Meditationsanleitungen

 

in dem Buch von Karl Dvorak : Mystik der Neuoffenbarung: 

 

Inhalt:

In praktischen Übungen, die jeder  selbst  erlernen und  ausführen  kann, werden  neue  Dimensionen unserer inneren Welt erschlossen.  Die  Übungsanweisungen hat Jesus Selbst gelehrt.

 1. Teil    

   1.  Die Gebetsübung

   2.  Die Übung der Selbstbeschauung

   3.  Die Nachsinneübung

   4.  Das Denken im Herzen

   5.  Die Fixierübung oder     Gedankenfesthalte-Übung

   6.  Die Gefühlsübung

   7.  Die Ruhe- und Stille-Übung

   8.  Die Heilung und Segnung

   9.  Die Übung der Gottes- und Nächstenliebe

 10.  Der Somnabulismus oder Magnetismus

 

2. Teil:

 

   1.  Liebe zu Gott

   2.  Erweckung der Liebe zu Gott

   3.  Nächstenliebe

4.     Erweckung der Liebe zum Nächsten

5.        

 

Das Buch kann bei der  Verlagsgemeinschaft Friedrich Zluhan, Hindenburgstraße 5  in D 74321 Bietigheim – Bisssingen

 

oder bei Maria Dvorak bestellt werden. Die Anschrift auf dem Buchumschlag stimmt noch.  

 

Jesu-Medtitationsanleitungen durch HB: 

 

 

Weitere bemerkenswerte Hinweise habe ich dem Buch „Gedankenformen“ von Charles W. Leadbeater entnommen, die ich nach meinem Empfinden überarbeitet habe: 

 

Die drei Arten des Denkens 

Der Intellekt ist wie die Sammellinse eines Stereoskopes. Er projiziert das Bild in einer von drei Richtungen, nach dem Willen des Denkers, der die Gedanken-Form beseelt. 

Es kann gegen den Empfindungs-Leib (Astralkörper) gerichtet werden, um ein Gefühl zu erregen, das zu untermittelbarem Handeln führt. 

Wenn der Gedanke Interesse erweckt, wird eine der  Zwillingskräfte Anziehung oder Abstoßung hervorgerufen. Wenn die Zentrifugalkraft „Anziehung“ angeregt wird, ergreift sie den Gedanken, wirbelt ihn in den Empfindungs-Leib (Astralkörper), vermehrt das Leben des Bildes und bekleidet es mit Begierden-Stoff. Dann kann der Gedanke auf das Äther-Gehirn wirken und die Lebenskraft durch die geeigneten Gehirnzellen und Nerven zu den willkürlichen Muskeln stoßen, die die notwendige  Tätigkeit ausführen. So wird die Kraft im Gedanken verbreitet, und das Bild bleibt im Äther des Lebens-Leibes (Ätherkörpers) als Erinnerung an die Tätigkeit und an das Gefühl, das sie hervorrief. 

Abstoßung ist die zentripetale Kraft, und wenn diese vom Gedanken angeregt wird, entsteht ein Kampf der geistigen Kraft (dem Willen des Menschen) in der Gedanken-Form mit dem Empfindungs-Leibe (Astralkörper). Das ist der Kampf zwischen Gewissen und Begierde, der höheren und niederen Natur. Die geistige Kraft sucht trotz des Widerstandes die Gedanken-Form in den Begierden-Stoff zu kleiden, der nötig ist, um Gehirn und Muskeln zu brauchen. Die Widerstandskraft wird bestrebt sein, die geeignete Materie zu zerstreuen und den Gedanken auszustoßen. Wenn die geistige Energie stark ist, so kann sie ihren Weg durch die Gehirnzentren erzwingen und ihr Kleid aus Begierden- (Astral) Stoff erhalten, während sie die Lebenskraft handhabt. Sie erzwingt so eine Tätigkeit und wird in diesem Falle im Gedächtnisse einen lebhaften Eindruck des Kampfes und des Sieges zurücklassen. Wenn die geistige Energie erschöpft ist, ehe es zur Handlung kam, wird sie durch die Abstoßungskraft überwunden und im Gedächtnis aufgespeichert werden, wie alle Gedanken-Formen, wenn sie ihre Energie ausgegeben haben.

Wenn die Gedankenform dem tötenden Gefühle der Gleichgültigkeit begegnet, so hängt es von der in ihr enthaltenen geistigen Energie ab, ob sie fähig sein wird, eine Handlung zu erzwingen, oder ob sie im rückstrahlenden Äther des Lebens-Leibes (Ätherkörpers) nur einen schwachen Eindruck zurücklässt, nachdem ihre bewegende Kraft erschöpft ist. 

Wo die mentalen Bilder äußerlicher Einwirkungen keine unmittelbaren Handlungen erfordern, können sie sofort in den rückstrahlenden Äther projiziert werden, zugleich mit ihnen die Gedanken, die sie erzeugt haben, und die nun zum späteren Gebrauche aufbewahrt werden. Der Geist, der durch den Intellekt arbeitet, hat unmittelbar Zutritt zum Speicher des bewussten Gedächtnisses und kann zu jeder Zeit jedes beliebige vorhandene Bild erstehen lassen, es mit geistiger Kraft versehen und es auf den  Begierdenkörper (Astralkörper) projizieren, um Handlungen zu veranlassen. So oft nun ein solches Bild gebraucht wird, gewinnt es an Lebhaftigkeit, Stärke und Wirksamkeit und erzwingt Handlungen längs seines Kraftschemas, dienstbereiter als bei vorhergehenden Gelegenheiten , weil es Spuren hinterlässt und jenes Gedankenphänomen in uns erzeugt, das wir bwußte Vorstellung nennen. 

Eine dritte Art Gedanken-Formen zu verwenden, ist die Projektion auf einen anderen Intellekt .......... Wenn die für eine solche projizierte Gedanken-Form bestimmt Arbeit vollendet ist, oder wenn ihre Energie in einem vergeblichen Kampfe, ihr Ziel zu erreichen, ausgegeben wurde, strebt sie zu ihrem Urheber zurück und bringt ihm den unauslöschlichen Bericht über ihre Reise mit. Ihr Erfolg oder Misserfolg prägt sich den negativen Atomen des rückstrahlenden Äthers im Lebens-Leibe (Ätherkörper) ihres Schöpfers ein, wo sie den Teil aus dem Berichte über Leben und Tod des Denkenden bilden, den wir „unterbewussten Intellekt“ nennen. 

Dieser Bericht ist bedeutend wichtiger als der bewusste Teil, zu dem wir freien Zutritt haben, denn dieser wird aus vollkommenen und eingebildeten Sinnenwahrnehmungen zusammengesetzt und ist das willkürliche Gedächtnis des bewussten Intellektes.

Weitere Hinweise au diesem Buch über Schwingungen: 

Der göttliche Geist als das ursprüngliche, sich vielfach differenzierende Leben, ist – das Seiende, und sein Wesen ist – Bewegung. Seinen Ausdruck, sein Organ, schafft er sich durch die Einwirkung seines Wesens, der Bewegung, auf die Materie, die Form. Durch diese Einwirkung entstehen Schwingungen. Diese Schwingungen sind, je nach der Dichtigkeit des Stoffes, gröber oder feiner, langsamer oder rascher. Schwingungen von 62 Oktaven lassen sich heute bereits mit den Mitteln der Wissenschaft messen und bestimmen. Übersteigen sie aber ein bestimmtes Maß von Schnelligkeit, so versagt die instrumentale Forschung. Nur der Mensch, der ja selbst Träger dieser feinen Schwingungen ist, unterscheidet sie in und durch sich. Er kann aber nur dann etwas wirklich objektiv Richtiges über sie aussagen, wenn das Bewusstsein, der Lebens-Aspekt in ihm, auf diesem Gebiete die Verdunkelung, der er durch die Formseite unterworfen ist, durchbrochen hat; wenn er die Umkehrung der Spiegelung in sich aufzuheben imstande ist, oder anders ausgedrückt: wenn er die Reproduktion von der Täuschung, die durch das Reproduzieren entsteht, entkleiden kann.

Dieses ist ein Mysterium.

Schwingungen bestimmter Schnelligkeit, die durch die Bewegung des Lebens ausgelöst werden, bauen dem Erkenner, aus dem ihnen entsprechenden Stoffe, sein Organ, den Intellekt.

Der Intellekt ist der Brennpunkt, durch den der Geist sich im Stoffe spiegelt (durch den das Leben sich im Stoffe reproduziert), er enthält: Abbilder der Kraft-Urbilder und Urtypen der Begierden und Errungen, der universellen Lebenskraft und der Formen.

Der Intellekt ist selbst nicht der Erkennende, er ist nur sein Organ, der lediglich Spiegelbilder oder Reproduktionen enthält, die durch die Einwirkung der Bewegung des Geistes im Stoffe hervorgerufen werden. Der Stoff des Intellektes nimmt genau die Formen der Gegenstände an, auf die der Erkenner sich richtet.

Der Intellekt eines Menschen ist die Summe der von ihm geschaffenen Gedanken. Der Intellekt, der einem Menschen durch seine Geburt  eigen ist, ist das Resultat seiner Gedanken, die er in seinem vergangenen Leben dachte. Er ist so ein ganz bestimmt gearteter Träger eines ganz bestimmten Schwingungs-Rhythmus. Zwei vollkommen gleiche Intellekte gibt es nicht.

Der Intellekt ist in ständiger Bewegung. Er sendet Schwingungen aus und nimmt Schwingungen auf. Die Schwingungen, die er aufnimmt, werden sofort mit seinem eigenen Schwingungs-Rhythmus vereint und dadurch modifiziert. Mit dem Intellekte ist es aber unmöglich zu erkennen, welcher Art der aufgenommene Rhythmus an sich ist. Der Erkennende erkennt mit dem Mittel des Intellektes immer nur das zu Erkennende und den eigenen Schwingungs-Rhythmus. Die Erkenntnis, die der Intellekt übermittelt, ist also keine objektive, sondern eine illusive. Der Intellekt wird daher mit Recht „Erzeuger der Illusion“, „Schlächter der Wirklichkeit“ genannt. Eine wirkliche Erkenntnis ist nur dann möglich, wenn der Geist die Begegnung mit der Materie voll beherrscht.

Durch das tägliche Denken wird der Intellekt weiter gebildet und gewandelt. Die Stabilität des schon Erschaffenen ist zu ersehen aus der großen Schwierigkeit der Umbildung, Schulung des Intellektes. Der Intellekt und die Gedanken, die ihn gebildet haben, der Mentalkörper insgesamt, also die Formenseite, muß streng vom Denken unterschieden werden. Dieses gehört dem geistigen Aspekte, der Lebensseite des Seins an. Der Wissenschaftler verknüpft mit dem Begriffe des Denkens sofort den des Gehirns. Wohl durchdringt der Mentalkörper auch die physischen Partikel, die man „Gehirn“ nennt, und es befinden sich dort wichtige mentale Zentren, er ist aber durchaus nicht auf diesen Teil des Menschen beschränkt.

Das Zustandekommen eines Gedankens ist ein äußerst komplizierter Vorgang, in den die Foschung an Hand des Wissens von den sieben Grundteilen des Menschen und der Lebens- und der Formseite alles Seienden, allmählich immer mehr eindringt. Hier seien nur einige kurze Hinweise gegeben.

„Denken tritt ein, wenn der Gedanken-Äther (die Mental-Materie) zwischen einem Gegenstande und unserm Intellekte in Schwingung gerät“. – „Denken ist das Bewusstwerden einer Beziehung, die zwischen vielen Empfindungen und einer sie verknüpfenden Einheit besteht.“

(Das alle Gedanken von Gott kommen, erkennen Leadbeater und die von ihm zitierten Autoren nicht)

Das Denken steht in enger Verbindung mit dem Gefühle. Eine Tätigkeit des  Astralkörpers ist eine unbedingte Voraussetzung zum Zustandekommen des Denkens, würde aber allein das Denken  nie einzuleiten vermögen, wenn der „Erkenner“ nicht in Aktion treten würde.

Hier begegnen wir dem Mysterium der Drei, von dem schon der alte chinesische Weise Laotse uns in den Worten kündete: „Die Eins erzeugt die Zwei, die Zwei erzeugt die Drei, die Drei erzeugt alle Dinge“.

Wer sich über die Entstehung des Denkens klar werden will, muß zuvor das Wesen des aus der Drei hervorgehenden vierten Zustandes alles Werdenden verstehen. Drei an sich, und die Vereinigung bildet sieben. ...Und auf die übermenschlichen Anforderungen, die der vierte Zustand  an das menschliche Unterscheidungsvermögen  stellt, weisen die Worte  „Sein Herz hatte sich dem Einen Strahl noch nicht eröffnet, um ihn als Dreiheit in die Vierheit, in der Schoß der Scheinwelt, fallen zu lassen.“

In Ehrfurcht sollte jeder vor dem Geheimnis, dem Segen und was er zunächst wohl nur als Flucht seines Denkens erfassen kann, stehen. Wird er hier zum „Herrscher und Diener des Guten“ in eins verbunden, ist auch der Schleier der Maya, die Täuschung, für ihn zerrissen.

Je nach dem Verhältnisse von Geist und Stoff und der gegenseitigen  Einwirkung der verschiedenen Körper des Menschen, wird der Mentalstoff in gröbere oder feinere Schwingungen versetzt. Ein Denken, das nach der Idee hin gerichtet ist, also unter dem Einfluß des geistigen, des kausalen Bewusstseins steht, zieht feinere Mentalstoffpartikelchen an, als z.B. ein Denken, das ganz unter dem Drucke eines groben Astralkörpers, niedere Begierdenhaftigkeit steht. Die feinstofflicheren Mentalpartikelchen stoßen durch ihre schnellere Schwingungsart die groben Mentalpartikelchen ab, und der Mensch  schafft sich so durch reines, der Idee zugewandtes Denken, einen reinen, rasch schwingenden Mentalkörper, der durch die Einwirkung seiner Schwingungen auch die gröberen Körper (Astral-,Äther- und physischen Körper) reinigt, durch das Abschleudern gröberen  Stoffes.

Es kann nie genug darauf hingewiesen werden, dass diese Reinigung, die den ersten Schritt zur Entwicklung zum Vollmenschen ausmacht, mit der Schulung des Denkens beginnen muß, also von innen nach außen vor sich geht. Die vielen Versuche, die in der  Jetztzeit gemacht werden, den Menschen durch Einwirkungen auf den physischen oder den Ätherkörper zu reinigen, widersprechen den Lebens- und Entwicklungsgesetzen.

Der Mensch, der seine Körper von innen nach außen gereinigt hat, hat sich damit auch die Außenwelt verändert. Es heißt nicht umsonst: „Dem Reinen ist alles rein“, oder „Man begegnet immer nur sich selbst“. Feine Schwingungen bilden eine Aufnahmeantenne nur für wiederum feine Rhythmen. Wenn man einen geistig-seelisch  Heruntergekommenen in dieselbe Situation bringt, so resultieren daraus zwei vollkommen verschiedene Erlebnisse. Dem Menschen, der durch die Kraft seines Geistes seine Materie reinigt, erschließen sich Welten, die ihm vorher nicht zugänglich waren, denn die Wahrnehmungs-Organe und Kraftzentren der feinerer Körper, die sich beim Durchschnittsmenschen noch in latentem Zustande befinden, setzen sich nur bei bestimmter Schnelligkeit des betreffenden Stoffes in Schwingung. Da die Beweise jeder Sphäre natürlich immer innerhalb der betreffenden Sphäre liegen, können sie in diesem Falle logischerweise nicht handgreiflich sein.

Das Denkvermögen des Menschen steckt voller Unzulänglichkeiten, die die rudimentären Anfänge eines Teiles der Denkstörungen bilden, mit denen sich die Psychiater heute noch so vergeblich abmühen.  Kreisendes Denken, Zwangsdenken, Denkhemmung, überwertiges und unterwertiges Denken, zerfahrenes Denken, Gedankenflucht, unzusammenhängendes Denken, Beziehungsgedanken etc. und vor allem das negative Denken können durch systematische innere Disziplinierung allmählich behoben werden. Eines der wichtigsten Mittel zur Schulung seines Gedankenlebens, natürlich für den gesunden Menschen, ist hierzu das Studium, das auf der Stufe der Reinigung, neben Konzentration, Meditation und treuer  Pflichterfüllung im täglichen Leben, empfohlen wird. Es handelt sich natürlich nicht darum, sich mit allem möglichen Wissen vollzupfropfen, sondern sich, durch das Aufnehmen, und vor allem das Nachdenken logischer Gedankengänge, an diese zu gewöhnen, so dass man allmählich fähig wird, selbst logische Gedankengänge zu produzieren.

Denkübungen müssen vor allem methodisch und regelmäßig durchgeführt werden. Regelmäßigkeit  ist eine Grundbedingung zum Gelingen einer jeden Übung. Jeder strebende Mensch sollte wenigstens 10 Minuten täglich in einem guten Buche lesen und dann das Gelesene gründlich durchdenken. Diese Denkübungen haben 1. einen Einfluß auf das physische Gehirn. Sie vermehren seine graue Hirn-Substanz. 2. wird dadurch das Bewusstsein und die Erkenntnisfähigkeit des Menschen gestärkt.

Richtig und positiv zu denken vermag ferner nur der, scharf zu beobachten imstande ist, denn nur das, was schart beobachtet, präzise aufgenommen worden ist, kann auch festgehalten werden, ohne Verzerrungen (besonders von Seiten des Astralkörpers) ausgesetzt zu sein.  

Gedächtnis

Hier kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkte, und zwar dem Gedächtnis. Zum Verständnisse der Funktion des Gedächtnisses sagt Max Heindel folgendes: „Die leisesten Gedanken, Empfindungen und Gefühle werden den Lungen übermittelt, die sie ins Blut weiterbefördern. Das Blut ist eines der höchsten Produkte des Lebensleibes (Astralkörpers), da es der Nahrungsträger für jeden Teil des Körpers und das unmittelbare Vehikel des Ego ist. Die Bilder, die das Blut enthält, werden den negativen Atomen des Lebens-Leibes eingeprägt, um als Schiedsrichter über das Schicksal des Menschen nach dem Tode zu dienen. Das Gedächtnis, das bewusste wie das unbewusste , bezieht sich vollständig auf die Erfahrungen des Lebens.“

Das sogenannte „schlechte Gedächtnis“ hat seinen Grund in einer mangelhaften Aufmerksamkeit. Das Bewusstsein des Menschen huscht über die Ereignisse und Begegnungen hinweg, und die Einprägung in den Äther ist daher nur eine sehr schwache und kann oft nur mit großer Mühe, oft auch willkürlich gar nicht mehr reproduziert werden. Die Möglichkeit des unwillkürlichen Emportauchens all dieser Erinnerungsschätze, beweist uns aber immer wieder, dass diese, wenn auch noch so schwachen Eindrücke doch  bestehen. – Auch hier ist es allein die Übung, die Abhilfe schafft. Die mit einem schlechten Gedächtnisse Behafteten sollten täglich z.B. einen bestimmten Gang, den sie zu machen haben, dazu benutzen, ihre Aufmerksamkeit voll, allem was ihnen begegnet zuzuwenden, um dann die Eindrücke, nach Beendigung des Ganges, wieder hervorzuholen. Dieses ist gleichzeitig eine gute Übung in der Objektivität. Jeder Mensch behält das, wofür er sich interessiert, ohne Mühe. Wichtig ist es aber, dass die Aufmerksamkeit ohne diesen persönlichen Antrieb funktioniert.

Außer dem im Ätherkörper wurzelnden Gedächtnisse, das die Eindrücke dieses Erdenlebens enthält, und das unserem Denken mehr oder weniger zugänglich ist, haben wir noch ein Gedächtnis, das in der geistigen Seele verankert ist und das die Erfahrungen unserer früheren Erdenleben birgt. Dieses Gedächtnis können wir mit unserem Intellekte nicht erreichen. Die Äußerung dieses Gedächtnisses erleben wir teilweise in unserem Gewissen und Charakter. Der, der sich bewusst und willkürlich  in die geistige Seele versetzen kann, vermag auch in diesem Gedächtnisse zu lesen. 

Besant sagt in ihrem Werk: Eine Studie über das Bewusstsein vom Gedächtnis u.a. folgendes: “Die Ereignisse, die wir durchgemacht haben, bilden nicht nur unser Eigentum, sondern einen Teil des  Gott-Bewußtseins, und unsere  Empfindung eines Eigentums-Rechtes auf sie ist nur dem Umstande zuzuschreiben, dass  wir früher einmal durch gewisse Schwingungen erlebt haben, und deshalb diese jetzt leichter wiederholen können, als damals, wo wir zum ersten Mal mit jenen Ereignissen in Berührung kamen....... Daß wir uns einer Sache erinnern können, ist also dem Umstande zu verdanken, dass  im göttlichen Bewusstsein  alles ewig besteht. Durch die Gottheit wurden uns zeitliche und räumliche Schranken auferlegt, damit wir uns durch Übung die Fähigkeiten erwerben, durch Modifikation des Bewusstseins rasch auf Schwingungen zu reagieren, die in unseren Hüllen durch  Schwingungen  erzeugt werden, die von anderen mit ähnlichem Bewusstsein beseelten Hüllen ausgehen. Nur so können wir allmählich lernen, klar und deutlich zu unterscheiden. Indem wir die Dinge nach einander, also zeitlich verbinden und sie ebenso in ihren gegenseitigen Richtungsbeziehungen zu uns und zu einander – also räumlich verbinden, entwickeln wir uns allmählich zu einem Zustand, in welchem wir alles gleichzeitig und jedes Ding überall – also  außerhalb von Zeit und Raum – erkennen können. 

Die Schulung des Denkvermögens führt den Strebenden gesetzmäßig zu Konzentration und Meditation oder zum  Gebet, ohne das eine geistig-seelische Entwicklung nicht möglich ist. Eine der wichtigsten Eigenschaften des Denkvermögens ist seine Beweglichkeit, und der Strebende, der mit der Schulung seines Intellektes einsetzt, übt systematisch diese Beweglichkeit seines Intellektes, denn sie ist die wahre Grundlage, auf der die „Standhaftigkeit“ des Intellektes erreicht werden kann, die in der Konzentration zur Anwendung kommt und so die Grundlage aller Meditation bildet.  

Konzentration:

Konzentration ist zunächst das Festhalten eines bestimmten Betrachtungsgegenstandes oder Momentes, mit Ausschluß aller ablenkenden Momente. Kann der Betrachtende bei dieser Einstellung  verharren, so kann das Objekt der Betrachtung alles Äußerlichen, Formhaften entkleidet werden, so dass es sich in seinem Wesenskerne dem Erkenner eint. Dieser Konzentrationszustand wird oft mit dem Zustande der Meditation verwechselt.

Konzentration ist ein aktiver und keinesfalls ein passiver Zustand. Passive Hingabe an bestimmte Rhythmen, wie sie von medial veranlagten Personen häufig ausgeübt wird, hat mit Konzentration nichts zu tun. Zum Zustandekommen einer Konzentration ist ein friedvoller innerer Zustand erforderlich, denn nur aus innerer Ruhe heraus ist es dem  Menschen möglich, alle die vielen Impulse, die sein Intellekt ihm ständig zu übermitteln sucht, abzuwehren. Jedem der daher in eine Konzentration eintreten will, gelten die Worte des  CHRISTUS-Jesus:  „Gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder“. Eine vollkommene innere Entspanntheit ist auch darum Vorbedingung zur Konzentration, weil diese an sich ihre Anforderungen an das Gehirn des Menschen stellt. –  

Eine Gehirnzelle besteht aus Atomen. Die Atome bestehen aus Spirillen, von denen immer 7 zusammengefügt sind. Von diesen 7 Spirillen werden in der gegenwärtigen Entwicklungsperiode immer nur 4 benutzt und 3 liegen latent da. Die Konzentrationsübungen wirken durch den erhöhten Druck, den sie hervorrufen, auf diese latenten Spirillen ein, wodurch natürlich bei einem Übermaß eine Überreizung eintreten kann. Die Konzentration ist daher vollkommen zwangslos und entspannt zu üben. Jede äußere Starre ist zu meiden. Dieses führt nur zu Trance, hypnotischen Zuständen und letzten Endes zu Gehirnlähmungen und gehört in das Gebiet des okkulten Unfugs. Wenn wir uns fragen, worauf wir uns konzentrieren sollen, so sagt H. Mitchell in seinem kleinen Werk „Meditation“ darauf folgendes: “Auf das erhabenste abstrakte Ideal (Jesus), das wir haben können.“

In diesem Werke beschreibt er auch den Übergang von Konzentration zu Meditation wie folgt:

„Die zahlreichen Stimmen des Gemütes und der Sinne sterben ab und werden still..... Die Sinne werden automatisch und unbewusst zurückgezogen und fließen zusammen in die eine  Kraft des  Gewahrseins oder der Intuition. Das, wie wir wissen, aktive und nur vom Wechsel beunruhigte  Bewusstsein des Gemütes erleidet eine feine Wandlung. An seiner Stelle erwacht das Bewusstsein des Herzens..... Auf diese Weise kann das Herz, wenn das Gemüt beruhigt ist, dynamisch werden und uns zur Vereinigung mit dem betrachteten Gegenstande bringen, vorausgesetzt, dass wir es tatsächlich wünschen und für ihn eine wahrhaftige, keine sentimentale Liebe fühlen. Gerade diese dynamische Tätigkeit des Herzens wirkt zunächst in der Meditation. Obgleich nach einer Richtung hingewendet, ist das Gemüt doch völlig in Ruhe. In diesem Zustande ist es einem stillen See verglichen worden, - selbst nicht mehr fließend oder bewegend, wohl aber imstande, die stille Glorie der Sterne und ihres erhabenen Wandels widerzuspiegeln. Das Bewusstsein wird also nur durch den Wunsch des Herzens festgehalten. Dieser Wunsch ist eine lebendige, wirkliche Kraft. Er zieht uns zu dem Ideale (Jesus), auf das er gerichtet ist und das Ideal zu uns. Wir beginnen gradweise die Wirklichkeit seiner Gegenwart zu fühlen. Anfangs wird seine Gegenwart von dem Gemüte in jener Form widergespiegelt in die wir es durch Wort und Bild eingekleidet hatten. Insoweit es aber ein wirklich, es und echtes Ideal ist, gehört es der formlosen Seele an, und gerade aus diesem Grunde ist es unser Ideal gewesen und haben wir es geliebt. Unser Verlangen geht also über die Form oder die Worte hinaus. Nach und nach wird dieses Gedankenbild immer schwächer und entschwindet dem Auge. Nun senkt sich ein Schweigen und eine tiefe Ruhe auf uns nieder, formlos und wortlos, aber voller Kraft. Sind wir in diese Stille eingetreten, so haben wir zu meditieren angefangen, denn in ihr ist eingehüllt die Seele eines jeden und die Seele der ganzen Welt. Über das nun eintretende Bewusstsein kann ich nicht schreiben...“  

Auf diesem Gebiete versagen intellektuelle Erwägungen und Erklärungen, weil wir hier in ein Gebiet eintreten, das über das, was dem intellektuellen Verständnisse zugänglich ist, weit erhaben ist. Wer hier nicht selbst durch angestrengte Bemühungen und Schulung das Gebiet des Erlebens erreicht, wird immer unverstehend vor diesem Reiche stehen. Der ewige Kraftquell, der sich hier dem menschlichen Wesen erschließt, wartet immer auf die reine Schale, die hingehalten wird, und der erste Schritt, der zur Reinigung der Schale unseres Wesens getan werden muß, ist die Erlangung eines positiven, reinen, lebensbejahenden, geordneten und kraftvollen  Denkens.  

Aus "Das Höhere Selbst" von Ch.W. Leadbeater, zum Teil in eigene Worte gefaßt Ich habe mir gleich einige Bücher gekauft, die in seinem Buch "Die Chakras" zitiert werden:

Im fortgeschrittenen Stadium erkennen wir schon Gott in allem; Gott begrüßt uns jetzt nicht nur von außen, Seine Heiligkeit empfinden wir jetzt in unserem Herzen. Unser Bewußtsein wird von dem göttlichen Bewußtsein mehr und mehr aufgenommen.

Bei diesem wunderbaren Aufwärtssteigen ist jedoch kein Verlust des Individualitätsgefühles, wohl aber ein Verlust des Getrenntseinseinfühlens bis aufs äußerste. Das ist scheinbar ein Widerspruch, und doch ist es klar, daß es wirklich so ist. Der Mensch erinnert sich alles dessen, was hinter ihm liegt. Er ist er selbst, derselbe Mensch, der dies oder jene Handlung in längst vergangener Zeit vollbrachte. Er ist in keiner Weise verändert, außer daß er jetzt viel mehr ist, als er damals war, und fühlt, daß er ebensoviele andere Offenbarungen in sich einschließt.

Wenn so hin und wieder einige Hunderte unter uns ihr Bewußtsein plötzlich zur Welt der Intuition emporheben könnten, wäre wir alle ein Bewußtsein, aber für jeden einzelnen Menschen schiene es sein eigenes zu sein, ganz unverändert, außer daß es jetzt ebenso alle anderen mit inbegriffe.

Anmerkung hierzu: Dies ist eine Leistung unseres Kollektivbewußtseins, das unser Geburtsgeist (=gereinigter Weisheitsgeist aus unserer Werdung aus dem Herzen Gottes beim Wiederaufstieg aus dem gefallenen Sein) einschließt.

Jedem einzelnen würde es scheinen, als habe er alle anderen in sich eingeschlossen oder mit sich vereint; so befinden wir uns denn hier offenbar in einer Art Täuschung, und eine noch etwas weitergehende Erkenntnis wird uns klarmachen, daß wir alle nur Seiten ines einzigen größeren Bewußtseins sind, und daß das, was wir früher für unseren Verstand, unsere Kraft hielten, immerdar Seine Eigenschaften, Sein Verstand und Seine Kraft waren (Swedenborg: uns gehört nichts!). Wir sind in Wahrheit bei der Erfüllung der altehrwürdigen Worte angelangt: "Du bist das." (Du=Gott, ich weiß nicht, ob Leadbeater dies auch so meint). Es sind zwei ganz verschiedenen Dinge, über das hier unten mit dem Verstande zu reden und zu erfassen oder zu glauben, daß man es erfaßt, und in diese wunderbare Welt wirklich einzutreten und sie mit einer Gewißheit, die nie mehr erschüttert werden kann, zu kennen.

Es darf jedoch nicht vorausgesetzt werden, daß ein Mensch, der in die niederste Unterabteilung dieser Welt eintritt, sich sofort dieser Einheit mit allem Leben voll bewußt wird. Die Vollkommenheit in diesem Empfinden kommt erst als Resultat von viel Arbeit und Mühseligkeiten , wenn er in höhere Regionen dieses Reiches der Einheit erlangt hat. Ganz in diese Welt eingehen bedeutet die Errungenschaft eines unendlich ausgedehnten Bewußtseins und das Einswerden mit vielen anderen; aber vor ihm eröffnet sich dann wiederum eine Zeit der Anstrengung, eine Zeit der Entwicklung, ähnlich wie in der Welt, in der man sich hier unten befindet, wen man sich bemüht, durch Meditation das Bewußtsein für die nächsthöhere Ebene zu öffnen. (Dies alles geschieht unter kaum wahrnehmbarem Engelseinfluß, dem wir uns in der Meditation öffnen, der von unserem Herrn und Meister ausströmt) Schritt für Schritt, immer neue Ebenen erobert der Höherstrebende auf seinem Weg; denn auch in dieser Welt ist die Mühe und Anstrengung notwendig, wenn ein Fortschritt gemacht werden soll.

Wenn wir jetzt zurückblicken, dann erkennen wir, daß wir zunächst gelernt haben die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Wir haben gelernt, die Vorurteile, die wir davon hatten, zu überwinden, um so endlich zu der Wirklichkeit durchzudringen, die hinter alledem steckte, was wir bisher von ihr zu erfassen vermochten. Jetzt aber können wir die Wirklichkeit sehen, die hinter den abweichenden Anschauungen anderer Menschen von demselben Gegenstande verborgen liegt, indem wir zugleich von ihrem Standpunkte und von unserem aus vorwärts gehen, kommen wir immer zu der Sache selbst und erfassen alle ihre zugehörigen Möglichkeiten klar; denn nun sind sie wie in uns eingeschlossen, und alle Möglichkeiten eröffnen sich nun auch uns. Schwer ist es, das in Worte zu fassen, und unmöglich, es hier unten vollständig zu begreifen; und doch deutet es auf eine Wahrheit und kommt ihr nahe, die wirklicher ist als das, was wir hier auf Erden Wirklichkeit nennen.

Wenn wir uns sofort in jene Welt versetzen könnten, ohne langsam die verbindenden Stufen zu überschreiten, hätte das meiste, was wir imstande wären, zu erblicken, nur wenig Bedeutung für uns. Ein plötzlicher Übergang läßt bekannte Gegenstände so ganz anders erscheinen, daß sie gänzlich unerkenntlich sind. Ein Buch z.B. oder eine Wasserflasche zeigt sich in einer ganz vertrauten Erscheinungsform; aber wenn man plötzlich befähigt ist, einen Gegenstand von allen Seiten zugleich zu sehen, so wird man vielleicht die Erfahrung machen, daß es eine so ganz anders geartete Erscheinung darbietet, und daß es damit dann schon einer ganz bedeutende mentalen Anpassungsfähigkeit und Kraft bedarf, um den Gegenstand mit Sicherheit benennen zu können. Dazu kommt noch die weitere Schwierigkeit, daß das ganze Innere des Körpers von uns so ausgebreitet daliegt, als wäre jedes Teilchen einzeln auf einen Tisch gelegt, und man wird begreifen, daß daraus neue Schwierigkeiten entstehen. Dazu kommt noch eine andere Tatsache - nämlich die: während man, wie beschrieben, auf alle diese Teile blickt, ist man zu gleicher Zeit in jedem jener Teile und schaut aus denselben heraus; und nun wird man begreifen, daß es eine absolute Unmöglichkeit ist, eine Ähnlichkeit herauszufinden mit dem Gegenstande, den wir in der physischen Welt kannten. 

Zu einem richtigen Verständnis gelangen wir mit dem Fortschritt unserer Vergeistigung. Der Gang in der Evolution ist eine stufenweise Entwicklung, sodaß wir in keiner Weise weitergeführt werden, bis wir fähig sind, ohne Schauer Herrlichkeiten ins Angesicht zu blicken, die uns blenden würden, wenn wir sie unerwartet schauten.

In dieser Welt hat der Mensch noch einen bestimmten Körper, und doch scheint sein Bewußtsein in unzähligen anderen Körpern in gleicher Art gegenwärtig. Das Gewebe des Lebens ist so ausgedehnt, daß es auch jene anderen Menschen in sich schließt, so daß wir anstatt vieler einzelner Gewebe ein einziges Gewebe erhalten, das alle anderen in einem einheitlichen Leben einschließt. Das ganze Menschengeschlecht erscheint von diesem Standpunkte mit goldenen Fäden in sich und untereinander verbunden zu sein und ein einziges Ganzes zu bilden, nicht mehr ein Mensch, sondern Mensch im begrifflichen, abstrakten Sinne.

Vergleiche hierzu Swedenborg oder Lorber: Zusammengehörige Seelen erscheinen wie ein Mensch; ein Dualpaar erscheint wie ein Mensch! In der Summe ist jeder Mensch ein Schöpfungsmensch im Kleinformat, denn in jedem Menschen leben Völkerschaften. Die ganze gerichtete Welt ist der große Schöpfungsmensch!