Von: Hans 
Gesendet: Mittwoch, 6. Juni 2001 12:48
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] selig werden - wie ?

Liebe Freunde, 

wie Ihr vielleicht merkt, so fällt mir schon lange nichts Gescheites mehr ein. Darüber habe ich mir Gedanken gemacht, woran das liegen könnte. Konnte ich früher Weisheitstexte wie [HiG.02_43.08.25,09] "Das Weib ist kein Weib..." und "der Vater ist kein Vater...." noch locker erklären, so habe ich momentan ein Brett vor dem Kopf und kapiere nichts mehr.   Wer von Euch kann diese Texte erklären ? Ich tröste mich erst einmal mit Jesu Wort in Matthäus, Lorber Erklärung in den Schöpfungsgeheimnissen (s.u.) und Duddes Botschaft Nr. 2465. Doch schon tauchen dann neue Fragen auf:

Matthäus,5,3

Selig sind,  die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.

Was heißt "geistlich arm" ? - Ist das gleichbedeutend mit Duddes Erklärung:

Selig sind die Armen im Geiste . . . . “ Nichterkennen der göttlichen Gabe . . . 4.9.1942 B. D. NR. 2465 

. . . . Und selig, die sich arm fühlen im Geist, die kein Weltwissen ihr eigen nennen, das sie überheblichen Geistes macht . . . . . . . Die Weisheit aus Gott hat Ewigkeitswert, die Weisheit aus Gott beglückt den Menschen unbeschreiblich, und die Weisheit aus Gott gibt Kraft zum Streben nach der Höhe . . . . Das Weltwissen dagegen verblaßt und ist wertlos, d. h., es nützet nur für die Zeit des Erdenwandels und trägt auch nur irdischen Vorteil ein. Geistiges Wissen aber ist für das irdische Leben wenig- Erfolg- eintragend, und doch gibt es der Mensch nicht mehr preis, sowie er es einmal gefunden hat. Und die es abweisen, bezeugen dadurch ihre nur weltliche Einstellung und ihr geringes Verlangen nach der Wahrheit, ansonsten sie es erkennen müßten als ein kostbares Geschenk und sie gleichfalls danach streben würden . . . . 

Heißt "geistlich arm" auch "arm im Geist" und im Endeffekt soviel wie "arm an Weltwissen" ? Dann wäre ja auch ein geringes Allgemeinwissen :-))) wohl kein Nachteil, sondern eher ein Vorteil für die Annahme des Wortes Gottes. 

Ich selbst kann das nachvollziehen. Denn wer von Physik, Chemie und den Naturgesetzen keine Ahnung hat und obendrein weiß, daß er auch sonst sehr dumm ist, der nimmt ja eine Liebeslehre leicht und unkritisch an. Da gibt es keine Kritik von seinem Verstand, der bei Gebildeten sagen würde: Das ist  unmöglich, denn laut Adam Riese und Albert Einstein .... und mit Hinblick auf neueste Forschungen im Bereich der Gentechnik und Atomphysik  .... und ... neuste Ausgrabungen brachten ganz anderes zu Tage ... Historiker wissen auch ganz genau, daß das nicht stimmt ..... usw. usf.... da hagelt es nur Einwände und Kritik über Kritik ! 

Was meint Ihr: Ist Weltwissen ein Nachteile und sogar gefährlich ? Oder will man das (Kirchen-) Volk  für  "dumm" verkaufen und nützliches Wissen vorenthalten, damit es braver und gehorsamer ist ?

Verständlich ist mir : 

Selig . . . nach Lorber: 

[Ste.01_021,14]  Selig ist der Mensch in seinem geistigen Verständnis, so er das Göttlich-Wahre vollends erkennt; und wahrhaft selig ist er, wenn er das Göttlich-Wahre in sein Leben aufnimmt und danach ausschließlich tätig wird! Denn dadurch erst wird er die Wiedergeburt des Geistes überkommen, aus welcher heraus er ewig keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken wird. 

doch das erklärt nicht "geistlich arm"  bei Matthäus und obige Weisheitstexte von Lorber.

Liebe Grüße

Hans

p.s. Seligpreisungen

. . . nach Matthäus: 

5,1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen
Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu
ihm.
5,2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und
sprach:
5,3 Selig sind,  die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.
5,4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen
getröstet werden.
5,5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden
das Erdreich besitzen.

5,6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach
der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
5,7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden
Barmherzigkeit erlangen.
5,8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn
sie werden Gott schauen.
5,9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie
werden Gottes Kinder heißen.
5,10 Selig sind, die  um der Gerechtigkeit
willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
5,11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen
um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden
allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
5,12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im
Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben
sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen
sind.

-----------------------------------------------------------------------

Von:
Gesendet: Donnerstag, 7. Juni 2001 05:30
An: Freundeskreis-Lorberliste@yahoogroups.com
Betreff: [Freundeskreis-Lorberliste] Weise Widersprüche. – 25. August 1843, Hi 2
Lieber Hans,

hier der Versuch einer Deutung:

[HiG.02_43.08.25,08] Wer kann sagen: Ich kenne Gott, so Gott für ihn nicht ist (er im normalen Leben nicht auf Gott achtet), da er nicht für Gott ist (er den Willen Gottes nicht tut). Wer aber ist für Gott nicht? Der für sich ist (der den eigenen Willen tut)! Gott aber ist nur für den, der nicht für sich ist (sich selbst verleugnet und den Willen Gottes tut), und ist nicht für den, der für sich ist (nach der Eigenliebe strebt).

[HiG.02_43.08.25,09] Also ist auch das Weib kein Weib (= nicht in der Ordnung Gottes lebend), so es ein Weib ist (= ganz der Welt angehört und von geistigen Dingen nichts wissen will). Wenn es nicht ein Weib ist (= also Gott mehr liebt als die Welt), dann ist es ein Weib (in der Ordnung Gottes). Denn es ist ja ein rechtes Weib in sich auch ein Mann (= Liebe zu Gott) und ein rechter Mann in sich auch ein Weib (der Gottesfunke ist in Mann und Frau identisch). Darum ist weder das eine noch das andere für sich das, was es ist, sondern nur, was es nicht ist (der Mensch wird erst durch das Wirken Gottes im Herzen gut).

[HiG.02_43.08.25,10] Also ist auch der Vater kein Vater und die Mutter keine Mutter (weil nur Gott im Grunde genommen unser alleiniger Vater und Mutter ist). So aber der Vater kein Vater und die Mutter keine Mutter ist (beide erkennen, dass alles nur eine Leihgabe von Gott ist), dann ist der Vater ein Vater und die Mutter eine Mutter (dann leben sie in der Ordnung Gottes).

Alles Liebe und Gute

 

----------------------------------------------------------------------------------------

Von: Lothar Bross [a.u.l.bross@onlinehome.de]
Gesendet: Sonntag, 24. Juni 2001 15:54
An: Lorber- Freunde
Cc: Franz Kreuzwegerer
Betreff: Weise Widersprüche; Johannes-Offenbarung

Hallo an alle,

wir haben unsere Runde verstärkt. Zu dem im Betreff stehenden Themen hat Franz Kreuzwegerer folgendes ergänzt:

Franz Kreuzwegerer 24. Juni 2001

Lieber Lothar,
ich habe in Deiner - Hompage/Lorber Freunde - zwei Themen gefunden, auf die ich eine Antwort geben möchte. Falls Du damit einverstanden bist, kannst Du sie an die betreffenden Personen weiterleiten. Das eine Thema fand ich in „Weise Widersprüche“, das andere in „Johannes Offenbarung“.

Weise Widersprüche - Hans:

1. Selig sind ...

Selig sind, die im Geiste arm sind, denn das Reich der Himmel ist ihr. (Tafel Bibel 3.Ausgabe 1911) Glückselig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich Gottes. (Elberfelder Bibel, Große Ausgabe 1986)
Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. (Einheitsübersetzung)
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr, (Lutherübersetzung)
Bei diesen vier Übersetzungen fällt auf, daß die Lutherübersetzung mit dem Wort „geistlich“ sich von den anderen Übersetzungen unterscheidet. Es ist keine gute Übersetzung, denn geistlich bedeutet: Auf Gottesverehrung bezüglich, religiös, fromm, erbaulich (Wahrig, Wörterbuch). Somit würde die Seligpreisung buchstäblich bedeuten: Selig, wer wenig oder kein religiöses, frommes Leben lebt, denn
dadurch kommt er in den Himmel.
Um den geistigen oder inneren Sinn dieser Seligpreisung zu erahnen, habe ich ein paar Stellen - die nicht alle sind - anzubieten, die auch auf der CD-Rom zu finden sind.

Selig:
EKO 12
„Selig” bedeutet diejenigen, in denen der Himmel ist.
Dies erhellt aus der Bedeutung von selig, sofern es der ist, welcher ewig glücklich, somit in dem der Himmel ist. Ein Glück, das nicht ewig ist, wird zwar Glück genannt, aber es ist beziehungsweise keines, denn es vergeht, und was vergeht, ist im Vergleich zu dem, was nicht vergeht, wie nichts. Es wird gesagt, in dem der Himmel, weil der Himmel im Menschen ist. Der Himmel, der außerhalb des
Menschen ist, fließt ein in den Himmel, der in ihm und wird aufgenommen, soweit sie entsprechen.

Armut/arm:
HHGT III,55/21
Armut ist die wahre Weisheit! (Erklärung EKO 118)

EKO 118
„Und Armut, du bist aber reich“ bedeutet die Anerkennung, daß sie nichts aus sich wissen.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Armut, sofern sie die herzliche Anerkennung bezeichnet, daß man nichts aus sich wisse. Und aus der Bedeutung von “aber doch reich sein”, sofern es eine geistige Neigung zum Wahren bezeichnet.
Daß unter der Armut hier geistige Armut und unter reich sein geistig reich sein verstanden wird, ist klar, weil dieses zur Gemeinde gesagt wird. Geistig arm sein und doch reich sein heißt, von Herzen  anerkennen, daß man nichts aus sich wisse, verstehe und weise sei, sondern was man weiß, versteht und weise ist, alles vom Herrn sei; in einer solchen Anerkennung sind alle Engel des Himmels. Deshalb sind sie auch verständig und weise und zwar in dem Grad, in dem sie in der Anerkennung und im Innewerden sind, daß es so ist. Denn sie wissen und werden inne, daß nichts Wahres, das Glaubenswahres genannt wird, und nichts Gutes, was Liebegutes genannt wird, von ihnen ist, sondern vom Herrn und daß alles, was sie verstehen und wodurch sie weise sind, sich auf das Wahre des Glaubens und auf das Gute der Liebe bezieht. Daher wissen sie auch, daß sie alle Einsicht und Weisheit vom Herrn haben, und weil sie dieses wissen und anerkennen und auch dieses wollen und lieben, darum fließt vom Herrn immerfort das göttlich Wahre ein, von Dem alle Einsicht und Weisheit kommt, die sie in dem Maß annehmen, als sie von jenem angeregt werden, d.h. in dem Maß, als sie jenes lieben.
Daß der, welcher geistig arm ist, dennoch reich ist, beruht darauf, daß er in einer geistigen Neigung zum Wahren ist, denn Einsicht und Weisheit fließt vom Herrn in diese Neigung ein. Die Neigung eines jeden nimmt nämlich das für sie Passende auf und saugt es ein wie ein Schwamm das Wasser, somit die geistige Neigung zum Wahren geistige Wahrheiten oder die Wahrheiten der Kirche aus dem Wort. Daß die geistige Neigung zum Wahren nicht anderswoher kommt als vom Herrn, beruht darauf, daß der Herr im Himmel und in der Kirche das göttlich Wahre ist, denn es geht von Ihm aus; und daß der Herr es liebt, einen jeden zu Sich zu führen und selig zu machen. Dieses kann aber nur durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten aus dem Worte geschehen, darum liebt Er es, diese dem Menschen beizubringen und sie zur Sache seines Lebens zu machen. Denn so und nicht anders kann Er jemand zu Sich führen und selig machen. Hieraus wird klar, daß alle geistige Neigung zum Wahren vom Herrn kommt, und daß niemand in ihr sein kann, wenn er nicht das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen anerkennt, denn durch diese Anerkennung findet Verbindung und gemäß der Verbindung Aufnahme statt.
Im Wort werden hie und da Arme und Dürftige genannt, wie auch Hungrige und Durstige. Durch die Armen und Dürftigen werden die bezeichnet, die glauben, daß sie nichts wissen, aus sich, und auch die, welche nichts wissen, weil sie das Wort nicht haben. Durch die Hungrigen und Durstigen werden diejenigen bezeichnet, die fortwährend nach Wahrheiten verlangen, um durch dieselben vervollkommnet zu werden.

JE XI,51/10
Der Herr: Dieses Kraftgefühl, von dem du sprichst, ist aber oft nichts anderes als ein geistiger Hochmut, der sich vorgedrungen vor anderen Menschenbrüdern fühlt und daher etwas Außergewöhnliches leisten möchte zur eigenen Eitelkeitsbefriedigung oder auch aus Bewunderungssucht vor anderen. Hütet euch daher vor diesen Trieben; denn Meine Anhänger sollen arm im Geiste sein, wie ihr wißt, damit sie eben alles von Mir erhalten und Gott wahrhaft schauen können! Die aber, welche sich geistig reich wähnen, das sind eben die, welche meinen, Vollendete zu sein, mit ihrer Selbstüberwindung prunken und voll des geistigen Hochmutes werden.

Geist:
HG 9818
Wenn vom Menschen die Rede ist, wird durch Geist das dem Verstandesgebiet eingeschriebene Gute und Wahre bezeichnet, und folglich dessen Leben. Es gibt ein Leben des Verstandesgebietes und ein Leben des Willensgebietes. Das Leben des Verstandesgebietes ist: wissen, sehen und verstehen, daß das Wahre wahr und das Gute gut ist; das Leben des Willensgebietes aber ist: das Wahre um des Wahren willen, und das Gute um des Guten willen wollen und lieben; dieses Leben heißt im Wort Herz, jenes aber Geist.

WCR 156
Der Geist des Menschen ist dessen Gemüt, und alles, was aus diesem hervorgeht. Da nun der Geist des Menschen aus dem Verstande denkt, und aus dem Willen handelt, und der Körper nicht aus sich, sondern aus jenem, so folgt, daß unter dem Geist des Menschen verstanden wird dessen Einsicht und die Neigung seiner Liebe, und was immer aus diesen hervorgeht und wirkt.

Himmel oder Himmelreich:
JE V,234/9-11 
Auf die Frage des Petrus, ob sie im Paradies seien, antwortete der Herr: Weder im Himmel noch im Paradies, sondern ganz einfach und natürlich auf der Erde! Aber indem wir sowohl den Himmel als auch das Paradies durch die Kraft des Wortes in uns haben, so es da in sich fasset Wahres und Gutes, da sind wir der Tat nach auch im Himmel und im Paradies zugleich. Das ist der rechte Himmel und das wahre Paradies, daß ihr an Mich glaubt und das tut, was Ich euch lehre, und endlich in der Tat Mich aus vollstem Herzen liebt.

JE VI,65/9-15
Der Herr: Sehet, mit dem eigentlichen Himmelreiche, das da ist ein Reich der Wahrheit, des Lichtes und der Liebe, was Ich euch schon bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt habe, hat es folgende wahrste Bewandtnis: Dieses Reich ist nicht ein äußeres Schaugepränge und kommt in den Menschen nicht mit irgend äußeren Zeichen und Attributen, sondern es entwickelt sich ganz innen in euch, ist dann in euch, wächst in euch, durchdringt euch und wird also zu eurer Wohnstätte und eurer allerseligkeitvollsten Welt.

JE VII,127/11,12
Die ewige Liebe in Gott ist der Vater, und Seine unbegrenzte Weisheit ist der Himmel. Wer Gott über alles liebt, der bekennt Gott und somit den Herrn vor aller Welt, und der Herr bekennt auch ihn in Seiner Liebe, und darin besteht das wahre ewige Leben der Seele des Menschen. Und weil der Mensch eben durch solche lebendige Liebe zu Gott auch zur höchsten Weisheit gelangt und gelangen muß – solche aber ist der Himmel oder das Reich Gottes -, so hat der Mensch dadurch das Reich Gottes in sich überkommen.

Ich verstehe daher aufgrund der angeführten Stellen:

Selig: Wer in sich den himmlischen Zustand, das heißt auch innerer Friede und Glückseligkeit erreichen will muß zur Armut gelangen, d.h.: erkennen, und von Herzen anerkennen, daß er aus nichts weiß, und alles was in ihm an Liebe und Weisheit oder Gutes und Wahres oder Handeln und Verstehen ist, vom Herrn ist (10 Pfunde).
im Geiste: ist das Gemüt, oder der Mensch selbst, der die Armut in sich erkannt hat, und sich bemüht, wie aus sich nach der Lehre des Herrn zu leben. Dadurch erreicht er den Himmel: ein solcher Mensch hat in sich einen himmlischen Zustand, in welchem der Herr Wohnung nehmen und durch den Menschen wirken kann. Je nach dem Zustand der Entwicklung des Menschen ist der Einfluß des Herrn. Und wer den Himmel in sich lebendig hat und behält ihn bis zum Tode des Leibes, der kommt in den Himmel, der seinem inneren Himmel entspricht.

Daß mit dieser Seligpreisung der Herr sagen wollte, daß der Mensch sich nicht weltliches Wissen aneignen soll, verstehe ich nicht, wenn auch das geistige Wissen höher steht, als weltliches, sofern das geistige wie auch das weltliche Wissen zum Wohle der Allgemeinheit umgesetzt wird. Wir leben auf dieser Welt und dazu hat uns der Herr auch den natürlichen Verstand gegeben, wenngleich der natürliche Verstand nicht dazu geeignet ist, das geistige Wissen aufzunehmen, aber anderseits einem verhilft, zum Beispiel dem Aberglauben entgegenzuwirken.
Im Menschen sind drei Grade: natürlicher geistiger und himmlischer (Gradlehre von Swedenborg). Dazu nur eine Stelle aus LW 237: Es wurde gesagt, daß die drei Höhengrade der natürliche, der geistige und der himmlische heißen. Der Mensch kommt bei seiner Geburt zuerst in den natürlichen Grad, der bei ihm mit den Kenntnissen kontinuierlich wächst, bis die höchste Stufe des Verstandes erreicht wird, das sogenannte Vernünftige. Hierdurch wird jedoch noch nicht der andere, d.h. der geistige Grad aufgeschlossen. Dies geschieht erst durch die Liebe zu nützlicher Tätigkeit aufgrund des Verständnisses, aber wohlgemerkt durch eine geistige Liebe zu nützlichem Wirken, d.h. durch Nächstenliebe. Auch dieser zweite Grad kann in stetig fortlaufender Weise wachsen bis zur höchsten Stufe, und dies geschieht durch Erkenntnisse des Wahren und Guten, d.h. durch geistige Wahrheiten. Auf diese Weise wird jedoch der dritte oder himmlische Grad noch nicht aufgeschlossen. Das geschieht erst durch die himmlische Liebe zu nützlichem Wirken, und diese Liebe ist die Liebe zum Herrn. Die Liebe zum Herrn ist aber nichts anderes als die Anwendung der Vorschriften des Wortes im Leben. Deren kurzer Inhalt besteht darin, das Böse zu fliehen, weil es höllisch und teuflisch ist, das Gute aber zu tun, weil es himmlisch und göttlich ist. Auf diese Weise also werden die drei Grade nach und nach beim Menschen aufgeschlossen.
Mit dem Aufschließen des geistigen und himmlischen Grad kommt jener Verstand und jene Vernunft zur Wirkung, die in Ewigkeit dem Menschen bleibt, mitsamt dem dazugehörigen geistigen und weltlichen Wissen, und hat nichts mehr mit dem weltlichen Verstand zu tun.

Dazu ein paar Stellen aus den Offenbarungen:

JE VII,172/12 (natürliche Grad)
Mit dem puren Weltverstand kann man den rein geistigen und himmlischen Sinn nicht verstehen.
JE VI,124/4,5 (natürliche Grad, mit Hinweis auf den zweiten)
Der Herr: Ich aber sage euch noch hinzu, daß ihr eure Mühe auch dahin verwendet, daß alle Menschen
schon von Kindheit an ordentlich lesen, schreiben und rechnen lernen sollen – nicht nur die Reichen
allein –, sonst nützen euch die geschriebenen Bücher wenig. Suchet vor allem eine rechte Bildung des
Wissens und daraus des Herzens bei den Menschen zu bewerkstelligen, so werdet ihr euch einen großen Lohn in Meinem Reiche bereiten, und ihr werdet dadurch auch ein leichtes Handeln auf der Erde mit den Menschen haben; denn mit wahrhaft gebildeten Menschen ist leicht zu reden und zu verkehren. Aber suchet eine rechte und ganze Bildung unter den Menschen auszubreiten; denn eine halbe Bildung ist oft schlechter als gar keine!
Enthaltet euren Jüngern keine Wahrheit vor, so wie auch Ich euch nichts vorenthalten habe; denn nur die Wahrheit bildet den Menschen wahrhaft zu einem Menschen. Wo diese fehlt, da muß offenbar die Lüge an ihre Stelle treten, und diese ist die Gebärerin alles Unheiles, das nur immer auf der Erde unter den Menschen vorkommen kann. Das somit auch zu euer aller Lebensrichtschnur! Werdet ihr das beachten, so werdet ihr gar bald die Segnungen davon schon auf dieser Erde nur zu klar und wahr erfahren.

JE VII,183/9-14 (natürliche Grad)
Eine rechte Erkenntnis und Beurteilung der Erscheinungen der Natur würden am ehesten von allerlei Aberglauben befreien.

JE VII,85/17-20 (geistige und himmlische Grad)
Der Herr: Gott ist in Sich ein Geist von höchster Weisheit und hat den allertiefsten und lichtvollsten Verstand und ist die ewige Wahrheit selbst. Wer also zu Gott wirksam beten will, der muß im Geiste und in der Wahrheit beten. Im Geiste und in der Wahrheit aber betet der, der sich in das stille Liebekämmerlein seines Herzens begibt und darinnen Gott anbetet und anfleht. Gott, der alle Herzen und Nieren durchforscht, wird auch in eure Herzen um so mehr schauen und gar wohl erkennen, wie und um was ihr betet und bittet, und wird euch auch geben, um was ihr also wahrhaft im Geiste und in der Wahrheit gebetet habt.
Das vollends wahrhafte Gebet aber besteht in dem, daß ihr Gottes Gebote haltet und aus Liebe zu Ihm Seinen Willen tut. Wer also betet, der betet wahrhaft und betet ohne Unterlaß. Also aber beten auch alle Engel der Himmel Gott ohne Unterlaß an, da sie allzeit den Willen Gottes tun.
Gott will nicht mit euren Psalmen und Psaltern und Harfen und Zimbeln und Posaunen, sondern durch euer reges und unverdrossenes Handeln nach Seinem Worte und Willen angebetet, verehrt und gepriesen sein.
Wenn ihr Gottes Werke betrachtet (dazu ist der Verstand notwendig - persönliche Hinweis)und darin stets mehr und mehr Seine Liebe und Weisheit erforschet und erkennet, dadurch in der Liebe zu Ihm wachset und selbst in euch weiser und weiser werdet, so betet ihr auch wahrhaft und bringet Gott ein rechtes Lob dar; alles andere aber, was ihr bisher unter Beten verstandet, ist völlig leer, nichtig und wertlos vor Gott.

JE VII,202/5,6 (geistige und himmlische Grad)
Wie der Mensch einen freien Willen hat, so hat er auch eine rechte Vernunft und einen freien Verstand, durch den er alles Gute und Wahre wohl erkennen und beurteilen kann, und da ihm die Kräfte danach reichlichst verliehen sind, so kann er auch völlig danach handeln.
JE VII,121/5,6 (geistige und himmlische Grad)
Es würde dem Menschen der freie Wille wenig oder nichts nützen ohne die Fähigkeit eines freien Erkennens und den aus dem Erkennen abgeleiteten Verstand, der dem Willen erst zeigt, was gut und wahr und was falsch und böse ist.
Erst dann, wenn der Mensch sich Erkenntnisse gesammelt und seinen Verstand geschärft und geweckt hat, kommt die Offenbarung des göttlichen Willens hinzu, die dem Menschen die rechten Wege zum ewigen Leben zu Gott zeigt. (im Register T-V „Verstand“ sind mehrere Stellen zu finden)
Einen guten Einblick zum Thema -Verstand, Vernunft und Grade - bekommt man im Band 1 „Einblick in die geistige Wiedergeburt des Menschen“ beginnend mit: ‚Der sinnliche Mensch‘ bis ‚Die drei Grade im Menschen‘.

2. Johannes Offenbarung - J. Herbst: 

(siehe Lorber-Freunde; Johannes-Offenbarung)



Somit haben wir einen großen Helfer, um die Werke Swedenborgs zu verstehen, den Herrn selbst, sofern es uns nur daran liegt, Sein Wort zu verstehen, um dadurch den Herrn besser zu erkennen, frei zu werden und mit der Wahrheit, wahres Gutes tun zu können.

Herzliche Grüße
Franz

Herzlichen Dank, Du unser über alles geliebter himmlischer Vater in Jesus, der Du uns einen weiteren Helfer in Franz geschickt hast. 
Im Namen von uns allen bitte ich Dich, lieber Franz, in dieser Runde weiter tätig zu sein. Deinen Beitrag wirst Du in Kürze in www.lebensstufen.de  finden.

Mit herzlichen Grüßen
Lothar