreiheit können sie sich im Dienste der ewigen Liebe auch in jede beliebige tiefere Sphäre begeben. (Gr. Ev., Bd. 7, Kap. 169, 9)  

Der Himmel - in drei Stufen  

"Auch im schon vollendeten Leben gibt es jedoch noch gewaltige Unterschiede. Denn ein Leben, das sich erst jüngst zu erkennen angefangen hat, kann offenbar nicht so mächtig sein wie ein Leben, das sich schon seit langem in aller Fülle und Tiefe der hellsten Wahrheit nach erkannt und ergriffen hat." (Gr. Ev., Bd. 3, Kap. 32, 7)

So gibt es denn auch in den Himmeln drei Stufen, welche in den Schriften der Neuoffenbarung genannt werden: der Weisheitshimmel, der Liebe-Weisheitshimmel und der (allerhömste) Liebehimmel.

"So ein Mensch Mein Wort hört und aufnimmt in die Tiefe seines Herzens, und dort lebendig verstanden wird - der ist gleich einem guten Acker, in den der Same fällt und bringt je nach dem Willen und der Kraft des Menschen bald hundertfache, bald sechzigfache und bald dreißigfache Frucht an guten Werken. Und da ist hunderfach, der alles für Mich tut, und sechzigfach, der vieles für Mich tut, und dreißigfach, der einen guten Teil für Mich tut. - Also aber sind der Himmel in Meinem Reiche drei: der oberste für die hundertfache Frucht, der untere für die sechzigfache und der unterste für die dreißigfache Frucht."  ( Gr. Ev., Bd. 1, Kap. 191, 16 ff.; vergi. Bd. 4, Kap. 152, 14, Kap. 247, 9; Rob. Blum, Bd. 2, Kap. 243, 9; Kap. 283, 12 ff=  

Der unterste oder Weisheitshimmel  

In den untersten oder" Weisheitshimmel", kommen die Seelen des ersten Lebensvollendungsgrades, bei welchen das Verständlich-Erkenntnismäßige, der reine Glaube, noch vor der (zwar vorhandenen, aber noch nicht voll erstarkten) himmlischen Liebe und Barmherzigkeit obwaltet.

Über diesen ersten Grad der Lebensvollendung sagt der Herr: "Wer durch den festen und lebendigen Glauben, durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten und durch die ungezweifelte Hoffnung (auf ein ewiges, seliges Leben) alle die argen Leidenschaften seines Fleisches (d. h. der fleischlich gesinnten Seelenelemente) bekämpfen kann und sonach völlig Herr über sich geworden ist, befindet sich eben dadurch im ersten Grade der wahren inneren Lebensvollendung, obwohl es da noch zu öfteren Malen an allerlei Versuchungen keinen Mangel haben wird, welche die Seele zur Begehung einer oder der andern leimten Sünde reizen werden." (Gr. Ev., Bd. 7, 'Kap. 155, 6)

Die Bewohner des Weisheitshimmels, ob sie nun noch im Erdenkleide oder in der geistigen Welt leben, sind also auf Grund ihrer Glaubenserkenntnisse sittlich rein und selbstbeherrscht. Aber diesen oft puritanisch strengen "Glaubensgerechten" fehlt doch noch die wahre, allein zum Vater in Jesus strebende und jedes Mitgeschöpf werktätig umfassende Liebe und Barmherzigkeit, der siebente Gottesgeist. In ihren Xtherwohnwelten herrsmt daher zwar die größte Herrlichkeit und Pracht. Hier gibt es Landschaften, Paläste und Tempel von unerhörter Großartigkeit und Schönheit. Und diese Seelen befinden sich ihrer Lebensvollendung gemäß auch in einem entsprechend erhabenen Seligkeitsgrade, der sich in einer ausgedehnten Erkenntnis und Weisheit bekundet.

"Solch eine Seele", sagt der Herr, "kann sowohl diese Erde, als auch den Mond, die Sonne, alle die andern, um diese Sonne kreisenden Planeten oder Erden und auch die andern Sonnen in einer oder mehreren Hülsengloben auf das genaueste durchschauen und sich an ihrer wunderbaren Gestaltung und Einrichtung im höchsten Grade ergötzen' und darin die wahre und höchste Freude an der Liebe, Weisheit und Macht Gottes haben."

»Und doch", fügt der Herr hinzu, »ist diese Eigenschaft als ein minderer Grad der eigentlichen großen Seligkeit anzusehen, weil das allein eine vollendete Seele mit der Zeit ebenso langweilen wird, wie es einen Menschen langweilen würde, wenn er eine noch so schöne Landschaft hundert Jahre fort und fort betrachten und bewundern müßte." (Gr. Ev., Bd. 7, Kap. 66,15 und 67,1)  

Calvinisten im Weisheitshimmel  

Das Wesen und Leben solcher Bewohner des Weisheitshimmels wird in dem Lorberwerk ,Die geistige Sonne' (Bd. 1, Kap. 41-45) geschildert. Wir lesen da nach einem Blick in eine dieser großartigen himmlischen Landschaften:

»Sehet, in diesem vor uns stehenden Palast wohnen Christgläubige aus der Sekte der Calviner. Drei unter ihnen waren auf der Welt reich; diese sind aber hier eben nicht die reichsten, sondern gehören mehr zu der dienenden Klasse. Die ersten beiden aber, die ihr am Tore dort erschaut, waren gar armselig auf der Erde. Er war ein Alpenhirte in der Schweiz, und sie war ebenfalls eine unansehnlichste Kuhmagd. Mit der Zeit lernte dieser fromme Hirte die guten christlichen Eigenschaften der Magd kennen und hat diese dann nach seiner Konfession zum Weibe genommen. - Dieses Paar lebte überaus züchtig bis zur letzten Stunde miteinander. Sie hatten auch etliche Kinder. Diese erzogen sie streng nach ihrer christlichen Konfession, und dieser (gute Ehe- und Familien-) Grund ward dann durch fünf Glieder treu beobachtet. - Und so seht ihr hier, was selten der Fall ist, eine selige blutsverwandte Familie von Eltern, Kindern und Kindeskindern. Das vorige Paar ist somit das Urgroßelternpaar der ganzen Familie. -

Die drei Geringeren dieser Gesellschaft sind zwar auch Verwandte dieser Familie. Aber sie sind von solcher Art, welche sich durch irdische Glücksumstände weltlich emporgehoben haben und dadurch zu ansehnlich reichen Menschen geworden sind. Durch solchen irdischen Reichturn und irdisches Ansehen haben sie auf der Welt auch viele Vorteile und Bequemlichkeiten genossen, welche den arm gebliebenen Familienmitgliedern fremd geblieben sind. Darum müssen sie hier dafür so manches entbehren, was nun die ärmeren Familienmitglieder im vollsten Maße genießen können. Dessenungeachtet sind sie hier dennoch unaussprechlich glücklich, weil sie ihr weltliches Ansehen und ihren Reichtum meist zu guten Zwecken verwendet haben.

Wir wollen aber den beiden ersten einen kleinen Besuch abstatten, damit ihr ein wenig erkennet, welches Geistes sie sind. Seht, sie haben uns schon erblickt und eilen uns entgegen. Aber sie halten nun plötzlich inne. Was mag wohl die Ursache sein? Sie wittern noch etwas Sinnliches in euch, daher wollen sie abwarten, dass wir zu ihnen kommen. - Nun sehet, wir sind bei ihnen, und der überaus schöne Mann empfängt uns mit folgenden Worten: ,Seid mir gegrüßt in der Reinheit des Wortes des Herrn! Darf ich, der unterste Knecht dieser Wohnung euch fragen, welch ein reiner und guter Sinn euch hierher geführt hat?'

Da ihr hier nicht zu reden vermöget, so muß schon ich an eurer Statt das Wort führen.. ,Lieber Freund! Deine Frage ist recht und billig und der Ton deiner Rede ist voll reiner Weisheit der Himmel; aber siehe, eines mangelt deinen Worten, und dieses Eine ist die Liebe! Du bist zwar herrlich bestellt in deiner Haushaltung, und deiner reinen Weisheit entstammt dein ganzes Besitztum. Aber ein Sandkörnchen im Reiche der Liebe des Herrn wiegt schon unendlichfach alle diese Herrlichkeit auf! - Siehe, diese da mit mir sind Schüler der Liebe, und ich bin ihnen nun aus der allerhöchsten Liebe ein Führer im Namen des Herrn. Von diesem Gesichtspunkte aus erkenne und erfasse uns! - Siehe, Reinheit der Sitten ist eine herrliche Tugend und der Gerechte ist ein Freund des Herrn. Aber so einer da ist ein Sünder und tut Buße aus Liebe zum Herrn, der ist Ihm angenehmer denn neunundneunzig solche, wie du einer bist in aller Reinheit deiner Sitten, der da nie der Buße bedurft hat.

Und du, reines Weib dieses reinen Mannes! Wahrlich, wie ein reinster Stern war dein Lebenswandel, und eine nie gebrochene Keuschheit war dein Weg in dieses herrliche Reich! Aber siehe, im ewigen Morgen wohnen gar viele deines Geschlechtes, welche gar oft wider ihr Fleisch gesündigt haben. Diese Sünderinnen haben ihre Schuld erkannt, demütigten sich reuigst vor dem Herrn und erbrannten dann in großer Liebe zu Ihm so sehr, daß sie nichts anderes suchten, als nur so viel Gnade von Ihm, daß Er sich ihrer erbarmen und sie nach dem Tode aufnehmen möchte zu den allergeringsten unter denen, die sich seiner unendlichen Erbarmung zu erfreuen hätten! Solche wohnen nun allerseligst in der beständigen Gesellschaft des Herrn im ewigen Morgen! Wahrlich herrlich und überaus prachtvoll ist alles hier; aber eine allergeringste Strohhütte im Reiche, da der Herr wohnt, steht unendlichmal höher denn alle diese Pracht.'" (Geistige Sonne, Bd. '1, Kap. 44, S. 230-232)  

Der Weg in die höheren Himmel  

Was den Bewohnern der untersten Himmelssphäre, des Weisheitshimmels, fehlt, geht aus diesen Worten des Führers in dieser Szene klar hervor: es ist die alleinige, demutsvolle und innigste Liebe zum Vater in Jesus. Es heißt daher in unserer Schilderung weiter:

Nun sehet, wie dieses Paar sich auf die Brust schlägt. Und beide sprechen einstimmig: »0 mächtige Freunde des Herrn, ihr habt uns mit wenigen Worten Unendliches gesagt! Wir haben es wohl gar lange schon geahnt, daß es noch etwas Höheres und Erhabeneres geben müsse als dieses da. Aber wir wußten keinen Ausweg, denn unsere Weisheit wußte sich hier das Erhabenste zu schaffen. Jetzt aber wissen wir, daß alles nur eine Zulassung war, damit wir daraus stets mehr die Liebe hätten erkennen sollen. Sage uns daher, was wir tun sollen, um nur eines Tropfens der eigentlichen Grundliebe gewürdiget zu werden!"

Nun sagt der Führer zu ihnen: »Lieber Freund und du, liebe Freundin, habt ihr nie gehört, was da der Herr gesprochen hat zum reichen Jüngling: ,Gib alles hintan und folge Mir nach!'? Habt ihr ferner nicht gelesen die Stelle im Buche, wo der Herr einen ewig gültigen Vergleich aufgestellt hat: als zu gleicher Zeit vorne im Tempel ein gerechter Pharisäer dem Herrn seine Werke, vollkommen nach dem Gesetze Mosis, vortrug, während im tiefen Hintergrund ein armer Sünder an seine Brust schlug und sprach-: ,0 Herr! Ich bin nicht würdig meine Augen zu erheben zu deinem Heiligtum!' Welchen hat der Herr hier gerechtfertigt? - Ihr saget: ,Den demütigen Sünder!'

Sehet, aus diesem könnt ihr leicht den eigentlichen Weg zum Herrn finden! Tuet auch ihr so! Denn das Wort des Herrn hat auch in den Himmeln volle Geltung in alle Ewigkeit! - Seht ferner: Vor Ihm gibt es nichts Reines und nichts Gerechtes, denn Er allein ist rein, gut und barmherzig! Haltet euch nicht für vollkommen, sondern tut, was der Sünder im Tempel tat und was da tat ein euch wohlbekannter Mitgekreuzigter des Herrn. So werdet ihr dann erst die wahre Rechtfertigung finden, welches ist die alleinige Liebe zum Herrn. Werdet vollkommen arm, damit ihr reich werdet in der Liebe des Herrn!" (Geist. Sonne, Bd. 1, Kap. 44, S. 232 ff.)  

Der zweite oder Liebe- Weisheitshimmel  

In die zweite Himmelssphäre, genannt "Liebe-Weisheitshimmel", gelangen diejenigen Seelen, welche in tiefster Demut und von ganzem Herzen die alleinige  Liebe zum Herrn zum Gegenstand ihres Strebens und Lebens machen wollen. Diesen zweiten Grad der Lebensvollendung kennzeichnet der Herr mit den Worten:

"Versteht ein Mensch (im Diesseits oder im Jenseits) nun auch mit allen seinen Sinnen einen festen Bund dahin zu schließen, daß sie sich von allen irdischen Anreizungen abwenden und sich ganz allein nur dem geistigen Wesen zukehren, so ist das schon ein sicheres und lebenslichtvolles Zeichen, daß der innere Geist aus Gott die Seele ganz durchdrungen hat. In diesem zweiten Grade der inneren Lebensvollendung wird dem Menschen auch jene Stärke und Lebensfreiheit zu eigen, daß er, weil seine Seele ganz von Gottes Willen erfüllt ist, nur nach diesem handeln und so keine Sünde mehr begehen kann, da all sein Tun von der wahren Weisheit aus Gott geleitet wird." (Gr. Ev., Bd. 7, Kap.1SS, 7-8)

Entsprechend erhöht sich in solchem Falle dann auch die Seligkeit eines solchen Himmelsbürgers. Diese liegt nicht mehr, wie im Weisheitshimmel, hauptsächlich auf dem Gebiete der Erkenntnis, sondern auf dem Tätigkeitsfelde. Sie "besteht darin, daß die Seele nun auch mit der wahrhaft göttlichen Schöpferkraft ausgerüstet ist und aus göttlicher Weisheit alles bewirken kann, was Gott selbst hervorbringt." (Gr. Ev., Bd. 7, Kap. 67, 2)

Die geistigen Wohnwelten dieser Seelen in den Ätherräumen des Liebe-Weisheitshimmels sind überaus schlicht und einfach, aber dafür um so anmutiger und inniger. In dem Buch ,Die geistige Sonne' wird die Gestaltung dieser Sphäre mit einem endlosen, lieblichen Hügellande verglichen, mit Wohnungen ähnlich den schmucken, niederen Alpenhäuschen der Schweiz. Die Himmelswanderer in unserem Buch, welche dies alles schauen dürfen, sagen: "Ja ja, fürwahr, es sieht wirklich so aus! Es ist zwar ein großer Abstand zwischen solch einem Häuschen und einem Palast oder gar einer großen Stadt dort unten in der früheren  (Weisheits-)Ebene, aber dessenungeachtet möchten wir es lieber bewohnen als einen solchen Palast." (Geist. Sonne, Bd. 1, Kap. 46, 1)

Die Bewohner dieser Sphäre sind nicht mehr damit beschäftigt, sich selbst eine große, erhaben schöne Wohnwelt zu schaffen und erkenntnismäßig die Schöpfungswerke Gottes zu erforschen - ihr Leben richtet sich immer mehr und immer ausschließlicher auf die Liebetätigkeit, das heißt auf die Mitwirkung am großen Werke der Erlösung der noch im Banne der Materie harrenden Seelen. Es ist eine harte Arbeit, und unsere Himmelswanderer in dem Buche ,Die geistige Sonne' sehen sie in allerlei landwirtscl1aftlicl1em Geräte der "Alpenhäuschen" entsprechungsweise angedeutet. Aber allein durch dieses vollkommen demütige und selbstlose Tätigsein in der Liebe kann es geschehen, daß der Vater in Jesus selbst zuweilen» wesenhaft gestaltlich" in diese Sphäre kommt, die nach Ihm am heißest verlangenden Seelen besucht und die vollgereiften mit sich in die allerhöchste Himmelssphäre geleitet. (Vergl. Geist. Sonne, Bd. 2, Kap. 1-3)  

Im höchsten oder Liebehimmel  

In die allerhöchste und seligste Sphäre kommen die Wesen des dritten und höchsten Grades der inneren Lebensvollendung.

»Dieser Grad besteht darin, daß der vollendete Mensch - wohlwissend, daß er nun als ein Herr der ganzen Natur ohne Sünde tun kann, was er nur immer will - dennoch seine Willenskraft und Macht demütig im Zaume hält und bei all seinem Tun aus reinster Liebe zu Gott nicht eher etwas tut, als bis er unmittelbar von Gott aus dazu beordert wird - was für den vollendeten Herrn der Natur auch noch eine recht starke Aufgabe ist, weil er in seiner vollen Weisheit erkennt, daß er nach dem in ihm selbst wohnenden Willen aus Gott nur recht handeln kann. Doch ein noch tiefer gehender Geist erkennt auch, daß zwischen dem sonderheitlichen Willen Gottes in ihm und dem freiesten und endlos allgemeinsten Willen in Gott selbst doch noch ein großer Unterschied besteht. Deshalb ordnet er dann seinen sonderheitlichen Willen ganz dem allgemeinen göttlichen Willen vollkommen unter und tut nur dann etwas aus eigener Kraft, wenn er dazu unmittelbar von dem alleinigen eigensten Willen in Gott beordert wird.

Wer das tut, der ist in sich zur innersten und allerhöchsten Lebensvollendung gelangt, welche da ist die Lebensvollendung im dritten Grade. Wer diese erlangt, der ist auch völlig eins mit Gott und besitzt gleich Gott die höchste Gewalt über alles im Himmel und auf Erden, und niemand kann sie ihm ewig mehr nehmen." (Gr. Ev., Bd. 7, Kap. 155, 12-14)

Die endlose und allerhöchste Seligkeit einer solchen vollendetsten Seele besteht darin, daß sie Gott, den alleinigen Schöpfer und Herrn der Unendlichkeit, als ihren höchsten Lebensfreund in der Gestalt Jesu fort und fort um sich hat, Ihn als ihren himmlischen Vater über alles und ohne alle Grenzen lieben darf und mit Ihm die ganze geistige und materielle Schöpfung in jedem Augenblick. Überschauen kann und endlich, so mit Gott durch die Liebe völlig vereint, sich in der vollsten göttlichen Freiheit befindet. (Gr. Ev., Bd. 7, Kap .67, 4)  

Die "Goldene Stadt" und die "Gnadensonne"  

Diese höchste Himmelssphäre, in den Neuoffenbarungsschriften »Liebehimmel" genannt, heißt in der Schrift bekanntlich »die große Stadt von lauterem Golde", oder »das heilige, himmlische Jerusalem".

Diese Sphäre völlig zu begreifen, liegt, solange wir selbst nicht geistig vollendet sind, nicht in unserem Vermögen. Wie in der Offenbarung des Johannes (Kap. 21, 10) nur sinnbildliche Entsprechungen in irdischen Vorstellungen gegeben werden konnten, so bieten auch die Neuoffenbarungsschriften von dieser Stätte der Seligkeit nur bildliche Vorstellungen in irdischer Sprache. Auch hier wird von großer, wahrhaft göttlicher Herrlichkeit gesprochen. (Geist. Sonne, Bd. 1, Kap. 61, S. 320; Bd. 2, Kap. 6 ff.; Rob. Blum, Bd. 2, Kap. 284, 7 ff.)

"In der Mitte über der Stadt ist die "herrlichste Sonne aller Sonnen", die Gnadensonne, deren Licht viel heller strahlt als das der irdischen Natursonne, aber dabei dennoch so lieblich anzusehen ist wie das Licht des schönsten Morgensternes".(Rob. Blum, Bd. 2, Kap. 284, 7 ff.)

Dort in diesem für alle Wesen unzugänglichen Licht der Gnadensonne wohnt das göttliche Ur-Grundwesen, d. h. das Urmamtzentrum Gottes, der" Vater", als der allervollkommenste Urgeistmensch in der Hülle der verklärten, für alle Zeit mit dem Vater zu einer Person vereinten Jesuseele.(   über das Verhältnis zwischen dem Vater-Gottesgeiste und der Jesusseele sagt der Herr: "Der Mich gesandt hat, war der Geist Gottes als Vater von Ewigkeit. Ich (Jesus) aber war und bin dessen Seele, die zwar ihre eigene Erkenntnis und (Willens-) Fähigkeit besitzt als die höchste und vollendetste Seele aller Seelen. Aber dennoch durfte (und darf) diese Seele nicht tun, was sie wollte (und will), sondern nur, was der wollte (und will), von dem sie ausgegangen ist." (Erde und Mond, Kap. 70). - Wenn die Schrift sagt vom Sohne, er sitze "zur Rechten der Kraft", so ist dies ein dieses Verhältnis andeutendes Entsprechungsbild. Zu Rechten der Könige pflegten deren erste Minister und Machtträger zu sitzen. Auch die verklärte Jesuseele ist als lebendige Hülle des göttlichen Machtzentrums, das höchste Machtorgan der .Urkraft".)  

Von diesem » Vater in Jesus" gehen in Ewigkeit die Lebenskräfte des heiligen Gottesgeistfeuers fort und fort in die Unendlichkeit aus, um die Wesen der Schöpfung zu gestalten, zu erhalten und sie schließlich im Menschen zur Gotteskindschaft zu reifen. Und zu diesem Vater in Jesus kehren dann in den gereiften .Ebenbildern oder Gotteskindern die ausgesandten Lebenskräfte des heiligen Gottesgeistes in vollkommener Freiheit und Selbständigkeit, gleichsam als "Selbstgötter", in die große Stadt, das "heilige, himmlische Jerusalem", zurück. (VergI. Gr. Ev., Bd. 4, Kap. 56, 1-4; Bd. 6, Kap. 226, 8-10)

Von der "Gnadensonne" als Urmitte der Unendlichkeit, in welcher wohnt "die ganze Fülle der Gottheit wesenhaft gestaltlich", sagt der Herr:

"Siehe, diese Sonne bin Ich im Grunde selbst! Es gibt unter uns (d. h. unterhalb des Liebehimmels) noch zwei Himmelssphären, und zwar gegen Abend hin einen ,Weisheitshimmel' und gegen Mittag hin einen ,Liebe-Weisheitshimmel'. Die Bewohner dieser beiden Himmel sehen Mich nur als eine Sonne, und zwar ebendiese, die du und alle anderen nun in der Mitte über der Stadt leuchten sehet.

Nur hier im allerhöchsten Himmel bin Ich, obschon auch in der Sonne, den Seligen außerhalb der Sonne schau- und nahbar. Außerhalb der Sonne bin Ich, wie ihr alle Mich nun unter euch seht (d. h. verkörpert in der Seelengestalt Jesu). In der Sonne aber bin Ich nur geistig durch die Kraft und in der Kraft Meines Willens, Meiner Liebe und Weisheit. Ich selbst bin (als Gottesgeistzentrum) im Grunde des Grundes in dieser Sonne, und die Sonne bin Ich. Aber dennoch ist ein Unterschied zwischen Mir und dieser Sonne. Im bin der Grund, und diese Sonne ist gleich einer Ausstrahlung Meines Geistes, der von hier und also aus Mir alle Unendlichkeit in ungeschwächter Kraft durchströmt und allenthalben Meine ewige -Ordnung schafft." (Rob. Blum, Bd. 2, Kap. 283, 12 ff.)

Selbstverständlich hat diese göttliche Lebensmachtmitte auch irgendwo in der Unendlichkeit ihren räumlichen Sitz, wie ja jeder Geist, auch unser menschlicher, an irgendeinem Orte seinen räumlichen Aufenthalt hat. Wir vernehmen durch Jakob Lorber, daß dieses Zentrum des unendlidten Gottesgeistes sich in unserer Hülsenglobe befindet, und zwar in der geistigen Sphäre ihrer Urzentralsonne Regulus - eines Urgestirns, das von der Erde aus als ein Stern erster Größe im Sternbild des Löwen in unmittelbarer Nähe des Himmelsäquators, also sowohl von der nördlichen wie von der südlichen Erdhalbkugel aus gesehen wird. (Vergl. Rob. Blum, Bd. 1, Kap. 140, 3)  

In der ewigen Heimat  

Das tiefe Lebensgeheimnis, wie Gott, im unzugänglichen Lichte der Gnadensonne wohnend, dennoch in der ganzen Unendlichkeit und besonders in den Himmeln persönlich allgegenwärtig sein und sich als Jesus jedem Geist, Menschen und Engel in faßlicher Form zeigen kann, enthüllt der Herr mit den Worten:

"Die Strahlen, die aus dieser Sonne ausgehen, erfüllen in ihrer Art die ganze Unendlichkeit und sind in sich selbst nichts anderes als Mein Liebewille und die aus demselben ewig gleichfort ausgehende Weisheit. Diese Strahlen sind demnach überall vollkommen Meine Wesenheit.

Wo immer ein solcher Strahl hinfällt, da bin Ich selbst so wie in der Sonne ganz vollkommen gegenwärtig, nicht allein nur wirkend, sondern persönlich, und diese Persönlichkeit ist an allen Orten eine und dieselbe. Wo du hier (in den oberen Sphären der Himmel) nur immer hingehen willst, da wirst du Mich auch überall vollkommen zu Hause antreffen. Gehe in welches dieser dir sichtbaren kleinen Wohnhäuser du nur immer willst, und du kannst versichert sein, daß du Mich in einem jeden als vollkommenen Hausherrn antreffen wirst.

Du sagst zwar jetzt: Auf diese Weise sei Ich doch nicht der eigentliche Grund-Christus, der da auf der Erde gewandelt und gelehrt hatte, sondern nur ein lebendiges und vollkommenes Abbild desselben und wohne an und für sich dennoch im unzugänglichen Lichte. Du sagst ferner: Wenn es sich mit der Sache so verhält, so kommt da ja offenbar eine Vielgötterei heraus!

Höre, mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Du denkst in dieser Hinsicht noch naturmäßig. Wenn du aber erst völlig inwendig-geistig denken wirst, wird dir diese Sache ganz anders vorkommen. Damit du aber aus deinem naturmäßigen Denken leichter in das Geistige eingehst, will Ich dich durch naturmäßige Beispiele dahin leiten." (Geistige Sonne, Bd. 1, Kap. 60)  

Spiegelbeispiel für Gottes Vervielfachung  

Der Herr: "Siehe, auf der Welt sahst du nur eine Sonne. Wenn du aber gegen die Sonne einen Spiegel hieltest, so war dieselbe Sonne auch im Spiegel. Du kannst unmöglich behaupten, daß die im Spiegel vorhandene Sonne eine andere war als diejenige, die am Himmel leuchtet. Wenn du aber mehrere tausend solcher Spiegel aufgestellt hättest, würdest du da nicht in einem jeden Spiegel eine vollkommene Sonne erblicken, welche ein ebenso starkes Licht und eine ganz gleiche Wärme dich verspüren ließe?

Du sagst, solches müsse allerdings der Fall sein. Ich will dir ein noch überzeugenderes Beispiel geben. Du wirst schon öfter auf der Erde von der Wirkung großer Hohlspiegel gehört haben. Wenn du die Strahlen der Sonne mit einem solchen Spiegel auffängst, so werden sie in ihrer Widerstrahlung aus dem Spiegel oft ums mehr als Tausendfache heftiger wirkend als die eigentlichen Strahlen aus der wirklichen Natursonne. Wenn du von solchen Spiegeln mehrere Tausende der Sonne gegenüber aufstellst, so wirst du auch bei dieser Gelegenheit von einem jeden einzelnen dieselbe heftige Wirkung wahrnehmen. Solches ist ganz sicher und vollkommen wahr. Was wirkt denn aber aus all diesen Spiegeln? Siehe, nichts anderes als stets eine und dieselbe Sonne, welche du durch diese bedeutende Spiegelanzahl vervielfältigt hast.

Nun aber frage Ich dich: ,Ist durch diese Vervielfältigung wohl im Ernst die Sonne vervielfältigt worden?' - Du sagst nun: ,Allerdings nur die Wirkung!'

- ,Gut! Wieviele Sonnen aber hattest du demnach in deinen Spiegeln?' – Du sprichst: ,Den Spiegeln nach genommen, so viele, als da Spiegel waren; aber der Sonne nach genommen, hatte ich immer nur eine und dieselbe.'

Nun siehe, was da dieses naturmäßige Beispiel zeigt, das stellt sich dir hier in der größten, lebendigen Wirklichkeit und Fülle dar.

Du sagst zwar in dir: ,Solches sehe ich wohl ein. Wenn man aber jede Spiegelsonne untersuchen und ihr näherkommen wollte, um eben die Sonne in ihrem eigentümlichen Wesen kennen zu lernen, so werden einem dabei aber dennoch all die Spiegelsonnen nichts nützen, und der Sonne eigentliche Wesenheit bleibt dem forschenden Auge dennoch völlig fremd.'

Solches ist richtig. Was hättest du aber samt der Erde dabei gewonnen, wenn sich die eigentliche Sonne dir so genähert hätte, wie du sie dir mittels des Spiegels genähert hast? Siehe, da wäre wohl die ganze Erde samt dir augenblicklich wie ein kleiner Wassertropfen auf einem weiß glühenden Eisen aufgelöst worden. Was hätte dir dann die Annäherung der wirklichen Sonne genützt? Bei weitem mehr ist solches mit Meiner Sonne der Fall. Sie muß ewig in einem unzugänglichen Zentrum stehen, dem sich kein Wesen über die bestimmte Ordnung nahen kann. Denn jede Annäherung über das bestimmte Maß würde jedem Wesen die völlige Vernichtung bringen. Solches wurde auch dem Moses gesagt, als er Gottes Angesicht schauen wollte. Denn unter »Schauen" mußt du hier nicht das Wahrnehmen mit den Augen verstehen, sondern das sich völlige Nahen dem Grundwesen der Gottheit.

Siehe nun, wenn Ich aber einer und derselbe bin, wie Ich bin in der Sonne, und bin aber vor dir also, daß du dich Mir vollkommen nahen kannst wie ein Bruder dem anderen - ist solches nicht mehr wert? Und ist das nicht mehr Liebe und Erbarmung, als wenn du dich dieser Sonne wirklich nahen könntest, von ihr aber dann völlig vernichtet würdest?

Ferner, wie unvollkommen glücklich wärest du und wäre Ich, wenn es Mir nicht möglich wäre, Mich selbst als Vater überall hin in Meiner ganzen Fülle persönlich wesenhaft zu versetzen, wo immer nur Meine Kinder sind. Siehe, der Himmel ist unendlich. Wäre Mir eine solche wesenhafte, Meiner Einheit völlig unbeschadete endlose Vervielfachung nicht möglich, wie verwaist wären da Meine Kinder und wie allein dastehend wäre Im selbst mitten unter ihnen!

Daß Ich aber vollkommen derselbe bin und habe dasselbe lebendige, göttliche Bewußtsein und alle die göttliche Liebe, Weisheit und Machtfülle, solches kannst du ja daraus entnehmen, daß Ich dich persönlich wesenhaft hierher geführt und dir auf diesem Wege gezeigt habe die Macht Meiner Liebe, Meiner Weisheit und Meines vollkommenen göttlichen Wollens.

Ich bin ewig immer Einer und derselbe in eines jeden Menschen Herz. Und wenn Millionen und Millionen ihre Herzen mit Mir erfüllt haben, und zwar ein jeder für sim vollkommen, so hat deswegen nicht ein jeder für sich einen besonderen, anderen Christus, sondern in eines jeden Herz wohnt ein und derselbe Christus vollkommen!" ( Geist. Sonne, Bd. 1, Kap. 60, K. 304-305; vergI. aum Bism. Martin, Kap. 198, 1 j Supplemente, S. 45.)  

 

Einzug in die Goldene Stadt  

In dem Buch ,Die geistige Sonne' wird die Heimführung eines dereinst in kirchlicher Dogmenenge befangenen Priors geschildert. Der Herr selbst ist es, der als verkörperter Strahl der Gnadensonne in seiner Jesusgestalt ihn abholt und in die "Scheune Gottes" einbringt.

"Sehet", so lesen wir, "wie Scharen im höchsten Glanze uns entgegenziehen. Und wenn ihr eure Ohren öffnet, so werdet ihr auch schöne Chorgesänge hören, wobei das Wort in sich selbst als vollkommenste Musik zu vernehmen ist! ... Wir sind nun schon am bekannten "Stadttore", welches, wie die Mauer und die Häuser der Stadt, aus allen "Edelsteinen" gebaut ist ( Entsprechung der dort wohnenden vollendeten Seelen.) . Sehet in die "Hauptstraße", die "Straße des Herrn", die "Straße der Mitte alles Lichtes", wie in dieser Straße gar viele allerseligste Engelsgeister, wie Kinder angetan, uns von allen Seiten entgegenströmen.

Sehet, alles ist voll des allerhöchsten Liebeweisheitsglanzes. Aber beschauet dagegen den Herrn. Der geht noch immer so einfach daher, wie wir Ihn vom Anfang an gesehen haben. Auch seine Brüder (die Apostel, die Ihm entgegenkommen) gehen gleich einfach einher. Und wie ihr auch bemerken könnt, so trägt ein jeder wie einen Orden ein kleines Zeichen von dem am Rocke, was ihn auf der Erde wesentlich unterschied von einem anderen seiner Brüder; wie auch, was er auf der Erde als naturmäßiger Mensch zur Fristung seiner natürlichen Bedürfnisse für ein Gewerbe trieb.

So werdet ihr bei dieser Gelegenheit den Petrus erschauen, geziert mit zwei Schlüsseln, die über Kreuz gelegt sind; unter den zwei Schlüsseln aber werdet ihr ein Fischernetz in kleinem Maßstabe wie aus kleinen Diamanten gewirkt erschauen. Die Bedeutung dieser beiden Zeichen brauche ich euch wohl nicht weiter zu erklären. Manchmal, bei besonderen Gelegenheiten, bekommt so ein Apostel noch mehrere Insignien. Und so erblickt man bei Petrus auch manchmal den Hahn wie auch ein Schwert.

Nun sehet den Paulus an, der hat ein zweischneidiges Schwert, darunter aber mit farbigen Diamanten gewirkt einen kleinen Teppich. Bei besonderen Gelegenheiten hat er auch noch ein rötliches Pferd und über dem Pferde wie einen Feuerstrahl, unter dem Pferde aber eine Rolle und einen Griffel. Und so wie diese zwei ersten Apostel, so haben auch alle anderen bei solchen Gelegenheiten auf ihren Kleidern gewisse, auf ihr irdisches Leben und Wirken Bezug habende Kennzeichen.

Diese Insignien sind von sehr großer Bedeutung und dienen ihren Inhabern im höchsten und tiefst geistigen Sinn. Denn auch hier sind die allerseligsten Geister nicht in einem stets gleich hohen Grade der innersten Weisheit aus dem Herrn, sondern darin findet auch hier ein Zustandswechsel statt, der zu vergleichen ist mit dem Wirkungsstande und dem darauf folgenden Raststande. Im Wirkungsstande ist ein jeder nach Bedarf mit der tiefsten Weisheit des Herrn ausgerüstet. Im Raststande aber bedarf niemand solcher Tiefe, sondern auch hier einer gewissen Sabbatruhe in der stillen, heimlichen Liebe zum Herrn. Im Wirkungsstande sind die Apostel wie auch alle anderen seligen Geister mit jenen Insignien versehen, weil diese gleichsam die Wurzel anzeigen, durch welche alle ihre Weisheit aus dem Herrn hervorgegangen ist - darum sie denn auch grundweise und wahrhaftige "Fürsten des Himmels" heißen." (Geistige Sonne, Bd. 2, Kap. 5 u. 6)  

Im Vaterhause  

"Aber nun seht, wir befinden uns schon vor einem mächtig großen, glänzenden Palast! Der Herr hält vor dem majestätischen Tor, aus dem schon wieder neue herrliche Lobgesänge entgegenhallen, und spricht zum Prior: "Nun, Mein geliebter Sohn, hier sind wir in unserer ewigen Wohnung zu Hause. Wie gefällt es dir hier? Sage Mir, ob du große Lust hättest hierzubleiben?"

Der Prior spricht in tausendfache Demut versunken: "O Herr, Du alleiniger, ewiger König aller Majestät und Glorie! Du Gott, heilig, überheilig, Du allmächtiger Schöpfer aller Himmel und aller Welten! Als im von Dir in den früheren Himmel geleitet ward, da blieb in meinem Herzen dennoch so viel Raum übrig, daß im noch eines Wunsches fähig war. Aber hier, wo sich Deine unendliche Herrlichkeit in einer nie geahnten Fülle darstellt und im vor meinen Blicken zahllose Schöpfungen und Deine endlos weiten Pläne und Wege voll des allerhöchsten Lichtes erschaue - da, 0 Herr, ist mein Herz vor Dir nicht mehr fähig zu reden. Denn zu groß und heilig bist Du, und ein unendliches Nichts bin im vor Dir!

In der vorigen Himmelsgegend hätte ich mich wohl noch zu wünschen getraut, etwa ein geringster Knecht bei irgendeinem seligen Bruder zu sein. Aber hier, wo mir alles so unendlich heilig vorkommt, wo ich mich kaum zu atmen getraue und wo mich die unendliche Majestät dieser Wohnungen und ihrer Einwohner rein verzehrt -'- da bleibt mir, 0 Herr, kein Wunsch mehr übrig! Wenn im Dim aber smon um etwas bitten dürfte, so wäre das, daß Du mim irgendwo hinaus in eine ganz einfache Hütte möchtest verschieben lassen. Denn dieser Wonne und Seligkeit hier bin im zu unwürdig!"

Der Herr spricht: "Aber Mein lieber Sohn, dein größter Wunsch war ja doch der, bei Mir zu sein! Wenn Ich aber nun hier wohne, wie magst du dich denn scheuen vor Meiner Wohnung? Du hast doch selbst ausgesprochen: »0 Herr, wo Du bist, da ist überall gut sein!" Wenn Ich aber hier für ewig vorzugsweise zu Hause bin, sollte demnach hier nicht gut sein? Daher bedenke dich und rede!"

Der Prior spricht: "O Herr, Du allerbester, allmächtiger, heiliger Vater! Mit meinem Ausspruche wird es wohl seine Richtigkeit haben, daß es hier zu unendlich wonnig und selig zu wohnen wäre. Aber das einzige, 0 Herr, bemerke ich hier, daß hier lauter Fürsten wohnen, und keiner von ihnen hat einen Knecht und geringen Diener. Wäre es möglich, so irgend in einem letzten Winkel dieser heiligen Stadt ein Dienstplätzchen zu bekommen von allergeringster Art, vorausgesetzt, daß hier dergleichen Dienstposten bestehen, da möchte ich mir freilich hier ein solches Plätzchen von Dir erbitten. Aber in so einem Palaste, wie dieser da ist, vor dessen Tor wir nun stehen, da kommt mir schon der allergeringste Posten zu groß, wichtig und heilig vor, als daß ich mich nur entferntest demselben nähern könnte."

Der Herr spricht: "Hast du denn nicht gehört, daß in Meinem Reiche derjenige der Größte ist, welcher der Kleinste und Letzte sein will? Daher sage Ich dir aber nun auch: Nicht ein Diener und nicht ein Knecht in diesem Wohnhause sollst du Mir sein, sondern dieses Haus habe Im für dich errichtet zum eigentümlichen, herrlichen Besitz! Die Dienerschaft dieses Hauses aber hast du schon gesehen; sie besteht aus jenen seligen Geistern, die uns beim Eintritt in dieses Mein Reich in zahllosen Heerscharen entgegengekommen sind. Und so ziehe mit Mir ein, und Ich werde dir in diesem deinem Hause erst deine volle ewige Bestimmung enthüllen." (Geistige Sonne, Bd. 2, Kap. 6, S. 27-29.)  

Das heilige Mahl im Vaterhause  

In dem herrlichen, in seinen Einrichtungen dem Geisteszustande des Priors entsprechenden Hause finden die Ankömmlinge im Hauptsaal eine Tafel gedeckt.

Der Prior spricht: "O Herr, du allerliebevollster, heiliger Vater! Obschon die Herrlichkeit dieses Saales mich zu Boden drückt, so bemerke im dennoch, dass diese Tafel eine überaus starke Ähnlichkeit mit derjenigen hat, die Du auf Erden vor Deinem bitteren Leiden mit Deinen lieben Aposteln und Jüngern gehalten hast."

Der Herr spricht: "Mein geliebter Sohn, du hast recht gesprochen. Denn so sprach Ich ja an der Tafel, daß Ich weder von dem Lamm noch von dem Wein genießen werde, als bis es im Reiche Gottes, also in Meinem Reiche, neu bereitet wird. Siehe, hier ist es neu bereitet! Hier wollen wir demnach dieses Mahl wieder miteinander halten und dabei nicht mehr in die Traurigkeit, sondern in die höchste Freude übergehen. Daher setzet euch alle mit Mir zu dieser Tafel, und zwar in der Ordnung, wie wir auf der Erde gesessen! - Du fragst zwar hier auch  nach dem Judas, ob dieser auch bei der Tafel sein wird? Was meinst du wohl, ob sich der Verräter hierher schicken möchte?"

Der Prior spricht: "O Du allerliebevollster, heiliger Vater! Ich weiß wohl, daß Deine Gerechtigkeit so groß ist wie Deine Liebe, Gnade und Erbarmung. Aber dessenungeachtet muß ich Dir offen bekennen, es würde mir dennoch  etwas hart geschehen, wenn ich diesen verlorenen Apostel im Ernst für ewig missen müßte. Denn Du hast ja selbst gesagt, daß dieser Eine verloren ging, damit die Schrift erfüllet werde. Dieser Text hat mich heimlich in Hinsicht dieses unglücklichen Apostels stets mit einem kleinen Trost erfüllt. Denn ich sagte mir: Judas musste vielleicht, wenn schon nach seiner freien Wahl, auch ein Dir dienendes Werkzeug sein, als ein Apostel der Toten, damit eben durch seinen Verrat Dein sicher von Ewigkeit vorbestimmter Plan in die heiligste Ausführung kam. Noch mehr aber ward ich allezeit beruhigt, wenn ich dachte, wie Du am Kreuze den Vater in Dir für alle Deine Feinde um Vergebung batest. Und da konnte ich denn den armen Judas trotz seines Selbstmordes nicht ausschließen. Dazu war ja auch offenbar an dieser seiner letzten Tat der nach der Schrift in ihn fahrende Teufel schuld. Daher also möchte ich wohl auch diesen Apostel, wenn schon nicht hier, so aber doch wenigstens irgendwo nicht im höchsten Grade unglücklich wissen."

Der Herr spricht: " Höre, Mein geliebter Sohn, es gibt nicht einen, sondern zwei Judas Iskariot: Der eine ist der Mensch, der mit Mir auf der Erde gelebt, und der andere ist der Satan, der in seiner damaligen Freiheit sich diesen Menschen zinspflichtig gemacht hatte. Dieser zweite Judas Iskariot ist wohl noch vollkommen der Grund der alleruntersten Hölle, aber nicht so der Mensch Iskariot! Denn diesem ward es vergeben! Inwieweit dies zu erkennen, brauchst du dich nur umzusehen. Denn derjenige, der soeben mit deinem Bruder spricht und nun auch einen Liebeverrat begeht, indem er deinem Bruder schon im voraus Meine große Liebe zeigt, ist eben derjenige Judas Iskariot, um den du besorgt warst. Bist du nun zufrieden mit Mir?"

Der Prior, vor Liebe zum Herrn beinahe vergehend, spricht: "0 Herr, Du unendlich liebevollster, allerheiligster Vater! Wahrlich, ich habe Dich wohl allzeit für allerhöchst liebevoll und endlos gut mir vorgestellt, aber ich hätte mir nie getraut zu denken, daß sich Deine Erbarmung, Gnade und Liebe solchermaßen auch bis zum Judas erstrecken sollte! Auf der Erde hätte ich mich mit einem solchen Gedanken sicher für grob sündig geglaubt. Aber nun sehe ich, wie endlos weit Deine Güte, Gnade und Erbarmung alle menschlichen Vorstellungen übertrifft. 0 Herr, was soll ich denn tun? Wie soll ich Dich denn lieben, daß ich doch nur einigermaßen in meinem Herzen solcher Deiner unendlichen Liebe entsprechen könnte?"

Der Herr umarmt den Prior, drückt ihn an seine Brust und spricht zu ihm: "Siehe, Mein geliebter Sohn, so wie du Mich jetzt liebst, gibst du Mir den größten Ersatz für Meine unendliche Liebe! Daher gehe nun aber mit Mir an den Tisch und iß und trinke das wahre, lebendige Abendmahl, damit du in diesem Genuß alle die Stärkung überkommst, welche dir, einem großen Fürsten in Meinem Reiche, stets und ewig wachsend vonnöten ist!" (Geist. Sonne, Bd. 2, Kap. 7)  

Des Herrn Tafelrede  

Höret nun aber, was der Herr vor dem Mahle spricht:

"Meine geliebten Kindlein! Als Ich einst auf Erden nach Meiner Auferstehung zu euch kam, da fragte Ich euch, indem ihr etwas hungrig waret und nicht viel zu essen hattet: ,Kindlein, habt ihr nichts zu essen?' Da zeigtet ihr Mir etwas Brot und etliche Fische. Ich segnete euch die Fische und das Brot, setzte Mich dann mit euch zu Tisch und aß mit euch. Nun frage Ich euch nicht mehr, ob ihr zu essen oder nicht zu essen habt, sondern aus Meinem unendlichen Vorratsschatz habt ihr in endloser Fülle ewig genug. Aber soll darum dieses von Mir auf Erden ausgesprochene Wort hier keine Geltung haben?

Ich sage euch: Diese Frage soll hier noch eine vollkommenere Geltung haben! Denn sehet, die Kinder auf Erden sind nun in demselben Zustande, in dem ihr wart nach Meiner Auferstehung. Sie sind voll trauriger Gedanken und wissen nicht, was mit dem Herrn geschehen ist. Und sie haben ebenfalls nur eine dürftige Nahrung, die da gleicht den Fischen und dem Brote, das ihr hattet.

,Die Fische' sind das Alte und ,das Brot' das Neue Testament. Da aber diese Speise bei den Kindern auf der Erde zum Teil versalzen, zum Teil ausgetrocknet ist, so ist es hier unter uns um so mehr an der Zeit, uns nun öfter an jene Kindlein zu wenden und sie zu fragen: ,Kindlein, habt ihr nichts zu essen?'

Und sie werden 'uns ihren Vorrat vorweisen. Und wir wollen ihnen diese Speise segnen zum guten lebendigen Gedeihen, wie Ich eure Fischlein und euer Brot gesegnet habe, und wollen uns dann mit ihnen zum Tisch ihres Glaubens und ihrer Liebe setzen und mit ihnen essen, d. h. wir wollen sie im Geiste und in der Wahrheit aus ihrem schwachen Vorrat die wahren Wege zum ewigen Leben kennen lehren!

Esset also nun mit Mir und trinket, und seid dabei in aller Liebe eingedenk derjenigen, die noch in der Tiefe ihres Fleisches wohnen und nicht erschauen können Mein Reich, Meine Gnade, Meine Liebe und Erbarmung!"

Seht, nun zerteilt der Herr das Lamm wie auch das Brot und teilt es an alle aus.

Nach der Tafel wendet sich der Herr an den Prior und spricht zu ihm: "Nun, Mein geliebter Sohn, wie hat dir Meine Mahlzeit geschmeckt?“

Der Prior spricht ganz zerknirscht: "O Herr, Du allerbester, liebevollster, allerheiligster Vater! Deine Mahlzeit hat mir nicht nur seligst wohlgeschmeckt, sondern ich bin dadurch mit einem neuen Leben erfüllt worden. Nun ist mir alles klar. Ich sehe nun meine Bestimmung, und Deine unendlich  wunderbaren Wege, auf welchen Du Deine Kinder zum Leben führest, sind enthüllt vor mir. Endlos groß ist zwar der Wirkungskreis, den Du mir gnädigst als einem unwürdigsten Diener zugeteilt hast. Aber ich sehe ja auch, wie nur allein Du Alles in Allem bist und wie leicht mit Dir die größten Dinge zu vollenden sind! Daher bin ich nun auch überselig froh darüber, daß Du mir einen Wirkungskreis erteilt hast und freue mich endlos darauf, wann es Dir wohlgefallen wird, mich den ersten Dienst tun zu lassen in Deinem Reiche!" (Geist. Sonne, Bd. 2, Kap. 8)

 

 
 -----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Christiane H
Gesendet: Montag, 18. November 2002 15:09
An: jakob-lorber@yahoogroups.com
Betreff: Re: AW: [jakob-lorber] Materie - Substanz - Essenz

>>Du sprichst zusätzlich von der "Gnadensonne", in der Gott Selbst zuhause ist und in die sogar die Vollmenschen gelangen können. Darüber habe ich bei Lorber und auch bei Swedenborg noch gar nichts lesen können.
 
Lieber Udo,
 
vielleicht hilft Dir vorerst der u.a. Absatz aus dem Großen Evangelium Bd. 6 ein wenig weiter, wo uns der Herr den Begriff  "Gnadensonne" ziemlich erhellend erklärt und doch für uns nicht so einfach zu erfassen ist.
 
Liebe Grüße und Gottes Segen
 
Heinz
 
[GEJ.06_088,03] Wenn du aber noch immer fragst und sagst: ,Ja, wo ist denn Gott, und wie sieht Er wohl aus?‘, da sage Ich dir, daß das eigentliche Gottwesen niemand sehen kann und leben, – denn Es ist unendlich und somit auch allgegenwärtig und ist sonach als Reinstgeistiges auch das Innerste eines jeden Dinges und Wesens, das heißt in Seinem auswirkenden Willensmachtlichte; in Sich Selbst und für Sich aber ist Gott ein Mensch wie Ich und auch du und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, das in der Welt der Geister die Gnadensonne genannt wird. Diese Gnadensonne aber ist nicht Gott Selbst, sondern sie ist nur das Auswirkende Seiner Liebe und Weisheit.
[GEJ.06_088,04] Wie du aber die Sonne dieser Welt wirken siehst dadurch, daß sie allenthalben gegenwärtig ist durch den beständigen Ausfluß ihres Lichtes nach allen erdenklichen Richtungen hin, also wirkt auch der Gnadensonne allenthalben wirkende Kraft als ein aus ihr strömendes Licht in allen Wesen schaffend und belebend gegenwärtig.
[GEJ.06_088,05] Wer nun versteht, recht viel des Lichtes aus der Gnadensonne der Himmel im Herzen seiner Seele aufzufangen, aufzunehmen und dann zu behalten durch die Macht der Liebe zu Gott, der bildet in sich selbst eine Gnadensonne, die der Urgnadensonne in allem völlig ähnlich ist, und die volle Innehabung einer solchen Gnadensonne ist dann eben soviel als die Innehabung der allein wahren Lebensmeisterschaft.
[GEJ.06_088,06] Die Klarheit und die lichte Fülle dieser wahrsten Lehre aber wirst du auch erst dann einsehen, wenn du auf diese Weise selbst zur Lebensmeisterschaft gelangen wirst; denn jetzt kannst du das noch nicht völlig fassen, obwohl du all das Gesagte ganz gut aufgenommen hast.“
 
----- Original Message -----
From: Udo
To: jakob-lorber@yahoogroups.com
Sent: Sunday, November 17, 2002 10:48 AM
Subject: Re: AW: [jakob-lorber] Materie - Substanz - Essenz

In einer eMail vom 12.11.02 14:27:45 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit schreibt a.u.l.bross@onlinehome.de:


Lieber Udo,

ich ergänze gerade die www.lebnensstufen.de mit einem Teil zu dem Werk von E. Swedenborg "Verkehr zwischen Seele und Leib" . Hier gibt es einen Abschnitt mit dem Thema: "Was ist die Seele". Ich habe ihn als Anhang beigefügt.
Wenn wir ihn aufmerksam lesen, können wir noch folgende Unterscheidung bezüglich unseres Themas "Substanz  - Essenz" treffen:

Substanz , aus der unsere Seele besteht, ist immer nur ein Aufnahmegefäß, soweit wir an uns geschaffene Menschen denken.
Essenz ist das Leben , Gott Selbst.

Diese Aussage können wir noch weiter vertiefen:


Lieber Lothar,

Dank für die umfangreichen Bemerkungen und die Texte von Swedenborg. Ich komme halt leider fast nur am Wochenende dazu, Mails zu schreiben. Über die wichtigen Angaben von Swedenborg habe ich aber schon mal gründlich nachgedacht.

In den Mitteilungen von Swedenborg "Was ist die Menschenseele?" stehen sehr, sehr wichtige Hinweise für uns. Danach ist die Seele eine Bündelung von Ideen und Gedanken aus Gott. Unsere Menschengestalt ist danach ein Ideen- und Gedankengebilde aus Gott und von IHM zusammengefasst in einer Form, in einer Gestalt: diese Ideen- und Gedankengestalt ist unsere Seele.

Swedenborg sagt das so klar und deutlich: "Die Seele ist folglich die Menschengestalt, von welcher nichts kann hinweggenommen, und zu welcher nichts kann hinzugetan werden, und sie ist inwendigste Form aller Formen des gesamten Körpers."  Und an anderer Stelle in diesem Text heißt es: "Ist nicht der Liebe Alles und der Weisheit Alles das, was in jener Gestaltung als Wesenhaftes liegt?

Ich find diese Mitteilungen von Swedenborg ganz, ganz großartig, denn sie zeigen uns, dass Gott mit Seinen Ideen und Gedanken die Formen aller Schöpfung macht und die sich dann in späteren Zuständen mehr und mehr konkretisieren bis hin zum sichtbaren Menschen auf unserer Erde. Über solche Schritte der Konkretisierung der Seele (das Thema "Essenz, Substanz, Materie") möchte ich schon auch gern weiterreden. Ich dank dir sehr, dass du diese Textstellen von Swedenborg zur Verfügung gestellt hast.

Je mehr man aber einsteigt in die wundervollen Zusammenhänge und Tiefen der Neuoffenbarung, desto mehr kommen andre gewichtige Fragen auf. Deshalb würde ich schon gern auch deine Meinung zum Folgenden kennen- und verstehen lernen.

Bei Lorber wird über die "Natürliche Sonne" und die "Geistige Sonne" gesprochen und er hat recht gewichtige Bücher draüber verfasst. Du sprichst zusätzlich von der "Gnadensonne", in der Gott Selbst zuhause ist und in die sogar die Vollmenschen gelangen können. Darüber habe ich bei Lorber und auch bei Swedenborg noch gar nichts lesen können. Sind das denn Bekanntgaben, die man durch Böhme oder Eckehart erfahren kann: ist das etwas, was uns nur die Mystiker mitteilen? Geht es hier um die "unio mystica", geht es um die geheimnisvolle Vereinigung der Seele mit Gott als Ziel aller Gotteserkenntnis?

Ich bin mir recht sicher, dass Lorber darüber nichts ausführt und es bei ihm mit dem Ziel der geistigen Wiedergeburt und damit dem Anfang der Kindschaft bei Gott endet. Will uns die Neuoffenbarung, über die Lorber schreibt, bis zur Wiedergeburt (praktisch nur als Kleinkind) hinführen, nicht aber Mitteilung machen über die Zustände, die es dann dahinter (für die erwachsnen Vollmenschen bei Gott) gibt? Es ist ja auch interessant, dass z.B. bei dem "Robert Blum" die Jenseitsgeschichte dann zuende ist, sobald er verheiratet wird. Was dann mit dem durch Ehe gerade entstandnen Vollmenschen "Robert plus Frau" weiter geschieht, wird uns gar nicht gesagt.

Das ist ja kein Nachteil. Es geht ja nur darum zu sehen, wie die Offenbarer zueinander passen: Eckehart und Böhme, die Mystiker, reden von der Vereinigung mit Gott und die Offenbarer Swedenborg und Lorber beschreiben uns die Wege der Vorbereitung dahin.

Also, ein paar Gedanken dazu von dir wären schön, denn ich selbst kenn ja Böhme und Eckehart nicht.

Alles Gute und einen schönen Sonntag zusammen mit einem herzliche Grüß Gott.
Udo