Von .......am 5.3.2002

In einer eMail vom 04.03.02 14:24:49 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit schreibt Ralf:


Thema:[Freundeskreis-Lorberliste] Re: Wiedergeburt und/oder Kindschaft
Datum:04.03.02 14:24:49 (MEZ) Mitteleuropäische Zeit
From:    Ralf
Reply-to: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca
To:    Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.ca




Lieber ................,

Du sprichst das zentrale Thema schlechthin an.

Ich glaube es ist aber angebracht die sog. "geistige Wiedergeburt"
genauer zu definieren. Es gibt ja auch noch die "Wiedergeburt im
Geiste" und auch die sog. "seelische" Wiedergeburt.

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Lieber Ralf,

danke für Deine wichtigen Hinweise. Auch ich bin der Meinung, dass man über den Begriff "geistige Wiedergeburt" zuerst ein gutes Verständnis haben sollte. Vielleicht sollten wir ja damit anfangen. Dirk N. sagte schon vor geraumer Zeit, dass man sich den Inhalten von "geistiger Wiedergeburt" mal näher widmen sollte.

Sprachlich sehe ich in den Ausdrücken
* "geistige Wiedergeburt" = wiedergeboren im Geiste werden (erreichen)   und
* "Wiedergeburt im Geiste" = wiedergeboren im Geiste sein (haben)
keinen für uns (in eine Aussprache in der Liste) bedeutenden Unterschied und meine deshalb, dass wir auf diese Unterscheidung nicht achten müssen.

Wichtig ist aber sicherlich der Inhalt dessen, was man unter "seelischer Wiedergeburt" versteht. Dieser Ausdruck wird im GEJ vor allem durch  Leopold Engel in einer Kurzumschreibung verwendet, die ich hier einfügen möchte. So heißt es bei L. Engel in GEJ 11.050 hierzu:

GEJ.11_050,10] Nur ein Mensch, der den Geist so weit in sich erweckt hat, daß die Seele keine irdischen verkehrten Reflexe zurückwirft, hat die Wiedergeburt erlangt und steht in der völligen Wahrheit. Diese Schranken zu zerbrechen ist natürlich nicht leicht, weil durch den materiell-irdischen Körper die irdisch veranlagte Seele einen größeren Hang zu diesem hat als wie zu dem sich nur schwach fühlbar machenden Geiste, dessen Wirken sie ohne erlernte Unterscheidung gern für ihr eigenes Wirken annimmt.
[GEJ.11_050,11] Diese Schranken zu durchbrechen ist Meine und eure Aufgabe, sowie aller Meiner Nachfolger, – und den Weg hierzu findet ihr durch euren inneren Geist, den ihr zur Sprache zu bringen habt. Dieser allein nur ist der einzig rechte Lehrer, weil er mit dem allgemeinen Gottgeiste zusammenhängt und von diesem ein Abbild im kleinen ist, demnach alle Wahrheit nur aus ihm schöpft.
[GEJ.11_050,12] Hat sich die Seele nun völlig seinem Wesen untergeordnet und ist sie dadurch irdisch wunschlos geworden, so daß sie nur noch einzig und allein nach Geistigem strebt und in dem Geistigen demnach als selbstbewußte Seele aufgegangen ist, so hat der vollendetere Mensch eine Stufe erreicht, welche von den indischen Weisen als ‚Nirwana‘ bezeichnet wurde, also einen Zustand, in dem jeder Wille, welcher fleischlich-irdische Neigungen bedingt, vernichtet ist, und welcher jedes Leben im Fleische als materielle Existenz ausschließt. Dieser Zustand ist im materiellen Leben möglich, ja soll erreicht werden, damit der völlige Friede einziehe ins Menschenherz.
[GEJ.11_050,13] Dieser Wiedergeburt der Seele seid ihr alle nahe. Drüben in Meinem Reiche jedoch gibt es, wenn Ich aufgefahren sein werde, noch eine andere Wiedergeburt: das ist die des Geistes, die sodann in unauflöslicher Gemeinschaft mit Mir besteht. Sodann herrschen die höchste Glückseligkeit der Kinder im Vaterhause und Freuden, die keines Menschen Herz je ahnen kann, weil sie die reingeistigsten sind, von denen euch vorher auch nicht der kleinste Abglanz begreiflich gemacht werden kann.
[GEJ.11_050,14] Trachtet zuvor danach, daß eure Seele die Wiedergeburt erlange, damit eure Seele nur noch durch des Geistes Auge zu schauen lerne und dadurch sich selbst und ihren Ursprung immer mehr erkenne!" (soweit bei L. Engel hierzu).

Versucht man diesen Text richtig in das gesamte GEJ einzuordnen, dann sollte man vermutlich nicht von Wieder-Geburt der Seele sprechen, sondern besser von Geburt der Seele hin zum adäquaten Kleid des Geistes = substantieller und danach sogar essentieller Leib als der Hülle für den Geist des Menschen.

Man könnte aber auch vom gefallenen Geist mit seiner durch die Naturreiche gebildenten Seele sprechen und diese beiden als eine Einheit betrachten: das wäre dann ein gefallener Geist mit einer Seele und diese beiden sollen gemeinsam (im Verbund) wiedergeboren werden: das scheint die Bedeutung von "wieder-zu-gebärende-Seele" bei L. Engel zu sein.

Nach meinem Verständnis wäre es gut, wenn wir bei einer evtl. Aussprache in der Liste über die "Wiedergeburt der Seele" zuerst Klarheit hätten, damit die Vielfalt der Aspekte ein wenig geringen sein kann.

Es ist doch sicherlich so, dass sich die Seelen ursprünglich und damit originär aus den Naturreichen heraus entwickeln, z.B.  aus den Naturreichen unserer Erde (Mineral-, Pflanzen-, Tierreich) oder entsprechend auf anderen Himmelskörpern bis hin zu solchen Seelen, die für die Menschen geeignet sind, die auf der Erde mit materiellem Leib geboren werden. Wir wissen aus der NO, dass eine Seele dazu tritt, wenn der Zeugungsakt erfolgt und sich von hier ab ein Embryo entwickelt. Mit der eintretenden Seele beim Zeugungsakt kann sich ein materieller Leib (Embryo) entwickeln und dann wird zusätzlich bei der Geburt der Odem des Lebens = Geist aus Gott (1. Geistfunke im Herzen der Seele) dazu gegeben: so entsteht auf Erden der Mensch als Körper-Seele-Geist (incl. Geistfunke im Herzen der Seele) als eine  Ein-heit, die aber eine Drei-heit ist.

Wenn das so stimmt, dann haben sich alle Seelen über lange Zeiträume der Evolution erst gebildet: sie waren vor der Schöpfung gar nicht vorhanden; es gab dafür ja auch keinen zwingenden Grund; denn die ur-geschaffenen Geister sind Geister (ohne Seele, wie wir Seele aufgrund der Schöpfungsvorgänge verstehen). Das Wort "wieder-geborene Seele" wäre für diesen Vorgang der Seelen-Entwicklung recht undeutlich und evtl. irreführend.

Wir lesen ja auch in der NO durch Lorber (und im Beispiel oben bei L. Engel), dass Adam vor seinem Fall eine solche vollständige Seele hatte. Adam bekam zuerst einen essentiellen und dann sogar materiellen Leib mit einer vollständig entwickelten Seele als Form für seinen Geist (der gefallen war) und es wurde ihm vom Herrn der "Odem des Lebens" (1. Geistfunke)  bei dieser Menschwerdung eingehaucht = dazu gegeben. Dieser Geistfunke aus Gott ist die Stütze des Menschen für die Weiterentwicklung oder  Wieder-Heilmachung (Wiedergeburt oder Umformung) des ursprünglich gefallenen Geistes der in der Seele des Menschen ist und von unten her mitkommt (aus der Evolution mit der Seele mitkommt). Dies gilt für jeden Menschen unabhängig davon ob er Christ ist oder nicht.

Die Erde ist dann die Schule für einen gefallen Geist in dessen Seele (essentielle Form) und sogar materiller Leib (materielle Form) und ab der Geburt unterstützt durch den 1. Geistfunken, der bei leiblicher Geburt in das Herz der Seele hineingegeben wird und dort anfänglich ruht (inaktiv ist), d.h. vom Menschen selbst geweckt werden soll (kann).

Weil wir ja hier über den Geist im Menschen in einem materiellen, einem substantiellen und sogar essentiellen Leib (= Hülle) sprechen wollen , sollten wir dieses Thema nicht mit der Aussage "wiedergeborene Seele" ergänzen, sondern weglassen. Es geht um die Öffnung des Geistfunkens 1 und 2 im Menschen und damit um den rechten Gebrauch oder Nutzung des 1. und sogar 2. göttlichen Geistfunken durch den Menschen, nicht um die Hülle für diesen zuerst gefallen und dann weiterentwickelten Menschen-Geist; nicht um die Seele, die aber das rechte Werkzeug für den Geist im Menschen (Form für den Inhalt des Geistes) werden soll: Umformung des gefallenen Geistes durch Wiedergeburt und/oder sogar Kindschaft.

Bitte teilt mit, ob das allgemein so gesehen werden kann, denn es erscheint für die Abgrenzung des eigentlichen Themas "Wiedergeburt des Geistes und/oder Kindschaft" wichtig. Ich würde es vor allem für gut halten, wenn Ralf sich hierzu mitteilt, denn er hat die Überlegungen "Wiedergeburt der Seele" einbezogen.

Einen herzlichen Gruß

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Zur seelischen Wiedergeburt  (geistigen  Widergeburt 

l.ev08.082. Kapitel 

   01] Sagte Ich: »Da kann Ich Selbst dir eben nicht ganz unrecht geben; denn auch Ich bin mit der gewöhnlichen Todesart der Menschen durchaus nicht einverstanden. Aber was kann da Ich dafür, so die Menschen sich selbst eine so bittere und unangenehme Todesart bereiten? Lebten die Menschen nur nach der ihnen schon vom Urbeginne hellst geoffenbarten Ordnung, so gäbe es auch nicht einen, der sich über das Bittere des Todes beklagen könnte.

   02] Die Altväter starben alle eines leichten und ganz sanften Todes; denn ihre Seelen verließen, so der Engel sie rief, mit großer Freude den Leib, der von den Kindesjahren an bis ins hohe Alter keine Schmerzen zu bestehen hatte, sondern stets zumeist kräftig und gesund verblieb, und der endliche Leibestod war auch keine Folge von großen Leiden und Schmerzen, sondern er erfolgte nur auf den stets ersehnten Ruf eines Engels, nach welchem die Seele bei und ohne allen Zwang aus dem Leibe trat, der Leib aber ohne den geringsten Schmerz gewisserart einschlief.

   03] Als aber dann die Menschen anfingen, stets mehr und mehr nach ihrem Sinne zu leben und sich mehr und mehr der Unzucht, Hurerei und andern schwelgerischen und die Sinne betäubenden Genüssen ergaben, so verdarben sie selbst ihre gesunde Natur, wurden schwach, elend und krank, und ihr Leibestod mußte dann selbstverständlich einen andern Charakter annehmen.

   04] Wenn du ein Messer nimmst, dich irgend ins Fleisch schneidest und dabei einen Schmerz empfindest, kannst du das bei gesunder Vernunft dem Schöpfer zur Schuld legen, oder möchtest du da nicht etwa auch sagen: "Ja, warum hat denn der Schöpfer dem Menschen nicht einen unempfindlichen Leib gegeben?" Ich aber sage dir: So dein Leib völlig unempfindlich wäre, wie möglich könnte er dann lebendig sein? Nur ein völlig toter Leib ist auch völlig unempfindlich!

   05] Ich setze aber den Fall, daß ein Mensch, wenigstens nach außen hin, einen unempfindlichen Leib hätte, etwa so, wie da sind seine Haare. Was wäre davon bei einem leichtsinnigen Menschen die nur zu bald sichere Folge? Selbstverstümmelungen aller Art und Gattung, so daß die Menschen am Ende gar keine menschliche Gestalt mehr hätten und auch zu keiner Arbeit mehr fähig wären.

   06] Damit aber die Menschen wenigstens doch noch ihre Außengestalt nicht zu sehr verstümmeln können, so ist ihnen die Empfindlichkeit als ein guter Wächter gegeben worden. Zudem aber versteht es sich schon von selbst, daß ein Mensch, der keine Empfindung für Schmerzen hätte, auch keine Empfindung für die Wonne und Seligkeit haben könnte; denn da bedingt eins das andere, und es kann eines ohne das andere nicht bestehen, ja nicht einmal gedacht werden.

   07] Ich weiß aber wohl, daß die Menschen infolge ihrer großen Blindheit nun und schon seit langem namentlich beim Sterben sehr viel leiden, und das erstens, weil sie zum größten Teil gar keine sichere Kunde vom Fortleben der Seele nach des Leibes Tode haben und gar viele schon in dem Glauben der Sadduzäer stecken, und zweitens, weil die Menschen durch ihre höchst unordentliche Lebensweise ihren Leib mit allerlei unreinen Geistern angefüllt haben, aus denen mit der Zeit unvermeidbar auch allerlei böse und schmerzvolle und auch den frühen Tod zur Folge habende Krankheiten entstehen müssen. Und so bin Ich auch aus dem Grunde Selbst im Fleische auf auf diese Erde gekommen, daß Ich dem Menschen jene Wege zu wandeln vorzeichne, auf denen er erstens wieder wahr und lebendig inne wird, daß und wie seine Seele als sein eigentliches Ich nach dem Tode des Leibes fortlebt, und zweitens, daß er so lange, als er auf dieser Erde zu leben hat, gesund und kräftig bleibe bis in ein hohes Alter und sein Scheiden kein schmerzliches und qualvolles, sondern ein fröhliches und höchst beseligendes werde. Und so kann Ich als der Herr des Lebens euch die volle Versicherung geben, daß derjenige, der - wohl verstanden! - Mein Brot essen und Meinen Wein trinken wird, den Tod nicht sehen, fühlen und schmecken wird. Mit andern Worten gesagt: Wer nach Meiner Lehre leben wird, der wird auch in ihre allbeseligende Wirkung versetzt werden. - Ich meine nun, daß du, Mein schriftgelehrter Freund, diese Sache anders verstehen wirst, als du sie ehedem verstanden hast?«

   08] Sagte der Schriftgelehrte: »Herr und Meister, nun verstehe ich die Sache freilich wohl anders und besser, als ich sie zuvor verstanden habe, und ich bin Dir auch von ganzem Herzen dankbar für das uns allen auch in dieser Hinsicht gegebene Licht; denn ich halte das für etwas höchst Wichtiges für den Menschen, daß er es wisse und am Ende auch lebendig fühle, was es mit dem Tode des Leibes für eine Bewandtnis hat, und wodurch dieser seine alten Schrecken, Schmerzen und Qualen verlieren kann. Denn nur durch ein sicheres und lebenswahres Innewerden alles dessen kann sich der Mensch erst zur wahren Würde eines Menschen von Gott aus erhoben fühlen, und sein Tierisches sinkt in den Staub der Nichtigkeit zurück.

   09] Aber es ergibt sich hier noch eine gar gewichtige Frage an Dich, da nur Du allein sie uns als lebensgültig beantworten kannst. Siehe, Herr und Meister, wir haben nun mit vollem und unser ganzes Wesen überzeugendem Glauben Deine Lehre angenommen und werden auch strenge nach ihren heiligst wahren Grundsätzen leben und handeln. Aber wir haben zuvor doch schon eine ziemliche Reihe von Jahren sicher nicht nach Deiner Ordnung unter allerlei Sünden durchgemacht. Es mögen sich bei solchen Gelegenheiten auch so manche unreinen Geister in unser Fleisch eingeschlichen und eingewurzelt haben, was ich nun aus so manchen Krankheiten, die ich schon zu bestehen hatte, nur zu klar entnehme. Würden diese leiblichen Krankheitsgeister durchs tätige Essen Deines Brotes und durchs Trinken Deines himmlischen Weines wohl noch so ganz hinausgeschafft werden können, daß sie in meinem Scheidungsmomente mich nicht mit einiger Qual drücken werden, oder werde ich der begangenen Sünden wegen am Ende doch noch auch die Herbe des Todes ein wenig fühlen und schmecken müssen?«

   10] Sagte Ich: »Wenn du also leben wirst, daß deine Seele in ihrem Geiste vollends wiedergeboren wird, so wird eben der Geist dann mit allen in deinem Fleische noch steckenden unreinen Geistern auch bald und leicht vollends fertig werden, und du wirst eines ganz seligen Todes sterben auch dem Leibe nach; aber so da jemand im allgemeinen zwar wohl nach Meiner Lehre ganz ernstlich leben und handeln, aber so geheim bei sich doch auch noch in seine alten Gewohnheiten verfallen wird, ja, da wird er diesseits auch nicht die völlige Wiedergeburt der Seele im Geiste erlangen können und wird sich's am Ende in aller Demut und Geduld schon müssen gefallen lassen, so er beim Scheiden mit noch manchen Leiden zu kämpfen haben wird. Denn da werden die Leiden das Feuer sein, durch das des Menschen Lebensgold von gar manchen Schlacken gereinigt wird; denn etwas geistig Unreines kann in den Himmel nicht eingehen, was soviel gesagt haben will als: Der feine Geist aus Gott kann sich nicht eher völlig einen mit der Seele, als bis diese alles der Materie und ihrem Gerichte Angehörige völlig aus sich für immer verbannt hat. - Wer demnach eines seligen Leibestodes von dieser Welt scheiden will, der muß auch das wohl berücksichtigen!

   11] Auch sollet ihr im Essen und Trinken mäßig sein und nach keinen verkünstelten Leckereien gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten, und der Tod in einem hohen Alter wird gleich sein dem süßen Einschlafen eines müde gewordenen Arbeiters im wahren Weinberge Gottes. Die Seele wird dabei selig und hellsehend der morsch gewordenen Leibeshülle entschweben und alsogleich von vielen Freunden in die unbeschreibbaren Freuden der Himmel eingeführt werden und wird endlos froh und heiter sein, daß sie einmal von dieser Welt und ihrem Jammer erlöst worden ist.

   12] Wer sonach vollkommen nach Meiner Lehre leben und handeln wird, der wird auch vollkommen mit ihren seligen Wirkungen gesegnet werden; wer aber unvollkommen leben und handeln wird, der wird auch danach den Segen ernten. - Hast du, Mein Freund, das nun verstanden?«

{jl.ev11.052,16} Antwortete Ich: »Ich sagte dir ja schon, daß stets Abgesandte Meines Geistes diese belehrten, welche das Licht aus Meinen Himmeln überbrachten und die Menschen je nach ihrem Verständnis belehrten. Diese Abgesandten lehrten aber vor allen Dingen das Versenken in das Innere des Geistes, so daß jeder, der in sich die Wahrheit finden wollte, diese auch finden konnte; das ist aber, wie ihr wißt, die Wiedergeburt der Seele. Dieses Versenken habe Ich euch auch oft anempfohlen als ein geeignetes Mittel, die Seele frei und rein zu machen von allen Flecken und Makeln ihrer Selbstsucht und dadurch zu Mir zu gelangen.

   {jl.ev11.052,17} Übet euch auch darin, damit das innere Auge sich mehr öffne und ihr an euch erfahret, was der Geist alles offenbaren kann, wenn er erst in euch lebendig geworden ist! Wie das aber geschieht, wisset ihr von Mir ganz genau, und so handelt denn auch danach!« 

 

l.ev08.057. Kapitel 

   01] (Der Herr:) »Seht, wie im Kleinen ein jeder Mensch zum Behufe seines leiblichen kurzen Probelebens eingerichtet ist, also ist entsprechend auch in den weitesten Umrissen der ganze große Schöpfungsmensch eingerichtet!

   02] Denket euch, daß eben diese Hülsenglobe, in der sich diese Erde mit dem Monde, der Sonne und allen zahllos vielen andern Sonnen und Erdkörpern befindet, zur Einrichtung des Herzens im Großen Schöpfungsmenschen gehört, und daß eben diese Sonne mit ihren Planeten, von denen sie umbahnt wird, das bejahende Lebenskämmerlein darstellt und in diesem Lebenskämmerlein eben diese Erde entsprechend den eigentlichen geistigen Grundlebensstoff bedingt und ausmacht, was wohl nie ein Weltweiser einsehen wird, wie und warum. Aber Ich als der Schöpfer der Unendlichkeit aus Mir weiß darum und kann es euch denn auch also sagen, wie sich diese Sache verhält.

   03] Ich bin aber von Ewigkeit der Grund alles Lebens und alles Seins und bin somit auch die urbejahende Lebenskammer im ewigen Lebensherzen der Unendlichkeit.

   04] So Ich denn nach Meiner Liebe, Weisheit und Ordnung in Mir Selbst beschlossen habe, das Leiblich- Menschliche anzuziehen, so konnte Ich der ewigen Ordnung gemäß in dem Großen Schöpfungsmenschen ja das auch nur auf dem Punkte realisieren, der Meinem Urwesen, wenn auch aus Mir geschaffen, völlig entspricht.

   05] Es ist zwar damit nicht gesagt, daß gerade diese Erde, auf der wir nun sind, den eigentlichen Hauptbejahungspunkt darstellen müßte. Das könnte auch eine andere Erde, zu dieser Sonne gehörig, sein, und es war auch schon eine andere dazu bestimmt; aber deren Bewohner haben sich noch um vieles unwürdiger benommen als nun die Bewohner dieser Erde, und so ward jene Erde verworfen und verwüstet samt ihren Bewohnern.

   06] Da aber nun diese Erde seit den Zeiten Adams dazu erkoren ward und auf ihrem Boden Ich nun das Leibmenschliche angenommen habe, so wird sie als das auch verbleiben bis uns Ende der Zeiten der gerichteten Geister in aller Materie, und ihr werdet aber auch die Austräger des Urgrundlebens in alle Unendlichkeit und Ewigkeit im Geiste aus Mir verbleiben und eben darum Meine wahren Kinder sein.

   07] Sehet, da ist nun ganz kurz und so klar als möglich der Grund vor euch hingestellt, warum Ich nur auf dieser und auf keiner andern noch so großen und vollkommenen Erde habe das Leibmenschliche aus purer Liebe zu nun Meinen Kindern anziehen können!

   08] Es gibt aber neben diesem Hauptgrunde auch noch andere Gründe, die da mit in die Bestimmung Meines Willens der ewigen Ordnung gemäß gezogen werden können. Allein diese Nebengründe sind denn doch nur notwendige Folgen des eigentlichen Hauptgrundes, und wir brauchen sie darum nicht gar zu namentlich vorzuführen.

   09] Ein solcher Grund ist einmal die gänzliche Demütigung und Erniedrigung, ohne die sich auch ein höherer Geist nicht mit dem Fleische der Lebensprobe umkleiden und dann wieder ins völlig freieste und selbständige Leben übergehen oder zurückkehren kann; und das stellt auch diese Erde dar.

   10] Das bejahende Lebenskämmerlein im Herzen ist, was die Leibesteile betrifft, sicher auch das unansehnlichste Partikelchen des ganzen Leibes, ist finster und wird nie von den Strahlen der Sonne erleuchtet und wird selbst von den Menschen, denen es doch das Leben schafft und gibt, gar nicht erkannt und geachtet. Ja, wenn man davon zu den Weltweisen redete, so würden sie mit den Achseln zucken und sagen: "Wie möglich kann das mächtige allgemeine Leben eines Menschen wohl nur von einem kaum sichtbaren kleinen Pünktlein abhängen?!" Aus dem aber geht ja doch klar hervor, daß selbst die größten Weltweisen ihren eigenen Lebensgrund nicht von fernehin kennen, geschweige erst ein anderer Tagesmensch.

   11] Und doch muß ein jeder Mensch, der sich selbst und Gott wahrhaft erkennen will, in dies sein allerunansehnlichstes Herzlebenskämmerlein auf dem Wege der äußersten Demut und Fügsamkeit eingehen und das aus demselben empfangene Leben geistig wieder zurückgeben! Wenn ein Mensch das tut, so erweitert er das Lebenskämmerlein und erleuchtet es durch und durch. Ist aber das geschehen, so wird dann das ganze Herz und vom Herzen aus der ganze Mensch erleuchtet und erkennt sich selbst und dadurch auch Gott, weil er da erst gewahren und erschauen kann, wie das Leben in diesem Kämmerlein aus Gott einfließt, sich da sammelt und zu einem freien, selbständigen Leben ausbildet.

   12] In diesem Kämmerlein wohnt sonach der eigentliche Geist aus Gott, und so die Seele des Menschen in dies Kämmerlein durch die rechte Demut, Fügsamkeit, wie die Liebe des rechten Menschen zur ewigen, unerschaffenen Liebe Gottes eingeht, so einigt sich dadurch die Seele mit dem ewigen Geiste aus Gott und dieser mit der geschaffenen Seele, und das ist dann eben die Wiedergeburt der Seele im Geiste aus Gott.

   13] Wie aber ein rechter Mensch das tun muß, um in sich zur vollen Herrlichkeit des Lebens einzugehen, also habe es nun auch Ich Selbst euch allen zum wahren Muster und zu einem wahrsten Wegweiser im Großen Schöpfungsmenschen getan und bin darum auf diese Erde, weil sie nach Meiner ewigen Ordnung eben, wie schon gezeigt, dem bejahenden Herzenskämmerlein entspricht, gekommen, um so zu Meiner eigenen und dadurch auch zu eurer größten Herrlichkeit einzugehen in alle Gewalt im Himmel und auf allen Erden.

   14] Ich war wohl schon von Ewigkeit her in Mir Selbst in aller Macht und Herrlichkeit, aber Ich war dennoch für kein geschaffenes Wesen ein schau- und begreifbarer Gott, auch nicht für einen vollkommensten Engel. So Ich Mich jemandem, wie dem Abraham, Isaak und Jakob, gewisserart beschaulich machen wollte, so geschah das dadurch, daß Ich einen Engel besonders mit dem Geiste Meines Willens also erfüllte, daß er dann auf gewisse Momente Meine Persönlichkeit darstellte. Aber von nun an bin Ich allen Menschen und Engeln ein schaubarer Gott geworden und habe ihnen ein vollkommenstes, ewiges und selbständig freiestes und somit wahrstes Leben gegründet, und eben darin auch besteht Meine eigene größere Verherrlichung, und so denn auch die eurige.

   15] Denn wie konnten selbst die vollkommensten Engel und auch die frömmsten Menschen dieser und aller andern Erden den niemals geschauten und daher auch niemals vollkommen begriffenen Gott wahrhaft verherrlichen durch eine wahre und lebendige Liebe zu Ihm? Denn da hieß es allzeit: "Gott kann niemand schauen und dabei erhalten das Leben; denn die pure Gottheit in Sich ist ein verzehrendes, ewiges Feuer!" Dies Feuer ist nun in Mir bedeckt und gedämpft durch diesen Meinen Leib, und es heißt nun nicht mehr: "Gott kann niemand schauen und leben!", sondern: "Von nun an wird ein jeder Engel und Mensch Gott schauen und leben können; und wer nicht Gott schauen wird, der wird ein sehr elendes und gerichtetes Leben haben!"

   16] Dieses nun euch Gesagte und Gezeigte ist demnach sicher auch ein Nebenhauptgrund, warum Ich eben nur auf dieser Erde das Fleischmenschliche angenommen habe.

   17] Wie ihr aber nun aus dieser Darstellung sicher habet klar entnehmen müssen, warum Ich auf dieser und auf keiner andern Erde das Fleischmenschliche habe annehmen können, so werdet ihr auch noch das Weitere ebenso klar entnehmen und einsehen können.

   18] Ihr habt gesehen, wie das gewisse allerunansehnlichste bejahende Herzlebenskämmerlein als das eigentliche Grundlebensprinzip des Menschen auch allein der hellsten und wahrsten Intelligenz fähig und sonach schon in sich das Licht, die Wahrheit und das Leben ist. Also verhält es sich auch mit den Menschen dieser Erde. Sie sind gegenüber den Menschen der andern Erden ursprünglich auch höchst unansehnlich, verdeckt, finster, klein, schwach und ohnmächtig und sind von den Geistern der andern Weltkörper auch wie ungekannt und kennen sich am Ende auch selbst nicht; aber eben in ihrer verborgenen inneren Lebenstiefe sind sie aus Mir der Grundlebenspunkt des ganzen Großschöpfungsmenschen und können aus sich darum auch solch allerhöchste Lebensfähigkeiten entwickeln, die bei den Menschen anderer Erden nur in einem höchst einseitigen und untergeordneten Grade vorkommen.

   19] Vermöge solcher höchsten und gottähnlichen Fähigkeiten der Menschen dieser Erde, zu denen auch besonders eine wohlartikulierte äußere und innere Sprache, die Schreib- und Rechenkunst und noch gar manches andere gehört, sind sie denn auch allein geeignet, das geoffenbarte Wort aus dem Munde Gottes einmal vorerst im äußeren Buchstaben- oder Bildersinne und daraus dann auch im wahren geistigen und endlich auch im tiefsten himmlischen Lebenssinne zu vernehmen.

   20] Diese Fähigkeit aber ist etwas unschätzbar Großes und Vorzügliches, gleichwie auch die Lebens- und Intelligenzfähigkeit des bejahenden Herzlebenskämmerleins der allerunschätzbarst vollkommenste und edelste Teil des ganzen Menschen ist. Und Ich konnte darum auch wieder nur zu euch auf diese Erde und zu niemand anderem auf einer anderen Erde kommen.

   21] Sehet, das ist denn wieder so ein Grund, aus dem Ich auch eben nur auf dieser Erde das Fleischmenschliche habe annehmen können! Und darin bestehen schon so die Hauptgründe Meiner Menschwerdung auf dieser Erde.

   22] Und nun denket darüber ein wenig nach, und äußert euch, wie ihr das nun begriffen habt!«  

.ev08.075. Kapitel 

   01] Lazarus ging nun mit einigen Dienern und brachte frischen Wein, der von einem ganz besonders guten Geschmack war. Mit diesem wurden die Becher wieder angefüllt, und wir tranken alle davon und wurden gestärkt im ganzen Leibe, und alle wurden voll des besten Mutes und priesen Mich, daß Ich so gute und stärkende Dinge auf diese Erde gesetzt habe.

   02] Ich aber sagte: »Ja, ja, es ist solch ein Wein ein stärkendes Getränk, aber nur dann, so er mit Maß und Ziel getrunken wird! Wer den Wein aber unmäßig zu sich nimmt und sich berauscht, für den ist er dann kein stärkendes, sondern ein sein ganzes Wesen schwächendes Getränk. Darum genießet dieses Getränk allzeit mäßig in Meinem Namen, so wird es euch stärken auch zum ewigen Leben der Seele; im übermäßigen Genusse dieses Getränkes aber ruht der arge Geist der Geilheit und der Unzucht. Dieser Geist aber belebt die Seele nicht, sondern tötet sie für den wahren Lebensgeist aus den Himmeln und macht auf dieser Erde die geistige Wiedergeburt der Seele in dem Geiste aus den Himmeln nahe zu einer Unmöglichkeit. Dieses merket euch auch!« 

.ev11.050. Kapitel

   01] Anderntags trat Simon Petrus zu Mir und sagte: »Herr und Meister, wir sehen nun alle wohl ganz klar ein, daß wir gefehlt haben, indem ganz sicherlich Gott Selbst nie der Hilfe oder Fürsorge der Menschen bedürfen wird; aber dennoch ist es uns bisher immer noch etwas unklar geblieben, weswegen da Dein Leib in einer Art zeitweiser Unabhängigkeit von dem innern Geiste bleibt, so daß auch nach Deinen Reden es klingt, als wärest Du nun der ewige Gottgeist in Person Selbst, dann aber wieder, als sei Dein Körpermensch gänzlich unabhängig und nur zeitweise durchdrungen von Ihm! Wir kommen da stets in einen gewissen Zwiespalt in unseren Anschauungen, die Du uns gewiß verzeihen wirst, weil wir ja fest an Dir hangen und an Dich glauben, aber dennoch Dich in Deiner innersten Natur noch nicht so ganz begreifen. Wie ist es denn damit!«

   02] Sagte Ich ihm: »Mein lieber Petrus, du sowohl als die Brüder verstehet eben so manches noch nicht, weil ihr diejenige Geistesstufe in euch noch nicht so erklommen habt, um diesen in sich doch sehr einfachen Vorgang begreifen zu können, den Ich euch auch schon oft genug erklärt habe. Jetzt aber seid ihr hier, um an euch selbst das zu erproben, was euch an Mir noch unklar ist.

   03] Was nützt es, euch stets auf die Unterschiede des Menschen- und Gottessohnes hinzuweisen, wenn ihr in euch selbst nicht den Unterschied des Geist- und Körpermenschen zu erkennen und zu fühlen vermöget?

   04] Erst die vollendete Wiedergeburt schon im Körper wird euch diese Frage zur vollsten Zufriedenheit lösen, und ihr habt auch zur Erlangung derselben schon alle recht geeignete Schritte getan, so daß euch das Ziel nicht fern steht. Dennoch ist dasselbe noch nicht ganz erreicht.

   05] So beantwortet Mir aber nun einige Fragen, damit euch das Verständnis für diesen Hauptpunkt nähergerückt werde!

   06] Zunächst: Wie empfindet ihr euer Denken und Fühlen? Ist dasselbe ein äußeres oder inneres, das heißt, könnt ihr eine euch gestellte Frage nur deshalb beantworten, weil ihr durch das Gedächtnis von eurem Lehrer die Antwort gelernt habt, oder beantwortet euer eigenes inneres Ich dieselbe durch Schlußfolgerung?

   07] Ihr werdet sagen: 'Beides kann geschehen!' Wäre der Mensch nun aber bloß Maschine, wenn auch mit einer selbstbewußten Seele begabt, so würde diese nur äußerlich denken können, das heißt, durch Gedächtniseindrücke sich ein Wissen schaffen können, das nur durch Belehrung erlernt ist, ungefähr wie man ein Tier abrichtet. Die Schlußfolgerung jedoch ist ein Fragen der Seele an ein im Menschen lebendes, inneres Prinzip, welches Antwort gibt auf gestellte Fragen und als Geist in der Seele noch lebt und als solcher, wie Ich euch schon oft gesagt habe, vollendet ist. Daher kann auch im Innern des Menschen ein regelrechtes Frage- und Antwortspiel beginnen.

   08] Man wird sagen: 'Ja, ist der Geist vollendet, warum kommen denn da oft so ungemein törichte Schlußfolgerungen zum Vorschein? Antwortet denn da der Geist nicht immer richtig?'

   09] Das tut er schon; aber weil er zunächst im Menschen das Lebensprinzip der Seele darstellt, so kann diese als selbstbewußt auch nach ihrem Wesen wie ein Spiegelbild ähnlich handeln. Geradeso wie ein rechtes Spiegelbild nicht ohne ein vorhandenes Objekt entstehen könnte, das demselben völlig gleich ist, so kann auch die Seele ihre Urteile nur dann als freitätig bekunden, wenn diese vom Geiste als Reflexe ausgehen. Wie aber ein Spiegelbild alles verkehrt darstellt, gerade entgegengesetzt dem Objekte, und dennoch wieder wahr ist, so geschieht es auch hier, solange beide nicht ineinander aufzugehen suchen.

   10] Nur ein Mensch, der den Geist so weit in sich erweckt hat, daß die Seele keine irdischen verkehrten Reflexe zurückwirft, hat die Wiedergeburt erlangt und steht in der völligen Wahrheit. Diese Schranken zu zerbrechen ist natürlich nicht leicht, weil durch den materiell-irdischen Körper die irdisch veranlagte Seele einen größeren Hang zu diesem hat als wie zu dem sich nur schwach fühlbar machenden Geiste, dessen Wirken sie ohne erlernte Unterscheidung gern für ihr eigenes Wirken annimmt.

   11] Diese Schranken zu durchbrechen ist Meine und eure Aufgabe, sowie aller Meiner Nachfolger, - und den Weg hierzu findet ihr durch euren inneren Geist, den ihr zur Sprache zu bringen habt. Dieser allein nur ist der einzig rechte Lehrer, weil er mit dem allgemeinen Gottgeiste zusammenhängt und von diesem ein Abbild im kleinen ist, demnach alle Wahrheit nur aus ihm schöpft.

   12] Hat sich die Seele nun völlig seinem Wesen untergeordnet und ist sie dadurch irdisch wunschlos geworden, so daß sie nur noch einzig und allein nach Geistigem strebt und in dem Geistigen demnach als selbstbewußte Seele aufgegangen ist, so hat der vollendetere Mensch eine Stufe erreicht, welche von den indischen Weisen als 'Nirwana' bezeichnet wurde, also einen Zustand, in dem jeder Wille, welcher fleischlich-irdische Neigungen bedingt, vernichtet ist, und welcher jedes Leben im Fleische als materielle Existenz ausschließt. Dieser Zustand ist im materiellen Leben möglich, ja soll erreicht werden, damit der völlige Friede einziehe ins Menschenherz.

   13] Dieser Wiedergeburt der Seele seid ihr alle nahe. Drüben in Meinem Reiche jedoch gibt es, wenn Ich aufgefahren sein werde, noch eine andere Wiedergeburt: das ist die des Geistes, die sodann in unauflöslicher Gemeinschaft mit Mir besteht. Sodann herrschen die höchste Glückseligkeit der Kinder im Vaterhause und Freuden, die keines Menschen Herz je ahnen kann, weil sie die reingeistigsten sind, von denen euch vorher auch nicht der kleinste Abglanz begreiflich gemacht werden kann.

   14] Trachtet zuvor danach, daß eure Seele die Wiedergeburt erlange, damit eure Seele nur noch durch des Geistes Auge zu schauen lerne und dadurch sich selbst und ihren Ursprung immer mehr erkenne!

   15] Da Ich aber Selbst alle diese Stufen in Mir als Mensch wie ihr erklimmen muß - da Ich der Pfadbrecher der Menschheit bin, die sich immer wieder trotz vieler Abgesandter in Irrtümer verstrickt hat -, so werdet ihr auch wohl endlich begreifen, daß Ich, um euch dieses Aufsteigen zur Vollendung anschaulich und begreiflich zu machen, nicht anders sprechen kann, als es geschieht!«  

jl.ev11.052. Kapitel 

   01] (Jesus:) »Alle diejenigen, welche bereits auf Erden Mir und Meinem Worte nachfolgen, werden dasjenige Ziel erreichen, welches Ich euch schon so oft als die Wiedergeburt der Seele bezeichnet habe: das ist also ein Hindurchdringen des Geistes in die Seele, die dadurch fähig wird, schon im Leibe in alle höhere Weisheit der Himmel einzudringen und nicht nur Herr ihrer selbst, sondern auch damit Herr ihrer Umgebung zu werden, ja, selbst auch der Natur und verborgener Kräfte, wenn sie trachtet, Meinen Willen aus Liebe und zum Nutzen des Nächsten zu erfüllen. Die Mittel, um zum Ziele zu gelangen, heißen Glaube und wahre Liebe zum Nächsten.

   02] Solche wiedergeborene Menschen können und müssen auch sehr gerechte Menschen sein, wie es solche auch zu allen Zeiten stets gegeben hat, die diese äußerste Seelenvollendung besaßen; aber sie brauchten deswegen noch nicht bis zur Gemeinschaft mit dem persönlich wirkenden Gottgeiste gelangt zu sein.

   03] Ja, bis jetzt war das überhaupt noch nicht möglich, weil außer in Mir die Gottheit überhaupt noch nicht persönlich anschaubar vorhanden war! Alle die Gerechten vor Meinem Leibesleben, welche die Wiedergeburt der Seele erlangten, konnten dessenungeachtet noch lange nicht die Gottheit schauen, so wie ihr Sie schauet. Es zeigen deswegen ihre Lehren auch an, daß das Eindringen in die höchste Vollendung ihnen als ein Aufgehen in die Unendlichkeit erschien, weil Gott Selbst, als unpersönliches Wesen, eben die Unendlichkeit bedeutet, in der das Wehen Seiner Kraft wohl geistig empfunden werden kann, nicht aber der Seele damals anschaulich in einer Person dargestellt werden konnte. (s. J. Lorber, ,Die geistige Sonne', Band 2, Kap. 13,7; ,Die Haushaltung Gottes', Band 2, Kap. 139,20 und 138,26; ,Das große Evangelium Johannes', Band 6, Kap. 83,11)

   04] Erst nach Meinem Tode, wenn dieser Mein Leib aufgenommen sein wird als ein Kleid der allmächtigen, unendlichen Gottheit Selbst, werden alle diejenigen, die vor dieser Meiner Zeit das Leibesleben verlassen haben, auch imstande sein, durch Anschauung der nun persönlichen Gottheit in ewiger Gemeinschaft mit Dieser zu leben, und zwar in einer Stadt, welche Ich euch bereits gezeigt habe, als jene zwölf leuchtenden Säulen die Jerusalemer nächtlich erschreckten, und welche das wahre himmlische Jerusalem, die ewige Stadt Gottes, darstellt. Dieses gemeinschaftliche ewige Zusammenwohnen Gottes mit Seinen Kindern ist die Wiedergeburt des Geistes.

   05] Sehr wohl werden nach Mir noch viele die Wiedergeburt der Seele erreichen können, daher auch sehr selig und glücklich sein, ohne aber diese höchste und letzte Stufe zu erringen. Viele Abgesandte Meines Geistes kamen zur Erde nieder und zeigten den verirrten Menschen die Wege, wie sie zum Frieden und zur inneren Erleuchtung gelangen konnten, ohne aber imstande zu sein, die direkten Wege zu Mir zu zeigen, weil diese ja noch nicht geöffnet waren. Alle, welche also die früheren Wege wandeln wollen, können daher sehr wohl zur Wiedergeburt der Seele gelangen, aber nicht zur Gemeinschaft mit Mir.

   06] Letzteres ist nur möglich durch den Glauben an Mich, daß Ich wahrlich bin Christus, der Gesalbte, dem alle Kraft und Herrlichkeit des Vaters ist gegeben worden, damit die Menschen glücklich und höchst selig werden durch den Sohn. Ich bin die Pforte, - eine andere gibt es nicht! Wer die Wege zum Himmel betreten will, ohne Mich kennen zu wollen, der kann wohl einen hohen Grad von Vollkommenheit erreichen, nie aber in klare, anschauliche Gemeinschaft mit Gott Selbst gelangen. - Habt ihr das nun verstanden?«

   07] Sagten alle: »Ja, Herr, das war doch klar gesprochen; wer sollte das nicht verstehen?«

   08] Meinte Petrus nun wieder: »Herr, werden denn nun die, welche die Wiedergeburt (der Seele) erlangt haben, und welche drüben also nun recht selig leben, auch alle die Wiedergeburt im Geiste erlangen, oder ist es wohl möglich, daß diese auch stehenbleiben auf ihrer Vollendungsstufe?«

   09] Sagte Ich: »Diese Frage könntest du dir eigentlich selbst beantworten; denn es ist doch ganz selbstverständlich, daß da niemand gezwungen wird! Ist aber ein Land durch einen breiten Strom getrennt, und es kommt ein geschickter Baumeister, der eine Brücke schlägt, und ruft nun alle, die bisher ans jenseitige Ufer nicht gelangen konnten, zusammen, mit ihm hinüberzugehen zum jenseitigen Ufer, - werden ihm da alle folgen? Jedenfalls der größere Teil, und die Zurückbleibenden werden gewiß nach einiger Zeit des Harrens, so sie sehen, daß die ersten nicht zurückkommen, auch hinübergehen, - noch dazu, wenn sie sehen, daß das jenseitige Ufer im hellen Sonnenschein daliegt und lieblich anzusehen ist!

   10] Sieh, so ein Baumeister bin Ich! Und jeder wird bestrebt sein, den Aufgang der Brücke auch nach Mir zu finden; denn der innere Geist wird ihm sagen: 'Es gibt noch ein höher, köstlicher Ding als das, was du dir bereitet hast durch dein gerechtes Leben; suche danach!'

   11] Und jeder Suchende, der das Leibesleben abgeschüttelt hat, wird auch diese Brücke finden können, gleichviel, ob er durch Meine euch jetzt gegebene Lehre oder durch die eines von Mir erweckten anderen, früheren oder späteren Lehrers zu einem Gerechten geworden ist.

   12] Solchen Gerechten trete Ich Selbst schon zur geeigneten Zeit als Brückenzöllner entgegen, und sie entrichten dann freiwillig ihre Maut, das ist, sie nehmen die Lehre an: Der Vater ist in dem Sohn, und wer den Sohn sieht, sieht auch den Vater!

   13] So werden sie dann ebenso aufgenommen wie alle die, welche von Anfang an Meine Wege wandelten.

   14] Darum sollt ihr aber auch nicht verächtlich auf die Heiden sehen; denn Ich sage euch, es sind darunter Gerechtere, als da jemals unter dem Volke der Juden gewandelt haben, und darum werden auch die Heiden angenommen und die Juden verworfen werden!«

   15] Sagte Petrus: »Herr, wenn es unter den Heiden so gerechte Menschen gibt, wie haben sie denn diese Gerechtigkeit erlangt?«

   16] Antwortete Ich: »Ich sagte dir ja schon, daß stets Abgesandte Meines Geistes diese belehrten, welche das Licht aus Meinen Himmeln überbrachten und die Menschen je nach ihrem Verständnis belehrten. Diese Abgesandten lehrten aber vor allen Dingen das Versenken in das Innere des Geistes, so daß jeder, der in sich die Wahrheit finden wollte, diese auch finden konnte; das ist aber, wie ihr wißt, die Wiedergeburt der Seele. Dieses Versenken habe Ich euch auch oft anempfohlen als ein geeignetes Mittel, die Seele frei und rein zu machen von allen Flecken und Makeln ihrer Selbstsucht und dadurch zu Mir zu gelangen.

   17] Übet euch auch darin, damit das innere Auge sich mehr öffne und ihr an euch erfahret, was der Geist alles offenbaren kann, wenn er erst in euch lebendig geworden ist! Wie das aber geschieht, wisset ihr von Mir ganz genau, und so handelt denn auch danach!«

   18] Die Jünger zogen sich nun alle zurück und dachten viel über Meine Worte nach, die sie sehr beherzigten. Zumal war es Petrus - der bisher sich wenig mit den Eigenschaften abgegeben hatte, die der Geist der Seele bringen kann -, welcher sich nun sehr befleißigte, sein Geistesauge offen zu halten, um sich und seine Umgebung mehr zu erkennen.