Ein einiger Gott in Jesus Christus.

 

 

Lieber Freund der Neuoffenbarung,

von *** erhielt ich Ihre Ausführungen über Gott und seine Eigenschaften.
Ich selbst habe mich vor kurzem mit dem Thema "Die Einheit Gottes" auseinandergesetzt und hierzu einiges niedergeschrieben, welches ich als Anhang beifüge.
Ich habe diese Ausführungen verschiedenen Bekannten zugeleitet.
Von einer Freundin meiner Frau erhielt ich die Antwort bzw. die Fragen, wie ich im Zusammenhang mit dem Thema der Einheit Gottes folgende Schriftstellen der Bibel sehen würde:
Ps.110:1, 1.Kor.12:4-6, 1.Kor.11:3, 1.Kor.15:27  u. 28, Eph. 5:23 Kol.1:18, Off.5:1,6,7,9;  Offb. 2:26,Kol.3:1.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie auf diese Schriftstellen eingehen würden.
Unser Vater Jesus möge Ihnen Gnade und Kraft geben in Ihrem Dienst
                                            J.W.

 
Antwortschreiben von Hans am 10. Juni 2001:
 
Lieber Herr ****,
 
vielen Dank, daß Sie sich an mich wenden mit diesen Fragen. Ich will mich bemühen auf alles einzugehen. Gehe ich recht in der Annahme, daß Sie Pastor sind ? Wer sonst hätte solch detaillierte Fragen zu Bibeltexten ! - Sie haben viele Fragen auf einmal gestellt. Ich werde sie hier dennoch alle beantworten. ( In Zukunft aber bitte nur ein, zwei oder drei  Fragen pro E-Mail. Sonst verliert man schnell die Übersicht. )
 
 
Vorab kurz zu meiner Person:  
 
In *** Internet-Mail-Gruppe bin ich noch nicht lange, doch war und bin ich auch schon länger in verschiedenen anderen christlich orientierten Gruppen, um mehr über Gott und die Menschen zu erfahren. Zudem bin ich von Kindheit an eher naturwissenschaftlich orientiert, habe mich früher sogar  mit Esoterik, Astrologie, Leben nach dem Tod und auch am Rande mit der Bibel  kritisch  befaßt. Letztere gab mir damals weniger als  Däniken. Vieles erschien mir unsinnig.
 
Heute ist das umgekehrt dank mancher  "Neuoffenbarung" durch  "Knechte und Mägde" des Herrn . Ob diese nun wirklich die Knechte und Mägde des Herrn sind wie sie die Apostelgeschichte 2, 17 und 18 prophezeit, das tut nichts zur Sache. Auf alle Fälle war die Bibel deren Hauptwerkzeug in Verbindung mit einem Herzen, das wohl auf dem rechten Fleck saß. Sie hatten ein gefestigtes Gottesbild, das eines einigen liebenden Gottes. Sie hatten sich mit vielen unverstandenen Worten in der Bibel auseinandergesetzt und bekannte Fragen plausibel erklären können. Dem Studium vor allem der lorberschen Werke verdanke ich jedenfalls einen neue Liebe zur Bibel und ein viel besseres Verständnis derselben.
 
Sie schreiben über die "Einheit Gottes". Da werde ich erinnert,  daß das Johannes-Evangelium gleich am Anfang gut erklärt, wer Jesus war, ist und ewig bleiben wird. Wie ich sehe, ist die Bibelstelle auch von Ihnen  unten zitiert worden.
 

Das Wort ward Fleisch.
  1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei
Gott, und Gott war das Wort.
1,2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
1,3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und
ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

1,4 In ihm war das Leben, und das Leben war das
Licht der Menschen.
1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und
die Finsternis hat's nicht ergriffen.
 
 
Hier wird gesagt, daß das "Wort ( Gottes )" als das Licht der Menschen auf die Erde eben als Mensch kam. Aber die finsteren Menschen begriffen das nicht. Sie erkannten den Herrn nicht. Er kam nicht in einem Palast zur Welt, sondern in einem Schafstall, arm, ohne Pomp und hieß nur Jesus. - Sehr schön erklärt das Jakob Lorber, weshalb ich Ihnen im parallelen Mail ein diesbezügliches   Kapitel schicke. Daraus erkennen Sie zumindest, daß sich schon früher Menschen darüber Gedanken machten und eine Antwort in sich fanden. Wo anders gibt es auch keine Antwort darauf. Jeder muß sie selbst in sich finden.
 
Wie kann es nun verstanden werden,   daß dieses "Wort" Gott ist und dennoch nicht ganz Gott ist. Da hilft ein Vergleich: Nehmen wir einfach den "Vater in Jesus" als die Liebe Gottes. Die Liebe ist aber das Feuer Gottes. Heute würden wir ganz modern sagen: Das ist die  intelligente kosmische Energiezentrale, von der alles ausgeht und geschaffen wurde. Aus diesem "Feuer" ging seit Ewigkeiten Licht aus, eine intelligente Energie. Diese war schon immer in und um dieses Machtzentrum und gehörte dazu wie das Licht der Sonne zum Feuer der Sonne. Das ist natürlich nur eine einfache Analogie, aber hilfreich. Vor allem wenn wir noch bedenken, daß dieses Feuer und dessen Licht nicht durch Raum und Zeit getrennt waren oder sind, wie wir noch erfahren werden!
 
So sind Trilogien wie 
 
Vater, Sohn und Heiliger Geist
Feuer, Licht und formgebende Kraft 
Liebe, Weisheit und Wille oder
Körper, Seele, Geist
 
nur menschliche Analogien, Hilfsstrukturen, um etwas für unseren Verstand Unfassbares besser zu begreifen.
 
Sind wir Menschen nicht auch drei Wesen in einem ? Ein Körpermensch-ein Seelenmensch-ein Geistmensch ? Und trotzdem sind wir nur eine Persönlichkeit. So wie Gott, der als Vater die Liebe und als Sohn die Weisheit und als Heiliger Geist die allgegenwärtige Macht  ist. Die Liebe selbst ist blind aber mächtig, die Weisheit ist sehend aber kraftlos. Beides vereint aber ist allmächtig. Heute würde man vielleicht von Energie, Hardware und Software sprechen, statt von diesen Größen. Man denke in diesem Zusammenhang auch an die Einheit von Yin und Yang, an die Polaritäten usw..    Der Pluspol tut nichts, der Minuspol tut nichts. Nur wenn beide verbunden werden, wird Energie frei. Wer hat Kraft oder Energie schon mal gesehen ? Keiner ! Nur deren Auswirkungen. So ist es auch mit dem Geist.
 
 
Nach meiner Auffassung ist Gott das intelligente allmächtige Wesen, das außerhalb der uns bekannten Dimensionen steht. Er ist außerhalb von Raum und Zeit - wie jeder reine Geist. Das ist uns materiellen Menschen unvorstellbar, weil wir mit unserem Gehirn das nicht nachvollziehen können. Das Gehirn mit seiner Verstandeslogik ist an Zeit und Raum gebunden und nur für diese Zeit-Raum-Welt konstruiert als Orientierungsinstrument. Nach unserem Tod brauchen wir dieses Hilfsorgan nicht mehr. Das geistige Wesen, das wir dann sind, steht ebenfalls außerhalb von Zeit und Raum und ist intelligent. Ärzte an der Universität Southampton fanden jetzt (2000) erstmals "Beweise" für ein Leben nach dem Tode. Bei Gehirntoten ohne Gehirnströme stellte man fest nach gelungenen Reanimationen, daß sie unterdessen nicht mit ihrem Gehirn, sondern mit ihrer Seele gefühlt, gelebt, gedacht hatten. Unser Gehirn ist nur ein körperliches Instrument ausreichend für diese Welt.  - Noch ein paar Hinweise dazu:
 
 
1. Unsere Logik sagt ganz klar, daß das Weltall unendlich sein muß. Denn wenn es eine Grenze gäbe, dann gäbe es auch ein Dahinter. Mit dieser Unendlichkeit wird das Gehirn aber nicht fertig. Es sagt ja zur Unendlichkeit, kann sie aber nicht begreifen.
 
2. Unsere Logik sagt, daß die Zeit weder Anfang noch Ende haben kann. Auch das ist unbegreiflich für unseren Verstand, obwohl er das selbst akzeptiert. 
 
3.Die Urknall-Theorie ist aus obigem Grunde nur eine faule Hypothese. Denn woher soll der Urknall - so ein blödes Wort übrigens - kommen ?  Woher plötzlich diese allesschaffenden Energien ? Mit dieser faulen Hypothese will man Gott an den Kragen und ihn ausschalten. Höchst lächerlich ! Auch von physikalischen Standpunkt aus.
 
4.Die Evolution soll ebenfalls Gott als Schöpfer überflüssig machen. Doch welch ein neuer Unfug: So soll der Mensch aus dem Affen entstanden sein. Warum ist denn dann die Evolution stehengeblieben, so daß wir heute diese Evolution nicht mehr erleben ? Aus Fliegen werden nach wie vor Fliegen, aus Affen immer wieder Affen. Keine Spur von Evolution hin zum Menschen. Warum soll denn das heute nicht mehr sein ? ... Mutationen, Fehlgeburten und Kreuzungen sind keine Evolution. Es gibt doch genug Affen: Warum wird denn aus keinem mal ein Mensch ? - Weil es eben keine Evolution in diesem Sinne gibt ! Auch nur eine faule Hypothese von Gottesleugnern, die eine höhere Macht und eine nachfolgende Gerechtigkeit nicht wahrhaben wollen. Dies ist der ubiquitäre Geist des Antichristen!
 
5.Bisher hat noch kein Mensch auch nur eine einzige lebendige Zelle schaffen können aus totem Material. Menschen können trotz aller Anstrengungen nur verändern und töten. - Nur, eine göttliche Intelligenz und Macht kann das.
 
 
Lieber Herr J.W.,
 
jetzt gehe ich auf Ihre Texte und fragen ein. Daß Gott ein einziges und kein geteiltes oder zwei oder drei Wesen ist, das ist mir zur Gewissheit geworden ! Auch Sie haben das längst erkannt und schreiben das Gleiche wie Lorber und ich und andere.
 
Ich hoffe, daß Sie meine Textformatierung erkennen. Ich schreibe meine Zusätze nun in blauer dicker Schrift. sicherheitshalber setze ich einen Stern davor. Sie können auch Ihr E-Mail-Programm auf HTML stellen, dann könnte ich Ihnen sogar mal Bilder in den Text einarbeiten. Doch das nur nebenbei.

Der Sohn Gottes   -    der Menschensohn

Gott mußte, um die Erlösungstat zu vollbringen, selbst Mensch  werden.

*Weil kein Mensch den Ruf der Materie in sich besiegen konnte.  Um aber aus der Materie sich entwinden zu können, und somit auch aus den Fesseln von Zeit und Raum, mußte ein einziger Mensch es schaffen, alles Materielle von sich abzustreifen, dadurch daß er sich körperlich und seelisch total unter Gottes Geist unterordnete. Das gelang weder Adam noch Buddha noch irgendeinem anderen.  Mit dem Ergebnis, daß alle Menschen tiefer in der Materie versanken und im Jenseits in einer Sackgasse landeten. Diejenigen, die wirklich gut waren und ins Paradies kamen, die kamen von dort nicht weiter. Gott aber wollte, daß seine Lieblingsschöpfungen, seine Kinder, ihn erkennen  und lieben und auch zu ihm kommen. Aber selbst die seligsten Geister konnten Gott vor Christi Himmelfahrt nur als eine geistiges Licht erblicken - das war alles.

Dadurch aber daß ein Mensch sich und sein Ego völlig dem Geist Gottes unterwarf und diesen in sich lebendig machte, gelang es der Gottheit Selbst eine menschliche Form anzunehmen. Und dieser eine war Jesus. Einer für alle !  Der Geist in Jesus war der Vater, eben von dem das Wort ausging. Die Seele Jesu war keine gewöhnliche Menschenseele. Denn Gott Selbst zeugte in Maria den Menschen Jesus. So war garantiert, daß Jesus die Materie, deren Gelüste, den Tod, besiegte. Er verwandelte den materiellen Körper sogar und erstand im verklärten Leib. Körper, Seele und Geist waren eins. Den Körper bezwang Jesu Seele, die andererseits sich selbst wieder ihrem innersten Geist unterwarf. Das war besonders deutlich in Gethsemane  als sich Jesu Seele frei von göttlichem Einfluß entscheiden sollte. So war die Willensfreiheit auch bei Jesus gewahrt worden. Kein Zwang. Keine Marionette. Jesus entschied sich trotz der damit verbundenen und vorausgesehenen Marterung am Kreuz für Gott und die Erlösung der Menschen obwohl er das nicht hätte tun müssen, um selbst selig zu werden.  Denn Jesus war ohne Sünde. Er nahm alle Sünden der Welt auf sich und ertrug die letzten Marterungen. Der Körper wurde frei geopfert und die Seele ging zu ihrem Geist, dem Vater. Sie wurden eins und verklärten den Leib Jesu. Dieser folgte so vergeistigt Jesus Christus, unserem Heiland und Erlöser, der nun auch ist Gott, unser himmlischer Vater. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eine Person wie du und ich.  Es handelt sich nur um verschiedene Aspekte.

Seitdem ist Gott ein sichtbarer Gott ! - Und niemand kommt zum Vater, denn durch Mich, sagt Jesus. Daß Jesus während seines Erdenwandels nicht als Einsiedler lebte, sondern als tatkräftiges Vorbild für alle Menschen lehrte und handelte, versteht sich von selbst. Daß nach seiner sichtbaren Himmelfahrt, zahllose Evangelien entstanden und auch Entzweiungen unter den Gläubigen, war auch abzusehen.  Ebenfalls die vielen antichristlichen Bestrebungen, die es immer in gleicher Form seit Arius gibt. Dieser behauptete schon damals am Ende sogar, daß er vom Geiste Gottes dazu aufgefordert worden sei, den Menschen klärlichst darzutun, daß Christus kein Gott, sondern nur ein ganz gewöhnlicher Prophet war und er (Arius selbst) es nun auch sei, so gut wie Christus! 

Heute tut das Gleiche ein gewisser Walsch, dessen Bücher "Gespräche mit Gott" auf der ganzen Welt die Buchhandlungen überschwemmen. In den New York Times standen diese Bücher viele Monate auf der Bestsellerliste.  Ich kenne sie. Es handelt sich um ein ähnliches Phänomen wie bei den alten und neuen christlichen Offenbarungen, wo ein Engel oder Gott selbst sich einem Menschen offenbart, zu ihnen spricht. Der Unterschied besteht nur darin, daß dieser "Gott" bei Walsch ein schönes Leben schon auf Erden verspricht, dafür Rezepte gibt, den alten Gott ebenso wie den Teufel als menschliche Erfindungen abtut, Strafen abschafft und somit jedem ein sorgloses Gewissen macht. Selbst Sexorgien und Hitler sind straffrei. Wichtig sei nur die seelische Erfahrung. Und was solche Gebote betrifft wie "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" bedeutet bei Walsch soviel wie: "Du mußt zuerst dich selbst lieben und selbst alles haben, bevor du andere lieben und anderen geben kannst". Kein Wunder, daß dieser Gott sofort mit Glanz und Gloria angenommen wurde, obwohl er ebenfalls nur über ein Medium sprach, wie es auch Lorber, Swedenborg, Mayerhofer u.a. waren. Auch Hildegard von Bingen war eine echte Magd Gottes und brachte Visionen zu Papier.  Aber wie alle christlichen unbequeme.

Was hat sich nun für unsere seelische jenseitige Entwicklung seit Christi Auferstehung geändert ? - Sehr viel ! Wir müssen uns zunächst wieder vergegenwärtigen, daß Gott ein Geist ist, der über Zeit und Raum sich befindend allgegenwärtig ist. Überdies besitzen die Menschen seit Adam und Eva einen "Gottesfunken" in sich (davor gab es auch Menschen!, aber andere). Dieser Gottesfunke in jedem Menschen ist nun nicht nur ein Licht, sondern eine Gestalt: Jesus Christus. Auf geistiger Ebenen, im Jenseits, kann Jesus alias Gott sich uns persönlich nahen und uns persönlich führen ! - Wir haben nun einen sehr liebreichen Bruder und Vater im Jenseits, den besten Führer in den Himmel, der mit jeder Gefahr sich auskennt Das ist die Erlösung.  Wir müssen IHN nur annehmen. Er sagt: "Ich bin der Weg ! " Das ist hier wie drüben gültig.

 

Der Herr hat oft erklärt, er sei vom Vater gesandt worden (Matth. 10,40; 15,24;

*Gottes Liebe zu uns Menschen ist der Vater, die Liebe in Jesus zu uns. Also ganz logisch.

Joh.3,17; Joh.5,23 u.a.) Er sagte dies,  weil unter > in die Welt gesandt werden< verstanden wird, sich herabzulassen und zu den Menschen zu kommen. Dies geschah durch das Menschliche, das er durch die Jungfrau Maria annahm.

*Der Gang durch einen Mutterleib war und ist  in Gottes Ordnung nötig, um Mensch zu werden. Sonst hätte das Zentrum der Gottheit keine feste Form annehmen können, in der Er uns zum bleibenden Führer, starken Bruder und endlich geliebten Vater werden konnte. Es ist ein Unterschied, ob sich Gott als Geist oder Engel  im Alten Testament gelegentlich zeigte oder tatsächlich Mensch wurde.  Nur durch den Gang über die Materie erlangt ein Geist Form, also eine zeit-räumliche Dimension, eine faßbare begreifbare Form, die für die Führung der Menschen unumgänglich wichtig ist. Wie soll man jemanden lieben, den man nicht umarmen kann, den man nicht berühren kann ?! Diese mit der Persönlichkeit fest verbundene Form ist dann aber auch in den höchsten Himmeln vorhanden, denn dort ist nicht weniger, sondern mehr.

Die Entwicklung des Kindes lief jedoch sehr schnell. Das Kindlein aber wuchs und erstarkte,..... nahm zu an Weisheit und an Größe  und an Gunst bei Gott und den Menschen ( Luk. 2,40+52).

*Jesus war kein "Deus ex machina ". Seine Seele mußte in sich den Vater, den göttlichen Geist, den jeder Mensch hat, erst finden. Denn so hoch sein seelischer Ursprung war, so mußte er dennoch wie jeder Mensch seinen Geist erst für sich wecken, erkennen, finden. "Im Anfang war alles wüst und leer." Moses beschreibt den Menschen, nicht das Weltall! Daß das aber bei Jesus schnell ging, darf nicht verwundern.

Gott wurde Mensch in Seinen Ordnungen, und so soll der Mensch sich auch in der göttlichen Ordnung entwickeln. Im Zustand Seiner Erniedrigung betete der Herr zum Vater, d.h. im Zustand Seines Hinstrebens zum Vater. Nach den Gesetzen dieser von Ihm geschaffenen Ordnung schritt der Herr voran bis zur Vereinigung mit dem Vater.

So wie der Mensch  eine Seele und einen Leib hat und diese wechselseitig verbunden sind, so ist  auch bei Gott die Verbindung von Vater und Sohn. Und wie jeder Mensch nur eine Person ist, so ist auch Gott nur eine Person, denn er ist ein einiger Gott und nicht drei Personen, wie die Kirchen lehren.  Schon die menschliche Vernunft sagt uns, daß es unmöglich ist, daß ein Mensch drei Personen sei.

Die Verfechter der Trinität (Gott = drei Personen) führen die Schriftstellen an, wo Jesus mit dem Vater sprach und auf ihn hörte und das tat, was der Vater ihm sagte. Aber ziehen wir uns nicht auch – wie Jesus - in die Stille zurück und hören auf die Stimme unseres Herzens.

*Auch wir sollen ja auf den Vater hören, den Geist der allmächtigen Liebe.  Jesus tat es für uns alle und praktizierte tätige Gottes- und Nächstenliebe. Übrigens, Jesus betete auch. Zu wem ? - Er meditierte und reflektierte seine hohen Gedanken mit seiner tiefen Liebe. Oft standen bei ihm schwere Entscheidungen an, die nur mit seiner Liebe zu uns möglich waren. Dafür diese Gebete wie eine innere Stärkung des Menschensohnes Jesus.  Auch wir sollen uns im Gebet Kraft holen. 

Daß der Herr in der Welt zum Vater wie zu einem anderen betete und sich vor Ihm erniedrigte, geschah in Übereinstimmung mit der unwandelbaren Schöpfungsordnung, nach der ein jeder die Verbindung mit Gott anstreben muß.

Als der Herr Jesus am Kreuze mit dem Vater sprach, sprach Er mit dem Vater in sich. Dies haben Propheten im Geiste gesehen.

Allen, die heute noch denken wie Arius, daß Jesus nicht Gott ist , sondern nur ein Rabbi als Sohn Gottes, sei aus dem Wort  gesagt:

* Dazu brachte ich auch schon einen Kommentar. - Ich überschlage jetzt die weiteren Texte und gehe kurz auf die Bibelstellen ein.

 
110,1 EIN PSALM DAVIDS. Der HERR sprach zu
meinem Herrn: »Setze dich zu meiner Rechten, bis
ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«
*Jesu offenbarteWorte dazu über Lorber:
[GEJ.07_198,17] Wenn aber David sagte: ,Der Herr sprach zu meinem Herrn‘, so hat er damit nur das gesagt, daß die erbarmungsvollste Liebe in Gott in alle ihre Weisheit drang und zu ihr sagte: ,Setze Dich zu Meiner Rechten, werde Wort und Wesen, werde Eins mit aller Meiner Lebensmacht, und alles, was des Lichtes Feind ist, muß sich dann beugen vor der Liebelebensmacht in ihrem Lichte!‘
[GEJ.07_198,18] Was aber damals David im Geiste aussagte, das steht nun verkörpert wunderbar vor eurem Gesichte! Warum aber verschließet ihr eure Augen und wollet nicht innewerden, daß die große Verheißung nun erfüllt vor euch steht und redet und euch lehrt die Wege des wahren Lebens aus und in Gott?“
 
12,3 Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesus
verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und
(a) niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch
den heiligen Geist.
12,4 (a) Es sind (b) verschiedene Gaben; aber
es ist ein Geist.
12,5 Und es sind (a) verschiedene Ämter; aber
es ist ein Herr.
12,6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es
ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.
12,7 In einem jeden offenbart sich der Geist zum
Nutzen aller; (a)
12,8 dem einen wird durch den Geist gegeben, von
der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben,
von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist;
12,9 einem andern Glaube, in demselben Geist;
*Das sollte klar sein, daß der Geist Gottes in uns erstens vorhanden ist, zweitens aber nur - wenn wir bewußt oder unbewußt aus DIESEM reden oder handeln - nur Gottgefälliges, Wahres und Gutes reden und tun. Im Alltag kann sich Gottes Geist bei, in und durch jedem Menschen äußern. Aber nur bei einem gottgefälligem Herzen.  

1. Kor.11,3 Ich lasse euch aber wissen, daß Christus
das Haupt eines jeden Mannes ist; (a) der Mann
aber ist das Haupt der Frau; (b) Gott aber ist
das Haupt Christi.
Eph. 5,23 Denn (a) der Mann ist das Haupt der Frau,
wie auch (b) Christus das Haupt der Gemeinde ist,
die er als seinen Leib erlöst hat.
5,24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet,
so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen
in allen Dingen.
5,25 Ihr Männer, liebt eure Frauen,
Kol.1,18 Und er ist das (a) Haupt des Leibes, nämlich
der Gemeinde. Er ist der Anfang, der (b) Erstgeborene
von den Toten, damit er in allem der Erste sei.
*Hier wird überall eigentlich das Gleiche gesagt: So wie Christus des Mannes Haupt und Schutz ist, so ist ein derart christlich tätiger Mann auch das Haupt und der Schutz seiner Frau und Kinder. Im übertragenen Sinne ist der Mann der Gebende, die Frau das Aufnehmende. Christus ist der Mann, die Gemeinde die Braut. Gegenüber Christus ist sogar der Mann das aufnehmende weibliche Wesen (Yin). Richtig verstanden ! - Paulus gab praktischen Rat. Was die Unterordnung der Frauen betrifft, so gilt das Gleiche nur für die Unterordnung unter den christlichen Mann oder Christus im Mann (auch in der Frau) , der ja nur Gutes geben kann.  - Daß der Leib (Gemeinde, Mann, Frau, Kind) aber dann auch die christliche Lehre in Taten umwandeln soll, ist logisch.  
 
 
1.Kor.15,27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«
(Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm
unterworfen, so ist offenbar, daß der ausgenommen
ist, der ihm alles unterworfen hat.
15,28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird,
dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem,
der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles
in allem.
*Erklärt sich aus oben Gesagtem. Gottes Vaterliebe regierte Jesu Seele und diese Jesu Leib. Die Liebe ist und bleibt das Höchste. Jesus Christus kann aber nicht gegen seine Liebe verstoßen. Das ist so verwirrend wie die Trilogie.  
 
Der alte und der neue Mensch.
 
Kol. 3,1 Seid ihr nun (a) mit Christus auferstanden,
so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend
zur Rechten Gottes.
 
*Mit Christus sind wir auferstanden, weil Gottes Geist ja auch in uns ist und dieser identisch mit Christus. Als Glieder am Leibe (Tat!) Christi sind wir ebenfalls auferstanden, wenn wir tun, was ER uns sagt - als ihm folgen (mit Leib und Leben).
Off. 5,1 Und ich sah in der rechten Hand dessen, der
(a) auf dem Thron saß, ein Buch, (b) beschrieben
innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.
 
[PH.01_036,24] Um euch also die Evangelien, mit mehr als sieben Siegeln verschlossen, zu öffnen und durch diese Bücher den Weg zu Mir und Meinen Himmeln anzubahnen, sende Ich euch diese Erklärungen.
 
5,6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und
den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten
ein (a) Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte
sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben
Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
5,7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten
Hand dessen, der auf dem Thron saß.
5,8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier
Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder
vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und
goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die
Gebete der Heiligen,
5,9 und sie sangen ein (a) neues Lied: Du bist
würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel;
denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und
Sprachen und Völkern und Nationen
 
*Die Bilder der Offenbarung werden von Lorber eingehend behandelt. Es würde zu weit führen, darauf jetzt näher einzugehen. Sie sind ein Gemälde der Entwicklung der Menschheit, aber auch der Entwicklung eines jeden einzelnen von uns.
 
 
Off. 2,26 Und wer überwindet und hält meine Werke bis
ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden
 
*Dann kann man auch sagen: Jetzt lebe nicht ich, sondern Jesus lebt in mir. Und das ist der Allmächtige bzw. dessen Sohn (Gottessohn und Menschensohn).  Es versteht sichdaß der dann auch Macht über die Heiden hat, von denen es ja viele auch unter uns sog. Christen gibt. Die Heiden leben geistig gesehen im Finstern, fern dem Lebens- und Machtzentrum der Liebe Gottes. 
 
 
mfg hz
 

 
Auszug aus dem 8.Band des Großen Johannesevangeliums über das Wesen Gottes:

jl.ev08.026. Kapitel

   01] (Der Herr:) »Höret! Wenn Gott als der Schöpfer aller Wesen, aber dennoch unterschieden von allen andern von Ihm geschaffenen Wesen, sicher ewig war, ist und sein wird, legt Ihm das etwa irgendeine unwandelbare Notwendigkeit, zu verharren im gewissen Urzentrum, auf?! Wenn schon dem Menschen eine freie Bewegung nach jeder Richtung des Leibes sogar, und noch endlos mehr dem Geiste nach gegeben ist, wie sollte Sich da der allerfreieste Gott in dem beschränken, worin Er sogar Seinen Geschöpfen die vollste Freiheit gab? Ich sage es euch: Die göttliche Unendlichkeit in allem hat die Macht, Sich auch endlos frei zu bewegen! Ihr steht demnach sicher wohl auch das Recht zu, Ihre Herrlichkeit ins Fleisch zu wandeln, um Selbst gegenüber den von Ihr geschaffenen Menschen auch als ein ewig vollkommenster Mensch schau- und begreifbar dazustehen.
   02] Aber die Macht hat die endlose Herrlichkeit Gottes nicht und kann sie unmöglich haben, andere, Ihr völlig gleiche Gottheiten außer Sich zu schaffen; denn könnte Sie das, so müßte Sie außerhalb des einen unendlichen Raumes auch noch mehrere ebenso unendliche Räume erschaffen können, was wohl sicher jeder nur ein wenig helldenkende Mensch schon von ferne für einen allerbarsten Unsinn ansehen und anerkennen muß. Denn wenn der eine Raum nach allen denkbaren Richtungen hin unendlich ist, wo sollte dann ein zweiter ebenso unendlicher Raum seinen Anfang nehmen?
   03] Ein nur zweiter vollkommener Gott mit der vollsten unendlichen Herrlichkeit ist demnach ebensowenig denkbar wie ein zweiter unendlicher Raum, und ihr könnet daraus nun klar ersehen, daß Ich als nun euch gleich auch ein Menschensohn im Fleische wandelnd kein zweiter, sondern nur ein und derselbe Gott bin, der Ich vor aller Kreatur von Ewigkeit her war und also auch bleiben werde in alle Ewigkeit. Ich kann darum nichts wider Meine ewige Herrlichkeit tun, aber alles für dieselbe.
   04] Würde Ich außer Mir noch zwei Götter schaffen, wie etwa den Sohn und den Heiligen Geist, so daß dann beide von Mir individuell unterschieden wären, so müßten sie ja notwendig auf alle Meine Machtvollkommenheit Anspruch machen, da ohne diese kein Gott denkbar ist, sowenig wie der Begriff eines zweiten und gar dritten vollkommen unendlichen Raumes unter einer gewissen Teilung und gegenseitigen Beschränkung. Wenn aber das denkbar möglich wäre, wie sähe es dann mit dem nur einen möglichen Hoheitsrechte Gottes aus?
   05] Es kann aber nur ein solches endloses göttliches Hoheitsrecht geben! Denn gäbe es deren drei, so wäre das endlose Einreich Gottes zersplittert, und sein Bestand wäre ebenso undenkbar möglich wie der Bestand von drei unendlichen Räumen nebeneinander.
   06] Das Einreich des nur einen Gottes kann ewig bestehen, weil Er allein nur ein Einiger König und Herr desselben ist, wie solches denn geschrieben steht in der Schrift der Propheten, die aus dem Munde Gottes also geweissagt haben: 'Gott wird Seine Herrlichkeit keinem andern geben'. Denn allein Ich, Christus, bin der Einzige Gott! Menschen, Engel, Herrschaften und Gewalten, ja alle Dinge im Himmel und auf allen Erden haben sich allzeit vor Mir gebeugt und werden sich auch in Ewigkeit nur vor Mir beugen und nie vor einem andern, gleichwie auch alle für eure Begriffe noch so endlos groß scheinenden Weltenschöpfungsräume von dem nur einen unendlichen Schöpfungsraume verschlungen werden und ihm gegenüber als völlige Nichtigkeiten erscheinen.
   07] Wenn unter dem Namen Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht ein für Sich bestehender, grund- und einwesiger Gott zu verstehen wäre und man anstatt dessen einen von dem Vater unterschiedenen Sohn und ebenso einen unterschiedenen Heiligen Geist annehmen müßte, - was für ein Gott wohl müßte dann der Vater sein?
   08] Wenn nach der Schrift der Propheten, die der grobe, selbstverschuldete Unverstand der Menschen nicht faßt, der Vater den Sohn mit aller Macht und Gewalt im Himmel und auf allen Erden und Welten bekleidet und den Heiligen Geist als einen Mitwirker Ihm beigesellt hat behufs der Heiligung und Bewahrung der nun euch gegebenen neuen Lehre aus den Himmeln, zu deren Haupt eben nur der Sohn, den Ich vorstelle, wie auch zum Haupte aller andern Dinge gemacht ist, so frage Ich euch: Was für einen Gott machet ihr dann da aus dem Vater? Könnet ihr überhaupt noch einen Gott aus Ihm machen?
   09] Und könnet ihr euch in der materiell-menschlichen Blindheit noch einen vorstellen, so müsset ihr Ihn euch offenbar als müßig und tatlos vorstellen, da ihr doch offenbar einsehen müßt, daß Er bei so bewandten Umständen nichts mehr zu wirken und auch nichts mehr zu regieren hätte. Ihr müßtet euch nur nach der höchst finsteren menschlichen Art vorstellen, daß der Gott-Vater etwa wegen Seines hohen Alters gleich dem alten Könige Pharao in Ägypten, der die Regierung dem Joseph übergab, auch nun also Seiner Schwäche und Mühseligkeit wegen sie dem Sohne für ewig übergeben habe, damit Er Sich nun in Seiner Ruhe ganz müßig könne wohlgeschehen lassen!
   10] Könnet ihr euch wohl denken, daß der Vater alt geworden sei, und daß Er Sich nun zur Ruhe setzen wolle, indem Er nun außer Sich einen vollkommen Ihm gleich allmächtigen Sohn und weiter noch einen gleich allmächtigen Heiligen Geist habe, den Er etwa aus Sich und Seinem Sohne hervorgebracht habe, denen Er nun die ganze Regierung übergeben und, Sich Selbst abdankend, überweisen wolle?
   11] Oh, wie überheidnisch dumm, blöde und blind müßte da der Menschenverstand sein, dem es möglich würde, in solch eine Raserei zu geraten!
   12] Besteht ein Sohn und ein Heiliger Geist unterschieden von und außer dem Vater im Gleichen, wie da bestehen Engel und Menschen, so können sie weiter nichts als nur Seine Geschöpfe sein, weil sie ihr etwa noch so vollkommenes Wesen nur von dem einen Schöpfer und nicht aus sich infolge der höchsteigenen und ewigen Machtvollkommenheit erhalten haben.
   13] Wie aber kann da eine vollkommene, göttliche Verwandtschaft oder eine wesentliche Einheit zwischen einem Geiste ohne Leib und Form und einem Geiste mit Leib und Form bestehen? Kann von dem Sohne, der eine leibliche Person ist und, wie ihr sehet, einen Körper hat, gesagt werden, daß Er in dem Vater sei, wenn der Vater keinen Leib, keine Gestalt und keine Form hat? Oder kann der leib-, gestalt- und formlose unendliche Vater im Sohne sein?
   14] Weiter: Wenn der Heilige Geist eine vom Vater und Sohne ausgehende dritte für sich dastehende Person ist, wie kann sie da mit beiden gleich geeigenschaftet und gleich ewig sein? Oder kann das, was sein Sein von einem andern erhält, gleich sein dem, das sein Sein ewig aus sich selbst hat? Kann je die Ewigkeit gleich sein der stets flüchtigen Zeit oder ein beschränkter Raum der Unendlichkeit?
   15] Wenn man auch annehmen kann, daß alle Zeiten der Zeiten in der Ewigkeit stecken, sich bewegen und verändern, so kann man aber unmöglich denken, sagen und behaupten, daß die Ewigkeit in der irgend noch so lange währenden Zeit enthalten ist, gleichwie man auch wohl denken, sagen und behaupten kann, daß da alle noch so großen, aber endlich doch noch begrenzten Räume sicher wohl im endlosen Urraume enthalten sind, aber dieser unmöglich auch in ihnen.
   16] Wenn sonach der Heilige Geist wirklich gleich einem andern Geschöpf vom Vater und Sohn als eine für sich wesenhafte Person ausginge, dann wäre er ja offenbar ein Gott der Zeit und nicht der Ewigkeit! Ein solcher Gott aber könnte dann, wie alles Zeitliche, mit der Zeit aufhören zu sein! Wenn aber das, wer würde und könnte dann allen Menschen und Engeln ein ewiges Dasein geben und erhalten?!
   17] Damit euch aber diese allerhöchst wichtige Sache noch heller und klarer einleuchtend wird, so verfolgen wir dieses Thema noch weiter, und ihr höret Mich!«

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WCR 98,99 (Wahre christliche Religion):

 

Daß Vater und Sohn, d.h. Göttliches und Menschliches im Herrn wie Seele und Leib vereinigt sind, bildet zwar einen Teil des Glaubens der heutigen Kirche, gründet es sich doch auf das Wort Gottes, dennoch aber wissen es von hundert Menschen kaum fünf und von tausend kaum fünfzig. Schuld daran trägt die Lehre von der Rechtfertigung durch den bloßen Glauben, deren Studium sich heutzutage die meisten Geistlichen, die um des Ansehens und Gewinnes willen den Ruf der Gelehrsamkeit erstreben, mit einem derartigen Eifer widmen, daß diese Lehre jedes Teilchen ihres Gemüts erfüllt und besetzt hält. Und weil sie von dieser Lehre wie berauscht sind, so sehen sie auch nicht das Wesentlichste der Kirche, nämlich daß Jehovah Gott selbst herabstieg und ein Menschliches annahm, obwohl doch einzig und allein durch diese Vereinigung dem Menschen die Verbindung mit Gott und so das Heil ermöglicht wurde.

Ein jeder, der sich überlegt, daß Gott ebenso im Himmel wie in der Kirche und in der Theologie ein und alles ist, kann sich völlig klar darüber sein, daß das Heil von der Erkenntnis und Anerkennung Gottes abhängt.

Mit der Vereinigung des Vaters und des Sohnes, des Göttlichen und des Menschlichen im Herrn verhält es sich ebenso, wie mit der Vereinigung von Seele und Leib, und diese Vereinigung ist wechselseitig.

Im Athanasischen Glaubensbekenntnis, das der gesamten christlichen Welt als Lehre von Gott gilt, liest man:

„Unser Herr Jesus Christus ist Gott und Mensch; und obwohl Er Gott und Mensch ist, so sind doch nicht zwei, sondern ist ein Christus. Einer ist Er, weil das Göttliche das Menschliche zu Sich hinzugenommen hat; ja, Er ist vollkommen eins und eine Person, denn wie Seele und Leib ein Mensch sind, so ist Gott und Mensch ein Christus“.

Hier wird jedoch vorausgesetzt, daß die Vereinigung zwischen dem Sohn Gottes von Ewigkeit und dem in der Zeit geborenen Sohn bestehe. Da aber Gott einer ist und nicht drei Götter bestehen, so stimmt jene Lehre (sofern man nur unter der Vereinigung die mit dem einen Gott von Ewigkeit versteht) mit dem göttlichen Worte überein, in dem man liest, daß „Er empfangen sei von Jehovah dem Vater“: Luk.1/34, daß Er also von daher Seele und Leben hatte. Deshalb sagt Er, „Er und Sein Vater seien eins“: Joh.10/30; und Joh.14/9: „wer Ihn sehe und erkenne, den Vater sehe und erkenne“; und hier, Joh.1/18 sagt der Herr, „daß Er im Schoße des Vaters sei“, und Joh.16/5: „daß alles, was der Vater hat, Sein sei“, und Joh.17/2: „daß Er Gewalt über alles Fleisch habe“ und „alle Gewalt im Himmel und auf Erden“: Matth.28/18.

Aus diesen und vielen anderen Stellen im Wort Gottes geht klar hervor, daß zwischen dem Vater und Ihm eine Vereinigung wie zwischen Seele und Leib besteht.

Deshalb heißt Er auch im Alten Testament des öfteren Jehovah, Jehovah Zebaoth und Jehovah der Erlöser.

Keine Vereinigung oder Verbindung zwischen zweien ist möglich, wenn nicht beide einander entgegenkommen. Alle Verbindung im ganzen Himmel, in der ganzen Welt und im ganzen Menschen entsteht nicht anders als dadurch, daß eins dem anderen entgegenkommt und beide dasselbe wollen. Auf diese Weise kommt es zu Gleichartigkeit und Sympathie, zu Einmütigkeit und Übereinstimmung in jedem der beiden.

Eine derartige wechselseitige Verbindung findet sich in jedem Menschen zwischen Seele und Leib, zwischen seinem Geist und dem Sinnes- und Bewegungsorganen seines Körpers, zwischen Herz und Lunge, Wille und Verstand, ja, in allen Gliedern und Eingeweiden in sich und untereinander.

Wechselseitig ist auch die Verbindung der Gemüter bei allen, die einander innig lieben, denn dies ist aller Liebe und Freundschaft inwendig eingeschrieben, da Liebe lieben und geliebt werden will. Mit einem Wort: wechselseitig ist die Verbindung bei allem, was wirklich verbunden ist.

Ähnlich ist auch die Verbindung zwischen der Wärme der Sonne und der Wärme von Holz und Stein, der Lebenswärme und der Wärme aller Fasern in den beseelten Wesen, ähnlich ist die Verbindung des Erdreichs mit der Wurzel und durch die Wurzel mit dem Baum und durch diesen schließlich mit der Frucht. Dasselbe gilt von der Verbindung eines Magneten mit dem angezogenen Eisen, und so weiter.

Entsteht die Verbindung nicht aufgrund wechselseitigen Entgegenkommens, so bleibt sie äußerlich und zerfällt mit der Zeit beiderseits von selbst, zuweilen sogar so weit, daß sie einander nicht mehr kennen. <WCR 98,99>