"Aurora"

"Aurora" oder die "Morgenröte im Aufgang" war Jakob Böhmes Erstlingswerk. Es ist die Quintessenz der Böhmischen Lehre. Sie enthält alles, was der Herr durch Jakob Böhme offenbart hat. Er bekam sein Wort nicht verbal, sondern er erlebte es (wie Hildegard von Bingen) in Schauungen und in einer gewissen Innewerdung. Er sagte: "In einem Augenblick wurde mir die Wahrheit bewußt. 

Betrachten wir das 13. Kapitel (), es handelt von dem Fall des Königreiches Luzifers. Dies geht uns alle etwas an. (siehe auch )

(16)Da mag nun ein jeder zusehen, daß er handele, damit er seinem Herrn Wucher erwerbe. Denn ich fürchte wohl, es werde sich nicht ein jeder Kaufmann können in meine Ware schicken, sintemal sie manchem gar unbekannt wird sein. So wird auch nicht ein jeder meine Sprache verstehen.

Jeder Mensch soll so handeln, daß er Gott, seinem Herrn und Vater im Himmel die erhaltenen Schätze wieder heimbringe. Unsere Schätze sollen wachsen und vermehrt werden. In unserem Herzen besitzen wir einen Goldschatz, es ist Sein göttlicher Geist, den wir wuchern lassen sollen. Der Erdboden, in dem der göttliche Geist tätig werden soll, ist unsere Seele, die noch verdorben ist. Der Same Gottes kann auf einen hart getretenen Weg nicht aufgehen. Ein dorniger Seelengrund besteht, wenn sich unsere Seele durch zu viel Eigeninteresse und Eigenliebe zu einem Dornengestrüpp verwachsen hat. Der hart getretene Weg ist eine Lehrmeinung, die ein religiöses Dogma sein  kann. Wenn die Christen nicht Christus erfassen, sondern das Evangelium nach ihrer Art auslegen, kann der Same nicht aufgehen. Jesus hat gesagt, daß Er immer nur in Gleichnissen spricht. Sie enthalten immer geistige Dinge, auch wenn Er von natürlichen Begebenheiten spricht. Gott ist ein Geist und will im Geiste erfaßt werden. Die Materie ist für Gott nicht existent, sie ist eine Schwingung von göttlichen Energien, verwirklicht durch die gefallenen satanischen Prinzipien.

"Von dem schrecklichen, kläglichen und elenden Falle des Königreichs Luzifers"

Der Fall war schrecklich, kläglich und elend. Hier werden drei Ebenen angesprochen, es sind drei Prinzipien von verschiedenen Welten, in denen wir leben. Durch seinen Fall ist das ganze Universum schrecklich geworden, in uns nisten satanische Prinzipien. Sie haben die Verhärtung der Materie bewirkt, auch wir haben uns verhärtet. Die Verhärtung bringt den Tod. Der Tod ist schrecklich. In unserem irdischen Sein altern wir, alles ist vergänglich. Diese Vorgänge begreifen wir immer als einen Schock, zumindestens mit großem Erschrecken.

Der Fall war auch kläglich, weil dadurch Seelensubstanz entstanden ist. Aus dem göttlichen Geist entstanden durch die Gottentfernung Seelenbereiche.

Dies ist beklagenswert, denn neben Gott hat sich eine neue Gestaltung manifestiert. In dieser Gestaltung bekam der Mensch seinen physischen Körper.  Die geschaffene Seelen waren durch den kläglichen Fall Luzifers und durch seine (unsere) große Gottentfernung verursacht worden.

Elend war der Fall, weil etwas in Not übergegangen ist, es ist unser Geist. Durch unseren Mitfall wurde er eingekerkert, stark umhüllt.

Der Fall geschah also auf drei Ebenen, auf der geistigen, auf der seelischen und auf der materiellen Ebene.

16. Da mag nun ein jeder zusehen, daß er handele, damit er seinem Herrn Wucher erwerbe. Denn ich fürchte wohl, es werde sich nicht ein jeder Kaufmann können in meine Ware schicken, sintemal sie manchem gar unbekannt wird sein. So wird auch nicht ein jeder meine Sprache verstehen.

Jeder soll also nach den Geboten Gottes handeln, damit er seinem Herrn wieder Wucher erwerbe. Nicht jeder wird ein kluger Kaufmann sein und die große Ware entdecken, die uns Gott durch Jakob Böhme reicht. Jakob Böhme bringt uns eine himmlisch göttliche Ware. Was uns Jakob Böhme sagt, ist nicht von ihm, er ist von Gott inspiriert worden. Sie bleibt uns ein Geheimnis und wir verstehen seine Sprache nicht, wenn wir nicht geistig erweckt werden. Daß äußere Wort durch Jakob Böhme soll uns zum inneren Gehalt verhelfen und die Perle entdecken, die in unserer Seele ruht.

Darum sagt Jakob Böhme: "Ich fürchte es, daß nicht jeder der Kaufmann sein kann, der meine Ware richtig verwendet." Um die Sprache Jakob Böhmes zu verstehen, müssen wir uns anschicken, danach zu handeln. Seine Worte, die eine Gottgabe sind, sollen wir sofort in das Leben umsetzen. Wir beten deswegen zu Jesus, Seine Worte zu verstehen. Mit Andacht und Innigkeit sollen wir eine Offenbarung lesen und annehmen, damit uns der innere Sinn aufgeht und wir nicht in der babylonischen Sprachverwirrung hängen bleiben.

17. Derowegen will ich einen jeden gewarnet haben, daß er vorsichtig handele und sich nicht bedünken lasse, er sei reich, er könne nicht arm werden. Wahrlich ich habe wunderbare Ware feil; es wird sich nicht ein jeder darin verstehen.

Wir sollen betrachten und bedenken, mit diesem Geschenk vorsichtig umzugehen und zu handeln. Wir sollen nicht meinen, daß wir reich sind, wenn wir eine Offenbarung lesen. "Nicht arm werden" ist die Warnung vor einem  negativen Zustand von uns. In der Bergpredigt spricht der Herr: "Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich!" Wir dünken uns immer reich, wenn wir eine neue Offenbarung erhalten. Wir müssen die Demut haben und erkennen, daß wir arm sind und nicht das innere Verständnis für das äußere Wort haben.

18. Da nun einer in seiner vollen Weise hineinplumpste und geriete in Verderben, der mag ihm selber die Schuld geben. Er bedarf wohl eines Lichtes in seinem Herzen, damit sein Verstand und Gemüte möchte regieret werden.

Wer in diese Offenbarung hineinfällt, weil er den wahren Inhalt nicht entbinden kann, der muß sich die Schuld selber geben und nicht einem anderen. Ein göttliches Wort dürfen wir nie leichtfertig nehmen. In der Selbstbeschauung sollen wir erkennen, daß uns der Reichtum eines äußeren Gottwortes nichts nützt, wenn wir vorher nicht arm geworden sind.

Wie werden wir geistig arm?

Wir müssen erkennen, daß wir aus uns nichts können. Wir müssen uns bewußt werden, daß in uns gedacht, gewollt und gehandelt wird. (Hinweis auf E.Swedenborg: "Der Verkehr zwischen Seele und Leib" ) Alle unsere Kräfte sind Leihkräfte. Es gibt nur eine Kraft und die ist Gott, Jesus Christus. Dieser eine Gott denkt, will und handelt durch uns, auch wenn wir noch so weit von Gott entfernt sind. Der höchste Seraph erfüllt nur den göttlichen Willen.

In der Gradlehre von E. Swedenborg in dem zuvor zitierten Buch erfahren wir etwas über den Einfluß: "Kein Mensch auf dieser Erde und kein Geist im Jenseits kann aus sich denken, wollen und handeln, sondern es wird durch ihn gedacht, gewollt und gehandelt. Der Mensch hat nur die Freiheit seines Willens. In dieser Freiheit kann er sich entscheiden, wer durch ihn denkt, will und handelt." 

Wir stehen immer in der Freiheit, uns zu entscheiden. Wenn wir uns entschieden haben, daß ein Teufel agiert, dann können wir den Sturm und Drang nicht mehr bremsen. Dann rollt dieser Sturm durch uns hindurch und trifft auf unsere Umwelt. Wenn wir uns entschieden haben, fehlt uns die Kraft, gegen den einmal gefassten Willen zu wollen.

Wie entsteht der Wille?

Der Wille entsteht durch Anregungen von in unserer Aura einfließenden Geistern. Wir sind von einer Aura umgeben. Hier befinden sich die Sendlingsboten für unser Umwelt. Es sind die Fremdkorrespondenten mit der uns umgebenden Welt. In den Auraschichten um unseren Körper und unseren Kopf gibt es Wesenheiten aus unserem vormaligen, früheren Denken, Wollen und Handeln. Sie haben sich dort angesiedelt und machen unser Leben aus. Sie sind unsere Lebensliebe. Sie locken Geister aus unserer Umwelt gemäß ihrer Art an, denn Gleiches zieht Gleiches an. Diebe verbinden sich mit Dieben, Trinker mit Trinkern etc. Jeder verbindet sich mit dem, was seine Liebe ausmacht. So ist es auch im Himmel, in der Hölle und allen anderen Reichen. Wir lieben Gott und versuchen Gott zu erkennen, deswegen tauschen wir uns mit Gleichgesinnten aus. Aus diesen Gründen glaubt der Mensch, daß er aus sich denke, wolle, handele.

Wesenheiten fließen aus dem Weltall auf uns zu. Sie bemerken Gleichgesinnte in unserer Aura und schon umschwirren sie uns. Im Moment seiner Anlockung geschieht etwas in unserer Aura. Wenn dieses Wesen in unsere Aura eindringt, vermag er in unserer Aura zu lesen. Dieser Geist überblickt im Nu mein gesamtes Leben und Vorleben. Er liest in meiner Aura wie in einem blitzschnell ablaufenden Film. Dieser Geist kann in unsere Gedanken und Willenregungen so eindringen, daß wir es nicht als etwas Fremdes erkennen. Wir erinnern uns an unsere Vergangenheit und identifizieren uns mit dem einfließenden Geist, der mit einem fortspinnenden Gedanken kommt. Dieses Fortspinnen läuft über unser Ichbewußtsein. Wir glauben, das Neue selbst zu denken, zu wollen und danach zu handeln.

Dies ist ein Irrtum! Es wird durch uns gedacht und gewollt! Ohne Einfluß  können wir nicht leben. In seiner Schrift "Verkehr zwischen Seele und Leib" berichtet E. Swedenborg davon, wie ihm selbst seine Geister weggenommen wurden. In dem Maß ihrer Entferung fing er an, den Geist aufzugeben. "Ich hätte ihn auch aufgegeben, wenn sie nicht wieder hinzugebracht worden wären".(siehe Nr. 4

In uns lebt ein Heer von Geistern und Wesenheiten. Wir sind ein belebter Mikrokosmos. Ohne den in uns und um uns befindlichen Wesenheiten können wir nicht leben. Danken wir ihnen, daß sie in uns sind und in uns einfließen. Sie schenken uns Gedanken und Willensregungen, Wünsche, Begierden, Leidenschaften, sie machen unser Leben aus. Sie strahlen aus uns aus und beleben unsere Aura und stellen sich in ihr als Seelenbilder dar. Es obliegt uns, sie immer mehr zu veredeln, unreine Seelenbilder durch rein gewordene Seelenbilder auszutauschen. Teufelchen müssen gegen selige Geister, später durch Engel, dann durch Wesenheiten des Göttlichen, durch den Heiligen Geist ausgetauscht werden. Der Heilige Geist besteht aus zahllosen Wesenheiten, die von Gott ununterbrochen in die Erdatmosphäre auspulsen und Geistregionen bilden, die wir mit dem Namen Sauerstoff belegen. 

Zu den Jüngern sagte der Herr: "Ihr seid das Salz der Erde!" Der Sauerstoff ist das Salz der Luftschichten. Der Sauerstoff kann die Gottkräfte aufnehmen. Der Sauerstoff belebt uns. Jakob Böhme nennt das alles Belebende Sulfur. Durch das Sulfur kommen göttliche Wirkstoffe zum Ausdruck.

Unsere Gottentfernung hat um uns eine Aura geschaffen, in der sich alle unsere Entwicklungen auch aus der Vorzeit niedergeschlagen haben. Sie haben Wesenheiten gebildet, die nun ihresgleichen anziehen. Sie bilden unsere Lebensliebe. Gemäß dieser Zuneigung fließen fremde Wesenheiten aus unserer Umwelt und aus den Lufthüllen in uns ein.

Gott erbarmt sich unser!  Ununterbrochen beatmet Er die Lufthüllen  mit göttlich reinen Wesenheiten. Sie treffen ebenfalls auf uns und sie strömen auch über unseren Atem in uns ein. Durch Jakob Böhme sagt uns der Herr: Der Heilige Geist ist in jedem Grashalm, in jedem Blümchen, in jeder Pflanze Primus! Er ist aber am tiefsten gelagert. Die edelsten Spezifikate eines Baumes befinden sich im Innersten des Baumes. Die edelsten Geister steigen im Röhrensystem hoch, sie treiben zum Licht und zur Sonne. Dort bilden sie edle Früchte. 

Auch in uns haben wir die edelsten Spezifikate verschachtelt. In unseren Randgebieten, in unserer Aura befinden sich die unedelsten Wesenheiten. Sie sind am weitesten von Gott entfernt. Durch den permanenten Einstrom  sind die Wesenheiten unserer Aura nicht völlig separiert. Sie vermischen sich mit den göttlich einströmenden Wesenheiten. Gott erbarmt sich unser. Darum erscheint die Aura oft ganz verschieden. Einmal ist sie grau-braun, am nächsten Tag kann sie ganz strahlend sein. Wenn wir in uns eine Fröhlichkeit und Heiterkeit fühlen, ohne daß uns etwas von außen präsentiert worden ist, dann befinden sich in unserer Aura selige Lichtgeister. Von Zeit zu Zeit schenkt uns Jesus diese Freude, wenn wir uns dafür schon etwas geöffnet haben. Wer Gottes Wort hört und liest, öffnet sich bereits. 

Greifen wir zu Seinem Wort oder lesen wir einen Psalm, wenn wir einmal betrübt oder niedergeschlagen sind. Suchen wir eine Unterredung mit einem lieb gewordenen Menschen, dann werden wir aus unserem Tief herausgehoben. Gute Musik belebt uns auch. Sie ist ebenfalls eine Gottoffenbarung. Auf den Berghöhen befinden sich Geister der zweiten Luftregion. Sie verschaffen uns auch eine lockere Stimmung. In der dritten Luftregion auf den höchsten Berggipfeln können wir zu Visionen geöffnet werden. Dort befinden sich Friedensgeister. Unsere Aurageister verflüchtigen sich hier. Sie halten diese Sphäre nicht mehr aus. Dadurch kann ein Bergsteiger hellsichtig werden. In diesen Regionen merken wir auch, daß  sich Wesenheiten von uns entfernen. Wir werden immer unbeschwerter und froher gestimmt, je näher wir dem Gipfel kommen. 

In eine solche Region können wir uns mit Hilfe eines Gottwortes auch geistig begeben. Jakob Böhme warnt uns, daß wir nun nicht im Reichtum bleiben. Wir sollen vielmehr arm sein und erkennen, daß wir aus uns nichts vermögen.(siehe Nr. 17)  Wir können uns aber frei machen und unseren Sender auf die Frequenz einstellen, die himmlisch oder gar göttlich ist. 

Es gibt die Frequenz des Mittelreiches. Sie ist die Frequenz des Naturreiches oder der irdischen Bereiche und der Hölle. Alles steht mir frei, ich kann alle Frequenzen einschalten. Mein Ichbewußtsein verfügt über diesen Schalthebel. Wenn wir den Sender "Gott" wählen, kann es sein, daß wir doch nichts empfangen. Dies geschieht dann, wenn es in unserer Aura noch sehr viele Störfaktoren gibt.  Langsam müssen wir es lernen, immer klarer auf die feine, sanfte Stimme zu hören, die auf uns zukommt und unser Herz erreichen möchte. Um diesen Sender rein zu empfangen, müssen wir uns selbst einstimmen. Dies geschieht in einem Gebet oder in einer Meditation. 

Wir verfügen über verschiedene Einflußkanäle. Sie werden durch Auflockerung unserer Muskulatur für transzendentale Schwingungen empfänglich. Große Einflußkanäle befinden sich in unseren Handflächen. Hier befinden sich Nervenendfasern. Sie werden Kapillargefäße genannt. Hier können wir beim Ausstrecken ein leises Einfließen wie eine Kühle empfinden. Wenn wir die Hände der Sonne entgegenhalten, so können wir dieses Einfließen verstärkt empfinden. Wir werden noch mehr sensibilisiert, wenn wir barfuß auf einer Wiese stehen. Wir können alles meditativ, d.h. bewußt aufnehmen. Ich gehe dann bewußt, ich esse, trinke, schaue, höre bewußt. Ich gehe also mit meiner Umwelt bewußt um und erkenne in jedem Augenblick: Gott ist gegenwärtig. Mit allen Fasern nehme ich Seinen Heiligen Geist auf. So steigern wir unser Empfinden immer mehr. Dann können wir mitten in einem Gewühle stehen und nehmen dennoch Seine Schwingungen wahr. Die Mönche ziehen sich hierzu in einer Klause zurück, Gott ist aber überall gegenwärtig. 

Eine Vision ist nichts anderes als eine Bildhaftwerdung unserer Gedanken, die in uns sind oder die wir empfangen. Unsere Gedanken können uns als erscheinliche Bilder gegenübertreten. Wenn sich dann noch ein Gefühl hinzustellt, so empfinden wir ein Geschehen als ob wir mitten darin stehen. Eine solche Vision kann erschreckend sein, wir fühlen uns bedroht, darin unterzugehen. Solche Zustände kann auch ein Drogensüchtiger erleben. Viele Sterbende erleben ähnliche Zustände. Ihnen treten ihre eigenen Gedanken bildhaft entgegen. Dies erleben wir auch in unseren Träumen. Die Bilder und Szenen, die wir in einem Traum sehen, sind bildhaft gewordene in uns einströmende Gedanken. Träume sind zugleich Signale unseres Unterbewußtseins. Sie wollen uns sagen, worauf wir achten sollen.

.