Von: Dirk Nuttelmann 
Gesendet: Sonntag, 29. April 2001 14:33
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Woher kommt die Liebe zu Gott?

Liebe Listenmitglieder, 

im Chat letzte Wochenkam die Frage auf, wo die Liebe ( zu Gott ) eigentlich herkommt. 

Ob wir in der Lage wären, diese Liebe selbst gewisserart zu "erzeugen" oder ob sie einem zukommt. 

Nun muß ich gestehen, das für mich bei den geführten Diskussionen immer ein seltsames Gefühl verblieb, wenn Aussagen in der Art geführt wurden, " man muß Jesus nur lieben " aber nicht ausgeführt werden konnte, wie dies denn zustande kommt, das man Jesus lieben kann. 

Hierzu habe ich "zufällig" einen Absatz in der GS Bd. II gefunden.

Im Chat war Sandra so lieb, und hat diesen Absatz von ihrer CD geladen, da ich keine CD habe, benutze ich eine Kopie davon.

Da teilweise die Sätze nicht zu Ende waren, habe ich mir erlaubt, diese per Hand zu ergänzen. Dies als Hinweis. 

 Wäre dies nicht eine Diskussion wert? 

Ich befürchrte ja, das alle Aussagen über die Liebe, wie sie hier in der Liste geführt werden, eher einer Art Zuneigung entsprechen und mit der wahren Liebe zu Gott ( noch ) nicht unbedingt in Einklang stehen.

Natürlich bin ich davon auch nicht ausgeklammert. 

Vielleicht liege ich ja auch falsch?  

Das kann sicherlich nur jeder für sich selbst überprüfen, und da die wahre Liebe zu Gott und daraus zum Nächsten der Einstieg zu Geistigen Wiedergeburt sind, wäre es da nicht sinnvoll, nochmal darüber nachzudenken und zu diskutieren?

Vielleicht hift ja der unten anliegende Text.

Ich bin gespannt auf die Meinungen aus der Liste. 

Es grüßt euch 

Dirk N.    

P.S. Möge sich keiner in seiner Liebe gewissermaßen "auf den Schlips getreten fühlen", das ist hier nicht gemeint und niemand soll angegriffen werden. Allerdings würde ich eine Diskussion über dieses immens wichtige Thema sehr begrüßen und  gern viele Meinungen eureseits lesen.  

Wie wär´s mit einem kleinen Beitrag über gerade Deine Sicht hierzu ?

 

            Vom Verliebtsein und von der Liebe zum Herrn

[GS.02_050,01] Ihr saget: Lieber Freund und Bruder, du magst allerdings wohl recht haben, und es ist also, wie du gesagt hast. Aber siehe, es ist mit der plötzlichen Erweckung der Liebe eine schwere Sache, was wir hie und da schon aus der Erfahrung wissen. Es hat sogar in dieser Hinsicht mit dem sogenannten „Verliebtwerden" einen Haken. Wenn man der Sache so recht nachspürt, so bringt man gar bald in die Erfahrung, daß man die Liebe überhaupt nicht in seiner Gewalt hat, und man kann nicht sagen, daß man in ein Wesen, wann man nur immer will, mag verliebt werden, sondern es fügt sich solches nach den Umständen und nach den Bedingungen, und man ist als Liebender durchgehends kein aktives, sondern ein rein passives Wesen und muß im buchstäblichen Sinne genommen die Liebe nicht selten als eine Zentnerlast herumschleppen; und es gibt dann und wann durchaus kein Mittel, sich derselben ledig zu machen wie einer anderen Last.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,02] Und so meinen wir denn auch hier, wären wir wirkliche Meister der Liebe, so würde es sicher durchaus nicht fehlen, daß wir den Herrn ergriffen mit der flammendsten Heftigkeit unserer Herzen. Aber wir können tun, was wir wollen, können drücken unser Herz und unser Gefühl pressen, wie die Trauben auf einer Kelter gepreßt werden, und es kommt alles eher heraus als eine von dir beschriebene flammende Liebe.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,03] Daher sind wir der Meinung, daß entweder die Liebe zum Herrn von einer ganz andern Beschaffenheit sein muß als etwa diejenige, die ein Mensch in der Blüte seines Lebens nicht selten zu einer schönen Jungfrau empfindet, oder die Liebe zum Herrn, wenn sie der Liebe zu einer Jungfrau ähnlich sein soll, muß unmittelbar vom Herrn Selbst nach Seiner großen Erbarmung in das Herz eingegossen werden; sonst ist es beinahe unmöglich, daß der Mensch aus seiner eigenen Kraft den Herrn allezeit mit der heftigsten Liebe erfassen könnte, wann er nur immer wollte.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,04] Und wenn es hier demnach auf uns ankommt, allhier plötzlich die größte Liebe zum Herrn zu erwecken, so wird es mit der Anschauung der Wunderdinge auf dieser Galerie sicher ebenfalls einen starken Haken haben. Denn wir können wollen, wie nur immer möglich, und dennoch können wir trotz alles intimsten Wollens unser Herz nicht also entflammen im Momente des Wollens, als wie leicht wir in der Nacht eine Kerze anzünden. Hier also, lieber Freund und Bruder, wird es eines guten Rates gar sehr vonnöten haben.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,05] Ja, meine lieben Freunde und Brüder, ihr habt einerseits wohl recht, und die Liebe ist stets des Menschen Meister, wie wir schon gestern in den Beispielen gesehen haben, weil sie so ganz eigentlich sein Leben selbst ist. Das Leben kann aber nicht beherrscht werden von dem, was nicht Leben ist; daher muß es schon ein anderes Mittel geben, dem die Liebe gehorcht und willig folgt dem höheren Rate dessen, dem sie gehorcht.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,06] Worin besteht aber dieses Mittel? Dieses Mittel besteht in der klaren Vorstellung dessen, was man so ganz eigentlich mit der Fülle der Liebe erfassen will.

[GS.02_050,07] Versuchet einmal, ob ihr bloß dem Namen nach, und möge er noch so majestätisch klingen, euch in irgendeine Jungfrau verlieben möget! Ja, ihr werdet es bei solcher Bekanntschaft mit der Liebe eben nicht gar zu weit bringen; denn was man entweder gar nicht oder viel zu wenig kennt, das kann man ebensowenig mit der Liebe erfassen, als wie wenig man etwas, das gar nicht da ist oder nur subtil da ist, mit den Händen ergreifen kann.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,08] Wenn ihr aber von der vorbesagten Jungfrau eine vollkommene Beschreibung überkommen werdet, wie sie aussieht und wie sie beschaffen ist, und wenn ihr von dieser Jungfrau selbst noch obendrauf ein Handbilletchen gewissermaßen unbekannterweise überkommet, in welchem sie einen oder den andern aus euch vollkommen ihrer Liebe versichert, aus dem angegebenen Grunde, weil sie euch aus den Beschreibungen ebenfalls auf das Vorteilhafteste hat kennen gelernt, so wird eure Liebe zu dieser Jungfrau sobald erwachen, und ihr werdet den allersehnlichsten Drang in euch zu verspüren anfangen, so bald als nur immer möglich sich dahin zu begeben, allda die Jungfrau eurer in aller Liebe harret. Und eure Liebe wird heftiger und heftiger werden, je mehr Vorteilhaftes ihr von der Jungfrau unterwegs oder im Laufe der Zeit vernehmen werdet.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,09] Sehet, das ist sicher aus der Erfahrung richtig. Ich aber frage euch nun: Wie könnet ihr diese Jungfrau denn so mächtig in eurem Herzen ergreifen, da ihr sie ja doch nie gesehen habt und sie euch auch geflissentlich kein Porträt zukommen läßt, um euch gewisserart keine Vorsättigung, welche die eigentliche Liebe schwächen dürfte, zu gewähren? Die Antwort ist leicht und liegt ebenfalls in der Erfahrung: Weil ihr zu einer wohlbegründeten Vorstellung gelangt seid, durch welche euch die besagte Jungfrau stets mehr vielseitig auf das Vorteilhafteste dargestellt wurde.

[GS.02_050,10] Ihre Eigenschaften, ihre Schönheit haben euch gefangen genommen, und ihr könnet nicht umhin, sie bei solchen Vorteilen, die sie euch bietet, zu achten und zu lieben; ihr müßt sie also lieben.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,11] Sehet, in diesem natürlichen Beispiele liegt es aber ja auch ganz offenkundig, auf welche Weise man sich der Liebe zum Herrn bemächtigen kann.

[GS.02_050,12] Die Erkenntnis des Herrn ist die mächtige Triebfeder, welche die Funken im Herzen zusammenzieht, und dann durch dieselben das ganze Herz in eine helle Flamme versetzt.

[GS.02_050,13] Wer möchte wohl Gott lieben können, so er Ihn nicht kennete? Wer Ihn aber stets mehr und mehr erkennt, der wird Ihn auch stets mehr und mehr lieben.

[GS.02_050,14] Doch aber müsset ihr die Liebe zum Herrn nicht platterdings mit der Liebe zu einer vorbeschriebenen Jungfrau völlig vergleichen wollen, sondern ihr müsset sie mehr gleich stellen der reineren Liebe zwischen Kindern und Eltern.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,15] Diese Liebe aber ist nicht ein gewisser leidenschaftlicher Brand, sondern sie ist ein sanftes Wehen, welches den Menschen in seiner Freiheitssphäre ebensowenig beirrt, als wie wenig die Kinderliebe die Kinder in ihrer Tätigkeit nur im geringsten beirrt. – Sie lieben ihre Eltern sicher außerordentlich stark; natürlich sind hier die guten Kinder zu verstehen. Ja sie wissen oft gar nicht, wie stark sie ihre Eltern lieben.

[GS.02_050,16] Um das Maß solcher Liebe zu erschauen, dürfet ihr nur bei einem leidigen Todesfalle entweder des Vaters oder der Mutter solcher Kinder zugegen sein, so werden euch ihre Tränen und das Ringen ihrer Hände so bald das sehr gewichtige Maß der Liebe der Kinder zu ihren Eltern kundgeben. Und dennoch hättet ihr bei Lebzeiten der Eltern bei aller sorgsamer Betrachtung solche Intensität der Liebe nicht herausgefunden. Sehet, also verhält es sich auch mit der Liebe zum Herrn. Sie ist, wie gesagt, ein sanftes Wehen, ein hochachtendes Gefühl, voll erhabenen zarten Nachklanges, und beirrt niemanden in seiner Freiheitssphäre.

schmidt_sandra71: [GS.02_050,17] Nicht mit Leidenschaft drückt sie das Herz des Gottliebenden, sondern mit großer Freudigkeit und genügender lebendiger Speise erfüllt und sättigt sie fortwährend Geist, Herz und Leib des Menschen. Daher brauchet ihr nur in eurem Herzen „Vater" zu rufen, und ihr habt genug getan! Und der Vater wird euer Herz allezeit, insoweit es not tut, sättigen und kräftigen mit Seiner Liebe.

[GS.02_050,18] Ihr brauchet nicht einmal ein Bild, sondern nur die Erkenntnis in eurem Herzen von Gott, und ihr habt genug der Liebe, insoweit sie hier not tut, die Wunder zu erhellen, die da sind vor unseren Augen. – Tuet also solches, und schauet dann! –  

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Von: myrta
Gesendet: Sonntag, 29. April 2001 17:24
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Re: Was fuer eine Liebe?

Wichtigkeit: Hoch 

Habe dieses Gedicht auf einer Web-Page gefunden, über die Liebe.
Ihr lieben Freunde, ich überlasse es Euch gefällt Euch dieses Gedicht? Wenn ich dem Gedicht ein Titel geben würde, würde ich sagen: die launische Liebe.
Liebe, die vergeht,  kann man nicht Liebe nennen, denn sie war nie Liebe, sondern Selbstliebe, weil sie nur gut war für die eigene Laune.
Was würde geschehen wenn Gottesliebe so sein würde???

Liebe
Liebe gedeiht nur in Freiheit....Sie ist immer freiwillig.
Wenn wir sie einzäunen, muß sie verkümmern.Wir können sie nicht erbitten. Wir können sie nicht erzwingen. Sie wird uns geschenkt oder nicht und wir können nichts daran ändern .
Sie fragt uns nicht, ob es uns gerade passt, wenn sie kommt und fragt uns auch nicht, wenn sie wieder geht.
Wir wissen nichts über ihre Dauer. Sie kann lebenslänglich sein oder flüchtig . Wir können versuchen, sie zu pflegen. Wir können versuchen, sie zu schützen, aber sie ist uns nicht sicher .
Liebe ist nicht für immer und auf Liebe gibt es keine Garantie.
Und dennoch, wenn wir alle Geheimnisse des Universums enträtselt haben, wenn wir von fernen Galaxien alles wissen, dann bleibt doch die Liebe der letzte geheimnisvolle Code, den wir nicht entschlüsseln werden.
Und somit wird es eine Antwort auf das, was Liebe nun einmal ist, auch dann noch nicht geben.
Aber es ist mir eigentlich auch ganz egal, denn ich denk mir, ganz gleich was Liebe ist, ich finde es schön.

Dem Herrn allen Dank und Liebe das seine Liebe beständig und ewig ist.
Have a nice Sunday
Myrta

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Von:

Gesendet: Sonntag, 29. April 2001 17:28
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Lorber der liebevolle Knecht des Herrn
In einer eMail vom 27.04.01 10:13:46 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt
drkarinbecker


Was ist Liebe, Demut und Barmherzigkeit ohne die
tätige Nächstenliebe? Leere Worte in den Wind
gesprochen!

Liebe Karin Becker,

in Ihrer wunderschönen Mitteilung vom 27.4. an Myrta steht auch der oben
wiedergegebene Satz. Da wir in der Liste vor einiger Zeit über Nächstenliebe sprachen, möchte ich eine Textstelle von F. Weinreb hierzu anfügen. Die Moderation möge mir bitte ausnahmsweise erlauben mal von der Lorber-Quelle abzuweichen:

"Wenn der Mensch GANZ ist, ist sein Suchen ein Sich-Sehnen. Sehnsucht
bedeutet: Ich möchte mich erheben! Das Geheimnis ist technisch nicht zu erreichen; du kommst ihm nur näher, wenn in deinem Verhalten etwas geschieht, wenn dein Verhalten dir etwas Neues zeigt: Nicht mehr ein Beurteilen der Menschen deiner Umgebung, nicht mehr ein Analysieren, sondern du schätzt sie
(die Mitmenschen) um ihres Geheimnisses willen, ja, du schützt sie, indem du
ihnen vertraust, glaubst, indem du, wie es so schlicht heißt, deinen Nächsten liebst.

In dieser Welt können wir uns nur sehnen, denn das Geheimnis ist das
Fundament der Welt. Das hebräische Wort für Fundament, JESOD, hat als Stamm
SOD, Geheimnis. Es gibt kein Fundament ohne Geheimnis, das verborgen ist wie die Wurzel des Baumes, wie das Herz und das Hirn und die Seele des Menschen verborgen sind, hier nicht erscheinen können."

Ist das nicht eine schöne Umschreibung des Glaubens, weil das Fundament von
allem und jedem jenseitig ist und somit für uns hier nicht sichtbar.

Wie schwer aber ist es, einem Mit-Menschen, einen Nächsten mit all seinen -
analytisch betrachtet - so un-schönen, ungeschätzten, unwürdigen Eigenschaften anzunehmen, ihn nicht nur zu "schätzen", sondern sogar zu "schützen", zu beschützen. Deshalb erscheint mir die Frage "Was ist Liebe, Demut und Barmherzigkeit ohne die tätige Nächstenliebe?" so wichtig. Danke für diese Anregung!

Liebe Grüße

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Von: hans 
Gesendet: Sonntag, 29. April 2001 22:09
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Nochmals: Asteroiden - Planet /Liebe
Liebe Freunde,
 
was ist Liebe und wo kommt sie her ? - Vor 2 Wochen war ich auf dem Reinerkogel, von dem wir schon früher sprachen. Ich kenne diesen einsamen Hügel am Rande von Graz schon seit bald 20 Jahren. Diesesmal aber hatte sich etwas verändert: Ein alter Baum auf dem freien Platz auf  der Höhe war in etwa 0,6 -1,2 m Höhe gerade und eben so abgesägt worden, daß seine ehemals mächtigen drei Arme, die knapp über dem Boden entsprangen, wie drei Tische in die Luft ragten mit jeweils leicht unterschiedlicher Höhe. Man konnte auf den drei dicken Stümpfen so leicht seine Brotzeit ( "Brot und Wein und Salz" ) abstellen - doch wie staunte ich da ! Auf dem ersten Stumpf stand sauber und tief eingraviert "Gott", auf dem zweiten "ist" und auf dem dritten "Liebe".
 
Die Liebe ist das Zentrum der Gottheit. Aus diesem entspringen Licht, Leben und alles, was existiert. Das ist nicht mit dem Verstand zu fassen, sondern nur mit unserem Gefühl. Ein Teil dieser göttlichen Liebe ist uns zum Eigentum geschenkt worden, sonst könnten wir gar nicht leben, frei denken, fühlen und wollen. Schenken wir Liebe, so kommt sie zwar aus uns, aber ganz ursächlich eben doch nur vom Vater. Das Besondere an der Sache ist jedoch, daß wir die Urliebe aus Gott in uns erst bearbeiten müssen. Das ist unsere Hauptlebensaufgabe ! Was können wir aus dieser Lebensenergie machen: 
 
Es gibt drei Hauptqualitäten der Liebe bei den Menschen: Die "Eigenliebe", die "Nächstenliebe", die "Liebe zu Gott". - Nun ? - Kommen diese Liebesarten von Gott oder kommen sie von den Menschen ? Spätestens hier erkennen wir, daß diese drei Arten zu lieben nur dem Menschen eigen sind. Denn Gott ist der Quell der reinen Urliebe, die sich nicht selbst lieben kann, und auch keinen Nächsten, da es nur einen Gott gibt. Gottes Liebe ist die "Vaterliebe" zu allen Seinen Kindern.
 
Nehmen wir als Symbol unseren Baum auf dem Reinerkogel. Dann ist die Vaterliebe Gottes zu und in uns der Stamm, der aus der Erde kommt. Die drei daraus hervorgehenden Arme aber sind die drei unterschiedlichen Liebearten der Menschen.
 
mfg hans

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Von: myrta
Gesendet: Sonntag, 29. April 2001 23:21
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Gottesliebe, Naechstenliebe

 

Von Karin:

Liebe Myrta

Vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Ja liebe Myrta, wenn wir schon Mühe haben unsere gleichgesinnten Mitmenschen zu schätzen und liebevoll zu behandeln, wie sieht es denn erst mit unserer Liebe zum himmlischen Vater aus? Schauen wir doch auf unseren Herrn Jesus und nehmen Ihn als das leuchtenste Beispiel.
Wäre die Liebe unseres Vaters Jesus nicht so sanft, Seine Langmut und Seine Barmherzigkeit nicht so gross, wie würde es um uns stehen, liebe Myrta? Wie viel ist doch noch zu tun. Jeder Gedanke, jedes Wollen sollte von der treibenden Kraft der Liebe durchflossen sein.
Denn nur die Liebe wird fähig sein, des himmlischen Vaters Reich in uns  aufzurichten. Denn nicht von aussen werden wir es sehen, sondern in uns werden wir es finden. Aussen ist doch die Materie, innen ist der Geist. Darum sollten wir uns auch immer mehr dem Inneren zukehren. Unser Geist, aus Ihm geboren, wird uns dann auch lehren, was er von Ihm, seinem Schöpfer, gelehrt wird. Darum sollten wir auch acht haben auf alle Regungen unseres Herzens, denn im Herzen ist der Sitz des Geistes aus Ihm, dem heiligen Vater und Schöpfer von Ewigkeit, unserem geliebten Herrn JESUS. Was ist Liebe, Demut und Barmherzigkeit ohne die
tätige Nächstenliebe? Leere Worte in den Wind gesprochen!

 
Antwort:


Liebe Karin,
aus Deinen Schreiben sehen wir eine Characteristic, immer wieder taucht sie auf, die tätige Nächstenliebe.
Ja liebe Karin, Du hast recht das ist das Wichtigste. Der Herr sagt wie könnet Ihr sagen das Ihr mich liebt, den ihr nicht seht, wenn Ihr nicht mal den Nächsten liebt den ihr seht.
So ist die tätige Nächstenliebe auch der Grundstein für die Gottesliebe.
Der Herr sagt, ihr sagt wohl ihr liebt mich aber wie könnet ihr es mir denn beweisen?  Wiederum nur in der tätigen Nächstenliebe.
So ist auch die Liebe das höchste Gebot.
Wir hier in Canada lieben Deine klaren Worte. Tu Du uns mal immer schön auf die tätige Nächstenliebe erinnern, das wir es endlich begreifen wie unendlich wichtig das ist.
Dearest Greetings Your
Myrta
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Von:
Gesendet: Mittwoch, 2. Mai 2001 13:42
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Cc: lorber@yahoogroups.com
Betreff: Re: [Freundeskreis-Lorberliste] Woher kommt die Liebe zu Gott?
In einer eMail vom 29.04.01 14:33:17 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt
dirknuttelmann
: (Siehe oben!)

Lieber Dirk,

Deine Fragestellung ist so wichtig, dass ich mir erlauben möchte hierzu ein paar Angaben aus dem Werk "Die wahre christliche Religion" von Swedenborg wiederzugeben. Bei Lorber stehen die Antworten ja wohl auch, aber oft nicht so konzentriert, sondern eher breit verteilt (was wohl auch gute Gründe hat):

"Vom Herrn geht unaufhörlich eine Sphäre aus, die alle zum Himmel erhebt und die ganze geistige Welt, ebenso wie die ganze natürliche Welt erfüllt. Diese Sphäre ist wie eine mächtige Strömung im Weltmeer, die ein Schiff heimlich mit sich fortzieht. Alle Menschen, die an den Herrn glauben und nach Seinen Geboten leben, treten in diese Sphäre oder Strömung ein und werden erhoben, alle Menschen hingegen, welche nicht glauben, suchen sich ihr zu entziehen
und entfernen sich nach den Seiten hin, wo sie von dem Strom fortgerissen werden, der zur Hölle zieht." (vgl. Nr. 625c)

Das ist ein schönes, einprägsames Bild. Man kann und soll sich in den vom Herrn ausgehenden Liebes-Strom hinein begeben: das kann dann ja wohl "Gott lieben" genannt werden (anvertrauen, hingeben). Der Liebesstrom existiert aus dem Herrn (ist das Angebot); den Anstoß ihn zu nutzen soll aus uns kommen (Willensentscheidung).

Und weiter bei Swedenborg dazu:

"Vom Herrn strahlt ohne Unterlass eine Sphäre göttlich-himmlischer Liebe aus, die alle erfasst, welche die Lehre Seiner Kirche annehmen und Ihm ebenso gehorchen wie in der Welt die Kinder Vater und Mutter gehorchen, mit anderen Worten: welche sich zu Ihm halten und von Ihm ernährt, das heißt unterrichtet werden wollen." (vgl. Nr. 308)

"Diese himmlischen Sphäre der Liebe entspringt die natürliche Sphäre der Liebe zu den Säuglingen und Kindern, die so allumfassend ist, dass sie sich bis zu den Tieren erstreckt, ja über das Beseelte hinaus sogar das Unbeseelte ergreift." (vgl. Nr. 308).

Auch dies wieder ein schönes Entsprechungs-Bild. Das Geistige zeigt sich hier im Natürlichen, man kann es im Natürlichen sehen, und wir können es annehmen und danach tun.  

Deine Frage darüber, wie die Liebe zum Herrn "erzeugt" wird oder entstehen kann, ist so wichtig, dass ich mir erlaube die Lorber-Liste zu kopieren, vielleicht will man dort an dieser Aussprache teilnehmen.

Liebe Grüße